Archiv für den Tag: 25. August 2025

Das einmalige „Kriterium der Giganten“ 1963 im Nürnberger Stadion

Artikel von Manfred Marr

In den mehr als 70 Jahren seit ich den Radsport begeistert und aufmerksam verfolgt habe, sind mir bis heute einige ganz außergewöhnliche Veranstaltungen besonders in Erinnerung geblieben. Eine von ihnen war am 30. August 1963.
An jenem schönen August-Abend fuhr ich per Rad zum Nürnberger Stadion – nicht um den 1. FCN zu sehen – sondern um zwei der damals größten Weltstars des Profi-Radsports ab 20.00 Uhr bei Flutlicht zu erleben:


Ein einmaliges Rennprogramm wie es Nürnberg noch noch nie vorher sah!

Ein „KRITERUIM DER GIGANTEN“

wurde im Rennprogramm angekündigt und das war damals keinesfalls übertrieben, denn an diesem Abend fuhren auf der Aschenbahn des Stadions auf Bahnmaschinen:

Jacques Anquetil (Frakreich), der damals bereits vierfache Tour de France-Sieger, der 1963 neben der Tour Jahr auch Paris-Nizza, die Spanien-Rundfahrt und die Trophée Dauphine gewonnen hatte. Er war damit der absolute Super-Star des internationalen Profi-Radsports!
Federico Bahamontes (Spanien) der Tour de France-Sieger 1959, der 1963 hinter Anquetil Zweiter der Tour de France war und bis 1963 bereits fünfmal die Gesamt-Bergwertung der Tour de France gewonnen hatte. Ein Bergtrikot gab es damals noch nicht.
Hennes Junkermann (Deutschland), der zweimal die Tour de Suisse gewonnen hatte und zehnmal Deutscher Meister auf Bahn und Straße war.
Rolf Wolfshohl (Deutschland), dreimaliger Cross-Weltmeister und 1963 erfolgreichster Straßenprofi im Ausland.
Dieter Kemper (Deutschland), Etappensieger der Deutschland-Rundfahrt und der Tour de Suisse, Deutscher Meister der Profis im Verfolgungsfahren.
Lucien „Lull“ Gillen (Luxemburg, Kriteriums-Spezialist und 9-facher Sechstage-Sieger.

Rund 5000 Radsportfans feuerten die berühmten Asse begeistert an.
Ausgetragen wurde ein Omnium mit Zweier-Verfolgungsrennen, einem Punkte- und einem Ausscheidungsfahren, bei dem die beiden schnellen Allrounder Kemper und Gillen am besten mit der Aschenbahn zurechtkamen.


Diese seltene Aufnahme von der Zweier-Verfolgung bei Flutlicht auf der Aschenbahn zeigt Bahamontes und Anquetil

Kemper gewann das Omnium vor Gillen und Junkermann.


Dieter Kemper war der herausragende Mann des Abends

Mit am Start waren u.a. auch Sigi Renz, Klaus Bugdahl, WolfgangSchulze, Horst Oldenburg, Willi Altig, Manfred Donike, Rudi Theissen, Ehrenfried Rudolph und viele weitere erfolgreiche deutsche Profis.

Es gab viele kurze Interviews mit den Teilnehmern und ich konnte meine damals schon sehr umfangreiche Autogramm-Sammlung um einige wertvolle „Schätze“ vergrößern. Leider hatte ich damals noch keinen Fotoaparat, doch die Erinnerungen an diesen tollen Abend bleiben mir für immer!

Manfred M a r r

Die Favorit:innen für den 44. Ötztaler Radmarathon

Am kommenden Wochenende ist es zum 44. Mal wieder so weit: Der Ötztaler Radmarathon ruft und über 4.000 Teilnehmer:innen aus 40 Nationen kommen nach Sölden! Bei den Damen sind gleich vier ehemalige Siegerinnen am Start, bei den Männern sind es sechs ehemalige Triumphatoren.

Für den Großteil des Starterfeldes lautet die Devise, sich den Traum vom Finishen des Ötztaler Radmarathons über 227 Kilometer und 5.500 Höhenmeter zu erfüllen. Ermöglicht werden diese Träume durch das über 1.300-köpfige Dream Team aus Helfer:innen, das die Strecke absichert, Verpflegung bietet und für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Die meisten Teilnehmer:innen fahren Zeiten jenseits der zehn Stunden-Marke. Sie peilen nicht Top-Ergebnisse an, im Vordergrund steht die Faszination Ötztaler Radmarathon und die Strecke überhaupt zu schaffen! Anders sehen das die Spitzenfahrer des Ötztaler Radmarathons, die um den prestigeträchtigen Sieg fighten. Mit Jack Burke (CAN/2024, 2022), Johnny Hoogerland (NED/2021), Stefano Cechini (ITA/2017), Bernd Hornetz (GER/2016) und den Österreichern Markus Kremser (1991) und Ekkehard Dörschlag (1986, 1987, 1988, 1989) sind gleich sechs ehemalige Sieger dabei. Bei den Damen konnten die drei Deutschen Janine Meyer (2023, 2024), Catherine Rossmann (2022) und Monika Dietl (2013) sowie die Italienerin Brigitte Vasselai (1999) über erste Plätze jubeln.

Wer schlägt Jack Burke?
Der gebürtige Kanadier und in Tirol lebende Jack Burke ist seit einigen Jahren in der Radmarathonszene das Maß aller Dinge. Der 30-Jährige feierte viele Siege, herausragend 2022 sein erster Triumph beim Ötztaler Radmarathon und nach seinem Sieg im Vorjahr geht er auch als Titelverteidiger am Sonntag ins Rennen: „Die Saison ist bisher sehr gut gelaufen und der Ötztaler ist mein „Heimrennen“. Ich fühle mich stark und die Vorbereitung war perfekt. Heuer sind viele klingende Namen am Start, deshalb tippe ich auf einen „Außenseitersieg“. Viele werden uns beobachten und vor den entscheidenden Bergen viel Zeit herausholen. Ohne Teamkollegen wird es schwer, große Rückstände wieder gutzumachen. Aber natürlich wäre der dritte Sieg ein Traum!“Dagegen hat der in Velden lebende Niederländer Johnny Hoogerland, Sieger von 2021, sicher Einwände. Der UCI-Amateur- und Gravel-Weltmeister wurde vor zwei Jahren Dritter und kommt mit einer starken Form ins Ötztal. „Es gibt viele Favoriten, bei so einem harten Rennen muss einfach alles passen. Aber es kommen jedes Jahr junge, hungrige Fahrer nach. Darum wird es immer schwieriger, beim Ötztaler Radmarathon ein Top-Ergebnis zu schaffen“, sagt der 42-Jährige.

Lakata und Leopold mit offenen Rechnungen

Einer, der Top-Ergebnisse beim Ötztaler Radmarathon scheinbar gepachtet hat, ist der Kärntner Ex-Profi Hans-Jörg Leopold. Die Beständigkeit des 42-Jährigen ist beeindruckend: In den Jahren 2024 und 2021 musste er sich jeweils nur Burke und Hoogerland geschlagen geben, 2022 und 2023 verpasste er als Vierter jeweils das Podest. Für heuer dämpft er die Erwartungen: „Meine Erwartungen für heuer sind nicht zu hoch. Ich selbst schätze mich zwischen Rang fünf und zehn ein.“ Für den dreifachen MTB-Marathonweltmeister Alban Lakata ist der Ötztaler Radmarathon eines der Highlights des Jahres. Und mit dem Klassiker in den Alpen hat der Osttiroler noch eine Rechnung offen: zwei vierte Plätze, ein zweiter und ein dritter Rang. Der Triumph fehlt ihm noch: „Dieser Sieg ist nach wie vor das große Ziel. Die Vorbereitung in diesem Jahr verlief nahezu perfekt. Also Feuer frei am Sonntag!“

Hochkarätige Außenseiter
Der ehemalige MTB-Eliminator Weltmeister Daniel Federspiel gehört mit seinen 38 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen, wie seine tolle Saison 2025 beweist. Mit dem Ötztaler Radmarathon verbindet den Imster eine besondere Beziehung. Er gewann bisher nicht nur alle Ausgaben des Bike4Help-Bergsprints, wo er teilnahm, mit den Plätzen fünf, sechs und sieben schaffte er es auch schon drei Mal in die Top-Ten. Das gelang auch dem Haiminger Lokalmatador Fabian Costa im Jahr 2021, als er Sechster wurde. Top-Ten-Ergebnisse haben auch die jungen Tiroler Jonas Holzknecht, Philip Handl und Patrick Hagenaars, der mit einer Armprothese fährt, zu Buche stehen. Daniel Federspiel lässt den Bike4Help-Bergsprint heuer aus: „Der Sprint ist echt eine tolle Veranstaltung, aber ich spare heuer lieber die Kräfte für Sonntag. Generell zählt beim Ötztaler Radmarathon: Favorit zu sein ist easy – abzuliefern ist die Kunst. Das gilt für alle Starter!“

Janine Meyer – wer sonst?
Im Vorjahr lieferte die Deutsche Janine Meyer beim Ötztaler Radmarathon eine richtige Show ab: Mit einem Start-Ziel-Sieg stellte sie mit der Bombenzeit von 7:26.26,8 Stunden auch einen neuen Streckenrekord auf und holte nach 2023 ihren zweiten Triumph beim Ötztaler Radmarathon. Das gelang im Jahr zuvor auch ihrer Landsfrau Catherine Rossmann, die heuer wieder zu ihrer schärfsten Konkurrentin zählt. Aus Ötztaler Sicht könnten zwei Athletinnen in die Top-20 kommen: Vom Mitveranstalterverein URC Ötztal sind mit Daniela Kneisl und Marie-Theres Gurschler zwei Damen dabei, die im Vorjahr bereits unter neun Stunden fuhren! „Generell ist es sehr erfreulich, dass immer mehr Frauen begeisterte Rennradfahrerinnen sind. Heuer gehen über 400 Damen an den Start – knapp zehn Prozent des gesamten Starterfeldes und damit eine Steigerung von rund 18 Prozent zum Vorjahr“, erläutert Heike Klotz von der OK-Leitung.

Manfred Moelgg verblüffte im Vorjahr
Neben den Top-Stars der Radmarathonszene und vielen ambitionierten Radsportler:innen aus aller Welt nehmen beim Ötztaler Radmarathon auch immer wieder Prominente teil. Im Vorjahr überraschte der ehemalige Spitzenskifahrer Manfred Moelgg mit einer fantastischen Zeit von 7:46.59,9 Stunden. Damit erreichte der Südtiroler lediglich eine knappe Stunde hinter Sieger Jack Burke als Gesamt-96. das Ziel! Heuer wird Moelgg wieder mit seinem Landsmann Werner Heel antreten. Neben Benjamin Karl, der eine Zeit um die acht Stunden anpeilt, feiert Skibergsteigerin Sarah Dreier ihre Premiere beim Ötztaler Radmarathon!

Nachhaltigkeit im Fokus
„Beim Ötztaler Radmarathon geht es um mehr als Bestzeiten. Es geht auch um Verantwortung – für die Berge, die Region und unsere Zukunft“, sagt OK-Chef Dominic Kuen. Der Ötztaler Radmarathon setzt auch heuer verstärkt auf Regionalität und Nachhaltigkeit: Von der umweltfreundlichen Anreise über nachhaltige Verpflegung bis hin zu Mehrweg-Lösungen bei Getränkestationen, weniger Müll oder auch E-Autos. Die Veranstalter zeigen, dass Spitzensport und Verantwortung für Natur und Region Hand in Hand gehen können

www.oetztaler-radmarathon.com
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Pressekontakt:
MR PR – Martin Roseneder
eMail: martin@mr-pr.at
Homepage: www.mr-pr.at

Unglückliches Ende eines großen Radsportfestes beim Kriterium in Rankweil – Deutscher Meister Dario Rapps siegt vor Alexander Konychev vom Team Vorarlberg

Dass auch in Rankweil der Radsport zuhause ist, hat man am Samstag beim top besetzten internationalen Radkriterium eindrucksvoll erlebt. Es war ein Radsportspektakel auf höchstem Niveau was die Elite Fahrer dargeboten haben in ihrem Fight über 80 Runden (84 Kilometer). Ebenso die Rahmenbewerbe mit den Kids und den Hometown Heros boten einiges an Unterhaltungswert.

Die Heimmannschaft, das Team Vorarlberg, musste auf den erkrankten Leader Colin Stüssi verzichten. Nur mit sechs Mann ging es ins Rennen, welches wiederum viele Zuschauer und Radfans an den Fuß des Liebfrauenbergs lockte.

Spannendes Rennen wird durch zwei schwere Stürze beendet
Es entwickelte sich ein offener Rennverlauf mit hohem Tempo. In den Punktesprints für die Gesamtwertung zeichnete sich früh ein Zweikampf ab zwischen dem deutschen Kriteriumsmeister Dario Rapps (BROSCH Kempten) und Alexander Konychev vom Team Vorarlberg. Gegen Mitte des Rennens ereignet sich ein Sturz in welchem mehrere Fahrer verwickelt sind. Das Rennen wurde unterbrochen und neu gestartet. Auch nach dem Neustart holten Konychev und Rapps die Punkte. Im Einlauf in die letzte Runde, dann ein weiterer schwerer Sturz. Dieses Mal erwischte es leider Jannis Peter vom Team Vorarlberg. Das Rennen wurde mit dem aktuellen Stand der Zwischenwertung endgewertet!
Sieger Dario Rapps (BROSCH Kempten, vor Alexander Konychev (Team Vorarlberg) und Emilio Cabrera (SUI).


Plomi Foto

Statement Sieger Dario Rapps: „Es wurde ein hohes Tempo gefahren. Das Risiko fährt immer mit im Sport. Die Veranstaltung war auf einem unglaublich hohem Niveau. Am Schluss war es dann doch etwas zuviel Risiko eines Konkurrenten. Ich habe mich sehr gefreut auf den finalen Sprint mit Konychev. Bin aber happy mit dem Sieg, dieser sagt mir sehr viel.“

Statement Thomas Kofler OK-Verantwortlicher: „Wir hätten uns alle einen anderen Abschluss dieses tollen Rennsportages gewünscht. Ich wünsche den Verletzten alles Beste und eine schnelle Genesung. Trotz dieser sportlichen Zwischenfälle dürfen wir auf eine unglaubliche Begeisterung zurückblicken und Rankweil danke sagen! Ein Dank an die vielen Helfern, allen Partner, Behörden, der Marktgemeinde Rankweil und sämtlichen Sponsoren!“

Große Begeisterung bei den Hometown Heros und beim Käferle Cup
Im Vorprogramm zu den Profis zeigten sich viele Kids begeistert vom Käferle Cup in Rankweil. Vom Laufrad bis zu den Schülern waren wieder viele Kinder dabei. Zu sehen, nur lachende Kinderaugen.
Im Vergleich zum Start der Hometown Heros Rennen im Vorjahr, waren heuer gleich drei Klassen notwendig, um allen einen Start zu ermöglichen. Und es war ein sportliches Kräftemessen auf ganz unterschiedlichen Niveaus bei den Damen und Herren. Für viele war es eine Gaudi, für die anderen ging es ums Eingemachte. Am Ende des Tages darf man auf ein außerordentlich gelungenes Format zurückblicken.

Abschluss mit 12h Benefizradeln und Programm für Sonntag
Weiter geht es mit einem 12 Stunden Benefizradeln für den guten Zweck am Marktplatz Rankweil mit Start um 22 Uhr, sowie weiterem Programm am Sonntag. Organisiert von den Wirten von Rankweil und dem Radsportverein Schwalbe Radsport vor dem Arlberg, sowie dem Team Vorarlberg.

Alle Informationen zum Radkriterium um den Liebfrauenberg gibt es unter:

Int. Radkriterium Rankweil