Valgren siegt als Finisseur aus Sextett heraus
Michael Valgren (EF) gewann in Andalo-Lever die 17. Etappe des Giro d’Italia 2026, die in einem unterhaltsamen Schlagabtausch der Flucht des Tages entschieden wurde. An der Spitze waren gerade wieder 6 Fahrer zusammengelaufen, als das Tempo herunterfiel und Valgren kurz vor der Kilometermarke antrat. Die anderen schauten dem 34-jährigen Dänen nur noch hinterher. Andreas Leknessund (Uno-X) sprang dann ebenso noch davon und belegte ein 3. Mal bei diesem Giro einen bittersüßen 2. Platz.
Die beiden trennten im Ziel 3 Sekunden. Weitere 3 Sekunden dahinter sprintete Caruso (Bahrain) auf den 3. Platz vor Wlasow (Red Bull) und Rubio (Movistar), gefolgt vom austrudelnden Arrieta (UAE). Unter den insgesamt 29 Ausreißern des Tages waren auch die unvermeidlichen Narvaez (UAE) und Ciccone (Lidl). Beide verpassten die Auslese hinter dem Zwischensprint, den Narvaez noch gewann. Damit eroberte er immerhin das Maglia Ciclamino. Das Feld der besten Klassementfahrer kam auf dieser hügligen Etappe mit 5 Minuten Rückstand ins Ziel.
Ergebnis
1. Michael Valgren (DEN) – EF Education-Easypost 4:41:33
2. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X +0:03
3. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +0:06
4. Alexander Wlasow (RUS) – Red Bull-Bora gl.Zeit
5. Einer Rubio (ESP) – Movistar gl.Zeit
6. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +0:14
7. Gianmarco Garofoli (ITA) – Soudal-Quick Step +0:52
8. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +1:08
9. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG +1:44
10. Mark Donovan (GBR) – Pinarello-Q36.5 alle
11. Florian Stork (GER) – Tudor gleiche
12. Jan Hirt (CZE) – NSN Zeit
13. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +1:47
14. Jardi van der Lee (NED) – EF Education-Easypost +2:00
– 156 Fahrer klassiert.
DNF Nickolas Zukowsky (CAN) – Pinarello-Q36.5
Wie auch der Tagessieger kommt der weiterhin Gesamtführende aus Dänemark. Jonas Vingegaard (Visma) behielt die Gesamtführung gut 4 Minuten vor Felix Gall (Decathlon). In den Top-8 änderte sich gar nichts. Caruso allerdings enterte allerdings die Top-Ten, schob sich auf den 9. Platz vor O’Connor (Jayco). Dessen Team sah sich daher auch genötigt, zeitweise im Hauptfeld Tempoarbeit zu verrichten.
Gesamtwertung
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 66:57:14
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +4:03
3. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +4:27
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +5:00
5. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +5:40
6. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +7:09
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +7:14
8. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +7:57
9. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +8:34
10. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +9:20
11. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +9:44
12. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +10:03
13. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +10:50
14. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +11:19
15. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM +16:54
16. Jan Hirt (CZE) – NSN +17:46
17. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +18:07
18. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +19:23
19. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +27:26
20. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +30:52
21. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +38:59
22. Alexander Wlasow (RUS) – Red Bull-Bora +39:51
Auf der 17. Etappe schlossen zunächst eine 6- und 5-köpfige Gruppe zu einer Spitzengruppe zusammen, in der schon Valgren und Leknessund unterwegs waren. Dahinter fuhr eine riesige Verfolgergruppe. 117 Kilometer vorm Ziel, nur ein Kilometer vorm Zusammenschluss, begann Cavagna (Groupama) ein langes Solo, das erst knapp 59 Kilometer vorm Ziel kurz vorm Zwischensprint beendet war. Derweil prasselte ein heftiger Regenschauer herunter, der aber angesichts erneut heißer Temperaturen eher eine Erfrischung war.
Narvaez zurück im Punktetrikot, mehr aber auch nicht
Für Narvaez geschah die Einholung von Cavagna gerade rechtzeitig, um die vollen 12 Punkte zu holen. Im Ziel sprangen für Platz 9 nur noch deren 2 heraus. Trotzdem reichte es, um das violette Trikot des Führenden in der Punktewertung erneut dem Sprinter Magnier (Soudal) abzunehmen.
Punktewertung
1. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG 157 p.
2. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step 145
3. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X 79
4. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek 78
5. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step 71
6. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana 70
Hinter dem Zwischensprint begann die Springerei aus der sich eine Spitzengruppe mit Caruso, Valgren, Lopez (Movistar) und Garofoli (Soudal) ergab, wenig später ergänzt durch Leknessund. Im weiteren Verlauf konnten noch Arrieta, Rubio und Wlasow als Trio sowie de la Cruz (Pinarello) und van Dijke (Red Bull) als Duo aufschließen. Ein Narvaez, Ciccone oder auch Stork (Tudor) waren in der nächsten Verfolgergruppe über eine halbe Minute zurück und kamen nicht mehr hin.
Rubio und Valgren von 4 Verfolgern gestellt
Im vorletzten Anstieg lösten sich nach mehreren Attacken schließlich Rubio und Valgren. Diese gingen mit 10 Sekunden Vorsprung vor Caruso, Wlasow, Arrieta und Leknessund in den letzten Anstieg. Arrieta attackierte das Verfolgerquartett und schloss 2,3 Kilometer vorm Ziel zu Rubio und Valgren auf. Einen halben Kilometer später kamen auch Caruso, Wlasow und Leknessund noch einmal zurück.
Es folgten noch ein paar Attacken von Fahrern, die anscheinend auf dem Zahnfleisch krochen – bis das Tempo einschlief und Valgren den entscheidenden Moment erwischte. Er fügte seinen kleinen, aber feinen Palmarès den ersten Etappensieg bei einer Grand Tour zu.
