Archiv für den Tag: 10. Juni 2026

Radsport-Altmeister Otto Bennewitz 80 Jahre

Garmisch-Partenkirchen – Otto Bennewitz, einst in den 1960er-Jahren bekannter und erfolgreicher Radsportler feiert am 10. Juni in seiner Wahlheimat Garmisch-Partenkirchen seinen 80. Geburtstag.


1966 Kissner – Bennewitz – Podlesch

Der noch immer sehr sportliche Jubilar saß von 1961 bis 1970 als Jugendfahrer, Amateur und als Profi zehn Jahre erfolgreich im schmalen Rennsattel. Als außergewöhnlich vielseitiger Allrounder erkämpfte sich Otto Bennewitz rund 180 Siege auf Bahn und Straße. Bei Deutschen Meisterschaften holte Otto Bennewitz einmal Gold, zweimal Silber, fünfmal Bronze! 17 Mal war Otto Bennewitz Hessen-Meister, nach seinem Wechsel zum RC Herpersdorf auch einmal Bayerischer Meister!

Als Schüler war Ottto Bennewitz sehr früh vom Radsport fasziniert. Mit 14 Jahren schloss er sich in seiner Heimatstadt dem RC Adler an. Bereits in den beiden Jugendklassen zeigte Ottto Bennewitz auf Anhieb bei Bahn-, Cross- und Straßenrennen sein außergewöhnliches Talent und enormen Ehrgeiz. Vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wurde er ab seinem 16. Lebensjahr für die deutsche Junioren-National-Mannschaft nominiert, der er drei Jahre lang angehörte. Mit sehr guten Platzierungen nahm Otto Bennewitz 1963 an der „Internationalen Tour der Jugend“ teil. Im gleichen Jahr belegte er bei der Deutschen Junioren-Straßen-Meisterschaft den dritten Platz, 1964 wurde er Vize-Meister!

Nach seinem Wechsel in die Amateurklasse setzte Bennewitz seine Radsport-Karriere ebenso erfolgreich fort. In der Einer-Verfolgung über 4.000m wurde er 1966 hinter dem Kölner Jürgen Kissner Deutscher Vize-Meister vor dem späteren Steher-Weltmeister Rainer Podlesch aus Berlin, der Platz drei belegte. Bei der DM im Bahn-Vierer wurde er zusammen mit seinem Bruder Andreas und mit seinen Frankfurter Vereinskameraden Burth und Quade Dritter der DM über 4.000m. Einen Deutschen Meistertitel erkämpfte sich Otto Bennewitz als er 1966 in Münster zusammen mit Albert Fritz aus Jestetten die DM im Zweier-Mannschaftsfahren auf der Winterbahn gewann! Danach schloss er sich dem erfolgreichen Nürnberger Radsportverein “ RC Herpersdorf “ an mit dem er eine Bayerische Meisterschaft gewann und zu dem er bis heute noch immer guten freundschaftlichen Kontakt pflegt.

Nach seinem Wechsel ins Lager der Profis war Otto Bennewitz ab 1967 bei den damals sehr populären Sechstage-Rennen vier Jahre lang auf allen Pisten Europas mit guten Ergebnissen im Einsatz. U.a. waren Jürgen Tschan, Horst Oldenburg, Hennes Junkermann seine Partner. Einen beachtenswerten internationalen Erfolg holte er sich auch als Straßen-Profi als er in Frankreich die 5. Etappe der Rundfahrt „Fleche du Sud“ gewann! 1969 war Otto Bennewitz Zehnter der Profi-Straßen-DM und Zweiter der Gesamtwertung beim „Kriterium in Odense/Dänemark“ hinter dem dänischen Lokalmatador Fredy Eugen und vor dem Münchner „Sechstage-König“ Sigi Renz.
In seinem letzten Jahr als Rad-Profi wurde Otto Bennewitz 1970 Sieger der ersten Etappe beim Kriterium in Bach/Schweiz, dass er als Gesamtsieger vor den beiden Schweizern Marchesi und Pfenninger gewann.

Rückblickend schwärmt Otto Bennwitz heute noch immer: „Die tollen Radsport-Jahre waren eine schöne Zeit, die ich nie vergessen werde“. Seine leichte Rennmaschine hält er auch mit 80 Jahren noch regelmäßig in Schwung: „Das tut mir gut und hält mich fit“, sagt er schmunzelnd.
Text und Foto: Manfred M a r r

Tour of Austria und Lienz – Rückkehr zum Ursprung!

Auf den Spuren der ersten Österreich Rundfahrt im Jahr 1949 bewegt sich die 75. Auflage des größten Radsportevents Österreichs. Am 10. Juli gastiert die Lidl Tour of Austria wie bei der ersten Auflage erneut in Lienz in Osttirol.

Die 3. Etappe der Lidl Tour of Austria über 188,7 Kilometer und 2.311 Höhenmeter wird am 10. Juli 2026 in einem der traditionsreichsten Etappenorte der 75-jähigen Tourgeschichte gestartet: in Lienz in Osttirol. Zuletzt war die Bezirkshauptstadt 2015 im Etappenplan, heuer gastiert der Tourtross zum 32. Mal in Osttirol. Der Start am 10. Juli erfolgt um 10:40 Uhr am Hauptplatz und die neutrale Phase verläuft über eine drei Kilometer lange Runde über die Tiroler, Amlacher und Tristacher Straße. Zurück am Europaplatz wird zum ersten Mal um Sprintpunkte gefahren und die Radprofis machen sich auf Richtung Felbertauern, wo nach Matrei in Osttirol beim Felbertauernstüberl um Bergpunkte und kurz darauf bei der Mautstelle ebenso Zähler fürs Bergtrikot vergeben werden. Danach verabschiedet sich die Lidl Tour of Austria Richtung Salzburg, wo ab 14:45 Uhr der Zieleinlauf in St. Johann/Alpendorf erwartet wird.

Radsport ohne Osttirol? Undenkbar!
Die Wurzeln des Radsports in Osttirol reichen weit zurück: Bereits im Jahr 1876 wurde in Lienz der erste Radfahrverein Österreichs gegründet. Damit zählt Osttirol zu den historischen Pionierregionen des heimischen Radsports. Einen weiteren Meilenstein setzte die Region 1951 mit der erstmaligen Austragung der Dolomitenradrundfahrt, die am kommenden Sonntag rund um die Lienzer Dolomiten gemeinsam mit der Extremvariante SuperGiroDolomiti – unter andern führt die Strecke über den berüchtigten Monte Zoncolan – stattfindet. „Im selben Jahr war Lienz zudem Etappenort der ersten Österreich Rundfahrt. Beide Veranstaltungen feiern im Jahr 2026 ihr 75-jähriges Jubiläum“, freut sich TVB-Obmann Franz Theurl.

Felix Gall schreibt neues Radsportkapitel
„Mit den internationalen Erfolgen von Felix Gall wird in Osttirol ein neues Kapitel einer langen und traditionsreichen Radsportgeschichte aufgeschlagen. Für eine Region, die seit Jahrzehnten konsequent auf den Radtourismus setzt, bedeutet der Aufstieg des Osttirolers zum internationalen Spitzenathleten einen enormen Impuls – sportlich, touristisch und wirtschaftlich“, erläutert Theurl. In den vergangenen Jahrzehnten war Osttirol immer wieder Bühne großer internationaler Radsportereignisse. Der Giro d’Italia, der Giro del Trentino, die Österreich Rundfahrt, die Tour of the Alps oder zahlreiche nationale Meisterschaften sorgten dafür, dass die Region rund um die Lienzer Dolomiten weltweit als Radsportdestination wahrgenommen wurde.

Diese kontinuierliche Entwicklung hat auch die heimische Bevölkerung geprägt und eine starke Begeisterung für den Leistungssport ausgelöst. Ein Symbol dieser Entwicklung ist Felix Gall selbst: Bereits im Jahr 2014 absolvierte der damals erst 15-jährige Osttiroler die Dolomitenradrundfahrt in der beeindruckenden Zeit von 3 Stunden und 14 Minuten. Schon damals sorgte diese außergewöhnliche Leistung für großes Aufsehen und galt als frühes Signal für ein außergewöhnliches Talent. „Felix Gall steht stellvertretend für den Boom im Radsport. Davon profitiert seine Osttiroler Heimat genau so wie die Tour of Austria, die schönste Sightseeing Tour des Landes“, freut sich Tour Direktor Thomas Pupp.

6 WorldTeams am Start
Bei der 75. Lidl Tour of Austria starten heuer erstmals 22 Teams, nach 20 in den vergangenen Jahren, mit je sechs Fahrern. Fix dabei bei der „schönsten Sightseeing Tour Österreichs“ sind die heimischen Continental-Teams ARBÖ Kärnten Sport Feld am See, Hrinkow Advarics, Schwingshandl Intralogistics, Team Vorarlberg, Tirol KTM Cycling Team und WSA KTM Graz sowie erstmals seit 2004 auch ein österreichisches Nationalteam! Die Konkurrenz für die rot-weiß-roten Teams wird groß werden, denn mit Alpecin-Premier Tech, EF Education – EasyPost, INEOS Grenadiers, Lidl – Trek, Jayco AlUla und UAE Team Emirates – XRG um Vorjahressieger Isaac del Toro sind gleich sechs Teams der höchsten UCI-Kategorie am Start. Die restlichen Plätze werden an Continental-Teams aus Deutschland, Italien, Norwegen, Schweden, Polen und Tschechien vergeben.

TV-Medialisierung – alle Etappen live in ORF 1
Der Attraktivität der Lidl Tour of Austria – die heuer von der Steiermark über Kärnten, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich nach Wien führt – wird auch in der TV-Berichterstattung hervorgehoben. Broadcaster Studio K19 GmbH hat gemeinsam mit Tour Direktor Thomas Pupp ausführliche Kooperationen mit dem ORF sowie Eurosport/Discovery+ und weiteren namhaften TV-Stationen finalisiert. „Wir freuen uns besonders, dass in diesem Jahr alle Etappen live in ORF 1 zu sehen sind“, erklärt Martin Böckle, Geschäftsführer der Studio K19 GmbH und gemeinsam mit Mathias Ehrne Gesamt-Projektleiter der TV-Produktion. Live gibt es die Tour of Austria 2026 täglich auch bei K19 sowie bei Discovery+ zu sehen, zudem ein Highlight-Magazin auf Eurosport 1 im Anschluss an die Tour de France-Etappen und eine internationale Medienvertriebsfirma wird die Tour of Austria auch global platzieren. Die Abschlussetappe von Langenlois nach Wien läuft von 13:00 bis 15:25 Uhr auf ORF 1.

Sonderwertung 75 zu Ehren von Wolfgang Steinmayr
Zum 75. Jubiläum gibt es auch eine Sonderwertung, die dem vierfachen Rundfahrtssieger Wolfgang Steinmayr, der am 19. Mai 2026 verstarb, gewidmet ist. Tour Direktor Thomas Pupp und Cycling Austria haben die neue Sonderwertung, ein zusätzlicher Zwischensprint auf allen fünf Etappen, ins Leben gerufen. Diese Wertung wird nun zur „Cycling Austria – Tour 75 – Sonderwertung Wolfgang Steinmayr“ und den Namen der verstorbenen Radlegende tragen. Die Sonderwertung wird sich immer an einem markanten Punkt der Strecke in Zielnähe befinden und soll auch ein Treffpunkt der jeweiligen Radcommunities sein. Der Sieger der Wertung wird auf der Bühne im Ziel entsprechend geehrt und gefeiert und erhält neben einer Tchibo Kaffeemaschine auch einen Barpreis. Auf der dritten Etappe wird die 75. Wertung in Schwarzach im Pongau nach 123 Kilometern ausgefahren.

Etappen der Lidl Tour of Austria 2026:
1. Etappe, 8. Juli: Graz – Gamlitz, 188km, 2.716hm
2. Etappe, 9. Juli: Bad Kleinkirchheim – Franz Josefs Höhe/Großglockner, 188,8km, 2.914hm
3. Etappe, 10. Juli: Lienz – St. Johann/Alpendorf, 188,7km, 2.311hm
4. Etappe: 11. Juli: Steyr – Steyr, 170,5km, 2.325hm
5. Etappe: 12. Juli: Langenlois – Wien, 109km, 758hm
Gesamt: 845km, 11.024hm