Bergankunft: Wie immer Vingegaard, dann Gall
Gähn! 4. Bergankunft beim Giro 2026, das 4. Mal Jonas Vingegaard (Visma) und Felix Gall (Decathlon) auf den Plätzen 1 und 2. Beim Schweiz-Abstecher im Tessin gewann Vingegaard auch die 16. Etappe hoch überlegen und scheinbar mühelos. Diesmal konnte er bei der Zieldurchfahrt seinen Siegesjubel mit vorhergehendem Kuss auf den Lenker endlich im Rosa Trikot gekleidet zelebrieren.
Im Ziel in Carì hatte der erneut siegreiche Däne 69 Sekunden Vorsprung vor Gall. Dieser wiederum fuhr seinen 2. Platz anders heraus als bisher. Als Vingegaard 6,6 Kilometer vorm Zoel loslegte, war Gall zunächst wieder prompt mehrere Radlängen zurück, und hinter ihm klaffte die nächste Lücke. Danach holten jedoch einige Fahrer Gall ein. Schließlich sprintete er aber Jai Hindley (Red Bull) um 2 und Thymen Arensman (Netcompany) um 5 Sekunden davon – zuzüglich Bonussekunden.
Die zwischenzeitlich zu Gall zurückgekehrten Gee-West (Lidl), Piganzoli (Visma) und Bernal (Netcompany) fielen wieder um 9 und 25 Sekunden sowie fast eine Minute zurück. Der lange Zeit im Rosa Trikot fahrende Eulalio (Bahrain) und vor der 16. Etappe Gesamtzweite schlug sich wieder gut mit 3 Minuten Verlust auf Vingegaard. Der hinter Vingegaard vorm Giro am zweithöchsten gewettete Fahrer, Giulio Pellizzari (Red Bull), musste im Schlussanstieg sehr früh abreißen lassen und erreichte erst mit 18 Minuten Rückstand das Ziel.
Ergebnis
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 2:57:40
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +1:09
3. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:11
4. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +1:14
5. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +1:18
6. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +1:34
7. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +2:04
8. Michael Storer (AUS) – Tudor +2:18
9. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +2:55
10. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +3:04
11. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious gl.Zeit
12. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +3:17
13. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +3:48
14. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM gl.Zeit
15. E. Svestad-Bårdseng (NOR) – Netcompany-Ineos +4:07
16. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +4:48
17. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious gl.Zeit
19. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +5:38
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +6:35
20. Rémy Rochas (FRA) – Groupama-FDJ +6:46
…
28. Jan Hirt (CZE) – NSN +11:33
49. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +18:05
– 157 Fahrer klassiert.
DNS Pascal Ackermann (GER) – Jayco-Alula (Magenprobleme)
Vingegaard baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf komfortable 4:03 Minuten gegenüber Gall aus. Gall zog wie Arensman und Hindley an Eulalio vorbei, wobei Gall, Arensman und Hindley jeweils rund eine halbe Minute trennt. So erwartbar langweilig es um den Gesamtsieg läuft, desto enger gestaltet es sich auf den 3 Plätzen dahinter.
Gesamtwertung
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 59:12:56
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +4:03
3. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +4:27
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +5:00
5. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +5:40
6. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +7:09
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +7:14
8. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +7:57
9. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +9:20
10. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +9:44
11. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +10:03
12. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +11:19
13. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +13:47
14. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +14:57
15. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM +16:54
16. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +18:07
17. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +19:23
18. Jan Hirt (CZE) – NSN +21:17
19. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +22:38
20. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +32:33
Die nur 113 Kilometer kurze Etappe war für die Teams von Gall und Vingegaard gut zu kontrollieren, so dass Ausreißer keine Chance auf den Tagessieg hatten. Trotzdem probierte es natürlich einige, bis sich ein Quintett aus Ciccone (Lidl), Rubio (Movistar), Narvaez (UAE), Harper (Pinarello) und Ulissi (Astana) etablierte.
Ciccone und Narvaez hatten gute Gründe – der eine das Bergtrikot, der andere das Punktetrikot. Ciccone gewann unterwegs alle 4 Bergpreise der 2. und 3. Kategorie und erntete dafür insgesamt 54 Punkte. Vingegaard holte jedoch allein für den Etappesieg 50 Punkte, so dass Ciccone vom großen Vorsprung nur unwesentlich etwas abknabbern konnte.
Bergwertung
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 211 p.
2. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek 129
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM 76
4. Jardi van der Lee (NED) – EF Education-Easypost 83
5. Einer Rubio (COL) – Movistar 77
6. Diego Sevilla (ESP) – Polti-Visitmalta 63
Narvaez griff die 12 Punkte beim Zwischensprint ab und robbte sich in der Punktewertung bis auf 2 Zähler an den führenden Sprinter Magnier (Soudal) heran. Im weiteren Etappenverlauf ließen sich Narvaez kurz vorm dem Schlussanstieg zurückfallen, weil der Tagessieg eh nicht mehr drin war angesichts nur gut einer Minute Vorsprung vor den besten Klassementfahrern. Ulissi fiel schon am letzten der mittleren Berge zurück.
Harper attackierte Rubio eingangs des Schlussanstiegs, wurde aber selbst wiederum wenig später von den besten Klassementfahrern gestellt. Für ihn sprang immerhin noch der 12. Platz im Ziel heraus.
Nachdem die Etappe über größtenteils Galls Helfer Tempoarbeit geleistet hatten, übernahmen im Schlussanstieg die Helfer von Hindley und Pellizzari. Dies mündete in der skurrilen Situation, dass Pellizzari dem Tempo der eigenen Helfer zum Opfer fiel und diese sich sofort wieder von der Spitze verabschiedeten.
Danach übernahmen Vingegaards Edelhelfer. Der Flachlandfahrer Campenaerts schlug ein Tempo an, dem die meisten schon nicht mehr folgen konnten, so auch O’Connor (Jayco) und Eulalio. Als Kuss und schließlich Piganzoli übernahmen, lichteten sich die Reihen erheblich. Bei Vingegaards Beschleunigung waren schon nur noch Gall, Hindley, Arensman und Bernal (Netcompany) dabei – Storer (Tudor) und Gee-West auch schon nicht mehr.
Gee-West teilte sich die Kräfte jedoch einmal mehr korrekt ein und landete schließlich noch vor Piganzoli und Bernal. Nach einer Tempoverschärfung durch Arensman an der 2-Kilometer-Marke hielten nur noch Gall und Hindley mit. Piganzoli und Bernal waren weg und Gee-West war wieder weg. Gall versenkte seine beiden letzten Begleiter mit einem sehr langen Sprint.