Tim Merlier zu Sieg Nummer 3, schwerer Sturz dahinter
Tim Merlier (Soudal) gewann in Chalon-sur-Saône die 12. Etappe und damit seine 3. bei dieser Tour de France 2026 im Massensprint. Der 33-jährige Belgier fand einige Lücken und behauptete sich fast eine Radlänge vor Olav Kooij (Decathlon), der von noch viel weiter hinten kam und nur knapp von einem kapitalen Massensturz verschont blieb.
Den Sprint eröffneten gleichzeitig Philipsen (Alpecin) und Fretin (Cofidis) hinter Philipsens letzten Anfahrer. Merlier schlüpfte durche eine entstehende Lücke, sprintete vor ans Hinterrad von Fretin und stürmte vor an die Spitze. Philipsen und Fretin belegten die Plätze 3 und 5 vor und hinter Girmay (NSN).
Unmittelbar vor der Sprinteröffnung fuhr Gaviria (Caja Rural) rechts neben Kooij dem vor ihm kreuzenden van Mechelen (Bahrain) ins Hinterrad und stürzte zum Schlüsselbeinbruch. Während Kooij und van Mechelen auf dem Rad blieben, purzelten hinter Gaviria der Vortagessieger Wærenskjold (Uno-X) und Bittner (Picnic) direkt über diesen, und auch ein paar weitere Fahrer konnten nicht mehr ausweichenm, krachten knallhart auf die Straße und hielten sich zum Teil die Schlüsselbeine.
Ergebnis
1. Tim Merlier (BEL) – Soudal-Quick Step 3:38:53
2. Olav Kooij (NED) – Decathlon-CMA CGM
3. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Premier Tech
4. Biniam Girmay (ERI) – NSN
5. Milan Fretin (BEL) – Cofidis
6. Anthony Turgis (FRA) – Totalenergies
7. Max Kanter (GER) – XDS-Astana alle
8. Clément Russo (FRA) – Groupama-FDJ
9. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek
10. Huub Artz (NED) – Lotto-Intermarché
11. Rick Pluimers (NED) – Tudor gleiche
12. Fred Wright (GBR) – Pianrello-Q36.5
13. Jenthe Biermans (BEL) – Cofidis
14. Mathieu van der Poel (NED) – Alpecin-Premier Tech
15. Pascal Ackermann (GER) – Jayco-Alula Zeit
– 174 Fahrer klassiert.
Am Tag des möglicherweise letzten Massensprints der Tour 2026 hagelte es in der Schlussphase Attacken, insbesondere am letzten der 3 kleinen Bergpreise des Tages. Trotzdem wurde der Sieger zum 5. Mal im Feldsprint ermittelt. Die Gesamtführung vor den bergigeren Folge-Etappen behielt Tadej Pogacar (UAE) mit unverändert 3:36 Minuten vor Vingegaard (Visma) und knapperen Abständen dahinter.
Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 43:04:01
2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:36
3. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +4:06
4. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +4:22
5. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +4:35
6. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +4:44
7. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +5:08
8. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +5:45
9. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +6:34
10. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +11:49
11. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +12:15
14. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +12:43
15. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +13:38
11. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +14:50
12. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +15:08
18. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +15:36
17. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech +16:13
18. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +17:43
19. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +17:56
20. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +18:26
Baptiste Veistroffer (Lotto) arbeitete während der 12. Etappe weiter an seinem Ruf als aktivster Ausreißer der Tour de France 2026. In der Anfangsphase setzte er sich nach einigen Kilometern der Springerei wieder mal als Solist ab. Hinterm Zwischensprint erhielt Veistroffer Zuwachs durch Caruso (Bahrain), Costiou (Groupama) und Vercher (Totalenergies), war dann aber 50 Kilometer vorm Ziel wieder alleine unterwegs, als er seinen letzten Begleiter Costiou an einer Welle abstellte. Zwischendurch gab es mal einen Regenschauer bei ansonsten wieder trockenen Bedingungen. 32,5 Kilometer vorm Ziel war Veistroffers Zeit an der Spitze abgelaufen, als aus dem Hauptfeld die Attacken losgingen.
Beim Zwischensprint holte sich Pedersen hinter Veistroffer den 2. Platz. Allerdings baute der Mann im Grünen Trikot voll gewollt seine Konkurrenten an der Bande ein. Als Pedersen merkte, dass ihn mehrere Fahrer überholen würden, zog er von der Straßenmitte Richtung Seitengitter mit nur einem Ziel. Vollkommen zurecht wurde ihm der 2. Platz und die damit zusammenhängenden 20 Punkte aberkannt. Doch wie am Vortag nach dem Zielsprint bei Philipsen kassierte die Jury auch diesmal die Entscheidung, als das Team sofort intervenierte. So behielt Pedersen den 2. Platz vor Philipsen, Merlier, Kanter (XDS) und Girmay.
Kurz vor Veistroffers Einholung begannen insbesondere Pedersens Teamkollegen und sogar er selbst und Klassementfahrer Skjelmose einen Attackenhagel, dem sich mehrere andere Teams und Fahrer anschlossen. Doch die Sprinterteams behielten die Situation letztlich im Griff.
In den Schlusskilometer hinein stürmte Philipsens Team als Quartett an die Spitze. Aber das hilft dann auch nichts, wenn dieses Jahr 2 Fahrer klar endschneller sind. Pedersen belegte im Ziel wieder einen hinteren Top-Ten-Platz. Das Grüne Trikot hätte er auch ohne die 20 Punkte des Zwischensprints behalten. Seine potenziellen Konkurrenten schnappen sich – günstig für Pedersen – weiterhin gegenseitig die Punkte weg.
Grünes Trikot
1. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek 357 p.
2. Biniam Girmay (ERI) – NSN 317
3. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck 311
4. Tim Merlier (BEL) – Soudal-Quick Step 307
5. Max Kanter (GER) – XDS-Astana 239
6. Olav Kooij (NED) – Decathlon-CMA CGM 210
7. Søren Wærenskjold (NOR) – Uno-X 159
8. Anthony Turgis (FRA) – Totalenergies 129
9. Milan Fretin (BEL) – Cofidis 129
10. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 107