18. Etappe: Morbegno – Cesano Maderno – 144 Km
Nico Denz mit 17-Kilometer-Siegessolo
Nico Denz (RB) gewann die 18. Etappe des Giro d’Italia als Solist. Der 31-jährige Deutsche distanzierte 17 Kilometer vorm Ziel 10 Mitausreißer auf dem flachen Schlussrundkurs von Cesano Maderno. Eine Minute hinter Denz sprintete Mirco Maestri (Polti) auf den 2. Platz vor Edward Planckaert (Alpecin).
Die 11-köpfige Gruppe hatte sich 33 Kilometer vorm Ziel aus einem größeren Spitzenfeld gelöst, das maximal 37 Fahrer umfasste. Das Hauptfeld mit den besten Klassementfahrern erreichte mit fast 14 Minuten Rückstand das Ziel. Auf der zwischen den Alpenetappen eingebetteten Flachetappe schlug das Pendel 4 Tage vor Giro-Ende schnell zugunsten der Ausreißer aus, zumal sich ein paar Sprinter in der Flucht befanden.
Ergebnis
1. Nico Denz (GER) – Red Bull-Bora 3:12:07
2. Mirco Maesti (ITA) – Polti-Visitmalta +1:01
3. Edward Planckaert (BEL) – Alpecin-Deceuninck
4. Filippo Magli (ITA) – VF Group-Bardiani
5. Alex Edmondson (AUS) – Picnic-PostNL alle
6. Dries de Bondt (BEL) – Decathlon-AG2R
7. Daan Hoole (NED) – Lidl-Trek
8. Davide de Pretto (ITA) – Jayco-Alula gleiche
9. Nicola Conci (ITA) – XDS-Astana
10. Larry Warbasse (USA) – Tudor
11. Dylan van Baarle (NED) – Visma-Lease a Bike Zeit
12. Rick Pluimers (NED) – Tudor +3:40
– 161 Fahrer klassiert.
DNF Juan Ayuso (ESP) – UAE-XRG
Vor den beiden entscheidenden, schweren Bergetappen in den Westalpen gab es erstmals seit längerem keine Veränderungen im vorderen Bereich der Gesamtwertung. Isaac del Toro (UAE) holte sich sein 10. Rosa Trikot ab, und es blieb bei 41 und 51 Sekunden Vorsprung vor Richard Carapaz (EF) und Simon Yates (Visma).
Del Toros Teamkollege und ehemaliger Kapitän Ayuso stieg in der Anfangsphase der 18. Etappe aus. Er war wegen eines Insektenstichs mit zugeschwollenem Auge an der Startlinie erschienen. In der Gesamtwertung spielte Ayuso ohnehin keine Rolle mehr. Er war immerhin als einer der beiden Top-Favoriten in den Giro 2025 gegangen.
Gesamtwertung
1. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG 68:56:32
2. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +0:41
3. Simon Yates (GBR) – Visma-Lease a Bike +0:51
4. Derek Gee (CAN) – Israel-Premier Tech +1:57
5. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +3:06
6. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers +4:43
7. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +5:02
8. Einer Rubio (COL) – Movistar +6:09
9. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +7:45
10. Michael Storer (AUS) – Tudor +7:46
11. Max Poole (GBR) – Picnic-PostNL +8:00
12. Brandon McNulty (USA) – UAE-XRG +9:03
13. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 +9:55
14. Davide Piganzoli (ITA) – Polti-Visitmalta +11:31
15. Antonio Tiberi (ITA) – Bahrain Victorious +14:48
Nach längerer Findungsphase im Osten des Comer Sees formierte sich die riesige Flucht um Denz, die somit den Tagessieg auf der 18. Etappe unter sich ausmachen sollte. Vorne war Ulissi (XDS) mit über 40 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot der bestplatzierte Fahrer in der Gesamtwertung. Entsprechend konnte der Abstand zum Hauptfeld wachsen. Trotzdem entbrannte quasi von Beginn weg eine Springerei, um die Gruppe zu verkleinern.
Wesentlich gelang dies allerdings erst bei der Vorentscheidung 33 Kilometer vorm Ziel. Den Postabgang erwischten neben Denz, Maestri und Planckaert auch de Bondt (Decathlon), Hoole (Lidl), de Pretto (Jayco), Edmondson (Picnic), van Baarle (Visma), Warbasse (Tudor), Magli (VF) und Conci (XDS). Die 3 endschnellen Groves (Alpecin), Pedersen (Lidl) und van Aert (Visma), die ebenfalls zur Flucht gehörten, konnten also nicht um den Tagessieg mitfahren.
Mehrere Teams waren zahlenmäßig mehrfach an der Spitze vertreten, Nico Denz hingegen ganz alleine.

Plomi Foto
Trotzdem brachte Denz das Kunsstück fertig, seinen sensationellen 2 Giro-Etappensiegen von 2023 einen weiteren hinzuzufügen. Von seinen nun 7 Profisiegen stammt damit fast die Hälfte aus dem Giro d’Italia. Nach dem Ausscheiden seines Kapitäns Roglic, der neben Ayuso ursprünglich mal der andere Top-Favorit war, konnte Denz nun die Teambilanz etwas aufpolieren.
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Nico Denz gewinnt die 18. Giro-Etappe mit Stil und sorgt für den 300. Sieg von Red Bull – BORA – hansgrohe.
Der Giro d’Italia 2025 bleibt für Red Bull – BORA – hansgrohe eine emotionale Reise – und Nico Denz sorgt mit einem eindrucksvollen Solosieg auf der 18. Etappe für ein echtes Highlight. Von Morbegno nach Cesano Maderno setzte sich der 31-Jährige aus einer Spitzengruppe ab und setzte 18 Kilometer vor dem Ziel eine beherzte Attacke – souverän und mit deutlichem Vorsprung konnte er den Sieg als Solist genießen.
„Das ist wahrscheinlich der emotionalste Sieg meiner Karriere. Wir haben so viel investiert, um mit Primož das Gesamtklassement zu gewinnen, nicht nur wir Fahrer, sondern das gesamte Team, alle Mitarbeiter. Wir waren lange im Höhentrainingslager, und jetzt sind wir seit drei Monaten unterwegs. Ich habe in der ganzen Zeit meine Frau und Kinder nicht gesehen. Als Primož aussteigen musste, ist auch ein Traum geplatzt. Danach habe ich mir das Garibaldi geschnappt und geschaut: Es gab eigentlich nur diese eine Etappe, die wirklich zu mir passte. Also habe ich mich voll darauf konzentriert und heute alles auf eine Karte gesetzt. Im Finale lief die Zusammenarbeit in der Gruppe nicht gut, und als sich eine kleine Lücke ergeben hat, habe ich einfach gedacht: Warum nicht? Ich habe’s durchgezogen. Und das alles am Vatertag – deshalb gehen heute ganz besondere Grüße nach Hause nach Deutschland. Das ist ein ganz spezieller Sieg für mich“, sagt Nico Denz im Zielinterview.
Es ist bereits der dritte Giro-Etappensieg seiner Karriere nach dem Doppelschlag 2023 – und ein ganz besonderer: Mit dem heutigen Erfolg schreibt Nico Denz Teamgeschichte. Es ist der 300. Sieg seit Gründung des Teams.
Was 2010 unter dem Namen Team NetApp in der dritten Liga begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem der Top-Rennställe im Profi-Peloton – mit Vision, Leidenschaft und konstanter Weiterentwicklung. Der 29. Mai 2025 steht nun als Meilenstein in der Chronik von Red Bull – BORA – hansgrohe.





