Von Manfred M a r r
Nürnberg – Drei Jahre nach seinem Vereinskameraden Fritz Neuser feierte am 28. August auch Werner Löw seinen 90-Geburtstag. Der Jubilar, dessen Radsportkarriere 1949 beim „Tourenclub Nürnberg“ begann, zählte als außergewöhnlich vielseitiger Allrounder und siebenfacher Deutscher Meister rund zehn Jahre lang zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlern.
Nach seinem Wechsel zum RC Herpersdorf im Jahr 1951 wurde Werner Löw 1952 und 1953 zweimal Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister auf der Strasse. Seine außergewöhnlichen Spurtqualitäten bewies Werner Löw als er 1953 auch den deutschen Jugend-Meistertitel im Sprint erkämpfte! Bereits in seinem ersten Amateur-Jahr setzte Werner Löw 1954 seine DM-Serie erfolgreich fort, als er mit Fritz Neuser den Meistertitel auf dem Tandem gewann, den beide 1955 erfolgreich verteidigten.
Seine größte Enttäuschung erlebte Werner Löw, im folgenden Jahr, als der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) damals Fritz Neuser nicht mit ihm, sondern zusammen mit dem Schweinfurter Günther Ziegler für die Olympischen Tandem-Rennen 1956 in Melbourne nominierte. „Ich war zunächst so enttäuscht, dass ich sofort mit dem Radsport aufhören wollte“, erzählt Werner Löw. Doch soweit kam es Gott sei Dank nicht. Werner Löw fand mit seinem jungen Vereinskameraden Holger Hermann einen neuen sehr guten Tandem-Partner, mit dem er bei der Deutschen Tandem-Meisterschaft im gleichen Jahr für eine echte Sensation sorgte: Im spannenden Finale um den Meistertitel gewannen Löw-Herrmann klar vor den haushohen Favoriten Neuser-Ziegler! „Das hat mich einigermaßen über die entgangene Olympia-Teilnahme hinweg getröstet“, erinnert sich Werner Löw, der 1956 zusammen mit Georg Singer, Willi Renn und Fritz Neuser auch den DM-Titel in Bahn-Vierer nach Herpersdorf holte.
Dem RC Herpersdorf , für den er als Fachwart, 2. Vorsitzender und „Mädchen für alles“ viele Jahre unermüdlich im Einsatz war, blieb Löw auch nach dem Ende seiner Karriere ab 1958 eng verbunden. Viele Jahrzehnte gab er seine reiche Erfahrung als Trainer und Betreuer an den ehrgeizigen Nachwuchs des RCH weiter – auch an seinen Sohn Robby, der als mehrfacher bayerischer Meister erfolgreich in seine Fußstapfen trat und 1983 deutscher Tandemmeister der Junioren wurde.

Plomi Foto (Robby und Werner Löw 1984)
„Ein schwerer Schock war es für mich, als der RC Herpersdorf, dem ich rund 60 Jahre angehörte, 2008 nach seiner Insolvenz aufgelöst werden musste“, sagt Werner Löw, der dem damals neu gegründeten „VfR-Herpersdorf“ beitrat und danach jahrelang unermüdlich dafür kämpfte, dass daraus später wieder der alte Verein entstand mit seinem traditionellen Namen „RC Herpersdorf“. Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme verfolgt Werner Löw auch mit 90 Jahren seinen geliebten Radsport noch immer sehr aufmerksam.“ Der Radsport ist für mich nach wie vor eine der schwersten und auch der schönsten Sportarten!“, schwärmt der Herpersdorfer Altmeister.

