Sylvain Chavanel: „Ich habe nicht nachgegeben“

Alexander Kristoff (Katusha) fand heute die meisten Reserven, um sich den Sieg im Massensprint der 12. Etappe der 101. Tour de France zu sichern. Das Maillot Jaune bleibt nach morgen auf den Schultern von Vincenzo Nibali. IAM Cycling versuchte im Finale zusammen mit Heinrich Haussler im Sprint mitzumischen, dieser schaffte es aber nicht über den 17. Etappenrang hinaus. Der australischen Puncher war im Finale leider plötzlich auf sich alleine gestellt, als Sylvain Chavanel 3 km vor dem Ziel mit André Greipel kollidierte und zu Fall kam.

Nach dem Rennen äusserte sich der französische Zeitfahrmeister zum Zwischenfall und weigerte sich, die Verantwortung für den Sturz auf sich zu nehmen. „Es hatte ganz einfach zu wenig Platz und es konnte nicht einfach jeder fahren wo er wollte. Es kommt drauf an, wer als letzter bremst und ich bin nicht bereit, alles zu riskieren, denn ich bin kein Sprinter. Dennoch bin ich auch ein Fahrer, der bei Ankünften von dieser Sorte vorne mitfahren kann. Schlussendlich gab es nur einen kleinen Blechschaden mit keinen ernsten Folgen. Das ist halt einfach ein Teil des Radsports. Und nach dem Rennen haben wir uns mit André Greipel ausgesprochen. Er war natürlich nicht ganz glücklich und das habe ich auch zu ihm gesagt. Ich habe nicht einfach nachgegeben, nur weil er auf meine Schuld bestanden hatte. Er wollte halt einfach irgendwie seinen Frust loswerden. Sie wissen, dass ich ein anständiger Rennfahrer bin und keinem etwas schlechtes will. Und in meinem Fall ist zum Glück bis auf ein paar Verbrennungen nichts schlimmes passiert.

Zur gleichen Zeit wie der Etappensieger überquerte Jérôme Pineau an 49. Stelle den Zielstrich und dieser verteidigte seinen Freund und Zimmergenossen, bevor er über die Etappe sprach: „Wenn es jemanden gibt im Feld der niemandem etwas Böses will, dann ist es Sylvain. Er macht seine Arbeit sehr gewissenhaft und wenn die Sprinter wollen, dass wir im Sprint nicht mitmischen sollen, dann sollen sie uns das doch sagen. Dann steigen wir vor dem Ziel vom Velo. Ansonsten war es heute das erste Mal so richtig heiss. Bereits nach 30 Minuten waren die Bidons richtig warm und wir mussten zum Auto zurück, um frische Getränke zu holen. Und auf einer Etappe wie heute, wo die Strassen unbekannt sind, braucht es eine Menge an Energie. Die Wärme wird auch weiterhin bleiben und anstrengend werden für uns. Aber das ist ja für alle gleich. Und beklagen werden wir uns erst recht nicht, denn wir wissen auch wie unangenehm dass es bei Regen und Kälte sein kann. Vor allem in den Bergen ist es dann wichtig, darauf zu achten, dass man nicht dehydriert. Aber mit der Unterstützung der Zuschauer und ein wenig frischer Luft werden wir das Ding schon schaukeln.“

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