10 Jahre International Cycling Film Festival – die Historie

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Am Abend des 2. September 2006 haben die Gründer des Interational Cycling Film Festival
ein kleines Stück Fahrrad-Kulturgeschichte geschrieben: Mit der „Goldenen Kurbel“
wurde der weltweit erste Filmpreis für Fahrradfilme vergeben. Der Gewinner war der österreichisch-
deutsche Kurzfilm „doored in downtown“, ein Film über das für Radfahrer
gefährliche Phänomen sich plötzlich öffnender Autotüren: „He crashed into/The door and
flew/While clinging to his handlebars in panic“ sangen Sylvia Winkler und Stephan Köperl
vom Fahrrad in die Kamera zum Vergnügen der 50 Zuschauer. Diese sahen an diesem
Abend noch 12 weitere Fahrradfilme aus verschiedenen Ländern.
Das Festival platzt aus allen Nähten –
der Umzug in die Flottmann-Hallen
Das Ganze fand im Bochumer Künstlerclub „Goldkante“ statt. Wegen des guten Starts
wurde das ICFF zu einem jährlichen Festival weiterentwickelt, das sich in den folgenden
Jahren einen festen Platz im Kulturkalender des Ruhrgebiets erarbeitet hat. Bis heute
wurden mehr als 200 Fahrradfilme aufgeführt. Ein erster Meilenstein war der Umzug des
ICFF in die Herner Flottmann-Hallen im Jahr 2009. Die Goldkante war zu klein für das
Festivalpublikum geworden.

Das Festival bekommt Zuwachs –
das ICFF in Krakau und Groningen
Ein paar Jahre später entwickelte sich eine enge Partnerschaft zwischen den Machern des
ICFF mit der schlesischen Fahrradinitiative in Tschenstochau – nach ersten Gastspielen in
Kattowitz und Tschenstochau besitzt das Festival nun Krakau als festen polnischen Spielort
neben Herne. Das deutsche Generalkonsulat in Krakau fungiert als Schirmherr, materielle
Unterstützung bekommt das Festival von der Stadt Herne und dem Krakauer Goethe-
Institut. Ab 2016 wird es außerdem ein Festival in Groningen / Niederlande geben!
Die filmischen Höhepunkte der Vergangenheit
In filmischer Hinsicht kann das Festival auf unterschiedliche Höhepunkte zurückblicken.
Viele halten „Father und Daughter“ für einen der besten Filme, die je vom ICFF gezeigt
worden sind. Unbestritten hat der Oscar-prämierte Film von Michael Dudok de Witt für
konzentrierte Stille trotz proppenvoller Flottmann-Hallen gesorgt, ähnlich wie das Sonderprogramm
„Der fantastische Fahrradfilm“. Unvergessen ist Samuel Jameson als rikschafahrender
Held im schottischen Film „Three-Legged Horses“ von Felipe Bustos Sierra,
der auf wunderbare Weise Licht und Schatten des Berufsradfahrens gezeigt hat und dafür
im Jahr 2013 die Goldene Kurbel bekam.
Die Themen Arbeit und Gesellschaft
Arbeit und Gesellschaft sind überhaupt wiederkehrende Themen des ICFF, so im Film
„Eight-Minute-Deadline“ zum Beispiel, in dem auf tödliche Weise Einrad gefahren wurde
und ein düsteres Bild einer Gesellschaft entstand. Bizarr war ein Sonderprogramm 2011
von Queer-Künstlern aus Philadelphia. Unter dem Namen „BikeSmut“ wurde eine Serie
antisexistischer Fahrrad-Pornofilme gezeigt, „Drill Baby Drill“ zum Beispiel oder „Support
Your Local Bike Mechanic“. Lustig, ab 18 und Auslöser intensiver Debatten im Team des
ICFF und darüber hinaus.
Am 31. Oktober freuen sich die Organisatoren auf die zehnte Ausgabe dieses mittlerweile
kultverdächtigen Festivals!
10. International Cycling Film Festival
30. Oktober 2015, 20 Uhr – Rough Conditions Adventure Film Festival
31. Oktober 2015, 20 Uhr – 10. Internationale Cycling Film Festival (ab 16 Uhr Rahmenprogramm
mit Fahrradspezialfilmen)
Veranstaltungsort:
Flottmann-Hallen, Straße des Bohrhammers 5, 44625 Herne
2
Eintritt:
30./31.10., 20 Uhr: 5 Euro (Kinder und Erwachsene)
31.10. 16 Uhr: freier Eintritt

Weitere Informationen zum Festival gibt es im Internet:
http://www.cyclingfilms.de – Fotos in höchster Qualität unter „Presselounge“
Allgemeine Informationen zum Festival, seine Geschichte und Preisträger/innen unter
http://en.wikipedia.org/wiki/International_Cycling_Film_Festival