Archiv des Monats: Dezember 2025

Flying Look: Red Bull – BORA – hansgrohe hebt mit Style-Update für 2026 ab

Red Bull – BORA – hansgrohe startet gemeinsam mit Specialized mit einem neuen Look in die Saison 2026 – und bleibt dabei seiner eigenen Geschichte treu. Das neue Jersey ist mehr als ein Design-Update: Es ist die konsequente Weiterentwicklung jenes Trikots, mit dem das Team bei der Tour de France einen Meilenstein gesetzt hat.

Red Bull - BORA - hansgrohe

Primož Roglič
Primosz Roglic

© Red Bull – BORA – hansgrohe / Maximilian Fries

In Zusammenarbeit mit Specialized entstanden und von der Welt des Fliegens –einem zentralen Element der Red-Bull-DNA– inspiriert, verbindet das Jersey Geschwindigkeit, Präzision und Leichtigkeit zu einem kraftvollen visuellen Statement. Ein Look, der Performance transportiert.

Seine Premiere feierte das neue Trikot im Rahmen des Project Peloton – spektakulär inszeniert und sinnbildlich für den Anspruch des Teams: Neun Fahrer hoben ein Flugzeug allein mit Muskelkraft, perfektem Teamwork und technischer Innovation in die Luft. Ein Vorgeschmack auf das, was kommt.

Evolution eines Erfolgs
Das neue Jersey setzt die Designlinie der vergangenen Jahre konsequent fort. Nach dem dominanten Racing Blue von 2024 und der ausbalancierten Farbgebung mit höherem Weißanteil in 2025, bringt jetzt das hellere Dynamic Blue neue Akzente auf der hitzeoptimierten, hellen Grundfarbe.

Diese Farbkombination wurde erstmals beim erfolgreichen Tour-de-France-Sondertrikot eingeführt – ein Look, der Wiedererkennung schuf und nun in die nächste Entwicklungsstufe überführt wird. Die markanten blauen Schultern werden zum Signature-Element: klar, sichtbar, einzigartig im Peloton.
Design, das abhebt
Dynamische Streifen auf der Front des Jerseys stehen für Geschwindigkeit und Aerodynamik. Ihre Formsprache ist von Chevron-Elementen aus der Luftfahrt inspiriert – ein direkter Verweis auf die Flieger-DNA von Red Bull.

Diese Verbindung aus Radsport und Aviation spiegelt sich auch im Fotoset wider: Präsentiert wurde das neue Trikot in einem originalen Red-Bull-Fallschirm, der nur wenige Tage zuvor mit einem Red-Bull-Athleten in der Luft war. Vor dieser Kulisse tragen Junioren-Europameister Karl Herzog, U23-Weltmeister Lorenzo Finn sowie die Grand-Tour-Stars Florian Lipowitz und Primož Roglič den neuen Look – selbstbewusst, fokussiert, bereit für die nächste Saison.

Neben dem UCI WorldTeam werden auch die Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies und das Juniorenteam grenke – Auto Eder im neuen Look auftreten.

Fly high: Der 2026er Look ist ab sofort vorbestellbar auf redbullshop.com/redbullborahansgrohe.

Vor 55 Jahren starb Nürnbergs großes Radsport-Idol Georg Umbenhauer


Sieger D-Rundfahrt 1939

Nur noch wenige der älteren Radsport-Fans erinnern sich an Georg Umbenhauer, der vor 55 Jahren am 15. Dezember 1970 gestorben ist.
Der einst erfolgreiche Rad-Profi – nach dem in Nürnberg sogar eine Straße benannt ist – war neben dem ebenfalls unvergessenen Fritz Scheller bis heute Nürnbergs bester Radsportler. Neben seinen vielen Siegen bei extrem langen und schweren „Straßen-Klassikern“ erkämpfte sich „Umbes“, wie ihn seine vielen Fans liebevoll nannten, 1936 den deutschen Straßenmeister-Titel der Profis. Seinen größten Erfolg feierte Georg Umbenhauer als er 1939 die international besetzte „Groß-Deutschland-Rundfahrt“ gewann, die über 20 Etappen und 5049 Kilometer führte und damals länger als die Tour de France des gleichen Jahres war! Rückblickend sagte er oft: „Der 2. Weltkrieg hat mich um meine besten Rennfahrer-Jahre gebracht“ Als der Radsport 1946 wieder bescheiden begann war Umbenhauer bereits 34 Jahre alt und er fuhr damals nur noch Steher- und Sechstage-Rennen, bis er 1952 mit fast 40 Jahren seine große Karriere beendete, die er 1927 als 15-Jähriger begonnen hatte:

1927 war Georg Umbenhauer das „Wunderkind des Radsports“
Georg Umbenhauer, der als 15-Jähriger beim „RV Union Nürnberg1886“ mit dem Radsport begann, wurde damals von der Sportpresse als „Wunderkind des deutschen Radsports“ bezeichnet. Nachdem er als Jugendfahrer auf Anhieb sämtliche Rennen locker gewann, erhielt er vom Radsport-Verband (BDR) eine Sondergenehmigung mit der er auch an den schweren und langen Rennen der Männer teilnehmen durfte. Als er damit noch im gleichen Jahr das schwere Straßenrennen „Bayreuth-Nürnberg“ und kurz danach auch die berühmte Fernfahrt „Nürnberg-München-Nürnberg“ über mehr als 300 Kilometer souverän gewann war die Sensation perfekt. Man erkannte sofort, dass hier ein neuer ganz großer Radsportstar – der bisher jüngste in Deutschland – im Sattel saß. Auch in den folgenden Jahren folgte eine beachtliche Serie weiterer großer Siege bei sehr gut besetzten den Rennen der Amateure. Bereits mit 19 Jahren – auch das geschah mit einer Ausnahme-Genehmigung , denn man durfte erst mit 21 Profi werden – konnte er vorzeitig ins Lager der Berufsfahrer wechseln. Auch hier setzte Georg Umbenhauer seine außergewöhnliche Siegesserie unaufhaltsam fort. So gewann er als jüngster deutscher Profi auf Anhieb „Rund um Frankfurt, den „Großen-Saarland-Preis“ und den „Großen Sachsen-Preis“!

Legendär sind auch Umbenhauers Teilnahmen an der Tour de France. 1932 war er als 20-Jähriger der bis heute jüngste deutsche Tour-Teilnehmer. Als zuverlässiger starker Helfer war er ganz wesentlich daran beteiligt, dass der Berliner Kurt Stöpel damals Gesamt-Zweiter dieser Tour wurde. Stöpel blieb damit bis zu Jan Ullrich 64 Jahre lang bestplatzierter deutscher Tour-Teilnehmer! 1935 war Georg Umbenhauer der große Pechvogel der Tour de France. Als bestplatzierter Deutscher lag er aussichtsreich auf Rang acht der Gesamtwertung, als er in den Pyrenäen bei einer rasenden Abfahrt schwer stürzte. Mit gebrochenem Schlüsselbein stieg er trotzdem wieder auf seine Rennmaschine, fuhr noch den Tourmalet hoch – und brach dort zusammen. Schwer enttäuscht musste er schließlich aufgeben.

Im folgenden Jahr war Georg Umbenhauer wieder wie gewohnt ganz groß in Form. Sein schönster Sieg war 1936 die Deutsche Straßenmeisterschaft der Profis. Eine gewaltige Radsportbegeisterung brach in der Noris aus, als 1938 der 25-.jährige Georg Umbenhauer bei der Deutschland-Rundfahrt die erste Etappe von Berlin nach Zittau gewann, in den folgenden Tagen dreimal als Zweiter auf das Treppchen stieg und am Ende Achter in der Gesamtwertung wurde. Ganz Nürnberg fieberte ein Jahr später der «Groß-Deutschland-Rundfahrt» entgegen, mit der die Nationalsozialisten 1939 die Tour de France in den Schatten stellen und die Größe des damaligen deutschen Reiches demonstrieren wollten.
Die Strecke führte in 20 Etappen über 5049 Kilometer (!) auch durch das heutige polnische Staatsgebiet und durch das damals angegliederte Österreich. In Nürnberg feierte man den beliebten Lokalmatador Georg Umbenhauer bereits vor dem Start stürmisch – und der enttäuschte nicht. Nach einem Sieg auf der fünften Etappe von Reichenbach nach Chemnitz, die er nach 210 Kilometern sicher vor dem Belgier Sylain Grisolle und dem Franzosen Paul Chaocque gewann, übernahm er das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. Drei Wochen lang war der zähe Nürnberger der überragende Mann der extrem schweren Rundfahrt, die er mit fast zehn Minuten Vorsprung vor dem Schweizer Robert Zimmermann und seinem Nürnberger Lokalrivalen Fritz Scheller gewann!
Wenige Wochen später unterbrach der 2. Weltkrieg dann für deutsche Fahrer viele Jahre den internationalen Sportbetrieb und damit auch die so viel versprechend begonnenen Karrieren von Georg Umbenhauer und Fritz Scheller.
Eine Ausnahme in den Kriegsjahren waren die damals sehr populären und beliebten Steherrennen der Profis. Kurzentschlossen sattelte Georg Umbenhauer deshalb zum Stehersport um. Nach intensiven harten Training hinter Motoren ging er bei der Deutschen Stehermeisterschaft an den Start, die 1940 auf der Nürnberger Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller stattfand. Mit seiner kampfbetonten Fahrweise begeisterte er als Steherneuling die Zuschauer bereits in den Vorläufen und schaffte damit sicher die Teilnahme zum DM-Finale in dem er für die große Überraschung der Meisterschaft sorgte: Hinter dem Kölner Allrounder Toni Merkens – Olympiasieger im Sprint 1936 – belegte Georg Umbenhauer den zweiten Platz, vor dem Chemnitzer Kurt Schindler. Damit war Umbenhauer auch der erste Nürnberger Radprofi der bei einer Steher-DM auf dem Treppchen stand!

Nach langer Zwangspause des Straßenrennsports durch den 2. Weltkrieg setzte Georg Umbenhauer ab 1947 seine Radsport- Karriere als einer der ältesten Profis fort. Allerdings fuhr er fast nur noch Steherrennen und Sechstagerennen. 1952 hängte er nach einem schweren Sturz beim Münchner Sechstagerennen mit fast 40 Jahren seine Rennmaschine schweren Herzens an den berühmten Nagel. Bei seinem Stammverein, den „RV Union“, dem er immer treu geblieben war, wurde er in den 1950-er-Jahren noch als beliebter Trainer und erfahrener Berater geschätzt. Georg Umbenhauer starb am 15. Dezember 1970 mit nur 58 Jahren an den Spätfolgen seiner früheren Sturzverletzungen.
Manfred M a r r

Peloton Takeoff: Red Bull – BORA – hansgrohe bringt ein Flugzeug zum Fliegen und schafft Historisches

Die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit zu verschieben – dafür ist Red Bull bekannt. Neun Fahrer von Red Bull – BORA – hansgrohe haben nun Geschichte geschrieben und es erstmals geschafft, mit reiner Muskelkraft ein Flugzeug abheben zu lassen. Schauplatz war der Flugplatz Son Bonet auf Mallorca.

Die Zutaten für den spektakulären Rekord: ein Segelflugzeug samt Pilot, eine 1500 Meter lange Landebahn und insgesamt 6500 Watt, die von neun Fahrern, verbunden durch einen speziellen Gurt, erbracht wurden. Florian Lipowitz, Nico Denz, Jordi Meeus, Tim Van Dijke, Laurence Pithie, Adrien Boichis, Davide Donati und Gijs Schoonvelde bildeten das Gespann, das in einer „Husky-Formation“ für rund 90 Sekunden in die Pedale trat, um den Flieger auf 54 km/h zu beschleunigen. Der erreichte letztlich eine Höhe von 100 Metern.

Andy Heidger, Team
Samo Vidic/Red Bull Content Pool

„Als ich zum ersten Mal von diesem Projekt hörte, dachte ich, so etwas sei nicht realistisch“, sagte Lipowitz über die Kombination aus Radsport und Luftfahrt. „Ein Flugzeug starten? Völlig unmöglich. Etwas Vergleichbares hat es im Radsport nocht nicht gegeben.“

Dan Bigham, Head of Engineering bei Red Bull – BORA – hansgrohe, wies auf ein technisches Detail hin. „Der Gurt war ein entscheidendes Element, etwas, das es zuvor einfach nicht gab. Wir haben unzählige Stunden damit verbracht, ihn zu entwickeln, und diese Arbeit hat es uns ermöglicht, mit Peloton Takeoff Geschichte zu schreiben.“

Außerdem sagte er: „Aus den Daten und unseren Modellen wussten wir, dass jeder Fahrer etwa 500 Watt leisten musste, um das Flugzeug zu starten, aber wir wollten es dabei nicht belassen. Jedes zusätzliche Watt bedeutete mehr Höhe für das Flugzeug. Rekorde zu brechen, ist eine Sache. Aber etwas noch nie Dagewesenes zu schaffen, ist nochmal eine ganz andere Kategorie.“

Ein Jahr lang haben Bigham & Co. am Projekt Peloton Takeoff gearbeitet, um das Flugzeug letztlich Abheben zu lassen.

How Elite Athletes and Engineers Calculated a World-First Human-Powered Aircraft Takeoff.

Mallorca, Spain – December 15, 2025 – On December 4, 2025, a nine-rider peloton from Red Bull-BORA-hansgrohe achieved a world first by pulling a glider plane into powered flight using only human energy. Known as Peloton Takeoff, the project saw the riders accelerate to 54 km/h on a 1,500-metre runway, generating enough force to lift pilot Andy Hediger and his aircraft into the air without an engine or mechanical tow.

While the spectacle captured immediate attention, the achievement was the result of months of applied engineering. Led by Dan Bigham, Head of Engineering at Red Bull-BORA-hansgrohe and an Olympic silver medallist, the project translated elite cycling power into aerodynamic lift through data modelling, system design and precise execution.

Aircraft takeoff depends on achieving sufficient airspeed to generate lift, traditionally delivered by engines or tow vehicles. Human power introduces additional constraints, including biological limits, force variability and sensitivity to wind. Peloton Takeoff combined cycling physiology, aerodynamics and aviation engineering to determine whether a group of riders could function as a single, controllable propulsion system.
Key Facts
• Project: Peloton Takeoff
• Team: Red Bull-BORA-hansgrohe
• Engineering Lead: Dan Bigham
• Riders: Florian Lipowitz, Callum Thornley, Davide Donati, Nico Denz, Jordi Meeus, Tim Van Dijke, Laurence Pithie, Gijs Schoonvelde, Adrien Boichis
• Pilot: Andy Hediger
• Aircraft: Glider plane
• Location: Son Bonet Airfield, Mallorca, Spain
• Runway Length: 1,500 metres
• Target Airspeed: ~45–50 km/h
• Peak Speed Achieved: 54 km/h
• Average Rider Output: ~650 watts for ~90 seconds
• Combined Peak Output: ~6,500 watts
• Tow System: Custom-engineered harness and 150-metre cord

Route / Performance Overview
1. Engineers modelled the lift-to-drag profile of the glider across varying airspeeds and wind conditions.
2. Rider power data and aerodynamic drag coefficients were integrated into a unified performance model.
3. A custom harness system was designed to safely transfer force from nine bicycles to the aircraft.
4. The peloton accelerated in a seated, synchronised formation to minimise drag and force imbalance.
5. Once minimum airspeed was exceeded, surplus power translated directly into climb altitude.

Engineering the Unknown: How Peloton Takeoff Was Made Possible
Peloton Takeoff had no precedent. The glider plane, piloted by Andy Hediger, was never designed to take off while being towed by cyclists, and no existing blueprint existed for such an attempt. Every component of the system, mechanical, aerodynamic and human, had to be designed, tested and validated from scratch.
“It’s not something you can just pick up off the shelf,” said Dan Bigham. “It’s not something that anybody else has ever used in history.”

Modelling human power into flight
To determine whether human-powered takeoff was even possible, engineers built a custom computational model that linked three independent systems into one: the riders, the aircraft and the environment.
“We pulled together a really interesting model where we looked at how the lift and drag of the airplane varied with speed,” Bigham explained, “whereas with the riders we have both airspeed and ground speed that matter.”
That distinction proved critical. Cyclists generate power relative to ground speed, while aircraft generate lift based on airspeed, meaning wind conditions could determine success or failure even with identical human effort.
“That made it a tool we could use to assess the weather conditions, the wind conditions and the power requirements,” said Bigham.

The harness: the critical interface
While modelling established feasibility, the most complex engineering challenge was transferring human force safely and efficiently into an aircraft.
“How high we can get the plane harness was the most critical point of this entire project,” said Bigham.
The harness had to deliver sustained force efficiently, avoid interference with bicycle wheels, allow riders to brake safely, maintain stable tension for the pilot and give riders confidence to perform at maximum intensity. Multiple prototypes were trialled, including early testing in Austria and further development at Niederöblarn airfield.
“We actually learned that there are a few fairly significant flaws with that,” Bigham said of earlier versions. “That brought us to a final concept where everyone was super happy that they could ride full gas without any worries.”

Power thresholds and synchronisation
Once connected to the aircraft, the riders faced a precise physical requirement: accelerate rapidly to the minimum speed required for flight.
“We need to get to a minimum speed—about 45 to 50 kilometres per hour—before the plane can start to lift off and climb,” Bigham explained.
From the data, engineers established clear thresholds. Approximately 550 watts per rider would make takeoff possible, while any additional power would translate directly into climb altitude. In execution, the nine-rider peloton averaged closer to 650 watts per rider, sustaining the effort for up to 90 seconds.
“This kind of effort is what you would think about as a race-winning move,” said Bigham.
Unlike a traditional sprint, however, riders were required to remain seated and perfectly synchronised to maintain system stability.
“You have to do the exact same effort as your partner in the group,” Bigham said, “because you have to balance the forces in a seated, tucked aero position while towing a plane.”

Optimising humans as a system
Rider order within the peloton was determined mathematically, not by instinct or hierarchy.
“The position of the riders within the group was decided based on maths,” said Bigham.
Each rider’s aerodynamic drag coefficient and power profile informed their placement, creating an optimised formation similar to a team time trial—this time with the added complexity of towing an aircraft into flight.
“It’s an optimisation problem,” Bigham said, “just with the unique aspect of towing a plane to lift off.”

Applied science beyond sport
For Bigham, Red Bull – BORA – hansgrohe’s Peloton Takeoff validated how elite sport can function as applied engineering.
“It’s been really helpful to dig into the physiological side of things we use to explain rider performance,” he said, “and then apply that to something absolutely history-making.”
The project required multiple test phases, extensive coordination and early-morning execution.
“On this day we’ve done something monumental,” Bigham said. “Projects like this are game changing.”
Beyond cycling, Peloton Takeoff demonstrated how interdisciplinary collaboration can translate human performance into real-world engineering outcomes, combining professional cycling and aviation in a way rarely seen before.
Why It Matters
Red Bull – BORA – hansgrohe’s Peloton Takeoff demonstrates how elite sport can function as applied engineering. By modelling athletes as dynamic power units within a larger mechanical system, the project shows how data, aerodynamics and human physiology can be combined to overcome real-world physical constraints. The result is a rare example of engineering principles made visible through human effort.

Top-Talente langfristig bei Red Bull – BORA – hansgrohe | Grand Tour-Fahrplan 2026 steht

Red Bull – BORA – hansgrohe setzt ein deutliches Zeichen für die kommenden Jahre: Florian Lipowitz, Giulio Pellizzari und Lorenzo Finn haben ihre Verträge frühzeitig verlängert und bekennen sich damit langfristig zum Team. Drei Fahrer aus drei Karrierephasen – und doch verbindet sie eine gemeinsame Geschichte: Sie sind Talente, die bei Red Bull – BORA – hansgrohe entdeckt, geformt und gefördert wurden.

Florian Lipowitz (25), der sich im Team vom Trainee zum Tour de France-Dritten entwickelt hat, hat seinen ohnehin mehrjährigen Vertrag noch einmal verlängert. Er wird seinen Weg mit dem deutschen UCI WorldTeam langfristig weitergehen.


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Giulio Pellizzari (22) hat in seiner ersten WorldTour-Saison gleich zwei Grand Tours bestritten, sich mit einem Etappensieg belohnt und zweimal Rang sechs in der Gesamtwertung erreicht. Er setzt langfristig auf die Zusammenarbeit mit dem deutschen UCI WorldTeam – ein klares Commitment eines Fahrers, der gerade erst begonnen hat, sein Potenzial auszuschöpfen.


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Lorenzo Finn (18) wiederum steht am Beginn seiner Karriere: Junioren-Weltmeister, U23-Weltmeister, kommendes Jahr im Regenbogentrikot bei den Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies unterwegs. Sein Schritt in die WorldTour ist für 2027 geplant. Auch er hat sich langfristig an das Team gebunden, um gemeinsam den Weg an die Weltspitze konsequent fortzusetzen.


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„Talententwicklung ist die DNA dieses Teams. Florian und Giulio waren noch keine 20, als wir sie entdeckt haben – heute gehören sie zu den Fahrern, die bei jeder Grand Tour etwas bewegen können. Lorenzo war noch jünger und hat mit uns schon zwei Weltmeistertitel gewonnen. Neben unseren etablierten Stars und dem großen Talent-Potenzial in unseren drei Teams stehen dieses Trio für unsere Zukunft, für unsere Vision und für den Weg, den wir weiter konsequent gehen wollen“, sagt Ralph Denk, CEO von Red Bull – BORA – hansgrohe.

Ambitionen für alle drei Grand Tours
Mit Blick auf 2026 ist im Team eine besondere Vorfreude zu spüren. Die drei Grand Tours sind weit mehr als Saisonhöhepunkte – sie sind Identität und Herausforderung zugleich. Und Red Bull – BORA – hansgrohe geht mit einer klaren Haltung in die neue Saison: Das Podium ist das Ziel – und zwar bei jeder Grand Tour.

„Erster, Zweiter, Dritter – das war die Bilanz der vergangenen zwei Jahre. Natürlich möchten wir genau dort weitermachen. Gleichzeitig wollen wir auch innerhalb der Grand Tours Siege erzielen und einen attraktiven Rennstil zeigen, der fest zu unserer DNA gehört“, sagt Zak Dempster, Chief of Sports bei Red Bull – BORA – hansgrohe.

Giro d’Italia
Den Giro d’Italia 2026 nimmt die Doppelspitze um Giulio Pellizzari und Jai Hindley mit einem Mix aus jugendlicher Unerschrockenheit und erfahrenem Selbstbewusstsein in Angriff. Das Duo möchte das Erfolgsgefühl der letzten Vuelta zum Grande Partenza nach Bulgarien tragen. Jai Hindley kennt das Gefühl sowohl bei Giro-Etappen als auch mit der Trofeo Senza Fine in der Hand zu jubeln. Giulio Pellizzari war in den in den letzten beiden Jahren mehrfach dicht am Etappensieg bei seiner Heim-Grand Tour. Nun will er seine Lernkurve auch beim Giro in zählbare Erfolge umwandeln.

Tour de France
Der Juli steht ganz im Zeichen zweier Fahrer, die viel verbindet – und gleichzeitig viel unterscheidet: Remco Evenepoel und Florian Lipowitz. Beide Quereinsteiger, beide Jahrgang 2000, beide Gewinner des Weißen Trikots und beide bereits Dritter der Tour. Doch in ihrer Karriere stehen sie an unterschiedlichen Punkten – was sie als Duo umso spannender und taktisch unberechenbarer macht. Für Red Bull – BORA – hansgrohe werden sie zu Wingmen. Zwei Fahrer, die gemeinsam ganz neue taktische Möglichkeiten bei der Tour de France eröffnen.

Der gemeinsame Weg von Remco Evenepoel und Florian Lipowitz nach Barcelona beginnt bereits Ende Januar auf Mallorca. Sie werden bei der Trophy Ses Salines gezielt an der TTT-Performance feilen. Beide Fahrer werden außerdem gemeinsam bei der Volta Ciclista a Catalunya an den Start gehen. Weitere Höhepunkte im Frühlingsprogramm sind für Remco Evenepoel die Ardennen und für Florian Lipowitz die Tour de Romandie.

Vuelta a España
Die Vuelta a España wird im kommenden Jahr zum emotionalen Saisonhöhepunkt. Primož Roglič peilt seinen fünften Titel an! Roglič’ Verbindung zur Vuelta ist tief – und 2026 soll dieses Kapitel weitergeschrieben werden. Das Auftaktzeitfahren in Monte Carlo wird ihm sprichwörtlich den roten Teppich ausrollen, den Start zu einem Heimspiel machen und möglicherweise den perfekten Rückenwind für die drei Wochen danach liefern. Zur Vorbereitung sind in seinem Frühjahrsprogramm voraussichtlich Tirreno–Adriatico, Itzulia Basque Country und die Tour de Romandie vorgesehen.

Arne Marit wechselt zu Red Bull – BORA – hansgrohe


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Red Bull – BORA – hansgrohe schließt die Kaderplanung für 2026 ab und geht mit dem Maximum von 30 Fahrern in die neue Saison. Letzter Neuzugang ist Arne Marit. Der Belgier verstärkt die Gruppe der Sprint- und Eintages-Spezialisten.

Pünktlich zum Start des ersten Trainingslagers der neuen Saison ist der 30. Platz im Team vergeben: Arne Marit wechselt zum deutschen UCI WorldTeam. Der 26-Jährige gilt als endschneller Fahrer, der seine Stärken insbesondere in Massensprints und Eintagesrennen ausspielt. Zudem überzeugt Marit mit beeindruckender Konstanz über das gesamte Rennjahr hinweg – vom Januar bis Oktober, von der ersten bis zur letzten WorldTour-Rundfahrt, dazwischen zahlreiche Klassiker, Etappenrennen und sogar eine Grand Tour.

Zak Dempster, Chief of Sports bei Red Bull – BORA – hansgrohe: „Arne ist ein Fahrer, der uns in verschiedenen Rennsituationen sofort weiterhelfen kann. Seine natürliche Schnelligkeit, sein Renninstinkt und seine Zuverlässigkeit über eine komplette Saison machen ihn zu einer wertvollen Verstärkung für unsere Sprint- und Klassikergruppe. Besonders wichtig: Er ist ein Fahrer, der noch Entwicklungspotenzial hat – und wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam den nächsten Schritt gehen können. Wir freuen uns sehr, ihn im Team zu haben.“

Arne Marit: „Ich erinnere mich daran, wie ich mit meiner Freundin darüber gesprochen habe, was mein absolutes Traumteam wäre – und meine Antwort war: Red Bull – BORA – hansgrohe. Für mich geht damit wirklich ein Traum in Erfüllung. Das Team verfügt über ein herausragendes Performance-Team, und ich bin überzeugt, dass ich hier den nächsten Schritt in meiner Karriere machen kann. Besonders freue ich mich darauf, von Danny van Poppel im Sprint-Bereich zu lernen – eine meiner Stärken neben den Klassikern. Ich kann es kaum erwarten, beim Teamcamp alle kennenzulernen und dieses neue Abenteuer zu starten.“

Red Bull – BORA – hansgrohe 2026
Giovanni Aleotti, Adrien Boichis, Mattia Cattaneo, Nico Denz, Jarrad Drizners, Haimar Etxeberria, Remco Evenepoel, Finn Fisher-Black, Alexander Hajek, Emil Herzog, Jai Hindley, Florian Lipowitz, Arne Marit, Daniel Felipe Martínez, Jordi Meeus, Gianni Moscon, Giulio Pellizzari, Laurence Pithie, Primož Roglič, Callum Thornley, Jan Tratnik, Luke Tuckwell, Mick van Dijke, Tim van Dijke, Maxim Van Gils, Danny van Poppel, Gianni Vermeersch, Aleksandr Vlasov, Frederik Wandahl, Ben Zwiehoff

Biniam Girmay wechselt zum neuen NSN Cycling Team

NSN Cycling Team is proud to confirm the signing of Biniam Girmay on a three-year contract through to 2028.


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The 25-year-old Eritrean phenomenon – already a history-maker, Tour de France green jersey and multiple stage winner, and source of inspiration – joins NSN Cycling Team as a marquee rider ahead of a bold new era for the team.

Girmay’s arrival signals NSN’s commitment to winning and to elevating cyclists who inspire audiences far beyond the finish line.

His versatility as a sprinter and classics rider, and natural leadership qualities, will add depth to NSN’s growing roster of young and ambitious riders, says General Manager Kjell Carlström.

“We are incredibly excited to welcome Biniam to NSN Cycling Team. Not only will 2026 mark a new chapter for the team, but it also represents one for Biniam and I couldn’t think of a better time to embark on a new chapter together,” says Carlström.

“Biniam represents everything we love about cycling. His talent is obvious, but his humility and drive are what make him an extraordinary cyclist. From the first conversation, it was clear he shares our vision both on and off the bike and I have no doubt he will be a fantastic fit and will be a leader of our team, inspiring our riders and the entire cycling community.”
Biniam Girmay

In joining NSN Cycling Team, Girmay emphasized the excitement of taking on a new challenge and working with a new sprint train.

“I’m really happy to be here, especially with a new atmosphere and a new beginning, for me and for the team,” adds Girmay. “As a rider, I always like to have a good environment, especially inside the team and I already heard a lot of positive things from my new teammates. When I look back at the last two years of the team, the team has improved so much. There is a really good team spirit.

“Looking at the team’s sprint train, they were always really strong, especially how they stayed together and motivated each other. I heard them many times during races, motivating each other so much, so I’m really looking forward to working together. I see a great opportunity with NSN Cycling Team and I feel that this is the best thing for my future.”

Girmay has a palmarès most cyclists would dream of, with stage victories at the Giro d’Italia and Tour de Suisse among his 16 pro wins to date. However, his eyes remain firmly on the future.

“To be honest, I never look back at what I achieved. I always look to the future,” Girmay explains. “I always care what the next step is. What’s done is already done, so I don’t want to look back or be satisfied. I always want to do more. My main objective for the future, because I’m still only 25, is simple – to win bike races. I really love to win at the classics, and, for the moment, I only won Gent – Wevelgem so I still want to achieve more together with the team. I believe one day we can win one of the biggest races in cycling together.”
Biniam Girmay

Racing For Change, together

Girmay’s signing doesn’t just reflect NSN Cycling Team’s growing performance ambitions but also adds an exciting new development in the team’s Racing for Change project. With the team’s Field of Dreams bike center in Bugesera, Rwanda, already changing the lives of thousands of youths in the area, Girmay’s arrival lends itself to a possible expansion of the project in Eritrea to contribute to the development of cycling talent.

He says: “In Eritrea, cycling is our culture – it’s in our blood. And as an African rider, I want to develop African cycling. This team already did incredible things. I’m super happy to be part of a team with a big project in Rwanda. For me and the team, it’s a nice combination – an African rider and a team that wants to develop cycling in Africa.

“We need people who can give opportunities, bring riders to Europe, or give them the facilities they need. I will give my support from the bottom of my heart to do everything it takes to build Eritrean cycling to the top level and that starts with initiatives like the team’s Racing for Change project. I believe if we create these opportunities, we’ll see more Eritrean and African riders in the biggest races.”

Bayerische Meisterschaft Cross beim RSC Fürth am 23.11.2025

Der RSC Fürth und sein emsiger Präsident Bernd Hilpert haben es tatsächlich, trotz aller Widrigkeiten, wieder geschafft, das traditionelle Querfeldeinrennen mit nur wenig Helfern auszurichten.
Und diesmal sogar als Bayerische Meisterschaft im Fürther Stadtwald.

Für die Athleten war dies optimal, so konnten sie an diesem Rennwochenende einen Doppelstart planen, da am Vortag der ASN Pfeil auf der Rennbahn ein Rennen seiner Cross-Serie ausrichtete, von diesem Angebot machten aber leider nur wenige Fahrer Gebrauch.
Leider startete bei beiden Rennen auch kein Fahrer vom Radteam Herrmann aus Baiersdorf, sehr unverständlich für mich, wenn doch die Veranstalter alles tun, um den lokalen Größen auch mal eine Startmöglichkeit vor heimischen Publikum zu ermöglichen und der Bayr. Meister Titel wäre ja auch noch zusätzlicher Ansporn gewesen. Sehr schade, eine verpasste Chance das Team hier in der Region bekannter zu machen.

Bei strahlendem Sonnenschein, aber doch sehr kalten Temperaturen, gingen die einzelnen Rennklassen in Fürth an den Start.

Die Männer ELITE Hauptklasse gewann souverän Luca Harter (TSV Irschenberg, Stevens Radteam) mit einem ungefährdeten Start- Zielsieg, herzlichen Glückwunsch zum BM Titel!
Platz 2 und 3 gingen ebenfalls nach Oberbayern, Daniel Schrag aus Aichach wurde 2er und Max Ebrecht (MTB Club München) Dritter.

2 fränkische Teilnehmer fuhren auf Platz 4 und 5, Pascal Laukamp aus Schesslitz und der technisch sehr versierte Max Braun aus Schweinfurt.

Ca. 25 Fahrer gingen an den Start dieses schönen, aber auch sehr schweren Kurses.


Organisator Bernd Hilpert vor dem Feld der ELITE Männer

Ergebnis ELITE Männer:


Der neue Bayerische Meister Luca Harter

Masters Klasse:


Marco Rödel siegt nach spannendem Rennen


Michael Walter (Radl Express Feucht)

Ein großes Feld war bei den Masters am Start und es entwickelte sich ein spannender Zweikampf um den bayr. Meistertitel in der Masters 2 Klasse.
Der Favorit Marco Rödel setzte sich vom Start sofort an die Spitze, sein Hauptkonkurrent Michael Walter hatte ein kleines Startproblem, nahm dann aber konsequent die Verfolgung auf. Er blieb immer in Sichtweite und da Marco Rödel in der vorletzten Runde die Kette herunterfiel, konnte Michael Walter zu ihm aufschließen. Zu Zweit nahmen sie die Schlußrunde in Angriff und die mittelfränkischen Fans konnten auf einen Heimsieg hoffen. Aber Marco Rödel machte im technischen Teil richtig Ernst und konnte so seiner Favoritenrolle gerecht werden und den bayr. Titel nach Oberfranken (Team Icehouse Bayreuth) holen. Michael Walter wurde starker Zweiter vor Robert Gorgos von der RSG Olympiapark München.


Robert Gorgos als BM Masters 3 Klasse


Matthias Lastowsky (RC Herpersdorf) im bayr. Meistertrikot der Klasse Masters 4

ELITE Damen:

Nur 5 Damen waren im Ergebnis zu finden, neue bayr. Meisterin ist Sina van Thiel.

Junioren U19:

Juniorinnen U19:

Jugend U17 Männlich:

Jugend U17 Weiblich:

Diashow:

Rad-WM 1970 in England

Hallo Sportfreunde,

nach meinen Erinnerungen an den tragischen Sturz des deutschen Bahnvierers bei der WM 1973 in San Sebastian möchte ich heute gerne auch an meine schönste Rad-WM erinnern. Die deutschen Bahn-Asse – die einst jahrelang zur absoluten Weltklasse zählten – machten den 12. August bei der WM 1970 zum „Tag der Deutschen“- dreimal erklang damals in Leicester unsere Nationalhymne!

Die Bahnwettbewerbe fanden auf der frisch renovierten schnellen 333m-Beton-Piste im „Saffron Lane- Sportscenter“ statt. Schon die Eröffnungsfeier war außergewöhnlich mit einer großartigen bunten Präsentation bei der Großbritanniens Regierungschef und Premierminister Edward Heath als Schirmherr persönlich anwesend war!

Bereits beim Tandem-Wettbewerb gab es ein heißes „gesamdeutsches Finale“ , denn das starke BDR-Tandem mit den beiden West-Berlinern Jürgen Barth- Rainer Müller hatte sich ebenso souverän ins Finale gekämpft wie das DDR-Tandem Geschke-Otto aus Ost-Berlin. Nach drei extrem spannenden Läufen gewannen Barth-Müller knapp aber verdient den WM-Titel!
Diese rasanten Tandemkämpfe waren phantastisch – völlig unverständlich bleibt mir bis heute , weshalb man die tollen Tandem-Wettbewerbe aus dem WM-Programm der UCI nahm!

Am gleichen Abend fand danach das nicht weniger spannende WM-Finale der Bahnvierer statt. Auch hier traten zwei deutsche Vierer um Kampf um den Titel an. Im westdeutschen Quartett starteten Ernst Clausmeyer, Udo Hempel, Peter Vonhof und Günther Haritz. Für die DDR kämpften ebenso verbissen Thomas Huschke, Heinz Richter, Manfred Ulbricht und Herbert Richter. Runde für Runde steigerte sich der heiße Kampf um Sekundenbruchteile , den der BDR-Vierer von „Goldschmied“ Gustav Kilian schließlich verdient gewann.

„Alle guten Dinge sind drei“, sagt man und nach diesem Motto endete vor ausverkauften Rängen dann auch der großartige WM-Abend in England, denn Ehrenfried Rudolph sorgte im WM-Finale der Profi-Steher für die Krönung der deutschen Siegesserie: Im Endlauf, damals noch über 100 Kilometer, holte sich Rudolph zwei Tage vor seinem 35. Geburtstag mit Schrittmacher Bruno Walrave souverän den WM-Titel vor dem Belgier Theo Verschueren und dem Holländer Pit de Wit. Für Ehrenfried Rudolph, der als vielseitiger Bahnspezialist auch acht deutsche Meistertitel gewann, war es übrigens sein zweiter WM-Sieg nachdem er als Amateur bereits 1962 Weltmeister mit dem BDR-Bahnvierer wurde!

Auch das war 1970 sehr erfreulich und man sollte es nicht vergessen: Für eine WM-Silbermedaille sorgte bei den Amateurstehern überraschend der Nürnberger Horst Gnas als Vize-Weltmeister hinter dem Holländer Cees Stam! Es war der Beginn seiner großen Erfolgsserie!

Englands Sportpresse lobte die erfolgreichen Bahn-Asse Deutschlands nach der WM in höchsten Tönen. Das britische Radsportmagazin INTERNATIONL CYCLESPORT, für das ich einst sechs Jahre vom deutschen Radsport berichtete, bat mich sogar einen persönlichen Rückblick zum großen „deutschen Tag“ der WM zu schreiben.

Ganz kurz möchte ich auch an die Straßen-WM der Profis erinnern, die 1970 auf der Auto-Rennstrecke im Mallory-Park in der Nähe von Leicester stattfand. Auch diese WM bleibt mir bis heute unvergessen. Bei fürchterlichem Regenwetter und stürmischen kalten Wind mussten die Profis 279 Kilometer zurücklegen. Die Unwetterschlacht endete mit einem eindrucksvollen Solo-Sieg des erst 21-jährigen Belgiers Jean-Pierre Monsére, der nach sechseinhalb Stunden vor dem Dänen Leif Mortensen und dem Italiener Felice Gimondi gewann. In Belgien schwärmte man danach von einem „zweiten Eddy Merckx“, nachdem Monsére ein Jahr vorher bereits Vize-Weltmeister der Amateure war. Er wechselte gleich danach noch im Herbst zu den Profis und gewann als 20-Jähriger 1969 die schwere Lombardei-Rundfahrt! Über seinen WM-Titel bei den Profis 1970 durfte er sich leider nur sieben Monate freuen. Im Februar 1971 begann er die Saison in absoluter Topform. Zum Saisonauftakt gewann der junge Weltmeister gleich vier Etappen und die Gesamtwertung der Andalusien-Rundfahrt! Drei Wochen später stieß er am 15. März bei einem Kriterium in Belgien in vollem Speed frontal mit einem PKW zusammen und starb noch an der Unfallstelle.“Jempi“ Monsére , der ein sehr starker Rivale von Merckx hätte werden können, wird unvergessen bleiben. Ein ebenso tragisches Schicksal ereilte fünf Jahre später am 17. Juli 1976 Monsére´s sechsjährigen Sohn Giovanni als er mit Freunden mit dem Rad unterwegs war. Auch er wurde von einem Auto erfasst und starb am Unfallort.

Manfred M a r r