Archiv für den Tag: 30. August 2025

Herpersdorfer Altmeister Werner Löw 90 Jahre

Von Manfred M a r r

Nürnberg – Drei Jahre nach seinem Vereinskameraden Fritz Neuser feierte am 28. August auch Werner Löw seinen 90-Geburtstag. Der Jubilar, dessen Radsportkarriere 1949 beim „Tourenclub Nürnberg“ begann, zählte als außergewöhnlich vielseitiger Allrounder und siebenfacher Deutscher Meister rund zehn Jahre lang zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlern.

Nach seinem Wechsel zum RC Herpersdorf im Jahr 1951 wurde Werner Löw 1952 und 1953 zweimal Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister auf der Strasse. Seine außergewöhnlichen Spurtqualitäten bewies Werner Löw als er 1953 auch den deutschen Jugend-Meistertitel im Sprint erkämpfte! Bereits in seinem ersten Amateur-Jahr setzte Werner Löw 1954 seine DM-Serie erfolgreich fort, als er mit Fritz Neuser den Meistertitel auf dem Tandem gewann, den beide 1955 erfolgreich verteidigten.


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Seine größte Enttäuschung erlebte Werner Löw, im folgenden Jahr, als der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) damals Fritz Neuser nicht mit ihm, sondern zusammen mit dem Schweinfurter Günther Ziegler für die Olympischen Tandem-Rennen 1956 in Melbourne nominierte. „Ich war zunächst so enttäuscht, dass ich sofort mit dem Radsport aufhören wollte“, erzählt Werner Löw. Doch soweit kam es Gott sei Dank nicht. Werner Löw fand mit seinem jungen Vereinskameraden Holger Hermann einen neuen sehr guten Tandem-Partner, mit dem er bei der Deutschen Tandem-Meisterschaft im gleichen Jahr für eine echte Sensation sorgte: Im spannenden Finale um den Meistertitel gewannen Löw-Herrmann klar vor den haushohen Favoriten Neuser-Ziegler! „Das hat mich einigermaßen über die entgangene Olympia-Teilnahme hinweg getröstet“, erinnert sich Werner Löw, der 1956 zusammen mit Georg Singer, Willi Renn und Fritz Neuser auch den DM-Titel in Bahn-Vierer nach Herpersdorf holte.

Dem RC Herpersdorf , für den er als Fachwart, 2. Vorsitzender und „Mädchen für alles“ viele Jahre unermüdlich im Einsatz war, blieb Löw auch nach dem Ende seiner Karriere ab 1958 eng verbunden. Viele Jahrzehnte gab er seine reiche Erfahrung als Trainer und Betreuer an den ehrgeizigen Nachwuchs des RCH weiter – auch an seinen Sohn Robby, der als mehrfacher bayerischer Meister erfolgreich in seine Fußstapfen trat und 1983 deutscher Tandemmeister der Junioren wurde.


Plomi Foto (Robby und Werner Löw 1984)

„Ein schwerer Schock war es für mich, als der RC Herpersdorf, dem ich rund 60 Jahre angehörte, 2008 nach seiner Insolvenz aufgelöst werden musste“, sagt Werner Löw, der dem damals neu gegründeten „VfR-Herpersdorf“ beitrat und danach jahrelang unermüdlich dafür kämpfte, dass daraus später wieder der alte Verein entstand mit seinem traditionellen Namen „RC Herpersdorf“. Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme verfolgt Werner Löw auch mit 90 Jahren seinen geliebten Radsport noch immer sehr aufmerksam.“ Der Radsport ist für mich nach wie vor eine der schwersten und auch der schönsten Sportarten!“, schwärmt der Herpersdorfer Altmeister.

Vuelta a España 2025 – 7. Etappe

Juan Ayuso (UAE) gewann die 7. Etappe der Vuelta a España 2025 mit Bergankunft von Cerler. Der 22-jährige Spanier betrieb damit Wiedergutmachung dafür, dass er am Vortag am Schlussanstieg seine Ambitionen für die Gesamtwertung verlor. Aus der 12-köpfigen Spitzengruppe des Tages war Ayuso klar der Stärkste. Auf den letzten 10 ansteigenden Kilometern distanzierte er Marco Frigo (Israel) um 1:15 Minuten. Diesem folgte 6 Sekunden hernach Raul Garcia Pierna (Arkéa) auf dem 3. Platz.

Rund 3 Minuten hinter Ayuso versuchte dessen Teamkollege João Almeida die Konkurrenz unter Druck zu setzen. Almeidas Beschleunigung konnten zwischenzeitlich nur noch Jonas Vingegaard (Visma), Giulio Ciccone (Lidl) und zumindest abschnittweise Egan Bernal (Ineos) und Sepp Kuss (Visma) folgen. Doch das Trio bzw. Quintett arbeitete nicht zusammen, so dass wie am Vortag die meisten relevanten Klassementfahrer wieder zusammenrollten. Kurz vorm Ziel sprang Marc Soler (UAE) noch um 5 Sekunden davon. Vor ihm kamen 8 der 12 Ausreißer des Tages durch.

7. Etappe: Andorra la Vella – Cerler, Huesca La Magia – 187 Km


Plomi Foto

1. Juan Ayuso (ESP) – UAE-XRG 4:49:41
2. Marco Frigo (ITA) – Israel-Premier Tech +1:15
3. Raul Garcia Pierna (ESP) – Arkéa-B&B Hotels +1:21
4. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana +1:28
5. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost alle
6. Kevin Vermaerke (USA) – Picnic-PostNL gleiche
7. Eduardo Sepulveda (ARG) – Lotto Zeit
8. Brieuc Rolland (FRA) – Groupama-FDJ +2:17
9. Marc Soler (ESP) – UAE-XRG +2:30
10. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5
11. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R
12. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek
13. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora
14. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora

15. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike
16. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula
17. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike alle
18. Matthew Riccitello (USA) – Israel-Premier Tech
19. João Almeida (POR) – UAE-XRG
20. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike gleiche
21. Junior Lecerf (BEL) – Soudal-Quick Step
22. Torstein Træen (NOR) – Bahrain Victorious
23. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers Zeit

25. Jefferson Cepeda (ECU) – Movistar +3:37
27. Santiago Buitrago (COL) – Bahrain Victorious +3:37
28. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step +3:37
31. Lorenzo Fortunato (ITA) – XDS-Astana +4:21
34. Bruno Armirail (FRA) – Decathlon-AG2R +5:44
67. Antonio Tiberi (ITA) – Bahrain Victorious +14:51
81. David Gaudu (FRA) – Groupama-FDJ +14:51
– 172 Fahrer klassiert.
DNF Luca Vergallito (ITA) – Alpecin-Deceuninck
DNF Daniel Cavia (ESP) – Burgos-Burpellet
DNS Cristian Rodriguez (ESP) – Arkéa-B&B Hotels

Auch Torstein Træen (Bahrain) gehörte in seinem Roten Trikot zu den zeitgleichen Fahrern mit Vingegaard und Almeida. Træen baute damit seine Führung in der Gesamtwertung sogar aus, weil seine Mitausreißer des Vortages hoch nach Cerler relativ weit zurückfielen. Der Vorsprung vor der stärksten Klassementfahrer blieb allerdings konstant, so auch auf Vingegaard, der mit unverändert 2:33 Minuten Rückstand aufs Rote Trikot auf den 2. Platz aufrückte.

Gesamtwertung
1. Torstein Træen (NOR) – Bahrain Victorious 25:18:02
2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:33
3. João Almeida (POR) – UAE-XRG +2:31
4. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +2:42
5. Lorenzo Fortunato (ITA) – XDS-Astana +2:47
6. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +2:49
7. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +2:53
8. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +2:53
9. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers +2:55
10. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R +2:58

11. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 +3:03
12. Marc Soler (ESP) – UAE-XRG +3:04
13. Matthew Riccitello (USA) – Israel-Premier Tech +3:20
14. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +3:38
15. Raul Garcia Pierna (ESP) – Arkéa-B&B Hotels +3:39
16. Bruno Armirail (FRA) – Decathlon-AG2R +3:40
17. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +0:52
18. Junior Lecerf (BEL) – Soudal-Quick Step +4:15
19. Jefferson Cepeda (ECU) – Movistar +4:28
20. Santiago Buitrago (COL) – Bahrain Victorious +4:36
21. Marco Frigo (ITA) – Israel-Premier Tech +4:42
22. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step +4:59

Die Spitzengruppe umfasste in ihrer gesamten Ausprägung neben Ayuso dessen Teamkollegen Vine sowie Pedersen (Lidl), Quinn, van der Lee (beide EF), Howson (Q36.5), Tejada (XDS), Rolland (Groupama), Nicolau (Caja Riral), Sepulveda (Lotto) , Garcia Pierna und Frigo. Letztlich schleppten sie wie die Lämmer den Wolf mit zum Schlussanstieg. Denn trotz der Schwäche am Vortag war Ayuso der mit Abstand stärkste Fahrer in der Spitzengruppe – und der mutmaßlich zweitstärkste der Teamkollege und Vortagessieger Vine.

Pedersen erreichte allerdings sein Ziel, indem er den späten Zwischensprint kurz vor dem Schlussanstieg gewann und damit die Führung ums Grüne Trikot in der Punktewertung ausbaute. Dafür musste er sich über 3 Berge hinweg in der Spitzengruppe halten, die auch bis zum Schlussanstieg zusammenblieb. Sämtliche Bergpreise räumten auch Ayuso und Vine ab. Vine baute damit seine Führung in der Bergwertung ums blau gepunktete Trikot aus.
Dem Rest blieb damit nur das Rennen um den 2. Platz in der Tageswertung. Denn der Bestplatzierte vor der 7. Etappe in der Gesamtwertung war Garcia Pierna mit 4:57 Minuten Rückstand. Der Vorsprung der Spitzengruppe während der 7. Etappe reichte dann, um durchzukommen. Ein weitere Führungswechsel war jedoch zu keinem Zeitpunkt in Aussicht. Um den 2. Platz duellierten sich sofort nach Ayusos Attacke bis ins Ziel Frigo und Garcia Pierna.