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109. Giro d’Italia – 10. Etappe: Viareggio – Massa – ITT – 42 Km


Plomi Foto

1 GANNA Filippo ITA Netcompany INEOS Cycling Team 00:45:53
2 ARENSMAN Thymen NED Netcompany INEOS Cycling Team 01:54

3 CAVAGNA Remi FRA Groupama-FDJ United 01:59
4 BAX Sjoerd NED Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 02:04
5 GEE-WEST Derek CAN Lidl-Trek 02:16
6 WALSCHEID Max GER Lidl-Trek 02:17
7 PRICE-PEJTERSEN Johan DEN Alpecin-Premier Tech 02:29
8 BJERG Mikkel DEN UAE Team Emirates-XRG 02:33
9 MILESI Lorenzo ITA Movistar Team 02:40
10 LARSEN Niklas DEN Unibet Rose Rockets 02:42
11 O’CONNOR Ben AUS Team Jayco-AlUla 02:42
12 DE LA CRUZ David ESP Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 02:52
13 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 03:00
14 BARTA William USA Tudor Pro Cycling Team 03:02
15 STORER Michael AUS Tudor Pro Cycling Team 03:05
16 SEGAERT Alec BEL Bahrain Victorious 03:05
17 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 03:11
18 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 03:18
19 LEKNESSUND Andreas NOR Uno-X Mobility 03:24
20 ZUKOWSKY Nickolas CAN Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 03:29

Gesamtwertung nach der 10. Etappe

1 EULALIO Afonso POR Bahrain Victorious 39:40:34
2 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 00:27
3 ARENSMAN Thymen NED Netcompany INEOS Cycling Team 01:57
4 GALL Felix AUT Decathlon CMA CGM Team 02:24

5 O’CONNOR Ben AUS Team Jayco-AlUla 02:48
6 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 03:06
7 STORER Michael AUS Tudor Pro Cycling Team 03:28
8 GEE-WEST Derek CAN Lidl-Trek 03:34
9 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 03:36
10 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 04:16
11 RONDEL Mathys FRA Tudor Pro Cycling Team 04:45
12 PIGANZOLI Davide ITA Team Visma | Lease a Bike 05:27
13 BERNAL Egan COL Netcompany INEOS Cycling Team 05:39
14 CARUSO Damiano ITA Bahrain Victorious 06:11
15 DE LA CRUZ David ESP Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 06:37
16 SCARONI Christian ITA XDS Astana Team 06:59
17 HARPER Chris AUS Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 07:22
18 HIRT Jan CZE NSN Cycling Team 07:47
19 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 08:00
20 ARRIETA Igor ESP UAE Team Emirates-XRG 08:53

Ganna holt Zeitfahren, Eulalio noch in Rosa

Mit extrem großen Abstand gewann Filippo Ganna (Netcompany) die 10. Etappe des Giro d’Italia 2026, die als dessen einziges Einzelzeitfahren in Ligurien zwischen Viareggio und Massa ausgetragen wurde. Der 29-jährige Italiener benötigte für die 42 Kilometer 45:53 Minuten und war damit 1:54 schneller als sein Teamkollege Thymen Arensman, der den 2. Platz belegte und unter den Klassementfahrern am schnellsten war. Von denen knabberte Top-Favorit Jonas Vingegaard (Visma) weiter am Vorsprung des Gesamtführenden Eulalio (Bahrain), der aber das Rosa Trikot ein weiteres Mal behielt.

Vingegaard verlor glatte 3 Minuten auf Ganna und war damit überraschend langsamer als ein paar andere Klassementfahrer. Zwischen ihm und Arensman platzierten sich außerdem Gee-West (Lidl) und O’Connor (Jayco) und nur knapp hinter ihm Storer (Tudor). Das dürfte Vingegaard aber wenig stören. Denn der einzige Fahrer, der in den Bergen bisher zumindest Sichtweite halten konnte, wurde 4:22 langsamer als Ganna gestoppt, womit sich Galls Abstand zu Vingegaard in der Gesamtwertung ungefähr verdoppelte.

Arensman vorbei an Gall auf Podestplatz

Afonso Eulalio verlor in seinem Rosa Trikot knapp 5 Minuten auf Ganna und damit 2 auf Vingegaard. Er rettete damit 27 Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung. Exakt 1:30 hinter Vingegaard verdängte Arensman um 27 Sekunden Gall vom Podest. Einen Satz nach vorne machten O’Connir von 8 auf 5, Storer von 10 auf 7 und Gee-West von 6 auf 3.

Die 2 Tage zuvor, also vor dem Ruhetag am Berg enttäuschenden Hindley und Pellizzari (Red Bull) konnten im Zeitfahren weder einen Befreiungsschlag noch einen weiteren Tiefschlag verzeichnen. Beide verloren ein paar weitere Sekunden auf Vingegaard. Hindley musste mit Arensman und O’Connor gleich 2 Fahrer in der Gesamtwertung vorbeiziehen lassen. Pellizzari blieb auf dem 9. Platz. Größter Verlierer aus den Top-Ten war der bisherige Überraschungsmann Rondel (Tudor), der aufgrund des schwachen Zeitfahrens vorübergehend eben diesen Top-Ten-Platz räumen musste.

Das für den Etappensieg favorisierte Zeitfahre-Ass Ganna war bei allen 3 Zwischenzeiten am schnellsten. Um den 2. Platz lieferten sich Arensman und Rémi Cavagna (Groumapa) ein enges und abwechslungsreiches Duell, bei dem Thymen Arensman am Ende um 5 Sekunden die Nase vorn hatte. Weitere 5 Sekunden hinter Cavagna landete Sjoerd Bax (Pinarello) auf dem 4. Platz.

Auf dem 5. Platz folgte dann schon Derek Gee-West, der damit einen großen Sprung mitten in die Top-Ten der Gesamtwertung machte. Sein Teamkollege Max Walscheid (auch Lidl) kam auf den 6. Platz und saß einige Zeit auf dem heißen Stuhl des zwischenzeitlich Führenden. Denn Walscheid war schon als 4. Starter auf die Strecke gegangen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Straßen auf den ersten Kilometern noch ein paar Stellen nass.

109. Giro d’Italia – 9. Etappe: Cervia – Corno alle Scale – 184 Km

Vingegaard, Gall zementieren Überlegenheit

Die zweite Bergankunft beim Giro d’Italia 2026 hatte ganz vorne den gleichen Ausgang wie 2 Tage zuvor: Jonas Vingegaard (Visma) gewann nun auch die 9. Etappe in Corno alle Scale. Der Däne hatte im Ziel 12 Sekunden Vorsprung vor Felix Gall (Decathlon). Dahinter geriet der Vorsprung größer. Die Vorzeichen waren insofern diesmal umgekehrt, dass Gall die Gruppe der Klassementfahrer mit einer Attacke sprengte. Vingegaard ging mit und schüttelte den Österreicher trocken kurz hinter der Kilometermarke ab.

Zuvor hatte Galls Team den Tag über viel gearbeitet – und damit die Einholung der Spitzengruppe des Tages und zuletzt Giulio Ciccone (Lidl) überhaupt erst ermöglicht. So konnte Vingegaards Helfer Piganzoli Kräfte sparen und sogar 34 Sekunden hinterm Kapitän den 3. Platz vorm zeitgleichen Arensman (Netcompany) belegen. Bei Afonso Eulalio (Bahrain) verlieh das Rosa Trikot die viel zitierten Flügel, so dass er gegen stärker eingeschätzte Konkurrenz auf den 5. Platz fuhr.
Schlappe für Pellizzari und Hindley

Herbe die Flügel gestutzt wurde hingegen dem Duo aus Jay Hindley und Giulio Pellizzari (beide Red Bull), die bisher die nächstbesten Fahrer hinter Vingegaard und Gall zu sein schienen. Pellizzari musste schon vor Galls Attacke abreißen lassen und verlor anderthalb Minuten. Hindley begrenzte den Schaden als Tagesneunter auf 50 Sekunden. Vor ihm landeten außer den genannten Fahrern noch Derek Gee-West (Lidl), Matys Rondel (Tudor) und Sepp Kuss (Visma).

Ergebnis
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 4:20:21
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +0:12

3. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +0:34
4. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos gl.Zeit
5. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +0:41

6. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +0:45
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor gl.Zeit
8. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
9. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +0:50
10. Michael Storer (AUS) – Tudor gl.Zeit
11. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +0:57
12. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana
13. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché
14. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious
15. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5
16. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost alle
17. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos
18. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula gleiche
19. Jan Hirt (CZE) – NSN
20. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana Zeit
21. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +1:28
22. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora gl.Zeit

– 167 Fahrer klassiert.

Eulalio hält sich beeindruckend im Rosa Trikot

Vor dem zweiten Ruhetag und dem nachfolgenden einzigen Zeitfahren reduzierte sich Eulalios Führung in der Gesamtwertung vor Vingegaard auf 2:24 Minuten. Gall blieb auf dem 3. Platz mit nun 2:59 Minuten hinterm Rosa Trikot. Dahinter vergrößerte sich die Lücke zu Hindley, der inzwischen mehr als anderthalb Minuten Rückstand auf Gall aufbaute.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 38:49:44

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:24
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +2:59
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:32
5. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:43
6. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:00
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +5:01

8. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +5:03
9. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +5:15
10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:20
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +6:02
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +6:11
13. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:11
14. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:15
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:49
16. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +7:03
17. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +7:37
18. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +8:24
19. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +8:27
20. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +8:29
21. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +8:42

Die Findungsphase für die Spitzengruppe des Tages dauerte etwas länger, bis alle begriffen hatten, dass Ciccone (Lidl) um jeden Preis dabei sein wollte. Entsprechend ließ er erst sein Team nachfahren und füllte dann aus eigener Kraft die Lücke zu den zuvor ausgerissenen Geens (Alpecin), Marcellusi (Bardiani), Aerts (Lotto), Milesi, Rubio (beide Movistar), Naberman (Picnic), Bais (Polti), Løland (Uno-X), Ballerini und Ulissi (beide XDS).

Galls Team hielt die Ausreißer an der sehr kurzen Leine. So nahmen Ciccone & Co. nur einen bescheidenen Vorsprung von rund 2 Minuten mit ins Finale. 25 Kilometer vorm Ziel schälten sich Ciccone, Aerts, Milesi, Rubio, Ulissi und anfänglich auch Bais nach vorne heraus. Nach mehreren Attacken hatte Ciccone 7,5 Kilometer vorm Ziel auch seinen letzten Begleiter Einer Rubio endgültig abgehängt. Das Verfolgerfeld um die besten Klassementfahrer knabberte zunächst kaum Sekunden von Ciccones Vorsprung ab.

Das Blatt wendete sich jedoch zu Ungunsten von Ciccone, als Pellizzari erst am Ende der Favoritengruppe wackelte und dann innerhalb der letzten 4 Kilometer abreißen ließ. Galls Helfer drückten nun so richtig drauf, teilweise auch unterstützt vom Team Vingegaard. Als rund 2,5 Kilometer vorm Ziel Galls letzter Helfer Mühlberger verschlissen war, zündete Gall die Attacke, der einzige Vingegaard folgen konnte. Beide überholten Ciccone 1,7 Kilometer vorm Ziel. Deren erster Verfolger Thymen Arensman wurde kurz vor Schluss noch von Davide Piganzoli überholt.

109. Giro d’Italia – 8. Etappe: Chieti – Fermo – 156 Km

Narvaez jetzt auch solo erfolgreich

Jhonatan Narvaez (UAE) holte sich auf der 8. Etappe bereits seinen zweiten Tageserfolg im Rahmen des Giro d’Italia 2026. In den Marken distanzierte der Ecuadorianer im Hinterland der Adria 11 Kilometer vorm Ziel seine beiden Mitausreißer, Teamkollege Bjerg und Andreas Leknessund (Uno-X). Im Zielort Fermo gewann Narvaez 32 Sekunden vor Leknessund. Mikkel Bjerg wurde noch von einer großem Verfolgergruppe gestellt. Der 3. Platz ging so an Leknessunds Teamkollege Tjøtta. Hätte man das teamintern nur vorher gewusst, dann wäre Leknessund nicht mit den 2 gegnerischen Teamkollegen Narvaez und Bjerg mitgefahren. Konnte man aber nicht ernsthaft wissen.

Knapp 2 Minuten hinter Narvaez sprinteten aus dem stark geschrumpften Feld der besten Klassementfahrer Jai Hindley (Red Bull) und Jonas Vingegaard (Visma) minimal davon. Die beiden holten 2 Sekunden auf Bernal (Netcompany) und den Gesamtführenden Eulalio (Bahrain) heraus. Eine weitere Lücke hinter diesen beiden wurde nicht gewertet, so dass auch Gall (Decathlon) und Pellizzari (Red Bull) diese – wahrscheinlich unbedeutenden – 2 Sekunden einbüßten.

Ergebnis
1. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG 3:27:26

2. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X +0:32
3. Martin Tjøtta (NOR) – Uno-X +0:42
4. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana +0:44
5. Lorenzo Milesi (ITA) – Movistar gl.Zeit
6. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +0:48
7. Corbin Strong (NZL) – NSN +0:55
8. Juan Pedro Lopez (ESP) – Movistar gl.Zeit
9. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +0:58
10. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +1:00

12. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +1:02
16. Mikkel Bjerg (DEN) – UAE-XRG +1:12
23. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:51
24. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
25. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +1:53
26. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious alle
30. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora gleiche
33. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM Zeit

68. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:38
– 167 Fahrer klassiert.
DNF Jake Stewart (GBR) – NSN
DNF Fabio Christen (SUI) – Pinarello-Q36.5

Eulalios Vorsprung in der Gesamtwertung schrumpfte damit marginal auf 3:15 Minuten vor Vingegaard. Gall blieb mit 3:34 Minuten Rückstand auf dem 3. Platz. Als Momentaufnahme rückte der Tagessechste Christian Scaroni (XDS) vor auf den 4. Platz knapp vor Hindley und Pellizzari. Der bisherige Gesamtachte Ciccone (Lidl) verlor 6 Minuten und verabschiedete sich damit gewollt aus den vorderen Regionen der Gesamtwertung, um in Fluchtgruppen zu dürfen.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 34:28:42

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:15
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +3:34
4. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:18
5. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:23
6. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +4:28

7. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +4:32
8. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:56
9. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:07

10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:11
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +5:31
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +5:40
13. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +5:54
14. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:10
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:18
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:22
17. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +6:32
18. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +6:41
19. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:59
20. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +7:12

Mit den flachen ersten 2 Etappendritteln und dem hüglig-steilen Schlussdrittel war die 8. Etappe prädestiniert für Ausreißern. Das dachten sich offensichtlich viele Teams und Fahrer auch, so dass es 80 Kilometer dauerte, bis 76 Kilometer vorm Ziel das entscheidende Trio entstand, als Bjerg attackiert hatte und sein Teamkollege Narvaez und Leknessund hinzukamen.

Zuvor scheiterten reihenweise Fluchtversuche, ein Großteil davon in Verfolgung eines Duos aus Ganna (Netcompany) und Bettiol (XDS). Die beiden bekamen über fast 50 Kilometer hinweg nur maximal eine halbe Minute Vorsprung zugesatanden und wurde 103 Kilometer vorm Ziel wieder gestellt.

Mehrere erfolglose Attacken später schaffte es dann erstaunlicherweise ein ungleich besetztes Trio. In der Folgezeit teilte sich noch das Hauptfeld mit Hindley und Eulalio im vorderen Teil und Vingegaard im hinteren, was recht schnell behoben war. 63 Kilometer vorm Ziel löste sich eine mehr als 30-köpfige Verfolgergruppe um Tjøtta und Scaroni.

Diese Gruppe konnte zwar dem Hauptfeld zwischenzeitlich 2 Minuten davonfahren, kam aber nur maximal knapp eine Minute an das Spitzentrio heran. Das Trio vergrößerte sogar seinen Vorsprung auf 2 Minuten gegenüber der großen Verfolgergruppe und fast 4 vorm Hauptfeld, als Narvaez am vorletzten Anstieg attackierte. Seinen Teamkollegen Bjerg stellte es sofort auf. Leknessund kam nach einem Kilometer noch einmal heran, ehe sich Narvaez prompt wieder und endgültig löste.

109. Giro d’Italia – 7. Etappe: Formia – Blockhaus – 244 Km

Wie erwartet gewann Jonas Vingegaard (Visma) die 7. Etappe des Giro d’Italia 2026, die mit dessen erster Bergankunft am Blockhaus endete.


Herbert Moos Foto

Alle anderen Klassementfahrer verloren eine Minute und mehr auf den 29-jährigen Dänen – mit einer Ausnahme:
Felix Gall (Decathlon) überquerte die Ziellinie in den Abruzzen nur 13 Sekunden hinter Vingegaard.
Das erste Verfolgertrio der Top-2 führte Ex-Giro-Sieger Hindley (Red Bull) mit 62 Sekunden Rückstand über die Linie, leicht abgesetzt vor seinen Teamkollegen Pellizzari sowie Ben O’Connor (Jayco).

Als Vingegaard am 13,6 Kilometer langen Schlussanstieg 5,5 Kilometer vorm Ziel attackierte, versuchten nur noch Pellizzari und Gall mitzukommen. Pellizzari blieb tatsächlich für einen Kilometer am Hinterrad, platzte dann aber ab. Gall hingegen ließ sofort vom Versuch ab, verlor dann mit seinem eigenen Tempo kaum noch auf Vingegaard und flog förmlich bei der 4-Kilometer-Marke an Pellizzari vorbei.
Dieser wiederum wurde von seinem Co-Kapitän Hindley und O’Connor eingesammelt. Der Nächstbeste im Ziel war überraschend Mathys Rondel (Tudor).

Ergebnis
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 6:09:15
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +0:13
3. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:02
4. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +1:05

5. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula gl.Zeit
6. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +1:29
7. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +1:40
8. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +1:42
9. Michael Storer (AUS) – Tudor +1:44
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos gl.Zeit
11. Jan Hirt (CZE) – NSN +2:13
12. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 gl.Zeit
13. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +2:42
14. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +2:55
15. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious gl.Zeit
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
17. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +2:57
18. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike alle
20. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM gleiche
21. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos Zeit


26. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +4:29
27. Jefferson Cepeda (ECU) – EF Education-Easypost +4:31
28. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:44
31. Enric Mas (ESP) – Movistar +5:47
33. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +6:15

Afonso Eulalio (Bahrain) im Rosa Trikot verlor am Blockhaus fast 3 Minuten und damit ungefähr die Hälfte seines Vorsprungs in der Gesamtwertung gegen Vingegaard. Der haushohe Top-Favorit auf den Gesamtsieg sprang vor auf den 2. Platz mit nun 3:17 Minuten hinter Eulalio, Gall entsprechend auf den 3. Platz auf 3:43. Auch die Plätze dahinter gestalteten sich ungefähr entsprechend des Tagesresultats, weil außer Eulalio alle Nicht-Klassementfahrer ihre vorderen Platzierungen in der Gesamtwertung einbüßten.

Interessanterweise landeten bei den teaminternen Doppelspitzen am Blockhaus Hindley minimal vor Pellizzari, Rondel minimal vor Storer und Arensman (Netcompany) über eine Minute vor Bernal. Die Reihung hätte man vor dem Giro eher andersherum gewettet.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 30:59:23

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:17
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +3:34
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:25
5. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +4:28

6. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +4:32
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:56
8. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +4:57
9. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:07
10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:11
11. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +5:23
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +5:40
13. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:10
14. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +6:11
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:18

16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:22
17. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +6:24
18. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +6:24
19. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +6:41

27. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +9:04

Kurz nach dem Start der 7. Etappe attackierte Jonathan Milan (Lidl), der bisher bei diesem Giro nichts gebacken bekam, obwohl er als großer Favorit für die Massensprint sangereist war. Angesichts der Distanz dieser mit Abstand längsten Etappe (244 Kilometer) und des hinterher bergigen Profils machte das nicht wirklich Sinn, abgesehen von Frustbewätigung und vom Zwischensprint, um den bereits riesigen Rückstand auf Magnier (Soudal) um mickrige 12 Punkte zu verkürzen.

Zu Milan gesellten sich van der Lee (EF), Naberman (Picnic), Sevilla (Polti) und mit etwas Verzögerung Zukowsky (Pinarello). Fürs Rosa Trikot war keiner aus dem Quartett eine Gefahr. Trotzdem kontrollierte das Team des Gesamtführenden Eulalio den Rückstand zunächst auf 6 Minuten. Dann stiegen über 160 Kilometer vorm Ziel Vingegaards Männer mit ein. Den Zwischensprint gewann natürlich Milan, der dann rund 100 Kilometer vorm Ziel aus der Spitzengruppe zurückfiel knapp 20 Kilometer später vom Hauptfeld eingeholt wurde.

Der erste längere Anstieg hatte nun begonnen. Oben sprang Diego Sevilla 78 Kilometer vorm Ziel kurz aus dem Spitzenquartett heraus, um sich die Bergpunkte zu sichern. Die Führung in der Bergwertung ums Blaue Trikot, die er seit Tag 1 innehatte, verlor Sevilla aber am Ende trotzdem um einen Punkt an Vingegaard. Die überladene Punktezahl im Ziel machte es möglich.

In dieser Rennphase regnete es etwas, aber längst nicht so schlimm wie schon 2 Tage zuvor gesehen. Der Vorsprung der Spitzengruppe sank bis zum Schlussanstieg auf 2:30 Minuten, womit an ein Durchkommen vor Vingegaard nicht mehr zu denken war. Abgesehen davon hatte sich der stärkste Bergfahrer aus der Gruppe, Sevilla, in einem Kreisverkehr versteuert und fuhr der Gruppe hinterher.

12 Kilomter vorm Ziel ging Zukowsky zuerst über den Bonussprint vor van der Lee. Diese beiden wurde dann auch als letzte Ausreißer gestellt, als noch knapp 8 Kilometer zu fahren waren. Das Hauptfeld wurde von Pellizzaris und Hindleys Helfern in den Schlussanstieg geführt, ehe dann doch Vingegaards Helfer übernahmen. Die schleichende Auslese war bereits weit fortgeschritten, als nur noch der treueste Helfer Sepp Kuss übrig war. Eulalio konnte sich allerdings bis kurz vor Vingegaards Attacke sogar dort halten. Dann machte der Däne Ernst und komplettierte bei seinem Giro-Debüt schon einmal seine Sammlung an Etappensiegen bei allen 3 Grand-Tours.

109. Giro d’Italia – 6. Etappe: Paestum – Napoli – 141 Km

Neapel-Stürze mit Ansage, Ballerini staubt ab

Der Giro-Veranstalter provozierte das Sturz-Fiasko in der späten Pfaster-Serpentine von Neapel und bekam es! Bei der Massenankunft am Ende der 6. Etappe kamen in Front nur Davide Ballerini (XDS) und Jasper Stuyven (Soudal) durch die letzte Doppelkurve. Neben und hinter ihnen knallten die Fahrer mit Ansage aufs rutschige Pflaster, und dahinter staute es sich. So kam der 31-jährige Italiener Ballerini zu seinem ersten Grand-Tour-Tagessieg, weil er es vor Stuyven durchzog.

Abgeschlagen hinter dem Duo und mit weiterem Abstand nach hinten belegte der zweifache Tagessieger Paul Magnier (auch Soudal) den 3. Platz, obwohl er länger aufgehalten wurde als beispielsweise Plowright (Alpecin) oder Turner (Netcompany), die auf den nächsten Plätzen einkamen. Den Sturzreigen eröffnete Dylan Groenewegen (Unibet) und sein Anfahrer, die als erste in den U-Turn 400 Meter vorm Ziel gingen – und gleich zu Boden krachten. Von dem einsetzenden Domino-Effekt war auch der somit weiterhin sieglose Sprintfavorit Milan (Lidl) betroffen.

Ergebnis


Plomi Foto

1. Davide Ballerini (ITA) – XDS-Astana 3:19:30
2. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step
3. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step
4. Jensen Plowright (AUS) – Alpecin-Premier Tech alle
5. Ben Turner (GBR) – Netcompany-Ineos
6. Alec Segaert (BEL) – Bahrain Victorious
7. Luca Mozzato (ITA) – Tudor gleiche
8. Filippo Magli (ITA) – Bardiani-CSF
9. Enrico Zanoncello (ITA) – Bardiani-CSF
10. Casper van Uden (NED) – Picnic-PostNL Zeit
– 169 Fahrer klassiert.
DNS Felix Engelhardt (GER) – Jayco-Alula

An der Spitze der Gesamtwertung gab es mal keinen Wechsel. Afonso Eulalio (Bahrain) behielt das Rosa Trikot mit unverändert großem Vorsprung. Vor der ersten großen Bewährungsprobe am Blockhaus sind noch 14 Fahrer in einer Zeit mit dem Top-Favoriten Vingegaard und 12 Fahrer – teils ohne Klassement-Aussichten – davor.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 24:47:13
2. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +2:51
3. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +3:34

4. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +3:39
5. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +5:17
6. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:12
7. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:16
8. Florian Stork (GER) – Tudor +6:16
9. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:16
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +6:18
11. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +6:18

12. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +6:20

109. Giro d’Italia 2026 5. Etappe

5. Etappe: Praia a Mare – Potenza – 203 Km

Arrieta und Eulalio frieren sich im Regen zu Sieg und Rosa

Igor Arrieta (UAE) gewann eine schwer verregnete 5. Etappe beim Giro d’Italia 2026. In einem unfassbar dramatischen Finale in der Basilikata sah Fluchtgefährte Afonso Eulalio (Bahrain) schon zweimal wie der sichere Sieger aus. Nach einem Sturz von Arrieta glitt auch Eulalio auf der triefend nassen Straßen aus. Anschließend bog Arrieta falsch ab, konnte Eulalio aber trotzdem noch auf der Zielgerade abfangen. Eulalio konnte sich mit der Eroberung des Rosa Trikots trösten.


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Für den 23-jährigen Spanier Arrieta war es der größte Erfolg der Karriere, ebenso für den ein Jahr älteren Eulalio. Die beiden stammten aus der frühen Spitzengruppe des Tages, aus der 4 weitere Fahrer vor der Gruppe der besten Klassementfahrer durchkamen. Von denen belegte Guillermo Silva (XDS) den 3. Platz. Die Plätze 7 bis 9 gingen an 3 Fahrer, die in der entscheidenden Phase aus dem Hauptfeld attackierten. Die nur 34 Fahrer zählende Gruppe ums Rosa Trikot und die Klassementfahrer erreichte mit über 7 Minuten Rückstand das Ziel.

Ergebnis
1. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG 5:07:51

2. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +0:02
3. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana +0:51
4. Lorenzo Milesi (ITA) – Movistar +1:29
5. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +1:30
6. Gianmarco Garofoli (ITA) – Soudal-Quick Step gl.Zeit
7. Koen Bouwman (NED) – Jayco-Alula +3:11
8. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +3:29
9. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +4:42
10. Ludovico Crescioli (ITA) – Polti-Visitmalta +7:13

27. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
28. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek gl.Zeit
– 170 Fahrer klassiert.
DNF Samuele Battistella (ITA) – EF Education-Easypost
DNF Joshua Giddings (GBR) – Lotto-Intermarché
DNF Timo de Jong (NED) – Picnic-PostNL
DNS Milan Menten (BEL) – Lotto-Intermarché

Giulio Ciccone (Lidl) verlor damit nach nur einem Tag das Rosa Trikot. Hier rächte sich, dass sein Team fast komplett auf Sprinter Milan ausgerechnet ist, der bisher bei diesem Giro nichts gewann. Allein konnte er gegen die Ausreißer die Gesamtführung natürlich nicht verteidigen – auf dieser nasskalten über 200 Kilometer langen 5. Etappe. Eulalio übernahm das Rosa Trikot 2:51 Minuten vor Arrieta. Ciccone fiel mit nun über 6 Minuten Rückstand auf den 6. Platz zurück.


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Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 21:27:43
2. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +2:51
3. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +3:34

4. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +3:39
5. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +5:17
6. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:12
7. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:16
8. Florian Stork (GER) – Tudor +6:16
9. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:16
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +6:18

Auf der Strecke und erst recht im Ziel schlotterten die Fahrer, durchgefroren von mehr als 5 Stunden in der Nässe und der Kälte, teilweise sogar bei Hagel. Und es ging gleich vom Start weg bergauf, so dass es für Sprinter und ähnlich gelagerte Fahrer der Tag noch länger wurde.

Entsprechend umkämpft war die Auswahl für die Spitzengruppe des Tages. Außer Arrieta und Eulalio gehörten dann Tarozzi (Bahrain), Rafferty (EF), Milesi, Rubio (beide Movistar), Turner (Netcompany), Garofoli (Soudal), Campenaerts (Visma), Tjøtta (Uno-X), Scaroni, Silva (beide XDS) und Arrietas Teamkollege Narvaez zu den 13 Ausreißern des Tages.

Innerhalb der letzten über 60 Kilometer stellte sich ein langer Anstieg in den Weg, mit anschließendem Hochplateau und abschließender Abfahrt. Bis dahin sah es gar nicht mal so aus, als könnte die Spitzengruppe durchkommen, weil das Hauptfeld nur unter 2 Minuten zurpcklag. Arrieta attackierte trotzdem 62 Kilometer vorm Ziel und fuhr maximal eine dreiviertel Minute Vorsprung vor seinen ehemaligen Mitausreißern heraus.

10 Kilometer später attackierte auch Eulalio und fuhr schon einen Kilometer zu Arrieta. Mit nur 1:11 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot war Eulalio der am zweitbesten platzierte Ausreißer in der Gesamtwertung. Rubio fehlten sogar nur 10 Sekunden. Er wurde jedoch bald nach den Attacken von Arrieta und Eulalio vom immer kleiner werdenden Hauptfeld gestellt.

Dann geschah das Unglaubliche: Das Hauptfeld war zu einer solch überschaubaren Gruppe geworden, dass kein Team mehr fuhr. Ciccone setzte sich isoliert von Helfern verzweifelt an die Spitze der Klassementbesten und konnte nicht retten, was nicht mehr zu retten war. Der Vorsprung nach vorne zu Arrieta und Eulalio wuchs auf 2, dann 3, dann 4 Minuten und sprang immer weiter in die Höhe trotz der folgenden Missgeschicke der beiden Spitzenreiter.

Rund eine Minute hinter den beiden waren noch Scaroni, Silva, Milesi und Garofoli unterwegs. Und 45 Kilometer vorm Ziel hatten aus dem Feld ums Rosa Trikot Raccagni Noviero (Soudal), Bouwman (Jayco) und Kulset (Uno-X) attackiert. Sie konnten sich zwar deutlich lösen, jedoch zur Spitze nichts mehr gutmachen.

Arrieta und Eulalio fuhren die Kurven trotz ihres Vorsprungs erstaunlich optimistisch an. 13,5 Kilometer vorm Ziel stürzte Arrieta in einer Linkskurve. 5 Kilometer später tat es ihm Eulalio gleich, so dass Arrieta wieder aufschließen konnte. Als noch 2 Kilometer zu fahren waren, bekam Arrieta die Kurve nicht und fuhr in eine falsche Straße, die erbärmlich schlecht abgesperrt war. Beide schmissen ihre letzten Körner auf die Straße – und an der 400-Meter-Marke war Arrieta tatsächlich wieder am neuen Träger des Rosa Trikots aus Portugal dran.

109. Giro d’Italia 2026 – 4. Etappe

4. Etappe: Catanzaro – Cosenza – 138 Km

1 NARVAEZ Jhonatan ECU UAE Team Emirates-XRG 03:08:46
2 AULAR Orluis VEN Movistar Team 00:00
3 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 00:00
4 TURNER Ben GBR Netcompany INEOS Cycling Team 00:00
5 PINARELLO Alessandro ITA NSN Cycling Team 00:00
6 EULALIO Afonso POR Bahrain Victorious 00:00
7 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 00:00
8 ULISSI Diego ITA XDS Astana Team 00:00
9 RACCAGNI NOVIERO Andrea ITA Soudal Quick-Step 00:00
10 VALGREN Michael DEN EF Education-EasyPost 00:00
11 STORK Florian GER Tudor Pro Cycling Team 00:00
12 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 00:00
13 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
14 SOBRERO Matteo ITA Lidl-Trek 00:00
15 CARUSO Damiano ITA Bahrain Victorious 00:00
DNF Kaden Groves (AUS) – Alpecin-Premier Tech
DNF Arnaud de Lie (BEL) – Lotto-Intermarché
DNS Wilco Kelderman (NED) – Visma-Lease a Bike

Gesamt:

1 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 16:18:51
2 CHRISTEN Jan SUI UAE Team Emirates-XRG 00:04
3 STORK Florian GER Tudor Pro Cycling Team 00:04
4 BERNAL Egan COL Netcompany INEOS Cycling Team 00:04
5 ARENSMAN Thymen NED Netcompany INEOS Cycling Team 00:06
6 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 00:06

7 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 00:10
8 MAS Enric ESP Movistar Team 00:10
9 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 00:10
10 HIRT Jan CZE NSN Cycling Team 00:10
11 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 00:10
12 ZANA Filippo ITA Soudal Quick-Step 00:10
13 CARUSO Damiano ITA Bahrain Victorious 00:10
14 RUBIO Einer COL Movistar Team 00:10
15 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:10

Narvaez siegt, Ciccone durch Boni Rosa

Jhonatan Narvaez (UAE) gewann in Potenza die 4. Etappe des Giro d’Italia in einem Massensprint ohne Sprinter. Aus dem stark dezimierten Hauptfeld überholte der Ecuadorianer auf der Zielgeraden Orluis Aular (Movistar) um mehr als 2 Radlängen. Hinter Aular landete Giulio Ciccone (Lidl) auf dem 3. Platz und eroberte durch Zeitgutschriften das Rosa Trikot des Gesamtführenden.

Das Team von Aular hatte den halben Tag lang gearbeitet und dadurch unterwegs am Berg alle Sprinter abgehängt. Innerhalb der letzten 2 Kilometer probierte sich Narvaez Teamkollege Jan Christen als Finisseur, wurde aber rund 400 Meter vorm Ziel wieder gestellt. Aular eröffnete den Sprint viel zu früh, konnte aber dennoch bis zur Linie Ciccone hinter ihm in Schach halten. Von Ciccones Hinterrad jedoch stürmte Narvaez zum klaren Sieg.

Die Tempoverschärfung durch Narvaez Team und Movistar über 50 Kilometer vorm Ziel am einzigen, dafür langen Berg des Tages kostete nicht nur die Sprinter den Anschluss, sondern auch den Gesamtführenden Guillermo Silva (XDS). So fuhr Florian Stork erst einmal virtuell im Rosa Trikot.

Den Bonussprint nur gut 12 Kilometer vorm Ziel gewann Christen für 6 Sekunden, gefolgt von Pellizzari (Red Bull) für 4 und Ciccone für 2. Damit lagen außer Stork 3 weitere Fahrer zeitgleich: Ciccone, Christen und der zwischenzeitlich abgehängte Bernal (Netcompany). Stork hatte weder beim Bonussprint noch beim Zielsprint die Beine für die Top-3. So übernah Ciccone das Rosa Trikot 4 Sekunden vor Christen, Stork und Bernal.

109. Giro d’Italia 2026 Etappen 1-3 in Bulgarien

1. Etappe: Nessebar – Burgas – 147 Km

1 MAGNIER Paul FRA Soudal Quick-Step 03:20:58
2 ANDRESEN LUIND Tobias DEN Decathlon CMA CGM Team 00:04
3 TAROZZI Manuele ITA Bardiani-CSF 7 Saber 00:04
4 VERNON Ethan GBR NSN Cycling Team 00:06
5 SEVILLA Diego ESP Team Polti VisitMalta 00:06
6 MORGADO António POR UAE Team Emirates-XRG 00:08
7 MILAN Jonathan ITA Lidl-Trek 00:10
8 MIHKELS Madis EST EF Education-EasyPost 00:10
9 LONARDI Giovanni ITA Team Polti VisitMalta 00:10
10 ACKERMANN Pascal GER Team Jayco-AlUla 00:10
11 GUDMESTAD Tord NOR Decathlon CMA CGM Team 00:10
12 WALSCHEID Max GER Lidl-Trek 00:10
13 VAN GESTEL Dries BEL Soudal Quick-Step 00:10
14 STUYVEN Jasper BEL Soudal Quick-Step 00:10
15 SOLER Marc ESP UAE Team Emirates-XRG 00:10

2. Etappe: Burgas – Veliko Tarnovo – 221 Km


Plomi Fotos

1 SILVA Thomas URU XDS Astana Team 05:39:25
2 STORK Florian GER Tudor Pro Cycling Team 00:00

3 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 00:00
4 SCARONI Christian ITA XDS Astana Team 00:00
5 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
6 SOBRERO Matteo ITA Lidl-Trek 00:00
7 LEKNESSUND Andreas NOR Uno-X Mobility 00:00
8 CHRISTEN Jan SUI UAE Team Emirates-XRG 00:00
9 TJØTTA Martin NOR Uno-X Mobility 00:00
10 RONDEL Mathys FRA Tudor Pro Cycling Team 00:00
11 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
12 ROMO Javier ESP Movistar Team 00:00

13 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 00:00
14 RUBIO Einer COL Movistar Team 00:00
15 PIGANZOLI Davide ITA Team Visma | Lease a Bike 00:00

3. Etappe: Plovdiv – Sofia – 175 Km

Paul Magnier mit 2 aus 3 beim Bulgarien-Weekend

Paul Magnier (Soudal) entschied auch den zweiten Massensprint beim Giro d’Italia 2026 und damit die 3. Etappe für sich. Der 22-jährige Franzose schlug Jonathan Milan (Lidl) und Dylan Groenewegen (Unibet) um jeweils ungefähr ein Vorderrad in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Das frühe Ausreißertrio des Tages wurde erst einen halben Kilometer vor Schluss gestellt.

1. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step 4:09:42
2. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek
3. Dylan Groenewegen (NED) – Unibet-Rose
4. Madis Mihkels (EST) – EF Education-Easypost alle
5. Matteo Malucelli (ITA) – XDS-Astana
6. Erlend Blirka (NOR) – Uno-X
7. Pascal Ackermann (GER) – Jayco-Alula gleiche
8. Davide Ballerini (ITA) – XDS-Astana
9. Tobias Lund Andresen (DEN) – Decathlon-CMA CGM
10. Enrico Zanoncello (ITA) – Bardiani-CSF Zeit
– 177 Fahrer klassiert.
DNS Andrea Vendrame (ITA) – Jayco-Alula
DNS Adam Yates (GBR) – UAE-XRG

Thomas Silva (XDS) verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden, das er am Vortag von Auftaktsieger Magnier übernommen hatte. Er geht damit in den frühen ersten Transfer- und Ruhetag, bevor es in Kalabrien weitergeht. An den Plätzen und Abständen hinter dem Gesamtführenden änderte sich auch nichts. Florian Stork (Tudor) und Egan Bernal (Netcompany) blieben auf dem 2. und 3. Platz.

Gesamtwertung
1. Thomas Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana 13:10:05
2. Florian Stork (GER) – Tudor +0:04
3. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +0:04
4. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +0:06

5. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +0:06
6. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +0:10
7. Martin Tjøtta (NOR) – Uno-X +0:10
8. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +0:10
9. Enric Mas (ESP) – Movistar +0:10
10. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +0:10

Die frühen Ausreißer des Tages kamen zwischen Plowdiw und Sofia aus den bisher dafür bekannten 2 Mannschaften. Es waren auf der 3. Etappe Manuele Tarozzi (Bardiani), Alessandro Tonelli (Polti) und ein 3. Mal hintereinander Diego Sevilla (auch Polti). Beim Zwischensprint zeigte hinter dem Ausreißertrio von den Sprintern nur Milan Interesse an den verbleibenden 3 Punkten. Im Zielsprint hingegen war er wieder unterlegen, so dass er unterm Strich ums lila Trikot Boden auf Magnier verlor.

Am langen, aber kaum steilen Anstieg in der Mitte der Etappe nach Borowez fiel Arnaud de Lie (Lotto) aus dem Hauptfeld zurück und bekam 2 Teamkollegen an seine Seite gestellt. Kurz vor der Kuppe ließ auch Erlend Blirka (Uno-X) abreißen, erholte sich aber auf dem abfallenden Stück nach Sofia und belegte noch den 6. Platz im Massensprint hinter Mihkels (EF) und Malucelli (XDS).

Der Bergpreis ging kampflos an Sevilla, der damit sein blaues Bergtrikot untermauerte. Aus dem Hauptfeld zeigte Scaroni (XDS) Interesse an den weiteren Punkten. Im späten Bonussprint waren alle Gutschriften durch das Ausreißertrio weg. Dieses wehrte sich dann erstaunlich lange und wurde erst kurz vor der Ziellinie eingeholt.

So wurde der Tagessieger wie erwartet doch im Massensprint ermittelt. Diesen eröffnete Milan. Magnier löste sich sogleich aus seinem Windschatten. Groenewegen rückte von dahinter zu den beiden auf. Auf den letzten Metern hoppelten sie über Ziegelpflaster und hechteten mit dem Tigersprung ins Ziel. Tobias Andresen (Decathlon), der zum Auftakt am nächsten an Magnier dran war, kam in Sofia nicht über den 9. Platz hinaus.

Giro d’Italia: Aufgebot um Hindley und Pellizzari steht

Mit Jai Hindley und Giulio Pellizzari geht Red Bull – BORA – hansgrohe mit einem auf die Gesamtwertung ausgerichteten Team in den Giro d’Italia 2026.

Red Bull – BORA – hansgrohe startet beim Giro d’Italia 2026 mit Jai Hindley und Giulio Pellizzari als GC-Kapitänen. Unterstützt werden sie von einem Aufgebot, das auf drei anspruchsvolle Wochen von Nessebar bis Rom ausgerichtet ist.

Die 109. Austragung der Corsa Rosa beginnt am Freitag, dem 8. Mai, in Nessebar an Bulgariens Schwarzmeerküste. Mit sieben Bergankünften, einem langen, flachen Einzelzeitfahren und einer anspruchsvollen finalen Woche stellt die Strecke die Klassementfahrer und ihre Teams vor eine vielseitige Prüfung.

Jai Hindley kehrt als ehemaliger Giro-Sieger zurück und verbindet mit den Straßen der diesjährigen Ausgabe eine besondere Geschichte. Der Australier gewann 2022 am Blockhaus, jenem Anstieg, der in diesem Jahr auf der 7. Etappe die erste große Bergankunft des Rennens bildet. An seiner Seite startet Giulio Pellizzari bei seiner Heim-Grand-Tour mit wachsender Erfahrung, klarer Entwicklung und einer wichtigen Rolle innerhalb der GC-Ambitionen des Teams.

Unterstützt werden die beiden Kapitäne von einer Gruppe, die sowohl für die Berge als auch für die kritischen Rennphasen ausgewählt wurde. Aleksandr Vlasov bringt Kletterstärke mit und ist an den schwersten Tagen eine weitere wichtige Option für das Team. Giovanni Aleotti und Ben Zwiehoff sorgen für zusätzliche Unterstützung, sobald es bergauf geht, während Mick van Dijke, Gianni Moscon und Nico Denz Kraft, Erfahrung und Kontrolle für die flachen, welligen und mittelschweren Etappen einbringen. Nico Denz weiß außerdem, wie man beim Giro Tagessiege feiert: er hat in der Vergangenheit bereits drei Mal zugeschlagen.

„Wir starten in diesen Giro mit einem klaren GC-Fokus und mit zwei Fahrern, die unterschiedliche Stärken in dieses Ziel einbringen. Jai weiß, was es braucht, um dieses Rennen zu gewinnen, und Giulio macht in seiner Entwicklung weiter wichtige Schritte. Die beiden haben ein gutes Verhältnis, und um sie herum haben wir eine Gruppe zusammengestellt, die uns Erfahrung, Kletterstärke und Kontrolle auf unterschiedlichen Etappentypen gibt.

Die Strecke ist anspruchsvoll. Es gibt die offensichtlichen Bergetappen, aber auch lange Etappen, nervöse Finals, welliges Terrain und Momente, in denen Positionierung und ruhige Entscheidungen einen großen Unterschied machen können. Genau deshalb ist die Balance dieses Aufgebots so wichtig.

Wir haben Fahrer, die Jai und Giulio vor den Anstiegen schützen können, Fahrer, die das Rennen kontrollieren können, wenn es stressig wird, und Fahrer, die auch tief in den Bergen noch dabei sein können. Wir wollen ambitioniert fahren, aber auch mit Ruhe, und beiden Kapitänen die Unterstützung geben, die sie brauchen, um vorne dabei zu sein, wenn der Giro in seine entscheidenden Momente geht.“
— Zak Dempster, Chief of Sports