Kategorie-Archiv: Frühjahrskassiker

Michael Valgren (Astana) gewinnt Amstel Gold Race 2018


Über schwere 263km und 35 Steigungen führte das Amstel Gold Race von Maastricht nach Berg in 2018. Die Veranstalter hatten das Finale gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht verändert und erhofften sich so ein noch spannenderes Rennen.

Nach einer Gedenkminute für den bei Paris-Roubaix nach einem Herzstillstand verstorbenen Michael Goolaerts setzte sich das Peloton pünktlich um 10.30 Uhr am Marktplatz in Maastricht in Bewegung.

Und es dauerte nur 15 Kilometer, bis die beim Amstel übliche Fluchtgruppe des Tages sich absetzen konnte.
Erstaunlich war aber, dass darin durchaus sehr starke und bergfeste Fahrer vertreten waren, die dann auch einen Maximalvorsprung von über 15 Minuten auf das Feld herausfahren konnten.

Bram Tankink (Lotto NL-Jumbo), Tsgabu Grmay (Trek-Segafredo), Willie Smit (Katusha-Alpecin), Matteo Bono (United Emirates), Lawson Craddock (EF-Drapac), Oscar Riesebeek (Roompot-Nederlandse Loterij), Edward Dunbar (Aqua Blue Sport), Preben Van Hecke (Sport Vlaanderen-Baloise) und Marco Tizza (Nippo-Vini Fantini)
Die Gruppe harmonierte sehr gut und im Feld waren die großen Teams, vor allem BORA und Movistar, gezwungen, ihre Helfer für die Verfolgungsarbeit einzusetzen, besonders Cesare Bendetti (BORAhansgrohe) war über Kilometer an der Spitze des Feldes zu sehen.
Die Tempoarbeit, bei der sich nun auch Team Sky und Quickstep beteiligten, zeigte Erfolg und 50 Kilometer vor dem Ziel war der Vorsprung auf etwa 3 Minuten gesunken, allerdings forderte die winklige und sehr bergige Strecke in der Provinz Limburg auch viele Opfer im Feld, das immer kleiner wurde und ein Helfer nach dem anderen abreißen lassen musste.
Am schweren und steilen Eyserbosweg ca. 35km vor dem Ziel zerfiel nun auch die Spitzengruppe, Bram Tankink, Tizza und Smit fielen zurück.
Bram Tankink (Lotto NL-Jumbo) hatte am morgen bei der Teampräsentation bestätigt, dass es sein letztes Amstel Gold Rennen sein wird.
Im kleinen Feld der Favoriten erfolgte nun Attacke auf Attacke, der steile Keutenberg und die Hochebene mit Gegenwind danach machten dies möglich.
Kreuziger und Gasparotto nutzen dies und konnten zu den verbleibenden Spitzenfahreren aufschließen.
Das Tempo im Finale war extrem hoch und bei der letzten Passage des Cauberges hatten die Favoriten nur 18 Sekunden Rückstand, den Greg vanAvermaet mit einer Attacke zu überbrücken versuchte, aber die anderen Spitzenfahrer reagierten sofort.
Die Vorentscheidung fiel am Geulhemmerberg, als Alejandro Valverde am großen Kettenblatt attackierte und nur Sagan, Valgren, Fuglsang, Alaphilippe und Wellens folgen konnten.
Schnell schloßen sie zur Spitze auf und Astana war nun mit 2 Fahrern in der Spitze vertreten, Valgren und Fuglsang, beide Dänen. Und sie harmonierten perfekt, Fuglsang zwang durch Attacken die Favoriten zur Verfolgung und dann kam es wie es kommen musste, Valgren griff nach Einholung Fuglsangs an, beim ersten Mal wurde er von Sagan und Wellens wieder gestellt, doch der zweite Angriff saß. Nur Kreuziger und Gasparotto, die beide das Rennen schon gewinnen konnten, folgten mit großer Mühe, während die Favoriten sich neutralisierten.
Im Zielsprint war Valgren klar der Stärkste und er gewann vor Kreuziger und Gasparotto.
Weltmeister Peter Sagan (BORAhansgrohe) gewann den Sprint der Verfolger um Platz 4 vor Valverde.
Lawson Craddock war von Anfang an in der Spitzengruppe und wurde noch starker 9er und auch Tsabu Gmay (TREK) kam als Mitglied der frühen Spitzengruppe als 21er ins Ziel.
1 Michael Valgren (Den) Astana Pro Team 6:40:07
2 Roman Kreuziger (Cze) Mitchelton-Scott
3 Enrico Gasparotto (Ita) Bahrain-Merida 0:00:02
4 Peter Sagan (Svk) Bora-Hansgrohe 0:00:19
5 Alejandro Valverde (Spa) Movistar Team
6 Tim Wellens (Bel) Lotto Soudal
7 Julian Alaphilippe (Fra) Quick-Step Floors
8 Jakob Fuglsang (Den) Astana Pro Team 0:00:23
9 Lawson Craddock (USA) EF Education First-Drapac p/b Cannondale
Text/Fotos Gerhard Plomitzer
www.plomi.smugmug.com

3 Favoriten: Kwiato, Valverde und WM Sagan:

Team BORAhansgrohe


Simon Geschke im Gespräch mit Marcus Burghardt in der Anfangsphase, er war froh, nach seiner Verletzung wieder Rennen fahren zu können.

Michael Goolaerts nach Herzstillstand im Krankenhaus gestorben

Michael Goolaerts (Veranda’s Willems-Crelan) ist nach seinem Sturz bei Paris – Roubaix im Krankenhaus verstorben, die Ärzte konnten ihn leider nicht mehr retten.
Der 23-jährige Belgier wurde nach einem Herzstillstand und Sturz an der Strecke von Rettungssanitätern reanimiert. Danach wurde er mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Lille geflogen. “Michael Goolaerts wurde in einen Unfall verwickelt und gezwungen, das Rennen aufzugeben, er wurde ins Krankenhaus gebracht“, bestätigte sein Team auf Twitter.
Der Vorfall ereignete sich bei Briastre.
Am Abend wurde dann bekannt, dass der junge Belgier im Kreise seiner engsten Familienmitglieder und Freunde im Krankenhaus gestorben ist.
Ein historischer Sieg von Peter Sagan und gleichzeitig eine schlimme und unfassbar traurige Nachricht.
Michael Goolaerts hat sein letztes Rennen in seinem geliebten Radsport verloren.
R.I.P. Michael – die Radsportgemeinde trauert und wird Dich sehr vermissen.

Text
Plomi

Weltmeister schlägt Schweizer Meister – Peter Sagan gewinnt Paris-Roubaix 2018


Peter Sagan (BORA – hansgrohe) hat die 116. Austragung von Paris-Roubaix gewonnen und sich den ersten Pflasterstein seiner Karriere geholt. Sagan schlug im Sprint den Schweizer Meister Silvan Dillier (AG2R La Mondiale), der mit dem zweiten Platz den größten Erfolg seiner Karriere feiert. Dillier fuhr mehr als 200 Kilometer als Ausreißer an der Spitze des Rennens und zeigte eine beeindruckende Leistung. Das Podium vervollständigt Niki Terpstra (Quick-Step Floors), der erneut seine starke Klassikerform unterstrich.

Nils Politt (Katusha-Alpecin Team) gewann den Sprint der Verfolger und erreichte das Ziel auf dem 7. Platz. Der jüngste deutsche ist damit auch der bestplatzierte deutsche Teilnehmer.

Ein Weltmeister gewinnt Paris-Roubaix – das gelang zuletzt Bernard Hinault im Jahr 1981. Die heutige Ausgabe der Königin der Klassiker war aufgrund der frühlingshaften Wetterbedingungen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 43,55 km/h eine der Schnellsten.
Stimmen zu Paris-Roubaix 2018
Peter Sagan:
“Es ist toll – ein unglaubliches Gefühl. Es ist ein sehr großer Sieg in meiner Karriere. Einfach atemberaubend. Danke an alle meine Teamkollegen und das gesamte BORA-hansgrohe-Team. Sie haben sehr gut gearbeitet.”
Silvan Dillier:
„Heute war Peter für mich der Engel und Teufel in Person. Ein Engel, weil wir sehr gut zusammengearbeitet haben und der Teufel, weil er im Sprint eben nur schwer zu schlagen ist. Zuletzt war ich wirklich glücklich, dass wir so gut harmonierten. Wir haben uns respektiert und schlussendlich einen tollen Sprint im Velodrome gezeigt. Er war besser und ich gratuliere ihm.“

Enrico Poitschke, Sport Direktor des Siegers Peter Sagan:
„Das ist sicherlich einer der größten Siege des Teams und wir haben so lang darauf hingearbeitet. Jetzt ein Monument gewonnen zu haben, ist eine Super-Sache. Und wie wir es gewonnen haben, kommt noch dazu. Ich kann nur dem ganzen Team einen großen Dank sagen. Das haben wir uns alle verdient und heute werden wir richtig feiern!“

Andreas Schillinger, Mannschaftskollege von Sagan und seit der ersten Teilnahme des Teams ununterbrochen bei Paris-Roubaix gestartet:
„Was soll ich sagen. Es war jetzt mein 8. Start mit Ralph (Denk) und jetzt sind wir am Ziel. Wir haben das Rennen gewonnen. Wir sind endlich am Ziel. Die Gefühle sind unbeschreiblich. Ich bin so glücklich, es ist der Wahnsinn.“

Nils Politt, bestplatzierter Deutscher:
„Hätte ich mit jemanden vor dem Rennen gewettet, hätte ich gesagt, Ihr seid bekloppt, dass ich hier Top10 fahre. Die Beine waren schon in Flandern gut, ich habe mich fit gefühlt. Ich bin ohne Defekt und Sturz durchgekommen und einfach super happy mit dem 7. Platz.“

Text ASO / Photo bettiniphoto
veröffentlicht durch Gerhard Plomitzer

Peter Sagan holt den Pflasterstein nach Raubling!


Nach einer frühen Attacke des UCI Weltmeisters, fährt dieser einen eindrucksvollen Sieg bei Paris – Roubaix ein. Damit holt Sagan sein zweites Monument, das Erste für BORA – hansgrohe.
Die Strecke
Die Königin der Klassiker, 257 Kilometer, 29 Kopfsteinpflaster Sektoren, in Summe mehr als 55 km über die alten Landwirtschaftswege im Norden Frankreichs – das ist Paris – Roubaix, die Hölle des Nordens. Vom Startort Compiègne führten die ersten 90 Kilometer über Asphalt. Oft konnte sich in den letzten Jahren schon hier eine Spitzengruppe bilden, bevor mit Troisvilles á Inchy der erste Sektor wartete. Normaler Weise fällt im Wald von Arenberg dann die erste Vorentscheidung bei Rennkilometer 162. Auch danach war wenig Zeit zu verschnaufen, denn in den Sektoren 19, 18 und 17 würden abgehängte Gruppen versuchen noch einmal den Anschluss herzustellen. Traditionell findet dann ein Ausscheidungsfahren statt, bevor bei Sektor 4, Carrefour de l’Arbre, endgültig entschieden wird, wer auf dem Velodrome in Roubaix noch Siegchancen hat.
Teamtaktik
Nachdem heute trockene Bedingungen und durchwegs Rückenwind vorherrschten, war ein sehr schnelles Rennen zu erwarten. Obwohl einmal mehr Quick-Step die meisten Favoriten auf den Sieg stellte, wollte BORA – hansgrohe heute das Rennen aktiv gestalten. Zuerst waren Rudi Selig und Andreas Schillinger eingeteilt, um das Rennen zu kontrollieren und in jedem Fall in größeren Gruppen mit dabei sein. Gesetz dem Fall, dass beide im Feld die ersten Sektoren in Angriff nehmen sollten, war der Plan ab Sektor 23 das Rennen schnell zu machen. Damit sollten andere Teams früh unter Druck gesetzt, und deren Leader so früh als möglich isoliert werden. Vor Arenberg mussten dann Juraj Sagan und Maciej Bodnar den Rest des Teams unter den ersten 10 Fahrern positionieren. Ehrfahrungsgemäß folgen nach dem Wald von Arenberg auch die ersten Attacken der Favoriten, hier sollten Daniel Oss und Marcus Burghardt zur Stelle sein, und den Weg für den UCI Weltmeister und BORA – hansgrohe Leader Peter Sagan bereiten. Wann dieser seine Karten auf den Tisch legen würde, hing von der Rennsituation im Finale ab, allerdings war das Team überzeugt, dass ein hartes Rennen Sagan entgegenkommen sollte.
Das Rennen
In einer schnellen ersten Rennstunde, in der mehr als 48 km zurückgelegt wurden, setzten sich zuerst sechs Fahrer vom Feld ab, bevor sich drei weitere Fahrer auf die Verfolgung machten. Rund 200 Kilometer vor dem Ziel lagen nun 9 Fahrer an der Spitze des Rennens mit einem Vorsprung von über vier Minuten. Am Beginn des ersten Kopfsteinpflasterabschnitts war der Abstand zwischen Spitze und Feld auf etwa acht Minuten angewachsen. Dort setzte sich BORA – hansgrohe an die Spitze, genau zum richtigen Zeitpunkt, denn nach einem Sturz im Feld, drückte das deutsche WorldTeam nun mit Quick-Step gehörig aufs Tempo. Nach den ersten 3 Sektoren waren einige Mitfavoriten bereits in ernsten Schwierigkeiten, während der Abstand zur Spitze auf etwa fünf Minuten gesunken war. Das Tempo blieb hoch im Feld, und leider stürzte Daniel Oss in einer Ortsdurchfahrt, nach einem Radwechsel konnte er aber kurze Zeit später wieder aufschließen. Einen Sektor vor Arenberg ereignete sich dann ein zweiter großer Massensturz, Maciej Bodnar konnte zwar einen Sturz vermeiden, fiel aber nach einem Ausritt ins Gras in eine Verfolgergruppe zurück. Im Wald von Arenberg attackierten in der Folge M. Teunissen und P. Gilbert, als wenig später noch N. Politt aufschloss, war BORA – hansgrohe gezwungen im Peloton zu arbeiten.
Als diese Gruppe wieder gestellt war, setzte Z. Stybar einen Konter, doch Marcus Burghardt versuchte nun immer wieder das Tempo im Feld hochzuhalten. Vier Fahrer der frühen Fluchtgruppe waren zu diesem Zeitpunkt noch an der Spitze des Rennens, etwa eine Minute vor Stybar, der aber ebenfalls wieder vom Feld geschluckt wurde. Danach war es Peter Sagan selbst, der zum Angriff blies und in nur wenigen Kilometern alleine zur Spitze aufschließen konnte. Dahinter war nun Quick-Step gefordert, das Rennen offen zu halten. Doch Sagan arbeitete an der Spitze mit S. Dillier und R. Wallays gut zusammen, 35 km vor dem Ziel war der Vorsprung zur ersten Verfolgergruppe der Favoriten auf eine Minute angewachsen. Alle Versuche der Verfolger Sagan noch einmal einzuholen scheiterten und Sagan bog gemeinsam mit Dillier auf die Bahn in Roubaix. Dort holte der UCI Weltmeister einen souveränen Sieg und damit das erste Monument für BORA – hansgrohe.
Ergebnis
01 P. Sagan 5:54:06
02 S.Dillier + 0:00
03 N.Terpstra + 0:57
04 G.Van Avermaet + 1:34
05 J.Stuyven + 1:34
Reaktionen im Ziel
„Was für ein Sieg! Dieses Jahr hatte ich Glück und bin von Stützen oder Defekt verschont geblieben. Eigentlich fühle ich mich heute im Ziel sogar besser als die letzten Jahre, da ich vorne mein Tempo fahren konnte. Ich habe früh attackiert und konnte bis zum Ende durchziehen. Ich muss mich bei meinem ganzen Team bedanken, alle waren heute sehr stark, Daniel, Burgi mein Bruder, Bodi, aber auch Rudi und Schilli am Anfang des Rennens. 50 km vor dem Ziel bin ich losgefahren, das war vielleicht früh, aber dafür ist es jetzt ein unglaubliches Gefühl diesen Sieg zu holen.“ – Peter Sagan

„Wir hatten heute einen Plan, wie wir das Rennen gestalten möchten. Ich war im Auto an der Strecke mit Willi Bruckbauer, dem Eigentümer von BORA, und da ist es im Auto ganz schön rund gegangen. Wir wollten heute früh angreifen, darum war es umso wichtiger am Beginn Kraft zu sparen. Als ich die Attacke gesehen habe, und die Lücke schnell aufging, dachte ich schon, dass Peter schwer wieder einzuholen sein wird. Für Peter war das heute ein wichtiger Sieg, Paris – Roubaix wollte er unbedingt einmal gewinnen, aber für uns als Team ist es ein Meilenstein – unser erstes Monument! Die flämischen Klassiker sind ja nicht ganz nach Wunsch gelaufen, aber nun ist unser Frühjahr perfekt!“ – Ralph Denk, Teammanager

© BORA – hansgrohe / Bettiniphoto
veröffentlicht durch Gerhard Plomitzer

Stevens Schubert Racing Team: Intensive Saisonvorbereitung

Momentan bereiten sich die Fahrer des Stevens Schubert Racing Team auf die neue Saison vor. Einer fuhr sogar schon ein Rennen und landete gleich auf dem Podium.

Familie Krüger war zum Trainingslager in Südtirol. Dort haben Vater Ingo und seine Söhne Maximilian und Benjamin bei bestem Wetter die Trails abgefahren. Zur gleichen Zeit war die neue Teamkollegin Kaya Pfau in Finale Ligure unterwegs. Tim Wollenberg schaute sich mit dem Bayernkader die Strecke des Marlene Südtirol Sunshine Race in Nals an. Das Rennen ist in zwei Wochen Teil der UCI Junior Series.

Auch Tims jüngerer Bruder Nico war im Trainingslager: Er war mit dem Verein E-Racer Top Level Augsburg erst in Bozen und danach mit seinen Eltern am Gardasee. Im Anschluss daran ist Nico das Nachwuchsrennen der Sunshine Racers in Nals am Ostermontag gefahren. Im großen Feld mit 37 Fahrern musste der Zehnjährige in seinem ersten U13-Rennen von ganz hinten starten. Doch es lief gut und er konnte sich in den zwei großen Runden bis auf Platz drei vorfahren. Die beiden vorne waren leider schon zu weit weg. Mit dem Podiumsplatz war Nico aber sehr zufrieden.

Bilder © Team

Paris-Roubaix – Höhepunkt der Kopfsteinpflaster-Klassiker

Am Sonntag begeben sich 14 deutsche Profis in die Hölle des Nordens. Angeführt vom Gewinner des Jahres 2015, John Degenkolb (Trek-Segafredo), nehmen sie die berühmt-berüchtigte Klassikerstrecke von Paris-Roubaix in Angriff. Im Norden Frankreichs verläuft sie über 257 Kilometer und beinhaltet 54,5 Kilometer des legendären Kopfsteinpflasters.

Drei der 29 Pflaster-Sektoren wurden traditionell mit der höchsten Schwierigkeitsstufe von fünf Sternen bewertet. Zu diesen schwersten Passagen gehört der Wald von Arenberg, der mit 2,4 Kilometern Länge und sehr groben Kopfsteinpflaster von den Favoriten oft für eine erste Selektion genutzt wird. Danach vergeht knapp eine Rennstunde bis der Abschnitt Mons-en-Pévèle erreicht wird, der 3 Kilometer lang ist. Im Carrefour de l’Arbre, 17 Kilometer vor dem Zielstrich, findet regelmäßig die rennentscheidende Attacke statt.

Während der zweite Teil des Rennens, in denen sich diese schwersten Passagen befinden, unverändert bleibt, kommt es zu Beginn der Pflasterabschnitte zu einigen Neuerungen. Der Sektor Saint-Python (27) kehrt nach einem Jahr Abstinenz zurück. Allerdings wird ihn das Peloton diesmal aus der entgegengesetzten Richtung in Angriff nehmen. Dazu gesellt sich mit dem Sektor 25 ein brandneuer Pflasterabschnitt über 1.500 Meter zwischen Saint-Hilaire und Saint-Vaast.

Großer Favoriten-Kreis verspricht offenes Rennen

Nach dem Eindruck der bisherigen Frühjahrsklassiker scheint der Ausgang der 116. Austragung von Paris-Roubaix so offen, wie selten zuvor. Das Frühjahr von Quick-Step Floors zeugt von einer Dominanz, die auch die Königin der Klassiker entscheiden könnte. Im Mittelpunkt des Teams steht Niki Terpstra, der das Rennen bereits 2014 gewonnen hat und mit dem Sieg bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Sonntag seine Ambitionen auf einen zweiten Pflasterstein untermauert hat. Vorjahressieger Greg Van Avermaet (BMC Racing Team) möchte dies genauso verhindern, wie Weltmeister Peter Sagan (BORA-hansgrohe), dem noch ein Sieg bei Paris-Roubaix in seinen Palmarès fehlt. Im großen Kreis der Favoriten befinden sich eindrucksvolle Namen, wie Zdenek Stybar (Quick-Step Floors), Sep Vanmarcke (EF Education First), Edvald Boasson Hagen (Dimension Data), Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) oder Gianni Moscon (Team Sky), die allesamt das Rennen bereits in den Top 5 beendet haben.

Degenkolb unter den Favoriten, Kittel nach sieben Jahren erneut auf dem Pflaster

Während der bestplatzierte Deutsche aus dem Vorjahr, André Greipel (Lotto-Soudal), verletzungsbedingt nicht in Compiègne am Start stehen kann, reiht sich John Degenkolb am Sonntag in den Kreis der internationalen Favoriten ein. „Wir reisen mit einer sehr starken Mannschaft und viel Selbstvertrauen an. Alle sind fit, gesund, fokussiert und top motiviert. Wir sind bereit für Sonntag“, blickt der 29-jährige selbstbewusst auf sein Lieblingsrennen.

Mit dem Deutschen Meister Marcus Burghardt (BORA-hansgrohe) und Marcel Sieberg (Lotto-Soudal) starten zwei Routiniers, die zusammen bereits auf 23 Teilnahmen im Verlauf Ihrer Karriere zurückblicken. Während Burghardt sich ganz in den Dienst von Peter Sagan stellt, geht Sieberg ohne Kapitän in das Rennen. „Ich denke, dass fast alle freie Fahrt haben. Es ist eins der sehr sehr wenigen Rennen im Jahr, wo ich nicht immer nach meinem Kapitän sehen muss, sondern ich mich einfach auf mich konzentrieren kann und schaue, wo ich am Ende landen kann“, beschreibt er die Teamtaktik.

Im Gegensatz zu den Roubaix-Routiniers steht Max Walscheid (Team Sunweb) vor seiner Premiere. Für Marcel Kittel (Team Katusha-Alpecin) wird das diesjährige Rennen so etwas wie ein zweites Debüt, denn der Top-Sprinter ist bisher nur einmal in seinem ersten Profijahr (2011) durch die Hölle des Nordens gefahren. Die Kapitänsrolle in seinem Team wird aber weniger Kittel als Tony Martin und Nils Politt zukommen. Vor allem Politt will seine starke Leistung aus dem Vorjahr und dem aktuellen Frühjahr bestätigen. „Ich denke, dass ich zusammen mit Tony Martin eine freie Rolle bekommen werde. Wenn mir dabei so etwas gelingt, wie in Flandern, wäre ich super happy. Aber ich gehe ohne Druck in das Rennen und lass es auf mich zukommen. Am Ende muss bei Roubaix alles stimmen: Material, Beine und die Position“, sagt der jüngste deutsche Teilnehmer bei Paris-Roubaix.

Nikias Arndt (Team Sunweb), Nico Denz (AG2R La Mondiale), Christian Knees (Team Sky), Andreas Schillinger, Rüdiger Selig (beide BORA-hansgrohe), Jasha Sütterlin (Movistar Team) und Rick Zabel (Team Katusha-Alpecin) vervollständigen das deutsche Kontingent bei Paris-Roubaix 2018.

Deutsches Pressebüro A.S.O. | Sandra Schmitz
Foto und veröffentlicht durch Gerhard Plomitzer

Cholet Pays de la Loire UCI 1.1 / Bundesliga Leonding

Fotos Team Vorarlberg Santic u. E. Garnier


Friesecke_G._in_race_©_E._Garnier

Cholet – Pays de la Loire UCI 1.1 – Mannschaftlich starke Performance der Vorarlberg Santic Profis – Drei Fahrer in den UCI Punkten!
Top! Rang drei in der Teamwertung heute für Youngsters bei Radbundesliga Auftakt!


Meiler_L._in_race_©_E._Haumesser

Beim sonntägigen Frühjahrsklassiker Cholet – Pays de la Loire (FRA) UCI 1.1 über 202 Kilometer sprinteten in der Massenankunft gleich drei Team Vorarlberg Santic Fahrer in die UCI Punkteränge. Und zwar haben heute wieder die Schweizer angeschrieben mit Rang 16 (Gian Friesecke), 18 (Patrick Schelling) und 22 (Roland Thalmann). Joeri Stallaert hat im schweren Finale wie viele andere Sprinter reißen lassen müssen, aber fühlt sich immer besser in Schwung.
Lukas Rüegg back in race after crash!
Ein eiserner Kerl ist der junge Schweizer. Nach seinem gestrigen schweren Sturz im Finale, beendete er das Rennen heute wie auch alle seine Team Kollegen!


Rüegg_L._after_crash_©_E._Garnier

Resultat: https://www.procyclingstats.com/race/cholet-pays-de-loire/2018/result
Infos: Cholet – Pays de la Loire 25.03.: https://www.cholet.fr

Kader: Gian Friesecke, Patrick Schelling, Lukas Rüegg, Matteo Badilatti, Roland Thalmann, Davide Orrico, Joeri Stallaert;

Stark! Nachwuchsfraktion holt Rang drei in Team Wertung bei Radbundesliga Auftakt
Das Maximalziel erreicht! Mit Rang drei hinter Felbermayr Wels und Hrinkow Advarics hat es heute zu Rang drei gereicht. Und das nicht unverdient beim Rennen über 153 Kilometer in Leonding / OÖ. Martin Meiler war heute in der Spitzengruppe dabei mit acht Leuten. Somit hatten seine Kollegen etwas den Rücken frei. Im Finale zeigte sein Bruder Lukas seine Qualitäten und verpasste den Sprung in die Top Ten nur knapp. Rang 14 dann sein Ergebnis. Knapp dahinter aber schon der Vorarlberger Maximilian Hammerle und Manuel Bosch auf 19 u. 20. Auch Dominik Amann und Johannes Hirschbichler beendeten ihr erstes Elite Rennen mit Bravour!

Kader GP Leonding: Dominik Amann, Maximilian Hammerle, Manuel Bosch, Lukas und Martin Meiler, Johannes Hirschbichler;

Resultat: https://www.computerauswertung.at/veranstaltung.php?V_ID=180325

Next races:
Infos: Route Adélie de Vitré 30.03: http://routeadelievitre.com/
Infos: La Roue Tourangelle 01.04.: https://www.larouetourangelle.com/
Infos: GP Adria Mobil 01.04.: http://www.adria-mobil-cycling.com/si

Peter Sagan ist neuer Rekordsieger bei Gent-Wevelgem.


Wenig Wind und Sonne machte Gent-Wevelgem 2018 schnell, aber weniger hektisch als die letzten Jahre. Nach zwei Passagen am Kemmelberg setzte sich letztlich eine relativ große Gruppe ab, die auf den letzten 30 km alle frühen Ausreißer einholte. BORA – hansgrohe war in dieser Gruppe mit Peter Sagan und Marcus Burghardt vorne vertreten. Den Sprint holte sich der UCI Weltmeister heute souverän vor E. Viviani und A. Demare. Damit ist Sagan nun auch Rekordsieger bei Gent-Wevelgem.
Die Strecke
Vom Start in Deinze bis zum Ziel in Wevelgem waren heute 250,2 Kilometer zurückzulegen. Mit 11 Anstiegen schien die Strecke etwas leichter zu sein als vergangenen Freitag bei E3 Harelbeke, doch durch die enorme Distanz, und zwei Passagen am Kemmelberg, getrennt durch drei Schotterabschnitte, war auch heute mit einer entsprechenden Selektion zu rechnen. Dennoch haben bei Gent-Wevelgem die Sprinter traditionell etwas bessere Chancen. Das gute Wetter am heutigen Sonntag schien diese Erwartung noch zu begünstigen.
Teamtaktik
Auch heute war BORA – hansgrohe ganz auf den UCI Weltmeister Peter Sagan ausgerichtet. Mit Maciej Bodnar, Marcus Burghardt und Juraj Sagan hatte das Team auch einige frische Kräfte mit am Start. Sollte es zu einem Sprint einer größeren Gruppe in Wevelgem kommen, so sollten diesmal noch genügen BORA – hansgrohe Profis bei Sagan sein, um einen Sprint auch entsprechend vorzubereiten. Daniel Oss hingegen war in jedem Fall wieder der Leutnant von Sagan, sollte es doch zu einer größeren Selektion im Peloton kommen. In jedem Fall war heute mit einzukalkulieren, dass einige Teams Interesse an einem Sprint hatten.
Das Rennen
In einem hektischen Beginn mit vielen Attacken, dauert es überraschend lange, bis sich eine erste Spitzengruppe gebildet hatte. Nach etwas mehr als 40 Kilometer war es aber dann doch soweit, und sechs Fahrer lösten sich vom Feld, das, nachdem die Gruppe weg war, erst einmal Ruhe einkehren ließ. Schnell stieg der Vorsprung der Ausreißer daher auf über 10 Minuten an, bevor im Feld Lotto-NL Jumbo und Groupama-FDJ das Tempo erhöhten. Etwa 100 km vor dem Ziel war die Situation im Rennen unverändert, der Vorsprung aber bereits auf unter 5 Minuten gesunken. Bei der ersten Passage des Kemmelberg erhöhte Quickstep weiter das Tempo im Feld, BORA – hansgrohe war mit Oss, Bughardt und Bodnar aber aufmerksam. Gleichzeitig wurde der Abstand zur Spitze weiter, auf unter 4 Minuten, verringert. Auf den Naturstraßenabschnitten zwischen den Passagen des Kemmelbergs drückte BMC nun heftig aufs Tempo, und das Feld zersplitterte in viele kleinere Gruppen. Als das Feld noch einmal zusammenlief, nutzen 4 Fahrer die Chance um die Lücke zur Spitze zu schließen. Direkt vor der zweiten Passage des Kemmelberg setzte sich Marcus Burghardt von der Spitze der Favoriten ab. BORA – hansgrohe war damit nun in einer komfortablen Situation. Doch der Kemmelberg sorgte dafür, dass sich eine erste Gruppe der Favoriten lösen konnte. Burghardt wurde eingeholt und war nun bei Peter Sagan, während wenig später auch die verbliebenen sechs Spitzenreiter von dieser Gruppe gestellt wurden. Eine relativ große Gruppe trat also zum Sprint in Wevelgem an. Die letzten Angriffe neutralisierte Marcus Burghardt für seinen Leader Peter Sagan, der den Sprint früh eröffnete und einen überlegenen Sieg feiern konnte. Damit ist Sagan mit 3 Siegen, einem zweiten, und drei dritten Plätzen auch der Erfolgreichste Rennefahrer in der Geschichte von Gent-Wevelgem.
Ergebnis
01 P. Sagan 5:07:32
02 E. Viviani + 0:00
03 A. Demare + 0:00
18 M. Burghardt + 0:00
Reaktionen im Ziel
„Ich bin sehr glücklich über den Sieg heute. Das Wetter war heute gut, und es gab wenig Wind. Darum sind wir auch in einer größeren Gruppe zum Ziel gekommen. Das Team hat heute sehr gut gearbeitet und am Ende waren wir noch zu zweit vorne. Ein Sprint aus so einer Gruppe ist immer ein wenig wie eine Lotterie, darum habe ich auch sehr früh angetreten, um nicht blockiert zu werden, und heute hatte ich die Beine den Sprint durchzuziehen. Das Rennen war von Beginn an schnell, aber es war mein leichtestes Gent-Wevelgem, weil es nicht so hektisch war bei Sonne und wenig Wind.“ – Peter Sagan, UCI Weltmeister

„Das ist ein toller Sieg heute, und jedem Einzelnen im Team zu verdanken. Vom Beginn an sind Rudi (Selig) und Schilli (Schillinger) gefahren, um den großen Teams die Chance auf eine frühe Attacke zu nehmen. Dann wollten wir so lange als möglich zusammenbleiben, um Stürze zu vermeiden. Es gab heute einige starke Spinterteams, darum mussten wir wachsam sein. Juraj (Sagan), Bodi (Bodnar) und Daniel (Oss) haben viel Kraft investiert, um Peter aus dem Wind zu halten. Im Finale hat Burgi (Burghardt) dann einen tollen Job gemacht, er hat immer wieder attackiert, um die anderen zur Arbeit zu zwingen, bzw. deren Angriffe zu neutralisieren. Am Ende hat Peter alles richtig gemacht und den Sprint souverän gewonnen.“ – Jan Valach, sportlicher Leiter
Text/Photo Credit:
© BORA – hansgrohe / Bettiniphoto
veröffentlicht durch Gerhard Plomitzer

Ab nach Frankreich! Vier französische Frühjahrsklassiker warten auf die Team Vorarlberg Santic Profis!

Fotos Team Vorarlberg Santic / Luggi Knobel

Die Youngsters werden beim Radbundesliga Auftakt ihren Mann stellen!

Nach der erfolgreich verlaufenden und gut besuchten Team Vorstellung am vergangenen Dienstag geht es nun richtig los!
Classic Loire Atlantique, Cholet – Pays de la Loire, Route Adelie de Vitre, La Roue Tourangelle – alles Rennen der UCI Kategorie 1.1, alle auf Klassikerterrain, alle top besetzt! Genau richtig für die motivierten Profis des Teams Vorarlberg Santic. Mit dabei die schnellen Leute rund um Joeri Stallaert und Lukas Rüegg – das Ziel sind UCI Punkte und somit Platzierung in den Top 15!

Infos Classic Loire Atlantique 24.03.: http://www.classic-loire-atlantique.com/
Infos: Cholet – Pays de la Loire 25.03.: https://www.cholet.fr
Infos: Route Adélie de Vitré 30.03: http://routeadelievitre.com/
Infos: La Roue Tourangelle 01.04.: https://www.larouetourangelle.com/
Kader: Gian Friesecke, Patrick Schelling, Lukas Rüegg, Matteo Badilatti, Roland Thalmann, Davide Orrico, Joeri Stallaert;

Bundesliga feiert Auftakt am kommenden Sonntag in Leonding / AUT:
Auf dem bekannt welligen und nicht einfach zu fahrenden Kurs über 153 Kilometer in Oberösterreich, erfolgt der Startschuss in die österreichische Radbundesliga. Das schwere Finale sollte speziell Jannik Steimle, aber auch Patrick Jäger bzw. Lukas Meiler liegen. Wachsam fahren und die Post nicht versäumen gegen die komplett besetzten anderen Teams. Gemeldet hat ein Rekordstarterfeld mit 179 Fahrern!
Für Dominik Amann und Johannes Hirschbichler ist es die Premiere in der Eliteklasse. „Hirschi“ gibt dabei sein Comeback nach seinem erlittenen Schlüsselbeinbruch im Februar.

Kader GP Leonding 25.03.: Patrick Jäger, Dominik Amann, Maximilian Hammerle, Manuel Bosch, Lukas und Martin Meiler, Johannes Hirschbichler, Jannik Steimle;
Startliste: https://www.computerauswertung.at/veranstaltungen/2018/180325/startliste.pdf

Kontakt:
www.team-vorarlberg.com
office@proevent-cycling.at

Presseservice Team Vorarlberg

Sagan sprintet auf Rang sechs beim Solosieg von Nibali in Sanremo


Eine ungewöhnlich große Gruppe erreichte heute gemeinsam den Fuß des Poggio di Sanremo. Zuerst versuchte BORA – hansgrohe dort das Rennen schnell zu machen, doch es war V. Nibali, der sich absetzen, und einen Solosieg feiern konnte. UCI Weltmeister Peter Sagan, erreichte in der ersten Verfolgergruppe die Zielgerade. Am Ende sprintete Sagan auf Rang sechs bei Mailand-Sanremo, dem ersten Monument der neuen Radsportsaison.
Die Strecke
Das erste Monument der Radsportsaison führt traditionell von Mailand an die ligurische Küste nach Sanremo. Mit 294 Kilometern ist es das längste Rennen der Saison, wobei besonders im Finale einige Anstiege auf die Fahrer warten. Cipressa und Poggio di Sanremo bringen meist eine Vorentscheidung, bevor an der Via Roma der Sieger feststeht. Es ist ein Rennen für Allrounder, wobei durch die extreme Distanz das Stehvermögen am Ende über Sieg und Biederlage entscheidet.
Teamtaktik
Letztes Jahr überraschte BORA – hansgrohe’s Weltmeister Peter Sagan mit einer Attacke am Poggio die Konkurrenz. In diesem Jahr wartete wohl das gesamte Feld auf eine ähnliche Taktik. Doch nachdem die lange Fahrt bis an die ligurische Küste schwer vorherzusehen war, ging es für BORA – hansgrohe zuerst einmal darum Sagan ohne Zwischenfälle ins Finale zu bringen. Andreas Schillinger, Juraj Sagan und Cesare Benedetti sollten in der ersten Phase des Rennes das Geschehen kontrollieren, bevor Bodnar, Burghardt und Oss im Finale den Weg für Sagan bereiten sollten. Ob am Ende wieder eine Attacke eine Vorentscheidung bringen, oder doch ein Sprint den Sieger bestimmen würde, hing sowohl von der Rennsituation als auch von der Konkurrenz ab. Klar war aber, dass Sagan der uneingeschränkte Leader von BORA – hansgrohe war.
Das Rennen
Wie erwartet setzte sich gleich nach der Stadtgrenze eine Gruppe von 9 Fahrern vom Peloton ab. In starkem Regen ließ es das Feld erst einmal etwas ruhiger angehen, kontrolliert von Juraj Sagan für BORA – hansgrohe, Sky und Quickstep, wurde den Ausreißern ein Vorsprung von bis zu 7 Minuten gewährt. Nach dem Turchino Pass, an der Küste angelangt, ließ der Regen etwas nach und Abstand zwischen Spitze und Feld fiel auf unter 5 Minuten. Als die berühmten „Capi“, auf den letzten 50 km in Angriff genommen wurden, war klar, dass die Spitze bald eingeholt werden würde. Während im Feld das Rennen nun hektischer wurde, führe BORA – hansgrohe mit Schillinger und Benedetti den Weltmeister Richtung Cipressa. Rund 30 km vor dem Ziel war die Flucht beendet, und es schien den Fahrern nun endlich die Sonne. Im Aufstieg zur Cipressa kontrollierte Groupama-FDJ das Tempo, also folge kam eine ungewöhnlich große Gruppe zum Fuße des Poggio di Sanremo. BORA – hansgrohe war neben Sagan noch mit Benedetti, Burghardt und Oss an der Spitze des Rennens vertreten. Im Poggio machte zuerst Marcus Burghardt das Rennen schnell, bevor V. Nibali eine Attacke setzte. Mit 12 Sekunden Vorsprung ging Nibali in die Abfahrt, dahinter versuchte nun Oss die Lücke für Sagan zu schließen. Auf der Zielgeraden rettete Nibali wenige Meter vor einer großen Verfolgergruppe und feierte einen eindrucksvollen Sieg bei Mailand-Sanremo. Weltmeister Peter Sagan sprintete am Ende zu Rang sechs.
Reaktionen im Ziel
„Nach einem regennassen Start war es gut, dass am Ende trockene Verhältnisse waren. Aber der langsame Start hat dazu geführt, dass die Gruppe der Favoriten am Ende noch sehr große war, da das Rennen nicht ganz so hart gefahren wurde. Wir haben den ganzen Tag gut gearbeitet und waren am Poggio in guter Position. Als Nibali attackierte, bin ich bei den anderen Sprintern geblieben, da wir dachten, dass es zu einem Massensprint kommen würde. Aber Nibali hat gezeigt, welche Klasse er hat. Er hat verdient gewonnen und dieser Sieg ist wichtig für Italien und den italienischen Radsport.“ – Peter Sagan, UCI Weltmeister
„Mit der Teamleistung heute können wir zufrieden sein. Jeder Einzelne hat einen tollen Job gemacht, um das Rennen zu kontrollieren. Am Ende wussten wir, dass Nibali etwas versuchen würde, doch wir dachten nicht, dass er durchkommen würde. Er hat es aber geschafft und die Sprinter auf Distanz gehalten. Es ist nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten, aber wir müssen es akzeptieren und uns auf die nächsten Rennen konzentrieren.“ – Enrico Poitschke, sportlicher Leiter
© BORA – hansgrohe / bettiniphoto
veröffentlicht durch Gerhard Plomitzer

Eröffnung der Radklassiker-Saison: Stoppomat Taunus wird am Samstag aus dem Winterschlaf geholt


Das Training für die Škoda Velotour, dem Jedermannrennen im Rahmen von Eschborn-Frankfurt, kann beginnen. Traditionell sechs Wochen vor dem Start des Radklassikers am 1. Mai wird der Stoppomat in Oberursel aus seinem Winterschlaf geholt. Am kommenden Samstag, den 17. März, ist es soweit. Ab 10 Uhr beginnt für die Radfahrer wieder die kostenlose Zeiterfassung für ihre Fahrten zum Großen Feldberg. Die Anfangszeit wird am Start in der Hohemarkstraße 192 in Oberursel genommen, die Endzeit im Zielhäuschen auf dem Feldberg.

Nach der Stoppomat-Eröffnung startet ab 14:30 Uhr das Klassiker-Public Viewing im Alt Oberurseler Brauhaus. Mit Mailand-Sanremo steht das erste Radsport-Monument der Saison auf dem Programm. Auch wenn Lokalmatador John Degenkolb seinen Start krankheitsbedingt absagen musste, lohnt sich das Mitfiebern mit den deutschen Radstars um André Greipel, Marcel Kittel oder Rick Zabel, dem Zweitplatzierten des Radklassikers Eschborn-Frankfurt 2017. Alle Besucher, die ihre gestempelte Stoppomat-Karte zum Public Viewing mitbringen, erhalten ein Freigetränk im Alt Oberurseler Brauhaus.
Der Stoppomat am Feldberg geht in seine vierte Saison und ist als Einziger mitten auf dem Kurs eines Profirennens installiert, dem Radklassiker Eschborn-Frankfurt. Darüber hinaus bietet er als einziger Stoppomat neben der Rennradstrecke auch Strecken für Mountainbiker und Läufer an. Nicht zuletzt auch deshalb ist er der meistgenutzte Stoppomat in Deutschland. Der Stoppomat im Taunus dient als Anziehungspunkt für Freizeit-, Breiten- und Spitzensportler und bietet Abwechslung im Trainingsalltag.

Nach dem Saisonbeginn für den Stoppomaten stehen auch die offiziellen Trainingsausfahrten zur Škoda Velotour bereits vor der Tür. Diese sind kostenlos, finden in lockerer Atmosphäre und für verschiedene, nach Leistungsniveau eingeteilte, Trainingsgruppen statt. Das „Einradeln“ über ca. 60 Kilometer ist für den 07. April, der „Wellige Taunus“ für den 21. April und „Mammolshain und Billtalhöhe“ für den 28. April vorgesehen.

Text/Foto: ASO
veröffentlicht durch Gerhard Plomitzer