Strassers Weltrekordversuch beginnt in einer Woche



Vorbereitung von Strasser in der Steiermark

Heute in einer Woche ist es so weit: Christoph Strasser, derzeit bester Ultra-Radfahrer der Welt, will am Tempelhof in Berlin den 24 Stunden Weltrekord knacken. Dazu müsste er die bisherige Rekordmarke von 840 Kilometern überbieten, das entspricht der Distanz von Graz nach Berlin.

Seit Wochen bereitet sich der 32-jährige Kraubather Christoph Strasser auf den 24 Stunden Weltrekordversuch in Berlin vor. Letzten Sonntag kam er von einem einwöchigen Trainingslager bei Istriabike in Porec, wo er rund 1.000 Kilometer absolvierte, zurück in die Heimat. Zuvor besichtigte er zum ersten Mal die Strecke am aufgelassenen Flughafen Tempelhof in Berlin. „Nachdem ich die Strecke, eine elf Kilometer lange Runde, gesehen habe, wurde ich schon demütiger. Der Asphalt ist oft rau und nicht durchgehend perfekt. Und ein Großteil der Route führt über freie Flächen, hier sind das Wetter und der Wind die großen Unbbekannten. Angenehm warm und windstill wird es nächste Woche sicher nicht sein. Es wird extrem schwer, meine Traummarke von 900 Kilometern zu erreichen“, beschreibt der dreifache Sieger des Race Across America.

270 Watt und mindestens 35er Schnitt erforderlich
Der 24 Stunden Straßen-Weltrekord wurde im Jahr 2004 vom slowenischen RAAM-Sieger Jure Robic aufgestellt, er schaffte 840 Kilometer. Der 24 Stunden Outdoor-Bahn-Weltrekord liegt bei 890 Kilometer. „Rein theoretisch kann ich beide Rekorde schaffen, aber mein Versuch zählt natürlich nur in der Kategorie Straße“, sagt Strasser. Um die Marke von 900 Kilometern zu knacken, müsste Christoph eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 37,5 km/h, das entspricht 270 Watt Leistung, hinlegen. Um die 840 Kilometer zu überbieten würde ein 35er Schnitt reichen.

„Ich bin richtig gut in Form und habe diese Woche einen Test gemacht. Diese Abschlusstests mache ich vor allen großen Rennen: Dabei bin ich fünf Stunden mit 300 Watt in der Steiermark gefahren, das war ein 38er Schnitt. Die Marschroute am Papier stimmt. Jedoch ist der Wind und damit verbunden die aerodynamische Position am Zeitfahrrad die unberechenbare Konstante. Die Frage ist nämlich, ob die 270 Watt bei viel Wind reichen. Damit 270 Watt möglichst viele Kilometer ergeben, muss die Aerodynamik perfekt sein. Und fraglich ist, ob ich die neue Sitzposition 24 Stunden lang aushalte. Die Position am Rad kann man nicht über diesen Zeitraum trainieren.

Live-Stream vom Weltrekordversuch
Auf der Homepage www.christophstrasser.at und auf seiner Facebook-Seite mit knapp 14.000 Fans wird während des Weltrekordversuchs, der am 20. März um 15 Uhr beginnt, ein Live-Stream eingerichtet. „Und nicht nur das, wir präsentieren auch laufend meine Leistungsdaten und einen direkten Vergleich mit Robic Rekord“, so Strasser.


Die letzten Zeitfahrtests vor dem Abflug nach Berlin