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109. Giro d’Italia – 13. Etappe: Alessandria – Verbania – 189 Km

Alberto Bettiol stürmt an Leknessund vorbei


Plomi Foto – Alberto Bettiol

Alberto Bettiol (XDS) gewann in Verbania die 13. Etappe des Giro d’Italia 2026 als Solist. Der 32-jährige Italiener stürmte 13,5 Kilometer vorm Ziel vorbei an Andreas Leknessund (Uno-X), der kurz zuvor attackiert hatte und mit 26 Sekunden Rückstand einmal mehr den 2. Platz belegte. Beide stammten aus der 15-köpfigen Spitzengruppe des Tages.

Aus den versprengten Resten dieser Gruppe heraus führte Jasper Stuyven (Soudal) die ersten Verfolger mit 44 Sekunden Rückstand über die Linie. Das erste große Verfolgerfeld mit allen Top-Klassementfahrern kam mit über 13 Minuten Rückstand im Zielort am Lago Maggiore an.

Ergebnis
1. Alberto Bettiol (ITA) – XDS-Astana 3:51:33

2. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X +0:26
3. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step +0:44
4. Michael Valgren (DEN) – EF Education-Easypost
5. Mark Donovan (GBR) – Pinarello-Q36.5 alle
6. Josh Kench (NZL) – Groupama-FDJ gleiche
7. Mikkel Bjerg (DEN) – UAE-XRG Zeit
8. Francesco Busatto (ITA) – Alpecin-Premier Tech +1:33
9. Markus Hoelgaard (NOR) – Uno-X gl.Zeit
10. Diego Sevilla (ESP) – Polti-Visitmalta gl.Zeit
– 160 Fahrer klassiert.

So behielt Afonso Eulalio (Bahrain) ein weiteres und wahrscheinlich letztes Mal das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Vor der ersten Alpenetappe blieb es bei den 33 Sekunden Vorsprung vor Jonas Vingegaard (Visma).

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 52:15:17

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:33
3. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +2:03
4. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +2:30

5. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +2:50
6. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +3:12
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +3:34
8. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +3:40
9. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +3:42
10. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +4:15
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +4:20
12. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:51
13. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +5:33
14. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +5:45
15. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +6:17
16. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +6:43
17. Jan Hirt (CZE) – NSN +7:53
18. Josh Kench (NZL) – Groupama-FDJ +8:24
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +8:59
20. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +9:14
21. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +9:49

Bei fast schon sommerlichen Temperaturen dauerte es eine Weile, bis die 15 Ausreißer des Tages feststanden, die später um den Sieg kämpfen sollten: Busatto (Alpecin), Valgren (EF), Huens, Jacobs, Kench (alle Groupama), Aerts (Lotto), Donovan (Pinarello), Stuyven, Maestri, Sevilla (beide Polti), Warbasse (Tudor), Bjerg (UAE), Hoelhaard (Uno-X), dessen Teamkollege Leknessund sowie Bettiol.

Kench war aus der Spitzengruppe der mit Abstand bestplatzierte Fahrer in der Gesamtwertung mit über 20 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot. Dementsprechend viel Luft bekamen die Ausreißer, so dass schon früh ein Ausgang zu ihren Gunsten feststand. Als einzig 3-fach vertrenes Team schraubten die beiden Teamkollegen von Kench nach ansonsten flachem Etappenverlauf am späten Anstieg das Tempo in die Höhe.
Als Huens und Jacobs verschlissen waren – beide trudelten auf dem 14. und 15. Platz ins Ziel –, waren außer Kench nur noch Valgren, Leknessund und Bettiol an der Spitze übrig. Doch anstatt Kench attackierte nun Leknessund. Bettiol hielt als einziger Sichtweite zum Norwegischen Meister und schoss an diesem kurz vor der Bergkuppe im engen Menschenspalier vorbei.

Bettiol und Leknessund konnten in der Abfahrt die jeweils nachfolgenden Fahrer auf Distanz halten. Stuyven, Donovan und Bjerg holten hingegen Valgren und Kench ein. Der Ex-Flandern-Sieger Bettiol – lang ist es her – verbuchte seinen zweiten Etappensieg bei einem Giro d’Italia. Beide bis dato größten Triumphe liegen 7 und 5 Jahre zurück.

109. Giro d’Italia – 12. Etappe: Imperia – Novi Ligure – 175 Km

Andere arbeiten, Alec Segaert sagt Danke

Alec Segaert (Bahrain) gewann in Novi Ligure die 12. Etappe als Finisseur. Zuvor hatten die Teams der bergfesten, langsameren Sprinter lange geknüppelt, um die schnellen Sprinter bergan abzuhängen. Dies gelang auch vorzüglich. Aber gegen den Antritt des 23-jährigen Belgiers 3,2 Kilometer vorm Ziel hatten sie dann kein Mittel mehr. 3 Sekunden hinter Segaert sprintete Toon Aerts (Lotto) aus dem 58-köpfigen Verfolgerfeld auf den 2. Platz vor Guillermo Silva (XDS).

Die Sprinter, deren Teams sich am meisten reingehauen hatten – Vernon (NSN), insbesondere Aular (Movistar) sowie Mihkels (EF), landeten lediglich auf den Plätzen 4, 6 und 7. Narvaez (UAE), der 9 Tage zuvor nach Vorarbeit für Aular im Sprint abgestaubt hatte, rollte auf dem 8. Platz über die Ziellinie. Die favorisierten Sprinter Magnier (Soudal) und Milan (Lidl) wurden nur einen Kilometer unterhalb der Kuppe des letzten Anstieges 54 Kilometer vorm Ziel abgehängt, Groenewegen (Unibet) und Andresen (Decathlon) noch eher.

Ergebnis
1. Alec Segaert (BEL) – Bahrain Victorious 3:53:00

2. Toon Aerts (BEL) – Lotto-Intermarché +0:03
3. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana
4. Ethan Vernon (GBR) – NSN alle
5. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step
6. Orluis Aular (VEN) – Movistar
7. Madis Mihkels (EST) – EF Education-Easypost gleiche
8. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG
9. Edoardo Zambanini (ITA) – Bahrain Victorious
10. Sakarias Løland (NOR) – Uno-X Zeit
– 160 Fahrer klassiert.
DNF Javier Romo (ESP) – Movistar
DNS Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché
DNS Sjoerd Bax (NED) – Pinarello-Q36.5

Damit holte das Team, aus dem Afonso Eulalio (Bahrain) seit über einer Woche im Rosa Trikot fährt, in Person von Segaert auch seinen ersten Etappensieg beim Giro 2026. Eulalio baute einige Kilometer vor Segaerts Attacke beim Bonussprint seine Führung in der Gesamtwertung um 6 Sekunden aus, indem er aus dem Feld heraussprang. Hinter ihm reagierte nur O’Connor (Jayco) für 4 Sekunden Gutschrift.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 48:10:38

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:33
3. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +2:03
4. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +2:30

5. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +2:50
6. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +3:12
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +3:34
8. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +3:40
9. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +3:42
10. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +4:15
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +4:20
12. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:51
13. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:54
14. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +5:33
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +5:45

Zu Beginn der 12. Etappe dauerte es etwas, bis man sich auf 5 frühe Ausreißer geeinigt hatte: Geens (Alpecin), Tarozzi (Bardiani), van der lee (EF), Lopez (Movistar) und Bais (Polti). Die Gruppe wurde jedoch nicht weit weggelassen, und über 100 Kilometer vorm Ziel probierte mehrere Fahrer nach vorn zu springen.

Dadurch wurde letztlich nur die Spitzengruppe etwas neu durchmischt. Geens, Tarozzi und van der Lee gehörten auch der neuen Spitzengruppe an. Jacobs (Groupama), Rutsch (Lotto) und Dversnes (Uno-X) waren neu dabei. Demnach waren Lopez und Bais verschwunden.
76 Kilometer vorm Ziel stiegen mal wieder Aulars Helfer ein, um für ihren Sprinter die schnellsten Männer im Rennen abzuhängen. Dadurch war zuerst die Spitzengruppe bald Geschichte. Magnier und Milan konnten nach dem ersten Anstieg einen kleinen Rückstand noch ausbügeln. Als sie dann erneut zurückfielen, stiegen die Teams von Vernon und dann auch Mihkels ein, so dass Magnier und Milan schlicht die Quantität an Helfern fehlte, um die Minute Rückstand nochmals zu schließen.

Gut 7 Kilometer vorm Ziel attackierte Ciccone (Lidl) in einer Welle, wurde aber von Arrieta (UAE) markiert. Dann spannte sich das Team des Top-Favoriten und Gesamtzweiten Vingegaard (Visma) vor, wohl um seinen Kapitän aus dem gröbsten herauszuhalten. Damit spielten sie Zünglein an der Waage.

Als Segaert 3,2 Kilometer vorm Ziel in einer Kurve auf der Außenbahn vorbeischoss, waren die Teams mit Interesse zur Einholung des jungen Belgiers zu weit hinten. Durch den Ausgang der 12. Etappe robbte sich Jhonatan Narvaez in der Punktewertung ums Maglia ciclamino auf nur noch 11 Punkte an Paul Magnier (Soudal) heran. Mit einem 3. Platz hätte Narvaez das lila Trikot übernommen, mit einem Sieg sogar deutlich.

Punktewertung
1. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step 130 p.

2. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG 119
3. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek 76
4. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana 70
5. Alec Segaert (BEL) – Bahrain Victorious 62

109. Giro d’Italia – 11. Etappe: Porcari (Paper District) – Chiavari – 195 Km

Schon wieder Narvaez

Bereits zum 3. Mal bei diesem Giro d’Italia 2026 schlug Jhonatan Narvaez (UAE) zu. Der 29-jährige Ecuadorianer gewann in Chiavari die 11. Etappe im Zweiersprint mit mehr als einer Radlänge gegen Enric Mas (Movistar), der im Peloton einer der Könige der 2. Plätze ist. Die beiden stammten aus einer Spitzengruppe mit ständig wechselnder Zusammensetzung. Aus dieser kamen auch Ulissi (XDS), Harper (Pinarello) und Wlasow (Red Bull), die 8 Sekunden hinter Narvaez und Mas die Plätze 3 bis 5 belegten.

Im hügligen Finale in Ligurien waren am letzten Anstieg noch 6 Fahrer an der Spitze übrig – die genannten 6 plus Crescioli (Polti) – als dem Tempo von Mas 15 Kilometer vorm Ziel nur noch Narvaez folgen konnte. Das Hauptfeld um den Gesamtführenden Eulalio (Bahrain) und den Giro-Topfavoriten Vingegaard (Visma) erreichte ab dem 12. Platz mit über 3 Minuten Rückstand das Ziel.

Ergebnis
1. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG 4:33:43
2. Enric Mas (ESP) – Movistar gl.Zeit

3. Diego Ulissi (ITA) – XDS-Astana +0:11
4. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 gl.Zeit
5. Alexander Wlasow (RUS) – Red Bull-Bora gl.Zeit
6. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +1:13
7. Ludovico Crescioli (ITA) – Polti-Visitmalta +1:15
8. Simone Gualdi (ITA) – Lotto-Intermarché +2:17
9. Warren Barguil (FRA) – Picnic-PostNL +2:19
10. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step gl.Zeit

So behielt Eulalio das Rosa Trikot mit unverändert 27 Sekunden vor Vingegaard, 1:57 Minuten vor Arensman (Netcompany) und 2:24 vor Gall (Decathlon). Chris Harper enterte durch seine Präsenz an der Spitze die Top-Ten. Scaroni (XDS) gelang das nicht ganz. Ebenso blieb ihm der Kampf um den Tagessieg verwehrt, weil er – in der Gruppe um Narvaez und Mas fahren – ab 41 Kilometer vorm Ziel durch einen Sturz gehandicapt war.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 44:17:41

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:27
3. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +1:57
4. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +2:24

5. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +2:48
6. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +3:06
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +3:28
8. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +3:34
9. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +3:36
10. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +4:09
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +4:16
12. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:45
13. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:48

14. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +5:27
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +5:39

109. Giro d’Italia – 10. Etappe: Viareggio – Massa – ITT – 42 Km


Plomi Foto

1 GANNA Filippo ITA Netcompany INEOS Cycling Team 00:45:53
2 ARENSMAN Thymen NED Netcompany INEOS Cycling Team 01:54

3 CAVAGNA Remi FRA Groupama-FDJ United 01:59
4 BAX Sjoerd NED Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 02:04
5 GEE-WEST Derek CAN Lidl-Trek 02:16
6 WALSCHEID Max GER Lidl-Trek 02:17
7 PRICE-PEJTERSEN Johan DEN Alpecin-Premier Tech 02:29
8 BJERG Mikkel DEN UAE Team Emirates-XRG 02:33
9 MILESI Lorenzo ITA Movistar Team 02:40
10 LARSEN Niklas DEN Unibet Rose Rockets 02:42
11 O’CONNOR Ben AUS Team Jayco-AlUla 02:42
12 DE LA CRUZ David ESP Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 02:52
13 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 03:00
14 BARTA William USA Tudor Pro Cycling Team 03:02
15 STORER Michael AUS Tudor Pro Cycling Team 03:05
16 SEGAERT Alec BEL Bahrain Victorious 03:05
17 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 03:11
18 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 03:18
19 LEKNESSUND Andreas NOR Uno-X Mobility 03:24
20 ZUKOWSKY Nickolas CAN Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 03:29

Gesamtwertung nach der 10. Etappe

1 EULALIO Afonso POR Bahrain Victorious 39:40:34
2 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 00:27
3 ARENSMAN Thymen NED Netcompany INEOS Cycling Team 01:57
4 GALL Felix AUT Decathlon CMA CGM Team 02:24

5 O’CONNOR Ben AUS Team Jayco-AlUla 02:48
6 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 03:06
7 STORER Michael AUS Tudor Pro Cycling Team 03:28
8 GEE-WEST Derek CAN Lidl-Trek 03:34
9 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 03:36
10 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 04:16
11 RONDEL Mathys FRA Tudor Pro Cycling Team 04:45
12 PIGANZOLI Davide ITA Team Visma | Lease a Bike 05:27
13 BERNAL Egan COL Netcompany INEOS Cycling Team 05:39
14 CARUSO Damiano ITA Bahrain Victorious 06:11
15 DE LA CRUZ David ESP Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 06:37
16 SCARONI Christian ITA XDS Astana Team 06:59
17 HARPER Chris AUS Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team 07:22
18 HIRT Jan CZE NSN Cycling Team 07:47
19 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 08:00
20 ARRIETA Igor ESP UAE Team Emirates-XRG 08:53

Ganna holt Zeitfahren, Eulalio noch in Rosa

Mit extrem großen Abstand gewann Filippo Ganna (Netcompany) die 10. Etappe des Giro d’Italia 2026, die als dessen einziges Einzelzeitfahren in Ligurien zwischen Viareggio und Massa ausgetragen wurde. Der 29-jährige Italiener benötigte für die 42 Kilometer 45:53 Minuten und war damit 1:54 schneller als sein Teamkollege Thymen Arensman, der den 2. Platz belegte und unter den Klassementfahrern am schnellsten war. Von denen knabberte Top-Favorit Jonas Vingegaard (Visma) weiter am Vorsprung des Gesamtführenden Eulalio (Bahrain), der aber das Rosa Trikot ein weiteres Mal behielt.

Vingegaard verlor glatte 3 Minuten auf Ganna und war damit überraschend langsamer als ein paar andere Klassementfahrer. Zwischen ihm und Arensman platzierten sich außerdem Gee-West (Lidl) und O’Connor (Jayco) und nur knapp hinter ihm Storer (Tudor). Das dürfte Vingegaard aber wenig stören. Denn der einzige Fahrer, der in den Bergen bisher zumindest Sichtweite halten konnte, wurde 4:22 langsamer als Ganna gestoppt, womit sich Galls Abstand zu Vingegaard in der Gesamtwertung ungefähr verdoppelte.

Arensman vorbei an Gall auf Podestplatz

Afonso Eulalio verlor in seinem Rosa Trikot knapp 5 Minuten auf Ganna und damit 2 auf Vingegaard. Er rettete damit 27 Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung. Exakt 1:30 hinter Vingegaard verdängte Arensman um 27 Sekunden Gall vom Podest. Einen Satz nach vorne machten O’Connir von 8 auf 5, Storer von 10 auf 7 und Gee-West von 6 auf 3.

Die 2 Tage zuvor, also vor dem Ruhetag am Berg enttäuschenden Hindley und Pellizzari (Red Bull) konnten im Zeitfahren weder einen Befreiungsschlag noch einen weiteren Tiefschlag verzeichnen. Beide verloren ein paar weitere Sekunden auf Vingegaard. Hindley musste mit Arensman und O’Connor gleich 2 Fahrer in der Gesamtwertung vorbeiziehen lassen. Pellizzari blieb auf dem 9. Platz. Größter Verlierer aus den Top-Ten war der bisherige Überraschungsmann Rondel (Tudor), der aufgrund des schwachen Zeitfahrens vorübergehend eben diesen Top-Ten-Platz räumen musste.

Das für den Etappensieg favorisierte Zeitfahre-Ass Ganna war bei allen 3 Zwischenzeiten am schnellsten. Um den 2. Platz lieferten sich Arensman und Rémi Cavagna (Groumapa) ein enges und abwechslungsreiches Duell, bei dem Thymen Arensman am Ende um 5 Sekunden die Nase vorn hatte. Weitere 5 Sekunden hinter Cavagna landete Sjoerd Bax (Pinarello) auf dem 4. Platz.

Auf dem 5. Platz folgte dann schon Derek Gee-West, der damit einen großen Sprung mitten in die Top-Ten der Gesamtwertung machte. Sein Teamkollege Max Walscheid (auch Lidl) kam auf den 6. Platz und saß einige Zeit auf dem heißen Stuhl des zwischenzeitlich Führenden. Denn Walscheid war schon als 4. Starter auf die Strecke gegangen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Straßen auf den ersten Kilometern noch ein paar Stellen nass.

109. Giro d’Italia – 9. Etappe: Cervia – Corno alle Scale – 184 Km

Vingegaard, Gall zementieren Überlegenheit

Die zweite Bergankunft beim Giro d’Italia 2026 hatte ganz vorne den gleichen Ausgang wie 2 Tage zuvor: Jonas Vingegaard (Visma) gewann nun auch die 9. Etappe in Corno alle Scale. Der Däne hatte im Ziel 12 Sekunden Vorsprung vor Felix Gall (Decathlon). Dahinter geriet der Vorsprung größer. Die Vorzeichen waren insofern diesmal umgekehrt, dass Gall die Gruppe der Klassementfahrer mit einer Attacke sprengte. Vingegaard ging mit und schüttelte den Österreicher trocken kurz hinter der Kilometermarke ab.

Zuvor hatte Galls Team den Tag über viel gearbeitet – und damit die Einholung der Spitzengruppe des Tages und zuletzt Giulio Ciccone (Lidl) überhaupt erst ermöglicht. So konnte Vingegaards Helfer Piganzoli Kräfte sparen und sogar 34 Sekunden hinterm Kapitän den 3. Platz vorm zeitgleichen Arensman (Netcompany) belegen. Bei Afonso Eulalio (Bahrain) verlieh das Rosa Trikot die viel zitierten Flügel, so dass er gegen stärker eingeschätzte Konkurrenz auf den 5. Platz fuhr.
Schlappe für Pellizzari und Hindley

Herbe die Flügel gestutzt wurde hingegen dem Duo aus Jay Hindley und Giulio Pellizzari (beide Red Bull), die bisher die nächstbesten Fahrer hinter Vingegaard und Gall zu sein schienen. Pellizzari musste schon vor Galls Attacke abreißen lassen und verlor anderthalb Minuten. Hindley begrenzte den Schaden als Tagesneunter auf 50 Sekunden. Vor ihm landeten außer den genannten Fahrern noch Derek Gee-West (Lidl), Matys Rondel (Tudor) und Sepp Kuss (Visma).

Ergebnis
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 4:20:21
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +0:12

3. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +0:34
4. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos gl.Zeit
5. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +0:41

6. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +0:45
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor gl.Zeit
8. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
9. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +0:50
10. Michael Storer (AUS) – Tudor gl.Zeit
11. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +0:57
12. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana
13. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché
14. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious
15. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5
16. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost alle
17. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos
18. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula gleiche
19. Jan Hirt (CZE) – NSN
20. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana Zeit
21. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +1:28
22. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora gl.Zeit

– 167 Fahrer klassiert.

Eulalio hält sich beeindruckend im Rosa Trikot

Vor dem zweiten Ruhetag und dem nachfolgenden einzigen Zeitfahren reduzierte sich Eulalios Führung in der Gesamtwertung vor Vingegaard auf 2:24 Minuten. Gall blieb auf dem 3. Platz mit nun 2:59 Minuten hinterm Rosa Trikot. Dahinter vergrößerte sich die Lücke zu Hindley, der inzwischen mehr als anderthalb Minuten Rückstand auf Gall aufbaute.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 38:49:44

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +2:24
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +2:59
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:32
5. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:43
6. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:00
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +5:01

8. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +5:03
9. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +5:15
10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:20
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +6:02
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +6:11
13. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:11
14. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:15
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:49
16. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +7:03
17. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +7:37
18. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +8:24
19. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +8:27
20. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +8:29
21. David de la Cruz (ESP) – Pinarello-Q36.5 +8:42

Die Findungsphase für die Spitzengruppe des Tages dauerte etwas länger, bis alle begriffen hatten, dass Ciccone (Lidl) um jeden Preis dabei sein wollte. Entsprechend ließ er erst sein Team nachfahren und füllte dann aus eigener Kraft die Lücke zu den zuvor ausgerissenen Geens (Alpecin), Marcellusi (Bardiani), Aerts (Lotto), Milesi, Rubio (beide Movistar), Naberman (Picnic), Bais (Polti), Løland (Uno-X), Ballerini und Ulissi (beide XDS).

Galls Team hielt die Ausreißer an der sehr kurzen Leine. So nahmen Ciccone & Co. nur einen bescheidenen Vorsprung von rund 2 Minuten mit ins Finale. 25 Kilometer vorm Ziel schälten sich Ciccone, Aerts, Milesi, Rubio, Ulissi und anfänglich auch Bais nach vorne heraus. Nach mehreren Attacken hatte Ciccone 7,5 Kilometer vorm Ziel auch seinen letzten Begleiter Einer Rubio endgültig abgehängt. Das Verfolgerfeld um die besten Klassementfahrer knabberte zunächst kaum Sekunden von Ciccones Vorsprung ab.

Das Blatt wendete sich jedoch zu Ungunsten von Ciccone, als Pellizzari erst am Ende der Favoritengruppe wackelte und dann innerhalb der letzten 4 Kilometer abreißen ließ. Galls Helfer drückten nun so richtig drauf, teilweise auch unterstützt vom Team Vingegaard. Als rund 2,5 Kilometer vorm Ziel Galls letzter Helfer Mühlberger verschlissen war, zündete Gall die Attacke, der einzige Vingegaard folgen konnte. Beide überholten Ciccone 1,7 Kilometer vorm Ziel. Deren erster Verfolger Thymen Arensman wurde kurz vor Schluss noch von Davide Piganzoli überholt.

109. Giro d’Italia – 7. Etappe: Formia – Blockhaus – 244 Km

Wie erwartet gewann Jonas Vingegaard (Visma) die 7. Etappe des Giro d’Italia 2026, die mit dessen erster Bergankunft am Blockhaus endete.


Herbert Moos Foto

Alle anderen Klassementfahrer verloren eine Minute und mehr auf den 29-jährigen Dänen – mit einer Ausnahme:
Felix Gall (Decathlon) überquerte die Ziellinie in den Abruzzen nur 13 Sekunden hinter Vingegaard.
Das erste Verfolgertrio der Top-2 führte Ex-Giro-Sieger Hindley (Red Bull) mit 62 Sekunden Rückstand über die Linie, leicht abgesetzt vor seinen Teamkollegen Pellizzari sowie Ben O’Connor (Jayco).

Als Vingegaard am 13,6 Kilometer langen Schlussanstieg 5,5 Kilometer vorm Ziel attackierte, versuchten nur noch Pellizzari und Gall mitzukommen. Pellizzari blieb tatsächlich für einen Kilometer am Hinterrad, platzte dann aber ab. Gall hingegen ließ sofort vom Versuch ab, verlor dann mit seinem eigenen Tempo kaum noch auf Vingegaard und flog förmlich bei der 4-Kilometer-Marke an Pellizzari vorbei.
Dieser wiederum wurde von seinem Co-Kapitän Hindley und O’Connor eingesammelt. Der Nächstbeste im Ziel war überraschend Mathys Rondel (Tudor).

Ergebnis
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 6:09:15
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +0:13
3. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:02
4. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +1:05

5. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula gl.Zeit
6. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +1:29
7. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +1:40
8. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +1:42
9. Michael Storer (AUS) – Tudor +1:44
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos gl.Zeit
11. Jan Hirt (CZE) – NSN +2:13
12. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 gl.Zeit
13. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +2:42
14. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +2:55
15. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious gl.Zeit
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
17. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +2:57
18. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike alle
20. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM gleiche
21. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos Zeit


26. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +4:29
27. Jefferson Cepeda (ECU) – EF Education-Easypost +4:31
28. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:44
31. Enric Mas (ESP) – Movistar +5:47
33. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +6:15

Afonso Eulalio (Bahrain) im Rosa Trikot verlor am Blockhaus fast 3 Minuten und damit ungefähr die Hälfte seines Vorsprungs in der Gesamtwertung gegen Vingegaard. Der haushohe Top-Favorit auf den Gesamtsieg sprang vor auf den 2. Platz mit nun 3:17 Minuten hinter Eulalio, Gall entsprechend auf den 3. Platz auf 3:43. Auch die Plätze dahinter gestalteten sich ungefähr entsprechend des Tagesresultats, weil außer Eulalio alle Nicht-Klassementfahrer ihre vorderen Platzierungen in der Gesamtwertung einbüßten.

Interessanterweise landeten bei den teaminternen Doppelspitzen am Blockhaus Hindley minimal vor Pellizzari, Rondel minimal vor Storer und Arensman (Netcompany) über eine Minute vor Bernal. Die Reihung hätte man vor dem Giro eher andersherum gewettet.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 30:59:23

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:17
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +3:34
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:25
5. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +4:28

6. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +4:32
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:56
8. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +4:57
9. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:07
10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:11
11. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +5:23
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +5:40
13. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:10
14. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +6:11
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:18

16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:22
17. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +6:24
18. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +6:24
19. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +6:41

27. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +9:04

Kurz nach dem Start der 7. Etappe attackierte Jonathan Milan (Lidl), der bisher bei diesem Giro nichts gebacken bekam, obwohl er als großer Favorit für die Massensprint sangereist war. Angesichts der Distanz dieser mit Abstand längsten Etappe (244 Kilometer) und des hinterher bergigen Profils machte das nicht wirklich Sinn, abgesehen von Frustbewätigung und vom Zwischensprint, um den bereits riesigen Rückstand auf Magnier (Soudal) um mickrige 12 Punkte zu verkürzen.

Zu Milan gesellten sich van der Lee (EF), Naberman (Picnic), Sevilla (Polti) und mit etwas Verzögerung Zukowsky (Pinarello). Fürs Rosa Trikot war keiner aus dem Quartett eine Gefahr. Trotzdem kontrollierte das Team des Gesamtführenden Eulalio den Rückstand zunächst auf 6 Minuten. Dann stiegen über 160 Kilometer vorm Ziel Vingegaards Männer mit ein. Den Zwischensprint gewann natürlich Milan, der dann rund 100 Kilometer vorm Ziel aus der Spitzengruppe zurückfiel knapp 20 Kilometer später vom Hauptfeld eingeholt wurde.

Der erste längere Anstieg hatte nun begonnen. Oben sprang Diego Sevilla 78 Kilometer vorm Ziel kurz aus dem Spitzenquartett heraus, um sich die Bergpunkte zu sichern. Die Führung in der Bergwertung ums Blaue Trikot, die er seit Tag 1 innehatte, verlor Sevilla aber am Ende trotzdem um einen Punkt an Vingegaard. Die überladene Punktezahl im Ziel machte es möglich.

In dieser Rennphase regnete es etwas, aber längst nicht so schlimm wie schon 2 Tage zuvor gesehen. Der Vorsprung der Spitzengruppe sank bis zum Schlussanstieg auf 2:30 Minuten, womit an ein Durchkommen vor Vingegaard nicht mehr zu denken war. Abgesehen davon hatte sich der stärkste Bergfahrer aus der Gruppe, Sevilla, in einem Kreisverkehr versteuert und fuhr der Gruppe hinterher.

12 Kilomter vorm Ziel ging Zukowsky zuerst über den Bonussprint vor van der Lee. Diese beiden wurde dann auch als letzte Ausreißer gestellt, als noch knapp 8 Kilometer zu fahren waren. Das Hauptfeld wurde von Pellizzaris und Hindleys Helfern in den Schlussanstieg geführt, ehe dann doch Vingegaards Helfer übernahmen. Die schleichende Auslese war bereits weit fortgeschritten, als nur noch der treueste Helfer Sepp Kuss übrig war. Eulalio konnte sich allerdings bis kurz vor Vingegaards Attacke sogar dort halten. Dann machte der Däne Ernst und komplettierte bei seinem Giro-Debüt schon einmal seine Sammlung an Etappensiegen bei allen 3 Grand-Tours.

109. Giro d’Italia – 6. Etappe: Paestum – Napoli – 141 Km

Neapel-Stürze mit Ansage, Ballerini staubt ab

Der Giro-Veranstalter provozierte das Sturz-Fiasko in der späten Pfaster-Serpentine von Neapel und bekam es! Bei der Massenankunft am Ende der 6. Etappe kamen in Front nur Davide Ballerini (XDS) und Jasper Stuyven (Soudal) durch die letzte Doppelkurve. Neben und hinter ihnen knallten die Fahrer mit Ansage aufs rutschige Pflaster, und dahinter staute es sich. So kam der 31-jährige Italiener Ballerini zu seinem ersten Grand-Tour-Tagessieg, weil er es vor Stuyven durchzog.

Abgeschlagen hinter dem Duo und mit weiterem Abstand nach hinten belegte der zweifache Tagessieger Paul Magnier (auch Soudal) den 3. Platz, obwohl er länger aufgehalten wurde als beispielsweise Plowright (Alpecin) oder Turner (Netcompany), die auf den nächsten Plätzen einkamen. Den Sturzreigen eröffnete Dylan Groenewegen (Unibet) und sein Anfahrer, die als erste in den U-Turn 400 Meter vorm Ziel gingen – und gleich zu Boden krachten. Von dem einsetzenden Domino-Effekt war auch der somit weiterhin sieglose Sprintfavorit Milan (Lidl) betroffen.

Ergebnis


Plomi Foto

1. Davide Ballerini (ITA) – XDS-Astana 3:19:30
2. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step
3. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step
4. Jensen Plowright (AUS) – Alpecin-Premier Tech alle
5. Ben Turner (GBR) – Netcompany-Ineos
6. Alec Segaert (BEL) – Bahrain Victorious
7. Luca Mozzato (ITA) – Tudor gleiche
8. Filippo Magli (ITA) – Bardiani-CSF
9. Enrico Zanoncello (ITA) – Bardiani-CSF
10. Casper van Uden (NED) – Picnic-PostNL Zeit
– 169 Fahrer klassiert.
DNS Felix Engelhardt (GER) – Jayco-Alula

An der Spitze der Gesamtwertung gab es mal keinen Wechsel. Afonso Eulalio (Bahrain) behielt das Rosa Trikot mit unverändert großem Vorsprung. Vor der ersten großen Bewährungsprobe am Blockhaus sind noch 14 Fahrer in einer Zeit mit dem Top-Favoriten Vingegaard und 12 Fahrer – teils ohne Klassement-Aussichten – davor.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 24:47:13
2. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +2:51
3. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +3:34

4. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +3:39
5. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +5:17
6. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:12
7. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:16
8. Florian Stork (GER) – Tudor +6:16
9. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:16
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +6:18
11. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +6:18

12. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +6:20

109. Giro d’Italia 2026 5. Etappe

5. Etappe: Praia a Mare – Potenza – 203 Km

Arrieta und Eulalio frieren sich im Regen zu Sieg und Rosa

Igor Arrieta (UAE) gewann eine schwer verregnete 5. Etappe beim Giro d’Italia 2026. In einem unfassbar dramatischen Finale in der Basilikata sah Fluchtgefährte Afonso Eulalio (Bahrain) schon zweimal wie der sichere Sieger aus. Nach einem Sturz von Arrieta glitt auch Eulalio auf der triefend nassen Straßen aus. Anschließend bog Arrieta falsch ab, konnte Eulalio aber trotzdem noch auf der Zielgerade abfangen. Eulalio konnte sich mit der Eroberung des Rosa Trikots trösten.


Plomi Foto

Für den 23-jährigen Spanier Arrieta war es der größte Erfolg der Karriere, ebenso für den ein Jahr älteren Eulalio. Die beiden stammten aus der frühen Spitzengruppe des Tages, aus der 4 weitere Fahrer vor der Gruppe der besten Klassementfahrer durchkamen. Von denen belegte Guillermo Silva (XDS) den 3. Platz. Die Plätze 7 bis 9 gingen an 3 Fahrer, die in der entscheidenden Phase aus dem Hauptfeld attackierten. Die nur 34 Fahrer zählende Gruppe ums Rosa Trikot und die Klassementfahrer erreichte mit über 7 Minuten Rückstand das Ziel.

Ergebnis
1. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG 5:07:51

2. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious +0:02
3. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana +0:51
4. Lorenzo Milesi (ITA) – Movistar +1:29
5. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +1:30
6. Gianmarco Garofoli (ITA) – Soudal-Quick Step gl.Zeit
7. Koen Bouwman (NED) – Jayco-Alula +3:11
8. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +3:29
9. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +4:42
10. Ludovico Crescioli (ITA) – Polti-Visitmalta +7:13

27. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
28. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek gl.Zeit
– 170 Fahrer klassiert.
DNF Samuele Battistella (ITA) – EF Education-Easypost
DNF Joshua Giddings (GBR) – Lotto-Intermarché
DNF Timo de Jong (NED) – Picnic-PostNL
DNS Milan Menten (BEL) – Lotto-Intermarché

Giulio Ciccone (Lidl) verlor damit nach nur einem Tag das Rosa Trikot. Hier rächte sich, dass sein Team fast komplett auf Sprinter Milan ausgerechnet ist, der bisher bei diesem Giro nichts gewann. Allein konnte er gegen die Ausreißer die Gesamtführung natürlich nicht verteidigen – auf dieser nasskalten über 200 Kilometer langen 5. Etappe. Eulalio übernahm das Rosa Trikot 2:51 Minuten vor Arrieta. Ciccone fiel mit nun über 6 Minuten Rückstand auf den 6. Platz zurück.


Plomi Foto

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 21:27:43
2. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +2:51
3. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +3:34

4. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +3:39
5. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +5:17
6. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:12
7. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:16
8. Florian Stork (GER) – Tudor +6:16
9. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:16
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +6:18

Auf der Strecke und erst recht im Ziel schlotterten die Fahrer, durchgefroren von mehr als 5 Stunden in der Nässe und der Kälte, teilweise sogar bei Hagel. Und es ging gleich vom Start weg bergauf, so dass es für Sprinter und ähnlich gelagerte Fahrer der Tag noch länger wurde.

Entsprechend umkämpft war die Auswahl für die Spitzengruppe des Tages. Außer Arrieta und Eulalio gehörten dann Tarozzi (Bahrain), Rafferty (EF), Milesi, Rubio (beide Movistar), Turner (Netcompany), Garofoli (Soudal), Campenaerts (Visma), Tjøtta (Uno-X), Scaroni, Silva (beide XDS) und Arrietas Teamkollege Narvaez zu den 13 Ausreißern des Tages.

Innerhalb der letzten über 60 Kilometer stellte sich ein langer Anstieg in den Weg, mit anschließendem Hochplateau und abschließender Abfahrt. Bis dahin sah es gar nicht mal so aus, als könnte die Spitzengruppe durchkommen, weil das Hauptfeld nur unter 2 Minuten zurpcklag. Arrieta attackierte trotzdem 62 Kilometer vorm Ziel und fuhr maximal eine dreiviertel Minute Vorsprung vor seinen ehemaligen Mitausreißern heraus.

10 Kilometer später attackierte auch Eulalio und fuhr schon einen Kilometer zu Arrieta. Mit nur 1:11 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot war Eulalio der am zweitbesten platzierte Ausreißer in der Gesamtwertung. Rubio fehlten sogar nur 10 Sekunden. Er wurde jedoch bald nach den Attacken von Arrieta und Eulalio vom immer kleiner werdenden Hauptfeld gestellt.

Dann geschah das Unglaubliche: Das Hauptfeld war zu einer solch überschaubaren Gruppe geworden, dass kein Team mehr fuhr. Ciccone setzte sich isoliert von Helfern verzweifelt an die Spitze der Klassementbesten und konnte nicht retten, was nicht mehr zu retten war. Der Vorsprung nach vorne zu Arrieta und Eulalio wuchs auf 2, dann 3, dann 4 Minuten und sprang immer weiter in die Höhe trotz der folgenden Missgeschicke der beiden Spitzenreiter.

Rund eine Minute hinter den beiden waren noch Scaroni, Silva, Milesi und Garofoli unterwegs. Und 45 Kilometer vorm Ziel hatten aus dem Feld ums Rosa Trikot Raccagni Noviero (Soudal), Bouwman (Jayco) und Kulset (Uno-X) attackiert. Sie konnten sich zwar deutlich lösen, jedoch zur Spitze nichts mehr gutmachen.

Arrieta und Eulalio fuhren die Kurven trotz ihres Vorsprungs erstaunlich optimistisch an. 13,5 Kilometer vorm Ziel stürzte Arrieta in einer Linkskurve. 5 Kilometer später tat es ihm Eulalio gleich, so dass Arrieta wieder aufschließen konnte. Als noch 2 Kilometer zu fahren waren, bekam Arrieta die Kurve nicht und fuhr in eine falsche Straße, die erbärmlich schlecht abgesperrt war. Beide schmissen ihre letzten Körner auf die Straße – und an der 400-Meter-Marke war Arrieta tatsächlich wieder am neuen Träger des Rosa Trikots aus Portugal dran.