Jonathan Milan gewinnt in Rom
Jonathan Milan (Lidl) gewann in Rom die abschließende 21. Etappe des Giro d’Italia 2026 im Massensprint. So kam der 25-jährige Italiener doch noch zu seinem Tagessieg, nachdem er als Favorit für die Massensprints galt und bisher sieglos blieb. Auf dem 2. und 3. Platz traten 2 Sprinter in Erscheinung, die soweit völlig unter dem Radar blieben: Giovanni Lonard (Polti) rund 2 Radlängen hinter Milan und Paul Penhoët (Groupama) mit dem Tigersprung hauchdünn vor Dylan Groenewegen (Unibet).
Den Sprint hatte Groenewegen eröffnet, nachdem Paul Magnier (Soudal) hinter seinem Anfahrer noch zögerte. Milan wuchtete sich deutlich vorbei. Auf der Innen- und Außenbahn kamen noch Penhoët und Lonardi vorbei. Der 3-fache Etappensieger Magnier, auch Gewinner der Punktewertung, trudelte auf dem 11. Platz aus.
Ergebnis
1. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek 3:05:50
2. Giovanni Lonardi (ITA) – Polti-Vistimalta
3. Paul Penhoët (FRA) – Groupama-FDJ
4. Dylan Groenewegen (NED) – Unibet-Rose
5. Madis Mihkels (EST) – EF Education-Easypost alle
6. Jensen Plowright (AUS) – Alpecin-Premier Tech
7. Tobias Lund Andresen (DEN) – Decathlon-CMA CGM
8. Corbin Strong (NZL) – NSN gleiche
9. Toon Aerts (BEL) – Lotto-Intermarché
10. Luca Mozzato (ITA) – Tudor
11. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step Zeit
– 151 Fahrer klassiert.
DNS Sean Flynn (GBR) – Picnic-PostNL
Gall und Hindley auf Podest neben Vingegaard
Jonas Vingegaard (Visma) fuhr das Rosa Trikot zum Gesamtsieg. Damit wurde der 29-jährige Däne der 8. Fahrer, der alle 3 Grand Tours in seine Palmarès einschreiben konnte. Vingegaards Dauerrivalen bei der Tour de France, Tadej Pogacar (UAE) gelang das übrigens noch nicht. Felix Gall (Decathlon) erreichte sein erstes Grand-Tour-Podium mit 5:22 Minuten hinter Vingegaard. Gut eine Minute dahinter landete der Ex-Giro-Sieger Hindley zum 3. Mal nach 2020 und 2022 auf dem Podest.
Endklassement des Giro d’Italia 2026
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 83:22:51
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +5:22
3. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +6:25
4. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +7:02
5. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +7:56
6. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +9:39
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +10:13
8. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +10:52
9. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +11:24
10. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +12:54
11. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +15:12
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +22:06
13. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +22:12
14. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +23:14
15. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM +23:53
16. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +24:12
17. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +30:43
18. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +34:26
19. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +55:50
20. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +56:40
21. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +58:16
22. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +1:02:10
23. Einer Rubio (COL) – Movistar +1:04:26
24. E. Svestad-Bårdseng (NOR) – Netcompany-Ineos +1:13:39
25. Alexander Wlasow (RUS) – Red Bull-Bora +1:15:21
Wechselnde kleine Spitzengruppen kamen nicht weit weg, zumal sie im Finale von Milans und Magniers Helfern markiert wurden. Sinnbildlich war eine Attacke von Ganna (Netcompany) 18 Kilometer vorm Ziel. Sobrero (Lidl) und Stuyven (Soudal) klemmten sich dahinter, und Ganna fuhr alles von vorne, bis das Trio 3 Kilometer vorm Ziel gestellt war.
Vingegaard holt Sieg ab, Gall Bester des Rests
Jonas Vingegaard (Visma) gewann überlegen den Giro d’Italia 2026, wie es eigentlich schon vor dem Rennen so gut wie festgestanden hatte. Bei seinem Giro-Debüt fehlten dem 29-jährigen Dänen ebenbürtige Gegner. So komplettierte Vingegaard als 8. Fahrer die Sammlung aus Gesamtsiegen bei allen 3 Grand Tours. Mit über 5 Minuten Rückstand holte Felix Gall (Decathlon) sein erstes Grand-Tour-Podium. Dieses komplettierte Jai Hindley (Red Bull), der 6 und 4 Jahre zuvor schon eine und 2 Stufen höher gestanden hatte.
So kam es an allen Bergankünften im Hochgebirge, bei denen die besten Klassementfahrer um den Tagessieg fuhren, zu ungefährdeten Siegen von Vingegaard. Gall belegte auch jedes Mal den 2. Platz. Insofern war es ein Giro wie er nicht langweiliger sein konnte nach dem spektakulären Finale des Vorjahres.
So angelte sich Vingegaard mit 4 auch die meisten Etappensiege. Einen weniger holte der Sprinter Paul Magnier (Soudal), der damit auch das viollette Trikot für die Punktewertung gewann. In der Bergwertung ums Blaue Trikot landete Giulio Ciccone (Lidl) durch Fluchten knapp vor Vingegaard. Bester Jungprofi im weißen Trikot wurde überraschend Afonso Eulalio (Bahrain), der nach einem Fluchtversuch sogar länger im Rosa Trikot unterwegs war als Vingegaard.
Punktewertung (Maglia Ciclamino)
1. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step 200 p.
2. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek 153
3. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana 99
4. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X 87
5. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 81
6. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step 75
7. Mattia Bais (ITA) – Polti-Visitmalta 74
8. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek 69
9. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM 67
10. Manuele Tarozzi (ITA) – Bardiani-CSF 66
Bergwertung (Maglia Azzurra)
1. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek 277 p.
2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 266
3. Einer Rubio (COL) – Movistar 164
4. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM 124
5. Jardi van der Lee (NED) – EF Education-Easypost 108
6. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora 65
7. Diego Sevilla (ESP) – Polti-Visitmalta 63
8. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG 55
9. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek 54
10. Jack Haig (AUS) – Netcompany-Ineos 40
Jungprofi-Wertung (Maglia Bianca)
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 83:32:30
2. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +1:13
3. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +5:33
4. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +24:47
5. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +46:11
Zwischensprintwertung
1. Manuele Tarozzi (ITA) – Bardiani-CSF 66 p.
2. Mattia Bais (ITA) – Polti-Visitmalta 56
3. Diego Sevilla (ESP) – Polti-Visitmalta 48
Red-Bull-KM-Wertung
1. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG 53 p.
2. Einer Rubio (COL) – Movistar 39
3. Manuele Tarozzi (ITA) – Bardiani-CSF 31
Fluchtwertung (Kilometer in der Spitzengruppe)
1. Diego Sevilla (ESP) – Polti-Visitmalta 753 p.
2. Mattia Bais (ITA) – Polti-Visitmalta 628
3. Manuele Tarozzi (ITA) – Bardiani-CSF 554
4. Jonas Geens (ITA) – Alpecin-Premier Tech 404
5. Martin Marcellusi (ITA) – Bardiani-CSF 403
6. Jardi van der Lee (NED) – EF Education-Easypost 350
7. Mirco Maestri (ITA) – Polti-Visitmalta 347
8. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X 329
9. Tim Naberman (NED) – Picnic-PostNL 310
10. Einer Rubio (COL) – Movistar 276
Teamwertung
1. Visma-Lease a Bike 250:42:41
2. Netcompany-Ineos +40:07
3. Bahrain Victorious +48:27
4. Tudor +1:04:27
5. Deacthlon-CMA CGM +1:24:59
Jai Hindley fährt Red Bull – BORA – hansgrohe erneut auf das Podium der Italien-Rundfahrt
Red Bull – BORA – hansgrohe und der Giro d’Italia – kaum eine Grand Tour hat die Geschichte des Teams stärker geprägt als die Italien-Rundfahrt. Mit Jai Hindleys drittem Platz in Rom kommt nun ein weiteres Kapitel hinzu.
2022 gewann der Australier die Trofeo Senza Fine und bescherte der Mannschaft den ersten Grand-Tour-Sieg ihrer Geschichte. 2024 fuhr Dani Martínez auf Rang zwei. Nun steht Hindley erneut auf dem Podium. Damit hat das Team innerhalb von fünf Jahren jede Stufe des Giro-Podiums erreicht.
Der Giro d’Italia 2026 war ein Rennen der Beständigkeit. Bereits am Blockhaus, der ersten großen Bergankunft, zeichnete sich ab, wer die Gesamtwertung prägen wird. Jai Hindley gehörte von Beginn an zu den stärksten Kletterern des Rennens. Ein Bild, das sich in den folgenden Wochen immer wieder bestätigte. Ob in Pila, Cari oder Piancavallo – die großen Bergankünfte brachten immer wieder dasselbe Ergebnis hervor. Jai Hindley gehörte vom ersten bis zum letzten Bergtag zu den konstantesten Fahrern dieser Italien-Rundfahrt. Vier Jahre nach seinem Giro-Sieg kehrt er auf das Podium zurück.
Vor dem Hintergrund der Herausforderungen der vergangenen Wochen ist dieses Ergebnis etwas Besonderes. Eine Krankheitswelle zwang das Team immer wieder dazu, Pläne anzupassen. Besonders Giulio Pellizzari musste Rückschläge einstecken. Dennoch blieb der junge Italiener im Rennen und stellte die Mannschaft über persönliche Ambitionen. Sein Einsatz auf der Königsetappe wurde zu einem jener Momente, die selten in den Ergebnislisten auftauchen, aber oft über den Ausgang einer Grand Tour entscheiden.
So steht am Ende dieses Giro d’Italia nicht nur ein weiterer Podiumsplatz. Das Rennen unterstrich die Eigenschaften, die die Mannschaft seit Jahren auszeichnen: Geduld, Widerstandsfähigkeit und das Mindset, über drei Wochen hinweg als Team für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen.
Mit Rang drei in Rom setzt Red Bull – BORA – hansgrohe zudem seine Serie bei den großen Landesrundfahrten fort. In den vergangenen drei Saisons stand die Mannschaft in jedem Jahr mindestens einmal auf dem Gesamtpodium einer Grand Tour – eine Leistung, die nur zwei weitere Teams schafften.
„Es ist super schwer, im heutigen Rennsport überhaupt ein Ergebnis zu erzielen. Es ist schon eine Weile her, seit ich bei einer Grand Tour auf dem Podium stand, seit ich den Giro gewonnen habe. Deswegen ist es etwas ganz besonderes, hier wieder aufs Podium gefahren zu sein. Meine Beziehung zum Giro ist auch speziell. Es ist wahrscheinlich mein Lieblingsrennen. “
— Jai Hindley
„Das ganze Team kann wirklich stolz auf das sein, was es erreicht hat, vor allem angesichts der Rückschläge und Herausforderungen, denen sich alle vor Ort und zu Hause stellen mussten. Die Tatsache, dass Jai es geschafft hat, die Krise zu überstehen, seine ganze Erfahrung einzusetzen, um sich einfach durchzukämpfen ist etwas, worauf man stolz sein kann.
Sicher war es ein Giro, bei dem wir uns in manchen Aspekten mehr gewünscht hätten, besonders was die Etappensiege angeht. Gleichzeitig ist es angesichts des Gesundheitszustands der Jungs die Lektion, die wir gelernt haben: Egal wie aussichtslos die Situation ist, es gibt immer irgendwie einen Ausweg, wenn das Team sich so sehr unterstützt und das Schiff damit über Wasser hält.“
— Zak Dempster, Chief of Sports
