Thomas Hartmann gewinnt das 200. Rennen seiner Karriere

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Überraschendes Comeback des Deggendorfer Mountainbikers nach lange unentdeckt gebliebenen Krankheiten

Bis Ende Juli gelangen dem ehemaligen Straßenprofi 13 Siege sowie drei Podestplätze bei CrossCountry-Rennen. Trotz dieser Erfolge klagte der Ex-Europameister über einen Dauerzustand latenter Erschöpfung und ungewohnter Kraftlosigkeit, neben den äußerst mühsam errungenen Erfolgen mußten auch einige ungewohnte Niederlagen hingenommen werden(wir berichteten).

Nach lange erfolgloser Spurensuche wurden schließlich Pfeiffersches Drüsenfieber und zusätzlich eine Borreliose diagnostiziert. Ein absolutes Trainings- und Wettkampfverbot sowie eine dreiwöchige Therapie mit starken Antibiotika liegen seitdem hinter Hartmann. Der Höhepunkt des Drüsenfiebers, das wohl seit dem vergangenen Winter aktiv gewesen war, scheint mit dem Auftreten von Antikörpern seit Anfang August überwunden. Die Borrelien, potentielle Schreckgespenster aller Outdoor-Sportler, scheint man mit der antibiotischen Therapie gut in den Griff bekommen zu haben.

Der gebürtige Münchner erfreut sich wohl eines ungewöhnlich zähen Immunsystems und schneller Heilfähigkeiten, denn während der knapp einmonatigen Pause, in der nur kurze Spazierfahrten mit dem Rennrad erlaubt waren, kehrten Kraft und Energie zurück. Nachdem auch die Sportärzte ein vorsichtiges OK zu einer Frühbelastung gegeben hatten, testete sich Hartmann bei zwei Marathons in Tschechien. Für alle überraschend gelang in Brnirov nahe Furth im Wald gleich ein Comeback-Sieg.Den Vogel schoß Hartmann, der für den oberpfälzischen RSC Neukirchen startet,jedoch am letzten Augustwochenende beim traditionellen „Spoke-Marathon“ in Kralovice bei Pilsen ab.

Gemeinsam mit vielen CrossCountry-Spezialisten konnte sich der Diplom-Trainer schon bei den Positionskämpfen zu Beginn der 38km langen Strecke durchsetzen. Die große Hitze, viele kraftraubende Wurzeltrails und Rolleranstiege kamen ihm entgegen und so kämpfte er in einer großen Verfolgergruppe sogar um Gesamtplatz drei. „Die Beine waren so gut wie noch nie heuer, ich konnte attackieren und parieren, in technischen Trailpassagen Selektionen erzwingen und hatte sogar noch Reserven“, berichtete Hartmann, der schließlich nur 2min hinter dem Sieger den Zweiersprint um den letzten Podestplatzfür sich entscheiden konnte, damit deutlich seine Altersklasse und somit auch das 200. Rennen seiner Karriere gewann!

Trotz des Erreichens eines seiner großen Saisonziele bleibt der ehemalige alpine Skirennfahrer vorsichtig. „Die gute Form könnte auch nur eine Momentaufnahme sein, die Frühbelastung ist relativ riskant, das System noch fragil und mit Rückschlägen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit ist immer zu rechnen“, ist von seiten des betreuenden Münchner Olympiastützpunktes zu hören. Hartmann möchte diesem Umstand mit sehr dosierten Belastungen in Training und Wettkampf begegnen.

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Portrait, Siegerehrung

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