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Top-Talente langfristig bei Red Bull – BORA – hansgrohe | Grand Tour-Fahrplan 2026 steht

Red Bull – BORA – hansgrohe setzt ein deutliches Zeichen für die kommenden Jahre: Florian Lipowitz, Giulio Pellizzari und Lorenzo Finn haben ihre Verträge frühzeitig verlängert und bekennen sich damit langfristig zum Team. Drei Fahrer aus drei Karrierephasen – und doch verbindet sie eine gemeinsame Geschichte: Sie sind Talente, die bei Red Bull – BORA – hansgrohe entdeckt, geformt und gefördert wurden.

Florian Lipowitz (25), der sich im Team vom Trainee zum Tour de France-Dritten entwickelt hat, hat seinen ohnehin mehrjährigen Vertrag noch einmal verlängert. Er wird seinen Weg mit dem deutschen UCI WorldTeam langfristig weitergehen.


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Giulio Pellizzari (22) hat in seiner ersten WorldTour-Saison gleich zwei Grand Tours bestritten, sich mit einem Etappensieg belohnt und zweimal Rang sechs in der Gesamtwertung erreicht. Er setzt langfristig auf die Zusammenarbeit mit dem deutschen UCI WorldTeam – ein klares Commitment eines Fahrers, der gerade erst begonnen hat, sein Potenzial auszuschöpfen.


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Lorenzo Finn (18) wiederum steht am Beginn seiner Karriere: Junioren-Weltmeister, U23-Weltmeister, kommendes Jahr im Regenbogentrikot bei den Red Bull – BORA – hansgrohe Rookies unterwegs. Sein Schritt in die WorldTour ist für 2027 geplant. Auch er hat sich langfristig an das Team gebunden, um gemeinsam den Weg an die Weltspitze konsequent fortzusetzen.


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„Talententwicklung ist die DNA dieses Teams. Florian und Giulio waren noch keine 20, als wir sie entdeckt haben – heute gehören sie zu den Fahrern, die bei jeder Grand Tour etwas bewegen können. Lorenzo war noch jünger und hat mit uns schon zwei Weltmeistertitel gewonnen. Neben unseren etablierten Stars und dem großen Talent-Potenzial in unseren drei Teams stehen dieses Trio für unsere Zukunft, für unsere Vision und für den Weg, den wir weiter konsequent gehen wollen“, sagt Ralph Denk, CEO von Red Bull – BORA – hansgrohe.

Ambitionen für alle drei Grand Tours
Mit Blick auf 2026 ist im Team eine besondere Vorfreude zu spüren. Die drei Grand Tours sind weit mehr als Saisonhöhepunkte – sie sind Identität und Herausforderung zugleich. Und Red Bull – BORA – hansgrohe geht mit einer klaren Haltung in die neue Saison: Das Podium ist das Ziel – und zwar bei jeder Grand Tour.

„Erster, Zweiter, Dritter – das war die Bilanz der vergangenen zwei Jahre. Natürlich möchten wir genau dort weitermachen. Gleichzeitig wollen wir auch innerhalb der Grand Tours Siege erzielen und einen attraktiven Rennstil zeigen, der fest zu unserer DNA gehört“, sagt Zak Dempster, Chief of Sports bei Red Bull – BORA – hansgrohe.

Giro d’Italia
Den Giro d’Italia 2026 nimmt die Doppelspitze um Giulio Pellizzari und Jai Hindley mit einem Mix aus jugendlicher Unerschrockenheit und erfahrenem Selbstbewusstsein in Angriff. Das Duo möchte das Erfolgsgefühl der letzten Vuelta zum Grande Partenza nach Bulgarien tragen. Jai Hindley kennt das Gefühl sowohl bei Giro-Etappen als auch mit der Trofeo Senza Fine in der Hand zu jubeln. Giulio Pellizzari war in den in den letzten beiden Jahren mehrfach dicht am Etappensieg bei seiner Heim-Grand Tour. Nun will er seine Lernkurve auch beim Giro in zählbare Erfolge umwandeln.

Tour de France
Der Juli steht ganz im Zeichen zweier Fahrer, die viel verbindet – und gleichzeitig viel unterscheidet: Remco Evenepoel und Florian Lipowitz. Beide Quereinsteiger, beide Jahrgang 2000, beide Gewinner des Weißen Trikots und beide bereits Dritter der Tour. Doch in ihrer Karriere stehen sie an unterschiedlichen Punkten – was sie als Duo umso spannender und taktisch unberechenbarer macht. Für Red Bull – BORA – hansgrohe werden sie zu Wingmen. Zwei Fahrer, die gemeinsam ganz neue taktische Möglichkeiten bei der Tour de France eröffnen.

Der gemeinsame Weg von Remco Evenepoel und Florian Lipowitz nach Barcelona beginnt bereits Ende Januar auf Mallorca. Sie werden bei der Trophy Ses Salines gezielt an der TTT-Performance feilen. Beide Fahrer werden außerdem gemeinsam bei der Volta Ciclista a Catalunya an den Start gehen. Weitere Höhepunkte im Frühlingsprogramm sind für Remco Evenepoel die Ardennen und für Florian Lipowitz die Tour de Romandie.

Vuelta a España
Die Vuelta a España wird im kommenden Jahr zum emotionalen Saisonhöhepunkt. Primož Roglič peilt seinen fünften Titel an! Roglič’ Verbindung zur Vuelta ist tief – und 2026 soll dieses Kapitel weitergeschrieben werden. Das Auftaktzeitfahren in Monte Carlo wird ihm sprichwörtlich den roten Teppich ausrollen, den Start zu einem Heimspiel machen und möglicherweise den perfekten Rückenwind für die drei Wochen danach liefern. Zur Vorbereitung sind in seinem Frühjahrsprogramm voraussichtlich Tirreno–Adriatico, Itzulia Basque Country und die Tour de Romandie vorgesehen.

Vuelta a España 2025 – 17. Etappe bis Ende

17. Etappe: O Barco de Valdeorras – Alto de El Morredero – 137 Km

Giulio Pellizzari feiert seinen ersten Profisieg auf dem Alto de El Morredero


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Ein Triumph mit Stil: Giulio Pellizzari gewinnt die 17. Etappe der Vuelta a España – der erste Profi-Sieg und das als Solist, bei einer Grand Tour und im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers.
Mit diesem Erfolg bestätigt der junge Italiener eindrucksvoll sein großes Grand-Tour-Potenzial. Red Bull – BORA – hansgrohe hatte früh die Ambitionen auf diesen Tagessieg offengelegt. Bereits auf der Anfahrt zum Schlussanstieg kontrollierte die Mannschaft geschlossen das Rennen, übernahm 20 Kilometer vor dem Ziel das Tempo und positionierte die Leader optimal.

Auf den letzten, steilen Kilometern schrumpfte die Spitzengruppe auf nur noch sechs Fahrer – mit Pellizzari und Jai Hindley war Red Bull – BORA – hansgrohe doppelt vertreten. Während Attacken das Rennen prägten, setzte Pellizzari 3,5 Kilometer vor dem Ziel den entscheidenden Angriff.

Unaufhaltsam fuhr er seinem ersten Profisieg entgegen, erreichte allein und mit 16 Sekunden Vorsprung den Zielstrich am Alto de El Morredero und krönte damit die konsequente Teamarbeit.

„Wir wussten, dass man gleich am unteren Teil des Anstiegs durch hohes Tempo Schaden anrichten erzeugen konnte. Das Team war großartig, die Jungs haben wirklich sehr gut gearbeitet. Da Giulio in der Gesamtwertung etwas weiter zurücklag, haben wir entschieden, ihn für den Etappensieg vorzuschicken. Es hat perfekt funktioniert: Giulio war fantastisch, und auch Jai hat dahinter großartige Arbeit geleistet, um das Feld zu kontrollieren. Ich denke, das war hervorragend gelöst – genau dieses taktische Spiel, wenn man zwei Karten vorne hat“, kommentiert Patxi Villa, Sportlicher Leiter für Red Bull – BORA – hansgrohe bei der Vuelta a España.

Mit seinem Etappensieg festigt Giulio Pellizzari den fünften Rang in der Gesamtwertung und baut seine Führung in der Nachwuchswertung auf über eine Minute aus. Jai Hindley behauptet zudem den vierten Platz der Gesamtwertung – nur 36 Sekunden vom Podium entfernt.

18. Etappe: Valladolid – Valladolid – ITT – 26 Km


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1 Ganna Filippo INEOS Grenadiers 180 00:13:00
2 Vine Jay UAE Team Emirates-XRG 130 + 01
3 Almeida João UAE Team Emirates-XRG 95 + 08
4 Armirail Bruno Decathlon AG2R La Mondiale Team 80 + 10
5 Oliveira Ivo UAE Team Emirates-XRG 60 + 11
6 Küng Stefan Groupama-FDJ 45 + 12
7 O’Brien Kelland Team Jayco-AlUla 40 + 15
8 Segaert Alec Lotto 35 + 16
9 Vingegaard Jonas Team Visma | Lease a Bike 30 + 18
10 Hoole Daan Lidl-Trek

19. Etappe: Rueda – Guijuelo – 159 Km

1 Philipsen Jasper Alpecin-Deceuninck 180 03:50:35
2 Pedersen Mads Lidl-Trek 130 + 00
3 Aular Orluis Movistar Team 95 + 00
4 Biermans Jenthe ARKEA-B&B HOTELS 80 + 00
5 Turner Ben INEOS Grenadiers 60 + 00
6 Marit Arne Intermarché-Wanty 45 + 00
7 Christen Fabio Q36.5 Pro Cycling Team 40 + 00
8 Vernon Ethan Israel-Premier Tech 35 + 00
9 Gruel Thibaud Groupama-FDJ 30 + 00
10 Labrosse Jordan Decathlon AG2R La Mondiale Team 25 + 00

20. Etappe: Robledo de Chavela – Bola del Mundo, Puerto de Navacerrada – 156 Km

1 Vingegaard Jonas Team Visma | Lease a Bike 180 03:56:23
2 Kuss Sepp Team Visma | Lease a Bike 130 + 11
3 Hindley Jai Red Bull-BORA-hansgrohe 95 + 13
4 Pidcock Tom Q36.5 Pro Cycling Team 80 + 18
5 Almeida João UAE Team Emirates-XRG 60 + 22
6 Riccitello Matthew Israel-Premier Tech 45 + 24
7 Vine Jay UAE Team Emirates-XRG 40 + 47
8 Ciccone Giulio Lidl-Trek 35 + 01:11
9 Lecerf Junior Soudal Quick-Step 30 + 01:22
10 Pickering Finlay Bahrain Victorious 25 + 01:30

Vingegaard holt letzte Bergetappe in Rot

Am Vorschlusstag der Spanien-Rundfahrt 2025 machte Jonas Vingegaard (Visma) im Roten Trikot des Gesamtführenden an der Bola del Mundo den Deckel drauf. Der Däne gewann die 20. Etappe nach einer Attacke kurz vor der Kilometermarke. Am Ende des 12,3 Kilometer langen Schlussanstiegs hatte Vingegaard 11 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Sepp Kuss sowie 13 und 18 vor Jai Hindley (RB) und Tom Pidcock (Q36.5).
João Almeida (UAE) hatte auf dem 5. Platz 22 Sekunden und konnte Vingegaard zu keiner Zeit mehr gefährden, obschon Almeidas Team mit seiner Tempoarbeit im Schlussanstieg die Vorarbeit geleistet hatte. Größter Gewinner des Tages war Matthew Riccitello (Israel), der mit 24 Sekunden Rückstand einkam. Er musste die Top-5 des Tages zwar 2,7 Kilometer vor Ziel ziehen lassen, zog aber Giulio Pellizzari (RB) einen Tag vor Rundfahrt-Ende das weiße Trikot des besten Jungprofis aus.

Pellizzari fiel gemeinsam mit Gall schon 7 Kilometer vorm Ziel zurück. Gall konnte seinen Rückstand auf 2:16 Minuten begrenzen, musste den 7. Platz in der Gesamtwertung aber trotzdem an Kuss abgeben. Pelliizzari verlor 2:50 Minuten und musste das weiße Trikot und den 5. Gesamtplatz relativ deutlich an Riccitello abgeben.
Vingegaard untermauerte sein Rotes Trikot mit nun 1:16 Minuten Vorsprung vor Almeida. Pidcock kämpfte sich nur 3:11 Minuten hinter dem designierten Gesamtsieger zu seinem ersten Grand-Tour-Podest. Ex-Giro-Sieger Hindley fehlte dazu eine halbe Minute.

Aus der größeren Fluchtgruppe des Tages blieben im Schlussanstieg letztlich Mikel Landa (Soudal) und Giulio Ciccone (Lidl) an der Spitze übrig. Beide wurden 3,1 Kilometer vorm Ziel gestellt, als es so richtig steil wurde. Als Almeidas letzte Helfer Jay Vine während dieser Einholung ebenfalls ausscherte, übernahm Almeida selbst, brachte damit aber Vingegaard in keinerlei Schwierigkeiten.
Danach zog zeitweise Hindley das Tempo ab. Hinter ihm, Vingegaard, Almeida und Kuss gingen zu Pidcock immer wieder Lücken auf. Doch Pidcock konnte bis zum Zielsprint Tuchfühlung zu Hindley halten und damit seinen Podestplatz absichern.

21. Etappe: Alalpardo – Madrid – 101 Km

Die Etappe wurde neutralisiert und später aus Sicherheitsgründen kurz vor der letzten Runde abgesagt (Proteste auf der Rennstrecke).

Endstand:

1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 72:53:57
2. João Almeida (POR) – UAE-XRG +1:16
3. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 +3:11
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +3:41

5. Matthew Riccitello (USA) – Israel-Premier Tech +5:55
6. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +7:23
7. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +7:45
8. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R +7:50
9. Torstein Træen (NOR) – Bahrain Victorious +9:48
10. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +12:16
11. Junior Lecerf (BEL) – Soudal-Quick Step +14:00
12. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana +21:31
13. Abel Balderstone (ESP) – Caja Rural-Seguros RGA +28:07
14. Jaume Guardeño (ESP) – Caja Rural-Seguros RGA +30:30
15. Santiago Buitrago (COL) – Bahrain Victorious +45:38
16. Louis Meintjes (RSA) – Intermarché-Wanty +45:39

108. Giro d’Italia 16.Etappe

16. Etappe: Piazzola sul Brenta – San Valentino di Brentonico – 199 Km

Scaroni vor Fortunato, Doppel-Triumph für Astana, Carapaz stürmt

Einen Doppelerfolg feierten Christian Scaroni und Lorenzo Fortunato (beide XDS) auf der 16. Etappe des Giro d’Italia 2025 mit Bergankunft in San Valentino. Die beiden Italiener stammten aus der maximal 24-köpfigen Flucht des Tages. Mehrere Minuten dahinter drehte auf der ersten richtigen Alpenetappen Richard Carapaz (EF) auf, wohingegen Isaac del Toro (UAE) im Rosa Trikot des Gesamtführenden in den Gardasee-Bergen ordentlich ins Schwimmen geriet.
55 Sekunden hinter dem Spitzenduo belegte Giulio Pellizzari (RB) den 3. Platz, befreit vom Mühlstein Roglic, seinem Kapitän, der während der 16. Etappe endgülitg hinschmiss. Und auch Juan Ayuso (UAE), neben Roglic vorm Giro noch Top-Favorit auf den Gesamtsieg, verlor alle Ambitionen, weil er schon früh abreißen ließ.

So sah sich del Toro bei der ersten Stunde der Wahrheit im Schlussanstieg Attacken seiner Konkurrenten ausgesetzt. Dem Antritt des Gesamtzweiten Simon Yates (Visma) konnte del Toro noch folgen, ebenso wie Carapaz und Derek Gee (Israel). Dann attackierte Carapaz unwiderstehlich, schloss zum zuvor ausgebrochenen Pellizzari auf und erreichte 15 Sekunden hinter diesem das Ziel auf dem 4. Platz.
Gee löste sich in der Folgezeit von Yates und del Toro und kam 13 Sekunden hinter Carapaz an. Nächster Fahrer im Ziel war mit Cepeda ein früher Ausreißer, der am längsten mit Scaroni und Fortunato mithalten konnte. Zu Yates schloss Storer (Tudor) auf. Beide kamen 42 Sekunden hinter Carapaz ein. Del Toro wurde noch hinter Bernal (Ineos), Caruso (Bahrain) und 2 weitere frühe Ausreißer durchgereicht.


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Ergebnis
1. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana 5:35:05
2. Lorenzo Fortunato (ITA) – XDS-Astana gl.Zeit
3. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +0:55

4. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +1:10
5. Derek Gee (CAN) – Israel-Premier Tech +1:23
6. Jefferson Cepeda (ECU) – Movistar +1:43
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +1:52
8. Simon Yates (GBR) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
9. Gijs Leemreize (NED) – Picnic-PostNL +2:19
10. Yannis Voisard (SUI) – Tudor +2:31
11. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers gl.Zeit
12. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious gl.Zeit
13. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +2:46
14. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +3:07
15. Antonio Tiberi (ITA) – Bahrain Victorious +3:51
16. Einer Rubio (COL) – Movistar +4:03
17. Max Poole (GBR) – Picnic-PostNL +4:29
18. Davide Piganzoli (ITA) – Polti-Visitmalta +4:54
19. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 +5:53
20. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +6:05

35. Juan Ayuso (ESP) – UAE-XRG +14:47
DNF Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora
DNF Joshua Tarling (GBR) – Ineos Grenadiers
DNF Alessio Martinelli (ITA) – VF Group-Bardiani
DNS Milan Fretin (BEL) – Cofidis
DNS Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step

Del Toros Vorsprung in der Gesamtwertung schmolz auf 26 und 31 Sekunden gegenüber Simon Yates und Richard Carapaz. Und auch Gee pirschte sich auf 91 Sekunden ans Rosa Trikot heran. Ayuso verlor fast eine Viertelstunde und fiel vom 3. auf den 17. Platz zurück. Das bisher so überlegene Allstar-Team aus den Emiraten fiel auf der 16. Etappe wie ein Kartenhaus zusammen.
69 Sekunden hinter Gee rückte Damiano Caruso vor auf den 5. Platz. Auf den 6. Platz verbesserte sich Egan Bernal, der allerdings während der 16. Etappe durch einen Sturz beeinträchtigt wurde. Storer kletterte von 12 auf 7, Pellizzari sogar von 18 auf 9. Pellizzari hatte in den 2 Wochen zuvor viel Zeit im Dienste von Roglic verschleudert. Sturzpilot Roglic fiel auf der 16. Etappe zum 4. Mal bei diesem Giro hin und stieg dann ins Teamfahrzeug. Der ebenfalls hoch gewettete Tiberi (Bahrain) verlor derweil weiter an Boden und fiel zurück auf den 8. Platz. Er trägt aber ab sofort anstatt Ayuso stellvertretend für del Toro das weiße Trikot für die Jungprofi-Wertung.

Gesamtwertung
1. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG 61:31:56

2. Simon Yates (GBR) – Visma-Lease a Bike +0:26
3. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +0:31
4. Derek Gee (CAN) – Israel-Premier Tech +1:31
5. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +2:40
6. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers +3:23
7. Michael Storer (AUS) – Tudor +3:31
8. Antonio Tiberi (ITA) – Bahrain Victorious +4:07
9. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +4:36
10. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +5:08
11. Einer Rubio (COL) – Movistar +5:43
12. Davide Piganzoli (ITA) – Polti-Visitmalta +7:19
13. Max Poole (GBR) – Picnic-PostNL +7:34
14. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +7:43
15. Thymen Arensman (NED) – Ineos Grenadiers +8:13
16. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 +8:35
17. Juan Ayuso (ESP) – UAE-XRG +13:27

Nach dem letzten Ruhetag starteten 167 verbliebene Fahrer in eine äußerst ungemütliche 16. Etappe – bei Dauerregen und unter Raumtemperatur. Stürze waren an der Tagesordnung. Mehrere Fahrer rutschten auf den durchnässten Straßen mal einfach so weg. 179 Kilometer vorm Ziel glitt Tarling (Ineos) in der 7-köpfigen Spitzengruppe in einem Kreisverkehr aus, krachte mit der Hüfte hart in die Leitplanke und krümmte sich vor Schmerzen.
An der Spitze blieben zunächst Rafferty (EF), Germani (Groupama), Barrenetxea (Movistar), Azparren (Q36.5), Cerny (Soudal) und van Aert (Visma). Über 30 Kilometer später löste sich eine 18-köpfige Verfolgergruppe im unteren Bereich des ersten von 4 Bergen der 16. Etappe. Mit dabei waren Guglielmi (Arkéa), Bilbao (Bahrain), Moniquet (Cofidis), Gudmestad (Decathlon), Gaudu (Groupama), Heiduk (Ineos), Petilli (Intermarché), Cepeda (Movistar), Engelhardt (Jayco), Leemreize (Picnic), Bais, Bais (beide Polti), Voisard (Tudor), Covili, Martinelli (beide VF), Fortunato, Masnada und Scaroni (alle XDS).

Kurz unterhalb des Gipfels schlossen die beiden Gruppen 128 Kilometer vorm Ziel zusammen, und oben zementierte Fortunato standesgemäß sein blaues Bergtrikot. Der Vorsprung vorm Hauptfeld betrug oben 6:30 Minuten.
In der Abfahrt fiel Alessio Martinelli an erster Position der Fluchtgruppe fatal in einer Linkskurve hin. Er schlitterte über die Straße und stürzte dann metertief in die Schlucht. Der Vorsprung der übrigen 23 Ausreißer weitete sich unterdessen bis zum nächsten Anstieg auf 8:30 Minuten aus. Das Team des Gesamtführenden del Toro schlug ein defensives Tempo an …
Im zweiten Anstieg übernahm einmal mehr bei diesem Giro das Team des angrifflustigen Bernal die Tempoarbeit. Ayuso gondelte, fummelnd an Handschuhen und Regenjacken, hinter der Musik in den Begleitfahrzeugen herum. Er kam zwar noch einmal zurück, aber das Unheil für ihn deutete sich hier schon an.

Im unteren Bereich der Abfahrt stürzte Bernal. Der zwischenzeitlich auf fast nur noch 5 Minuten gefallen Rückstand zur Spitze sprang danach schnell auf über 9 Minuten nach oben. 65 Kilometer vorm Ziel hatte sich vor den letzten 2 schweren Anstiegen der Regen verzogen, und die Sonne kam heraus.

Im kehrenreichen Anstieg hoch nach Santa Barbara fiel die bis hierhin immer noch 23-köpfige Spitzengruppe schnell auseinander. Oben waren schließlich Bilbao, Moniquet, Cepeda, Leemreize, Voisard, Fortunato und Scaroni vorn. Fortunato sicherte sich wie schon an den beiden Anstiegen zuvor die Bergpunkte. Er ließ die Maximalpunktzahl für den Tag nur liegen, weil er am Ende Scaroni den Etappensieg überließ. In der Bergwertung ums Blaue Trikot liegt er sowieso uneinholbar vorn.
Unter den Klassementfahrern platzte Ayuso früh im Anstieg endgültig ab, dazu aus den bisherigen Top-Ten Arensman (Ineos). Storer attackierte mit Max Poole (Picnic) am Rad. Bernal fiel ebenfalls zurück, kämpfte sich aber wieder heran an eine Gruppe mit del Toro, dessen Helfern Adam Yates und Majka sowie Pellizzari, Tiberi, Caruso, Carapaz, Gee, Rubio (Movistar) und Simon Yates. Diese Gruppe lag am Gipfel weniger als 10 Sekunden hinter Storer und Pool, denen wiederum 4 Minuten zur Spitze fehlten.
In der Abfahrt ließ es Voisard mächtig rollen. Das kurze Flachstück und den Fuß des 18,2 Kilometer langen, stufenförmigen Schlussanstieg erreicheite Voisard 20 Sekunden vor den 6 Verfolgern und 4:45 vor der Gruppe ums Rosa Trikot, der auch wieder Storer und Poole angehörten.
Im Schlussanstieg etablierten sich Fortunato, Scaroni und Cepeda als Verfolger von Voisard, der 13 Kilometer vor Schluss gestellt war. 2,5 Kilometer später setzte sich Scaroni nach vorne ab, und weitere 1,5 Kilometer später stellte auch Fortunato Cepeda loswerden. Er rollte vor zu Scaroni und man konnte teamintern den Tagessieger wählen.

Für die Gruppe der Klassementbesten machte im Schlussanstieg plötzlich der von vorne zurückgefallene van Aert Tempo für Simon Yates. Poole und Adam Yates ließen abreißen. Als van Aert fertig war, entschied sich Simon Yates gegen einen Angriff. Majka verschleppte das Tempo, so dass Adam Yates wieder zurückkam. Pellizzari nutzte diesen Moment für seine Attacke.
So dauerte es noch ein wenig, bis schließlich Simon Yates attackierte, und von da an war es Mann gegen Mann. Del Toro zeigte sich wie bisher immer beim Giro 2025 souverän und sprang mit, gefolgt von Carapaz. Außerdem versuchten es Gee, Storer und Rubio. Doch nur Gee kam hin.

Der Moment des Tages folgte: Mit einer Mischung aus Cleverness, Spritzigkeit, Kraft und Willensstärke trat Carapaz explosionsartig aus 3. Position an. Gee hinter ihm konnte und wollte nicht reagieren. Yates und del Toro wirkten überrumpelt und konnten auch nicht antworten. Im Gegenteil: Gee rollte den beiden wenig später davon. Del Toros Bilanz war gebrochen.
Carapaz schloss zu Pellizzari, der sich fortan hinten anhängte. Nur ganz zum Schluss sprang er für den 3. Platz wieder davon. Storer erreichte Yates und del Toro, der wiederum auch diese beiden ziehen lassen musste. Bernal, Caruso und kurzzeitig noch einmal Adam Yates schlossen auf zu del Toro, der aber wenig später wieder ganz allein war. Denn Bernal und Caruso hängten ihn ab. Del Toro verlor 1:36 Minuten auf Carapaz und 54 auf Simon Yates und rettete damit vorerst das Rosa Trikot.
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Giulio Pellizzari wechselt zu Red Bull – BORA – hansgrohe

Etappenzweiter beim Giro d’Italia, Zweiter im Kampf um das Maglia Azzura beim Giro, Dritter der Slowenien-Rundfahrt, Top10 im Klassement der Tour of the Alps und der Österreich-Rundfahrt – Giulio Pellizzari fährt eine aufsehenerregende Saison. Ab 2025 wechselt der Youngster in die WorldTour in das Trikot von Red Bull – BORA – hansgrohe.

Giulio Pellizzari ist erst 20 Jahre alt und gilt als eines der größten Bergfahrer-Talente Italiens. Als Zweiter der Tour de l’Avenir zeigte er im vergangenen Jahr bei einem der wichtigsten Nachwuchsrennen sein Können. In diesem Jahr folgte die Grand Tour-Premiere. Als jüngster Fahrer im Peloton! Und was für ein Debüt er beim Giro d’Italia zeigte: Unvergessen sind das Etappenziel am Monte Pana, das er zwischen Tadej Pogačar und Dani Martínez als Zweiter erreichte, der Gewinn der Cima Coppi-Sonderwertung im Fotofinish oder seine Attacken am Monte Grappa.

Giulio Pellizzari: „Ich freue mich sehr, Teil des neuen Projekts Red Bull – BORA – hansgrohe zu sein. Ich kann es kaum erwarten, mit dem neuen Team zu starten und gemeinsam große Ziele zu erreichen.“

Ralph Denk, CEO Red Bull – BORA – hansgrohe: „Talente finden und entwickeln – das steht in unserer Vision weit oben und das zeigen unsere Transfers für 2025. Giulio hat sein Kletter-Potential trotz seines jungen Alters bereits bei großen Rennen gezeigt. Darauf wollen wir mit unserer Performance-Struktur aufbauen und in seiner Entwicklung zu einem Top-Fahrer den nächsten Schritt gehen.“