Pogacar auch in Vogesen-Hexenkessel top
Tadej Pogacar (UAE) gewann in Le Markstein auch die 14. Etappe der Tour de France 2026 in den Vogesen, die die Zuschauer in einen Hexenkessel verwandelten. Im letzten schmalen Anstieg zum erstmal befahrenen Col du Haag attackierte der Slowene 7,4 Kilometer vorm Ziel und 1,6 unter der Kuppe. 38 Sekunden hinter Pogacar sprintete dessen Teamkollege del Toro aus einem Verfolgertrio auf den 2. Platz vor Paul Seixas (Decathlon). Jonas Vingegaard (Visma) ließ auf den letzten Metern 6 Sekunden aufreißen.
Weitere 4 Sekunden dahinter begrenzte Evenepoel (Red Bull) den Schaden, nachdem er bergauf wie schon so häufig abgehängt war. Über die Kuppe hinweg war er an seinem Teamkollegen Lipowitz sowie Ayuso (Lidl) wieder dran und sprang im Zielsprint noch 2 Sekunden davon. Auf den Plätzen 8 und 9 landeten die beiden besten Ausreißer des Tages, erst Carapaz (EF), dann Tobias Johannessen (Uno-X). Tom Pidcock (Pinarello), der am Vortag in der Gesamtwertung in den Bereich der Podestplätze vorgefahren war, verlor über 3 Minuten.
Ergebnis
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 4:00:07
2. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +0:38
3. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM gl.Zeit
4. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:44
5. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +0:48
6. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +0:50
7. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora gl.Zeit
8. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +1:18
9. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +1:40
10. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek gl.Zeit
11. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +1:41
12. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +3:30
13. Yannis Voisard (SUI) – Tudor
14. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos
15. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek alle
16. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG gleiche
17. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike Zeit
18. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +3:34
19. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +5:27
20. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
…
25. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step +12:01
31. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +17:07
53. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +26:29
– 169 Fahrer klassiert.
OTL Anthon Charmig (DEN) – Uno-X
DNS Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech
Pogacar stockte in der Gesamtwertung seinen Vorsprung vor Jonas Vingegaard auf 4:30 Minuten auf. Evenepoel blieb mit 5:04 Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot Dritter. Seixas verbesserte sich um 2 Plätze auf die 4 – nur 15 Sekunden hinter Evenepoel und 3 vor Ayuso, dessen weißes Trikot des besten Jungprofis Seixas übernahm.
Außerdem hielten Lipowitz und del Toro den Rückstand auf den 3. Podestplatz unter eine Minute. Pidock fiel vom 4. auf den 9. Platz hinter Skjelmose (Lidl) zurück. Skjelmose erreichte das Ziel in le Markstein gemeinsam mit dem Gesamtzehnten Martinez (Decathlon) und Johanessen.
Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 51:18:28
2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +4:30
3. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +5:04
4. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +5:19
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +5:22
6. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +5:44
7. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +5:50
8. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +7:35
9. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +7:59
10. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +8:25
12. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +15:55
12. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +16:03
13. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +16:23
14. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +16:40
15. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +19:11
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +19:15
17. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +19:16
18. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +22:06
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +24:32
20. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +35:48
21. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +41:47
22. Tiesj Benoot (BEL) – Decathlon-CMA CGM +46:32
Zu Beginn der 14. Etappe gewann Philipsen (Alpecin) den Zwischensprint vor Pedersen (Lidl), Kanter (XDS) und Girmay (NSN). Damit kam Mads Pedersen dem Gewinn des Grünen Trikots wieder ein Stück näher, weil er erneut kaum was auf Philipsen verlor.
In der Folgezeit lösten sich 38 Fahrer, darunter Carapaz und Johannessen, und gingen mit Vorsprung in den ersten von 5 Vogesen-Pässen, davon 4 kategorisiert. Mit dabei war erstaunlicherweise wie schon am Vortag Pidock, den Podest-Aspiranten in der Gesamtwertung offenbar weiterhin für ungefährlich hielten. Dieser Zock sollte dann ja schließlich aufgehen, weil Pidcock hinterher nicht mehr mit den Besten mithalten konnte.
Oben am Großen Belchen gewann Valentin Paret-Peintre (Soudal) den Bergpreis vor Carapaz. Genauso sollte es danach am Col du Page und am Elsässer Belchen laufen. Virtuell war Paret-Peintre da im gepunkteten Bergtrikot. Pogacar zog am Col du Haag wieder vorbei. Dafür trägt Paret-Peintre auf der nächsten Etappe stellvertretend das Bergtrikot anstatt bisher Vingegaard.
Bergtrikot
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 52
2. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step 43
3. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost 38
4. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 35
5. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM 24
6. Tom Pidcock (GBR) – Pinarello-Q36.5 18
7. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG 18
In die Abfahrt vom Großen Belchen gingen Paret-Peintre und Carapaz mit einer Lücke drüber. Bergab schlossen Tobias Johannessen mit seinem Zwillingsbruder Anders (auch Uno-X) sowie Carapaz‘ Teamkollege Healy auf, so dass die Spitzengruppe 2 helfende Tempobolzer hatte.
Den folgenden Col du Page hinauf führte Castrillo (Movistar) seinen Teamkollegen Rubio sowie Arensman (Netcompany) in die Nähe des Spitzenquintetts. Rubio kam hin, Arensman wegen eines Hinterrad-Defekts nicht. Die nun 6 Fahrer an der Spitze hatten oben knapp 2 Minuten Vorsprung vor einer Verfolgergruppe um Pidcock, die erstaunlicherweise mit Armirail und Jorgenson 2 Vingegaard-Helfer anführten – und damit Pidcock virtuell auf den 2. Platz der Gesamtwertung hievten. Denn das Hauptfeld lag noch über einer weitere Minute dahinter.
In der Abfahrt vom Col du Page regnete es, ohne dass dies Auswirkungen hatte. Am Elsässer Belchen, dem nächsten Berg, hatte die Spitzengruppe noch 2 Minuten Vorsprung vor der Gruppe ums Gelbe Trikot, die kurz unterhalb des Gipfels die letzten Verfolger um Pidcock eingeholt hatte.
Gut 32 Kilometer vorm Ziel am unkategorisierten Hundsrückpass war vorne Healy aufgebraucht, bei nur noch 1:30 vorm Verfolgerfeld. Anders Johannessen scherte 18,5 Kilometer vorm Ziel aus. Im letzten Anstieg zum Col du Haag ließen Rubio und Paret-Peintre gleich unten abreißen. Carapaz attackierte Johannessen.
In der Gruppe der Klassementbesten fuhren Ayuso und Pidcock früh verdächtig weit hinten. Pidcock fiel dann auch schnell zurück. Carapaz konnte den Vorsprung zunächst relativ konstant auf knapp einer Minute vor den Klassementbesten belassen, als dort noch die letzten Helfer von Pogacar und Vingegaard den Ton angaben. Johannessen holte Carapaz 6 Kilometer nach dessen Attacke wieder ein.
Dahinter attackierte Lipowitz rund 12 Kilometer vorm Ziel. Seixas sprang sofort ans Rad. Vingegaard hatte noch Kuss als letzten Helfer. Mit ihm brachte er Pogacar, Evenepoel, Ayuso und del Toro zurück zu Lipowitz und Seixas. Die Aktion kostete Skjelmose und Martinez den Anschluss. Kuss fiel auch zurück.
Vingegaard spannte sich nun vor, und Evenepoel fiel zurück, allerdings nicht weit. 8,2 Kilometer vorm Ziel und 2,5 Kilometer unterhalb des Gipfels war das Spitzenduo von einem Verfolgersextett gestellt. Evenepoel lag nur 10 bis 15 Sekunden als Solist dahinter.
In der letzten Steilstufe folgte der Antritt durch Pogacar, der einmal mehr sofort saß. Zunächst fuhren Vingegaard und Seixas als Solisten dahinter, gefolgt von einem Trio mit Ayuso, Lipowitz und del Toro. Bis zum Gipfel spannten Vingegaard und Seixas zusammen, und del Toro sprang zu ihnen vor. Dies gelang Evenepoel auch noch bei Lipowitz und Ayuso.
Oben lag Pogacar 23 Sekunden vor den ersten 3 Verfolgern und 43 Sekunden vor der den nächsten 3. Auf den letzten, teils abschüssigen Kilometern zum Ziel baute Pogacar den Vorsprung etwas aus, wohingegen der Abstand zwischen den Verfolgertrios schrumpfte, weil del Toro als Pogacars Teamkollege nichts machte. Erst zum Zielsprint trat del Toro an und musste sich strecken, um Seixas zu schlagen.

