Red Bull – BORA – hansgrohe bereit für Vuelta und drei Wochen voller Chancen
Das Team geht mit einem vielseitigen Aufgebot und Ambitionen in den unterschiedlichsten Rennsituationen in die Spanienrundfahrt.
Primož Roglič, Finn Fisher-Black, Jordi Meeus, Gianni Moscon, Callum Thornley, Luke Tuckwell, Gianni Vermeersch und Frederik Wandahl werden am 22. August in Monaco am Start stehen. Das Aufgebot vereint Grand-Tour-Erfahrung, Sprintstärke, Kletterqualitäten und taktische Vielseitigkeit.
Sven Vanthourenhout, Sportlicher Leiter, sagt: „Unser Hauptziel ist es, eine Etappe zu gewinnen – und hoffentlich mehr als eine, wenn sich die Chancen dazu bieten. Unser zweites großes Ziel ist die Gesamtwertung mit Primož. Wir müssen aber realistisch bleiben, denn seine Vorbereitung verlief nach seinem Sturz ganz anders, als wir ursprünglich erwartet hatten. Wir werden die Situation Schritt für Schritt beurteilen. Wir werden ihn dabei unterstützen, das bestmögliche Ergebnis in der Gesamtwertung zu erzielen, müssen aber auch bereit sein, unsere Ziele gegebenenfalls anzupassen.“
Ein besonnener Ansatz mit Roglič
Nur wenige Fahrer haben eine so besondere Beziehung zur Vuelta wie Roglič. Mit seinen vier Gesamtsiegen ist er gemeinsam mit Roberto Heras Rekordsieger des Rennens. Doch die Erfolge der Vergangenheit zählen für die 81. Austragung des Rennens nicht. Stattdessen werden die ersten Tage ein klareres Bild davon vermitteln, was möglich ist.
„Ich habe sehr gute Erinnerungen an die Vuelta und fahre dort immer sehr gerne“, sagt Roglič. „Sie viermal zu gewinnen, ist schon etwas, das ich mir nie hätte vorstellen können. Deshalb möchte ich mir keinen zusätzlichen Druck machen. Wir werden von Tag zu Tag schauen, als Team alles geben und versuchen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ich freue mich darauf.“
Verschiedene Wege zum Etappenerfolg
Um Etappensiege werden auch Meeus und Fisher-Black fahren. „Jordi wird in den Sprints seine eigenen Chancen bekommen, gleichzeitig wird er sich aber auch voll in den Dienst des Teams stellen“, sagt Vanthourenhout. „Wir wollen ihm Möglichkeiten zum Sprinten geben und gleichzeitig sicherstellen, dass alles zu unseren übergeordneten Zielen passt.“
Fisher-Black eröffnet der Mannschaft andere Möglichkeiten. Der Neuseeländer bestreitet seine dritte Vuelta und bringt die Qualitäten mit, um dann Akzente zu setzen, wenn das Rennen schwerer zu kontrollieren ist: in Ausreißergruppen und selektiven Finals. „Wir wollen, dass Finn offensiv fährt, sich Chancen erarbeitet und sie nutzt, wenn sie sich bieten“, sagt Vanthourenhout.
Fisher-Black selbst ergänzt: „Ich habe das Gefühl, in guter Form ins Rennen zu gehen und würde gerne auf Etappensiege fahren. Ich fahre die Vuelta immer sehr gerne, deshalb freue ich mich sehr, wieder dabei zu sein.“
Die erste Grand Tour für Tuckwell und Thornley
Für Luke Tuckwell und Callum Thornley bedeutet die Vuelta Neuland. Beide geben ihr Grand-Tour-Debüt. Für sie wird es vor allem darum gehen, sich an die besonderen Anforderungen einer dreiwöchigen Landesrundfahrt anzupassen und ihre Ausdauer unter Beweis zu stellen.
„Bei einer ersten Grand Tour gibt es so viele Unbekannte, dass ich mir kein konkretes Ergebnis als Ziel setzen möchte“, sagt Tuckwell. „Ich möchte das Rennen beenden, so viel wie möglich lernen und ein guter Teamkollege sein, wann immer ich gebraucht werde.“
Auch Thornley wird den Fokus auf seine Entwicklung legen, gleichzeitig aber die Freiheit haben, in Ausreißergruppen zu gehen, wenn sich die richtige Gelegenheit bietet. Auch das zweite Einzelzeitfahren ist eine Etappe, auf der seine Stärken besonders zum Tragen kommen könnten.
Erfahrung im Team
Gianni Vermeersch und Gianni Moscon bringen Erfahrung ins Aufgebot. Vermeersch wird auf der Straße eine Führungsrolle übernehmen, schwierige Rennsituationen einschätzen und die Gruppe mit seiner Erfahrung führen, gleichzeitig aber auch selbst offensiv fahren können. Moscons Aufgaben werden stärker auf die Unterstützung von Roglič ausgerichtet sein, insbesondere auf flachen und technisch anspruchsvollen Etappen, auf denen Positionierung, Antizipation und Kontrolle ebenso entscheidend sein können wie Kletterstärke.
Frederik Wandahl komplettiert das Aufgebot und sorgt für zusätzliche taktische Vielseitigkeit. „Wir freuen uns sehr, Frederik im Team zu haben“, sagt Vanthourenhout. „Er hat ein sehr gutes taktisches Rennverständnis. Das wollen wir nutzen. Sei es, um in Ausreißergruppen zu gehen, Chancen zu ergreifen oder das Team zu unterstützen. Die Teilnahme an einer Grand Tour ist für ihn außerdem eine großartige Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln.“
Für die kommenden drei Wochen gibt es kein Rezept. Insgesamt will das Team flexibel bleiben: Etappensiege anvisieren, Rogličs Ambitionen in der Gesamtwertung im Verlauf des Rennens immer wieder neu bewerten und die Vielseitigkeit des Aufgebots entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Tages einsetzen. Für die jüngeren Fahrer bietet sich zugleich die Chance, den besonderen Rhythmus einer Grand Tour kennenzulernen und im Idealfall stärker in Granada anzukommen, als sie in Monaco gestartet sind.
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Stefan Flessner
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