GP Cycliste de Québec – 206 Km

Remco Evenepoel behält Oberhand gegen Ciccone


Plomi Foto

Remco Evenepoel (RB) gewann den GP de Québec 2026 im Zweiersprint. Der 26-jährige Belgier schlug von vorne Giulio Ciccone (Lidl), der keinerlei Chance hatte, nach Evenepoels Antritt auch nur zum Überholvorgang anzusetzen. Das Podest komplettierte Anthon Charmig (Uno-X). Er musste 1,8 Kilometer vor Ziel eingangs der Schlusssteigung Evenepoel und Ciccone ziehen lassen.
Letztlich fuhr Evenepoel alle in Grund und Boden. Nur Ciccone hielt bis zum Schluss mit, auch weil er sich mit Verweis auf mehrere Teamkollegen in der Verfolgergruppe nicht an der Führungsarbeit beteiligte. Diese wiederum störten in der Verfolgergruppe die Nachführarbeit der Konkurrenten.

41 Kilometer vorm Ziel, als noch 4 Runden auf dem 10,3-Kilometer-Kurs von Ville de Québec zu fahren waren, hatte sich das Rennen bereits soweit zugespitzt, dass eine Gruppe der Favoriten eine erlesene erste Verfolgergruppe von zu diesem Zeitpunkt 13 Spitzenreitern bildete. Aus dieser Gruppe vor Evenepoel 28 Kilometer vorm Ziel vor zu da nur noch 4 Spitzenreitern. Dies waren Ciccone, Charmig, Alberto Bettiol (XDS) und Alessandro Pinarello (NSN).
6 Kilometer später konnten nur noch Ciccone und Charmig dem Takt von Evenepoel folgen. Zu Beginn der Schlussrunde attackierte Quinn Simmons (Lidl) aus der Verfolgergruppe. Zuvor hatte er im Dienste von Ciccone die Luft aus der Nachführarbeit genommen. Der 3-fache Québec-Sieger Michael Matthews (Jayco) sprang hinterher, war aber die gesamte Schlussrunde wie Simmons als Solist unterwegs. Dahinter konnte sich an der Schlusssteigung noch Tom Pidcock (Pinarello) lösen und landete im Ziel auf dem 5. Platz, weil er Matthews noch überholte, aber an Simmons nicht mehr herankam – und der wiederum nicht an Charmig.

1. Remco Evenepoel (BEL) – Red Bull-Bora 4:40:21
2. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek gl.Zeit
3. Anthon Charmig (DEN) – Uno-X +0:15
4. Tom Pidcock (GBR) – Pinarello-Q36.5 +0:28
5. Quinn Simmons (USA) – Lidl-Trek +0:30
6. Michael Matthews (AUS) – Jayco-Alula +0:35
7. Paul Lapeira (FRA) – Decathlon-CMA CGM +0:43
8. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
9. Alessandro Pinarello (ITA) – NSN +0:45
10. Max Schachmann (GER) – Soudal-Quick Step +0:57
11. Quinten Hermans (BEL) – Pinarello-Q36.5
12. Jenno Berckmoes (BEL) – Lotto-Intermarché
13. Maxim van Gils (BEL) – Red Bull-Bora
14. Simone Gualdi (ITA) – Lotto-Intermarché alle
15. Alex Baudin (FRA) – EF Education-Easypost
16. Sean Quinn (USA) – EF Education-Easypost gleiche
17. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step
18. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-CMA CGM Zeit
19. Jonas Rutsch (GER) – Lotto-Intermarché +1:01
20. Toms Skujins (LAT) – Lidl-Trek +1:05
21. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +1:11
22. Alberto Bettiol (ITA) – XDS-Astana alle
23. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG gleiche
24. Thymen Arensman (NED) – Netcopmany-Ineos Zeit
25. Riley Sheehan (USA) – NSN +1:15
…

Strecke
Ein nur noch 10,3 Kilometer kurzer Rundkurs ist 20-mal zu durchfahren. Das im Vorjahr auf die Avenue Georges VI verlegte Zielareal wird auch 2026 verwendet.

Remco Evenepoel gewinnt den Grand Prix Cycliste de Québec
Remco Evenepoel hat seinen knapp dreiwöchigen Aufenthalt in Kanada erfolgreich gestartet und den Grand Prix Cycliste de Québec gewonnen. Im finalen Zweiersprint setzte er sich gegen Giulio Ciccone durch und feierte damit seinen elften Saisonsieg.

Wie schon vor der Tour de France machte Remco Evenepoel dabei gute Erfahrungen mit einer längeren Rennpause. Sein letzter Wettkampf bis dato war die Clásica San Sebastian gewesen, die er ebenfalls siegreich beenden konnte.
206 Kilometer auf einem 20 Mal zu fahrenden Rundkurs standen in Québec auf dem Programm, richtig Fahrt nahm das Rennen dabei im letzten Drittel auf, als sich nach mehreren Attacken immer wieder neue Gruppen bildeten. 27 Kilometer vor dem Ende fuhr Remco gemeinsam mit Ciccone und dem späteren Dritten Anthon Charmig sowie Alessandro Pinarello zum Führenden Alberto Bettiol nach vorne.
Eine Verfolgergruppe konnte den Rückstand, der lange bei rund 20 Sekunden lag, nie schließen. Gemeinsam mit Ciccone und Charmig ging Remco dann in den Schlussanstieg. Während der Däne gleich zu Beginn passen musste, blieb Ciccone am Hinterrad. Im finalen Sprint zog er dann aber den Kürzeren.

Für Remco war der Sieg in Quebec der erste in Nordamerika. Damit komplettierte er seine Erfolgsliste auf der Weltkarte, nachdem er zuvor bereits Siege in Europa, Australien, Asien, Afrika und Südamerika feiern konnte.
Am Sonntag steht beim Schwesterrennen in Montreal die Generalprobe für das Straßenrennen der Weltmeisterschaften auf dem Plan, das genau zwei Wochen später ausgefahren wird. Am Sonntag dazwischen wartet das WM-Einzelzeitfahren.

„Im ersten Teil des Rennens hatte ich nicht wirklich ein gutes Gefühl. Aber zum Glück habe ich am Ende wieder die richtige Kraft in den Beinen gefunden, sodass ich im Sprint gewinnen konnte. Ich bin also sehr glücklich. Eine Runde, nachdem wir uns abgesetzt haben, hatten wir einen schönen Vorsprung. An der letzten Steigung fehlte mir die nötige Explosivität, um die beiden anderen wirklich abzuhängen, aber ich bin weitergefahren und hatte Vertrauen in meinen Sprint – und es war die richtige Entscheidung, in den Sprint zu gehen.
Nach einer längeren Pause ist es immer nicht ganz einfach, wieder in den Rhythmus zu kommen, besonders wenn es dann gleich ein so schweres Rennen ist. Sonntag kommt jetzt der nächste Schritt. In den nächsten zwei Wochen warten viele große Aufgaben.“
— Remco Evenepoel