Tommaso Dati (Team UKYO) hat die erste Etappe der Tour of the Alps 2026 über 144,3 km von Innsbruck nach Innsbruck gewonnen. Hinter ihm folgen Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5) und Florian Stork (Tudor Pro Cycling). Tommaso Dati ist damit auch der Melinda Führende in der Gesamtwertung.
1. ETAPPE – (Innsbruck – Innsbruck 144 Km) – ERGEBNISSE
1. Tommaso Dati (Team UKYO)
2. Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5)
3. Florian Stork (Tudor Pro Team)
4. Gabriele Bessega (Team Polti Visitmalta)
5. Federico Iacomoni (Team UKYO)
GESAMTWERTUNG
1. Tommaso Dati (Team Ukyo)
2. Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5) +0:04
3. Florian Stork (Tudor Pro Team) +0:06
Die #TotA beginnt mit einer Überraschung: Tommaso Dati und sein Märchen von Innsbruck
Sprintentscheidung auf der ersten Etappe der Tour of the Alps mit Start und Ziel in der Tiroler Landeshauptstadt: Der Fahrer des Team UKYO setzt sich auf dem Rennweg gegen Tom Pidcock und Florian Stork durch und erlebt den schönsten Tag seiner Karriere. Morgen wartet die erste echte Bewährungsprobe für die Klassementfahrer: Bergankunft im Martelltal.
Unter dem noch unbeständigen Aprilhimmel, zwischen den Tiroler Bergen, die Innsbruck wie ein natürliches Amphitheater umgeben, begann die Tour of the Alps im Zeichen einer Eigenschaft, die das euroregionale Rennen seit Jahren auszeichnet: neue Namen ins Rampenlicht des großen Radsports zu bringen.
Diesmal war ein Italiener an der Reihe: Tommaso Dati aus Camaiore, der seinen 24. Geburtstag noch vor sich hat. Als schneller Fahrer in einem Rennen, das traditionell eher den Kletterern liegt, zeigte der Profi des Team UKYO die Hartnäckigkeit, in einer Etappe mit fast 43 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit standzuhalten und anschließend das Gespür, den perfekten Moment zu wählen, um alle zu überraschen.
Neben ihm – genauer gesagt in seinem Windschatten – Fahrer, die das Rampenlicht gewohnt sind, wie der Brite Tom Pidcock (Pinarello Q36.5), der Zweiter wurde. Doch auf dem Rennweg, jener Zielgeraden, auf der 2018 Alejandro Valverde zum Weltmeister gekrönt wurde, gehörte die Bühne Dati: Er sicherte sich das erste Grüne Melinda-Trikot der Tour of the Alps an einem jener Tage, die eine Karriere verändern können.
Das Podium komplettierte der Deutsche Florian Stork (Tudor Pro Cycling), vor zwei weiteren Italienern: dem Lombarden Gabriele Bessega (Team Polti Visit Malta), erster Träger des weißen FORST-Trikots für den besten Nachwuchsfahrer, und dem Trentiner Federico Iacomoni, Teamkollege von Dati im Rennstall des ehemaligen Formel-1-Piloten Ukyo Katayama.
Doch trotz des nicht allzu schwierigen Streckenprofils hielten sich auch die Favoriten nicht zurück im Hinblick auf das direkte Duell bei der morgigen Bergankunft im Martelltal in Südtirol. Der Australier Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) sicherte sich geschickt zwei Bonussekunden beim Sprint in Axams, während der Niederländer Thymen Arensman (INEOS Grenadiers), Zweiter des Vorjahres, mit einer Attacke das Rennen aufbrechen wollte – ähnlich jener Aktion, mit der Gianni Moscon 2021 in Innsbruck gewann. Sein Vorstoß endete jedoch wenige hundert Meter vor dem Ziel.
Erwähnenswert war auch die Aktion des Innsbruckers Emanuel Zangerle (Team Vorarlberg): Bereits bei Kilometer 1 attackierte der Tiroler und durfte vom Sieg vor heimischem Publikum träumen, ehe er sich fünf Kilometer vor dem Ziel dem heranrasenden Feld geschlagen geben musste. Für ihn blieb die Genugtuung, das blaue Gruppo-Cassa-Centrale-Bergtrikot sowie das eVISO-Giro-Trikot des kämpferischsten Fahrers zu tragen.
DATI: „DER SCHÖNSTE TAG MEINER KARRIERE“
„Ich bin überglücklich, ich empfinde in diesem Moment unglaublich viele Emotionen. Ich bin stolz auf die Arbeit, die das Team geleistet hat, und auf das, was wir im Training erarbeitet haben. Ich war zuversichtlich, weil ich gespürt habe, dass ich Beine wie an meinen besten Tagen habe, aber ich habe mir nicht zu viel Druck gemacht: Ich hoffte auf ein gutes Resultat und am Ende wurde es der Sieg. Es ist der schönste Tag meiner Karriere.“
„Dass ich im vergangenen Jahr bei Cofidis nicht Profi geworden bin, hat mich dazu gebracht, im Winter noch härter zu arbeiten und am Ende haben sich die Ergebnisse gezeigt. Und natürlich gibt es zusätzliche Motivation und Antrieb, wenn man vor einem Champion wie Tom Pidcock gewinnt: Das hat mir das Bewusstsein gegeben, dass ich auch auf einem höheren Niveau konkurrenzfähig sein kann.“
„Mein Traum? Natürlich die World Tour zu erreichen – und ich glaube jeden Tag weiter daran. Jeder Sieg ist ein Grund zur Freude, aber er ändert nichts: Morgen ist ein neuer Tag, und ich werde wieder alles geben. Vielleicht hatten heute Pidcock und Arensman die besten Beine. Ich werde versuchen, meinen beiden Teamkapitänen im Gesamtklassement zu helfen und dieses Trikot so lange wie möglich zu genießen, auch wenn mir bewusst ist, dass die nächsten Etappen eher für andere Fahrertypen geeignet sind.“
ZANGERLE VERPASST DEN TRAUM IN „SEINEM“ INNSBRUCK KNAPP
Nach dem offiziellen Start in Innsbruck erfolgte bereits beim ersten Rennkilometer die erste Attacke der Tour of the Alps 2026. Die Initiative ergriff Emanuel Zangerle (Team Vorarlberg), zunächst allein, später gemeinsam mit Josef Dirnbauer (Team Austria) und seinem Teamkollegen Tobias Nolde. Das Trio gewann rasch an Vorsprung und erreichte bei Kilometer 17 maximal 4:40 Minuten, ehe das Feld – angeführt von den Fahrern der INEOS Grenadiers – reagierte.
In den letzten 50 Kilometern nahm das Rennen Fahrt auf, beim ersten Anstieg nach Götzens: Unter den Ausreißern verlor Nolde den Anschluss, während Zangerle die Bergwertung gewann. In der Abfahrt schlossen die Spitzenreiter wieder zusammen, doch dahinter wurde das Tempo deutlich verschärft – vor allem durch INEOS, unterstützt vom Team Jayco AlUla.
Beim zweiten Pass über Götzens fiel Nolde erneut zurück, diesmal endgültig. Das Feld kam den Ausreißern jedoch entschlossen näher und erreichte die Kuppe mit nur noch rund 30 Sekunden Rückstand. Am folgenden Anstieg nach Axams musste auch Dirnbauer abreißen lassen, während sich dahinter Ben O’Connor zwei Bonussekunden sicherte.
Zangerle hielt dem heranstürmenden Feld – gezogen von Jayco AlUla und INEOS Grenadiers – noch einige Kilometer stand, musste sich aber fünf Kilometer vor dem Ziel geschlagen geben. Im Finale versuchte das britische Team auf der letzten Rampe das Tempo nochmals zu erhöhen und bereitete damit die Finisseur-Aktion des Niederländers Thymen Arensman vor, der jedoch wenige hundert Meter vor dem Ziel eingeholt wurde.
Im Sprint auf dem Rennweg setzte sich Tommaso Dati vor Tom Pidcock und Florian Stork durch. Für den Fahrer des Team UKYO gab es neben dem Grünen Trikot auch das erste Rote Caffè-Bocca-della-Verità-Trikot.
Dienstag ERSTE PRÜFUNG FÜR DIE FAVORITEN: BERGANKUNFT IM MARTELLTAL
Am morgigen Dienstag, 21. April, verlässt die Tour of the Alps Nordtirol und erreicht Südtirol mit dem Ziel im Martelltal, die erste echte Prüfung für Kletterer und Klassementfahrer. Nach einem schnellen Start in Telfs in Tirol warten auf den 147,5 Kilometern der zweiten Etappe zunächst der Erstkategorie-Anstieg Piller Höhe (9,2 km bei 6 %), gefolgt vom Reschenpass (15,8 km bei 3,4 %), einer Bergwertung der dritten Kategorie.
Anschließend führt die Strecke durch den Vinschgau, bevor der Schlussanstieg ins Martelltal wartet: ein äußerst selektives Finale, das bereits 2014 beim Giro d’Italia entscheidend war, als der Kolumbianer Nairo Quintana solo gewann, sich im Martelltal erstmals das Rosa Trikot holte und damit den Grundstein für seinen Gesamtsieg beim Giro legte.
Innsbruck (Tirol), 20.April, 2026
Tour of the Alps Press Office
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