
Foto Anita + Richard Henninger
1 Koch Franziska FDJ United-SUEZ 800 03:30:16
2 Vos Marianne Team Visma | Lease a Bike 640 + 00
3 Ferrand-Prevot Pauline Team Visma | Lease a Bike 520 + 06
4 Kopecky Lotte Team SD Worx-Protime 440 + 01:30
5 Jastrab Megan UAE Team ADQ 360 + 01:30
6 Wiebes Lorena Team SD Worx-Protime 280 + 02:20
7 Kool Charlotte Fenix-Premier Tech 240 + 02:20
8 Gillespie Lara UAE Team ADQ 200 + 02:20
9 Sierra Arlenis Movistar Team 160 + 02:20
10 Brand Lucinda Lidl-Trek 135 + 02:20
11 Gery Célia FDJ United-SUEZ 110 + 02:20
12 Backstedt Zoe CANYON//SRAM zondacrypto 95 + 02:20
13 Goossens Marthe AG Insurance-Soudal Team 85 + 02:20
14 Georgi Pfeiffer Team Picnic PostNL 65 + 02:20
15 Kopecky Julia Team SD Worx-Protime
Koch schlägt Vos und gewinnt als erste Deutsche Paris-Roubaix
(rsn) – Als erste Deutsche hat Franziska Koch (FDJ – United Suez) Paris-Roubaix Femmes (1.UWT) gewonnen. Nach einem überragenden Auftritt erreichte die Deutsche Meisterin gemeinsam mit Marianne Vos und Vorjahressiegerin Pauline Ferrand-Prévot (beide Visma – Lease a Bike) die altehrwürdige Radrennbahn in Roubaix.
Dort rang Koch nach insgesamt 143,1 Kilometern von Denain nach Roubaix die sprintfeste Vos mit knappem Vorsprung nieder und feierte den größten Erfolg in ihrer Karriere. Sechs Sekunden später trudelte Ferrand-Prévot als Dritte in Ziel.
Auf den Plätzen vier und fünf überquerten Lotte Kopecky (SD Worx – Protime) und Megan Jastrab (UAE ADQ) mit einem Rückstand von je 1:30 Minuten die Ziellinie. Beide hatten noch versucht, die Kopfgruppe, die sich nach 100 Rennkilometern entscheidend absetzen konnte, einzuholen – doch war das Duo viel zu spät losgefahren, als dass es den Spitzenreiterinnen noch hätte gefährlich werden können.
Diese hatten 19 Kilometer vor dem Ziel die Ungarin Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime) abgeschüttelt und sich in den verbleibenden Minuten bis zum Ziel einen packenden Kampf geliefert. Dabei widerstand Koch nicht nur den Attacken der Visma-Frauen, sondern ging selber vor allem auf den Kopfsteinpflasterabschnitten auch immer wieder in die Offensive, um ihre Gegnerinnen in Bedrängnis zu bringen. Zwar konnte sich die 25-Jährige dabei nicht absetzen, im Zielsprint verfügte Koch dann aber über die größten Reserven.
“Das ist kaum zu glauben. Ich habe natürlich davon geträumt und gehofft, dass es mal klappt. Roubaix ist ein Rennen, in dem alles passieren kann. Am Ende hat es geklappt und das ist wie ein Traum“, kommentierte die strahlende Koch im Flash-Interview den bisher erst vierten Sieg ihrer Profikarriere, den sie clever vorbereitet hatte. “Mir ist es gelungen, mich aus allen Problemen rauszuhalten, in den Pavé-Sektoren war ich immer in den Top Ten. Nach Mons-en Pévèle wollten wir das Rennen schwer machen. Das hat dann mit einem perfekten Move geendet, würde ich sagen“, fügte Koch lachend an.
Die Konstellation gegen das Visma-Duo empfand sie nicht unbedingt als negativ. “Gegen zwei Fahrerinnen aus ein und demselben Team ist es einerseits eine Herausforderung, andererseits kann man davon auch etwas profitieren, weil ich so nicht unbedingt arbeiten muss. Ich habe dann aber versucht, sie loszuwerden. Am Ende musste ich es auf den Sprint ankommen lassen und das hat funktioniert“, ließ die Siegerin rundum glücklich am Ende ihren Emotionen freien Lauf. “Ich dachte: Jetzt bist du so nahe dran, jetzt musst du gewinnen, es gab keine andere Option. Ich habe gemerkt, wie Vos aufkam, konnte aber am Ende etwas mehr beschleunigen. In der ersten Ausgabe wurde ich hier Siebte, von da an mochte ich dieses Rennen und wusste, dass ich es eines Tages gewinnen wollte. Und dieser Tag ist heute.“
Vos: “Wollte es vollenden, aber Koch war unglaublich“
Dagegen verpasste die 38-jährige Vos trotz der immensen Unterstützung ihrer Teamkollegin Ferrand-Prévot ihrerseits den ersten Sieg in Roubaix, wo sie bereits bei der Premiere 2021 Zweite geworden war. „Es ist natürlich fantastisch, hier mit den Gefühlen der letzten Wochen mit im Finale zu sein“, sagte Vos, deren Vater kürzlich verstorben war, im Interview mit Eurosport. “Ich wollte es natürlich vollenden, aber Koch war unglaublich. Sie war einfach stärker. Wenn ich gewusst hätte, wie stark sie heute ist, hätten wir vermutlich ein paar Dinge anders gemacht. Wir wussten aber, dass sie in einem harten Finale sehr stark sein kann“, lobte die knapp Geschlagene ihre deutsche Konkurrentin, die sich im Sprint überraschend als die Bessere erwies. “Nach all ‚den Pavé-Sektoren ging es darum, wer die besten Beine übrighatte. Und offensichtlich war ich es nicht.“
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