Van der Poel holt seinen Fluchtsieg
Mathieu van der Poel (Alpecin) gewann in Ussel die 9. Etappe der Tour de France 2026 im Sprint einer hochkarätigen 4-köpfigen Fluchtgruppe. Der 31-jährige Niederländer behauptete sich von vorne gegen Tobias Johannessen (Uno-X), gefolgt von Tom Pidcock (Pinarello) und Alex Baudin (EF). Nur 6 Sekunden hinter dem Quartett führte Filippo Ganna (Netcompany) vor Mads Pedersen (Lidl) ein arg dezimiertes Hauptfeld über die Linie.
Die 9. Etappe am Rande des Zentralmassivs war wegen Hitze etwas verkürzt worden. Erst spät bildete sich die Spitzengruppe des Tages, die sich 88 Kilometer vorm Ziel auf 8 Fahrer halbierte. 25 Kilometer vorm Ziel attackierte van der Poel volles Rohr am letzten Bergpreis. Nur Johannessen, Pidcock und Baudin kamen noch einmal hin – Gee-West, Simmons (beide Lidl), Castrillo (Movistar) und van Eetvelt (Lotto) nicht.
Pedersen baute seine Führung in der Punkteführung ums Grüne Trikot aus. Zu einem weiteren Tagessieg reichte es allerdings nicht, weil sein Team auf allen Hochzeiten tanzte. 2 Teamkollegen waren zuerst vorne in der Spitzengruppe, 2 weitere Teamkollegen verrichteten als Klassementfahrer keine Nachführarbeit. In diese schalteten sich allerdings Gannas Helfer ein – zurecht, wie sich zeigen sollte.
Ergebnis
1. Mathieu van der Poel (NED) – Alpecin-Premier Tech 3:27:51
2. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X alle
3. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello gleiche
4. Alex Baudin (FRA) – EF Education-Easypost Zeit
5. Filippo Ganna (ITA) – Netcompany-Ineos +0:06
6. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek
7. Michael Matthews (AUS) – Jayco-Alula
8. Nicolas Breuillard (FRA) – Totalenergies
9. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies
10. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost
11. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG alle
12. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora
13. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG gleiche
14. Alex Aranburu (ESP) – Cofidis
15. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM Zeit
– 176 Fahrer klassiert.
Das Hauptfeld bestand hinterher nur noch aus den Klassementfahrern sowie ein paar der besten Klassikerjäger und besten Helfer, insgesamt unter 40 Mann. Das Gruppetto war hinterher größer als das Hauptfeld.
In den Top-9 der Gesamtwertung gab es keine Änderungen. Tadej Pogacar (UAE) ging im Gelben Trikot mit unverändert 2:42 Minuten Vorsprung vor Vingegaard (Visma) und 3:27 vor del Toro (auch UAE) in den ersten Ruhetag. Als letzter Nicht-Klassementfahrer wurde Vacek (Lidl) vom 10. Platz der Gesamtwertung nach hinten durchgereicht. Jenseits der Top-Ten machten Johannessen und Pidcock durch ihre Tagesleistung zwar Plätze, aber kaum Zeit gut.
Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 32:17:04
2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:42
3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +3:27
4. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +3:30
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +3:34
6. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +3:55
7. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +4:00
8. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +4:21
9. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +4:57
10. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +9:12
11. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +9:30
12. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +9:35
13. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +9:40
14. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +9:45
15. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +10:46
16. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +10:51
17. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +10:56
18. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +12:21
Wegen Hitze ein paar Kilometer weniger
Durch die gestrichenen gut 30 Kilometer zu Beginn der 9. Etappe lag der Zwischensprint nah am scharfen Start. Auf bereits ansteigendem Terrain holte Pedersen nach Vorarbeit seines Teams 25 Punkte vor Girmay (NSN) und Philipsen (Alpecin). Inklusive der Punkte im Ziel konnte Pedersen sein Grünes Trikot untermauern. Der bisherige Zweitplatzierte Merlier war schon vor dem Zwischensprint abgehängt.
Es dauerte bis in die letzten 100 Kilometer hinein, ehe sich 16 Fahrer mit mehr als einer Minute lösen konnten. Johannessen verkleinerte die Spitze mit einer Attacke zunächst auf Simmons und sich selbst. 6 weitere Fahrer, darunter van der Poel, fanden noch den Anschluss.
Das Hauptfeld, anfangs angeführt von Pogacars Helfern, dann von Pedersens und Gannas Teamkollegen, war nie weit von der Spitzengruppe weg, so dass diese sich keine Tändeleien leisten konnte. Das galt immer noch und umso mehr, als van der Poel die Vorentscheidung gesucht hatte und nur noch 3 weitere Fahrer bei ihm waren. Pidcock wäre fast wegen einer zwischenzeitlich nicht funktionierenden Schaltung zurückgefallen.
Mit 23 Sekunden Vorsprung ging das Spitzenquartett in den leichtansteigenden Schlusskilometer. Van der Poel absolvierte diesen von vorne. Als an der 250-Meter-Marke Johannessen von der 3. Position antrat, tat dies van der Poel fast gleichzeitig. Pidcock an 2. Position reagierte zu spät. Damit waren die Plätze 1 bis 4 auch schon vergeben. Van der Poel feierte seinen 3. Karriere-Etappensieg beim größten Rennen, das ihm eigentlich am wenigsten liegt. Das Profil der 9. Etappe war ihm allerdings auf den Leib geschneidert.
