Archiv für den Tag: 1. Dezember 2025

Bayerische Meisterschaft Cross beim RSC Fürth am 23.11.2025

Der RSC Fürth und sein emsiger Präsident Bernd Hilpert haben es tatsächlich, trotz aller Widrigkeiten, wieder geschafft, das traditionelle Querfeldeinrennen mit nur wenig Helfern auszurichten.
Und diesmal sogar als Bayerische Meisterschaft im Fürther Stadtwald.

Für die Athleten war dies optimal, so konnten sie an diesem Rennwochenende einen Doppelstart planen, da am Vortag der ASN Pfeil auf der Rennbahn ein Rennen seiner Cross-Serie ausrichtete, von diesem Angebot machten aber leider nur wenige Fahrer Gebrauch.
Leider startete bei beiden Rennen auch kein Fahrer vom Radteam Herrmann aus Baiersdorf, sehr unverständlich für mich, wenn doch die Veranstalter alles tun, um den lokalen Größen auch mal eine Startmöglichkeit vor heimischen Publikum zu ermöglichen und der Bayr. Meister Titel wäre ja auch noch zusätzlicher Ansporn gewesen. Sehr schade, eine verpasste Chance das Team hier in der Region bekannter zu machen.

Bei strahlendem Sonnenschein, aber doch sehr kalten Temperaturen, gingen die einzelnen Rennklassen in Fürth an den Start.

Die Männer ELITE Hauptklasse gewann souverän Luca Harter (TSV Irschenberg, Stevens Radteam) mit einem ungefährdeten Start- Zielsieg, herzlichen Glückwunsch zum BM Titel!
Platz 2 und 3 gingen ebenfalls nach Oberbayern, Daniel Schrag aus Aichach wurde 2er und Max Ebrecht (MTB Club München) Dritter.

2 fränkische Teilnehmer fuhren auf Platz 4 und 5, Pascal Laukamp aus Schesslitz und der technisch sehr versierte Max Braun aus Schweinfurt.

Ca. 25 Fahrer gingen an den Start dieses schönen, aber auch sehr schweren Kurses.


Organisator Bernd Hilpert vor dem Feld der ELITE Männer

Ergebnis ELITE Männer:


Der neue Bayerische Meister Luca Harter

Masters Klasse:


Marco Rödel siegt nach spannendem Rennen


Michael Walter (Radl Express Feucht)

Ein großes Feld war bei den Masters am Start und es entwickelte sich ein spannender Zweikampf um den bayr. Meistertitel in der Masters 2 Klasse.
Der Favorit Marco Rödel setzte sich vom Start sofort an die Spitze, sein Hauptkonkurrent Michael Walter hatte ein kleines Startproblem, nahm dann aber konsequent die Verfolgung auf. Er blieb immer in Sichtweite und da Marco Rödel in der vorletzten Runde die Kette herunterfiel, konnte Michael Walter zu ihm aufschließen. Zu Zweit nahmen sie die Schlußrunde in Angriff und die mittelfränkischen Fans konnten auf einen Heimsieg hoffen. Aber Marco Rödel machte im technischen Teil richtig Ernst und konnte so seiner Favoritenrolle gerecht werden und den bayr. Titel nach Oberfranken (Team Icehouse Bayreuth) holen. Michael Walter wurde starker Zweiter vor Robert Gorgos von der RSG Olympiapark München.


Robert Gorgos als BM Masters 3 Klasse


Matthias Lastowsky (RC Herpersdorf) im bayr. Meistertrikot der Klasse Masters 4

ELITE Damen:

Nur 5 Damen waren im Ergebnis zu finden, neue bayr. Meisterin ist Sina van Thiel.

Junioren U19:

Juniorinnen U19:

Jugend U17 Männlich:

Jugend U17 Weiblich:

Diashow:

Rad-WM 1970 in England

Hallo Sportfreunde,

nach meinen Erinnerungen an den tragischen Sturz des deutschen Bahnvierers bei der WM 1973 in San Sebastian möchte ich heute gerne auch an meine schönste Rad-WM erinnern. Die deutschen Bahn-Asse – die einst jahrelang zur absoluten Weltklasse zählten – machten den 12. August bei der WM 1970 zum „Tag der Deutschen“- dreimal erklang damals in Leicester unsere Nationalhymne!

Die Bahnwettbewerbe fanden auf der frisch renovierten schnellen 333m-Beton-Piste im „Saffron Lane- Sportscenter“ statt. Schon die Eröffnungsfeier war außergewöhnlich mit einer großartigen bunten Präsentation bei der Großbritanniens Regierungschef und Premierminister Edward Heath als Schirmherr persönlich anwesend war!

Bereits beim Tandem-Wettbewerb gab es ein heißes „gesamdeutsches Finale“ , denn das starke BDR-Tandem mit den beiden West-Berlinern Jürgen Barth- Rainer Müller hatte sich ebenso souverän ins Finale gekämpft wie das DDR-Tandem Geschke-Otto aus Ost-Berlin. Nach drei extrem spannenden Läufen gewannen Barth-Müller knapp aber verdient den WM-Titel!
Diese rasanten Tandemkämpfe waren phantastisch – völlig unverständlich bleibt mir bis heute , weshalb man die tollen Tandem-Wettbewerbe aus dem WM-Programm der UCI nahm!

Am gleichen Abend fand danach das nicht weniger spannende WM-Finale der Bahnvierer statt. Auch hier traten zwei deutsche Vierer um Kampf um den Titel an. Im westdeutschen Quartett starteten Ernst Clausmeyer, Udo Hempel, Peter Vonhof und Günther Haritz. Für die DDR kämpften ebenso verbissen Thomas Huschke, Heinz Richter, Manfred Ulbricht und Herbert Richter. Runde für Runde steigerte sich der heiße Kampf um Sekundenbruchteile , den der BDR-Vierer von „Goldschmied“ Gustav Kilian schließlich verdient gewann.

„Alle guten Dinge sind drei“, sagt man und nach diesem Motto endete vor ausverkauften Rängen dann auch der großartige WM-Abend in England, denn Ehrenfried Rudolph sorgte im WM-Finale der Profi-Steher für die Krönung der deutschen Siegesserie: Im Endlauf, damals noch über 100 Kilometer, holte sich Rudolph zwei Tage vor seinem 35. Geburtstag mit Schrittmacher Bruno Walrave souverän den WM-Titel vor dem Belgier Theo Verschueren und dem Holländer Pit de Wit. Für Ehrenfried Rudolph, der als vielseitiger Bahnspezialist auch acht deutsche Meistertitel gewann, war es übrigens sein zweiter WM-Sieg nachdem er als Amateur bereits 1962 Weltmeister mit dem BDR-Bahnvierer wurde!

Auch das war 1970 sehr erfreulich und man sollte es nicht vergessen: Für eine WM-Silbermedaille sorgte bei den Amateurstehern überraschend der Nürnberger Horst Gnas als Vize-Weltmeister hinter dem Holländer Cees Stam! Es war der Beginn seiner großen Erfolgsserie!

Englands Sportpresse lobte die erfolgreichen Bahn-Asse Deutschlands nach der WM in höchsten Tönen. Das britische Radsportmagazin INTERNATIONL CYCLESPORT, für das ich einst sechs Jahre vom deutschen Radsport berichtete, bat mich sogar einen persönlichen Rückblick zum großen „deutschen Tag“ der WM zu schreiben.

Ganz kurz möchte ich auch an die Straßen-WM der Profis erinnern, die 1970 auf der Auto-Rennstrecke im Mallory-Park in der Nähe von Leicester stattfand. Auch diese WM bleibt mir bis heute unvergessen. Bei fürchterlichem Regenwetter und stürmischen kalten Wind mussten die Profis 279 Kilometer zurücklegen. Die Unwetterschlacht endete mit einem eindrucksvollen Solo-Sieg des erst 21-jährigen Belgiers Jean-Pierre Monsére, der nach sechseinhalb Stunden vor dem Dänen Leif Mortensen und dem Italiener Felice Gimondi gewann. In Belgien schwärmte man danach von einem „zweiten Eddy Merckx“, nachdem Monsére ein Jahr vorher bereits Vize-Weltmeister der Amateure war. Er wechselte gleich danach noch im Herbst zu den Profis und gewann als 20-Jähriger 1969 die schwere Lombardei-Rundfahrt! Über seinen WM-Titel bei den Profis 1970 durfte er sich leider nur sieben Monate freuen. Im Februar 1971 begann er die Saison in absoluter Topform. Zum Saisonauftakt gewann der junge Weltmeister gleich vier Etappen und die Gesamtwertung der Andalusien-Rundfahrt! Drei Wochen später stieß er am 15. März bei einem Kriterium in Belgien in vollem Speed frontal mit einem PKW zusammen und starb noch an der Unfallstelle.“Jempi“ Monsére , der ein sehr starker Rivale von Merckx hätte werden können, wird unvergessen bleiben. Ein ebenso tragisches Schicksal ereilte fünf Jahre später am 17. Juli 1976 Monsére´s sechsjährigen Sohn Giovanni als er mit Freunden mit dem Rad unterwegs war. Auch er wurde von einem Auto erfasst und starb am Unfallort.

Manfred M a r r