Archiv für den Tag: 15. Juni 2026

Tour of Malopolska: Colin Stüssi vom Team Vorarlberg eine Klasse für sich – perfekte Mannschaftsleistung

Tages- und Gesamtsieg für den überragenden Colin Stüssi, Punktetrikot an Giacomo Ballabio, Sieg in der Mannschaftswertung –
das Team Vorarlberg räumt bei der Tour of Malopolska alles ab, was es zu gewinnen gibt.

Aufgebot: Giacomo Ballabio, Philipp Hofbauer, Dominik Röber, Emanuel Zangerle, Colin Stüssi, Tobias Nolde

Auf der heutigen letzten Etappe von Rabka-Zdroj über 153 Kilometer nach Przehyba bildete sich schnell eine fürs Gesamtklassement ungefährliche Sechser-Gruppe, zu der 17 Kilometer vor dem Ziel Tobias Nolde vom Team Vorarlberg stieß. Ihr ganzes Augenmerk hatte die Truppe von Paul Renger aber auf den zehn Kilometer langen Schlussanstieg gelegt. „Möglichst Kräfte schonen und dann voller Fokus auf den letzten Berg“, diese Taktik hatte Renndirektor Paul Renger seinen Jungs mit auf den Weg gegeben.
Und die setzten die Vorgabe ihres sportlichen Leiters perfekt um. 35 Mann gingen ins Finale, darunter gleich fünf vom Team Vorarlberg, das mit einer Doppelführung von Giacomo Ballabio und Colin Stüssi in den abschließenden Tag gegangen war. Drei Kilometer vor dem Ziel dann die Entscheidung: Stüssi trat unwiderstehlich an. Niemand konnte dem Schweizer folgen, der 21 Sekunden Vorsprung auf den österreichischen Altmeister Riccardo Zoidl herausfuhr. Philipp Hofbauer wurde mit 25 Sekunden Rückstand glänzender Vierter. Giacomo Ballabio, der wie das ganze Team eine glänzende Tour fuhr, verlor 1:24 Minuten, wurde Tageszehnter und Achter in der Gesamtwertung.


Colin Stüssi (Plomi Foto)

1 2 ▲1 Stüssi Colin Team Vorarlberg 40 25 16″ 10:09:30
2 4 ▲2 Monti Alberto ATT Investments 30 18 4″ 0:44
3 12 ▲9 Zoidl Riccardo Hrinkow Advarics 25 14 6″ 0:47
4 13 ▲9 Hofbauer Philipp Team Vorarlberg 20 11 0:58
5 10 ▲5 Martinsen Georg Rydningen Lillehammer CK Continental Team 15 8 1:00
6 19 ▲13 Pękala Piotr Voster Team 10 6 1:23
7 20 ▲13 Kaczmarek Jakub ATT Investments 5 4 1:25
8 1 ▼7 Ballabio Giacomo Team Vorarlberg 3 3 10″ 1:33
9 5 ▼4 Surdyk Filip Spica Solutions Team 3 2 1:38
10 7 ▼3 Primožič Jaka Hrinkow Advarics 3 1 1:48
11 8 ▼3 Appelbaum Henri Johannes Team Storck – MRW Bau 1:59

Umjubelter Sieger der Tour of Malopolska aber Colin Stüssi, der die Titelverteidigung des Vorarlberger Teams (Vorjahressieger Alexander Konychev) sicherstellte und am Ende 44 Sekunden vor dem Tschechen Alberto Monti und 47 vor Zoidl lag. Bärenstarker Vierter auch im Gesamtklassement Philipp Hofbauer (-0:58). In der Mannschaftswertung setzte sich das Team Vorarlberg klar vor ATT Investments und Hrinkow Advarics durch. Punktebester wurde Ballabio vor Stüssi – Erfolg auf allen Linien für das Team Vorarlberg. Entsprechend happy war Colin Stüssi bei der Siegerehrung: „Der Tag ist genau so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben als Team funktioniert und am letzten Berg haben mich meine Kollegen perfekt in Position gebracht. Alle haben einen Super-Job gemacht und dadurch konnte ich am Ende attackieren und mein Ding durchziehen. Besser kann es nicht laufen“, so der sympathische Schweizer.

Presse Service Team Vorarlberg
www.team-vorarlberg.at
office@proevent-cycling.at

Übrigens: Kleinpolen (in der Landessprache Malopolska) liegt im Süden Polens und zählt zu den touristisch attraktivsten Regionen des Landes. Im Süden grenzt das Gebiet an die Slowakei. Hauptstadt Kleinpolens ist Krakau.

Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026

Namensänderung

Neuer, gewöhnungsbedürftiger Name: Das langjährige Critérium Dauphiné heißt ab 2026 Tour Auvergne-Rhône-Alpes. Das je nach Sichtweise wichtigsten Etappenrennen hinter den 3 Grand Tours war schon längst nicht mehr auf die Alpenregion Dauphiné beschränkt, sondern startete zuletzt regelmäßig in der Auvergne im Zentralmassiv, um schließlich das angestammte Hochgebirge anzusteuern.

Et. Startort Zielort km Etappensieger Leader
1. Vizille Saint-Ismier 146 Alex Baudin Alex Baudin
2. St-Martin-Vinoux Le Puy-en-Velay 234 Anthon Charmig Alex Baudin
3. Perreux Perreux 28** Visma Alex Baudin
4. Le Puy-en-Velay Montrond-Les-Bains 167 Quinn Simmons Alex Baudin
5. Saint-Chamond Villars-Les-Dombes 196 Wout van Aert Alex Baudin
6. Saint-Vulbas Crest-Voland 182 Maxim van Gils Luke Tuckwell
7. La Bridoire Grand Colombier 134 Isaac del Toro Luke Tuckwell
8. Beaufort Plateau de Solaison 120 Isaac del Toro Isaac del Toro
**) Teamzeitfahren

Del Toro zum Gesamtsieg, und nicht Seixas

Isaac del Toro (UAE) gewann die 2026 erstmals als Tour Auvergne-Rhône-Alpes ausgetragene ehemalige Dauphiné-Rundfahrt. Der 22-jährige Mexikaner gewann die letzten beiden Bergankünfte und verdrängte erst am letzten der 8 Renntage Luke Tuckwell (Red Bull) um 54 Sekunden von der Spitze. Tuckwell hatte das Rennen zuvor nach einer Flucht überraschend angeführt und wird auch den 2. Platz als Erfolg werten. Das Podium komplettierte Juan Ayuso (Lidl). Der Favorit Paul Seixas (Decathlon) stürzte auf der vorletzten Etappe und verließ während der letzten Etappe das Rennen.

Die 1. Etappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes gewann Alex Baudin (EF) als Solist. Baudin stammte aus der frühen Spitzengruppe des Tages, aus der im letzten Anstieg knapp 29 Kilometer vorm Ziel als letzter Fahrer in Front übrig blieb. Seine Mitausreißer wurden gestellt. Die große Gruppe um die aussichtsreichsten Klassementfahrer teilte sich im windigen Flachstück kurz vor Schluss. 32 Sekunden hinter Baudin sprintete Ramses Debruyne (Alpecin) auf den 2. Platz vor Léo Bisiaux (Decathlon). Die Gesamtfavoriten del Toro, Seixas und Ayuso kamen mit 44 Sekunden rein und verloren so 12 auf beispielsweise Onley und Vauquélin (beide Netcompany).

Die 2. Etappe gehörte der frühen Ausreißergruppe. Aus dieser waren 12 Kilometer vor Schluss 3 Fahrer an der Spitze übrig, als Anthon Charmig (Uno-X) sein Siegessolo startete. Clément Braz Afonso (Groupama) und Raul Garcia Pierna (Movistar) wurden noch von Henri-François Renard-Haquin (Picnic) und Vlad van Mechelen (Bahrain) gestellt, die am Ende 41 Sekunden hinter dem jubelnd austrudelnden Charmig auf die Plätze 2 und 3 sprinteten. Das Hauptfeld ab Platz 9 war 3:13 Minuten zurück. Von den Ausreißern spielte in der Gesamtwertung keiner wirklich eine Rolle.

Im 28,4 Kilometer langen Teamzeitfahren wurden wie zuletzt auch bei Etappenrennen des Veranstalters ASO die Zeiten für jeden Fahrer separat genommen, so dass die meisten Teams nur einen Fahrer solo in Front zuerst ins Ziel brachten. Im Falle von Visma war die Matteo Jorgenson, der damit den Teamsieg auf der 3. Etappe unter Dach und Fach brachte. Onley und Vauquelin verloren 9 Sekunden auf Jorgenson und brachten damit Netcompany den 2. Platz ein. Baudin und EF behielten durch einen 3. Platz das Gelbe Trikot. Ayuso und Skjelmose (Lidl) büßten als Tandem 32 Sekunden auf Jorgenson ein. Beim Rundfahrt-Favoriten Seixas waren es schon deren 45. Allerdings war sein Team wegen eines Ausfalls an Tag 1 der Rundfahrt nur mit 6 Mann unterwegs. Trotz des kompletten 7er-Aufgebots erreichte del Toro mit seinem Team nur den 9. Platz mit über einer Minute Rückstand.

Auf der 4. Etappe spielte einer 10-köpfigen Spitzengruppe starker Rückendwind im langen, finalen Geradeausstück in die Karten. So verteidigten sie bei rasanter Geschwindigkeit ihren engen Vorsprung um am Ende 4 Sekunden vor dem Hauptfeld. Quinn Simmons (Lidl) sprintete zum Sieg vor Finn Fisher-Black (Red Bull) und Mattéo Vercher (Totalenergies).

Die 5. Etappe gewann Wout van Aert (Visma) im Massensprint lässig mit einer Radlänge vor Hugo Hofstetter (NSN) und Phil Bauhaus (Bahrain). Schon am Vortag hatte van Aert den Sprint des Hauptfeldes für sich entschieden. Da ging es jedoch nur noch um den 11. Platz.

Auf der 6. Etappe fuhr ein riesiges Spitzenfeld um den Tagessieg im Bergaufziel. Maxim van Gils und Luke Tuckwell (beide Red Bull) holte zu Doppelschlag aus: Der eine gewann die Etappe im Sprint gegen Tobias Johannessen (Uno-X), der andere kam mit 6 Sekunden Rückstand auf den 3. Platz und eroberte das Gelbe Trikot rund eine und 2 Minuten vor seinen ehemaligen Mitausreißern Bruno Armiral (Visma) und Guillaume Martin (Groupama). Jorgenson, Seixas, Ayuso und del Toro sortierten sich in der Gesamtwertung 2:34, 3:06, 3:15 und 3:22 Minuten hinter Tuckwell ein, webei del Toro und Seixas im Schlussanstieg 13 Sekunden auf Jorgenson und 22 auf Ayuso herausfuhren.

Im schwierigeren Schlussanstieg der 7. Etappe am Grand Colombier setzte sich del Toro durch. Er überholte den zuvor ausgebrochenen Ayuso 1,6 Kilometer vorm Ziel und hängte diesen noch um 24 Sekunden ab. Die nächsten Fahrer im Ziel waren Johannessen mit 38 sowie Jorgenson und Uijtdebroeks mit 41 Sekunden Rückstand. Seixas verlor 1:21 Minuten, was aber mutmaßlich an einem frühen Sturz während der 7. Etappe lag. Er fuhr nach dem Sturz ersteinmal mit 3 Minuten Rückstand dem Hauptfeld hinterher.

Auch die Bergankunft der 8. Etappe ging an del Toro, der damit am Schlusstag das Gelbe Trikot eroberte. Del Toro siegte erneut vor Ayuso, diesmal sogar mit exakt einer Minuten Vorsprung. Johanessen drehte am Ende auf und kam noch auf 2 Sekunden an Ayuso heran. Die nächsten beiden Plätze belegte Skjelmose und Cristian Rodriguez (XDS) mit 1:31 Minuten Rückstand. Van Gils schleppte Tuckwell 1:43 hinter del Toro ins Ziel. Diese bemerkenswerte Leistung beider rettete Tuckwell den 2. Gesamtplatz. Jorgenson erreichte nur in dieser Gruppe das Ziel und wäre in der Gesamtwertung fast noch von Johannessen vom 4. Platz verdrängt worden. Seixas stieg in der Anfangsphase wegen schmerzender Hände aus.

Endklassement Tour Auvergne-Rhônes-Alpes 2026
1. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG 29:35:05
2. Luke Tuckwell (AUS) – Red Bull-Bora +0:54

3. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +1:17
4. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +1:36
5. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +1:46
6. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +2:41
7. Cian Uijtdebroeks (BEL) – Movistar +3:11
8. Cristian Rodriguez (ESP) – XDS-Astana +3:15
9. José Félix Parra (ESP) – Caja Rural-Seguros RGA +6:25
10. Guillaume Martin (FRA) – Groupama-FDJ +7:21

Muur Classic Geraardsbergen – 179 Km

1 MAGNIER Paul FRA SOUDAL QUICK-STEP 04:01:42
2 VAN TRICHT Floris BEL NSN DEVELOPMENT TEAM 00:02
3 BERCKMOES Jenno BEL LOTTO INTERMARCHE 00:02
4 TONEATTI Davide ITA XDS ASTANA TEAM 00:02
5 KUBIS Lukas SVK UNIBET ROSE ROCKETS 00:05
6 HAVERDINGS David NED ALPECIN-PREMIER TECH 00:05
7 BLOEM Joren NED UNIBET ROSE ROCKETS 00:05
8 EDDY Patrick AUS TEAM BRENNAN 00:05
9 TURGIS Anthony FRA TOTALENERGIES 00:09
10 KERCKHAERT Jochem NED BEAT CC p/b Saxo 00:09

GP Gippingen – 174 Km

1 SLOCK Liam BEL Lotto-Intermarché 04:15:24
2 VLASOV Aleksandr RUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
3 CARAPAZ Richard ECU EF Education-EasyPost 00:01
4 NYS Thibau BEL Lidl-Trek 00:03
5 ALAPHILIPPE Julian FRA Tudor Pro Cycling Team 00:03
6 WIDAR Jarno BEL Lotto-Intermarché 00:03
7 ULISSI Diego ITA XDS Astana Team 00:03
8 NERURKAR Lukas GBR EF Education-EasyPost 00:03
9 SCHMID Mauro SUI Team Jayco-AlUla 00:03
10 CAMPRUBÍ Marcel ESP Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 00:03