Archiv für den Tag: 10. Juli 2026

113.Tour de France – 7. Etappe: Hagetmau – Bordeaux – 175 Km

Merlier als schnellster Sprinter in Bordeaux vorn


Herbert Moos Foto

Tim Merlier (Soudal) gewann in Bordeaux die 7. Etappe der Tour de France 2026 im Massensprint. Der 33-jährige Belgier schlug mit fast 2 Radlängen Vorsprung Søren Wærenskjold (Uno-X). Mit geringerem Abstand folgten Biniam Girmay (NSN), Max Kanter (XDS) und Jasper Philipsen (Alpecin) auf den Plätzen 3 bis 5.

Philipsen bekam den Sprint von seinem Zug angefahren, wurde aber von van der Poel schon an der 250-Meter-Marke im Wind abgesetzt. So brachte Gaviria (Caja Rural) das Hinterrad in doppeltem Sinnen gar nichts, weil Philipsen vor ihm zu früh starten mussten und ihn außerdem an der Bande einklemmte.

Hinter Philpsen, Gaviria, Girmay und Merlier verließ Wærenskjold das Hinterrad des späteren Siegers. Dies brachte ihm den 2. Platz ein, nahm ihm aber die Restchance auf den Sieg. Den so wurde er zum perfekten Anfahrer für Merlier, der sich aus dem Gewusel befreien konnte und ohnehin der offenbar schnellste Sprinter dieser Tour ist.

Vom Sieger des ersten Massensprints 2 Tage zuvor, Olav Kooij (Decathlon), war in Bordeaux nichts zu sehen. Der damals zweitplatzierte Kanter konnte diesmal nicht von ganz vorne starten, sondern geriet weiter hinten in ein Gerangel mit Godon (Netcompany). Trotzdem gelang noch ein 4. Platz vor Philipsen.

Ergebnis
1. Tim Merlier (BEL) – Soudal-Quick Step 3:44:20

2. Søren Wærenskjold (NOR) – Uno-X
3. Biniam Girmay (ERI) – NSN
4. Max Kanter (GER) – XDS-Astana
5. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck
6. Phil Bauhaus (GER) – Bahrain Victorious
7. Huub Artz (NED) – Lotto-Intermarché
8. Dorian Godon (FRA) – Netcompany-Ineos
9. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek alle
10. Tom van Asbroeck (BEL) – NSN
11. Pavel Bittner (CZE) – Picnic-PostNL
12. Pascal Ackermann (GER) – Jayco-Alula gleiche
13. Milan Fretin (BEL) – Cofidis
14. Fernando Gaviria (COL) – Caja Rural-Seguros RGA
15. Anthony Turgis (FRA) – Totalenergies Zeit
– 176 Fahrer klassiert.
DNS Torstein Træen (NOR) – Uno-X

In der Gesamtwertung gab es in den Top-Ten keine Veränderungen. Tadej Pogacar (UAE) behielt im gelben Trikot seinen am Vortrag herausgefahrenen 2:42-Minuten-Vorsprung vor Jonas Vingegaard (Visma).

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 24:56:17

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:42
3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +3:27
4. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +3:30
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +3:34
6. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +3:55
7. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +4:00
8. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +4:21
9. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +4:57
10. Mathias Vacek (CZE) – Lidl-Trek +7:10

Mit Senken der Startflagge wagten Baptiste Veistroffer (Lotto) und Jakub Ortruba (Caja Rural) das Himmelfahrtskommando auf dieser Flachetappe gegen die Sprinterteams. Diese ließen das Fluchtduo des Tages nicht weit weg. Die meisten Arbeit verrichteten die Helfer von Philipsen und Merlier.

Veistroffer konnte immerhin den Zwischensprint und den einzigen kleinen Bergpreis des Tages für sich entscheiden. Auf den 3. Platz beim Zwischensprint kam Mads Pedersen (Lidl) vor Girmay, Kanter, Philipsen und Merlier. Das Grüne Trikot behielt Pedersen deutlich, obschon die Punkteabstände im Ziel deutlich größer ausfielen und Pedersen dort nur den 9. Platz belegte.

Grünes Trikot
1. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek 204 p.
2. Biniam Girmay (ERI) – NSN 145
3. Max Kanter (GER) – XDS-Astana 140
4. Tim Merlier (BEL) – Soudal-Quick Step 134
5. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck 126
6. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 75
7. Søren Wærenskjold (NOR) – Uno-X 73

Aber Pedersens Vorsprung in dieser Sonderwertung war vorher groß genung, anders als der Vorsprung der beiden Ausreißer. Diese wurden 20 Kilometer vorm Ziel an einem erneut heißen Tour-Tag vom Hauptfeld eingeholt. Auf den letzten 2 Kilometern bauten Philipsens Teamkollegen einen beeindruckenden Zug auf, für den jedoch schließlich zu früh Endstation war.

Tour of Austria 2026 Etappe 3+4

3. Etappe: Lienz – St. Johann Alpendorf – 189 Km


Plomi Foto


1 POWLESS Neilson USA EF Education – Easypost 04:09:20

2 ARRIETA LIZARRAGA Igor ESP UAE Team Emirates XRG 00:00
3 CHRISTEN Jan SUI UAE Team Emirates XRG 00:28

4 ALBANESE Vincenzo ITA EF Education – Easypost 01:03
5 TOMAS MORGADO António POR UAE Team Emirates XRG 01:03
6 WATSON Sam GBR Netcompany INEOS 01:03
7 GOGL Michael AUT Alpecin-Premier Tech 01:03
8 HELLEMOSE Asbjørn DEN Team Jayco Alula 01:03
9 ALVAREZ MARTINEZ Hector ESP LIDL-TREK 01:06
10 PEKALA Piotr POL ATT Investments 01:08

Powless siegt in St. Johann/Alpendorf, Mühlberger weiter unantastbar
Auf der dritten Etappe der Lidl Tour of Austria jubelte der US-Amerikaner Neilson Powless bei seinem ersten Start in Österreich über seinen ersten Etappensieg in der Alpenrepublik. Der Gesamtführende Gregor Mühlberger hatte einige bange Momente zwischen Osttirol und Salzburg, aber am Ende ließen er und seine Nationalteamkollegen nichts anbrennen.

Die 3. Etappe der Lidl Tour of Austria über 189,5 Kilometer und 2.315 Höhenmeter verband heute Lienz in Osttirol und das Salzburger St. Johann/Alpendorf, zum 16. Mal Etappenziel. Nach einer Runde um Lienz mit einer Sprintwertung ging es über den Felbertauern in Richtung Salzburg. Die Entscheidung über den Etappensieg sollte auf dem 2,6 Kilometer und maximal 14,8 Prozent steilen berüchtigten Schlussanstieg, die Mauer ins Alpendorf bei St. Johann in Salzburg, fallen.

Schon in der Anfangsphase in Osttirol war das Tempo enorm, es kündigte sich eine High-Speed-Etappe an. Am Felbertauern setzten sich schließlich 22 Fahrern ab. Darunter viele klingende Namen – wie Giro d’Itlia-Gesamtsieger Tao Geoghegan Hart und sein Lidl – Trek-Teamkollege Héctor Álvarez, die UAE-Profis Jan Christen, der portugiesische Meister Antonio Morgado, Igor Arrieta, Neilson Powless von EF Education – EasyPost, Staatsmeister Michael Gogl (Alpecin – Premier Tech), Patrick Gamper (Team Jayco AlUla) und Ex-Rundfahrtssieger Riccardo Zoidl von Hrinkow Advarics, ebenso Sebastian Putz vom Nationalteam und Thomas Tichler (WSA KTM Graz). Nach 100 gefahrenen Kilometern lag ihr Vorsprung bei rund drei Minuten. Doch im Feld ließ das Nationalteam um den Gesamtführenden Gregor Mühlberger nichts anbrennen und hatten das Rennen stets unter Kontrolle.

Bange Sekunden für Mühlberger
Bei der Bergwertung Buchberg, rund 50 Kilometer vor dem Ziel, zersplitterte die Spitzengruppe. Die Top-Profis Neilson Powless und Igor Arrieta setzten sich vom Feld ab und führen über vier Minuten Vorsprung heraus. Der Spanier Arrieta, heuer Giro-Etappensieger, lag im Gesamtklassment zu diesem Zeitpunkt nur 5:51 Minuten hinter Mühlberger und stellte damit eine Gefahr für den Niederösterreicher dar. Im Hauptfeld sorgten unterdessen die Fahrer des Nationalteams und vom Team Vorarlberg, später von Lidl – Trek, für das Tempo. Auf den letzten 20 Kilometern sah es nach einem Zweikampf um den Etappensieg aus, während es im Hauptfeld ein leises Durchatmen beim Nationalteam gab, als der Rückstand kontinuierlich sank.

Powless gewinnt Duell um Etappensieg
Die beiden Spitzenfahrer erreichten gemeinsam den Schlussanstieg nach St. Johann/Alpendorf, wo sich in einem packenden Zielsprint der US-Amerikaner Neilson Powless den Sieg nicht nehmen ließ. Hinter Igor Arrieta belegte dessen UAE-Teamkollege Jan Christen mit 27 Sekunden Rückstand den dritten Platz. Bester Österreicher wurde Michael Gogl als Sechster. „Hier in Österreich zu fahren ist wirklich traumhaft. Es sind so schöne Etappen und fantastische Landschaften; ich denke, ich werde demnächst mit meiner Familie hierher kommen.“ Zum Sieg einte er: „Ich war im Finale sehr vorsichtig, um nicht zu schnell an meine Grenzen zu kommen. Ein toller Sieg für mich“, sagte der 29-Jährige, 2023 Gesamtsieger des Etoile de Besseges und im Vorjahr Triumphator von Dwars door Vlaanderen.

Gregor Mühlberger behauptet Gesamtführung
Die Schrecksekunden während der Etappe über den Rückstand auf Igor Arrieta steckte er leicht weg: „Ich habe zu meinen Jungs gesagt, die Leute hinter mir sind gefordert, damit sie das Podium nicht verlieren. Aber trotzdem mussten wir versuchen, alles unter Kontrolle zu halten. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Jetzt müssen wir uns alle gut erholen.“ Morgen auf der Etappe rund um Steyr feiert Mühlberger quasi ein Heimspiel: „Ich werde morgen auf alle Fälle vielen Freunden und Bekannten zuwinken – und sie werden mich auf der Strecke rund um meine Heimat leiden sehen!“

Gregor Mühlberger liegt auch in der Skoda-Punktewertung und Mautner-Markhof-Bergwertung voran. Das DAN Küchen-Trikot des besten Jungprofis trägt morgen erneut Andrew August von Netcompany INEOS und Philipp Hofbauer (Team Vorarlberg) wird das Gebrüder Weiss-Trikot des besten Österreichers stellvertretend für Gregor Mühlberger präsentieren. Zum aktivsten Fahrer wurde heute Sebastian Putz vom Nationalteam ausgezeichnet.

Morgen 4. Etappe rund um Steyr in Oberösterreich
Die vierte Etappe der Lidl Tour of Austria führt morgen über 170,5 Kilometer und 2.325 Höhenmeter durch Oberösterreich. Gestartet wird um 13:00 Uhr am Stadtplatz in Steyr. Nach der Skoda-Sprintwertung in Micheldorf führt die Strecke in die neue Region 360° Alpenland und über Kirchdorf und Hinterstoder zurück nach Steyr. Die erste Zieldurchfahrt wird ab 16:20 Uhr am Stadtplatz erwartet, danach folgt das Etappenfinale mit dem berühmt-berüchtigten Porscheberg, wo die Teams Hrinkow Advarics und Schwingshandl Intralogistics eine eigene Fanzone einrichten. Kurz vor 17:00 Uhr wird der Etappensieger in Steyr feststehen. Die Live-Übertragung beginnt morgen um 14:00 Uhr, ORF 1 überträgt ab 15:00 Uhr live – alle Übertragungszeiten: https://tourofaustria.com/live

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4. Etappe: Steyr – Steyr – 171 Km

1 BAGIOLI Andrea ITA LIDL-TREK 03:54:51
2 VERMAERKE Kevin USA UAE Team Emirates XRG 00:00
3 AUGUST Andrew USA Netcompany INEOS 00:00
4 SHAW James GBR EF Education – Easypost 00:00
5 ZEMKE Jermaine GER REMBE | Rad-Net 00:00
6 MOLLEMA Bauke NED LIDL-TREK 00:00
7 DOUBLE Paul GBR Team Jayco Alula 00:00
8 RODRIGUEZ CANO Carlos ESP Netcompany INEOS 00:00
9 ALVAREZ MARTINEZ Hector ESP LIDL-TREK 00:00

10 PICKERING Xavier Finlay Xavier GBR Team Jayco Alula 00:00
11 MÜHLBERGER Gregor AUT Austria 00:00
12 BALLABIO Giacomo ITA Team Vorarlberg 00:33
13 DEL GROSSO Tibor NED Alpecin-Premier Tech 00:33
14 NOVÁK Samuel SVK Tirol KTM Cycling Team 00:33
15 HELLEMOSE Asbjørn DEN Team Jayco Alula 00:33

Gesamtwertung nach der 4. Etappe

1 MÜHLBERGER Gregor AUT Austria 17:13:10
2 VERMAERKE Kevin USA UAE Team Emirates XRG 01:25
3 MOLLEMA Bauke NED LIDL-TREK 01:40
4 RODRIGUEZ CANO Carlos ESP Netcompany INEOS 01:47
5 DOUBLE Paul GBR Team Jayco Alula 01:51
6 AUGUST Andrew USA Netcompany INEOS 01:51
7 SHAW James GBR EF Education – Easypost 02:31
8 MARTINSEN Toralf Rydningen NOR Team Drali – Repsol 03:28
9 PICKERING Xavier Finlay Xavier GBR Team Jayco Alula 03:42
10 HELLEMOSE Asbjørn DEN Team Jayco Alula 04:42
11 ARRIETA LIZARRAGA Igor ESP UAE Team Emirates XRG 05:15

Bagioli siegt im Hexenkessel von Steyr, Mühlberger vor Gesamtsieg

Der Italiener Andrea Bagioli erlöste heute sein Team Lidl-Trek in Steyr. Er bescherte seiner Equpipe den ersten Etappensieg bei der 75. Lidl Tour of Austria. Für eine Gänsehautstimmung sorgten tausende Fans in Steyr und vor allem in der Fanzone am Porscheberg. Diese Stimmung hat auch Gregor Mühlberger Flügel verliehen, der Niederösterreicher steht vor dem größten Triumph seiner Karriere.
Die vorletzte Etappe der Lidl Tour of Austria über 170,5 Kilometer und 2.325 Höhenmeter stand ganz im Zeichen Steyrs und der neuen Tourismusregion „360° Alpenland“. Nach den Skoda-Sprintwertungen in der Kurstadt Bad Hall und in Micheldorf führte die Route über Kirchdorf und Hinterstoder zurück nach Steyr, gefolgt von der 25 Kilometer langen Runde über den berüchtigten Porscheberg, wo tausende Zuschauer:innen in einer eigenen Fanzone am 1,3 Kilometer langen Anstieg mit maximal 19,3 Prozent Steigung für Bombenstimmung sorgten.

Vollgas von Hrinkow Advarics

Noch vor der zweiten Skoda-Sprintwertung in Micheldorf nach rund 35 Kilometern attackierten vier Fahrer erfolgreich. Neben dem Polen Piotr Pękala und dem Deutschen Mauro Brenner waren auch zur Freude der Lokalmatador-Mannschaft Hrinkow Advarics mit Valentin Poschacher und dem Slowaken Richard Riška gleich zwei Profis aus Steyr vertreten. Vor der 2. Mautner Markhof-Bergwertung Sandner Linde, 50 km vor dem Ziel, wachten neben dem österreichischen Nationalteam auch die WorldTour-Mannschaften auf und erhöhten das Tempo im Hauptfeld und reduzierten den Rückstand auf das Führungsquartett auf 2,5 Minuten.

Die erste Zieldurchfahrt mit einer Skoda-Sprintwertung in Steyr erreichte Piotr Pękala mit der roten Startnummer als aktivster Fahrer solo vor Poschacher. Das Feld dahinter – rund 1:20 Minuten Rückstand. Richtung Porscheberg nahen die großen Mannschaften das Zepter in die Hand und bereits 20 Kilometer vor dem Ziel war der letzte Solist Pekala gestellt, gefolgt von zahlreiche Attacken. Am Porscheberg setzte sich Gregor Mühlberger mit drei Kollegen ab. Erst auf den letzten Kilometern vor Steyr gelang noch sieben Fahrern der Anschluss zur Spitze. Die elf Mann fighteten im Zielsprint um den Tagessieg, wo sich der Italiener Andrea Bagioli von Lidl-Trek erstmals in die Siegesliste eintragen konnte. Der Zweite der Lombardei-Rundfahrt bezwang UAE-Profi Kevin Vermaerke und den besten Nachwuchsfahrer Andrew August von Ineos. Gregor Mühlberger ging im Zielsprint kein Risiko mehr ein und rollte als Letzter der führenden Gruppe ins Ziel. „Den Etappensieg wollten wir uns unbedingt holen! Die ersten Tage waren nicht ganz ohne, heute hat es für das Team gepasst. Über die morgige Abschlussetappe nach Wien sagt jeder, die ist doch leicht mit knapp über 100 Kilometern. Aber genau deshalb werden es morgen viele Teams probieren – und wir sind dementsprechend gerüstet“, jubelte Bagioli im Ziel.

Gregor Mühlberger vor Höhepunkt seiner Karriere
In der Gesamtwertung liegt Gregor Mühlberger nach Tag 4 1:25 Minuten vor UAE-Profi Kevin Vermaerke und 1:40 vor Bauke Mollema von Lidl-Trek. „Es war Gänsehautstimmung pur. Unglaublich, wie viele Leute und vor allem Bekannte und natürlich meine ganze Familie dabei waren. Der Porscheberg war der absolute Hexenkessel, das gab so viel Motivation. Ganz oben nach der Sprintwertung habe ich mich entschieden, nichts mehr herauszufordern und sicher ins Ziel zu kommen. Zwei Etappensiege sind ein Traum und jetzt konzentrieren wir uns voll auf den Toursieg in Wien.“ Angesprochen auf die Bedeutung des möglichen Gesamtsieges: „Emotional war der Staatsmeistertitel, als meine Frau als Betreuerin im Auto saß, das Größte. Aber aus sportlicher Sicht kann nichts den Gesamtsieg bei der Heimrundfahrt toppen.“

In den Wertungen kam es heute zu einigen Veränderungen: In der Skoda-Punktewertung liegt jetzt Kevin Vermaerke dank seines 2. Platzes vor Mühlberger und in der Mautner-Markhof-Bergwertung setzte sich der Pole Piotr Pękala durch seine offensive Fahrweise an die Spitze. Das DAN Küchen-Trikot des besten Jungprofis führt Andrew August von Netcompany INEOS morgen nach Wien und Philipp Hofbauer (Team Vorarlberg) wird als 15. und zweitbester Österreicher das Gebrüder Weiss-Trikot des besten Österreichers stellvertretend für Gregor Mühlberger morgen nach Wien bringen.

Morgen Finaletappe von Langenlois nach Wien
Das niederösterreichische Langenlois feiert die Tour-Premiere. Im historischen Stadtkern am Holzplatz, mit seinen imposanten Winzerhöfen und malerischen Plätzen, fällt morgen auf der Abschlussetappe der Lidl Tour of Austria um 13:30 Uhr der Startschuss zur 109 Kilometer langen Schlussetappe in die Bundeshauptstadt Wien. Nach zwei Startrunden über die Bergwertung Schiltern mit Durchfahrten in Langenlois verläuft die Strecke über Kammern, Kirchberg am Wagram mit dem zweiten Sprint und Tulln nach 83 Kilometern in Hainbuch zur nächsten Bergwertung im Wienerwald. Über Mauerbach geht es direkt vorbei am Schloss Schönbrunn, wo sich die 75er-Wertung befindet, über die Wienzeile und Operngasse auf die Ringstrasse, wo ab 15:45 Uhr vor dem Burgtheater der letzte Etappensieger gekürt wird. Im Jahr 2014 wurde vor dem Burgtheater zum letzten Mal ein „Sprint Royal“ ausgetragen, damals siegte der Kärntner Marco Haller. Die Live-Übertragung beginnt morgen um 13:00 Uhr, ORF 1 überträgt ab 14:00 Uhr live – alle Übertragungszeiten: https://tourofaustria.com/live

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113. Tour de France 2026 – 6. Etappe Pau – Gavarnie-Gèdre 186km

Pogacar mit 43-Kilometer-Solo 2:38 voraus!


Herbert Moos Foto

Der große Col du Tourmalet lag eigentlich zu weit vom Ziel entfernt. Doch Tadej Pogacar (UAE) sah das wieder mal anders und planierte nach Vorarbeit seines All-Star-Teams alles. Der Slowene gewann in Gavarnie-Gèdre die 6. Etappe der Tour de France 2026 durch die Pyrenäen nach knapp 43 Kilometern Alleinfahrt. Nach ebensolchem Solo erreichte Jonas Vingegaard (Visma) mit erniedrigenden 2:38 Minuten Rückstand auf dem 2. Platz das Ziel.

Dahinter neutralisierten sich die nächstbesten Fahrer. Obwohl oder weil zusammen unterwegs, verloren sie sukzessive Zeit auf Pogacar. Vingegaard hingegen holten sie fast noch ein. Auf den 3. Platz sprintete allerdings Pogacars Teamkollege Isaac del Toro (UAE), der zuvor hinten drauflag. Ebenfalls mit 2:57 Minuten Verlust wurden Evenepoel (Red Bull), Seixas (Decathlon), Lipowitz (Red Bull), Ayuso und Skjelmose (beide Lidl) gewertet. Martinez (Bahrain) und Kuss (Visma) ließen auf den letzten Metern noch ein paar Sekunden liegen.

Oben auf dem Col du Tourmalet 38,4 Kilometer vorm Ziel betrug Pogacars Vorsprung vor Vingegaard noch eine halbe Minute. Mit 1:26 Minuten Rückstand erreichten Paul Seixas, Florian Lipowitz und del Toro die Passhöhe. 20 weitere Sekunden zurück lagen Remco Evenepoel, Juan Ayuso, Mattias Skjelmose, Lenny Martinez und Sepp Kuss.

In der Abfahrt verdoppelte Pogacar seinen Vorsprung auf eine Minute. Im 18,4 Kilometer langen, aber nur 4 % steilen Schlussanstieg ging die Lücke dann richtig derbe auf. Hinter Vingegaard kam es in der Tourmalet-Abfahrt auf Evenepoels Initiative hin relativ schnell zum Zusammenschluss der beiden Verfolgergruppen. So verlor Evenepoel immerhin bergab nichts auf Pogacar, dafür bergauf wiederum umso mehr.

Einsam auf dem 11. Platz kam Egan Bernal (Netcompany), der einzige Ex-Toursieger in der Startliste außer Pogacar und Vingegaard, mit knapp 5 Minuten Rückstand ins Ziel. Dahinter folgte lange nichts. Ab dem 12. Platz betrug der Rückstand 8 Minuten und mehr. Torstein Træen (Uno-X) im Gelbe Trikot hatte schon am Tourmalet über 8 Minuten Rückstand und die Gesamtführung virtuell verloren. In der Abfahrt stürzte er, weil er sich am Hinterrad eines Teamkollegen aufhängte. Zusammen erreichten sie mit einer halben Stunde Rückstand das Ziel und aufgrund seiner Rippenverletzung kann er zur 7. Etappe nicht mehr antreten.

Ergebnis
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 4:32:07

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:38
3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +2:57
4. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora
5. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM
6. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora alle
7. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek gleiche
8. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek Zeit
9. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +3:02
10. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +3:06
11. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +4:47
12. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +8:18
13. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana alle
14. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step gleiche
15. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Zeit
16. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +8:21
17. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG
18. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X
19. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché alle
20. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG gleiche
21. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike Zeit
22. Pablo Castrillo (ESP) – Movistar +8:21
23. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +8:51
24. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +9:33
25. Mathias Vacek (CZE) – Lidl-Trek +11:03
26. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech gl.Zeit

29. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +16:50
31. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +16:50
51. Torstein Træen (NOR) – Uno-X +29:55
– 177 Fahrer klassiert.
DNF Bert van Lerberghe (BEL) – Soudal-Quick Step
DNF Cian Uijtdebroeks (BEL) – Movistar
DNF Arvid de Kleijn (NED) – Tudor
DNS Alex Molenaar (NED) – Caja Rural-Seguros RGA

Vingegaard mehr Zeit hinter Pogacar als vorm 9. Platz

Das Rennen um den Gesamtsieg bei der Tour de France 2026 ist damit schon nach 6 von 21 Etappen gelaufen, wenn Pogacar von Stürzen und Krankheiten verschont bleibt. Zuzüglich Bonussekunden schlüpfte Pogacar mit 2:42 Minuten Vorsprung erneut ins Gelbe Trikot vor Jonas Vingegaard. Auf den 3. Platz rückte del Toro anstatt Evenepoel auf, weil er sich im Zielsprint für 4 Bonussekunden durchsetzte. Vom 3. Platz zum Gelben Trikot sind es nach der 6. Etappe 3:27 Minuten. Vingegaard auf dem 2. Platz hat mehr Rückstand auf Pogacar als Vorsprung auf den 9. Platz.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 21:11:57

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:42
3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +3:27
4. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +3:30
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +3:34
6. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +3:55
7. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +4:00
8. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +4:21
9. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +4:57
10. Mathias Vacek (CZE) – Lidl-Trek +7:10
11. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +9:12
12. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +9:35
13. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +9:42
14. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +9:45
15. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 +9:50
16. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +10:46
17. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +10:46
18. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +10:51
19. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +10:56
20. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech +11:26
21. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +11:43
22. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana +13:06
23. Pablo Castrillo (ESP) – Movistar +13:24
24. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +13:33
25. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +14:31
26. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +18:26
27. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +19:19

Alle Ausreißversuche in der ersten Etappenphase waren zum Scheitern verurteilt. Denn Pogacar verriet durch die konsequente Tempoarbeit seiner Helfer früh sein Vorhaben, mal wieder alle anderen zu deklassieren.