Paul Magnier schnappt sich 3. Sieg und Trikot
Paul Magnier (Soudal) gewann in Pieve di Soligo die 18. Etappe des Giro d’Italia 2026 im Sprint eines stark reduzierten ersten Feldes. Innerhalb der letzten 10 Kilometer hatten sich an der Muro di Ca‘ del Poggio 16 Fahrer, darunter die besten Klassementfahrer, etwas abgesetzt. Die meisten Sprinter ekelten sich aber im ersten Verfolgerfeld drüber und dockten wieder rechtzeitig an. Magnier holte seinen 3. Tagessieg bei diesem Giro und eroberte das Maglia Ciclamino zurück. In Pieve die Soligo wurde der 22-jährige Franzose erneut optimal von seinem Teamkollegen Stuyven lanciert. Im kurvigen Finale konnten Zanoncello (Bahrain) und Milan (Lidl) nur noch die Positionen hinter Magnier halten.
Ergebnis
1. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step 3:46:50
2. Edoardo Zambanini (ITA) – Bahrain Victorious
3. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek
4. Francesco Busatto (ITA) – Alpecin-Premier Tech alle
5. Corbin Strong (NZL) – NSN
6. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana
7. Madis Mihkels (EST) – EF Education-Easypost gleiche
8. Filippo Magli (ITA) – Bardiani-CSF
9. Sakarias Løland (NOR) – Uno-X
10. Lukas Kubis (SVK) – Unibet-Rose Zeit
– 156 Fahrer klassiert.
Vor den beiden entscheidenden Alpen-Etappen behielt Jonas Vingegaard (Visma) das Rosa Trikot und seinen komfortablen 4-Minuten-Vorsprung. Auf den ersten 18 Plätzen blieben alle Abstände identisch. Deutlich enger geht es demnach weiterhin zwischen den Plätzen 2 bis 4 mit Gall (Decathlon), Arensman (Netcomany) und Hindley (Red Bull) zu.
Gesamtwertung
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 70:44:04
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +4:03
3. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +4:27
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +5:00
5. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +5:40
6. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +7:09
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +7:14
8. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +7:57
9. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +8:34
10. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +9:20
11. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +9:44
12. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +10:03
13. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +10:50
14. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +11:19
15. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM +16:54
16. Jan Hirt (CZE) – NSN +17:46
17. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +18:07
18. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +19:23
19. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +31:26
20. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +35:59
21. Alexander Wlasow (RUS) – Red Bull-Bora +39:51
22. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +43:12
In der Anfangsphase der 18. Etappe waren die Interessen so gelagert, dass nur eine ungefährliche 4-köpfige Spitzengruppe wegkam – Geens (Alpecin), Shaw (EF), Bais und Mifsud (beide Polti) –, und das auch nicht weit. Erstaunlicherweise legten sich in der Nachführarbeit Teams ins Zeug, die mit völlig unterschiedlichen Ausgängen der Etappe kalkulierten. Bei Jhonatan Narvaez (UAE) hoffte man anscheinend, dass die Sprinter inklusive Magnier am späten, steilen Berg abgehängt würden, um die Führung in der Punktewertung vor Magnier auszubauen. Bei Jonathan Milan (Lidl) peilte man hingegen das Gegenteil an, eine Entscheidung im Massensprint.
In Magniers Team wollte man sich anscheinend nicht festlegen. Es gab immerhin sehr viele Punkte gegen Narvaez zu gewinnen oder zu verlieren. Und man konnte sich ja auch bis ins Finale hinein zurücklehnen. Beim Zwischensprint auf ansteigendem Terrain gab es noch einen Punkt hinter dem Spitzenquartett, den sich Narvaez ohne Gegenwehr holte.
20 Kilometer vorm Ziel waren alle Ausreißer gestellt außer Geens, und der fast auch. Er hielt sich aber noch 9 weitere Kilomter vorne bis kurz vor die Muro di Ca‘ del Poggio, aber auch bis hinter dem Bonussprint. Naesen schnappte im Dienste von Gall den anderen Klassementfahrern die 4 Sekunden für Platz 2 weg – und Swift seinem eigenen Kapitän vor der Nase aus Versehen 2 Sekunden für Platz 3.
In die Muro di Ca‘ del Poggio attackierte ausgerechnet Eulalio (Bahrain) hinein, der 50 Kilomter vorm Ziel beim erfolglosen Griff nach einem Verpflegugnsbeutel gestürzt war. Vingegaard ließ seine Helfer hinter dem Gesamtfünften nachfahren. Das diente allerdings wohl weniger der Verteidigung des Rosa Trikots, sondern eher dem Zweck, Davide Piganzoli die Chance aufs weiße Trikot des besten Jungprofis von Eulalio angesichts nur gut 2 Minuten Abstand offen zu halten.
Vingegaard höchstpersönlich beschleunigte an Eulalio vorbei und passierte zuerst die Kuppe. Hinter dem Gipfel hatten 16 Fahrer eine Lücke. Aus den Top-Ten der Gesamtwertung ware die Top-6 vertreten, die Plätze 7 bis 10 jedoch nicht. Pinarello (NSN) spannte sich für Strong ein, dem mutmaßlich endschnellsten Mann aus der 16-köpfigen Gruppe.
Hindley attackierte 6,5 Kilometer vorm Ziel an einem kleinen Gegenhang, verschleppte dadurch unterm Strich aber eher das Tempo. So ging 500 Meter später Kulset (Uno-X) mit Eulalio. 4 Kilometer vorm Ziel hatte das Verfolgerfeld mit den Sprintern zu den ersten 14 Verfolgern aufgeschlossen. Sofort spannten sich Gee-West und Sobrero, die zuvor vorne waren, für Milan ein.
Eine Phalanx mit Anfahrern hatte dann aber nur noch Magnier, als Kulset und Eulalio kurz vorm Kilometerbogen gestellt waren. Nachdem den Sprintern bisher 4 von 6 möglichen Chancen aus verschiedenen Gründen durch die Lappen gingen, war es auf der 18. Etappe nun also wieder soweit. Und es gewann in Venetien derselbe Fahrer wie auf der 1. und 3. Etappe in Bulgarien.