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Das einmalige „Kriterium der Giganten“ 1963 im Nürnberger Stadion

Artikel von Manfred Marr

In den mehr als 70 Jahren seit ich den Radsport begeistert und aufmerksam verfolgt habe, sind mir bis heute einige ganz außergewöhnliche Veranstaltungen besonders in Erinnerung geblieben. Eine von ihnen war am 30. August 1963.
An jenem schönen August-Abend fuhr ich per Rad zum Nürnberger Stadion – nicht um den 1. FCN zu sehen – sondern um zwei der damals größten Weltstars des Profi-Radsports ab 20.00 Uhr bei Flutlicht zu erleben:


Ein einmaliges Rennprogramm wie es Nürnberg noch noch nie vorher sah!

Ein „KRITERUIM DER GIGANTEN“

wurde im Rennprogramm angekündigt und das war damals keinesfalls übertrieben, denn an diesem Abend fuhren auf der Aschenbahn des Stadions auf Bahnmaschinen:

Jacques Anquetil (Frakreich), der damals bereits vierfache Tour de France-Sieger, der 1963 neben der Tour Jahr auch Paris-Nizza, die Spanien-Rundfahrt und die Trophée Dauphine gewonnen hatte. Er war damit der absolute Super-Star des internationalen Profi-Radsports!
Federico Bahamontes (Spanien) der Tour de France-Sieger 1959, der 1963 hinter Anquetil Zweiter der Tour de France war und bis 1963 bereits fünfmal die Gesamt-Bergwertung der Tour de France gewonnen hatte. Ein Bergtrikot gab es damals noch nicht.
Hennes Junkermann (Deutschland), der zweimal die Tour de Suisse gewonnen hatte und zehnmal Deutscher Meister auf Bahn und Straße war.
Rolf Wolfshohl (Deutschland), dreimaliger Cross-Weltmeister und 1963 erfolgreichster Straßenprofi im Ausland.
Dieter Kemper (Deutschland), Etappensieger der Deutschland-Rundfahrt und der Tour de Suisse, Deutscher Meister der Profis im Verfolgungsfahren.
Lucien „Lull“ Gillen (Luxemburg, Kriteriums-Spezialist und 9-facher Sechstage-Sieger.

Rund 5000 Radsportfans feuerten die berühmten Asse begeistert an.
Ausgetragen wurde ein Omnium mit Zweier-Verfolgungsrennen, einem Punkte- und einem Ausscheidungsfahren, bei dem die beiden schnellen Allrounder Kemper und Gillen am besten mit der Aschenbahn zurechtkamen.


Diese seltene Aufnahme von der Zweier-Verfolgung bei Flutlicht auf der Aschenbahn zeigt Bahamontes und Anquetil

Kemper gewann das Omnium vor Gillen und Junkermann.


Dieter Kemper war der herausragende Mann des Abends

Mit am Start waren u.a. auch Sigi Renz, Klaus Bugdahl, WolfgangSchulze, Horst Oldenburg, Willi Altig, Manfred Donike, Rudi Theissen, Ehrenfried Rudolph und viele weitere erfolgreiche deutsche Profis.

Es gab viele kurze Interviews mit den Teilnehmern und ich konnte meine damals schon sehr umfangreiche Autogramm-Sammlung um einige wertvolle „Schätze“ vergrößern. Leider hatte ich damals noch keinen Fotoaparat, doch die Erinnerungen an diesen tollen Abend bleiben mir für immer!

Manfred M a r r

Miguel Indurain wurde in die Hall of Fame des Giro d’Italia aufgenommen


MIGUEL INDURAIN IN DER GIRO D’ITALIA HALL OF FAME INDUKTIERT
Der Spanier, der 1992 und 1993 nach epischen Herausforderungen den Corsa Rosa gewann, reiht sich neben Merckx, Gimondi, Roche, Moser, Baldini und Hinault in die Ehrenliste ein.

Mailand 5. April 2018 – Miguel Indurain, der vielen Radsportfans wie „Miguelon“ oder „The Navarro“ bekannt ist, ist ein Riese in der Geschichte des Radsports. Als extrem starker Zeitfahrer, der seine berühmtesten Siege in Etappen gegen die Zeit baute, wusste Indurain auch, wie er sich in den Bergen verteidigte. Er gewann 1992 und 1993 den Giro d’Italia und fünf aufeinanderfolgende Tours de France. Seine Palmares haben auch eine Einzelzeitfahren-Weltmeisterschaft 1995, die Olympische Goldmedaille für Einzelzeitfahren in Atlanta 1996 und den Stunden-Rekord 1994.

Der Corsa Rosa feiert ihn heute mit seiner Einweihung in die Hall of Fame des Giro d’Italia – in der atemberaubenden Kulisse des Teatro Gerolamo (Gerolamo Theater) in Mailand, nur einen Steinwurf vom Dom von Mailand entfernt.


Credit: Riccardo Guasco

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