Archiv für den Tag: 19. August 2025

Münchens Radsport-Altmeister Otto Altweck verstorben

Von Manfred M a r r


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München – Bayerns Radsportler trauern um Altmeister Otto Altweck, der im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Neben Ludwig Hörmann und Sigi Renz war Otto Altweck als Amateur und als Profi bis heute einer der erfolgreichsten Münchner und bayerischen Radsportler!

Die Begeisterung für den Zweiradsport zeigte sich bei Otto Altweck sehr früh. Mit 13 Jahren eiferte er seinem Münchner Idol „Wiggerl“ Hörmann nach, als er 1950 beim „RKV Solitarität Denning“ sein erstes Jugendrennen fuhr – dass er prompt gewann! Nach diesem Sieg ließ ihn das Radsportfieber nicht mehr los. Der ehrgeizige Schlosserlehrling begann mit regelmäßigem harten Training und fuhr außerdem die 10 Kilometer zu seiner Arbeitsstelle täglich mit dem Rad. Sein großer Ehrgeiz und Trainingsfleiß wurde bald belohnt: Bereits in der Jugendklasse entwickelte sich Otto Altweck zum Seriensieger und als er 1952 zum traditionsreichen „RC Amor 07“ wechselte, zählte er als Junior auf Bahn und Straße bereits zur deutschen Spitzenklasse.

Auch als Nachwuchs-Amateur begeisterte Otto Altweck neben den damaligen Spitzenfahrern Ebenbeck, Karkowski, Spiegel, Sonntag, Auer und Jakob sofort die Münchner Radsportfans. Vor allem auf der legendären Amor-Bahn war er als schneller Allrounder gefürchtet. Auch bei den schweren und damals sehr langen Straßenklassikern – wie dem Herpersdorfer Express-Preis, den er zweimal gewann – zählte er sehr schnell zu den erfolgreichsten deutschen Amateuren.
Nach zahlreichen weiteren großen Amateur-Siegen und einen 13. Platz bei der Straßen-WM in Belgien, unterschrieb Otto Altweck als 21-Jähriger im Herbst 1958 einen Profi-Vetrag beim Schweinfurter „Torpedo-Team“, der damals einzigen deutschen Profi-Mannschaft. Sein Einstand bei den Berufsfahrern im Rennjahr 1959 war sensationell: Der junge Profi-Neuling sorgte auf Anhieb für internationale Schlagzeilen, denn unter seinen neun (!) Saisonsiegen waren Etappen-Siege bei der französischen Etappenfahrt Dauphine´ Libere´, bei der Tour de Picardie , der Tour de L´Oise und der Luxemburg-Rundfahrt! Ehe sich der Jungprofi Otto Altweck damals versah wurde er mit dieser Bilanz sofort für die deutsche Tour de France-Mannschaft 1959 nominiert: „ Das war für mich mit 22 Jahren eigentlich noch viel zu früh“, sagte er oft rückblickend und fügt hinzu: „ Mir fehlte die Erfahrung bei Profi-Rennen, doch man erwartete einfach, dass ich auch bei der Tour de France eine Etappe gewinne“. Der Druck der dadurch auf den jungen Tour-Neuling lastete war enorm. Hinzu kam, dass Otto Altweck in der ersten Tour-Woche pausenlos von extremen Pech verfolgt wurde. Nach mehrfachen Defekten und einigen Stürzen stieg er vor der ersten Hochgebirgsetappe deprimiert aus. „Plötzlich kümmerte sich vom Team niemand mehr um mich. Kein Trost, kein aufmunterndes Wort, das war für mich die größte Enttäuschung meiner ganzen Karriere“ erinnerte sich Otto Altweck, der damals völlig demoralisiert allein mit dem Zug aus Süd-Frankreich heimreiste. Altweck´s Frust war so groß , dass er das Thema Tour de France leider für immer abhakte.

Später wusste Ottto Altweck, dass dies ein großer Fehler war und das so vieles in seiner Radsportkarriere hätte anders laufen können: „Mir fehlte als Jung-Profi die nötige Betreuung und eine gute Baeratung. Ich war damals viel zu naiv, zu impulsiv und einfach noch zu dumm“, stellte er später rückblickend fest. Trösten konnte sich der vielseitige Allrounder mit dem deutschen Meistertitel in der Einerverfolgung der Profis über 5000 Meter, der ihn gute Verträge für Zweier-Mannschafts- und Sechstage-Rennen auf den Winterbahnen einbrachte. Auch auf den schnellen Holzpisten der Winterbahnen zeigte Otto Altweck als Sieger mehrerer Mannschafts-Rennen schnell seine große Klasse: Mit seinem Münchner Freund Sigi Renz wurde er 1960 deutscher Vize-Meister im Zweier-Mannschaftsfahren über 100km. Beim Frankfurter Sechstage-Rennen stieg Otto Atlweck mit seinem Berliner Partner Hans Jaroscewiz neben den damals weltbesten Sechstagefahrern Nielsen-Lykke aus Dänemark und van Steenbergern/Severeyns aus Belgien als Dritter auf das Treppchen! Im folgenden Rennjahr fuhr Otto Altweck neben vielen Bahnrennen nur noch sehr wenig auf der Straße, doch bei der „Deutschland-Rundfahrt“ 1960 zählte er trotzdem als Neunter der Gesamtwertung zu den drei bestplatzierten Deutschen!

Schon als Kind war Otto Altweck fasziniert von den rasanten Rennen der Profi-Steher, deren Metier er 1960/1961 kennenlernte. Auch hinter den schweren Motoren fand sich der robuste Allrounder erstaunlich schnell zurecht. Dabei zeigte er als Neuling keinerlei Respekt vor den damaligen Assen und Weltmeistern Karlheinz Marsell, Giulermo Timoner, Walter Bucher oder Paul Depaepe. Mit einer sensationellen Serie von Bahnrekorden, die er 1961 auf vielen Pisten fuhr, machte sich Otto Altweck jedoch keine Freunde im Kreis der etablierten Profi-Steher und ihrer Schrittmacher. Kaum einer der Top-Schrittmacher wollte mit dem „bayerischen Rebellen“ fahren, der oft zu frei und zu deutlich seine Meinung über die damalige Steherszene sagte. Auch sein dritter Platz 1960 bei der EM der Steher änderte daran nicht viel. Als Otto Altweck danach immer wieder feststellen musste, dass man ihn mit Steher-Verträgen für die Winterbahnen immer häufiger bewusst überging, war er so verärgert und enttäuscht, dass er 1962 seine Rennmaschine spontan an den Nagel hängte.

Die Lust auf Radsport kam bei Ottto Altweck erst fünfzehn Jahre später wieder: Beim RC Amor , dem er weiterhin treu geblieben ist, war er von 1976 bis 2002 als Sportleiter und Trainer 27 Jahre lang für den Radsportnachwuchs im Einsatz. Zugleich fungierte er ab 1980 als Straßenfachwart des Bayerischen Radsport-Verbandes. Unter Altweck´s Regie fuhren viele bayerische Talente in die deutschen Spitzenklasse und erkämpften zahlreiche Meistertitel. Zu seinen erfolgreichen Schützlingen zählte auch seine Tochter Gaby, die als 7-fache deutsche Meisterin und WM-Sechste begeistert in seine Fußstapfen trat.

Otto Altweck´s guter Ruf als erfahrener Radsporttrainer ging weit über Deutschlands Grenzen hinaus: 1986 –1988 bereitete er als Nationaltrainer das Rad-Team Indonesiens auf die Olympischen Spiele in Seoul vor und von 2000 bis 2004 brachte er die Nationalmannschaft des Iran für die Spielen in Athen in Form. Der Münchner Radsportszene blieb Otto Altweck weiterhin eng verbunden: Bei der Münchner-Radsport-Gemeinschaft ( MRG) fungierte Otto Altweck ab 1985 als Funktionär. Nach zehn Jahren übernahm er 1994 den Vorsitz der MRG , die 2007 aufgelöst wurde. Auch danach blieb Ottto Altweck, der sein ganzes Leben bisher dem Radsport widmete, jährlich eine Woche dem Radsport erhalten. Bei den Sechstage-Rennen in der Münchner Olympia-Halle leitete Otto Altweck viele Jahre den Nachwuchswettbewerb der Amateure.

Seit 1970 bin ich Hobby-Fahrer sagte Otto Altweck oft verschmitzt , wenn er auf seine sechs Rennmaschinen im seinem Keller blickte. „ Nun kann ich viel mehr, noch besser und intensiver auf die alljährlichen nationalen und internationalen Senioren-Meisterschaften vorbereiten“, freute sich der unermüdliche Oldtimer, der im Laufe der folgenden Jahre dreizehn WM-, zehn Master- und drei DM-Medaillen erkämpfte. „S´ Radlfoahrn brauch i für mei Gsundheit“, erklärte Otto Altweck immer schmunzelnd. „Der Stier von der Isar“, wie man Otto Altweck aufgrund seines kraftvollen Stils auf der Rennmaschine nannte, wird seinen vielen Radsportfreunden unvergessen bleiben!

Red Bull – BORA – hansgrohe gibt Aufgebot für die Vuelta a España 2025 bekannt

Das Team bestätigt sein Aufgebot für die Vuelta a España: Jai Hindley, Giulio Pellizzari, Giovanni Aleotti, Nico Denz, Finn Fisher-Black, Matteo Sobrero, Jonas Koch und Tim van Dijke.

Die 80. Austragung der Vuelta a España beginnt mit einem Mannschaftszeitfahren in der ersten Woche, umfasst zehn Bergankünfte (darunter Angliru und Bola del Mundo), bis zu sechs Chancen für Massensprints und ein möglicherweise entscheidendes Einzelzeitfahren in den letzten Tagen, bevor das Rennen traditionell in Madrid endet.

Angeführt wird die Mannschaft von Jai Hindley, dem Giro-d’Italia-Sieger von 2022, der bei der Spanien-Rundfahrt erneut die Rolle des Kapitäns übernimmt. Die Kletterqualitäten des Australiers und seine Erfahrung über drei Wochen machen ihn zu einem idealen Anführer auf einer Vuelta-Strecke mit enorm vielen Höhenmetern. Gleichzeitig reist das Team mit einer ausgewogenen Aufstellung nach Spanien, die nicht nur darauf ausgelegt ist, Hindley in der Gesamtwertung zu unterstützen, sondern auch aggressiv zu fahren und über die drei Wochen hinweg nach Etappensiegen zu jagen.

Giulio Pellizzari bestreitet nach seinem überzeugenden Debüt beim Giro seine zweite Grand Tour der Saison. Der 21-jährige Italiener möchte bei der Vuelta den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen und von der großen Erfahrung seines australischen Teamkollegen profitieren.

Den Rest der Mannschaft bilden Fahrer, die bereits beim Giro d’Italia in diesem Jahr für Stabilität und Geschlossenheit gesorgt haben: Aleotti, Denz, Hindley und Pellizzari kehren gemeinsam für eine weitere dreiwöchige Rundfahrt zurück. Ergänzt wird das Aufgebot durch Finn Fisher-Black, Matteo Sobrero, Jonas Koch und Tim van Dijke, die sowohl Kletterunterstützung als auch Potenzial für Etappenerfolge einbringen.

Patxi Vila, Sportdirektor:
„Mit Jai Hindley haben wir unseren Leader für die Gesamtwertung in einem sehr ausgewogenen Team. Wir wollen konkurrenzfähig sein, das Rennen aktiv mitgestalten, aggressiv fahren und Jai unterstützen, aber ebenso werden wir auch auf Etappensiege gehen. Das ist für uns ein zentrales Ziel. Jai ist unser Kapitän, doch mit dieser ausgewogenen Mannschaft können wir auf mehreren Etappen eine Hauptrolle spielen und nach Siegen greifen. Auch wenn es im Moment nicht einfach ist, eine ganz konkrete Erwartung für Jai zu formulieren: Er ist ein Grand-Tour-Sieger, ein absolut verlässlicher Fahrer, und er hat bereits bewiesen, dass er die Substanz hat, um eine dreiwöchige Rundfahrt zu gewinnen.“