Archiv für den Tag: 18. August 2025

Florian Lipowitz startet bei der Deutschland Tour


Plomi Foto

25 Tage nach seinem Podium bei der Tour de France ist Florian Lipowitz zurück – und das direkt vor heimischem Publikum. Die Deutschland Tour wird für den 24-Jährigen nicht nur das Comeback ins Renngeschehen, sondern auch ein echtes Wunschprojekt.

Am Mittwoch rollt er in Essen von der Startrampe zum Prolog. Es ist eine Premiere und gleichzeitig der Auftakt zur heißen Saisonendphase. Denn Florian Lipowitz steht zum ersten Mal überhaupt bei der Deutschland Tour am Start. Überhaupt ist er abgesehen von Meisterschaften seit über zwei Jahren bei keinem deutschen UCI-Rennen mehr gefahren. Jetzt könnten der Moment und die Bühne nicht besser sein.

“Für jeden deutschen Fahrer sind die Rennen in Deutschland etwas Besonderes. Und für mich ist es in diesem Jahr noch einmal ganz besonders. Bei der Tour de France waren so viele deutsche Fans an der Strecke – da bin ich gespannt, was nächste Woche los ist”, sagt Lipowitz.

„Ich will etwas zurückgeben“
Die Euphorie der Tour de France hat Spuren hinterlassen. Florian Lipowitz will den Fans in Deutschland etwas zurückgeben, ein ganz persönliches Dankeschön für die lautstarke Unterstützung in Frankreich. Die Deutschland Tour ist für ihn die perfekte Gelegenheit, sich zu revanchieren – auch bei den Teamkollegen.

“Ich war zwei Wochen im Urlaub. Für mich wird die Deutschland Tour der Einstieg in den nächsten Saisonblock. Das Profil liegt eher unseren Sprint- und Klassikerspezialisten – mit Jordi, Danny und Laurence sind wir für alle Etappen top aufgestellt. Aber ich will den Jungs jetzt etwas zurückgeben und ihnen helfen, Erfolge einzufahren”, so Lipowitz weiter.

Nächste Stopps: Kanada und Italien
Nach dem Heimspiel stehen noch fünf harte Renntage bis zum Saisonende auf dem Programm, auf die er sich voller Fokus vorbereitet: Im September die WorldTour-Klassiker in Québec und Montréal. Im Oktober folgt der Klassikerblock mit Giro dell’Emilia, Tre Valli Varesine – und als großes Finale das Monument Il Lombardia. Ein Schlusspunkt, der dem ereignisreichen Jahr von Florian Lipowitz würdig ist.

ADAC CYCLASSICS Hamburg 207km

1 Townsend Rory Q36.5 Pro Cycling Team 400 04:24:06
2 De Lie Arnaud Lotto 320 + 00
3 Magnier Paul Soudal Quick-Step 260 + 00
4 Philipsen Jasper Alpecin-Deceuninck 220 + 00
5 van Poppel Danny Red Bull-BORA-hansgrohe 180 + 00
6 Wright Fred Bahrain Victorious 140 + 00
7 Morgado António UAE Team Emirates-XRG 120 + 00
8 Girmay Biniam Intermarché-Wanty 100 + 00
9 Louvel Matis Israel-Premier Tech 80 + 00
10 van Aert Wout Team Visma | Lease a Bike 68 + 00
11 Aranburu Alex Cofidis 56 + 00
12 Penhoët Paul Groupama-FDJ 48 + 00
13 Lund Andresen Tobias Team Picnic PostNL 40 + 00
14 Coquard Bryan Cofidis 32 + 00
15 Christen Fabio Q36.5 Pro Cycling Team 28 + 00
16 Laurance Axel INEOS Grenadiers 24 + 00
17 Mayrhofer Marius Tudor Pro Cycling Team 24 + 00

18 Gautherat Pierre Decathlon AG2R La Mondiale Team 24 + 00
19 Tiller Rasmus Uno-X Mobility 24 + 00
20 Teunissen Mike XDS Astana Team 24 + 00

Sensationstriumph durch Townsend

Rory Townsend (Q36.5) gewann in Hamburg sensationell die Cyclassics 2025. Schon relativ kurz nach dem Start in Buxtehude hatte sich der 30-jährige irische Meister mit 3 Fluchtgefährten an die Spitze gesetzt. Townsend sprang zweien davon auf der Zielgeraden davon und rettete ungefähr 3 Radlängen vor dem Hauptfeld auf die Linie. Der somit bittere 2. Platz ging an Arnaud de Lie (Lotto), der den Sprint des Verfolgerfeldes für sich entschied. Das Podium komplettierte Paul Magnier (Soudal).

Einige Kilometer hinter dem neuen Startort Buxtehude formierte sich das Spitzenquartett des Tages, von dem niemand gedacht hätte, dass hieraus der spätere Sieger kommen würde. Außer Townsend gehörten Johan Jacobs (Movistar), Nelson Oliveira (Movistar) und Dries de Pooter (Intermarché) zur Spitzengruppe.

Das Hauptfeld wurde auf den diesmal 5 Passagen über den Waseberg ausgedünnt. Eine Gruppe kam aber wieder einmal nicht entscheidend weg. Dafür war das frühe Spitzenquartett vor der letzten Passage 16 Kilometer vorm Ziel immer noch eine Minute voraus. Townsend, Jacobs und Oliveira kamen oben mit 30 Sekunden heraus. De Pooter war abgehängt.

Aus dem Feld heraus löste sich eine 10-köpfige Verfolgergruppe, die allerdings den nun 3 Fahrern an der Spitzen kaum näher kam, dafür bald wieder vom Hauptfeld geschnappt wurde. Und so tickten die verbleibenden Kilometer schneller herunter als der Rückstand zum Spitzentrio schmolz.
De Lie verpasst somit den Sieg

In einem Herzschlag-Finale packte Townsend über 300 Meter vorm Ziel einen langen Sprint aus. Jacobs und Oliveira wurden vom jagenden Feld übersprintet. De Lie setzte sich im Feldsprint mit fast einer Radlänge vor Magnier und Jasper Philipsen (Alpecin) durch. Bei bisher jeder Cyclassics-Ausgabe hätte das zum Sieg gereicht. Doch 2025 kam erstmals ein früher Ausreißer durch.

De Lie überholte schon kurz hinter der Ziellinie Townsend. Entsprechend frustrierte schlug de Lie auf den Lenker. Nach einer für seine Verhältnisse bisher verkorksten Saison verpasste de Lie den Sieg bei diesem WorldTour-Rennen, von dem stattdessen der verdutzte Townsend überrumpelt wurde. Ungläubig fasste sich der Ire bei Überfahren der Ziellinie an den Helm, obwohl genug Vorsprung für eine Siegerpose bestanden hätte. Sein 6. Profisieg war der mit weitem Abstand größte.

Ergebnis der 28. Auflage ADAC Cyclassics (207km)
1. Rory Townsend (IRL) – Q36.5 4:24:06
2. Arnaud de Lie (BEL) – Lotto
3. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step
4. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck
5. Danny van Poppel (NED) – Red Bull-Bora
6. Fred Wright (GBR) – Bahrain Victorious
7. Antonio Morgado (POR) – UAE-XRG
8. Biniam Girmay (ERI) – Intermarché-Wanty
9. Matis Louvel (FRA) – Israel-Premier Tech
10. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike
11. Alex Aranburu (ESP) – Cofidis
12. Paul Penhoët (FRA) – Groupama-FDJ
13. Tobias Lund Andresen (DEN) – Picnic-PostNL
14. Bryan Coquard (FRA) – Cofidis
15. Fabio Christen (SUI) – Q36.5
16. Axel Laurance (FRA) – Ineos Grenadiers
17. Marius Mayrhofer (GER) – Tudor alle
18. Pierre Gautherat (FRA) – Decathlon-AG2R
19. Rasmus Tiller (NOR) – Uno-X
20. Mike Teunissen (NED) – XDS-Astana
21. Jon Barrenetxea (ESP) – Movistar
22. Guillaume Boivin (CAN) – Israel-Premier Tech gleiche
23. Riley Sheehan (USA) – Israel-Premier Tech
24. Natnael Tesfatsion (ERI) – Movistar
25. Ruben Guerreiro (POR) – Movistar

35. Johan Jacobs (SUI) – Groupama-FDJ Zeit
37. Nelson Oliveira (POR) – Movistar +0:05