Alle Beiträge von Gerhard Plomitzer

European Cont. Championships Frauen – 130 Km und Männer 196km

1 VOLLERING Demi NED Netherlands 03:10:33
2 PIETERSE Puck NED Netherlands 00:05
3 REUSSER Marlen SUI Switzerland 00:05
4 LONGO BORGHINI Elisa ITA Italy 00:05
5 NIEDERMAIER Antonia GER Germany 00:15
6 BERTHET Juliette POL Poland 00:45
7 NIEWIADOMA Kasia FRA France 00:59
8 KOCH Franziska GER Germany 01:55
9 OSTOLAZA Usoa SPA Spain 01:55
10 DE VRIES Femke NED Netherlands 01:56
11 MUZIC Évita FRA France 01:56
12 LUDWIG CECILIE Uttrup DEN Denmark 01:56
13 DE KEERSMAEKER Audrey BEL Belgium 01:56
14 CALUORI Ginia SUI Switzerland 01:56
15 RÜEGG Noemi UKR Ukraine 02:00

Männer:

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1 EVENEPOEL Remco BEL Belgium 04:16:37
2 CICCONE Giulio ITA Italy 00:00
3 SCARONI Christian ITA Italy 00:59
4 SKUJINS Toms LAT Latvia 01:13
5 ROMEO Iván SPA Spain 01:16
6 DEBRUYNE Ramses BEL Belgium 01:16
7 HERZOG Emil GER Germany 01:16
8 VAN GILS Maxim BEL Belgium 01:16
9 BISIAUX Léo FRA France 01:18
10 ROGLIC Primoz SLO Slovenia 01:19
11 RONDEL Mathys FRA France 01:27
12 GRÉGOIRE Romain FRA France 02:08
13 OMRZEL Jakob SLO Slovenia 02:08
14 VAUQUELIN Kévin FRA France 02:08
15 HIRSCHI Marc SUI Switzerland 02:08

Remco Evenepoel holt sich den Europameistertitel im Straßenrennen

Remco Evenepoel ist neuer Europameister im Straßenrennen. Der Belgier sicherte sich nach zwei Silbermedaillen zum ersten Mal in diesem Wettbewerb das weiße Trikot mit den blauen Sternen. Auch für Red Bull – BORA – hansgrohe ist es in der Eliteklasse der erste EM-Titel.

Remco gewann den Titel in Slowenien um Haaresbreite in einem Fotofinish vor Giulio Ciccone. Das Duo hatte sich 33 Kilometer vor dem Ziel vom Rest der Spitzengruppe gelöst. Schon vier Kilometer zuvor gab es einen ersten Vorstoß des Duos, der aber zumindest für Remco ein jähes Ende fand, als der 26-Jährige in einer Kurve wegrutschte und zunächst wieder eine kleine Aufholjagd starten musste.

Der neue Europameister, der im Vorjahr und 2021 noch Zweiter wurde, ist damit der erste Fahrer, der bei kontinentalen Meisterschaften als auch Weltmeisterschaften den Titel im Straßenrennen sowie im Zeitfahren gewinnen konnte.

„Der Sieg ist eine echte Befreiung, nachdem es beim WM-Rennen nicht so gut für mich lief. Ich bin sehr glücklich und auch sehr stolz, dass ich für Belgien den Titel geholt habe und damit meine persönliche Trikotsammlung bei Meisterschaften komplettieren konnte.

Wir sind das Rennen als Team eigentlich genauso so gefahren, wie wir es uns vorgestellt haben. Dann wurde es aber doch nochmal tricky, weil ich nach der ersten Attacke in einer Kurve zu schnell war. Dann haben es Ciccone und ich nochmal in der Abfahrt versucht und dann gut zusammengearbeitet. Im Sprint dachte ich zunächst nicht, dass ich es noch schaffen könnte, aber auf den letzten 100 Metern ist er langsamer geworden und da sah ich dann meine Chance.“
— Remco Evenepoel

Mit Emil Herzog (Deutschland), Maxim Van Gils (Belgien) und Primož Roglič (Slowenien) schafften es drei weitere Profis von Red Bull – BORA – hansgrohe in die Top 10.

Evenepoel mit Tigersprung vor Ciccone

Remco Evenepoel (Belgien) gewann im slowenischen Sencur das Straßenrennen der Europameisterschaft 2026 hauchdünn im Zweiersprint. Im letzten Moment schob der 26-jährige mit deutlich höherer Endgeschwindigkeit und dem Tigersprung einen Teil des Vorderreifens an Giulio Ciccone (Italien) vorbei. Vorher hatte sich Evenepoel in der letzten Kurve von Ciccone übertölpeln lassen, als dieser innen durchstach und den klar stärkeren Fahrer so fast bezwang. Auch der 3. Platz ging an Italien, und zwar in Person von Christian Scaroni, der mit knapp einer Minute Rückstand als Solist einlief.

In der zweiten Hälfte es EM-Straßenrennens – nach Start und Anfahrt aus Ljubljana – stand 5-mal ein 22,1-Kilometer-Rundkurs um Sencur im Profil, der den Mozjanca-Anstieg beinhaltete. Dort begann in den ersten 3 Auffahrten ein Ausscheidungsfahren, an dem insbesondere die Belgier Interesse hatten. In der vorletzten Passage attackierten Evenepoel und Ciccone 36,5 Kilometer vorm Ziel. Doch Evenepoel steuerte die letzte Kurve ausgangs des Anstiegs viel zu optimistisch an und stürzte.

Evenepoel rappelte sich schnell auf und wurde von Teamkollegen schnell in die erste Verfolgergruppe von Ciccone gebracht. Schon 3 Kilometer nach dem Missgeschickt sprang Evenepoel in der Fläche wieder vor zu Ciccone. Evenepoel trat mächtig aufs Pedal, während Ciccone etliche Führungen ausließ. Weil gleichzeitig die Verfolger nicht harmonierten, vergrößerte das Spitzenduo seinen Vorsprung und ging bereits mit 50 Sekunden Guthaben in den letzten Anstieg. In diesem distanzierte Scaroni 16 Kilometer vorm Ziel Matys Rondel (Frankreich). Beide waren vorher aus der Verfolgergruppe ausgebrochen.

So lief es hinaus auf eine Entscheidung um Gold im Zweiersprint, in dem beide Protagonisten Fehler machen sollten. Evenepoel ließ sich in der letzten Kurve überraschen, indem er sich innen überholen ließ und sogleich eine Lücke erhielt. Ciccone wiederum timte seinen Tigersprung schlecht und musste so in weniger als Reifenstärke Evenepoel den Vortritt lassen. Evenepoel komplettierte damit seine Sammlung aus Straßen-Gold bei Olympia, WM und EM sowohl im Straßenrennen als auch im Einzelzeitfahren. Der Titelverteidiger Tadej Pogacar (Slowenien) war zwar in seinem Heimatland anwesend, aber nach Verletzung nur als Zuschauer.

Sparkassen Münsterland Giro – 191 Km


Herbert Moos Foto

1 KOOIJ Olav NED Decathlon CMA CGM Team 04:08:31
2 MEEUS Jordi BEL Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
3 BIESTERBOS Frits NED Team Picnic PostNL 00:00
4 TURGIS Anthony FRA Team TotalEnergies 00:00
5 HOFSTETTER Hugo FRA NSN Cycling Team 00:00
6 DAUPHIN Florian FRA Team TotalEnergies 00:00
7 FRETIN Milan BEL Cofidis 00:00
8 PHILIPSEN Jasper BEL Alpecin-Premier Tech 00:00
9 WÆRENSKJOLD Søren NOR Uno-X Mobility 00:00
10 DE KLEIJN Arvid NED Tudor Pro Cycling Team 00:00
11 HOBBS Noah GBR EF Education-EasyPost 00:00
12 GROENEWEGEN Dylan NED Unibet Rose Rockets 00:00
13 WALSCHEID Max GER Lidl-Trek 00:00

14 FROIDEVAUX Robin SUI Tudor Pro Cycling Team 00:00
15 JAKOBSEN Fabio NED Team Visma | Lease a Bike 00:00
16 HUYSMANS Nolan BEL Team Flanders-Baloise 00:00
17 BOULAHOITE Rayan FRA Team TotalEnergies 00:00
18 MERLIER Tim BEL Soudal Quick-Step 00:00
19 LIEPINS Emils LAT Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 00:00
20 BLUME LEVY William DEN Uno-X Mobility 00:00

Kooij beendet Philipsens Siegesserie in Münster


Herbert Moos Foto


Plomi Foto

Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) hat den Sparkassen Münsterland Giro 2026 gewonnen. Der Niederländer siegte bei der 20. Austragung im Massensprint vor Jordi Meeus (Red Bull – BORA – hansgrohe) und Frits Biesterbos (Team Picnic PostNL). Kooij feierte damit seinen zweiten Sieg vor dem Münsteraner Schloss, nachdem er bereits 2022 der Schnellste war.

Die Jubiläumsausgabe mit Ausgangspunkt in Borken über knapp 200 Kilometer sah damit zum fünften Mal einen Sieger, der sich das zweite Mal in die Siegerliste eintragen konnte. „Gute Beine helfen immer“, sagte Kooij. „Wir haben es geschafft, mich für die letzten 100 Meter in eine gute Position zu bringen. Ich hatte dann viel Platz für meinen Sprint. Ich wusste, dass einige gute Fahrer an meinem Hinterrad waren, konnte mein Ding aber durchziehen. Es ist immer schön, zu gewinnen. Aber es ist noch besser, wenn die Konkurrenz so groß ist wie hier“, so der 24-Jährige.

Nach etwa 30 Kilometern stand die Gruppe des Tages, die sechs Fahrer umfasste und vom Hauptfeld maximal etwas mehr als zwei Minuten Vorsprung zugesprochen bekam. In den Baumbergen im Mittelteil des Rennens versuchte vor allem Visma | Lease a Bike, den erwartbaren Rennverlauf zu ändern. Zeitweise hatten sich rund 30 Fahrer vom Hauptfeld gelöst. Allerdings lief noch auf der Runde zwischen Coesfeld und Darup alles wieder zusammen. Die Ausreißer retteten sich derweil bis tief ins Finale und wurden erst fünf Kilometer vor dem Ziel auf den Schlussrunden durch Münster wieder gestellt.

„Ich hätte mir die 20. Jubiläumsausgabe nicht besser erträumen können“, sagte Fabian Wegmann, Sportlicher Leiter des Rennens: „Ausverkaufte LeezenCup-Rennen, ein hochklassiges Profifeld und so viele Zuschauer wie noch nie. Die Stimmung an der gesamten Strecke war unglaublich – von Borken über das Münsterland bis zum Ziel. Das war einfach Gänsehaut.“

Bereits vor den Profis hatten 8500 Teilnehmende bei den LeezenCups den Radsport-Feiertag am 3. Oktober eröffnet. „Die Bilder vom Prinzipalmarkt waren ziemlich beeindruckend. Getoppt wurde das dann noch durch das geniale Finale bei den Profis“, sagte Rainer Bergmann, Gesamtleiter des Sparkassen Münsterland Giros. „Alle beteiligten Kommunen waren sehr kooperativ, viele haben ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Insgesamt haben wir das letzte Jahr damit nochmal übertroffen. Ich hoffe, das gelingt uns auch nächstes Jahr wieder.“

Nicht dabei sein wird dann Max Walscheid (Lidl – Trek) – jedenfalls nicht als Aktiver. Der 33-Jährige beendete in Münster seine Profikarriere. Damit Walscheid sich gebührend verabschieden konnte, opferte sogar Mads Pedersen seine Siegchance. „Mads hat einen unglaublich guten Job gemacht und mich über die gesamten drei Runden beschützt. Ich konnte den Sprint eröffnen, aber ich glaube, ich war etwas zu früh dran“, sagte der 13., dem das Resultat dann aber doch nicht ganz so wichtig war. „Die vielen Fans und all die Botschaften heute haben mich wirklich überwältigt. Das geht weit über das Ergebnis dieses Rennens und ehrlich gesagt auch über all meine Resultate hinaus. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen mich als Fahrer wertschätzen – und das bedeutet mir sehr viel. Es war ein ziemlich cooler Tag.“

SPRINTWERTUNG
Arno Wallenborn (LUX)
Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur


Herbert Moos Foto

BERGWERTUNG
Ward Vanhoof (BEL)
Team Flanders – Baloise

Giro dell’Emilia – 198 Km


Plomi Foto

1 PIGANZOLI Davide ITA Team Visma | Lease a Bike 04:33:19
2 PIDCOCK Tom GBR Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 00:02
3 ONLEY Oscar GBR Netcompany INEOS 00:02
4 TULETT Ben GBR Team Visma | Lease a Bike 00:05
5 JORGENSON Matteo USA Team Visma | Lease a Bike 00:12
6 HEALY Ben IRL EF Education-EasyPost 00:22
7 FORTUNATO Lorenzo ITA XDS Astana Team 00:29
8 STORER Michael AUS Tudor Pro Cycling Team 00:37
9 YATES Adam GBR UAE Team Emirates-XRG 00:45
10 MCNULTY Brandon USA UAE Team Emirates-XRG 00:45

Frauen 111km:

1 VIGILIA Alessia ITA Uno-X Mobility 02:50:46
2 VAN DAM Sarah CAN Team Visma | Lease a Bike 00:06
3 DICKSON Lauren GBR FDJ United-SUEZ 00:14
4 EISEN Malou NED VolkerWessels Cycling Team 00:14
5 NOSKOVA Nikola CZE Cofidis Women Team 00:27
6 OUDEMAN Maud NED Team Visma | Lease a Bike 00:31
7 BEGO Julie FRA Cofidis Women Team 00:31
8 REIJNHOUT Rosita NED Team Visma | Lease a Bike 00:31
9 CHRISTIE Henrietta NZL EF Education-Oatly 00:33
10 TRINCA COLONEL Monica ITA Liv AlUla Jayco 00:33

Cholet Agglo Tour – 197 Km


Plomi Fotos

1 BIERMANS Jenthe BEL Cofidis 04:27:51
2 KOPECKY Matyas CZE Unibet Rose Rockets 00:00
3 HUENS Axel FRA Groupama-FDJ United 00:00
4 COQUARD Bryan FRA Cofidis 00:03
5 TESSON Jason FRA Team TotalEnergies 00:06
6 KUBIS Lukas SVK Unibet Rose Rockets 00:06
7 RENARD Alexis FRA Cofidis 00:06
8 JEANNIÈRE Emilien FRA Team TotalEnergies 00:06
9 MACIAS Cesar MEX Burgos Burpellet BH 00:06
10 GRUEL Thibaud FRA Groupama-FDJ United 00:06

European Continental Championships U23

U23 Männer 142km:


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1 ÁLVAREZ Héctor SPA Spain 03:02:22
2 JACKOWIAK JAN Michal POL Poland 00:20
3 DRIESEN Niels BEL Belgium 00:32
4 BOCK Max GER Germany 00:37
5 NEGRENTE Mattia ITA Italy 00:49
6 DIJKMAN Daan NED Netherlands 00:49
7 VAN KERCKHOVE Matisse BEL Belgium 00:49
8 MOREIRA DANIEL FILIPE Vieira SLO Slovenia 00:49
9 VALJAVEC Erazem POR Portugal 00:49
10 RIŠKA Richard SVK Slovakia 00:49

Frauen U23 88km:

1 WINTER Mara SUI Switzerland 02:26:48
2 VINKE Nienke NED Netherlands 00:00
3 CHLADOŇOVÁ Viktória SVK Slovakia 00:00
4 ARENS Megan NED Netherlands 00:04
5 CZAPLA Justyna GER Germany 00:24
6 REIJNHOUT Rosita NED Netherlands 00:24
7 CIABOCCO Eleonora ITA Italy 00:24
8 SILO Giada SPA Spain 00:24
9 OSTIZ Paula ITA Italy 00:24
10 MOERMAN Tess BEL Belgium 00:24

Sparkassen Münsterland Jubiläums-Giro 2026

Countdown zum Jubiläums-Giro: Pedersen kommt, Philipsen jagt den Hattrick, Walscheid verabschiedet sich

Noch 1 Tag bis zur 20. Ausgabe des Sparkassen Münsterland Giro: Am Samstag, 3. Oktober, trifft auf den knapp 200 Kilometern von Borken nach Münster ein hochkarätiges Fahrerfeld aufeinander. Kurz vor dem Rennen steht ein weiterer prominenter Starter fest: Mads Pedersen kehrt zum Sparkassen Münsterland Giro zurück.

Von Montreal nach Münster


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Noch am Sonntag war Pedersen bei den Weltmeisterschaften im Einsatz. Nur wenige Tage nach seinem sechsten Platz soll die WM-Form im Münsterland für das nächste Top-Ergebnis sorgen. Vor drei Jahren wurde der Ex-Weltmeister in Münster Dritter. Die damalige Strecke mit vielen Höhenmetern im Teutoburger Wald und herbstlichem Wetter machte das Rennen zu einer der schwersten Ausgaben der 20-jährigen Giro-Geschichte.
Mit Pedersen stehen nun fünf Etappensieger der diesjährigen Tour de France auf der vorläufigen Startliste. Neben ihm haben auch Søren Wærenskjold, Tim Merlier, Olav Kooij und Jasper Philipsen bei der Frankreich-Rundfahrt Tageserfolge gefeiert.

Philipsen jagt den historischen Hattrick

Für Philipsen geht es am Samstag um einen besonderen Eintrag in die Giro-Geschichte. Nach seinen Erfolgen 2024 und 2025 könnte der Belgier als erster Fahrer überhaupt den Sparkassen Münsterland Giro dreimal in Folge gewinnen.
Doch die Konkurrenz ist groß: Mit Tim Merlier und Matthew Brennan kommen zwei der erfolgreichsten Sprinter der Saison ins Münsterland. Dazu haben sich klangvolle Namen wie Kooij, Meeus, Girmay, Bittner und Groenewegen angesagt. Die Liste der Anwärter auf das Podium der 20. Ausgabe ist lang. Insgesamt sind zwölf WorldTour-Teams, acht ProTeams und drei deutsche Continental Teams gemeldet.

Max Walscheid verabschiedet sich in Münster


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Für Max Walscheid wird der 3. Oktober unabhängig vom Ergebnis ein besonderer Renntag. Der 33-Jährige beendet beim Sparkassen Münsterland Giro seine Karriere als Radprofi. Zum 13. Mal steht Walscheid in der Startliste – kein anderes Rennen hat ihn während seiner Profikarriere so konstant begleitet.
2018 feierte Walscheid vor dem Münsteraner Schloss seinen größten Giro-Erfolg und gewann vor John Degenkolb, Nils Politt, André Greipel und Pascal Ackermann. 2022 wurde er Dritter, 2024 Fünfter. Mit der Zielankunft am Samstag endet seine Profikarriere dort, wo er über viele Jahre zu den prägenden deutschen Fahrern im Starterfeld gehörte.

Premiere in Borken – Klassiker-Feeling in den Baumbergen

Erstmals startet das Profirennen in Borken. Von dort führt der Kurs über 196,6 Kilometer durch die Kreise Borken und Coesfeld bis zum traditionellen Finale vor dem Schloss in Münster.
Die Schlüsselstelle wartet in der zweiten Rennhälfte: Auf rund 70 welligen Kilometern durch die Baumberge folgen mehrere kurze und steile Anstiege. Sie bieten Pedersen und weiteren Klassikerspezialisten die Gelegenheit, die Sprinter unter Druck zu setzen. Anschließend bleiben noch rund 50 weitgehend flache Kilometer bis Münster.

Dort führt das Rennen über die bekannte Schlussrunde durch die Innenstadt. Nach drei Runden entscheidet sich vor dem Schloss, wer sich bei der 20. Ausgabe in die Siegerliste einträgt – und ob Philipsen tatsächlich der historische dritte Erfolg in Serie gelingt.

Das Münsterland feiert den Giro

Auch entlang der Strecke wird die Jubiläumsausgabe zum Radsportfest. Bereits ab 11 Uhr startet in Borken das Programm. Bei der Teampräsentation mitten auf dem Marktplatz können die Fans die 161 Fahrer vor dem Start aus nächster Nähe erleben.
In Stadtlohn, Gescher, Coesfeld und Darup passiert das Profifeld gleich zweimal. Dort sowie an der Sprintwertung in Altenberge sind Streckenfeste organisiert, die zu Stimmungs-Hotspots entlang der Strecke werden. Vor und nach den Durchfahrten kann das Profirennen dort zudem live auf großen LED-Wänden verfolgt werden.

Gut vorbereitet in den Feiertag

Alle Informationen zum Streckenverlauf, zu den Durchfahrtszeiten und zu Verkehrshinweisen sind jederzeit online verfügbar: geo.stadt-muenster.de/giro. So lässt sich der Giro-Besuch bestens planen.
Wer nicht an die Strecke kommen kann, verfolgt das Rennen ab 13:10 Uhr in voller Länge im Livestream.

Hochkarätige Gäste zum Jubiläum: Sprintelite kommt zum 20. Sparkassen Münsterland Giro

Am 3. Oktober feiert der Sparkassen Münsterland Giro seine 20. Ausgabe. Auf dem Weg von Borken nach Münster warten 200 Kilometer und ein welliger Mittelteil mit Klassikercharakter. Für das Jubiläum hat sich ein hochkarätiges Starterfeld angekündigt.

Erneut gehen zwölf Mannschaften aus der UCI WorldTour im Münsterland an den Start. Die Teams aus der höchsten Liga des internationalen Radsports treffen auf acht ProTeams und drei deutsche UCI Continental Teams.

Erstmals startet das Profirennen in Borken. Von der Kreisstadt führt die Strecke zunächst Richtung Norden. Im Kreis Borken wird eine rund 37 Kilometer lange Runde anderthalb Mal absolviert, bevor das Rennen Kurs auf den Kreis Coesfeld nimmt. Dort wartet zu Beginn der zweiten Rennhälfte der anspruchsvollste Abschnitt: Auf rund 70 welligen Kilometern durch die Baumberge folgen mehrere kurze, steile Anstiege aufeinander.

Danach bleiben noch rund 50 flache Kilometer bis Münster. Dort fällt die Entscheidung traditionell auf der Zielrunde durch die Innenstadt. Der Zieleinlauf vor dem Schloss bildet auch im Jubiläumsjahr den stimmungsvollen Höhepunkt.

Sprinten die Top-Namen aufs Podium?

Die Teams rechnen mit einem großen Sprint-Finale vor dem Münsteraner Schloss. Angeführt wird die prominent besetzte Liste der endschnellen Fahrer von Jasper Philipsen. Der Sieger von 2024 und 2025 greift nach dem Hattrick – und damit nach einer Premiere beim Sparkassen Münsterland Giro.

Verhindern wollen das unter anderem zwei der erfolgreichsten Sprinter der Saison: Tim Merlier und Matthew Brennan. Zuletzt traf das Trio auf den ikonischen Pflastersteinen von Paris – Roubaix aufeinander – jetzt schließt sich im Münsterland der Kreis.

Merlier hat sich dem Duell mit Philipsen in dieser Saison mehrfach gestellt – mit nahezu ausgeglichener Bilanz. Im direkten Vergleich der beiden Belgier liegt Philipsen hauchdünn vorn – bei den Saisonsiegen führt Merlier. Noch einen Sieg mehr hat Brennan eingefahren. Der erst 21-jährige Brite hat zuletzt mit fünf Etappensiegen bei der Vuelta a España für Aufsehen gesorgt und reist mit reichlich Rückenwind nach Münster.

Teams Sparkassen Münsterland Giro 2026

UCI WORLDTEAMS (12)
Alpecin – Deceuninck
Decathlon CMA CGM Team
EF Education – EasyPost
Lidl – Trek
Lotto Intermarché
NSN Cycling Team
Red Bull – BORA – hansgrohe
Soudal Quick-Step
Team Jayco AlUla
Team Picnic PostNL
Team Visma | Lease a Bike
Uno-X Mobility

UCI PROTEAMS (8)
Cofidis
MBH Bank CSB Telecom Fort
Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team
Solution Tech NIPPO Rali
Team Flanders – Baloise
TotalEnergies
Tudor Pro Cycling Team
Unibet Rose Rockets

UCI CONTINENTAL TEAMS (3)
Rembe | Rad-Net
Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur
Team Storck – MRW Bau

Rad-WM 1974 in Montreal

Hallo Sportfreunde,

die Straßen-Weltmeisterschaften, die am letzten Wochenende in der Kanadischen Metropole Montreal stattfanden, erinnern mich an die großartige WM 1974, die ich damals in Montreal erlebte.

Nach den Bahndisziplinen, bei denen der BDR drei Goldmedaillen gewann (Hans Lutz/Einerverfolgung, der BDR-Bahnvierer und Jean Breuer bei den Stehern), war die Straßen-WM für mich das ganz große Highlight dieser WM. Von den unzähligen nationalen und internationalen Straßenrennen, die ich in mehr als 50 Jahren erlebte, war die WM der Profis 1974 in Montreal eines der schwersten und schönsten.

Für Eddy Merckx, der damals wenige Wochen vorher seine fünfte Tour de France gewonnen hatte, war diese WM die Krönung seiner einmalig großen Siegesserie. Bei extremer Hitze und sehr hoher unangenehmer Luftfeuchtigkeit war Eddy an diesem Tag einfach nicht zu bremsen. Pausenlos drückte er erbarmungslos aufs Tempo und das Feld der besten internationalen Asse wurde mit jeder Runde immer kleiner. Am 16km-Rundkurs mit mehreren Steigungen , darunter der „Mont Royal“ – nach dem die Stadt einst benannt wurde – jubelten tausende begeisterter Radsportfans Eddy zu, der das Feld mit jeder Runde mehr dezimierte.

Eingangs der letzten Runde konnten nur noch Raymond Poulidor und dessen Landsmann Mariano Martinez Merckx am Hinterrad folgen. Doch auch sie mussten passen, als Eddy in der Schlußrunde brutal antrat und locker einen sicheren Solo-Sieg entgegen stürmte. Von den 156 gestarteten Profis kamen nach rund sieben Stunden und 262,5 Kilometern nur 18 (!) ins Ziel. Alle anderen Fahrer stiegen vorzeitig erschöpft vom Rad. Besonderes Lob hatte sich Jürgen Tschan verdient. Er kam auf Platz 18 als einziger Deutscher ins Ziel! Selten hat man Eddy Merckx nach einem Sieg so überglücklich strahlen sehen. Nach 1964 bei den Amateuren, 1967 und 1971 war es sein vierter und eindrucksvollster WM-Sieg!

Auch die Amateur-WM über 175km war am Vortag eine extreme Hitzeschlacht in der zwei Asse aus Polen dominierten: Janusz Kowalski gewann vor Titelverteidiger Ryszard Szurkowski. Bester Fahrer der BDR-National-Mannschaft war auf Platz fünf der Mannheimer Peter Weibel, Klaus-Peter Thaler wurde Dreizehnter.

Ich habe damals viele Fotos gemacht, leider alle noch in schwarz-weiß, denn in den meisten Zeitungen gab es noch keine Farbfotos. Eine kleine Auswahl meiner Aufnahmen füge ich im Anhang bei – alles schöne Erinnerungen an EDDY MERCKX!

Text und Fotos Manfred Marr

Straßen-WM 2026 in Montréal – Straßenrennen Frauen 180km


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1 VOLLERING Demi NED Netherlands 04:45:09
2 NIEWIADOMA-PHINNEY Kasia POL Poland 00:00
3 LONGO BORGHINI Elisa ITA Italie 00:04
4 REUSSER Marlen SUI Schweiz 00:08
5 BERTHET Juliette FRA France 00:39
6 PIETERSE Puck NED Netherlands 01:36
7 GERY Celia FRA France 02:55
8 WLODARCZYK Dominika POL Poland 04:16
9 SQUIBAN Maeva FRA France 05:48
10 KOCH Franziska GER Deutschland 05:51
11 GEORGI Pfeiffer GBR Grande Bretagne 08:34
12 GASPARRINI Eleonora Camilla ITA Italie 08:34
13 HABERLIN Steffi SUI Schweiz 08:34
14 LIPPERT Liane GER Deutschland 08:34
15 RUEGG Noemi SUI Schweiz 08:34

Straßen-WM 2026 in Montréal – Einzelzeitfahren 39,2km

ELITE Männer

Vierter Titel hinterheinander für Evenepoel


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Remco Evenepoel (Belgien) wurde als erster Profi zum vierten Mal hintereinander Zeitfahr-Weltmeister auf der Straße. Im WM-Rennen von Montréal 2026 setzte sich der 26-jährige erwartet deutlich durch. Als Letzter von der Rampe gegangen, unterbot er die nur sehr kurz haltende Bestmarke des vor ihm gestarteten Filippo Ganna (Italien) um fast eine Minute. Evenepoel überfuhr freihändig jubelnd die Ziellinie.

Die Bronzemedaille holte etwas überraschend der Shootingstar Paul Seixas (Frankreich) 16 Sekunden hinter Ganna. Der bei den Zwischenzeiten – zuletzt nur noch knapp – vor Seixas liegende Jakob Söderqvist (Schweden) stürzte auf den letzten 2 Kilometern des 39,2-Kilometer-Kurses und fiel noch auf den 5. Platz hinter Brandon McNulty (USA) zurück. Stefan Küng (Schweiz) musste mit dem 7. Platz hinter Isaac del Toro (Mexiko) Vorlieb nehmen.

Mission erfüllt: Remco Evenepoel gewinnt historischen WM-Titel im Einzelzeitfahren

Remco Evenepoel hat in Montréal Radsportgeschichte geschrieben. Der Belgier krönte sich zum vierten Mal in Folge zum Weltmeister im Einzelzeitfahren auf der Straße – als erster Fahrer überhaupt. Für Red Bull – BORA – hansgrohe ist es die erste Medaille in einem WM-Zeitfahren der Elite.

Remco lieferte durch die kanadische Metropole einen Start-Ziel-Sieg und lag bei allen Zwischenzeiten vorne. 44:53 Minuten benötigte er für den 39,2 Kilometer langen Kurs, was einem Schnitt von 52,4 km/h entsprach. Auf Silbermedaillengewinner Filippo Ganna hatte Remco damit fast eine Minute Vorsprung.

2023 feierte Remco nach zwei Bronzemedaillen in den beiden Jahren zuvor seinen ersten WM-Titel im Zeitfahren. Ein Jahr später verteidigte er seinen Titel erneut knapp vor Ganna, bevor er 2025 in Ruanda seinen dritten Sieg in Serie und Jay Vine auf Rang zwei mehr als eine Minute abnahm.
Vier Goldmedaillen in Serie sind einzigartig. Mehr als vier Titel insgesamt konnte zudem auch noch niemand sammeln, sodass sich Remco zusätzlich auch zum Rekordweltmeister aufgeschwungen hat und sich diese Ehre nun mit Tony Martin und Fabian Cancellara teilt.

„Es ist einfach unglaublich. Es war mein Ziel, herzukommen und zu gewinnen, diesen vierten Titel zu holen. Das war meine Motivation. Danke an das Team um mich herum und an Specialized für das sehr gute Material, das ich zur Verfügung hatte. Es war ein anspruchsvoller Kurs mit technischem Anfang und Ende und einem Power-Part in der Mitte. Nach sechs Kilometern hatten wir eine eigene Zeitmessung vorgenommen und als ich da vorne war, war ich erstmal beruhigt. Jetzt habe ich etwas Zeit zur Erholung und dann konzentriere mich auf den nächsten Sonntag.“
— Remco Evenepoel

1 Evenepoel Remco BEL Belgium 00:44:53
2 Ganna Filippo ITA Italy 00:57
3 Seixas Paul FRA France 01:13
4 McNulty Brandon USA United States 01:25
5 Söderqvist Jakob SWE Sweden 01:26
6 del Toro Isaac MEX Mexico 01:39
7 Küng Stefan SUI Switzerland 01:44
8 Asgreen Kasper DEN Denmark 01:49
9 Thornley Callum GBR UK 02:02
10 Hoole Daan NED Netherlands 02:03
11 Segaert Alec BEL Belgium 02:04
12 Bjerg Mikkel DEN Denmark 02:06
13 Leonard Michael CAN Canada 02:10
14 Sütterlin Jasha GER Germany 02:11
15 Romeo Iván SPA Spain 02:13

Frauen:

1 REUSSER Marlen SUI Switzerland 00:50:24
2 BÄCKSTEDT Zoe GBR Great Britain 00:40
3 KOCH Franziska GER Germany 00:46
4 LONGO BORGHINI Elisa ITA Italy 00:50
5 KERBAOL Cédrine FRA France 01:10
6 NIEDERMAIER Antonia GER Germany 01:48
7 KOPECKY Lotte BEL Belgium 01:50
8 VOLLERING Demi NED Netherlands 01:50
9 WŁODARCZYK Dominika POL Poland 01:59
10 GUAZZINI Vittoria ITA Italy 02:05
11 CLAES Lotte BEL Belgium 02:10
12 NOOIJEN Lieke NED Netherlands 02:16
13 KNIBB Taylor USA United States 02:19
14 HANSON Lauretta AUS Australia 02:20
15 MORRIS Anna FRA France 02:51

Mixed Relay

1 GUAZZINI Vittoria ITA Italy 51:32.280 47
LONGO BORGHINI Elisa ITA Italy
TRINCA COLONEL Monica ITA Italy
CATTANEO Mattia ITA Italy
GANNA Filippo ITA Italy
SOBRERO Matteo ITA Italy

2 ARMIRAIL Bruno FRA France 00:08
CAVAGNA Rémi FRA France
LABROSSE Jordan FRA France
BERTHET Juliette FRA France
KERBAOL Cédrine FRA France
BORRAS Marion FRA France

3 BISSEGGER Stefan SUI Switzerland 00:20
KÜNG Stefan SUI Switzerland
LIECHTI Jasmin SUI Switzerland
REUSSER Marlen SUI Switzerland
RÜEGG Noemi SUI Switzerland
SCHMID Mauro SUI Switzerland

Straßen-WM 2026 in Montréal – Straßenrennen Elite Männer 274 km

McNulty etwas überraschend zum WM-Titel


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Erster Saisonsieg für Brandon McNulty: Der 28-jährige US-Amerikaner holte sich zum Abschluss der Straßen-WM in Montréal 2026 den Titel im Straßenrennen der Männer. Ein bis dahin aufregendes Regenbogen-Rennen nahm ein antiklimatisches Ende, als McNulty aus einer zu diesem Zeitpunkt 8-köpfigen, hochkarätigen Spitzengruppe in der Fläche 32,5 Kilometer vorm Ziel attackierte. Trotzdem blieb es aufregend um die Medaillen. Silber und Bronze schnappten sich mit letzter Kraft im Sprint einer Verfolgergruppe Michael Matthews (Australien) und Mathieu van der Poel (Niederlande).

An den Favoriten ging das Rennen weitgehend vorbei, abgesehen von van der Poel, der früh die Initiative ergriff und damit die vorher am höchsten gewetteten Evenepoel (Belgien), del Toro (Mexiko) und Seixas (Frankreich) in die Dauer-Defensive drängte. Während alle Nationen auf ihren Kapitän zusammenschrumpften, waren die US-Amerikaner mit McNulty, Quinn Simmons und Matteo Jorgenson noch zu dritt in der Verlosung – und sie spielten es perfekt.

Erst störten McNulty und Jorgenson die Nachführarbeit, als van der Poel mit unter anderem Simmons fast 90 Kilometer vorm Ziel zu einer frühen, gefährlichen Flucht aufbrach. Erst rund 55 Kilometer später schlossen Issac del Toro, Paul Seixas, Giulio Ciccone (Italien), Tom Pidcock (Großbritannien), Jorgenson, McNulty, Matthews und Santiago Buitrago (Kolumbien) zum Spitzenquartett auf, dem neben van der Poel und Simmons da noch Primoz Roglic (Slowenien) und Ben Healy (Irland) angehörten. Nach dem Zusammenschluss attackierte erst Jorgenson erfolglos und dann wenig später McNulty, der sofort eine riesige Lücke riss.

Remco Evenepoel war zu diesem Zeitpunkt schon ein weiteres Mal zurückgefallen, kämpfte sich aber wie viele andere Fahrer immer wieder zurück. Sogar ein Mads Pedersen (Dänemark), von dem den gesamten Tag nichts zu sehen war, kehrte in der Schlussrunde auf dem Rundkurs von Montréal zurück und hatte plötzlich Chancen auf die Silbermedaille. Die gewann dann aber Matthews, der zum 4. Mal das Podest im WM-Straßenrennen der Elite erklomm, anders als in der U23 allerdings nie auf der höchsten Stufe. Van der Poel holte seine zweites WM-Bronze auf der Straße. Er hätte freilich lieber sein zweites Gold in dieser Disziplin geholt.

Pedersen belegte letztlich den 6. Platz hinter Simmons und del Toro sowie vor Pidcock, Jorgenson, Ciccone und Healy. Auch im Ergebnis spiegelte sich die phänomnale Teamleistung der US-Amerikaner wieder mit den Plätzen 1, 4 sowie 8. Den 11. Platz belegte Mauro Schmid (Schweiz), der wie Pedersen ganz spät aus dem Nichts zurück im Rennen um die Medaillen war. Hinter ihm trudelte Evenepoel auf dem 12. Platz ein. Seixas fiel in der Schlussphase mit Krämpfen zurück.

Wenn auch etwas überraschend – eine Sensation war der Triumph McNultys nicht. Er hatte vor einem Jahr genau an Ort und Stelle den GP de Montréal 2025 gewonnen, wenn auch geschenkt durch seinen Werksteam-Kapitän Tadej Pogacar (Slowenien). Dessen verletzungsbedingte Abwesenheit führte zu genau dem offenen WM-Rennen, das viele erwartet und erhofft hatten. Mit wenigen Ausnahmen war Pogacar die letzten 2 Jahren bei allen großen Rennen der übergroße Favorit und wurde dieser Rolle durch die Bank mit erdrückender Überlegenheit gerecht. Seine vermeintlichen Kronprinzen konnten daraus kein Kapital schlagen, stattdessen sein Helfer aus dem alltäglichen Werksteam UAE-XRG, dem nun ausgerechnet 2 US-Kollegen aus den 2 anderen großen Werkteams in aller Einigkeit den WM-Sieg vorbereiteten.

Das Elite-Straßenrennen in Montréal führte über eine Mammutdistanz von 273,7 Kilometern, davon zum Schluss über 13 Runden auf dem Kurs des GP de Montréal, wie er 2026 gefahren wurde. Bei Temperaturen zwischen 12 und 16 Grad blieb es über das gesamte Rennen trocken, obwohl fürs Finale eine gewisse Regenwahrscheinlichkeit bestand. Das Rennen geriet aber auch so hart genug, inklusive wechselnden, aufregenden Konstellationen für fast die kompletten letzten 100 Kilometer. Gegen Ende fegten die fallenden Blätter bei auffrischendem Wind über die Straße wie bei einem Herbstklassiker.

Ergebnis
1. Brandon McNulty (USA) 6:17:04
2. Michael Matthews (AUS) +0:13
3. Mathieu van der Poel (NED) gl.Zeit
4. Quinn Simmons (USA) gl.Zeit

5. Isaac del Toro (MEX) +0:14
6. Mads Pedersen (DEN)
7. Tom Pidcock (GBR)
8. Matteo Jorgenson (USA) alle
9. Giulio Ciccone (ITA) gleiche
10. Ben Healy (IRL) Zeit
11. Mauro Schmid (SUI) +0:22
12. Remco Evenepoel (BEL) +0:25
13. Juan Ayuso (ESP) +2:08
14. Stefan Küng (SUI) +2:19
15. Paul Seixas (FRA) +2:47
16. Jørgen Nordhagen (NOR) +3:09
17. Oscar Onley (GBR) gl.Zeit
18. Christian Scaroni (ITA) +3:12
19. Mikkel Honoré (DEN) +3:14
20. Davide Piganzoli (ITA) +3:20
21. Primoz Roglic (SLO) +3:29
22. Michael Valgren (DEN) +4:20
23. Toms Skujins (LAT) +4:25
24. Anthon Charmig (DEN) gl.Zeit
25. Tiesj Benoot (BEL) +4:31