Hallo Sportfreunde,
von Dieter Burkhardt erhielten wir die traurige Nachricht vom plötzlichen Tod seines Freundes und einstigen Teamkameraden Werner Stauff, der am 27. Juni mit 66 Jahren nach einem Herzinfarkt verstorben ist.

Plomi Foto im Mai 1986 vor Rudi Wörndl
Der gebürtige Kölner fand als Jugendlicher begeistert zum Radsport. Im Trikot des „Polizei-Sportvereins Köln“ (PSV Köln) fuhr Werner Stauff bereits als Jugendfahrer sehr erfolgreich seine ersten Rennen und bei den Junioren zählte „Kiko“, wie ihn seine Freunde und Fans nannten, danach sehr bald zur deutschen Spitzenklasse.
Auch nach seinem Wechsel ins Lager der Amateure setzte Werner Stauff seine Erfolgsserie lückenlos fort. Als einer der jüngsten Fahrer im internationalen Feld der Spitzenamateure begann er die Saison 1979 mit einem Paukenschlag: Mit 19 Jahren wurde er Zweiter beim traditionellen Frühjahrsklassiker „Köln-Schuld-Frechen“! Weitere Spitzen-Platzierungen und Siege folgten Woche für Woche, womit sich Werner Stauff sehr schnell und eindrucksvoll einen Platz im BDR-National-Kader erkämpfte.

Plomi Foto (1983 beim Tucherpreis in Herpersdorf)
Seinen ersten DM-Titel holte sich Werner Stauff 1981 als 21-Jähriger mit dem Straßen-Vierer des PSV Köln (zusammen mit Achim Stadler, Thomas Freienstein und Werner Wüller). Seine nächste DM-Medaille folgte ein Jahr später, als er bei der extrem schweren Einer-DM in Rosenheim – die Dieter Burkhardt vor Rolf Gölz gewann – im packenden Finale Platz drei belegte!
Nach seinem Wechsel zur RSG Hercules 1985 holte sich Werner Stauff zusammen mit Dieter Burkhardt, Thomas Freienstein und Hans Knauer seinen zweiten deutschen Meistertitel!
Zur Krönung seiner außergewöhnlichen Karriere wurde für Werner Stauff die Einer-DM 1986 in Bann. Nach langer erbarmungsloser Hitzeschlacht konnte er sich zusammen mit dem Dortmunder Bernd Gröne in der letzten Runde vom Feld absetzen. Das rasante Finish war für den spurtschnellen KIKO nur noch Formsache. Strahlend rauschte er als neuer Straßenmeister sicher vor Gröne ins Ziel. Ebenso souverän hatte kurz danach im Sprint um Platz drei Dieter Burkhardt das gesamte Feld der Verfolger im Griff. Mit Gold und Bronze auf dem Treppchen war die RSG Hercules damit das überragende Team des unvergesslichen großen Renntages!

Plomi Foto (beim Kriterium in Zirndorf 1986 im DM Trikot)
Gerne erinnerte sich Werner Stauff an die „Friedensfahrt“ 1988. Bei der großen „Tour“ aller damaligen Ostblock-Staaten holte er sich damals einen viel beachteten Etappen-Sieg. Ein riesiger internationaler Erfolg gegen die Weltklasse-Fahrer der UDSSR, aus Polen, Tschechien und der damaligen „DDR“! Nur vier westdeutsche Radamateure konnten bei der „Friedens-Fahrt“ einst einen Etappen-Sieg feiern!
1989 wechselte Werner Stauff zwar noch ins Lager der Profis, als er einen Vertrag beim „Team Stuttgart“ erhielt – aus dem später das Team TELEKOM entstand – doch nach rund 15 Jahren im Rennsattel beendete er im gleichen Jahr seine erfolgreiche Radsport-Karriere.
Manfred M a r r
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Dieter Burkhardt wird seinen guten Kölner Freund nie vergessen. Sichtlich erschüttert erklärte er: „Ich bin immer noch fassungslos und richtig traurig. Kiko war Jahrgang 1960. Ich habe ihn 1979 als 19-jährigen in der Vorbereitung auf die WM in Valkenburg kennengelernt. Seitdem hatte ich immer engen Kontakt zu ihm. Zunächst in der Nationalmannschaft. 1982 als ich Meister und er Dritter wurde.
1985, ein Jahr nach Thomas Freienstein, wechselte auch Werner Stauff vom PSV Köln zur RSG. Mit ihm wurden wir auf Anhieb Deutscher-Vierer-Meister. In meinem letzten Jahr 1986 haben wir beide das Ergebnis der DM von 1982 gedreht. Er wurde Straßenmeister und ich Dritter.
Privat blieben wir immer in Verbindung. In der Zeit als seine Frau Beate ein Fahrrad-Geschäft in Köln betrieben hat nahezu wöchentlich. Über unsere Söhne Holger und Andreas hatten wir ebenfalls viel guten Kontakt, denn beide fuhren in der Nachwuchsmannschaft vom Team Milram“.