112. Tour de France – 19. Etappe:

19. Etappe: Albertville – La Plagne – 93Km verkürzt

Thymen Arensman sehr knapp vor den Klassementbesten

Thymen Arensman (Ineos) gewann die wegen Rinderseuche auf 93,1 Kilometer verkürzte 19. Etappe der Tour de France 2025. Im Regen von La Plagne rettete sich der 25-jährige Niederländer so gerade eben vor den beiden Klassementbesten, Jonas Vingegaard (Visma) und dem Gesamtführenden Tadej Pogacar (UAE), ins Ziel. Nur mit wenigen Radllängen folgte Florian Lipowitz (Red Bull) an der letzten Bergankunft der diesjährigen Tour. Lipowitz konnte damit seinen geschrumpften Vorsprung um den 3. Podestplatz und das weiße Trikot gegen Oscar Onley (Picnic) wieder ausbauen.

Ergebnis
1. Thymen Arensman (NED) – Ineos Grenadiers 2:46:06

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:02
3. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG gl.Zeit
4. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +0:06
5. Oscar Onley (GBR) – Picnic-PostNL +0:47
6. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R +1:34
7. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +1:41
8. Ben Healy (GBR) – EF Education-Easypost +2:19
9. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step +3:47
10. Simon Yates (GBR) – Visma-Lease a Bike +3:54
11. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +4:02
12. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +5:13
13. Aurél. Paret-Peintre (FRA) – Decathlon-AG2R +5:18
14. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +5:49
15. Gregor Mühlberger (AUT) – Movistar +6:18

17. Kévin Vauquelin (FRA) – Arkéa-B&B Hotels +6:18
19. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG +6:32
21. Sergio Higuita (COL) – XDS-Astana +6:46
27. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora +12:39
30. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +14:06
35. Guillaume Martin (FRA) – Groupama-FDJ +15:23
37. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +15:23
48. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +22:25
– 161 Fahrer klassiert.

2 Tage vor Schluss der Rundfahrt verteidigte Pogacar ein weiteres Mal sein Gelbes Trikot über 4 Minuten vor Vingegaard. Mit 11:09 Minuten Rückstand konnte Lipowitz den 3. Platz der Gesamtwertung gegen Onley untermauern. Der Abstand zwischen beiden sprang von bedrohlichen 22 Sekunden wieder über die Minutenmarke.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 69:41:46

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +4:24
3. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +11:09
4. Oscar Onley (GBR) – Picnic-PostNL +12:12
5. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R +17:12
6. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +20:14
7. Kévin Vauquelin (FRA) – Arkéa-B&B Hotels +22:35
8. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora +25:30
9. Ben Healy (GBR) – EF Education-Easypost +28:02
10. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +34:34
11. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +38:42
12. Thymen Arensman (NED) – Ineos Grenadiers +52:41
13. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG +1:04:36
14. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +1:05:11
15. Sergio Higuita (COL) – XDS-Astana +1:08:19
16. Simon Yates (GBR) – Visma-Lease a Bike +1:17:30
17. Guillaume Martin (FRA) – Groupama-FDJ +1:18:07
18. Gregor Mühlberger (AUT) – Movistar +1:28:17
19. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +1:33:28
20. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +1:35:28
21. Cristian Rodriguez (ESP) – Arkéa-B&B Hotels +1:36:15
22. Valentin Madouas (FRA) – Groupama-FDJ +1:39:46

Da die ersten beiden Berge entfielen, ging es sofort Col de Pré und anschließend Cormet de Roseland hinauf. Beide Bergpreise sicherte sich Lenny Martinez (Bahrain), der damit dem auch in der Bergwertung führenden Pogacar etwas näher kam. Mit Martinez bildeten an den beiden ersten Anstiegen Roglic und Paret-Peintre ein Spitzentrio.

Bergtrikot
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 117 p.

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 104
3. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious 97
4. Thymen Arensman (NED) – Ineos Grenadiers 85
5. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step 51
6. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula 51
7. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R 46
8. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora 43

9. Oscar Onley (GBR) – Picnic-PostNL 42

In der Abfahrt schoss Roglic an seinen beiden Mitausreißern vorbei und hatte im Tal gerade einmal eine Minute Vorsprung vorm dezimierten Hauptfeld ums Gelbe Trikot. Martinez und Paret-Peintre ließen sich einholen. Mehr als eine weitere Minute hing Vauquélin schon früh zurück.
Im Tal, während der Regen einsetzte, war Roglic als Solist auf verlorenem Posten gegen Pogacars Helfer, denen Johannessens Teamkollegen wegen des abgehängten Vauquelin etwas unter die Arme griffen. 21,5 Kilomter vorm Ziel war die rätselhafte Flucht von Roglic beendet. So gingen das Feld der meisten Klassementfahrer 1:45 Minuten vor Vauquelin in den 19,1 Kilometer langen Schlussanstieg.
Roglic wurde schon einen halben Kilometer im Anstieg abgestellt. Entsprechend übernahmen Galls Teamkollegen die Tempoarbeit. Schon 14,5 Kilometer vorm Ziel fielen sämtliche Helfer zurück – nicht nur von Gall, auch von Pogacar und Vingegaard. Arensman nutzte die Situation aus und attackierte.
Bei Arensmans erstem Versuch konterte Pogacar und schüttelte damit alle außer Vingegaard ab. Vingegaard jedoch saß Pogacar bis 200 Meter vorm Ziel auf dem Gepäckträger, so dass der Mann im Gelben Trikot immer wieder herausnahm. Dadurch kam Arensman nach wiederholten Attacken 12,9 Kilometer vorm Ziel endgültig weg.

Lipowitz klebte – anders als am Vortag – an Onleys Hinterrad. Der wiederum bekam noch einmal von hinten Unterstützung von van den Broek, der Onley, Lipowitz, Johannessen und Healy (EF) wieder an Pogacar, Vingegaard und den zwischenzeitlich ebenfalls entwischten Gall wieder heranführten. Aus den Top-Ten der Gesamtwertung fehlten demnach nur Roglic, Vauquelin und der Zehnte O’Connor (Jayco).

Gall führte die Gruppe nun rund 2,5 Kilometer lang an. 8,5 Kilometer vorm Ziel übernahm wieder Pogacar. Dieser beschleunigte einen Kilometer später und reduzierte die Gruppe damit auf sich, Vingegaard, Onley und Lipowitz, der mit etwas Verzögerung aufschloss. Der Rückstand zu Arensman betrug immer noch 35 Sekunden.
Kurz vor der 2-Kilometer-Marke geriet Onley in Schwierigkeiten. Lipowitz spannte sich nun vor Pogacar und Vingegaard. In Zielnähe sprang Vingegaard los, allerdings nur noch für den 2. Platz. Pogacar schien sich mit dem 3. Platz zu begnügen. Eine Schrecksekunde gab es noch bei Lipowitz, dem im Wiegetritt auf glitschigem, angemaltem Untergrund das Hinterrad weglief – zum Glück ohne Sturzfolge.