Archiv für den Tag: 22. Juli 2026

Erfolgreicher Start für Strasser ins Transcontinental Race

Gestern um 20:00 Uhr fiel im norwegischen Trondheim der Startschuss zum Transcontinental Race (TCR), der ultimativen Herausforderung über 4.800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter. Der zweifache Sieger Christoph Strasser erwischte einen nahezu perfekten Start.

In Norwegen machten sich gestern 367 Solo-Starter:innen beim TCR auf ihren langen Weg quer durch Europa. Nach rund 4.800 Kilometern endet das längste und härteste unsupported-Rennen der Welt im griechischen Kalamata. „Der Start war sehr beeindruckend. Das Teilnehmerfeld mit 367 Leuten ist enorm und zeigt den Boom von unsupported-Rennen deutlich“, sagte der Steirer in Trondheim. Bei seinem ersten Rennen in Norwegen ist er vor allem von der Natur beeindruckt: „Norwegen ist der Hammer mit den Fjorden, Wasserfällen, Flüssen und Bergen. Die erste Nacht, wo ich keine Schlafpause machte, war richtig hart. Um Mitternacht wird es dunkel und um 3 Uhr Früh wieder hell. Dabei hatte es um die 0 Grad und meine Zehen und Finger froren ziemlich. Für so kalte Temperaturen habe ich nicht die richtige Bekleidung mit. Aber es wird bald wärmer“, ergänzt der Dauersieger des Race Across America.

Perfekter Start ins Rennen
„Es geht so richtig gut dahin und ich fand gleich einen tollen Rhythmus. Derzeit liegt der Schweizer TCR-Sieger von 2024 Robin Gemperle mit einem kleinen Vorsprung in Führung. Dahinter matche ich mich mit einigen Konkurrenten um die Plätze zwei bis fünf. Wenn ich an das Vorjahr zurückdenke, da lag ich nach der ersten Nacht um Rang 30. Von daher läuft es heuer optimal und viel besser“, sagt Strasser. Der 43-Jährige nähert sich dem ersten Checkpoint, wo von der Rennleitung vorgegebene Passagen von allen Starter:inne absolviert werden müssen. Beim Aurlandsfjord führt die Strecke über den berühmten Rallarvegen, eine rund 70 Kilometer lange Schotterstraße, bis in den Wintersportort Geilo. Anschließend geht es durch Südnorwegen nach Schweden.

TCR Tag 3: Strasser weiterhin im Spitzenfeld
Christoph Strasser schlägt sich in der Anfangsphase des Transcontinental Race, dem weltweit größten unsupported-Rennen, weiter sehr gut. Wie erwartet kommt es hier zum spannenden „Ferry“-Game. Wer erwischt welche Fähre Richtung Polen rechtzeitig und verliert so wenig Zeit wie möglich?

Christoph Strasser ist seit dem Start in Trondheim am Sonntag 2 Tage und 14 Stunden unterwegs, pro Tag spulte er rund 539 Kilometer ab. Nachdem er die erste Nacht ohne Stopp durchfuhr, legte er gestern und heute von Norwegen über Schweden eine je dreistündige Schlafpause ein. „Gestern Abend erreichte ich Schweden. Im Gegensatz zu Norwegen mit seinen prächtigen Fjorden, Bergen und Wasserfällen ging es hier eher monoton und flach bis wellig weiter; „Kilometer fressen“ ist hier angesagt. Gestern erwischte ich die erste Fähre gerade rechtzeitig. Mein Ziel ist es, dass ich heute Abend die entscheidende Überfahrt von Schweden aufs europäische Festland nach Polen erreiche. Rund 360 Kilometer muss ich in 15 Stunden schaffen. Das sollte sich ausgehen, ich darf aber nicht bummeln.“

Gemperle mit Respektabstand in Führung
Nach zweieinhalb Tagen Fahrtzeit beim TCR, das über 4.800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter quer durch Europa führt, liegt der Schweizer Robin Gemperle, TCR-Sieger von 2024, klar voran. „Robin hat bisher nur einmal geschlafen. Er will heute Mittag die Fähre erwischen, was natürlich ein großer Vorteil für ihn wäre. Aber er hat schon jetzt sehr viel Energie investiert. In der letzten Nacht schlossen einige von hinten auf mich auf, weil sie auch auf Schlaf verzichtet haben. Ich halte aber weiterhin an meiner Taktik fest und es macht sich bisher bezahlt. Das Rennen dauert noch lange“, sagt Strasser, der sich um Platz fünf befindet.

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113. Tour de France – 16. Etappe: Évian-les-Bains – Thonon-les-Bains – ITT – 26 Km

Nächster Evenepoel-Sieg, Lipowitz stürzt raus

Remco Evenepoel (Red Bull) wurde seiner Favoritenstellung bei 26,1 Kilometer langen Einzelzeitfahren auf der 16. Etappe der Tour 2026 gerecht. Der 26-jährige Belgier verwies wie schon vor dem Ruhetag Tadej Pogacar (UAE) auf den 2. Platz. Zwischen Evian und Thonon am Genfer See war Evenepoel 28 Sekunden schneller als der Mann im Gelben Trikot. Der Vorjahrdritte und aktuelle Fünfte Florian Lipowitz (Red Bull) stürzte 6,5 Kilometer vorm Ziel in einer Rechtskurve und konnte nicht weiterfahren.

Die Top-5 der Tageswertung indes rundeten mit Skjelmose (Lidl), Seixas (Decathlon) und del Toro (UAE) weitere Klassementfahrer ab, jeweils etwas mehr als eine Minute hinter Evenepoel. Erst auf den Plätzen 6 bis 11 tauchten starke Zeitfahrer ohne Ambitionen in der Gesamtwertung auf. Von den Konkurrenten um den Podestplatz hinter Pogacar und Evenepoel verlor Ayuso (Lidl) die meiste Zeit, 2:22 hinter de Tagessieger.

Ergebnis
1. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora 32:19

2. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG +0:28
3. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +1:04
4. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +1:16
5. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +1:21
6. Mattia Cattaneo (ITA) – Red Bull-Bora +1:42
7. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +1:47
8. Bruno Armirail (FRA) – Visma-Lease a Bike +1:55
9. Pablo Castrillo (ESP) – Movistar +2:00
10. Joshua Tarling (GBR) – Netcompany-Ineos +2:02
11. Filippo Ganna (ITA) – Netcompany-Ineos +2:06

12. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +2:07
13. Felix Großschartner (AUT) – UAE-XRG +2:07
14. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +2:17
15. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +2:22

20. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +2:50
22. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +3:01
23. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +3:02
25. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +3:14
26. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +3:21
36. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +3:52
41. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +4:05
50. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +4:30
85. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +5:30
– 164 Fahrer klassiert.
DNF Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora
DNS Lars Craps (BEL) – Lotto-Intermarché

Der immer noch komfortable Vorsprung von Pogacar vor Evenepoel schrumpfte auf 4:32 Minuten. Isaac del Toro behauptete den 3. Platz gegen Paul Seixas, der sich um 5 Sekunden dem Podest annäherte. Andererseits ging die Lücke zwischen Evenepoel und del Toro auf über 2 Minuten auf.
Nach Vingegaard eine Etappe zuvor schied mit Lipowitz der nächste Podestfahrer des Vorjahres nach Sturz in einer Rechtskurve mit einer Schulterverletzung aus. Außer Lipowitz verabschiedete sich wahrscheinlich auch Ayuso aus dem Kampf ums Podest, wenn auch aus anderem Grund. Sein Rückstand auf del Toro vergrößerte sich auf zweieinhalb Minuten. Dafür schrumpfte der Vorsprung auf den Teamkollegen Skjelmose auf unter eine Minuten. Durch das Lipowitz-Aus stieg mit Voisard (Tudor) ein Schweizer in die Top-Ten der Gesamtwertung auf.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 56:14:18
2. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +4:32

3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +6:51
4. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +7:11
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +9:22
6. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +10:14
7. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +12:50
8. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +12:58
9. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +22:50
10. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +24:18
11. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +25:02
12. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +25:45
13. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +27:28
14. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +29:14
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +45:03
16. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +51:19
17. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +51:29
18. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +53:04
19. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +1:06:47
20. Nicolas Prodhomme (FRA) – Decathlon-CMA CGM +1:07:39
21. Tiesj Benoot (BEL) – Decathlon-CMA CGM +1:15:32

Evenepoel hatte auch bis zu allen 3 Zwischenzeit-Messpunkten die schnellste Zeit hingelegt. Auf den steigenden ersten knapp 10 Kilometern hatte der Zeitfahr-Weltmeister zur Hälfte 9 und 14 Sekunden Vorsprung vor Pogacar. Nach der Abfahrt waren es 16, auf der Fläche bis ins Ziel dann 28. Pogacar wackelte auch in der Lipowitz-Kurve, blieb aber auf dem Rad.

Del Toro ging genauso schnell an wie Skjelmose, hatte aber an der 2. Zwischenzeit 1:06 Minuten Rückstand auf Evenepoel, Skjelmose hingegen 55. Lipowitz und Seixas lagen hier zwischen den beiden.
In der Abfahrt taten sich alle nicht viel. Am letzten Messpunkt, an dem eine Zeit für Lipowitz vorlag, konnte dieser sogar den Rückstand zu seinem Teamkollegen Evenepoel auf unter eine Minute drücken. Von dort ins Ziel verloren Pogacar, Skjelmise, Seixas und del Toro noch einmal fast durch die Bank je ungefähr 10 Sekunden auf Evenepoel.

Remco Evenepoel gewinnt auch das Einzelzeitfahren der Tour de France

Remco Evenepoel hat Red Bull – BORA – hansgrohe den zweiten Etappensieg bei dieser Tour de France beschert. Zum Auftakt in die dritte Woche der Rundfahrt sicherte sich der Belgier den Erfolg auf der 16. Etappe im Einzelzeitfahren von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains am französischen Ufer des Genfersees. Übermäßige Jubelstimmung wollte dennoch nicht aufkommen: Florian Lipowitz musste die Tour mit einem Schlüsselbein Bruch aufgeben.

Remcos Wingman stürzte in einer Kurve gut sechs Kilometer vor dem Ziel und konnte das Rennen nicht fortsetzen. An der letzten Zwischenzeit hatte er noch auf Podiumskurs gelegen.
Remco benötigte derweil für den 26,1 Kilometer langen Kurs mit 500 Höhenmetern 32:19 Minuten und fuhr damit einen Schnitt von 48,45 km/h. Kein anderer Profi knackte die 48er Marke. Tadej Pogacar als Zweiter war fast 30 Sekunden langsamer, Mattias Skjelmose als Dritter mehr als eine Minute.

Die Weichen für seinen 76. Profisieg und den 26. in einem Einzelzeitfahren stellte Remco am belgischen Nationalfeiertag dabei im ersten und entscheidenden Drittel des Tages, das unmittelbar von der Startrampe weg bergauf führte. Bis zum höchsten Punkt hatte er sich bereits 14 Sekunden Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger herausgefahren.

In Mattia Cattaneo lieferte ein weiterer Profi von Red Bull – BORA – hansgrohe eine starke Vorstellung ab. Der Italiener wurde Tagessechster. Remco festigte derweil Rang zwei in der Gesamtwertung, den er bereits mit seinem Sieg vor dem Ruhetag bei der Bergankunft am Plateau de Solaison untermauerte.
„Es war ein wirklich tolles Zeitfahren mit vielen Fans an der Strecke, Meine gesamte Familie ist hier, meine Eltern sind nur für heute angereist. Dazu ist belgischer Nationalfeiertag, das macht es noch besser. Dennoch ist das alles irgendwie bittersüß durch den Sturz von Lipo. Das müssen wir trotz des Sieges erstmal verdauen. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass es nicht so schlimm ist.“
— Remco Evenepoel

„Wir sind glücklich über den Sieg von Remco, aber der Verlust von Lipo war natürlich ein Riesendämpfer für das ganze Team. Wir hoffen, dass es bei ihm nicht so schlimm ist. Mit Remco konnten wir vom Start bis ins Ziel alles umsetzen, was wir uns vorgenommen haben, hatten über alle Zwischenzeiten hinweg das Rennen unter Kontrolle. Vor allem im Anstieg. Danach ging es darum, eine gute Abfahrt hinzulegen und den Vorsprung sicher nach Hause zu bringen.“
— Klaas Lodewyck, Sportlicher Leiter

113. Tour de France – 15. Etappe: Champagnole – Plateau de Solaison – 184 Km

Vingegaard raus, Evenepoel greift zu

Remco Evenepoel (Red Bull) gewann die 15. Etappe der Tour de France 2026 mit Bergankunft am Plateau de Solaison. Der 26-jährige Belgier ließ im Sprint Tadej Pogacar und Isaac del Toro (beide UAE) hinter sich. Im Kampf ums Podest verloren Seixas (Decathlon) und Lipowitz (Red Bull) fast eine Minute und Ayuso (Lidl) 2 Minuten. Jonas Vingegaard (Visma) stürzte 22 Kilometer vor dem Ziel und stieg ziemlich schnell mit Armschlinge und Schmerz verzerrtem Gesicht in den Krankenwagen ein.

Ergebnis
1. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora 4:23:09

2. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG gl.Zeit
3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +0:06
4. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +0:58
5. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora gl.Zeit
6. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +1:57
7. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek alle
8. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek gleiche
9. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG Zeit
10. Quinn Simmons (USA) – Lidl-Trek +2:16
11. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +2:22
12. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +2:51
13. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello gl.Zeit
14. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +3:17
15. Antonio Tiberi (ITA) – Bahrain Victorious +4:22
16. Einer Rubio (COL) – Movistar +4:55
17. Ewen Costiou (FRA) – Groupama-FDJ +5:17
18. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +5:21
19. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +5:40
20. Matthew Riccitello (USA) – Decathlon-CMA CGM gl.Zeit
21. Mauro Schmid (SUI) – Jayco-Alula +7:07

27. Nicolas Prodhomme (FRA) – Decathlon-CMA CGM +10:52
32. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +14:37
41. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +21:00
46. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +21:23
69. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +25:00
95. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +29:14
– 166 Fahrer klassiert.
DNF Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike
DNF Tim Merlier (BEL) – Soudal-Quick Step
DNF Tom van Asbroeck (BEL) – NSN

Gelber Pogacar schleppt del Toro Richtung Podest

Durch das Sturz-Aus des Abo-Zweiten Vingegaard wurde der 2. Platz in der Gesamtwertung und ein weiterer Podestplatz plötzlich frei. Vingegaard lag vor der 15. schon satte 4:30 Minuten hinter Pogacar, aber nur 34 Sekunden vor Evenpoel. Dieser rückte auf den 2. Gesamtplatz exakt 5 Minuten hinter Pogacar auf.
Verlierer des Tages waren Seixas, Lipowitz und erst recht Ayuso. Anstatt sich um den frei gewordenen Podestplatz in Position zu bringen, zog del Toro um 4 Plätze an ihnen allen vorbei – mit nun 58 Sekunden hinter Evenepoel und 25 vor Seixas und 50 vor Lipowitz. Ums weiße Trikot des besten Jungprofis vergrößerte Seixas zwar seinen Vorsprung vor Ayuso auf über eine Minute, musste aber das Trikot trotzdem um 25 Sekunden an del Toro abgeben.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 55:41:31
2. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +5:00

3. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +5:58
4. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +6:23
5. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +6:48
6. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +7:25
7. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +9:38
8. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +10:28
9. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +10:56
10. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +19:26
11. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +21:44
12. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +22:08
13. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +22:09
14. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +24:12
15. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +24:42
16. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +41:01
17. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +45:38
18. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +46:00
19. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +50:31
20. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +1:03:16
21. Nicolas Prodhomme (FRA) – Decathlon-CMA CGM +1:03:27
22. Tiesj Benoot (BEL) – Decathlon-CMA CGM +1:10:27
23. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:12:58

Wie schon fast gewohnt bei den bergigen Etappen stand der Beginn im Zeichen des Zwischensprint, den – auch wie gewohnt – Philipsen (Alpecin) vor Pedersen (Lidl), Kanter (XDS) und Girmay (NSN) gewann. Philipsen rückte damit auf 36 Punkte an ans Grüne Trikot des weiterhin recht deutlich führenden Pedersen heran. Merlier (Soudal), der schnellste Sprinter der Tour 2026 und 3-fache Tagessieger war während der 15. Etappe erneut früh abgehängt und gab auf. Ums Grüne Trikot bemühte er sich ohnehin nicht.
Beim folgenden kleinen Bergpreis investierten Valentin Paret-Peintre (Soudal) und Carapaz (EF) viel für nur 2 und 1 Punkt. Dann setzte sich eine 10-köpfige Spitzengruppe inklusive des Vortages-Attackieres Tobias Johannessen (Uno-X) ab. Nicht dabei war Carapaz, Johannessens Fluchtgefährte des Vortages. Carapaz‘ Team investierte viel, um die 10 Ausreißer zurückzuholen, um dann in der folgenden 24-köpfigen Gruppe erneut ohne Carapaz dazustehen.

Vorne waren nun: Yates (UAE), Armirail, Campenaerts (Visma), van Dijke (Red Bull), Simmons (Lidl), Baudin, Healy (beide EF), Aurélien Paret-Peintre (Decathlon), Winokurow (XDS), Mohoric (Bahrain), Bernal, Vauquelin (beide Netcompany), van Wilder (Soudal), Schmid (Jayco), Frigo (NSN), Garcia Pierna, Rubio (beide Movistar), Pidcock, van Moer (beide Pinarello), Costiou, Martin (beide Groupama), Voisard (Tudor), Delettre (Totalenergies) und Balderstone (Caja Rural). Hinten übernahm mit der Zeit Vingegaards Team die Nachführarbeit und hatte anscheinend angesichts 2 Fahrern in der Spitzengruppe etwas vor.

Am steilen Col de la Croisette zerfiel die Spitzengruppe ab 53 Kilometer vorm Ziel. Quinn Simmons attackierte und überquerte den Gipfel wenige Sekunden vor Yates, Rubio, Pidcock, Costiou und Voisard. Der Vorsprung zum Hauptfeld pendelte bis zum Schlussanstieg stets um die 3 Minuten. Das bedeutete auch, dass Pidcock nach Vingegaards Sturz wie schon häufiger während dieser Tour 2026 virtuell auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung vorstieß.
In der Abfahrt wurde Simmons gestellt und der vorgestrige Etappensieger Schmid holte das Spitzensextett ein, das bald ein Verfolgersextett war. Denn Mauro Schmid ging als Solist an die Spitze und damit zuerst in den 11,3 Kilometer langen Schlussanstieg – 25 Sekunden vor dem Verfolgersextett, 1:50 Minuten vor übrigen Verfolgern aus der ehemaligen 24er-Gruppe um van Wilder sowie 2:40 Minuten vor dem Feld ums Gelbe Trikot.

Dort waren inzwischen die Helfer von Evenepoel in die Tempoarbeit eingestiegen, nachdem man sich durch den Vingegaard-Sturz erst einmal neu sortieren musste. Denn nach Vingegaards Sturz hatten dessen Helfer natürlich die Tempoarbeit eingestellt. Vingegaard war in einer Rechtskurve mit dem Vorderrad selbst weggerutscht. Del Toro und Großschartner (beide UAE) purzelten über ihn. Diese beiden konnte weitermachen, obschon sie sich anscheinend jeweils am Bein wehgetan hatten. Jedenfalls führte das dazu, dass Pogacar defensiv weiterfuhr.

Im Schlussanstieg attackierte vorne wieder Simmons und überholte Schmid. Unter den Klassementbesten übernahm schon früh Pogacar doe Tempoarbeit, so dass die bisherigen Plätze 8 und 10 der Gesamtwertung, Skjelmose (Lidl) und Martinez (Bahrain) abreißen ließen. Die Top-7 minus Vingegaard waren bereits unter sich.
Dann bekamen Seixas und Lipowitz eine Lücke, wenig später auch Ayuso. In dem so entstandenen Verfolgertrio fuhr Seixas alles von vorn, bis Ayuso auch dieses Tempo nicht mehr mitgehen konnte. Das Trio um Pogacar fuhr zu dessen Teamkollegen Yates auf, der noch einige Meter führen konnte, bis ungefähr 5 Kilometer vorm Ziel mit Simmons auch der letzte Ausreißer gestellt war.

Bis zur Kilometermarke fuhr Pogacar alles von vorne, aber augenscheinlich darauf bedacht, dass er seinen Teamkollegen del Toro nicht abhängte. Del Toro attackierte einen und einen halben Kilometer vorm Ziel und wurde jeweils von Evenepoel pariert. Als Evenepoel früh zum Zielsprint ansetzte, zog Pogacar mit, blieb dann aber sitzen und machte keine Anstalten, Evenepoel einen Kampf zu liefern. Del Toro kam 6 Sekunden hinter den beiden rein.

Seixas und Lipowitz erreichten mit 58 Sekunden Rückstand das Ziel. Ayuso wurde noch von Skjelmose und Martinez eingeholt. Der zurückfallende Simmons konnte seinen beiden Teamkollegen noch kurz helfen und landete selbst auf dem 10. Platz. Pidcock hatte 2:51 Minuten Rückstand und wurde in der Gesamtwertung von Martinez überholt. Jegat (Totalenergies) verbesserte sich – wenn auch mit weitem Rückstand auf die Top-9 – auf den 10. Platz, auf dem er schon im Vorjahr die Tour de France beendete.
Evenepoel indes feierte erstmals einen Tour-Etappensieg außerhalb von Zeitfahren. Außerdem wies er im Sieger-Interview darauf hin, einen langen Anstieg in den Alpen gegen die direkten Klassement-Konkurrenten siegreich bestritten zu haben – eine Fähigkeit, die ihm inzwischen viele absprachen.

Pogacar wiederum vermutete, dass Vingegaard eine nächtliche Doping-Kontrolle und damit fehlender Schlaf die letzte Konzentration gekostet haben könnte. Die beiden Top-Stars waren in der Nacht vor der 15. Etappe hierzu um 5 und 2 Uhr aus dem Schlaf gerissen worden. In den vergangenen 5 Jahren hatten die beiden immer die ersten beiden Plätze im Endklassement der Tour de France belegt. Das wird sich 2026 zwangsläufig ändern.

Remco Evenepoel gewinnt die 15. Etappe der Tour de France

Remco Evenepoel hat Red Bull – BORA – hansgrohe den ersten Etappensieg bei der Tour de France 2026 beschert. Der Belgier sicherte sich am Plateau de Solaison den Sieg im Zielsprint und kletterte in der Gesamtwertung auf Rang zwei.

Einen viel besseren Zeitpunkt für den 75. Erfolg seiner Profikarriere hätte sich Remco Evenepoel kaum aussuchen können. Die 15. Etappe, die in Champagnole im Jura begann und am Genfersee vorbei entlang der Landesgrenze zur Schweiz ins Alpen-Départment Haute-Savoie führte, sah 50 Kilometer vor dem Ziel mit dem Col de la Croisette einen ersten schwierigen Anstieg, der das Feld vorsortierte.

Der Schlussanstieg hinauf zum Plateau de Solaison war dann aber noch mal eine andere Hausnummer. Der gut elf Kilometer lange und im Mittel neun Prozent steile Berg stand erstmals im Programm der Tour. Remco Evenepoel konnte dort allen Tempoverschärfungen folgen und mit einem unwiderstehlichen Bergaufsprint den Sieg einfahren.

Eine starke Vorstellung zeigte auch Florian Lipowitz, der als Tagesfünfter ins Ziel kam und in der Gesamtwertung ebenfalls einen Schritt nach vorn auf Platz fünf machte.

Nach dem morgigen Ruhetag steht am Dienstag das Zeitfahren am Ufer des Genfersees über 26,1 Kilometer auf dem Programm, bei dem Remco Evenepoel spätestens nach der heutigen Vorstellung erneut zu den Favoriten zählt und dem anhaltenden Aufwärtstrend ein weiteres Kapitel hinzufügen kann.
„Was für ein unglaublicher Tag. Ich möchte dem gesamten Team danken – den Fahrern genauso wie allen Mitarbeitern im Hintergrund. Eine große Bergetappe bei der Tour de France zu gewinnen, war schon immer ein Traum. Dass es heute geklappt hat, bedeutet mir unheimlich viel. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir heute erreicht haben. Jetzt werden wir diesen Moment genießen, den Sieg gemeinsam feiern und morgen den Ruhetag nutzen, um neue Energie zu tanken.“
— Remco Evenepoel

„Heute Morgen haben wir nicht mit diesem Finale gerechnet. Remco war überragend, aber vor allem möchte ich die Teamleistung hervorheben. Ehrlich gesagt haben wir überhaupt nicht an den Etappensieg gedacht – unser Fokus lag ganz auf den Podiumsplätzen in der Gesamtwertung. Doch manchmal hält der Sport solche wunderbaren Überraschungen bereit, und heute hat Remco genau dafür gesorgt. Dieser Sieg ist das i-Tüpfelchen auf einer rundum perfekten Teamleistung.“
— Patxi Vila, Sportlicher Leiter

113. Tour de France – 14. Etappe: Mulhouse – Le Markstein Fellering – 155 Km

Pogacar auch in Vogesen-Hexenkessel top


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Tadej Pogacar (UAE) gewann in Le Markstein auch die 14. Etappe der Tour de France 2026 in den Vogesen, die die Zuschauer in einen Hexenkessel verwandelten. Im letzten schmalen Anstieg zum erstmal befahrenen Col du Haag attackierte der Slowene 7,4 Kilometer vorm Ziel und 1,6 unter der Kuppe. 38 Sekunden hinter Pogacar sprintete dessen Teamkollege del Toro aus einem Verfolgertrio auf den 2. Platz vor Paul Seixas (Decathlon). Jonas Vingegaard (Visma) ließ auf den letzten Metern 6 Sekunden aufreißen.

Weitere 4 Sekunden dahinter begrenzte Evenepoel (Red Bull) den Schaden, nachdem er bergauf wie schon so häufig abgehängt war. Über die Kuppe hinweg war er an seinem Teamkollegen Lipowitz sowie Ayuso (Lidl) wieder dran und sprang im Zielsprint noch 2 Sekunden davon. Auf den Plätzen 8 und 9 landeten die beiden besten Ausreißer des Tages, erst Carapaz (EF), dann Tobias Johannessen (Uno-X). Tom Pidcock (Pinarello), der am Vortag in der Gesamtwertung in den Bereich der Podestplätze vorgefahren war, verlor über 3 Minuten.

Ergebnis
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 4:00:07

2. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +0:38
3. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM gl.Zeit
4. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:44
5. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +0:48
6. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +0:50
7. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora gl.Zeit
8. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +1:18
9. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +1:40
10. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek gl.Zeit
11. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +1:41
12. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +3:30
13. Yannis Voisard (SUI) – Tudor
14. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos
15. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek alle
16. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG gleiche
17. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike Zeit
18. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +3:34
19. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +5:27
20. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit

25. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step +12:01
31. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +17:07
53. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +26:29
– 169 Fahrer klassiert.
OTL Anthon Charmig (DEN) – Uno-X
DNS Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech

Pogacar stockte in der Gesamtwertung seinen Vorsprung vor Jonas Vingegaard auf 4:30 Minuten auf. Evenepoel blieb mit 5:04 Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot Dritter. Seixas verbesserte sich um 2 Plätze auf die 4 – nur 15 Sekunden hinter Evenepoel und 3 vor Ayuso, dessen weißes Trikot des besten Jungprofis Seixas übernahm.
Außerdem hielten Lipowitz und del Toro den Rückstand auf den 3. Podestplatz unter eine Minute. Pidock fiel vom 4. auf den 9. Platz hinter Skjelmose (Lidl) zurück. Skjelmose erreichte das Ziel in le Markstein gemeinsam mit dem Gesamtzehnten Martinez (Decathlon) und Johanessen.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 51:18:28

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +4:30
3. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +5:04
4. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +5:19
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +5:22
6. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +5:44
7. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +5:50
8. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +7:35
9. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +7:59
10. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +8:25
12. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +15:55
12. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +16:03
13. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +16:23
14. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +16:40
15. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +19:11
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +19:15
17. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +19:16
18. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +22:06
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +24:32
20. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +35:48
21. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +41:47
22. Tiesj Benoot (BEL) – Decathlon-CMA CGM +46:32

Zu Beginn der 14. Etappe gewann Philipsen (Alpecin) den Zwischensprint vor Pedersen (Lidl), Kanter (XDS) und Girmay (NSN). Damit kam Mads Pedersen dem Gewinn des Grünen Trikots wieder ein Stück näher, weil er erneut kaum was auf Philipsen verlor.
In der Folgezeit lösten sich 38 Fahrer, darunter Carapaz und Johannessen, und gingen mit Vorsprung in den ersten von 5 Vogesen-Pässen, davon 4 kategorisiert. Mit dabei war erstaunlicherweise wie schon am Vortag Pidock, den Podest-Aspiranten in der Gesamtwertung offenbar weiterhin für ungefährlich hielten. Dieser Zock sollte dann ja schließlich aufgehen, weil Pidcock hinterher nicht mehr mit den Besten mithalten konnte.
Oben am Großen Belchen gewann Valentin Paret-Peintre (Soudal) den Bergpreis vor Carapaz. Genauso sollte es danach am Col du Page und am Elsässer Belchen laufen. Virtuell war Paret-Peintre da im gepunkteten Bergtrikot. Pogacar zog am Col du Haag wieder vorbei. Dafür trägt Paret-Peintre auf der nächsten Etappe stellvertretend das Bergtrikot anstatt bisher Vingegaard.

Bergtrikot
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 52

2. Valen. Paret-Peintre (FRA) – Soudal-Quick Step 43
3. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost 38
4. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 35
5. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM 24
6. Tom Pidcock (GBR) – Pinarello-Q36.5 18
7. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG 18

In die Abfahrt vom Großen Belchen gingen Paret-Peintre und Carapaz mit einer Lücke drüber. Bergab schlossen Tobias Johannessen mit seinem Zwillingsbruder Anders (auch Uno-X) sowie Carapaz‘ Teamkollege Healy auf, so dass die Spitzengruppe 2 helfende Tempobolzer hatte.

Den folgenden Col du Page hinauf führte Castrillo (Movistar) seinen Teamkollegen Rubio sowie Arensman (Netcompany) in die Nähe des Spitzenquintetts. Rubio kam hin, Arensman wegen eines Hinterrad-Defekts nicht. Die nun 6 Fahrer an der Spitze hatten oben knapp 2 Minuten Vorsprung vor einer Verfolgergruppe um Pidcock, die erstaunlicherweise mit Armirail und Jorgenson 2 Vingegaard-Helfer anführten – und damit Pidcock virtuell auf den 2. Platz der Gesamtwertung hievten. Denn das Hauptfeld lag noch über einer weitere Minute dahinter.

In der Abfahrt vom Col du Page regnete es, ohne dass dies Auswirkungen hatte. Am Elsässer Belchen, dem nächsten Berg, hatte die Spitzengruppe noch 2 Minuten Vorsprung vor der Gruppe ums Gelbe Trikot, die kurz unterhalb des Gipfels die letzten Verfolger um Pidcock eingeholt hatte.
Gut 32 Kilometer vorm Ziel am unkategorisierten Hundsrückpass war vorne Healy aufgebraucht, bei nur noch 1:30 vorm Verfolgerfeld. Anders Johannessen scherte 18,5 Kilometer vorm Ziel aus. Im letzten Anstieg zum Col du Haag ließen Rubio und Paret-Peintre gleich unten abreißen. Carapaz attackierte Johannessen.
In der Gruppe der Klassementbesten fuhren Ayuso und Pidcock früh verdächtig weit hinten. Pidcock fiel dann auch schnell zurück. Carapaz konnte den Vorsprung zunächst relativ konstant auf knapp einer Minute vor den Klassementbesten belassen, als dort noch die letzten Helfer von Pogacar und Vingegaard den Ton angaben. Johannessen holte Carapaz 6 Kilometer nach dessen Attacke wieder ein.

Dahinter attackierte Lipowitz rund 12 Kilometer vorm Ziel. Seixas sprang sofort ans Rad. Vingegaard hatte noch Kuss als letzten Helfer. Mit ihm brachte er Pogacar, Evenepoel, Ayuso und del Toro zurück zu Lipowitz und Seixas. Die Aktion kostete Skjelmose und Martinez den Anschluss. Kuss fiel auch zurück.

Vingegaard spannte sich nun vor, und Evenepoel fiel zurück, allerdings nicht weit. 8,2 Kilometer vorm Ziel und 2,5 Kilometer unterhalb des Gipfels war das Spitzenduo von einem Verfolgersextett gestellt. Evenepoel lag nur 10 bis 15 Sekunden als Solist dahinter.
In der letzten Steilstufe folgte der Antritt durch Pogacar, der einmal mehr sofort saß. Zunächst fuhren Vingegaard und Seixas als Solisten dahinter, gefolgt von einem Trio mit Ayuso, Lipowitz und del Toro. Bis zum Gipfel spannten Vingegaard und Seixas zusammen, und del Toro sprang zu ihnen vor. Dies gelang Evenepoel auch noch bei Lipowitz und Ayuso.

Oben lag Pogacar 23 Sekunden vor den ersten 3 Verfolgern und 43 Sekunden vor der den nächsten 3. Auf den letzten, teils abschüssigen Kilometern zum Ziel baute Pogacar den Vorsprung etwas aus, wohingegen der Abstand zwischen den Verfolgertrios schrumpfte, weil del Toro als Pogacars Teamkollege nichts machte. Erst zum Zielsprint trat del Toro an und musste sich strecken, um Seixas zu schlagen.

113. Tour de France 13. Etappe: Dole – Belfort – 205 Km

Mauro Schmid siegt im Zweiersprint


Herbert Moos Foto

Mauro Schmid (Jayco) gewann in Belfort die 13. Etappe der Tour de France 2026 im Zweiersprint. Von den 57 (!) Ausreißern des Tages blieben nach dem Elsässer Belchen 30 Kilometer vorm Ziel noch 10 Fahrer an der Spitze übrig, von denen sich innerhalb der letzten 16 Kilometer Schmid und Harold Tejada (XDS) in noch leicht abschüssigem Gelände absetzten. Der 26-jährige Schweizer hatte im Ziel, in das er vor Freude mit einem Wheelie hechtete, über eine Radlänge Vorsprung. Den Sprint der Verfolger um den 3. Platz entschied nur 2 Sekunden dahinter Tom Pidcock (Pinarello) für sich. Er hatte sich während der 13. Etappe virtuell auf den 2. Platz der Gesamtwertung verbessert.

Ergebnis
1. Mauro Schmid (SUI) – Jayco-Alula 4:06:58

2. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana gl.Zeit
3. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +0:02
4. Maxim van Gils (BEL) – Red Bull-Bora
5. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG
6. Kévin Vauquelin (FRA) – Netcopmapny-Ineos
7. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies alle
8. Clément Braz Afonso (FRA) – Groupama-FDJ gleiche
9. Tim Wellens (BEL) – UAE-XRG Zeit
10. Luke Plapp (AUS) – Jayco-Alula +0:11
11. Raul Garcia Pierna (ESP) – Movistar +0:57
12. Michael Valgren (DEN) – EF Education-Easypost +0:59
13. Michael Matthews (AUS) – Jayco-Alula +1:01
14. Nicolas Breuillard (FRA) – Totalenergies gl.Zeit
15. Marc Hirschi (SUI) – Tudor gl.Zeit
– 171 Fahrer klassiert.
DNS Jenno Berckmoes (BEL) – Lotto-Intermarché
DNS Frits Biesterbos (NED) – Picnic-PostNL
DNS Fernando Gaviria (COL) – Caja Rural-Seguros RGA

Pidcock durch Flucht vor auf 4. Platz der Gesamtwertung

Das Feld ums Gelbe Trikot inklusive aller Klassementfahrern außer Pidcock kam mit 7:32 Minuten Rückstand ins Ziel. Pidcock verbesserte sich letztlich vom 10. auf den 4. Platz der Gesamtwertung – mit 4:15 Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot, 9 Sekunden aufs Podest, andererseits auch nur wenige Sekunden vor den nächsten Plätze.

Das Gelbe Trikot behielt Tadej Pogacar (UAE) mit weiterhin 3:36 Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard (Visma). Die Helfer der anderen Top-Ten-Fahrer Martinez (Bahrain), Skjelmose, Ayuso (beide Lidl) sowie Lipowitz und Evenepoel (beide Red Bull) fingen in umgekehrter Reihenfolge an, sich an der Tempoarbeit im Hauptfeld zu beteiligen. Trotzdem betrug der Abstand zu Pidcock während der 13. Etappe zwischenzeitlich über 8:30 Minuten.

Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 47:18:31

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:36
3. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora +4:06
4. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 Pinarello +4:15
5. Juan Ayuso (ESP) – Lidl-Trek +4:22
6. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM +4:35
7. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull-Bora +4:44
8. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +5:08
9. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +5:45
10. Lenny Martinez (FRA) – Bahrain Victorious +6:34
11. Jordan Jegat (FRA) – Totalenergies +10:26
12. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +12:15
13. Ilan van Wilder (BEL) – Soudal-Quick Step +12:43
14. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +13:38
15. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +14:50
16. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost +15:08
17. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +15:36
18. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech +16:13
19. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +17:43
20. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +18:26
21. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +18:31

Auf der mit 205,8 Kilometern längsten Etappe der Tour de France 2026 dauerte es über 30 Kilometer der Attackiererei, bis sich 37 Fahrer absetzen konnten, allerdings zunächst nur um wenige Sekunden. Denn Pedersen (Lidl) hatte die Gruppe verpasst, Philipsen (Alpecin), ein Konkurrent ums Grüne Trikot, jedoch nicht. So hielten Pedersens Helfer die Lücke eng, schienen aber 150 Kilometer vorm Ziel aufzugeben.

Dann aber bildete sich eine 20-köpfige Verfolgergruppe um Pedersen und Girmay (NSN), die fast 60 Kilometer brauchte, um das Spitzenfeld einzuholen. Der Rückstand des Hauptfeldes war inzwischen auf über 7 Minuten angewachsen. Damit näherte sich Pidcock als Bestplatzierter aus der Spitze virtuell den Podestplätzen der Gesamtwertung – bei 11:49 Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot vor der 13. Etappe.

Den Zwischensprint gewann Philipsen vor Girmay und Pedersen. Durch großen Aufwand konnte Pedersen den Punktverlust gegen Philipsen begrenzen und einen weiteren Schritt Richtung Gewinn des Grünen Trikot gehen, das weiterhin auf seinen Schultern liegt.

Nach ansonsten flachem Etappenverlauf begann 53 Kilometer vorm Ziel der Anstieg zu einem vorgelagerten Hügel Richtung Elsässer Belchen, und das große Spitzenfeld verkleinerte sich. Diese Entwicklung spitzte sich natürlich die 8,9 Kilometer den Elsässer Belchen hoch zu. Es gab mehrere Attacken. Letztlich kam kein Solist weg, sondern es überquerten 9 Fahrer mit Vorsprung den Gipfel: McNulty (UAE), van Gils (Red Bull), Tejada, Vauquelin (Netcompany), Plapp (Jayco), dessen Teamkollege Schmid, Pidcock, Braz Afonso (Groupama), Jegat (Totalenergies). In der Abfahrt schloss noch Wellens auf.

Bei der folgenden Springerei nutzte Schmid gemeinsam mit Plapp den zahlenmäßigen Vorteil aus. Die beiden hatten auch noch Matthews in der Verfolgergruppe in der Hinterhand. Wellens und McNulty konnten kein Kapital schlagen. Tejada hatte den richtigen Riecher. Pidcock als stärkster Fahrer der Gruppe hatte die Blick auf sich gerichtet.

Auf dem Schlusskilometer begannen Schmid und Tejada etwas zu pokern. und die 20 Sekunden Vorsprung waren fast, als Tejada aus zweiter Position zunächst vielversprechend eröffnete, aber letztlich Schmid deutlich unterlag. Schmid feierte seinen 15. Profisieg, den ersten davon auch schon bei einer Grand-Tour-Flucht, allerdings beim Giro d’Italia.