Archiv für den Tag: 1. August 2026

Olympia Montreal 1976

Hallo Sportfreunde,

ist das nun wirklich schon 50 Jahre her? Ich kann es kaum glauben , doch es stimmt. Das großartige Radsport-Jahr 1976 und meine Reise zu den Olympischen Spielen in Montreal werde ich nie vergessen.

Schon bei den Bahnwettbewerben, die im neu erbauten Velodrom vor vollen Rängen stattfanden, war die Stimmung im BDR-Team erstklassig. Es war phantastisch, zu sehen wie sicher unser Bahnvierer mit Günter Schumacher, Hans Lutz, Peter Vonhof und Gregor Braun das Finale erreichte und dann souverän die Goldmedaille vor dem russischen Vierer und den Briten gewann. Die von „Goldschmied“ Gustav Kilian betreuten und trainierten deutschen Asse waren wie schon 1972 bei den Spielen in München einfach nicht zu schlagen!

Auch die Golmedaille in der Einerverfolgung ging 1976 klar an Deutschland. Gregor Braun, war in Montreal in der Form seines Lebens. Im Finale hatte der Holländer Herman Ponsteen gegen den „Bären von der Pfalz“ schon nach wenigen Runden keine Chance!

Weniger glücklich verliefen für den BDR einige Tage später die Straßenwettbewerbe, denn dabei verpassten die deutschen Fahrer sehr unglücklich eine sichere Silber- und eine mögliche Bronzemedaille!

Das Einer Straßenrennen , das auf dem schweren WM-Kurs von 1974 stattfand, wurde zu einer stundenlangen erbarmungslosen Regenschlacht bei der Klaus Peter Thaler stets ganz vorne kräftig mitmischte. Im rasanten Finish einer neunköpfigen Spitzengruppe wurde Thaler Zweiter hinter dem Norwegischen Olympia-Sieger Bernt Johanssen. Doch die Jury setzte ihn nach einem sehr umstrittenen Urteil wegen „Nichteinhalten der Fahrlinie“ auf Platz neun zurück! Der Gegenprotest von dem zutiefst enttäuschten Klaus-Peter Thaler wurde von der internationalen Jury leider abgelehnt!

Auch für Friedrich von Loeffelholz, der damals für den Straßenvierer nominiert war, endete das 100km-Rennen bei extremer Hitze und sehr hoher Luftfeuchitgkeit mit einer riesigen Enttäuschung. Hinter Russland, Polen und Dänemark belegte das BDR-Quartett mit Loeffelholz , Hans-Peter Jakst, Peter Weibel und Olaf Paltian den vierten Platz. Um ganze 15 Sekunden verfehlten sie die Bronzemedaille, die ihnen auf den letzten Kilometern die Dänen wegschnappten. Friedrich war untröstlich. Er stieg damals weinend und total erschöpft vom Rad. Seine große Hoffnung auf eine olympische Medaille hatte sich leider nicht erfüllt.

Trotzdem blieb die Olympia-Teilnahme für Friedrich von Loeffelholz das ganz große Highlight seiner erfolgreichen Karriere, wie er immer gerne erzählte: „Für mich Jungspund war das ein Jahr nach meinem Abitur wie ein schöner Traum. Ich konnte es zunächst kaum glauben, dass ich für das olympische 100-Kilometer-Vierer-Rennen — seinerzeit die härteste olympische Radsportdisziplin — nominiert worden war. Die internationalen Vorbereitungsrennen mit der Nationalmannschaft, das Trainingslager in Südfrankreich, die Reise nach Kanada, die grandiose Eröffnungsfeier, die ganze Atmosphäre dort in Montreal, das alles war für mich als Jüngsten der BDR-Nationalmannsachft einfach überwältigend“.
Text und Fotos: Manfred M a r r