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Amgen Tour of California 4. Etappe (Einzelzeitfahren, 34,7 Kilometer, San Jose/Morgan Hill)

Am Mittwoch schlägt die Stunde der Zeitfahrer. Auf einem technisch anspruchsvollen Kurs über 34,7 Kilometer mit Start und Ziel in San Jose/Morgan Hill wird eine Vorentscheidung in der Gesamtwertung fallen. Kurven, Wind, ein Anstieg und eine Abfahrt verlangen von den Spezialisten einen perfekten Tag im Kampf gegen die Uhr.

„Ich bin glücklich, das Trikot verteidigt zu haben. Morgen im Zeitfahren wird es für mich ein wichtiger Tag sein, um die Gesamtführung zu verteidigen“, sagte der Gesamtführende Bernal nach dem heutigen Zieleinlauf. Im Kampf gegen die Uhr müssen der Kolumbianer und auch der Zweitplatzierten Rafal Majka (Bora-hansgrohe/+0:25) sich vor allem vor dem Zeitfahrspezialisten Tejay Van Garderen (BMC/+1:00) in Acht nehmen.

Patxi Vila (Sportdirektor Bora-hansgrohe): „Tejay Van Garderen ist der große Favorit auf den Tagessieg und das Gelbe Trikot. Rafal wird sein Bestes geben, danach sehen wir, wo wir stehen.“

Die deutschen Fans schauen erwartungsvoll auf Nikias Arndt (Team Sunweb) und Nils Politt (Katusha-Alpecin). Arndt, der im Zeitfahren der letzten Tour de France den 7. Platz belegte, freut sich auf morgen: „Ich habe auf jeden Fall Ambitionen. Die Beine sind gut und das Zeitfahren sollte mir liegen. Es ist kurvig und es geht leicht hoch und runter. Ich bin motiviert und glaube, dass da ein gutes Ergebnis möglich ist.“ Politt peilt eine Wiederholung seines Vorjahresergebnisses an, als er Zehnter im Zeitfahren am Big Bear Lake wurde: „Das Zeitfahren hat eine gute Länge für mich, nicht zu lang und nicht zu kurz. Ich möchte gern in die Top Ten fahren.“


Ergebnisse:
San Jose – Morgan Hill, Wednesday, May, 16th 2018 – Tejay van Garderen (BMC Racing team) rocketed to a decisive stage victory and the overall race lead at the Amgen Tour of California individual time trial in San Jose / Morgan Hill today. Van Garderen began the day in 8th place overall, exactly one minute behind the race leader Egan Bernal, Team Sky’s 21-year-old Columbian rider. The leader of BMC made up that minute and more on the 37 km loop, causing the Amgen Race Leader Jersey to change hands to the third owner since the race began on Sunday and extending his lead 23 seconds over Bernal, now second in the overall standings.
STAGE CLASSIFICATION
1. Tejay Van Garderen (BMC Racing Team) in 40’47’’
2. Patrick Bevin (BMC Racing Team) at 7’’
3. Tao Geoghegan Hart (Team Sky) at 32’’

GENERAL CLASSIFICATION
1. Tejay Van Garderen (BMC Racing Team)
2. Egan Bernal (Team Sky) at 23’’
3. Daniel Martinez (Team EF Education First – Drapac p/b Cannondale) at 37’’

“Today was special motivation… I had my girls here, I had memories here from five years ago. I didn’t expect it to go quite this well but I kind of had it in the back of my mind on Gibraltar if I can keep it to within a minute, I can maybe take it today. Today was going to be my big power play, and I’m glad I was able to produce one. It feels great,” said van Garderen, who won the 2013 Amgen Tour of California and the Time Trial stage that year.
In the final three race days this week, BMC Racing Team will have to fend off challengers to the yellow jersey, which van Garderen has his sights set on retaining: “We really just need to worry about that stage into Tahoe, but we have a really strong team, and the motivation’s going to be high and if you’re going to want to beat me, you’re going to have to go to the bitter end.”
Stage 4 presented by TAG Heuer in San Jose / Morgan Hill featured cyclists racing the clock one by one on a looped course that featured one moderate climb. The gusty day blew apart the leader board with other shakeups including BORA-hansgrohe’s
Rafal Majka (POL) dropping from 2nd to 6th place in the overall (+1.29”) and Mitchelton-SCOTT’s Adam Yates (GBR) sliding from 3rd to 5th (+1.07”). Team EF Education First-Drapac p/b Cannondale’s Daniel Martinez (COL) rose from 6th to 3rd (+.37”) and Bernal’s teammate Tao Geoghegan Hart (GBR) climbed from 11th to 4th (+.52”).
Bernal retains the Visit California Sprint Jersey, the Lexus King of the Mountain Jersey and the TAG Heuer Best Young Rider Jersey for the third day.

JERSEY WINNERS AFTER STAGE 4:
Amgen Race Leader Jersey – Tejay van Garderen (USA), BMC Racing Team (USA)
Lexus King of the Mountain (KOM) Jersey – Egan Bernal (COL), Team Sky (GBR)
Visit California Sprint Jersey – Egan Bernal (COL), Team Sky (GBR)
TAG Heuer Best Young Rider Jersey – Egan Bernal (COL), Team Sky (GBR)

Photo credits : Getty Images
Text: ASO

Skujins feiert Solo-Sieg auf dritter Etappe der Amgen Tour of California


Toms Skujins (Trek-Segafredo) hat sich die dritte Etappe der Amgen Tour of California über 197 Kilometer von King City zur Automobilrennstrecke in Laguna Seca gesichert. Der 26-jährige Lette verwies nach fünf Bergwertungen als Solist den US-Amerikaner Sean Bennett (Axeons Hagens Berman) mit drei Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz. Caleb Ewan (Mitchelton-Scott) aus Australien gewann mit acht Sekunden Abstand den Sprint der ersten Verfolgergruppe.
Der Kolumbianer Egan Bernal (Sky) verteidigte als Fünfter sein Gelbes Trikot des Gesamtführenden. Als bester Deutscher erreichte Nils Politt (Katusha-Alpecin) mit 1:12 Minuten Rückstand als 49. das Ziel. „Es war ein schweres Finale. Ich wollte als Klassikerspezialist mit den Besten mithalten, das ist mir nicht ganz gelungen“, so der Hürther im Ziel.
„Heute war ein harter Tag. Sean war extrem stark, ich war einige Male am Limit. Ich kannte den Kurs und wusste, dass ich als Erster über die letzte Steigung kommen musste. Zum Glück konnte ich die entscheidenden Pedalumdrehungen mehr machen“, so Skujins auf der Pressekonferenz im Ziel. Vor genau einem Jahr war der Lette noch auf der zweiten Etappe der Amgen Tour of California in einer Abfahrt schwer gestürzt und musste anschließend mit einer schweren Gehirnerschütterung das Rennen aufgeben. „Das macht den Erfolg heute natürlich speziell. Ich hätte nach dem Unfall nicht gedacht, dass ich so schnell wieder erfolgreich sein würde“, zeigte sich Skujins selbst überrascht.
„Zweiter ist besser als nichts. Wenn ich nicht mit Toms zusammengearbeitet hätte, wären wir nicht durchgekommen. Ich musste richtig tief gehen“, so der zweitplatzierte Bennett. Auch der Dritte, Caleb Ewan, zeigte sich zerknirscht: „Es war schwer heute, aber mein Team hat mich immer vorn gehalten. Vor allem Roger Kluge hat mich perfekt in den vorletzten Anstieg gebracht und dann konnte ich gut in der reduzierten Gruppe mithalten. Leider hat unsere schlechte Zusammenarbeit dazu geführt, dass die Ausreißer durchkamen. Ich hätte gern gewonnen, das ist sehr frustierend.“

Unmittelbar mit dem Startschuss in King City setzten sich bei erneut bestem Wetter und warmen Temperaturen drei Ausreißer ab. Die beiden Rally-Cycling-Fahrer Evan Huffman und Robin Carpenter erhielten Unterstützung durch Ian Garrison (Axeon Hagens Berman). Da Huffman mit mehr als 14 Minuten Rückstand auf Bernal keine Gefahr für den Gesamtführenden darstellte, ließ das Feld die Spitze zunächst auf 5:35 Minuten davonziehen. Unter der Regie von Bora-hansgrohe fuhr das Feld die Lücke nach und nach zu. Im zweiten Anstieg des Tages zur East Carmel Valley Road etwa 55 Kilometer vor dem Ziel fiel zunächst Carpenter dem Tempo seiner Begleiter zum Opfer, ehe auch sein Kollege Huffman aufgrund eines Defekts Garrison ziehen lassen musste. Dafür löste sich gut 35 Kilometer vor dem Ende Skujins mit Logan Owen (EF-Drapac) aus dem Feld und schloss zur Spitze auf.
Gut 14 Kilometer vor dem Ende verblieb der spätere Sieger allein an der Spitze, während von hinten Bennett auffuhr. Im Feld ereilte Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) derweil ein Defekt, der den Kolumbianer um seine Chancen brachte. “Ich hatte zweimal Pech. Erst bin ich gestürzt, dann hatte ich Defekt. Aber so ist der Radsport, morgen ist ein neuer Tag”, so der 23-Jährige im Ziel. Das Spitzenduo nahm etwa 25 Sekunden an Vorsprung auf das Feld mit in die letzte Steigung gut drei Kilometer vor dem Ende. Kurz vor dem Gipfel an der berühmten Corkscrew-Corner auf dem Laguna Seca Raceway gelang es Skujins schließlich, seinen Begleiter zu distanzieren und den Vorsprung über den letzten abfallenden Kilometer ins Ziel zu retten.
Deutsches Pressebüro A.S.O.
Sandra Schmitz

Majka zeigt sich kämpferisch und erringt den zweiten Platz auf der zweiten Etappe der Kalifornien-Rundfahrt.


Auf der zweiten Etappe der Tour of California ging es um den Anstieg zur Gibraltar Road. Für lange Zeit bestimmte eine Ausreißergruppe das Renngeschehen, aber wie erwartet traten die Kletterer am Ende des Tages verstärkt in Aktion. E. Bernal setzte eine entscheidende Attacke am Anstieg zur Gibraltar Road und verwies damit seine Kontrahenten auf die Plätze. Rafał Majka erbrachte heute eine solide Leistung und belegte am Ende eines schweren Tages im Sattel den 2. Platz. Er liegt damit jetzt auch auf dem 2. Platz in dem Gesamtklassement.
Die Strecke
Nach der gestrigen sprinterfreundlichen Auftaktetappe stand am zweiten Tag der Tour of California eine 157km lange Etappe von Ventura zur Gibraltar Road auf dem Programm. Die Strecke führte die Fahrer über insgesamt 2437 Höhenmeter sowie über fünf kategorisierte Anstiege, darunter vier der 3. Kategorie und einen der Hors Catégorie. Zuerst erwartete die Fahrer ein 1,6km langer und 4,7 Prozent steiler Anstieg zum Balcom Canyon, gefolgt von der 3,9km langen und 4 Prozent steilen Ojai Road. Nach etwa 20km hügeligem Terrain mussten zwei weitere Anstiege der 3. Kategorie – Casitas Pass (2,9km, 5,7%) und Greenwell Ave (1,1km, 8,1%) – bewältigt werden. Die schwerste Aufgabe des Tages wartete aber zum Schluss der Etappe. Hier mussten die Fahrer den 12km langen und durchschnittlich 8 Prozent steilen Anstieg zur Gibraltar Road, den höchsten Punkt der Strecke mit 1062m über dem Meeresspiegel, meistern.
Teamtaktik
Es war zu erwarten, dass auf dieser Etappe bereits eine Vorentscheidung im Kampf um den Rundfahrtsieg fallen würde und dass es heute zu wesentlichen Bewegungen im Gesamtklassement kommen könnte. Wer die Gesamtwertung für sich entscheiden möchte, musste deshalb seine Kletterqualitäten bei der Bergankunft auf der Gibraltar Road zeigen. BORA-hansgrohe arbeitete für den Gesamtzweiten des Vorjahres, Rafał Majka. Er hat dieses Jahr schon bei Tirreno-Adriatico und der Abu Dhabi Tour seine solide Kletterfähigkeiten gezeigt und die heutige Etappe bot ihm eine Chance, seine gute Form weiter zu beweisen und sich eine gute Ausgangsposition für die kommenden Etappen zu verschaffen.
Das Rennen
Eine 3-Mann Gruppe setzte sich vom Feld relativ früh im Rennverlauf ab und fuhr nach 50km einen Vorsprung von fast 4 Minuten heraus. Lange Zeit blieb die Rennsituation unverändert, aber vor dem dritten Anstieg des Tages übernahmen BORA-hansgrohe und Team Sky Verantwortung im Feld und verringerten den Abstand zu den drei Ausreißern auf 2 Minuten mit noch 50km bis zum Ziel. Danach machte das Peloton Ernst und unter dem Tempodiktat von I. Stannard begann der Vorsprung der Fluchtgruppe weiter zu schmelzen. Nach einem langen Tag im Sattel war es 15km vor dem Ziel um die Ausreißergruppe geschehen. Beim harten Anstieg zur Gibraltar Road machte Team Sky wieder das Tempo an der Spitze des stark ausgedünnten Fahrerfeldes, in dem sich auch Rafał Majka befand. Mit 2km bis zum Gipfel setzte E. Bernal eine entscheidende Attacke und distanzierte seine Konkurrenten. Der junge Kolumbianer gewann nach einer beherzten Solofahrt die zweite Etappe und eroberte sich damit das gelbe Trikot. Rafał Majka zeigte sich auf den letzten Kilometern kämpferisch und belegte den 2. Platz. Er liegt damit jetzt auch auf dem 2. Platz in der Gesamtwertung.
Reaktionen im Ziel
„Nach einem Monat Rennpause bin ich mit meinem Resultat zufrieden. Es war ein schwerer Anstieg aber es gelang mir das Tempo mitzuhalten und letztendlich den zweiten Platz zu erringen. Wir haben noch fünf Etappen vor uns, und ich werde natürlich mein Bestes tun, eine gute Platzierung in der Gesamtwertung zu belegen.“ – Rafał Majka
„Wir wussten, dass die heutige Etappe und besonders der Anstieg zur Gibraltar Road sehr schwierig sein würde und dass Bernal unser stärkster Kontrahent war. Er ist ein junger Fahrer, ein reiner Kletterer, und seine Attacke mit 2km bis zum Ziel war entscheidend. Trotzdem gelang es Rafał Majka den zweiten Platz vor den anderen Hauptfavoriten zu erringen. Er holte sich damit auch wertvolle Bonussekunden. Ich glaube wir können mit dieser Leistung zufrieden sein. Rafał hatte heute gute Beine und das Team brachte ihn in eine gute Ausgangsposition am Fuß des Anstiegs. Wir haben noch fünf Etappen vor uns und damit auch fünf weitere Chancen.“ – Patxi Vila, Sportlicher Leiter
Photo Credit:
© BORA – hansgrohe / Bettinophoto

Egan Bernal (SKY) dominiert erste Bergankunft der Amgen Tour of California


Egan Bernal (Sky) hat die Bergankunft der 2. Etappe der Amgen Tour of California gewonnen. Der Kolumbianer setzte sich nach 157 Kilometern von Ventura nach Santa Barbara County am zwölf Kilometer langen und durchschnittlich acht Prozent steilen Schlussaufstieg zur Gibraltar Road mit 21 Sekunden Vorsprung auf den Polen Rafal Majka (Bora-hansgrohe) und 25 Sekunden auf den Briten Adam Yates (Mitchelton-Scott) durch.
Auftaktsieger Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) musste zu Beginn der Schlusssteigung die Besten wie erwartet ziehen lassen und das Gelbe Trikot an seinen Landsmann Bernal abgeben. Als bester Deutscher erreichte der Hürther Nils Politt (Katusha-Alpecin) auf Rang 50 mit über zehn Minuten Rückstand das Ziel.
„Wir wollten das Rennen schwer machen. Nach meiner Attacke rund drei Kilometer vor dem Ende habe ich so gut es ging durchgezogen. Ich freue mich sehr über meinen Erfolg“, sagte Bernal in einem ersten Statement im Ziel auf gut 1.000 Metern Höhe. Der 21-Jährige hatte am steilsten Stück des Anstiegs attackiert und seinen Vorsprung Stück für Stück ausgebaut.
„Nach fast einem Monat ohne Renneinsatz bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Bernal war sehr stark heute“, ordnete der zweitplatzierte Majka sein Abschneiden ein. Der Pole, der in diesem Jahr die Gesamtwertung der Tour de France anpeilt, schaffte es nicht mehr, auf den letzten Metern zu Bernal aufzuschließen.
Auch der drittplatzierte Yates äußerte sich zufrieden: „Es lief gut. Ich komme gerade von einer Verletzungspause zurück und hatte lange keinen Renneinsatz. Die beiden vor mir waren einfach stärker als ich.“
Schon früh hatte sich eine dreiköpfige Spitzengruppe um Ruben Companioni (Holowesko-Citadel), Adam De Vos (Rally) und Jonny Clarke (UnitedHealthcare) formiert. Das Trio erarbeitete sich einen Maximalvorsprung von 5:30 Minuten auf das Feld. Campanioni war es auch, der sich alle vier Bergwertungen des Tages sicherte, doch kurz vor Beginn der finalen Kletterprüfung waren die Ausreißer wieder gestellt.
Unter dem Tempodiktat von BMC und Sky reduzierte sich die Favoritengruppe auf dem Anstieg nahe Santa Barbara nach und nach auf gut 20 Fahrer, ehe Bernal drei Kilometer vor dem Ziel den anderen Bergfahrern keine Chance ließ und zum Etappensieg stürmte. Vor der dritten Etappe zur Rennstrecke von Laguna Seca führt Bernal das Gesamtklassement mit 25 Sekunden auf Majka und 31 Sekunden auf Yates an.
Vorschau 3. Etappe (King City – Laguna Seca)
Der dritte Tag der Amgen Tour of California wird mit 197 Kilometern nicht nur der Längste der Rundfahrt, sondern verteilt zwischen King City und der Rennstrecke in Laguna Seca auch mehr als 2.500 Höhenmeter. Fahrer, die das Bergtrikot im Blick haben, dürfen sich zwar auf sechs Bergwertungen freuen, werden sich aber beim Kampf um den Tagessieg wahrscheinlich den Klassikerexperten um Weltmeister Peter Sagan oder Oliver Naesen geschlagen geben müssen.
Johannes Fröhlinger (Team Sunweb): “Es gibt eine Chance, dass eine Ausreißergruppe durchkommt. Es wäre schön, in der Gruppe dabei zu sein, aber letzte Nacht ging es mir etwas im Magen rum. Ich hoffe, dass ich morgen wieder bei 100 Prozent bin.”
Oliver Naesen (AG2R-La Mondiale): “Das Finale liegt mir. Ein Etappensieg wird schwer zu erreichen sein, aber ich möchte es versuchen. Peter Sagan wird der Mann sein, den es zu schlagen gilt.”
Patxi Vila (Sportdirektor Bora-hansgrohe): “Es ist nicht dieselbe Zielanfahrt wie vor zwei Jahren, als Peter gewann. Es wird unsere beste Chance auf einen Sieg durch Peter in dieser Woche sein, aber die Ankunft ist schwerer als damals.”
Toms Skujins (Trek-Segafredo): “Morgen ist eine interessante Etappe für mich. Ich werde versuchen, Vollgas zu geben.”
Nathan Haas (Katusha-Alpecin): “Vor zwei Jahren habe ich in Laguna Seca beinahe gewonnen. Ich mag den Kurs und wenn ich gute Beine habe, werde ich mich nicht zurückhalten.”

Deutsches Pressebüro A.S.O.
Sandra Schmitz

Peter Sagan erringt den 3. Platz in einem packenden Sprintfinale bei der Kalifornien-Rundfahrt.

Ein Rundstreckenrennen in Long Beach stand heute auf dem Programm bei der Tour of California. Wie erwartet waren es die Sprinter, die den Tag im Massensprint für sich entschieden. F. Gaviria erwies sich als der Schnellste in einem packenden und rasanten Finale, während Peter Sagan den 3. Platz belegte.
Die Strecke
Heute startete die siebentägige Tour of California mit einer sprinterfreundlichen Etappe. Die Auftaktetappe der 13. Auflage der Rundfahrt führte das Peloton über 12 Runden durch Long Beach. Nach 134.5km im Sattel rollten die Fahrer zum zwölften und letzten Mal über die Ziellinie des topfebenen und schnellen Rundkurses. Bei den zwei Zwischensprints wurden 3, 2 bzw. 1 Bonussekunde vergeben, während die ersten drei Fahrer bei der Zielankunft 10, 6 bzw. 4 Bonussekunden erhielten. Das Streckenprofil kam den Sprintern entgegen und lud förmlich zu einem Massensprint ein.
Teamtaktik
Auf dem tellerflachen Parcours trat ein illustres Starterfeld von Fahrern an, unter ihnen der 16-malige Kalifornien-Etappensieger Peter Sagan. BORA-hansgrohe hatte mit dem dreifachen UCI Weltmeister einen der stärksten Fahrer im Feld. Allerdings war das Finale mehr auf die reinen Sprinter zugeschnitten, und so war es etwas schwieriger für ihn den Sieg zu holen. Es war auch heute wichtig, dass alle BORA-hansgrohe Fahrer sicher ins Ziel kamen, denn wir haben noch eine Woche in Kalifornien vor uns.
Das Rennen
Das flache Profil der Strecke sorgte für ein rasantes Rennen. Obwohl ein Massensprint auf dem flachen Rundkurs erwartet wurde, versuchten zwei Fahrer gleich zu Beginn der Etappe ihr Glück in der Fluchtgruppe. Dem Ausreißerduo von A. Krasilnikau und T. Putt gelang es nach 30km einen Vorsprung von mehr als 2 Minuten herauszufahren. Mit noch 70km bis zum Ziel stand ihr Vorsprung bei etwa 1:30 Minuten, während sich Katusha Alpecin, Mitchelton-SCOTT und Quick-Step Floors die Tempoarbeit im Hauptfeld teilten. Über die längste Zeit des Tages hielt das Peloton die zwei Ausreißer an der kurzen Leine, und die Rennsituation blieb lange Zeit unverändert. Wie erwartet traten die Sprinterteams am Ende des Tages verstärkt in Aktion und begannen die Lücke zur Ausreißergruppe zu schließen. Nach einem schnellen Tag im Sattel wurde das Duo vom heranrasenden Feld in der letzten Runde gestellt. Auf den letzten Kilometern organsierten sich die Sprinterteams um ihre Sprinter in eine gute Ausgangslage zu bringen. Kurz vor der Ziellinie lieferten sich Peter Sagan, F. Gaviria und C. Ewan einen spannenden Kampf um den Tagessieg, den der Kolumbianer knapp vor seinen Kontrahenten gewann.
Reaktionen im Ziel
„Die Auftaktetappe der Tour of California endete in einem sehr schnellen Massensprint. Ich lag etwas hinten als der Sprint begann, und konnte nicht mehr an Ewan und Gaviria vorbeiziehen. Sie waren heute schneller und Gaviria holte sich einen verdienten Sieg. Ich fühlte mich heute gut in Form, und ich freue mich auf die nächsten Etappen. Morgen haben wir eine Bergankunft und wir werden alles tun, um Rafał Majka auf dieser Etappe zu unterstützen. Dann nehmen wir es wie es kommt.“ – Peter Sagan

„Ich glaube, wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Es war eine Etappe für die Sprinter, und wir wussten, dass es heute nicht leicht sein würde. Einige der weltbesten Sprinter mit ihren starken Teams sind heute angetreten. Wenn man dies in Betracht zieht, ist der dritte Platz von Peter ein guter Start zur Kalifornien-Rundfahrt. Er kam nach einer langen und harten Classics-Saison nach Kalifornien und dies war sein erstes Rennen nach fast einem Monat. Das Team hat sehr gut zusammengearbeitet und Rafał Majka fühlte sich gut in Form, und so freuen wir uns auf die nächsten Etappen.“ – Patxi Vila, Sportlicher Leiter

© BORA – hansgrohe

Marcel Kittel Vierter zum Auftakt der Amgen Tour of California


Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) hat zum Auftakt der 13. Amgen Tour of California den Zielstrich als Tagesvierter passiert. Beim Sieg des Kolumbianers Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) belegte nach 136 Kilometern auf zwölf flachen Runden durch Long Beach der Australier Caleb Ewan (Mitchelton-Scott) den zweiten Rang vor Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) aus der Slowakei. Max Walscheid vom deutschen Team Sunweb sprintete auf den achten Platz.
“Ich hatte sehr gute Beine und mein Team hat einen tollen Job gemacht. Sie haben mich in optimaler Position um die letzte Kurve gebracht. Ich freue mich, einen weiteren Sieg geholt zu haben”, sagte der 23-jährige Gaviria nach seinem fünften Saisonerfolg. “Hier sind viele starke Sprinter am Start, deshalb musste ich im Sprint mein Maximum geben. Ich freue mich, dass es gereicht hat”, sagte Gaviria im Siegerinterview.
Der seit Freitag 30-jährige Kittel war an aussichtsreicher Position rund 600 Meter vor dem Ziel in der letzten Linkskurve auf die Beach Access Road am Hinterrad seines Anfahrers Rick Zabel positioniert. “Ich habe mich heute gut gefühlt und vom Speed her war ich schnell. Alexander Kristoff hat mich im Sprint aber etwas blockiert, das kann man auf den letzten 150 Metern nicht mehr gutmachen,” beschrieb Kittel im Ziel die letzten Meter der Etappe. Und ergänzte: “Mit dem, was wir heute gezeigt haben, können wir erstmal zufrieden sein. Darauf können wir aufbauen.”

Zuvor hatte vom Start weg ein Ausreißerduo bestehend aus Tanner Putt (United Healthcare) und Andrei Krasilnikau (Holowesko-Citadel) die Etappe bestimmt. Der Maximalvorsprung des US-Amerikaners sowie des Weißrussen betrug nach zwei gefahrenen Runden gut 2:30 Minuten, ehe die Sprinterteams von Kittel, Gaviria und Ewan die Kontrolle übernahmen. Stück für Stück fuhr das Hauptfeld die Lücke zu, so dass die beiden Spitzenreiter eingangs der letzten Runde entlang der Pazifikküste gestellt wurden.
Katusha-Alpecin übernahm etwa fünf Kilometer vor dem Ziel die Spitze und baute seinen Sprintzug für Kittel auf. Doch es war Quick-Step Floors für Gaviria, die als erste um die letzte Kurve auf die Zielgerade bogen. Mit einem frühen Antritt sprintete Gaviria ins Gelbe Trikot der Rundfahrt und hielt die stark aufkommenden Ewan und Sagan auf Distanz.

Vorschau zur 2. Etappe mit Rick Zabel und Torsten Schmidt
Auf der morgigen zweiten Etappe werden sich die Anwärter auf das Gesamtklassement zum ersten Mal zeigen. Der Abschnitt startet in Ventura, nördlich von Los Angeles und führt über wellige 155 Kilometer bis zum Finale auf der Gibraltar Road, einem Anstieg über 12 Kilometer mit durchschnittlich 8%, der zum zweiten Mal nach 2016 wieder Etappenziel ist.
Für viele Teams bedeutet dieser Profilwechsel auch ein Tausch der Kapitänsrollen. Rick Zabel (Katusha-Alpecin): „Morgen geben wir alles für Ian Boswell. Er war letztes Jahr hier Gesamtfünfter, deshalb werde ich mich in seinen Dienst stellen. Auch wenn ich am Schlussaufstieg nicht mehr viel für ihn machen kann.” Sein Sportdirektor Torsten Schmidt ergänzt: „Morgen ist eine der Schlüsseletappen für die Gesamtwertung. Ian ist gut vorbereitet und wir wollen ihn maximal unterstützen.”

Credit:
Deutsches Pressebüro A.S.O.
Sandra Schmitz

Davide Formolo klettert im strömenden Regen auf einen starken zweiten Platz am Montevergine di Mercogliano.

Nach dem gestrigen herausragenden Etappensieg von Sam Bennet, ging die Mannschaft aus Raubling selbstbewusst in die heutige achte Etappe des Giro d´Italia. Als die Fluchtgruppe des Tages am Schlussanstieg zerfiel, war BORA – hansgrohe mit noch vier Fahrern im verkleinerten Hauptfeld vertreten und brachten Davide Formolo und Patrick Konrad in Position. Im strömenden Regen setzte R. Carapaz bei der Flamme Rouge den entscheidenden Angriff und siegte am Montevergine di Mercogliano. BORA – hansgrohe Fahrer Davide Formolo zeigte eine starke Fahrt und kletterte auf einen hervorragenden zweiten Platz, Teamkollege Patrick Konrad wurde starker Achter.


Die Etappe
Heute stand die zweite von insgesamt sechs Bergankünfte beim diesjährigen Giro am Programm. Von Praia a Mare, gestriger Zielort, fuhr das Feld hinauf auf den Montevergine di Mercogliano. Auf der mehr als 200km langen Etappe warteten zwei Sprintwertungen, wie ein welliges Profil auf die Fahrer ehe es auf den circa 15km langen Schlussanstieg, mit durchschnittlichen 6% Steigung, ging.
Teamtaktik
Diese achte Etappe war wieder eine für die Kletterer avisierten Fahrer im Feld. BORA – hansgrohe hatte ihre beiden Klassement Fahrer für diesen anspruchsvollen Tag. Patrick Konrad und Davide Formolo sollten heute für ein gutes Tagesergebnis sorgen. BORA – hansgrohe plante zusammen im Peloton zu bleiben, Giro d´Italia Etappensieger Sam Bennett und Andreas Schillinger sollten ihre Teamkollegen während der Etappe unterstützen, im Finale setzte man auf Christoph Pfingsten und Felix Großschartner, um die Klassement Fahrer in Position zu bringen.
Das Rennen
Es dauerte einige Zeit, doch nach einer guten Rennstunde setzten sich sieben Fahrer vom Feld ab und hatten schnell einen 5-Minuten Vorsprung herausgefahren. Die Fluchtgruppe konnte sich über viele Kilometer halten, zerfiel aber am Schlussanstieg in viele kleine Gruppen. Den ganzen Tag über war BORA – hansgrohe im Hauptfeld und arbeitete für ihre Kletterasse Konrad und Formolo, auch im letzten Anstieg Richtung Ziel war die Mannschaft aus Raubling in einer guten Position für das Finale. Bei der 5km Marke begann es stark zu Regnen und machte die Straßen äußerst rutschig, dies nutze Movistar Fahrer R: Carapaz und lancierte kurz vor der Flamme Rouge die entscheidende Attacke. BORA – hansgrohe Fahrer Davide Formolo setzte dieser Attacke nach und sicherte sich den starken 2. Platz, nur sieben Sekunden hinter dem Tagessieger Carapaz. Teamkollege Konrad querte als Achter die Ziellinie und ist derzeit auf dem 15. Gesamtrang.
Reaktionen im Ziel
„Heute war eine schwere Etappe, vor allem der Regen im Finale machte das Rennen richtig schwer, aber die Mannschaft hat gut zusammengearbeitet und mich immer unterstützt. In den letzten Kilometern dachte ich, ich versuche es und habe attackiert. Natürlich wäre der Etappensieg schön gewesen, aber ich bin mit meinem zweiten Platz zufrieden, vor allem nach dem Sturz und dem Zeitverlust bei der vorletzten Etappe sehe ich mit diesem Ergebnis von heute nun selbstsicher in die kommenden Bergetappen. Der Giro ist noch lange, wir werden sehen, was passieren wird.“ – Davide Formolo
„Es ist unser vierter Podestplatz nach acht Etappen, daher denke ich, können wir ganz zufrieden sein mit unserer Leistung hier beim Giro d´Italia. Davide hat heute eine tolle Performance abgeliefert und war knapp am Sieg dran, aber auch Patrick ist ein gutes Rennen gefahren. Das ganze Team hat super zusammengearbeitet, um diese Ergebnisse einzufahren, morgen wird wieder eine schwierige Etappe, aber wir werden wie immer unser Bestes geben.“ – Jens Zemke, sportlicher Leiter
Photo Credit:
© BORA – hansgrohe / Bettiniphoto

Herausragender Sam Bennett holt sich seinen ersten Grand Tour Etappensieg beim Giro d’Italia.

Nach dem Rückschlag für die Hoffnungen in der Gesamtwertung am Vortag, gab BORA – hansgrohe gestern die richtige Antwort mit einem beeindruckenden Sprintsieg durch Sam Bennett in Praia a Mare. Nachdem erneut eine Fluchtgruppe über weite Strecken das Rennen anführte, rechnete doch jeder am Ende mit einem Massensprint. So kam es, nachdem die Gruppe vom rasenden Feld eingeholt war, auf den letzten Kilometer an, und dieses Mal stimmte das Timing von BORA – hansgrohe’s Sprinter Sam Bennett perfekt. Auf den letzten 50 Metern zog der Ire an E. Viviani vorbei und holte seinen ersten Grand Tour Etappensieg. Für BORA – hansgrohe bedeutet der heutige Sieg die bereits vierte Grand Tour in Folge, in der das Team zumindest eine Etappe gewinnen kann.

Die Etappe
Nach der schweren Ätna-Etappe reiste der gesamte Tour Tross via Fähre weiter nach Kalabrien, um die 7. Etappe in Pizzo in Angriff zu nehmen. Die knapp 160km lange Etappe endete in Praia a Mare, und war heute wieder auf die Sprinter im Peloton zugeschnitten. Es gab heute keine Bergwertung, nur zwei Sprintwertungen, bevor es in das flach verlaufende Ziel ging.
Teamtaktik
Nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Rudi Selig, rutschte nun Christoph Pfingsten als letzter Anfahrer für Sam Bennett im Sprintzug nach vorne. Für die heutige Sprintetappe lag der Fokus des Teams wieder auf ihren irischen Sprinter.
Das Rennen
Nach nur wenigen Kilometern setzte sich ein Trio ab, dessen maximaler Vorsprung bei drei Minuten lag. Zunächst hatte das Hauptfeld keine Eile die Fluchtgruppe einzuholen, erst bei der 83km Marke begann das Feld langsam das Tempo zu erhöhen. 10km vor dem Ziel schloss das Feld auf die Ausreißer auf und das Feld raste dem Ziel und einem erneuten Massensprint entgegen. BORA – hansgrohe zeigte eine starke Mannschaftsleistung und begann ihren Sprintzug rund um Sam Bennett aufzubauen. Mit hohem Tempo raste das Feld dem Ziel entgegen und BORA – hansgrohe brachte ihren Sprinter Sam in eine perfekte Ausgangslage.
Kurz vor der Ziellinie nutzte er den Windschatten von E. Viviani, um dann im entscheidenden Moment an dem Sprinter von Quick-Step Floors vorbeizuziehen und sich somit seinen ersten Grand Tour Etappensieg in einem spannenden Finale zu sichern.

Reaktionen im Ziel
„Was für eine Erleichterung! Ich war beim Giro schon so oft nah dran, heute das richtige Timing zu haben war entscheidend. Es ist nicht einfach an Viviani vorbei zu kommen, aber ich wusste meine Zeit wird kommen, auch wenn vielleicht manche dachten, dass sie nie kommt. Einen großen Dank an mein BORA – hansgrohe Team, alle unterstützen mich wirklich immer großartig. Heute wollte ich, anders als die ersten Tage, den Sprint von Viviani’s Hinterrad fahren. Aber ich brauchte Geduld um nicht abermals zu früh zu sein, dann war ich bei 150 m etwas eingebaut, aber am Ende war das Timing perfekt und alle konnten sehen, wie schnell ich bin.“ – Sam Bennett

„Es ist wirklich ein besonderer Tag für uns heute, Sam kam zu uns als Continental Fahrer und wuchs, wie auch das Team, über die Jahre. Er war einige Male so knapp dran, und heute hat es endlich geklappt. Er und das gesamte Team sind ein beeindruckendes Rennen gefahren, im Finale hat Sam´s Timing perfekt gestimmt und er konnte sich seinen ersten Etappensieg beim Corsa Rosa holen.“ – Christian Pömer

Photo Credit:
© BORA – hansgrohe / Bettiniphoto / @plomiphotos

Patrick Konrad sprintet auf Platz 10 bei der fünften Etappe des Giro d´Italia.

Die fünfte Etappe des Giro d´Italia endete in einem reduzierten Sprint, nachdem die Fluchtgruppe des Tages bei der 5km Marke eingeholt wurde. Als das verkleinerte Feld in Richtung Santa Ninfa sprintete, zeigte BORA – hansgrohe Fahrer Patrick Konrad erneut eine starke Fahrt und erreichte Platz 10. Der Tagessieg ging an E. Battaglin vor G. Visconti.
Die fünfte Etappe startete in Agrigento und endete nach 153km in Santa Ninfa, im Valle del Belice. Es war erneut eine wellige Etappe mit drei Bergwertungen und zwei Sprintwertungen, die alle in der zweiten Hälfte des Rennens stattfanden. Kurz vor dem Finale sahen die Fahrer einem Anstieg mit bis zu 12% Steigung entgegen, der letzte Kilometer ging leicht bergab, bevor es dann leicht steigend in Richtung Ziel in Santa Ninfa ging.
Teamtaktik
Auch heute sollte die anspruchsvolle Etappe den Klassement Fahrern vorbehalten sein. BORA – hansgrohe setzte auf ihre beiden Fahrer für die Gesamtwertung, Davide Formolo und Patrick Konrad. Für ein gutes Tagesergebnis setzte man auf Patrick Konrad, während Davide Formolo keine Zeit für das Gesamtklassement verlieren sollte. Um im Finale vorne dabei zu sein, sollte Felix Großschartner seinen Teamkollegen in eine gute Ausgangslage bringen, zuvor waren Andreas Schillinger, Cesare Benedetti und Christoph Pfingsten als Helfer geplant.

Nach nur wenigen Kilometern attackierte ein Quartett und bildete die Spitzengruppe des Tages mit vier Minuten gegenüber dem Hauptfeld. 5km vor dem Ziel wurde ihre Flucht jedoch beendet und das Rennen war wieder zusammen. Ein Sturz änderte jedoch die Rennsituation und zerriss das Feld in viele kleine Gruppen. BORA – hansgrohe Fahrer Felix Großschartner und Patrick Konrad konnten sich glücklicherweise im vorderen Teil platzieren und waren im verkleinerten Hauptfeld in Richtung Ziel unterwegs. Felix Großschartner brachte seinen Teamkollegen in eine gute Ausgangslage. Das verkleinerte Hauptfeld raste dem Ziel entgegen und in einem hektischen Finale sprintete E. Battaglin (LottoNL-Jumbo) dem Etappensieg entgegen. BORA – hansgrohe Fahrer Patrick Konrad fuhr erneut ein starkes Rennen und querte die Ziellinie als Zehnter.
Reaktionen im Ziel
„Ich habe heute versucht ein gutes Ergebnis einzufahren, war im Finale im verkleinerten Hauptfeld, und kam als 10. ins Ziel. Ich konzentriere mich aber auf morgen, die Ätna Etappe wird extrem schwierig werden, letztes Jahr hatte ich leider bei dieser Etappe keinen guten Tag, daher hoffe ich, dass ich das morgen wiedergutmachen kann.“ – Patrick Konrad

„Nach dem sehr hektischen Finale von gestern war angesichts des recht ähnlichen Finales von heute unser Hauptziel unsere Klassement Fahrer bestmöglich zu unterstützen, um sie mit der Favoritengruppe und ohne Zeitverlust ins Ziel zu bringen. Patrick hatte auch die Chance auf ein Resultat zu sprinten. Obwohl wir Patrick mehr als einen recht ordentlichen 10. Platz vergönnt hätten, können wir zufrieden Richtung Ätna blicken. Patrick ist nach wie vor in den Top-Ten und auch Davide startet mit allen Chancen in die erste wirkliche Standortbestimmung des Giro. Ich denke, wir sind soweit auf Kurs und dank tollem Team Spirit bestens gerüstet.“ – Christian Pömer
© BORA – hansgrohe
Foto: @plomiphotos

U23 Eschborn-Frankfurt Niklas Larsen bezwingt Jonas Rutsch im Sprint


Niklas Larsen vom Team Virtu hat bei der 57. Auflage von Eschborn-Frankfurt der U23 gleich zwei Mal gejubelt. Der 20 Jahre junge Däne verwies nach 143 schweren Kilometern des Frühjahrsklassikers im Sprint auf dem Rundkurs vor der Alten Oper den Deutschen Jonas Rutsch (Lotto-Kern Haus) und den Niederländer Marten Kooistra (SEG Racing Academy) auf die Plätze und feierte den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere.

Es war bereits Larsens zweiter Sprint an diesem Tag, nachdem er genau wie seine Kollegen davon ausgegangen war, dass das Rennen nach der zweiten Runde beendet war. Doch auch, nachdem klar war, dass noch drei weitere Kilometer durch Frankfurts Innenstadt zu absolvieren waren, behielt Larsen, der noch drei Teamkollegen an seiner Seite hatte, die Ruhe und ließ erneut alle seine Konkurrenten hinter sich.

„Es war ein sehr technisches und total hektisches Finale. Jeder dachte, dass nach zwei Runden schon das Ziel käme. Alle sind gesprintet und dann hörten wir die Glocke und sind weitergefahren und eben nochmal gesprintet. Als ich durch die letzte Kurve fuhr, fühlte ich mich stark. Da ich schon den ersten Sprint gewonnen hatte, wusste ich, dass ich auch den zweiten gewinnen würde“, sagte Larsen, der im vergangenen Jahr noch Rang 42 bei Eschborn-Frankfurt belegt hatte. „Für mich bedeutet dieser Sieg alles, ich hatte einen schweren Start in die Saison und zuletzt viel Pech mit Defekten. Jetzt ist das Glück zu mir zurückgekommen.“
Für den 20-jährigen Rutsch, der am Sonntag den Auftakt der deutschen Rad-Bundesliga gewonnen hatte, war der zweite Rang wie ein gefühlter Sieg. “Ich hatte mich schon ein bisschen gefreut, dass die anderen schon eine Runde früher sprinteten. Ich habe gewusst, dass die Dänen den Sprint anziehen, habe mich an ihre Hinterräder gehalten, dann hieß es: all out. Am Ende war Virtu aber zu stark“, sagte er.

Bei der Fahrt durch den Taunus, wo insgesamt fünf schwere Anstiege auf die U23-Fahrer warteten, setzte sich vor dem bis zu 23 Prozent steilen Mammolshainer Berg eine zehnköpfige Gruppe um Rupp vom Feld ab, die schließlich nach der letzten Überquerung des Ruppertshainer Bergs rund 40 Kilometer vor dem Ziel auf 24 Fahrer anwuchs, nachdem Larsens Team mit einer kollektiven Kraftanstrengung eine große Verfolgergruppe an die Spitze heranführte. Auf dem Rundkurs in Frankfurt spielte das Team Virtu seine zahlenmäßige Überlegenheit perfekt aus und ebnete Larsen den Weg zum ersten Saisonsieg.
Im international hochkarätig besetzten Feld kamen die nächsten Deutschen mit Victor Brück als 15ter und Miguel Heidemann als 18ter ins Ziel, beide fahren für das Radteam Herrmann aus Baiersdorf.



Vom Team NRW Sauerland kam Aaaron Grosser als 32. ins Ziel.

Text: Sandra Schmitz ASO, Plomi
Fotos: Gerhard Plomitzer @plomiphotos / www.plomi.smugmug.com

Radklassiker Eschborn-Frankfurt: Historischer 4. Sieg in Folge für Alexander Kristoff (UAE Team Emirates)


1. Mai, Tag der Arbeit beim Radklassiker Eschborn-Frankfurt
The same procedure as every year, Mr. Kristoff?
Alles wie im Vorjahr am 1. Mai 2018?
Alexander Kristoff (Team UAE Emirates) gewinnt zum 4. Mal in Folge den Radklassiker.


BORA hansgrohe zeigt wie im Vorjahr eine sehr starke Teamleistung und wird, wie im Vorjahr, wieder dafür nicht belohnt.
Soweit die Parallelen zum Vorjahr.
Aber es war auch einiges anders in 2018. Angefangen beim Wetter, das sich bei heiter bis wolkigen Himmel, Wind und etwas kühlen Temperaturen um 14 Grad doch gegenüber dem Dauerregen und nur 9 Grad vom letzten Jahr stark verbessert zeigte.
Auch die Strecke war anders gegenüber dem Vorjahr, der Mammolshainer Stich musste nun 4x statt 3x befahren werden und zusätzlich musste die Billtalhöhe 2x bezwungen werden. Dies sollte den bergfesten Ausreißern mehr Möglichkeiten zum Angriff bieten und den Sprintern Kopfzerbrechen bereiten.
Letztendlich hätte es ja fast geklappt, die letzte Fluchtgruppe um den starken Emanuel Buchmann (BORA hansgrohe) wurde erst drei Kilometer vor dem Ziel auf den Zielrunden eingeholt und so kam es doch wieder zu einem Sprint einer etwa 25 Mann starken Spitzengruppe.
Nach etwa 25 Kilometern setzte sich die Gruppe des Tages vom Feld ab, es waren: Daniel Teklehaimanot (Cofidis), Alexejs Saramotins (Bora-hansgrohe), David Tanner (Verandas Willems-Crelan), Floris Gerts (Roompot), Yukiya Arashiro (Bahrain-Merida), Antoine Warnier (WB Aqua Protect) und Aaron Gate (Aqua Blue Sport).

Bei der zweiten Passage des Mammolshainer Stichs gab es im Feld bereits ernstzunehmende Attacken, obwohl noch 120km zu fahren waren.
Gregor Mühlberger (Bora-hansgrohe), Bjorg Lambrecht (Lotto Soudal) und Michael Gogl (Trek-Segafredo) konnten sich absetzen und jagten der Spitzengruppe hinterher und konnten nach der Billtalhöhe aufschließen.

Auch der spätere Sieger Kristoff hatte nun eine kritische Phase, aber seine UAE Emirates Teamkameraden arbeiteten hart für ihn und wahrten so seine Chance auf den Sieg.

Nachdem bei Katusha-Alpecin sowohl Marcel Kittel als auch Rick Zabel Probleme bekamen, wurde die Taktik auf Attacke umgestellt und mit dem Sieger von 2013, Simon Spilak, und Nils Politt bildete sich eine Verfolgergruppe, der auch Buchmann, Bole, Laurens De Plus (Quick-Step Floors), Julien Bernard (TREK) und Arashiro angehörten.

Die Kursveränderung zeigte also durchaus Wirkung bei den Fahrern.
Die Spitzengruppe verkleinerte sich etwas im weiteren Verlauf und beim 4. Anstieg zum Mammolshainer gab es auch im Feld weitere Angriffe durch Matthews (Sunweb) und Jan Tratnik (CCC Sprandi), aber sie wurden durch das Feld, in dem jetzt Quickstep mehr und mehr die Führungsarbeit für Fernando Gaviria übernahm, wieder gestellt. Ca. 25km vor dem Ziel betrug der Abstand zur Fluchtgruppe noch 1 Minute und 15 Sekunden. Am Hainer Weg in Frankfurt, der auch wieder neu in die Strecke integriert wurde und an dem früher das Henninger Turm Rennen endete, teilte sich die Kopfgruppe und Bole, Buchmann, Bernard und Spilak konnten sich nach vorne absetzen. Aber alle Mühen waren vergeblich für die tapferen vier, drei Kilometer vor dem Ziel wurden sie vom immer kleiner werdenden Feld bei hohem Tempo gestellt und es kam zum Spurt einer gut besetzten Spitzengruppe von ca. 25 Mann. BORA hansgrohe hatte bei Einholung von Emu Buchmann den Plan B aktiviert, denn Sprinter Sam Bennett befand sich nach seiner Rennpause noch vorne dabei. Er folgte als einziger, als Fernando Gaviria (Quickstep) bereits 500 Meter vor dem Ziel auf den winkligen Zielrunden seinen Sprint eröffnete, aber dann in der letzten Kurve vor dem Ziel dem TV-Motorrad folgte anstatt auf dem Kurs zu bleiben. Bennett bemerkte Gavirias Mißgeschick, musste aber 300 Meter vor dem Ziel stark bremsen und dann den Spurt von vorne fahren und hatte so keine Chance auf den Sieg, den sich Kristoff vor dem stark aufkommenden Matthews und dem belgischen Meister Oliver Naessen holte.
Kristoff gab später in der Pressekonferenz zu, dass ohne das Mißgeschick von Gaviria dieser und Bennett wohl nur noch schwer einzuholen gewesen wären.
Ein spannendes Rennen wurde also geboten und als Fazit kann man sagen, dass bergfeste Sprinter und Rolleure wie Oliver Naessen bei dem neuen Streckenverlauf Chancen besitzen und für Fluchtgruppen bessere Möglichkeiten geschaffen worden sind.

Text/Fotos:
Gerhard Plomitzer
www.plomi.smugmug.com / @plomiphotos

Ergebnis ELITE:
1. Alexander Kristoff (UAE Team Emirates)
2. Michael Matthews (Sunweb)
3. Oliver Naesen (AG2R)
4. Andrea Paqualon (Wanty – Groupe Gobert)
5. Sean De Bie (Lotto Soudal)
6. Grega Bole (Bahrain-Merida)
7. Sam Bennett (Bora-hansgrohe)
8. Edvald Boasson Hagen (Dimension Data)
9. Jan Tratnik (CCC Sprandi)
10. Juan-José Lobato (Nippo – Vini Fantini)