Archiv für den Tag: 17. Juli 2013

Thüringen-Rundfahrt: Annemiek van Vleuten Schnellste bei 80 km-Solofahrt von Andrea Graus

Die Königsetappe der 26. Thüringen-Rundfahrt der Frauen rund um Schleiz geht an die Gesamtzweite Annemiek van Vleuten (NED, Rabobank) vor der alten und neuen Trägerin des Gelben Sparkasse-Trikots der Gesamtführenden, Emma Johansson (SWE, Orica-AIS) und Valentina Scandolara (ITA, Mcipollini Giordana Galassia). Die Siegerzeit nach 120,5 km war 3:31:35 h. Mit der gleichen Zeit wurden 24 Fahrerinnen gewertet. Geprägt wurde die Etappe zwischen Schleiz und Saalfeld von der Soloflucht der österreichischen Staatsmeisterin Andrea Graus (AUT, Bigla), die sich bei km 28 absetzte und bei einem Maximalvorsprung von über 7 min erst nach recht genau 80 km Alleinfahrt vom Feld gestellt wurde. 26. Internationale Thüringen Rundfahrt der FrauenDie 3. Etappe stand unter entgegengesetzten Vorzeichen im Vergleich zur gestrigen. Trotz wieder heißen Temperaturen setzte es die ersten Attacken quasi mit dem scharfen Start in Görkwitz. Weder Einzelfahrerinnen noch Gruppen konnten sich jedoch absetzen, weil das Feld stets sofort reagierte. An die Arbeit machten sich neben dem Team der Trägerin des Gelben Sparkasse-Trikots, Orica-AIS, auch die Mannschaften Specialized-lululemon und Mcipollini Giordana Galassia. Als nach aggressiven Start und der ersten Bergwertung in Pößneck gerade etwas Ruhe einzukehren begann, nutze Andrea Graus die Steigung nach Ranis zu einem Angriff, der der einzige erfolgreiche des Tags sein sollte und zur bislang längsten Soloflucht der diesjährigen Ausgabe führte. Erst bei km 108, bereits nach der ersten Zieldurchfahrt holte das Feld sie ein. Weil sie bei allen weiteren Bergwertungen Maximalpunktzahl erreichte, liegt die Österreicherin in dieser Wertung nun auf Rang 2 nach der Siegerin bei der ersten Bergwertung des Tages und Trägerin des Schwarzgelben Opel-Trikots, Christine Majerus (LUX, Sengers). Die Luxemburgerin hat mit 20 Punkten nun 12 Punkte Vorsprung auf die Österreicherin. Während Andrea Graus bei km 57 einen maximalen Vorsprung von knapp über 7 min auf das Feld hatte, drohten externe Einflüsse die Entscheidungen der Etappe mitzubestimmen. Zum Vorteil der Ausreißerin verlor das Feld Zeit durch eine Fehlleitung, während sie zu ihrem Nachteil an einem Bahnübergang aufgehalten wurde, den das Feld passieren konnte. „Ausgleichende Gerechtigkeit“, erklärte die Österreicherin im Ziel. „Ich bin mit meiner Etappe hoch zufrieden, auch wenn ich lieber nicht ganz allein gefahren wäre. Ich freue mich, dass ich für unser Amateurteam in diesem Profifeld eine gute Leistung abliefern konnte.“ Die bislang längste Flucht der diesjährigen Rundfahrt brachte naturgemäß der Österreicherin das Blaue Thüringen-Tourismus-Trikot für die aktivste Fahrerin. Aus Saalfeld zurück im Raum Ranis/Pößneck, bei ca. km 75, entschied sich das Feld, die Ausreißerin nicht länger gewähren zu lassen. Weil alle vier, fünf Teams, die auf den Tagessieg schielten, ihre Kräfte vereinten, schmolz der Vorsprung von Andrea Graus zunächst rasch dahin. Sie schaffte es jedoch, das Feld so lange auf Distanz zu halten, dass sie den Schleizer Zielstrich in der Oschitzer Straße bei km 105 noch solo erreicht. Eine siebenköpfige Gruppe, u.a. mit Marta Tagliaferro (ITA, Mcipollini Giordana Galassia) und Carla Ryan (AUS, Cyclelive plus-Zannata), die sich bei km 98 aus dem Feld löste, wurde rasch wieder eingefangen. 12 km vor dem Ziel wurden die Karten also neu gemischt, und in einer äußerst nervösen Schlussphase konnte sich keine Fahrerin mehr absetzen. Nur einmal noch sah es so aus, als könnte eine Gruppe dem Massensprint zuvorkommen. Doch auch Adrie Visser (NED, Boels Dolmans), Amanda Spratt (AUS, Orica-AIS), Roxane Knetemann (NED, Rabobank) und Valentina Carretta (ITA, Mcipollini Giordana Galassia) konnte sich nicht vom Feld lösen. Im Sprint nutzte Annemiek van Vleuten den kurzen Anstieg zur Zielgraden um sich in die beste Position zu bringen und siegte von vorn mit einer knappen Radlänge vor Emma Johansson. Nach ihrem Sieg erklärte sie: „Ich wollte heute unbedingt den Etappensieg. Wo ich aber so gut im Klassement liege, spielt das Gelbe natürlich auch eine Rolle. Ich glaube aber nicht, dass die Tour nur an den Bonifikationssekunden entschieden wird, wo das Klassement vorn so eng ist. Morgen nach dem Zeitfahren wissen wir mehr.“ Emma Johansson behält das Gelbe Sparkasse-Trikot und das Weiße Herbacin-Trikot in der Gesamteinzel- und der Sprintwertung, mit 11 sec bzw. 11 Pkt. Vorsprung auf Annemiek van Vleuten. Dem hohen Tempo der Etappe nicht folgen konnte die vom gestrigen Sturz betroffene stärkste Nachwuchsfahrerin in der Gesamtwertung, Alena Amialiusik (BLR, BePink). Sie fiel heute leider aus der Karenzzeit. Trägerin des Weißblauen proloxx-Trikots nach der heutigen Etappe ist Anna van der Breggen (NED, Sengers). Als beste Amateurfahrerin im Profifeld kam Amy Cure (AUS, Nationalteam Australien) mit der Siegerzeit auf den 6. Rang. Ebenfalls mit der Siegerzeit wurde die stärkste Deutsche gewertet, Elke Gebhardt (Freiburg im Breisgau, Nationalteam Deutschland) auf Rang 4. Das wohl vorentscheidende Einzelzeitfahren startet am morgigen Donnerstag in Gera um 18:00 Uhr.
26. Internationale Thüringen Rundfahrt der Frauen

16. Craft BIKE Transalp: Gesamtführende Kaufmann und Käß bauen Vorsprung mit zweitem Tagessieg aus!

Mit ihrem zweiten Etappensieg bei der 16. Craft BIKE Transalp powered by Sigma haben Markus Kaufmann (GER) und Jochen Käß (GER) ihre Führung in der Gesamtwertung weiter ausgebaut. IKE_transalp_powered_by_Sigma_2013_Stage_3_Brixen_St__Vigil__56_92km__2_833_metres_in_elevation_gain____c__Henning_Angerer_Craft_BIKE_Transalpc5f507Das Duo von Centurion-Vaude 1 bewältigte die fünfte, mit 73,28 km und 3.137 Höhenmetern äußerst anspruchsvolle Sägezahnprofil-Etappe von Alleghe nach San Martino di Castrozza in 3:26:16.2 Stunden und blieb damit deutlich unter der Siegerzeit von 2011 (3:33:48.5). „Unser Vorteil ist, dass wir das ganze Rennen über konstant fahren können. Wir haben am letzten Berg attackiert und voll durchgezogen. Es ist natürlich gut für uns, dass wir damit den Vorsprung ausgebaut haben. Ich würde aber auf keinen Fall von einer Vorentscheidung sprechen. Es ist noch sehr weit bis Riva. Da kann noch viel passieren“, freute sich der Deutsche Mountainbike Marathon Meister Markus Kaufmann nach dem Rennen. Hinter den Gelben Trikots kamen die Gesamtzweiten von Topeak Ergon Racing mit 2:40 Minuten Rückstand ins Ziel. Die beiden Titelverteidiger Alban Lakata (AUT) und Robert Mennen (GER), die nach einem langen gemeinsamen Ritt mit den Transalp-Leadern am letzten Anstieg hinauf zum höchsten Punkt des Tages, die Baita Segantini, abreißen lassen mussten, liegen damit bereits 3:01 Minuten im Klassement zurück. Dort hat sich heute der Kampf um Platz drei dramatisch zugespitzt, nachdem das Team Bulls 1 bereits zu Beginn des Rennens Probleme bekam. Vor allem Karl Platt (GER) konnte das Tempo der Spitzenfahrer nicht mehr mitgehen. „In 13 Jahren Transalp habe ich noch nie so gelitten. Ich habe mir gleich im ersten Anstieg die Lichter ausgeschossen und dann nur noch Eurostücke in die Parkuhr geworfen“, so der siebenmalige Sieger der Hatz über die Alpen. „Zum Glück habe ich dann später meinen Rhythmus finden können“, schob Platt nach, der gemeinsam mit Urs Huber (SUI) 12:32 Minuten hinter den Siegern als sechstes Duo das Ziel erreichte und am Ende mit gerade einmal vier Sekunden Platz drei in der Gesamtwertung verteidigen konnte. Den Gesamtvierten vom BiXS-Wheeler iXS Pro Team, Thomas Stoll (SUI) und Konny Looser (SUI), war nach ihrem gestrigen Sieg auch heute gelungen, als Tagesdritte den Rückstand auf Team Bulls 1 weiter deutlich zu verkürzen.

16. Craft Bike Transalp: Platt/Huber weiterhin auf Podiumskurs

Craft Bike Transalp, Mittenwald/GER – Riva del Garda/ITA

Stage #5, Alleghe/ITA – San Martino di Castrozza, 73,28km / 3.137hm

Platt/Huber weiterhin auf Podiumskurs

Platt after Finish

Schwere Königsetappe bringt großen Zeitverlust für Team Bulls

Auch wenn die fünfte Etappe von Alleghe nach San Martino di Castrozza mit 73,28 Kilometern nicht die längste Etappe der diesjährigen Transalp war, durfte dieses Teilstück getrost als Königsetappe bezeichnet werden. Zum einen mussten auf dem Weg nach San Martino deutlich über 3000 Höhenmeter überwunden werden, zum anderen bot das sägezahnartige Profil kaum Möglichkeiten um sich zu erholen oder einen kontinuierlichen Rhythmus zu fahren.Die Gesamtführenden Kaufmann/Käß schraubten bereits nach wenigen Kilometern im ersten Steilstück das Tempo nach oben. Platt/Huber, Dietsch/Böhme, Lakata/Mennen und einige weitere Teams konnten zuerst noch folgen, doch nach etwa 200 Höhenmetern machten bei Platt die Beine komplett zu und Platt/Huber mussten die Spitze ziehen lassen. Dietsch/Böhme reduzierten ebenfalls das Tempo und blieben an der Seite ihrer Teamkollegen, um das nach wie vor aussichtsreich im Rennen liegende Duo nach Kräften zu unterstützen. Bei Kilometer 15 wurde ein Rückstand von vier Minuten gemeldet, bis zum Passo San Pellegrino (km 33) büßte das Bulls-Quartett insgesamt 13 Minuten auf dieSpitzengruppe mit Kaufmann/Käß und Lakata/Mennen ein. „Keine Ahnung was auf den ersten 30 Kilometern los war. Ich konnte das Tempo eigentlichvon Anfang an nicht fahren, habe aber trotzdem versucht mitzugehen. Dann sind mir die Beine komplett zu gegangen, es ging absolut gar nichts mehr. Bis zum San Pellegrino konnte ich phasenweise noch nicht mal mehr Puls 140 fahren. So wie heute habe ich mich in 13 Jahren Transalp nicht quälen müssen…“ beschrieb Platt später diese Phase des Rennens.

Trotz des Zeitverlustes lagen Platt/Huber und Dietsch/Böhme in der Abfahrt vom Passo San Pellegrino nach wie vor in den Top 10 und auf den folgenden Kilometern fand Platt seine Beine wieder. Gemeinsam machten die Bulls-Profis nun ordentlich Tempo und konnten ab jetzt die Lücke nach vorne konstant halten. 20 Kilometer vor dem Ziel im Val Venegia betrug der Abstand 12:30 Minuten und blieb bis zum Zieleinlauf unverändert. Platt/Huber finishten auf Rang sechs, Dietsch/Böhme folgten einige Minuten später auf Platz acht, nach dem Böhme in der letzten Abfahrt noch einen Sturz in Kauf nehmen musste.„Das war heute wahrlich kein guter Tag für uns“ konstatierte Böhme im Ziel. „Wir sind bei Karl und Urs geblieben um die beiden so gut es geht zu unterstützen. Als Karl seinen Rhythmus wieder hatte konnten wir dann auch gemeinsam den Schaden begrenzen. Im Prinzip waren wir ab den San Pellegrino genauso schnell wie die Spitze. Nachdem es mir im letzten Berg etwas den Stecker gezogen hat war ich in der letzten Abfahrt unkonzentriert. Der Sturz war unnötig, aber so etwas passiert leider wenn man am Limit fährt“ resümierteBöhme den Rennverlauf.

 

Ergebnisse:

 

1. Markus Kaufmann/Jochen Käß – Team Centurion Vaude – 3:26:16 h

2. Alban Lakata/Robert Mennen – Topeak Ergon Racing Team – 3:28:56 h

3. Thomas Stoll/Konny Looser – BIXS-Wheels iXS Pro Team – 3:34:58 h

6. Karl Platt/Urs Huber – Team Bulls – 3:38:48 h

8. Thomas Dietsch/Tim Böhme – Team Bulls 2 – 3:45:55 h

Gesamtwertung:

1. Markus Kaufmann/Jochen Käß – Team Centurion Vaude – 17:09:13 h

2. Alban Lakata/Robert Mennen – Topeak Ergon Racing Team – 17:12:15 h

3. Karl Platt/Urs Huber – Team Bulls – 17:22:56 h

12. Thomas Dietsch/Tim Böhme – Team Bulls 2 – 18:37:38 h

Bild: Team Bulls

Text: Friedemann Schmude

Anmeldungen zum Technik- Lehrgang: Mit Wenzel Böhm Gräber

mtb_technikkurse_2013Anmeldungen zum Technik- Lehrgang „biken mit dem Focus- Profi Wenzel Böhm- Gräber“ sind noch möglich!

Ort: Wiesbaden Nerotal, Parkplatz an den Tennisplätzen , Datum: 20.7.13, 9 Uhr- 16 Uhr (inkl. Mittagsessen/ -pause), Preis: 38€ !

 Samstag, den 20.07.2013

09.00 bis 16.00 Uhr

Biken

mtb_technikkurse_2013mtb_technikkurse_2013im Wiesbadener Stadtwald mit Wenzel Böhm- Gräber (Deutscher Meis-ter MTB+Cross, Profi im Focus XC Elite Team).

Samstag, den 24.08.2013

09.00 bis 16.00 Uhr

Women only

Spezialtrainingseinheit für Frauen im Wiesbadener Stadtwald mit Sportwissenschaftler und ehem. Landes-verbandstrainer Marcel Weil.

Samstag, den, 07.09.2013

09.00 bis 16.00 Uhr

MTB-Basics

im Wiesbadener Stadtwald mit Sportwissenschaftler und ehem. Lan-desverbandstrainer Marcel Weil.

Allgemeine Bedingungen

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Anmeldung: bis 1Woche vor Kursbeginn,

Juergen.Graeber@wi.ssa.lsa.hessen.de, telefonisch: 0611 – 880 34 47 Kurspreis:

 

38,00 € inkl. Mittagessen, Überweisung an: RSC Wiesbaden, Nassauische Spar-kasse, Konto: 100 220 236, BLZ: 510 500 15, bei Nichtteilnahme ohne rechtzeitige Absage wird der Betrag nicht erstattet!

Treffpunkt: Parkplatz an den Tennisplät-zen im Nerotal Wiesbaden, Mitzubrin-gen: Technisch einwandfreies Mountain-bike, Helmpflicht, wetterfeste Bekleidung,

 

Die Kurse finden bei jedem Wetter statt!

Tel: 0611 – 168 72 51

Text: Jürgen Gräber

mtb_technikkurse_2013

 

Vera Hohlfeld: Der Frauenradsport muss professioneller werden

Am Rande der Thüringen-Rundfahrt der Frauen 2013 äußert sich deren Gesamtleiterin und die Managerin des teilnehmenden Teams maxx solar-Stevens, Vera Hohlfeld, zu Weiterentwicklungen, die sie im und um den Frauenradsport fordert. Wir informieren mit Auszügen aus einem Beitrag, der am 13.07.2013 in der Thüringer Allgemeinen aus der Feder von Michael Voss erschien.
Erfurt. Frauenradsport ist ihre Leidenschaft, für die Vera Hohlfeld mit ihrem Organisationsteam bis zu 14 Stunden am Tag arbeitet. Dennoch, oder gerade deshalb, findet die Chefin der Thüringen-Rundfahrt nicht alles toll, was in ihrem Metier passiert. Rund um die weltweit bedeutendste Frauen-Tour, eine Woche durch den Freistaat, brennen der Erfurterin Kritikpunkte auf den Nägeln.
„Frauenradsport muss insgesamtt professioneller werden“, sagt die Olympia-Vierte, um dann ins Detail zu gehen. „Zu einem Teil sind die Mädels dafür in der Pfflicht“, betont die 41-Jährige. Zum modernen Sport gehöre, sich nach außen gut zu verkaufen, Marketing für sich selbst zu betreiben. Hohlfeld: „Da gibt es Sportlerrinnen, die das noch nicht verinnerlicht haben, die sich später aber beschweren, warum sie öffentlich nicht oder angeblich falsch dargestellt werden.“ Als positives Beispiel sieht sie Hanka Kupfernagel. Die Thüringer Ausnahme-Radsportlerin, die mit 39 erneut bei der Rundfahrt dabei ist, wisse sich attraktiv zu präsentieren. Dazu komme eine aggressive Fahrweise, die viele fasziniere. „Wenn wwir eine oder zwei Handvoll solche Fahrerinnen wie Hanka in Deutschland hätten, würde Frauenradsport schnell einen anderen Stellenwert erreichen.“ Stattdessen hat Hohlfeld, die zugleich das Thüringer Team Maxx-Solar führt, eine andere Tendenz festgestellt: „Fahrerinnen beschäftigen sich zu viel mit Nebensächhlichkeiten, anstatt sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Dass hemmt die sportliche Weiterentwicklung, ist zum Scheitern verurteilt“, ist Hohlfeld überzeugt.

Vera Hohlfeld

Vera Hohlfeld in ihrer aktiven Zeit

Damit Talente motiviert bleiben, muss aber auch das Strukturelle stimmen. Und da fordert Hohlfeld ein Umdenken. Die Voraussetzungen seien für Radsportlerinnen nicht optimal. „Ich habe den Eindruck, die Mädchen gelten oft nur als Randerscheinung.“ Anstatt dass sie durchweg mit den Jungs trainieren, bräuchte es mehr individuelle Förderung. Auch sei es zum Beispiel schade, dass mit Corinna Lechner und Lisa Fischer zwei ihrer Leistungsträgerinnen im Team Maxx-Solar das Heimspiel Thüringen-Rundfahrt verpassen, weil sie zeitgleich im Nationaltrikot bei der EM in Tschechien fahren. „Wenn Nationalkader im Team fahren, stehen sie nicht nur zum Saisonhöhepunkt, sondern auch bei anderen wichtigen Einsätzen des Teams nicht zur Verfügung“, sagt Hohlfeld nachdenklich. Dies mache eine vernünftige und nachhaltige Teamarbeit nahezu unmöglich. Erleichterung im Interessenkonflikt schaffte, dass Bundestrainer André Korff vermittelnd gewirkt hätte. Nervig nennt Hohlfeld die Debatte um „ihre“ Neuseeländerin Reta Trotman. Die seit diesem Jahr in Erfurt wohnende und trainierende „Kiwi-Frau“ hätte mit einer Ausnahme-Genehmigung in der Bundesliga für Maxx-Solar starten können. Nach normalen Regularien hätte Trotman Einzelstarterin bleiben müssen. Erst auf Einsatz des Bundestrainers und ein ähnliches Begehr eines ausländischen Teams lockerte sich die Bürokratie. „So etwas kostet Geld und Nerven, anstatt dass der Verband sich freut, dass mit guten ausländischen Fahrerinnen mehr Qualität in die Rennserie gebracht wird“, bedauert Hohlfeld. Als Kapitänin für Maxx-Solar ist Trotman nach einigen sehr guten Resultaten nun bei der Rundfahrt dabei, deren Bedeutung nach Hohlfelds Auffassung vom Weltverband UCI sowie dem BDR nicht in entsprechendem Maße gewürdigt, sondern als gegeben hingenommen werde. Die Hoffnung auf eine Zusammenarbeit mit Rudolf Scharping hat sie bereits aufgegeben. Gern hätte sie dem BDR-Präsidenten persönlich gezeigt, „wie wir uns in Thüringen mit motivierten Helfern engagieren – und wo wir Unterstützung benötigen“. Aber bislang vermochte der BDR-Präsident der mehrfachen Einladung zur Thüringen-Rundfahrt, der weltweit bestbesetzten Frauen-Tour, nicht zu folgen „Man braucht sich nicht zu wunndern, wenn Veranstalter oder Teamleiter ihr Herzblut und Engagement mit der Zeit verlieren“, betont Hohlfeld. Nichtsdestotrotz ist sie zufrieden mit der nach den ersten Tagen spannenden und erfolgreichen Tour und drückt ihren Teammädels weiter fest die Daumen für ein Achtungszeichen. „Ich weiß auch schon genau, wann und wo sie es versuchen müssen. Ob sie es umsetzen können, werden wir erleben“, sagt die Teamchefin. Und Rad-Leidenschaft blitzt auf, gerade weil eine der Ihren auf der 2. Etappe als beste Deutsche mit der Siegerzeit und auf Rang 8 im Weltklassefeld ins Ziel kam.

Yannick Mayer in Kanada auf Rang zwei

Foto Kanada

Yannik Mayer

Bei der ersten Austragung des „White Spot Delta Road Race“ als UCI 1.2 Rennen stand mit auch ein Deutscher auf dem Podium. Der 22-jährige vom Team Baier Landshut musste sich im Sprint einer 14-köpfigen Spitzengruppe nur dem US-Amerikaner Steve Fisher geschlagen geben, Rang drei belegte Ryan Anderson, ebenfalls aus den USA. Bereits früh im Rennen hatte sich eine Spitzengruppe mit den stärksten kanadischen und US-amerikanischen Teams gebildet, die von Beginn an mit über 45km/h Durschnitt unterwegs war. Erst auf den letzten 30 der 151 km gelang es der Verfolgergruppe mit Yannick Mayer aufzuschließen. Florenz Knauer fuhr ebenfalls dem Hauptfeld davon und wurde 15. Das Team Baier wird nun noch die restlichen Rennen der British Columbia Superweek, einer Kriterium-Serie nahe Vancouver bestreiten, ehe sie wieder nach Deutschland zurückkehren.

RACING STUDENTS: Mit Rumpfmannschaft beim LBS-Teamcup

Trotz Doppelbelastung von Studium inzw Beruf hat Andreas Leppert eine enorme Entwicklung bei den RACING STUDENTS gemacht_Foto Janko Marquardt

Trotz Doppelbelastung von Studium inzw Beruf hat Andreas Leppert eine enorme Entwicklung bei den RACING STUDENTS gemacht_Foto Janko Marquardt


Der diesjährige LBS-Teamcup fand am vergangenen Wochenende über 4 Etappen um Württemberg statt. Aufgrund von Klausuren und Krankheit konnten die RACING STUDENTS nur eine Rumpfmannschaft von vier Fahrern an den Start bringen. Auf der ersten Etappe in Deisslingen gelang es einer 9-köpfigen das Feld zu überrunden. In der Gruppe befand sich auch Andreas Leppert. Da sich im Anschluss kein weiterer Fahrer mehr vom Feld lösen konnte kam es zu einem Massensprint. Diesen konnte Andreas Leppert nach guter Vorarbeit von Christopher Schmieg für sich entscheiden und somit das Führungstrikot des Etappenrennens übernehmen. Bei der zweiten Etappe in Wilfingen blieb das Feld auch lange Zeit zusammen. Erst kurz vor Rennende konnte sich ein Fahrer alleine absetzen. Dahinter kam es leider in der letzten Runde zu einem Sturz, der alle Sieghoffnungen der Students zu Nichte machte. Trotz des Sturzes konnte Andreas Leppert sein Führungstrikot verteidigen. Auf der dritten Etappe in Hedelfingen setzte sich wiederrum ein Fahrer alleine ab. Den Sprint des Feldes gewann Christopher Schmieg nach guter Vorarbeit des Teams. Auch das Führungstrikot konnte verteidigt werden und somit musste die Entscheidung um den Gesamtsieg auf der schweren letzten Etappe in Plattenhardt fallen. Dort übernahmen die favorisierten Bundesligamannschaften das Zepter und brachten die Students um Andreas Leppert ins Hintertreffen. Christopher Schmieg konnte das Tempo zunächst noch mitgehen, musste dann allerdings am Ende mit Platz 8 zufrieden geben. In der Gesamtwertung fiel Andreas Leppert noch weit zurück. Am kommenden Wochenende starten die Students beim Kriterium in Speyer. Sonntags steht dann mit dem Radklassiker in Reute ein wichtiges Rennen in Südbaden auf dem Programm, bei dem der Vorjahressieg unbedingt wiederholt werden soll.
http://www.racing-students.de
Teampräsentation RACING STUDENT

Teampräsentation RACING STUDENT

Texpa-SimplonTeam: Platz acht und elf beim Bike Transalp

Auf der vierten Etappe fuhren die Teilnehmer der diesjährigen Trans Alp von St. Vigil nach Alleghe quer durch die Berge der Dolomiten. 73 Kilometer und 2600 Höhenmeter mussten bewältigt werden.
Nachdem Schneidawind und Hardter gestern auf der dritten Etappe eine starke Leistung ablieferten, mussten sie heute etwas für diesen Kraftakt büßen. Schon am ersten Berg mussten sie die besten Teams ziehen lassen und konnten auch in den Abfahrten keine Zeit gut machen. Sie fuhren ein solides Rennen und kamen auf dem achten Platz ins Ziel.
Für Michael Schuchardt und Wolfgang Mayer verlief die Etappe gut und die konnten mit einer Konstanten Leistung wiederum als elftes Team das Ziel erreichen. Auf ihre direkten Kontrahenten um Platz 10 in der Gesamtwertung machten sie weiter Zeit gut und haben nun nur mehr 15 Sekunden Rückstand auf den Top 10 Platz.
Morgen geht es auf dem fünften Tagesabschnitt nach St. Martino di Castrozza, einen der prächtigsten Wintersportorte Italiens.

Ergebnis 4. Etappe St.Vigil-Alleghe:

1. Konny Looser, Thomas Stoll (BIXS-WHEELER)
2. Hannes Genze/Daniel Gaismayer (Centurion Vaude)
3. Karl Platt/ Urs Huber (Team Bulls)

8. Christian Schneidawind, Uwe Hardter (Team TEXPA-Simplon)

11. Michael Schuchardt, Wolfgang Mayer ( Team TEXPA-Simplon)

130716_Hardter im Rennen

Uwe Hardter im Rennen


Foto: sportograf.com