Archiv für den Tag: 15. Juli 2026

Christoph Strasser greift beim Transcontinental Race nach seinem 3. Sieg

Nach zwei Siegen in den ersten beiden Rennen der Saison fiebert Christoph Strasser dem Höhepunkt seines Ultra-Radsportjahres entgegen. Am 19. Juli startet der Steirer bei der zwölften Auflage des legendären Transcontinental Race (TCR), dem wohl prestigeträchtigsten Unsupported-Rennen der Welt. Der Start erfolgt heuer erstmals im norwegischen Trondheim, das Ziel liegt nach einer spektakulären Nord-Süd-Durchquerung Europas im griechischen Kalamata. Insgesamt warten auf die Teilnehmer rund 4.800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter – idente Daten zum Race Across America.

Für den sechsmaligen Race Across America-Sieger ist es bereits die fünfte Teilnahme beim TCR. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: zwei Siege, ein zweiter und ein fünfter Platz im vergangenen Jahr. Entsprechend selbstbewusst reist der 43-Jährige nach Norwegen. „Mein Ziel ist es, so vorbereitet zu sein, dass ich bis zum Schluss um den Sieg mitfahren kann. Ich fühle mich aktuell besser als im vergangenen Jahr. Mit den beiden Erfolgen zu Saisonbeginn habe ich viel Selbstvertrauen getankt. Trotzdem ist das Transcontinental Race kaum planbar – unterwegs kann einfach alles passieren“, sagt der Steirer aus Kraubath.

Europas härtestes Abenteuer auf zwei Rädern
Das Besondere am Transcontinental Race ist das Rennformat: Die Athletinnen und Athleten sind komplett auf sich allein gestellt. Weder Begleitfahrzeuge noch Betreuer sind erlaubt. Zwischen den von der Rennleitung vorgegebenen Checkpoints und Pflichtpassagen müssen die Fahrer ihre Route selbst planen, sämtliche Verpflegung organisieren und technische Probleme eigenständig lösen. „Im Gegensatz zum Race Across America muss man hier jedes Problem alleine lösen – egal ob Defekt, Navigation oder körperliche Schwierigkeiten. Man kann sich unmöglich auf alles vorbereiten, deshalb ist Improvisation ein ganz entscheidender Faktor“, erläutert Strasser.

„Ferry-Game“ entscheidend?
Bereits die ersten Renntage versprechen spektakuläre Bilder. Nach dem ersten Checkpoint am Aurlandsfjord führt die Strecke über den berühmten Rallarvegen, eine rund 70 Kilometer lange Schotterstraße, bis in den Wintersportort Geilo. Anschließend geht es durch Südnorwegen und Schweden, wo die Wahl der richtigen Fährverbindung nach Mitteleuropa zum ersten großen strategischen Faktor wird. „Das sogenannte Ferry-Game wird heuer besonders spannend. Es gibt viele Möglichkeiten mit unterschiedlichen Häfen und Fahrplänen. Man muss ständig abwägen: Ist eine kürzere Strecke mit längerer Wartezeit besser oder ein Umweg ohne Aufenthalt? Solche Entscheidungen können am Ende entscheidend sein.“

Weitere Pflichtpassagen führen durch Tschechien und das Tatra-Gebirge in der Slowakei, anschließend führt Strassers Routenplanung über Ungarn und Kroatien bis nach Sarajevo. Dort befindet sich der dritte Checkpoint auf der ehemaligen Bobbahn der Olympischen Winterspiele 1984 – die Strecke führt dabei sogar direkt durch die historische Betonrinne. Nach einem weiteren Checkpoint in Albanien wartet schließlich der anspruchsvolle Schlussabschnitt auf der Peloponnes. Ab dem antiken Olympia müssen noch zahlreiche Höhenmeter bewältigt werden, ehe das Ziel an der Küste in Kalamata erreicht wird.

Schlafen, essen und improvisieren
Auch abseits des Rades ist perfekte Planung gefragt. Strasser nimmt rund zwei Kilogramm Kohlenhydratpulver mit, den Rest seiner Verpflegung kauft er unterwegs ein. Schlafen möchte er – wenn möglich – rund drei Stunden pro Nacht in Unterkünften. Ein Schlafsack reist dennoch mit, falls keine Unterkunft verfügbar ist. Zusätzliche Herausforderungen verspricht das Wetter. In Norwegen können selbst im Hochsommer auf über 1.500 Metern Schnee, Regen und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt auftreten. Wenige Tage später warten in Südosteuropa und Griechenland hingegen oft extreme Hitzebedingungen.

Hochkarätige Konkurrenz
Das Teilnehmerfeld zählt erneut zur Weltspitze des Ultra-Cyclings. Mit dabei sind unter anderem der TCR Sieger von 2024 Robin Gemperle (Schweiz), Frauensiegerin Jana Kesenheimer (Deutschland), Martin Moritz, Manuel Rudaz, Nicolas Châtelet sowie Strassers langjähriger Rivale Robert Müller aus Deutschland. Nach seinen beiden Saisonsiegen bei „Rund um Sachsen“ und dem „Unknown Race“ zählt aber auch der Steirer selbst wieder zum engsten Favoritenkreis.

Das Rennen startet am 19. Juli in Trondheim. Fans können Christoph Strasser während des gesamten Rennens per GPS-Livetracking verfolgen. Zudem informiert er regelmäßig auf seinen Social-Media-Kanälen über den Rennverlauf. Eine ausführliche Vorschau erscheint außerdem in seinem Podcast „Sitzfleisch“.

Homepage: www.christophstrasser.at
Honorarfreie Fotos: www.christophstrasser.at/pressefotos_pressearchiv/pressefotos
Facebook: www.facebook.com/christophstrasser.at

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Pressekontakt:
MR PR – Martin Roseneder
eMail: martin@mr-pr.at
Homepage: www.mr-pr.at

113. Tour de France 2026 – 10. Etappe Aurillac – Le Lioran 167km

Pogacar siegt überlegen in Le Lioran

Mal kein Erdrutschsieg: Tadej Pogacar (UAE) gewann in Le Lioran die 10. Etappe der Tour de France 2026 als Solist. Im Zentralmassiv begnügte sich der Slowene mit einem rund 15 Kilometer langen Solo und nur etwas über einer halben Minute Vorsprung vor den Nächstbesten. Von denen sprintete Remco Evenepoel (Red Bull) – obwohl zwischenzeitlich abgehängt – auf den 2. Platz 2 Sekunden vor Paul Seixas (Decathlon), der wiederum knapp die letzten Bonfikationssekunden vor Florian Lipowitz (Red Bull) abgriff.

Erst im Sprint verloren Ayuso und Skjelmose (beide Lidl) 6 Sekunden auf Evenepoel, der Gesamtzweite Vingegaard (Visma) weitere 6 mehr. Am vorletzten Anstieg, an dem Pogacar attackierte, wurde schon dessen Teamkollege und bisherige Gesamtdritte del Toro abgehängt. Er kam auf dem 8. Platz mit rund einer Minute Rückstand auf die Gruppe um Evenepoel, Lipowitz und Evenepoel an.

Ergebnis
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 3:58:08
2. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +0:32

3. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +0:34
4. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora gl.Zeit
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +0:38
6. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek gl.Zeit
7. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:44
8. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +1:31
9. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +1:59
10. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +2:03
11. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +2:09
12. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +2:42
13. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +2:48
14. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech gl.Zeit
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +2:53
16. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +3:05
17. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +3:45
18. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +4:50
19. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +5:23
20. Pablo Castrillo (ESP) – Movistar +6:45

23. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +6:50
75. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +27:12
– 175 Fahrer klassiert.
DNS Matteo Trentin (ITA) – Tudor

Pogacar baute seine Gesamtführung auf 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard aus. Evenepoel rückte auf den 3. Platz auf – bei nur noch einer halben Minute Rückstand auf Vingegaard. Auch Ayuso, Seixas und Lipowitz zogen an del Toro vorbei und machten jeweils einen Platz gut, alle weiterhin weniger als eine Minute hinter dem Podest. Del Toro fiel auf die 7 vor Skjelmose, der wiederum Lenny Martinez (Bahrain) überholte. Pidcock (Pinarello) enterte trotz Sturzes in einer Abfahrt die Top-Ten.

Ayuso zog das weiße Trikot des besten Jungprofis del Toro um 46 Sekunden aus. Seixas mit nur 13 Sekunden Rückstand auf Ayuso ist der wie zu erwarten dritte Anwärter für diese Sonderwertung.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 36:15:02

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:36
3. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +4:06
4. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +4:22
5. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +4:35
6. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +4:44
7. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +5:08
8. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +5:45
9. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +6:34
10. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +11:49
11. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +12:15
14. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +12:43
15. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +13:38
11. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +14:50
12. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +15:08
18. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +15:36
17. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech +16:13
18. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +17:43
19. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +17:56
20. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +18:26
21. Pablo Castrillo (ESP) – Movistar +20:32

Zu Beginn der 10. Etappe blieb der Laden zusammen wegen eines erneut frühen Zwischensprints. Bei diesem überholte der Träger des Grünen Trikots, Mads Pedersen (Lidl) knapp Max Kanter (XDS) in einem langen und harten Duell. Girmay (NSN) und Philipsen (Alpecin) rollte auf 3 und 4 drüber. Der 2-fache Etappensieger Merlier (Soudal) war schon wieder abgehängt. Pedersen baute so seinen Vorsprung vor Girmay aus.

Grünes Trikot
1. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek 293 p.

2. Biniam Girmay (ERI) – NSN 239
3. Tim Merlier (BEL) – Soudal-Quick Step 213
4. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck 205
5. Max Kanter (GER) – XDS-Astana 192
6. Olav Kooij (NED) – Decathlon-CMA CGM 110
7. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 107

Danach machten Pogacars Helfer schnell deutlich, dass an diesem Tag nur einer die 10. Etappe gewinnen würden. Frisch aufgetankt nach dem ersten Ruhetag – obschon immer noch bei Hitze – ließ dieses All-Star-Team keinen Ausreißer mehr als 2 Minuten weg. Trotzdem entbrannte zunächst ein vogelwilder Kampf um die Spitzengruppe des Tages.

Es lösten sich dann 31 Fahrer, von denen die ersten bergan schon wieder zurückfielen. Valentin Paret-Peintre (Soudal) konnte zunächst sein Punktekonto um die Bergwertung leicht aufstocken. Dies passierte dann allerdings teilweise schon in Verfolgung von Javier Romo (Movistar), der aus der Spitzengruppe heraus eine lange Solofahrt in Front absolvierte.

An den letzten 3 der 7 kategorisierten Anstiege des Tages waren jedoch anderen dran. 38,5 Kilometer vorm Ziel, eingangs der Puy-Marie-Steigung, wurde Romo als letzter Ausreißer gestellt. Einen halben Kilometer später attackierte Richard Carapaz (EF) und versuchte das Unmögliche gegen die Pogacar-Armada möglich zu machen.

Tatsächlich überquertte Carapaz den Gipfel mit einer halben Minute Vorsprung, aus der nach der Abfahrt eine ganze wurde. Es folgte der Anstieg zum Col de Pertus, in der Pogacar attackierte, als man in einer Steilstufe nur noch 1,2 Kilometer unterhalb des Gipfels war. Die noch in der Top-Gruppe verbliebenen Fahrer streckten sofort die Waffen, zuckten nicht einmal, als sich Pogacar sogleich mit wenigen Pedalumdrehungen weit entfernte.

Die inzwischen verblienenen 40 Sekunden Rückstand auf Carapaz rauchte Pogacar in Nullkommanichts auf. Pogacar flog an Carapaz vorbei und ging mit wenigen Sekunden Vorsprung vor ihm über den Col de Pertus. Vingegaard folgte mit Evenepoel, Lipowitz, Seixas, Ayuso und Skjelmose am Rad auf 20 Sekunden, del Toro mit Martinez und Pidcock auf 32.

Carapaz wurde von der Verfolgergruppe überholt und sortierte sich später bei Martinez und Pidcock ein, die ihrerseits noch del Toro ziehen lassen mussten. Pogacar baute in der Abfahrt und auch im sachte steigenden letzten Anstieg seinen Vorsprung weiter aus, obwohl die Verfolgergruppe zunächst zusammenarbeitete.

Als es wieder etwas steiler wurde, spannte sich Vingegaard vor. Evenepoel verlor den Anschluss und bis zu 10 Sekunden hinterher, konnte die Lücke aber in der abschließenden Abfahrt kurz vor der Kilometermarke wieder schließen – und am Ende sogar ein paar Sekunden auf der Strecke plus Bonussekunden für den 2. Platz herausholen.

Bergtrikot
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 42

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 27
3. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost 19
4. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step 18
5. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM 18
6. Nicolas Prodhomme (FRA) – Decathlon-CMA CGM 17
7. Alex Baudin (FRA) – EF Education-Easypost 16
8. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious 16

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