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RAAM2026: Philipp Kaider triumphiert erneut

Der Niederösterreicher Philipp Kaider gewinnt das 4938 Kilometer lange Race Across America, zum zweiten Mal in Folge. In 8 Tagen 18 Stunden und 58 Minuten schreibt der 40-Jährige damit ein weiteres Kapitel österreichischer Sportgeschichte. Es ist dies bei der 44. Auflage der bereits 13. Sieg eines Österreichers.

Am Dienstag letzte Woche startete Kaider von Oceanside an der kalifornischen Pazifikküste mit seinem 11-köpfigen Team in sein zweites RAAM. Temperaturen von über 43°C in der Wüste, dünne Luft auf über 3.300 Metern über dem Meer, schlechte Straßen auf den endlosen Geraden und viel Verkehr verlangten ihm alles ab. Probleme in der Sitzregion sowie zunehmende Nacken- und Schulterprobleme konnten den Niederösterreicher aber von seinem Sieg nicht abhalten. Kaider trotzte den Strapazen und mit 80 Minuten Schlaf pro Tag (erste Schlafpause nach 35 Stunden) und Powernaps gegen Ende des Rennes fuhr er heute morgen (US-Zeit) nach 8 Tagen 18 Stunden und 58 Minuten erneut beim wohl härtesten Radrennen der Welt in Atlantic City an der Atlantikküste als Erster über die Ziellinie. Er unterbot damit seine Vorjahreszeit um 3 Stunden und 34 Minuten.

Glücklich im Ziel meint er: „Das ist schon sehr schräg. Das ist unglaublich verrückt, dass einem das zweimal passieren kann, dass man das zweimal gewinnen kann. Zweimal zu finishen und zweimal zu gewinnen ist schon unbeschreiblich!“ Am unspektakulären Ende vor dem Surf Stadion von Atlantic City brachen bei Kaider und seiner Crew alle Dämme. Das Erlebte, das neun Tage lang auf sie einprasselte, muss jetzt erst mal verarbeitet werden.

Das Schwierigste für Kaider war in diesem Jahr der Vergleich zum Vorjahr, den er eigentlich nicht anstellen wollte: „Ich bin aber nicht weggekommen davon. Man vergleicht sich doch immer wieder. Dann habe ich mir gedacht: ‚Warum habe ich heuer nicht so viel Spaß, wie letztes Jahr?‘, obwohl es perfekt rennt. Gleichzeitig war das dann aber eine große Erkenntnis wieder, wie ich draufgekommen bin, dass ich es so akzeptieren muss, wie es ist und ich keine großen Erwartungen haben muss.“

Es waren vor allem die Momente des Scheiterns in den letzten 14 Jahren. Viele Fehler zu Beginn seiner sportlichen Karriere, nachdem er als Kettenraucher sein Leben vollständig umgekrempelt hat, nahm er zum Anlass sich zu verbessern. Diese Momente waren es, die ihm letztendlich den zweiten RAAM-Sieg ermöglichten. „Meine Erfahrungen gebe ich natürlich weiter in einer Vortragsreihe die heißt „Erfolgsfaktor Scheitern“, da gehe ich sehr detailreich und sehr offen mit meinen Erfahrungen um.“

Wie auch im Vorjahr hat sich die Crew als Schlüssel zum Erfolg erwiesen. „Ich kann nur Radfahren. Auch wenn es nicht so wirkt: Ultracycling ist ein Mannschaftssport!“, bedankt sich Kaider bei seinem Team.
Am meisten wird dem Niederösterreicher von den 4938 Kilometern durch die USA in Erinnerung bleiben, dass er festgestellt hat, wie sehr eine neue Zielsetzung eine Eigendynamik reinbringt. Die letzten 500km waren eine unglaubliche Demonstration starken Willens, deren viele taktische Überlegungen seitens des Teams vorausgingen. „Auch wenn es eine neue Zielsetzung aufgrund einer Trotzreaktion meinerseits war, hat das eine irrsinnige Dynamik ausgelöst und wir sind zum Schluss richtig schnell Rennen gefahren“, freut sich der frischgebackene zweifache RAAM-Sieger.

Kilometer für den guten Zweck
Die Kilometer hat Kaider auch heuer wieder für die Sonne Radl-Challenge in die Pedale getreten. Bei der Aktion werden bis Ende Juni alle geradelten Kilometer von Sponsoren in Spenden umgewandelt, um Kindern in Malawi Zugang zu Bildung und Sportunterricht zu ermöglichen. Die Kilometer des Niederösterreichers werden von der Wolkersdorfer Druckerei Gerin in bares Geld umgewandelt.
„Jeder, der ein Rad hat, ist eigentlich verpflichtet mitzumachen. Man kann mit einem sehr geringen Aufwand das Leben eines Kindes verändern“, sagte Kaider bereits vor dem Start des Rennens.

Website Race Across America: https://www.raamrace.org/
Live-Tracking: https://www.raamrace.org/live-tracking
Sonne Radl-Challenge: https://www.sonne-international.org/sonne-radl-challenge-2026/

Über Philipp Kaider
Vom Kettenraucher zum Race Across America Sieger – Philipp Kaider (geb. 1985) ist einer der erfolgreichsten Ultraradfahrer Europas – und ein Paradebeispiel für mentale Stärke und Ausdauer. Der diplomierte Krankenpfleger aus Wolkersdorf im niederösterreichischen Weinviertel tauschte im Jahr 2012 eine Packung Zigaretten pro Tag gegen das Fahrrad, um dem Suchtdruck zu entkommen und legte damit den Grundstein für eine beeindruckende sportliche Karriere.

Erfolge (Auszug):
– Sieger Race Across America 2025 – 4.900 km in 8d 22h 32min
– 24h-Zeitfahr-Weltmeister 2022 & 2024
– Österreichischer Meister Ultra-Cycling 2024
– Vize-Weltmeister Ultra-Cycling 2024
– Guinness-Weltrekord: Österreich-Durchquerung in exakt 19h (2023)
– Sieger Race Around Austria & Race Around Niederösterreich

Mit über 30.000 Jahreskilometern, eiserner Disziplin, mentaler Stärke und seinem Motto „Die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft“ beweist der Niederösterreicher, was mit Fokus und Willenskraft möglich ist, wenn man seine Komfortzone verlässt und an sich glaubt. Er unterstützt mit „Sonne international“ – ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder dieser Welt – und „Hilfe im eigenen Land“ zwei Projekte im In- und Ausland.

Web: www.philippkaider.at
Strava: Philipp Kaider
Instagram: philipp_kaider_cycling
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RAAM2026: Mit Wiener Schnitzel und Schmäh durch die USA

Es geht in Tag 7 für Philipp Kaider beim Race Across America. Die letzten 1000 der 4938 Kilometer langen Strecke durch die USA sind angebrochen. Der Fussball-WM-Ausrichter zeigt sich für die Radfahrer als sehr gastfreundlich. Fans entlang der Strecke und Wiener Schnitzel für die Crew halten die Stimmung im Team Kaider hoch.

Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die etwas besonders machen. Mittlerweile in Indiana angekommen zeigen sich am Straßenrand immer mehr Fans, die dem Österreicher zujubeln. Eine nette Geste kam von Elisabeth und ihrem Mann Scott. Die gebürtige Niederösterreicherin (Melk) wanderte vor Jahrzehnten aus. Mit ihrem Mann lebt sie direkt an der RAAM-Strecke und hat das Team im Vorfeld über Instagram angeschrieben und zum Essen eingeladen. Wiener Schnitzel und Linzertorte „Made in USA“ hebten die Stimmung im Team Kaider sichtlich. „Hilft mir aber nix, ich kann ja nix essen!“, schaute Kaider selbst aber durch die Finger (Anm.: Kaider ernährt sich während dem Rennen flüssig).

Seit sechseinhalb Tagen radelt er nun schon durch die USA. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,5 km/h (inkl. aller Pausen) ist der Niederösterreicher aktuell einen Km/h schneller als bei seinem Sieg im Vorjahr. Die auftretenden gesundheitlichen Beschwerden fasst Teamarzt Dr. Karl Spandl wie folgt zusammen: „So weit ist alles stabil. Es gibt natürlich jetzt nach 140 Stunden im Rennen kleine Probleme. Vor allem, was die Sitzregion betrifft. Wir kontrollieren das aber täglich, tragen Cremes auf, sodass sich keine Infektion in den kleinen Hautrissen bildet. Er kommt mit den Beschwerden ganz gut zurecht“. Auch die Schmerzen im Knie, vor allem nach einer Schlafpause, hat man ganz gut im Griff.

Dass Kaider trotz der enormen Belastung noch über ausreichend mentale Reserven verfügt bewies er mit einer Aktion, die seine Crew kurzzeitig in Alarmbereitschaft versetzte. Gemeinsam mit Crew A inszenierte er einen kleinen Streich.
„Er ist zu einem Stopp gekommen und hat so getan, als wäre er völlig fertig. Wir haben sofort begonnen zu überlegen, was los sein könnte und verschiedene Szenarien durchgespielt. Dann springt er plötzlich auf und sagt, dass er uns nur reingelegt hat“, erzählt Stefan Krejcza von Crew B lachend. Die Antwort der Crew ließ aber nicht lange auf sich warten: „Wir haben ihm versprochen, dass er das irgendwann noch büßen wird.“

Von Indiana geht es jetzt weiter Richtung Ohio und den Appalachen: „Da wird es dann zäh!“ erinnert sich Kaider auf diesen Abschnitt. Lange und steile Anstiege hoch und runter werden ihm alles abverlangen.

Der 8. Tag ist für Philipp Kaider beim Race Across America angebrochen und der Weg Richtung Atlantic City an der US-Ostküste wird immer kürzer. Vor allem der Schlafentzug machen dem Niederösterreicher nach 175 Stunden im Sattel zu schaffen.

„Mir ist es sieben Stunden lang schlecht gegangen“, schilderte Kaider. Selbst zwei Powernaps und Koffein brachten nicht die gewünschte Wirkung. Nach einem zunächst guten Start nach der Schlafpause wurde die Müdigkeit im kupierten Gelände von Ohio immer mehr zum Thema. Das viele Rauf und Runter war zermürbend. Nach Rücksprache mit Trainer Markus Kinzlbauer in Österreich wurde dann ein erster außerplanmäßiger Schlafstopp eingelegt.

„Philipp hat eine sehr gute und sehr schnelle erste Hälfte hinter sich. Die klimatischen Bedingungen hat das Team hervorragend gemeistert. Im zweiten Teil machen sich die Strapazen natürlich bemerkbar und die schwierigen Phasen beeinträchtigen die Geschwindigkeit und Leistung deutlich mehr. Philipp fährt aber noch auf sehr hohem Niveau und hält einen Vorsprung zu seiner letztjährigen Zeit sehr konstant. Vor allem befindet er sich noch in einem den Umständen entsprechenden hervorragenden physischen und psychischen Zustand. Die Crew leistet hier hervorragende Arbeit“, analysiert Trainer Kinzlbauer den Rennverlauf.

Nach der Hälfte der geplanten 80 Minuten stand der Kaider dann aber bereits wieder in der Tür und wollte weiterfahren. Er fand danach auch gleich wieder gut in den Rhythmus und am Appalachian Highway zeigte sich Kaider positiv überrascht: „Ich habe es viel schlimmer in Erinnerung, weil letztes Jahr war es finster, ich hatte Gegenwind und Regen. So bei Sonnenuntergang ist er perfekt!“
Für das Team folgte eine beeindruckende Vorstellung. „Das war eine seiner stärksten Leistungen im gesamten Rennen“, freut sich das Team. Mittlerweile hat Kaider West Virginia erreicht. Zur Feier des Tages durfte natürlich ein gemeinsames Singen von „Country Roads“ nicht fehlen.

Kilometer für den guten Zweck
Auch heuer tritt Kaider seine Kilometer wieder für die Sonne Radl-Challenge. Bei der Aktion werden bis Ende Juni alle geradelten Kilometer von Sponsoren in Spenden umgewandelt, um Kindern in Malawi Zugang zu Bildung und Sportunterricht zu ermöglichen. Rund 4.500 Kilometer hat Kaider bereits beigetragen. Diese werden von der Druckerei Gerin in bare Münze verwandelt.
„Jeder, der ein Rad hat, ist eigentlich verpflichtet mitzumachen. Man kann mit einem sehr geringen Aufwand das Leben eines Kindes verändern“, sagte Kaider bereits vor dem Start des Rennens.

Fotos
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Redaktionelle Verwendung frei bei Angabe Copyright © Joe Ambrosch

Videobeitrag K19
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Über Philipp Kaider
Vom Kettenraucher zum Race Across America Sieger – Philipp Kaider (geb. 1985) ist einer der erfolgreichsten Ultraradfahrer Europas – und ein Paradebeispiel für mentale Stärke und Ausdauer. Der diplomierte Krankenpfleger aus Wolkersdorf im niederösterreichischen Weinviertel tauschte im Jahr 2012 eine Packung Zigaretten pro Tag gegen das Fahrrad, um dem Suchtdruck zu entkommen und legte damit den Grundstein für eine beeindruckende sportliche Karriere.

Erfolge (Auszug):
– Sieger Race Across America 2025 – 4.900 km in 8d 22h 32min
– 24h-Zeitfahr-Weltmeister 2022 & 2024
– Österreichischer Meister Ultra-Cycling 2024
– Vize-Weltmeister Ultra-Cycling 2024
– Guinness-Weltrekord: Österreich-Durchquerung in exakt 19h (2023)
– Sieger Race Around Austria & Race Around Niederösterreich

Mit über 30.000 Jahreskilometern, eiserner Disziplin, mentaler Stärke und seinem Motto „Die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft“ beweist der Niederösterreicher, was mit Fokus und Willenskraft möglich ist, wenn man seine Komfortzone verlässt und an sich glaubt. Er unterstützt mit „Sonne international“ – ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder dieser Welt – und „Hilfe im eigenen Land“ zwei Projekte im In- und Ausland.

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RAAM2026: Heißer Ritt durch den Wilden Westen

Der Niederösterreicher Philipp Kaider kämpfte sich beim knapp 5000km langen Race Across America durch die erste Nacht und den ersten vollen Tag. Hitze, Müdigkeit, der starke Verkehr und auch Übelkeit machten dem 40-Jährigen zu schaffen. Nach 35 Stunden im Sattel gab es jetzt eine erste wohlverdiente kurze Schlafpause.

Aktuell befindet sich Kaider bei Timestation 12 von 54 bei „Mexican Hat“ mitten im „Wilden Westen“ auf dem Colorado Plateau (Hochwüste auf 1500-2000 Meter über dem Meer), wo er gerade einen planmäßigen kurzen Schlafstopp eingelegt hat.

Davor hatte der Vorjahressieger aber hart zu kämpfen: „Die Müdigkeit hat mir zu schaffen gemacht, deshalb ist die Leistung auch runtergegangen. Die Hitze war ein Wahnsinn! Wir hatten um 2 Uhr in der Nacht noch 34° C. Es war echt sehr unangenehm. Auch Übelkeit kam hinzu. Ich dürfte dort überhitzt sein. Ich bin weiter Rad gefahren. Mehr kann ich eh nicht machen“, so Kaider.

Die Gegend durch das Monument Valley mit ihren endlosen Weiten und großen ikonischen Felsen zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften des amerikanischen Südwestens. Kaider und sein Team bekamen davon aber, wie auch schon im Vorjahr, nur wenig zu sehen, da sie größtenteils in der Nacht durchkamen. Dies zeigt aber von einer schnellen Zeit, wie ihm der 6-fache RAAM-Sieger Christoph Strasser mit all seiner Erfahrung im letzten Jahr schon prophezeite. Und er sollte Recht behalten: Mit einem Durchschnitt von über 33 km/h ist Kaider rund 90 Minuten schneller als im Vorjahr unterwegs.

Teamarzt Dr. Karl Gspandl, der ihn erstmals bei einem derartigen Rennen begleitet, zur Fahrt in der Nacht: „Es hat ein paar Durchhänger gegeben. Ich glaube, wir haben Philipp mit Lebensweisheiten, Witzen, Geschichten und Coca Cola aber ganz gut durch die erste Nacht gebracht. Als dann die Sonne aufgegangen ist, ist dann wieder so richtig die Lebenskraft eingeschossen.“

Im Eiltempo ging es danach Meile für Meile Richtung Osten. Unter Tags forderte den Wolkersdorfer dann aber zunehmend der starke Verkehr. Mit dem aerodynamischen Zeitfahrrad war es nicht immer einfach die Spur zu halten. Starker Seitenwind und auch die Sogwirkung der überdimensional großen Trucks auf dem Highway, die knapp an ihm vorbeifuhren, machten ihm mental zu schaffen. Bei über 40 km/h Geschwindigkeit erwies sich zudem die Kommunikation mit dem Team über sein Headset schwierig. Eine kurze vorgeschriebene „Shuttlepassage“ in einem engen Tal brachte aber wieder den notwendigen Fokus auf das Rennen.

Von „Mexican Hat“ geht es für Kaider nach der Schlafpause jetzt weiter durch Colorado in die Rocky Mountains, wo auf einer Höhe von über 3000m Temperaturen von unter 10° C erwartet werden und die Luft sehr dünn sein wird.

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Über Philipp Kaider
Vom Kettenraucher zum Race Across America Sieger – Philipp Kaider (geb. 1985) ist einer der erfolgreichsten Ultraradfahrer Europas – und ein Paradebeispiel für mentale Stärke und Ausdauer. Der diplomierte Krankenpfleger aus Wolkersdorf im niederösterreichischen Weinviertel tauschte im Jahr 2012 eine Packung Zigaretten pro Tag gegen das Fahrrad, um dem Suchtdruck zu entkommen und legte damit den Grundstein für eine beeindruckende sportliche Karriere.

Erfolge (Auszug):
– Sieger Race Across America 2025 – 4.900 km in 8d 22h 32min
– 24h-Zeitfahr-Weltmeister 2022 & 2024
– Österreichischer Meister Ultra-Cycling 2024
– Vize-Weltmeister Ultra-Cycling 2024
– Guinness-Weltrekord: Österreich-Durchquerung in exakt 19h (2023)
– Sieger Race Around Austria & Race Around Niederösterreich

Mit über 30.000 Jahreskilometern, eiserner Disziplin, mentaler Stärke und seinem Motto „Die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft“ beweist der Niederösterreicher, was mit Fokus und Willenskraft möglich ist, wenn man seine Komfortzone verlässt und an sich glaubt. Er unterstützt mit „Sonne international“ – ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder dieser Welt – und „Hilfe im eigenen Land“ zwei Projekte im In- und Ausland.

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Lukas Kaufmann erneut Zweiter beim RAAM, Phlipp Kaider ist der Sieger 2025

Lukas Kaufmann erneut Zweiter beim RAAM
Mit dem Sieg als klares Ziel bestritt Lukas Kaufmann sein zweites Race Across America. Doch von Beginn an war klar, dass er dieses Unterfangen heuer nicht umsetzen kann. Statt der Aufgabe biss er sich über die 5.000 Kilometer lange Distanz des längsten und härtesten Radrennens der Welt. Am Ende jubelte er über seinen zweiten zweiten Platz wie über den Sieg!

Im Vorjahr finishte der 31-jährige Lukas Kaufmann seine RAAM-Premiere durch 13 US-Bundesstaaten und vier Zeitzonen mit einer Zeit von 8 Tage und 23 Stunden. Wie schwer die Bedingungen beim RAAM heuer waren, zeigt seine Endzeit von 9 Tagen 13 Stunden 40 Minuten. Einen vielbeachteten Sieg feierte Lukas Landsmann Philipp Kaider, zweifacher 24h-Zeitfahrweltmeister, mit einer Zeit von 8 Tagen 22 Stunden. „Das war ein starkes Rennen und er hatte so gut wie keine Einbrüche. Ich gratuliere Philipp und seinem ganzen Team. Es würde mich freuen, wenn wir in Atlantic City auf seinen Sieg anstoßen“, streute der Kronstorfer dem Sieger Kaider Rosen. Den dritten Platz mit einem Respektabstand von über einem Tag wird sich voraussichtlich der Schweizer Lionel Poggio holen. Über seine Leistung selbst sagte Lukas an der Atlantikküste: „Es war ein verrückter Rennverlauf, komplett anders als im Vorjahr. Schon nach den ersten fünf Rennstunden mussten wir das ganze Konzept über den Haufen werfen. Mir war in der Wüste richtig schlecht und konnte auch nichts essen. Ich bin froh, dass ich mich ins Ziel gekämpft habe.“ Zum zweiten zweiten Platz sagte der Oberösterreicher: „Viele schaffen es nicht ins Ziel. Ich bin bei meinem zweiten RAAM zum zweiten Mal Zweiter – und das ohne Stürze oder Verletzungen. Das macht mich schon Stolz!“

Von Beginn an lief es nicht rund
Am 10. Juni startete Lukas Kaufmann im kalifornischen Oceanside ins Race Across America. Die extreme Hitze mit teils über 45 Grad Celsius in der Wüste machte Lukas heuer besonders zu schaffen. „In den ersten drei Tagen war er ständig überm Limit und er stand schon näher an der Aufgabe als am Weiterfahren. Am ersten Tag hatte er körperliche Probleme und an den nächsten beiden Tagen mentale. Doch er biss sich durch. In dieser schweren Phase hat ihn das Betreuerteam vorbildlich unterstützt. Es war schon eine mentale Höchstleistung, dass er sich aus diesem massiven Tief befreit hat. Danach begann für Lukas das Rennen erst so richtig und er kam von Tag zu Tag besser in Fahrt. Aber Philipp Kaider fuhr ein beeindruckendes Rennen und war schließlich uneinholbar“, analysiert Teamchef Thomas Hölzl, der als Headcoach damit bei zwei Kaufmann-Betreuungen bei zwei zweiten Plätzen hält.

Selbstkritik bei Schlaftaktik
Vor dem Race Across America diskutierten Lukas Kaufmann, Thomas Hölzl und Arzt Dr. Jürgen Minar lange über die Schlaftaktik. „Wir wollten eine alternative Methode mit längeren Pausen als im Vorjahr ausprobieren . Unsere längsten Schlafzeiten heuer waren teils über drei Stunden, im Vorjahr maximal 1:50 Stunden. Wir überwachten Lukas mit einer neuen Schlafhaube, die die Gehirnströme misst. Was uns dann aber auf den Kopf gefallen ist: Täglich musste er wegen der längeren Pausen über eine Stunde schneller fahren. Diese Taktik ist leider nicht aufgegangen. Sonst von den reinen Fahrzeiten her war er nicht viel langsamer als im Vorjahr und in den letzten Tagen konnte er auf Philipp Zeit gut machen“, beschreibt Hölzl, der als Zahlenspiele noch angibt: „Fünf Stunden haben wir bei diesem RAAM sicher wegen der ersten drei Tage verloren, den Rest mit dem missglückten Pausenmanagement. Rein von den Fahrzeiten her waren wir nicht viel langsamer als 2024.“ Insgesamt betrug Lukas gesamte Schlafzeit in den vergangenen zehn Tagen bei 15:30 Stunden, im Vorjahr waren es 10:15 Stunden.

Homepage: www.lukas-kaufmann.com
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Pressekontakt:
MR PR – Martin Roseneder
eMail: martin@mr-pr.at
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RAAM2025: Philipp Kaider gewinnt das härteste Radrennen der Welt

Was für die meisten für uns unvorstellbar ist, absolvierte der Niederösterreicher Philipp Kaider in den letzten 8 Tagen 22 Stunden und 32 Minuten mit einem Lächeln im Gesicht: Er durchquerte beim Race Across America als Schnellster die USA und trägt sich damit sechs Jahre nach dem letzten österreichischen Sieg durch Christoph Strasser in die hochkarätige Siegerliste ein. Auch wenn die Schmerzen und die mentalen Tiefschläge auf den 4932,64km von der West- zur Ostküste noch so groß waren: Der Niederösterreicher kämpfte sich immer wieder mit einem Grinser zurück. Selbst der tagelange mitunter monsunartige Regen in der zweiten Hälfte des Rennens, konnte nur immer wieder kurz auf die Moral des Niederösterreichers und seiner elfköpfigen Crew drücken.

Als Rekordhalter durch Österreich, zweimaliger 24h-Zeitfahr-Weltmeister, österreichischer Meister (beim Race Around Niederösterreich), Sieger des Race Around Austrias und WM-Zweiter beim Race Around Poland (3600km) hatte Philipp Kaider bereits vor dem Rennen viele Erfolge vorzuweisen. Sein großer Traum, das RAAM zu fahren, war aber nochmals ein/zwei Nummern größer. Als Rookie startete er dennoch ohne großen Druck am Dienstag vergangene Woche in Oceanside an der kalifornischen Pazifikküste um 12:38 Uhr Ortszeit (21:38 Uhr MESZ) ins Rennen. Mit einer guten Kühlstrategie und viel Einsatz des Teams konnte die Wüste und Temperaturen von über 42° C überwunden werden. Der Wolkersdorfer setzte sich trotz defensiver Rennstrategie an die Spitze des Rennens. Und diese Führung sollte er bis zum Schluss auch nicht mehr abgeben.

Sukzessive baute er die Führung auf seine Konkurrenten aus und führte zwischenzeitlich eine österreichische Dreifach-Führung vor dem Oberösterreicher Lukas Kaufmann und dem Wahlösterreicher Kurt Matzler an. Nach den Rocky Mountains (ca. bei KM 1700), wo auf über 3300 Meter über dem Meeresniveau eine dünne Luft herrschte, scherzte der Wolkersdorfer: „Jetzt geht es quasi eh nur mehr bergab Richtung Atlantik“.

Auch wenn die Ebenen durch Kansas sein Terrain sind und er weiter Boden auf die Konkurrenz gut machen konnte, Schmerzen in Nacken und in den Knien machten sich zunehmend bemerkbar. Auch der Schlafentzug spielte dabei eine große Rolle. Die Führung wurde bis zum Halfwaypoint auf 100 Meilen ausgebaut – es blieb genügend Zeit, um diesen wichtigen Punkt mit dem Team zu feiern und Fotos zu machen. Trotz aller Strapazen raste der Niederösterreicher mit einem Lächeln von Timestation zu Timestation. Motivationsvideos und -nachrichten u.a. vom 6-fachen Race Across America Sieger Christoph Strasser und von der Familie und Freunden zu Hause, ließen die Schmerzen immer wieder kurz vergessen machen. Selbst der einsetzende Regen ließ die Stimmung nicht kippen, auch wenn mit Fortbestand des Rennens die Moral oftmals im Keller war.

Team war ein Schlüssel zum Erfolg
Für viele im 11-köpfigen Team war dies der erste Einsatz bei einem Ultradistanzrennen überhaupt. „Wir haben von den Persönlichkeiten gut zusammengepasst. Jeder hat sein Bestes gegeben und um jede Sekunde gekämpft. Das hat Philipp von Beginn an gemerkt und wir hatten sein vollstes Vertrauen“, so Crew-Chief Dr. Christian Kromoser, der weiter anmerkt: „Wir haben die Schwächen von Philipp gekannt und haben immer versucht einen kühlen Kopf zu bewahren, ihn positiv zu unterstützen, auch wenn wir manchmal schon gar nicht mehr wussten, was wir ihm noch alles erzählen können, dass er aus seinem mentalen Tief wieder rauskommt. Je länger das Rennen dauert, umso mehr spielt sich das alles im Kopf ab. Auch bei uns im Team. Wir haben sehr viel kommuniziert und unter uns abgesprochen. Klar, jeder muss sich selbst zurücknehmen und das ist uns alle sehr gut gelungen!“

Endspurt für den Rookie
Der Regen sollte dem Niederösterreicher in den letzten vier Tagen ein ständiger Begleiter sein. Es wurde im Team bereits vermutet, dass eine Wolke mit Kaider mitwandert und die Regenhose wurde liebevoll in Badehose umbenannt. Generell wurden für alle Probleme in Windeseile Lösungen gefunden. Selbst die Appalachen, die der Wolkersdorfer gerne mit den giftigen Anstiegen der Südsteirischen Weinstraße vergleicht, überquerte er in Windeseile. Einzig der Schlafentzug machte ein Vorankommen immer wieder schwierig. Trotz eines massiven rund zehnstündigen Tiefs am letzten Tag ging es aber Kurbelumdrehung um Kurbelumdrehung dem Ziel entgegen.

Die Art und Weise, wie sich der 39-Jährige immer wieder ins Rennen zurückkämpfte war bemerkenswert. Selber sagte er in den letzten Phasen des Rennens: „Es war nicht immer so. Ich war vor Jahren auch noch sehr verbissen. Das ist die Erfahrung, die glaube ich ein bisschen rauskommt. Heuer ist es das erste Mal, dass ich das jetzt umsetzen kann, was ich mir seit Jahren von der Art her, wie ich Rennen fahren will, vornehme.“

Bis zur körperlichen Erschöpfung ins Ziel
An Motivation fehlte es dem Wolkersdorfer aber bis zum Schluss nicht: Nach der letzten Schlafpause, stand er selber auf, zog sich an und verließ das Wohnmobil, um die letzten Kilometer zu strampeln. „Er beißt und kämpft bis zur totalen Erschöpfung“, so Co Crew-Chief Christian Vogt. Auf den allerletzten Kilometern dieser knapp neuntägigen Reise wurde der Niederösterreicher von seinem Team am Straßenrand bereits gefeiert. Beim Surf Stadium in Atlantic City wurde dann die Zeit offiziell gestoppt und der Wolkersdorfer lag sich mit seinem Team in den Armen.

Im Ziel am Pier wurde Kaider dann von seiner Crew empfangen und neben der Siegerplakette wurde ihm auch der Award „Rookie of the Year“ überreicht.

Auf die Frage was es für ein Gefühl sei, das RAAM gewonnen zu haben sagt Kaider: „Auf die Frage was es für ein Gefühl sei, das RAAM gewonnen zu haben sagt Kaider: „Aus aktueller Sicht kann ich noch gar nicht sagen was ich fühle, weil ich so müde bin. Ich kann es noch gar nicht fassen. Es ist ein sehr, sehr wichtiger Sieg, weil es das längste und anstrengendste Rennen in meinem Leben war und es ist mir gelungen durchgehend meine Leistung ohne markante Leistungseinbrüche abzurufen!“

Für den guten Zweck
Seine Kilometer stellt Kaider für „Bines Radl-Challenge“, ein Spendenprojekt der Hilfsorganisation „Sonne-International“, zur Verfügung stellen. Jeder gefahrene Kilometer wird vom 23. Mai bis 27. Juni in wertvolle Spenden für den Fortbestand der „Sonne-Schulen“ in Bangladesch umgewandelt, wo Kinder gratis Schulunterricht und warme Mahlzeiten bekommen. Sein Sponsor, die Druckerei Gerin, wird dabei seine Kilometer in Geld aufwiegen. Jeder ist hier eingeladen um EUR 33,- mitzuradeln. Das entspricht dem Betrag, um ein Kind ein Monat lang die Schule besuchen lässt. Die weiteren Kilometer werden von Sponsoren der Aktion in Geld umgewandelt. „Es zählt daher jeder Kilometer!“, so Kaider abschließend.

Ride Across The Heaven
Philipp Kaider fährt das Race Across America mit einem „Ride Across The Heaven“ Sticker auf seinem Scott Plasma Rad. Es ist dies der gemeinsame Leitsatz der Freunde von Christoph Bohnen wenn es darum geht das Leben auf dem Rad zu genießen. Christoph Bohnen, ein verstorbener Freund einer Bekannten des Niederösterreichers, hatte viele Jahre vor das RAAM in einer ambitionierten Zeit zu fahren. Bohnen hat mehrere Anläufe gestartet, war sogar schon einmal perfekt vorbereitet in den USA und musste nach einem Sturz bei einer Ausfahrt seine Teilnahme absagen. Bei seiner letzten Vorbereitung auf das RAAM kam es leider nicht einmal mehr dazu. Bei einer Radausfahrt auf Mallorca kam es zu einem Unfall mit einer unachtsamen Autolenkerin und dabei verlor er sein Leben. Er hinterlässt bei Freunden und Familie ein großes Loch. Seine Liebe zum Radfahren und zum Gefühl der Freiheit auf dem Rad, wurde aber zum gemeinsamen Antrieb und Anker für einige von ihnen. „rideacrosstheheaven.“ drückt die Hoffnung aus, dass Christoph nun weit oben seine Kilometer sammelt. Eine tragische, aber innerlich tiefe Motivation für Philipp Kaider das RAAM in Gedanken an ihn zu bestreiten.

RAAM Tag 8: Noch 1.000 Kilometer für Lukas Kaufmann

Die finale Phase des 5.000 Kilometer langen Race Across America ist angebrochen. Nach siebeneinhalb Tagen im Sattel sind für Lukas Kaufmann, der einem sicheren zweiten Platz entgegenfährt, die letzten 1.000 Kilometer angebrochen.

Zuletzt hat der Oberösterreicher beim härtesten Radrennen der Welt die 42. von 53 Timestations in Blanchester/Ohio passiert. Unermüdlich radelt er Richtung West Virgina, wo bald mit den Appalachen die letzte große Hürde vor dem Ziel in Atlantic City folgt. Mit einem Abstand von rund 14 Stunden befindet er sich auf einem sicheren zweiten Platz. Im Kampf um Platz drei kam es zu einem Umsturz: Der in Innsbruck lebende Südtiroler Kurt Matzler hat durch arge Nackenprobleme das Podium an den Schweizer Lionel Poggio abgeben müssen. Gute News gibt es zu Lukas Gesundheitszustand von Teamarzt Dr. Jürgen Minar: „Seine Nieren- und Elektrolytwerte nach Blutabnahmen sind wieder voll in der Norm!“

Brenzlige Situationen auf den US-Straßen
In den vergangenen Tagen kam Lukas Kaufmann immer besser in Tritt, sagte auch Teamchef Thomas Hölzl: „Die schwierigen Phasen in den ersten Tagen hat er sehr gut weggesteckt. Wir haben zuletzt auch viel mit ihm über das mentale Tief geredet. Er fährt jetzt wie ausgewechselt und hat endlich seinen Rhythmus gefunden. Bis ganz vorne wird die restliche Distanz nicht mehr reichen. Aber es ist unglaublich, welche mentale Stärke er bei diesem Rennen gezeigt hat. Er hat in den ersten Tagen schon ans Aufhören gedacht, er hat sich aber durchgekämpft.“ Heute erreicht er West Virginia und auch das neue Schlafmodell mit mehr Schlafzeiten macht sich bezahlt, sagt Betreuer Martin Behrens: „Im Vergleich zum Vorjahr, wo er deutlich weniger geschlafen hat, ist er viel fitter im Kopf und motivierter. Die Landschaft hier ist ein Traum und erinnert ihn sehr an zuhause. Was das Wetter betrifft, hat es unter Tags meist schwüle 30 Grad, zuletzt erwischte ihn auch Regen. Aber grundsätzlich ist nicht nur er froh, dass das RAAM bald vorbei ist. Auch im Team macht sich Müdigkeit breit, das Rennen geht bei allen auf die Substanz.“ Zwei heikle Momente erlebte Lukas heute auch auf den US-Straßen: Zwei Autofahrer überfuhren Stopp-Tafeln, zum Glück konnte Lukas immer gut reagieren!

RAAM2025: Kaider rollt Appalachen entgegen

In den letzten 24 Stunden ging es für den Kaider-Express südlich von Indianapolis bei TS39 Bloomington durch Indiana, Ohio und aktuell gerade durch West Virginia, wo Kaider die Timestation 45 West Union bereits erreicht hat. Die Stimmung im gesamten Team ist nach wie vor großartig, vor allem deshalb, weil der 39-Jährige wie ein Uhrwerk seinem großen Ziel entgegenradelt. „Er hat kein einziges Mal seinen Nacken oder sein Knie in den letzten Stunden erwähnt. Er ist geistig und körperlich voll da und hat sogar Autogramme verteilt“, freute sich das Betreuerteam Bravo. Auch das Betreuerteam Alpha, welches den Niederösterreicher die letzte 10-Stunden-Schicht betreute, spricht vom guten Zustand Kaiders: „Er ist mental gut drauf und hat nach der Pause gleich wieder seine Pace gefunden. Es geht ihm gesundheitlich besser als noch vor zwei Tagen. Es gibt etliche Fanzonen am Straßenrand. Philipp wird lautstark angefeuert!“

Die nächste Schicht in die Appalachen über den Appalachen Highway wird vermutlich aber nicht so entspannt ablaufen. Die Strecke ist dafür bekannt mühsam zu sein. Viel Verkehr und Ampeln nach den Abfahrten werden den Niederösterreicher dabei erwarten. Noch liegen acht Timestations und knapp 400 km vor dem 2-fachen 24-Zeitfahrweltmeister.

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Einzigartig ist die Berichterstattung über das Rennen. K19 (https://k19.at/) berichtet täglich ab 17 Uhr mit einer eigenen Show darüber, zeigt die besten (Live-) Bilder und hat Gäste wie z.B. den 6-fachen RAAM-Sieger Christoph Strasser oder Europameisterin und 24h-Zeitfahr-Weltmeisterin Elena Roch zu Besuch.

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Täglich informiert auch der 6-fache RAAM-Sieger Christoph Strasser selbst mit Flo Kraschitzer in seinem Podcast „Sitzfleisch“ über die aktuellen Geschehnisse beim RAAM. Dieser ist auf allen gängigen Plattformen zu abonnieren bzw. finden Sie ihn auch hier: https://www.christophstrasser.at/sitzfleisch_podcast/

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RAAM Tag 4: Kaider-Zug rollt Richtung Halfwaypoint

Philipp Kaider hat mit dem La Veta- und Cuchera-Pass die Rocky Mountains beim 5000km langen Race Across America hinter sich gebracht. Getreu seinem Motto „aerooida“ ging es auf die schier endlosen Geraden von Kansas, wo der Niederösterreicher seine Stärken ausspielen kann. Motivationslöcher konnten mit Nachrichten über Kaiders Social Media Kanäle und auch u.a. von Christoph Strasser, der das RAAM bereits sechs Mal gewinnen konnte, überwunden werden. „Wie er wieder gemerkt hat, wie schnell er sein kann, hat er wieder richtig angedrückt und war nicht mehr aufzuhalten“, schildert Crew-Chief Christian Kromoser die rasante Fahrt durch Kansas.

Wie im Marchfeld
„Der Seitenwind erinnert mich an das Marchfeld, nur ist das hier etwas extended“, fühlt sich Kaider an sein Trainingsrevier erinnert. Nach 3,5 Tagen geht es für den 39-Jährigen jetzt in Richtung Halfway-Point, den er für Vormittag (nach US-Zeit) trotz regnerischer Wetterprognose anvisiert. Der Vorsprung auf Landsmann Lukas Kaufmann beträgt aktuell (je nach Pausenstrategie) rund 100 Meilen. Auf Platz drei liegt weiterhin der Wahlösterreicher Kurz Matzler – nach Sturz der Schweizerin Isa Pulver (Schlüsselbeinbruch) nun auch im Gesamtklassement.

Kaiders Crew gibt alles
Wie auch Kaider selbst, gibt die 11-köpfige Crew alles, um so schnell wie möglich von West nach Ost zu gelangen. Nach einem Wäschewaschtag für Rennbekleidung und Crewwäsche gönnte sich Kaider mit Crew statt dem Schlafen im Wohnwagen heute auch eine (wenn auch kurze) Nacht im Hotelbett. Die Stimmung im Team ist großartig und bis auf die üblichen Probleme beim Protagonisten selbst – Müdigkeit, Schmerzen in der Schulter und Nacken wie sie nach derartig langer Zeit im Sattel üblich sind – kurbelt Kaider nach Plan von Timestation zu Timestation.

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RAAM Tag 3: Lukas Kaufmann vor höchstem Punkt beim RAAM

Am dritten Tag des Race Across America rücken die hohen Pässe in den Rocky Mountains näher. Nach 1.600 absolvierten Kilometern wartet auf Lukas Kaufmann heute mit dem Wolf Creek Pass (3.309m) der höchste Punkt beim RAAM.

1.600 der insgesamt 5.000 Kilometer langen Distanz des RAAM sind geschafft. Lukas Kaufmann hat pro Tag bisher etwas mehr als 600 Kilometer abgespult. Heute Nacht legte er mit 1:10 Stunden die erste längere – auch geplante – Schlafpause ein. Derzeit fährt er südlich des Rio Grande Nationalparks den bekannten Fluss entlang und liegt weiterhin hinter Philipp Kaider an der zweiten Stelle. Bei der letzten Timestation in Pagosa hatte der Kronstorfer rund fünf Stunden Rückstand. „Am ersten Tag ist es Lukas gar nicht gut ergangen. Durch die Hitze musste er sich einige Male übergeben. Seit gestern läuft es bedeutend besser und wir haben erst ein Drittel des RAAM absolviert. Es ist noch alles möglich“, beschreibt Teamchef Thomas Hölzl.

Während der ersten längeren Schlafpause in der Nacht wurde er auch von Dr. Jürgen Minar durchgechecked und von Physiotherapeutin Daniela Prammer behandelt. „Danach ging es gut gelaunt und motiviert zurück aufs Rad. Für den Wolf Creek Pass haben wir uns heute was überlegt, ein Teammitglied wird ins Teufelskostüm schlüpfen und ihn dort anfeuern. Die ersten Anstiege in den Rocky Mountains hat Lukas bereits passiert. Hier kommen extreme Temperaturunterschiede zum Tragen: Oben hat es meist unter zehn Grad Celsius, im Tale meist über 40 Grad. Das ist schon sehr belastend für den Körper und Kreislauf. Aber Lukas fährt einen guten Rhythmus und auch das Nahrungskonzept setzt er bisher auch sehr gut um“, erläutert Betreuer Martin Behrens.

Tägliches RAAM-Magazin
Täglich bringt K19 https://k19.at/ ab 17:00 Uhr ein einstündiges RAAM-Magazin mit den besten Bildern der Österreicher Lukas Kaufmann, Philipp Kaider und Kurt Matzler, mit spannenden Studiogästen, wie Christoph Strasser oder Elena Roch.

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RAAM2025: Zu schnell fürs Monument Valley

Gerne hätten wir heute Bilder von einem unvergesslichen Sonnenaufgang im Monument Valley mit einem radelnden Philipp Kaider geschickt. Dafür war der Niederösterreicher aber zu schnell. Während er noch bei moderaten Temperaturen durch diese einzigartige Landschaft radelte, erwischte es andere Teilnehmer in der prallen Sonne. Aber auch die Gegend unmittelbar nach der Hochebene in der Navajowüste wusste landschaftlich zu überzeugen. Überzeugt hat an Tag drei aus sportlicher Sicht aber auch der Niederösterreicher wieder. Die Rocky Mountains mit teils giftigen Anstiegen und viel Verkehr wurden in gutem Tritt und guter Wattleistung überwunden. Ein kurzes Powernap davor brachte dafür die notwendige Energie für den 20-25km langen Anstieg auf über 3300m über Meeresniveau. Die Abfahrt hatte es dann in sich. Im Finsteren ging es mit gefühlt „hunderten Rehaugen“, wie Crew Chief Christian Kromoser es beschreibt, mit teilweise über 80 km/h ging es mit allen Lichtern, die auf dem Begleitfahrzeug montiert waren, wieder runter. „Es war wild! Landschaftlich aber wunderschön“, fügte Kromoser hinzu.

Gute Stimmung herrscht beim 2-fachen 24h-Zeitfahr-Weltmeister selbst: „Mir geht es aktuell sehr gut. Ich bin gerade vom Wolf Creek Pass runtergekommen“, so der Niederösterreicher, der die Abfahrt mit dicken Handschuhen mit eingebauten Heizungsspiralen absolvierte.

Dünne Luft
Innerhalb von nur wenigen Stunden ging es von über 40° auf Meeresniveau hoch auf die Rocky Mountains bei 4° C, wo jetzt zwischen TS 18 Alamosa und TS 19 La Veta (Colorado) noch einige Meilen in der Höhe bei dünner Luft auf den Krankenpfleger des Landesklinikums Mistelbach warten. Die rasch ändernden Bedingungen sind es eben, die dieses Rennen so einzigartig machen.
Das erste Drittel ist geschafft und Kaider führt nach einer Schlafpause das Feld weiterhin vor Landsmann Lukas Kaufmann mit knapp 100km Vorsprung an. Auf Rang drei im Herrenklassement radelt weiterhin der Wahlösterreicher Kurt Matzler.

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Samstag, 14.06.2025, – 17.00 Uhr

Über Philipp Kaider
Was in Wolkersdorf, im niederösterreichischen Weinviertel, 2012 als belangloses Hobby begann, steigerte sich im Kontext einer Kilometer-/Leistungskurve auf 30.000 Radkilometer im Jahr 2017. Die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Ultracycler, wie man an seiner Leistungsbilanz erkennen kann. Der ehrgeizige, mental starke und zielorientierte 38-Jährige hat die notwendige Siegermentalität und getreu seinem Motto: „Grenzen entstehen nur im Kopf“ hat er bereits mit tollen Erfolgen aufzeigen können. Der 24h-Zeitfahr-Weltmeister von 2022 und 2024 ist Sieger des Race Around Austrias, des Race Around Niederösterreichs und konnte im Juni 2023 Österreich in einer Rekordzeit von nur exakt 19 Stunden durchqueren, was ihm auch einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde brachte. 2024 holte er den österreichischen Meistertitel bei seinem Heimrennen, dem Race Around Niederösterreich und wurde Ultra-Vize-Weltmeister.

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RAAM Tag 2: Österreicher-Duell vor den Rocky Mountains

Seit ziemlich genau eineinhalb Tagen sitzt Lukas Kaufmann beim Race Across America im Sattel. Die ersten 1.000 der insgesamt 5.000 Kilometer langen Distanz von der West- bis zur Ostküste der USA hat der Oberösterreicher geschafft. Wie vor dem Rennen vermutet kristallisiert sich ein Österreicher-Duell heraus: Lukas liegt hinter dem Niederösterreicher Philipp Kaider.

Die große Hitze der ersten Tage mit teils über 45 Grad Celsius neigt sich schön langsam dem Ende zu. Der Vorjahrszweite Lukas Kaufmann hat die zehnte Timestation Tuba in Arizona absolviert. Über einen kurzen Abstecher in Utah folgt der US-Bundesstaat Colorado mit den Rocky Mountains. Aber ein Genuss für die Seele kommt noch davor, denn seine Betreuer rechnen, dass er vor den hohen Pässen der Rockys in den Morgenstunden das beeindruckende Monument Valley erreichen wird.

Jetzt kommt Lukas Strecke
In der ersten Nacht hat Lukas Kaufmann einen kurzen Powernapp eingelegt. In der letzten kam ein bedingtes Shuttle ganz recht, erläutert Betreuer Martin Behrens: „Durch einen Nationalpark mussten aus Sicherheitsgründen alle Teilnehmer:innen rund eine dreiviertel Stunde durchgeshuttelt werden. Diese einzige Fahrt im Auto nutzten wir natürlich für eine Schlafpause und er wurde von der Physiotherapeutin gut behandelt. Nach der Pause ist Lukas top-motiviert aufs Rad gestiegen und sein Rhythmus könnte bisher besser nicht sein. Auch mit der Hitze kam er heute besser klar. Eine tolle Arbeit leistete hier auch die Tagesschicht, die ihn ständig mit Wasser besprüht und am Kühlen ist. Die Abstände nach vorne (rund 80 Kilometer Rückstand auf Kaider) und hinten bleiben ziemlich gleich. Auch die ersten Anstiege hat er mit einem Lächeln im Gesicht gut gemeistert. Jetzt kommen schön langsam die bergigen Abschnitte – dieses Metier liegt dem Bergfahrer Lukas einfach.“

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Nach der ersten Nacht stand erstmals ein ganzer Tag für die Teilnehmer auf dem Programm. Der Niederösterreicher Philipp Kaider führt nach gut einem Fünftel des Rennens weiterhin das Rennen an und konnte seinen Vorsprung auf seine Verfolger um Landsmann Lukas Kaufmann auf rund vier Stunden ausbauen. Auf Platz drei folgt im Herrenklassement Kurt Matzler. Der Wahlösterreicher und in Innsbruck arbeitende Uni-Professor führt die Solowertung 50+ an. Die große Herausforderung an Tag zwei war für alle die brütende Hitze. Kleinere Probleme wie Magenbeschwerden und Nacken- und Zehenschmerzen machen sich zudem beim Wolkersdorfer bemerkbar. Gemeinsam mit dem Team können diese aber in Griff gehalten werden. Die Kühlung funktioniert und die Körperkerntemperatur konnte mit Eis stabil gehalten werden. Mental schwierig sind vor allem sogenannte „Leap-Frog-Phasen“, wo das Betreuerauto nur punktuell zufahren und nicht ständig in der Nähe sein kann. Kurz vor Flagstaff (KM 860) gab es für den Rekordhalter durch Österreich dann aus Sicherheitsgründen (enge Straße) eine rund 30-minütige Shuttlepassage im Auto, die für einen kurzen Powernap und eine Massage genutzt wurde. Nach knapp 36 Stunden im Rennen gab es im Navajo-Reservoir zwischen Timestation 10 Tuba City (KM 983) und Timestation 11 Kayenta (KM 1100) gegen Mitternacht (08:00 Uhr MESZ) nun die erste verdiente längere Schlafpause für Kaider. „Er hat geschlafen wie ein Baby! Die ersten Minuten danach waren nicht einfach. Nach 10 Minuten hat er uns aber bereits wieder ein Lächeln gezeigt“, so Kaiders Crew Chief Christian Kromoser.

Ride Across The Heaven
Philipp Kaider fährt das Race Across America mit einem „Ride Across The Heaven“ Sticker auf seinem Scott Plasma Rad. Es ist dies der gemeinsame Leitsatz der Freunde von Christoph Bohnen wenn es darum geht das Leben auf dem Rad zu genießen. Christoph Bohnen, ein verstorbener Freund einer Bekannten des Niederösterreichers, hatte viele Jahre vor das RAAM in einer ambitionierten Zeit zu fahren. Bohnen hat mehrere Anläufe gestartet, war sogar schon einmal perfekt vorbereitet in den USA und musste nach einem Sturz bei einer Ausfahrt seine Teilnahme absagen. Bei seiner letzten Vorbereitung auf das RAAM kam es leider nicht einmal mehr dazu. Bei einer Radausfahrt auf Mallorca kam es zu einem Unfall mit einer unachtsamen Autolenkerin und dabei verlor er sein Leben. Er hinterlässt bei Freunden und Familie ein großes Loch. Seine Liebe zum Radfahren und zum Gefühl der Freiheit auf dem Rad, wurde aber zum gemeinsamen Antrieb und Anker für einige von ihnen. „rideacrosstheheaven.“ drückt die Hoffnung aus, dass Christoph nun weit oben seine Kilometer sammelt. Eine tragische, aber innerlich tiefe Motivation für Philipp Kaider das RAAM in Gedanken an ihn zu bestreiten.

Race Across America – tägliches RAAM-Magazin

RAAM Tag 1: Lukas Kaufmann gegen 45 Grad Celsius
Gestern um 21:52 Uhr (MEZ) startete Lukas Kaufmann in Oceanside an der US-Westküste mit der Startnummer 692 in sein zweites Race Across America (RAAM). Wie hart das härteste Radrennen der Welt über 5.000 Kilometer und 50.000 Höhenmeter ist, zeigt sich gleich am ersten Tag mit Temperaturen jenseits von 45 Grad Celsius.

Es war ein beeindruckender Start, als gestern Abend die Solostarter ins RAAM gingen. „Die Stimmung war sehr gut und es waren viele Zuschauer vor Ort. Die ersten Kilometer waren sehr angenehm, doch ab Borrego Springs begann in der Wüste die große Hitze mit 45 Grad und mehr. Wir mussten ihn bis in die Nachtstunden laufend kühlen und bei der Ernährung dementsprechend auf seinen Elektrolythaushalt achten. Die Crew ist mit seiner Leistung in er Anfangsphase zufrieen, er ist gut drauf und fährt in seiner ersten Nacht – wo es um 22 Uhr Ortszeit immer noch 33 Grad hatte – durch die Wüste Kaliforniens“, erläutert Teamchef Thomas Hölzl.

Erster Defekt kostet Zeit
Einen unwillkommenen Stopp musste der 31-jährige Oberösterreicher bereits einlegen: Am Christmas Circle in Borrego Springs hatte Lukas ein Problem mit der Schaltung – Ursache unbekannt. Er fuhr mit dem normalen Straßenrad weiter, während die Zeitfahrmaschine repariert wurde. Einige Kilometer später konnte er wieder wechseln. In der Anfangsphase des Rennens hat sich der Niederösterreicher Philipp Kaider an die Spitze gesetzt, dahinter liegen viele Fahrer auf Tuchfühlung. „Wir sind besonnen ins Rennen gestartet und wollen jetzt noch nicht zu viel Kraft liegen lassen. Das RAAM wird noch schwer und dauert noch lange. Die erste Nacht sind wir wie geplant ohne Schlafpause durchgefahren, den ersten Powernapp wollen wir aber der zweiten Nacht einlegen“, sagt Hölzl.

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RAAM2025: Kaider führt Feld durch die USA an Tag 1 an

Gestern um 12:38 Uhr Ortszeit (21:38 Uhr MESZ) ist Philipp Kaider in das Race Across America gestartet. Knapp 5000 km mit 50.000 hm warten jetzt auf den Niederösterreicher. Und die ersten Stunden sind sehr gut verlaufen und vor allem schnell. Nach einem geplanten Radwechsel zum Beginn der Wüste in Borrego Springs (wo sich Kaider 14 Tage lang vorbereitete) erwarteten die Teilnehmer über 42° C am Rad. Der 39-Jährige steckt die Hitze aktuell aber gut weg. Das Team versucht ihn so gut wie möglich mit Eis zu kühlen, um die Körperkerntemperatur runterzukühlen, um die Leistung hochhalten zu können. Die schlechten Straßenverhältnisse verlangen den Athleten aber alles ab. Kurz vor Brawley (Timestation 2) hatte der 2-fache 24h-Zeitfahr-Weltmeister an jener Stelle einen Reifendefekt, wo es ihm vor zwei Wochen die Trinkflaschen aus der Halterung rausschüttelte. Dieser konnte aber schnell behoben werden und so checkte er in Führung liegend nach 14 h 5 m als Erster bei Timestation vier in Parker (Arizona) ein. Der Niederösterreicher fokussiert sich weiterhin auf sein Rennen und seine Strategie. Aktuell ist noch nicht einmal ein Zehntel (280 von 3000 Meilen) absolviert.

Für den guten Zweck
Seine Kilometer wird Kaider für „Bines Radl-Challenge“, ein Spendenprojekt der Hilfsorganisation „Sonne-International“, zur Verfügung stellen. Jeder gefahrene Kilometer wird vom 23. Mai bis 27. Juni in wertvolle Spenden für den Fortbestand der „Sonne-Schulen“ in Bangladesch umgewandelt, wo Kinder gratis Schulunterricht und warme Mahlzeiten bekommen. Sein Sponsor, die Druckerei Gerin, wird dabei seine Kilometer in Geld aufwiegen. Jeder ist hier eingeladen um EUR 33,- mitzuradeln. Das entspricht dem Betrag, um ein Kind ein Monat lang die Schule besuchen lässt. Die weiteren Kilometer werden von Sponsoren der Aktion in Geld umgewandelt. „Es zählt daher jeder Kilometer!“, so Kaider abschließend.

Live-Berichterstattung
Einzigartig wird die Berichterstattung über das Rennen sein. K19 wird ab dem 11. Juni täglich ab 17 Uhr mit einer einstündigen Show die besten (Live-) Bilder zeigen und interessante Gäste zu Besuch haben. Auch der Start wird am 10. Juni ab 21:30 Uhr (MESZ) übertragen.

Lukas Kaufmann bei RAAM-Premiere auf dem Podium!

RAAM Tag 8: Das Ende naht
7,5 Tage und 4.300 der insgesamt 4.923 Kilometer langen Distanz des Race Across America hat Lukas Kaufmann geschafft. Es entwickelt sich kurz vor den Appalachen in West Virginia ein spannender Kampf um den zweiten Platz. Während der Schwede Jimmy Ronn rund fünf Stunden vor dem Kronstorfer liegt, rückte ihm der Salzburger Dominik Meierhofer auf 1,5 Stunden näher.

Trinken, trinken, trinken – so lautet auch die Devise am achten Tag des längsten und härtesten Radrennens der Welt. Die drei Spitzenfahrer befinden sich kurz vor den Appalachen, wo Temperaturen von über 32 Grad Celsius herrschen. „Die Hitze ist wirklich enorm und begleitet uns seit dem Start vor 7,5 Tagen. Ich trinke täglich bis zu 20 Liter und meine Betreuer, die großartige Arbeit leisten, versuchen mich gut zu kühlen – mit Kühlwesten und Eiswürfeln im Nacken“, sagt Lukas Kaufmann in einer der seltenen Pausen.

Von Halluzinationen gebeutelt
Die letzten 600 Kilometer werden mit den Appalachen nochmals richtig schwer bis ins Ziel nach Atlantic City. „Körperlich ist er super drauf, er hat fast keine Beschwerden. Auch mental ist er in guter Verfassung und ihm taugen die Berge. Das große Problem ist die Müdigkeit. Bisher beträgt seine Nettoschlafzeit nur 8:30 Stunden, das ist schon enorm. Deshalb treten ab und zu Halluzinationen auf. Da ist dann jedes Crewmitglied im Pacecar gefordert. Wir versuchen ihn mit Nachrichten aus der Heimat, viel Musik und Geschichten aus der Jugend abzulenken. Besonders freut er sich immer über Nachrichten seines Neugeborenen. Generell läuft die Arbeit im Betreuerteam perfekt. Wir sind eigentlich nichts anderes als Troubleshooter: Wenn ein Problem auftritt lösen wir es, dann folgt das nächste“, beschreibt Teamchef Thomas Hölzl.

Lukas Kaufmann bei RAAM-Premiere auf dem Podium!
Lukas Kaufmann hat etwas geschafft, was vor ihm beim ersten Start nicht vielen Radsportlern gelang: Zweiter Platz beim Race Across America, dem mit 4.923 Kilometern und 50.000 Höhenmetern längsten und härtesten Radrennen der Welt. Von der West- bis zur Ostküste der Vereinigten Staaten benötigte er 8 Tage 23 Stunden. Herausragend war auch das Teamwork, denn kein anderer Finisher benötigte weniger Standzeit.

Vor der Abreise zu seinem größten Abenteuer seines Lebens brachte der 30-jährige Lukas Kaufmann seine Ziele auf den Punkt: „Ich will gesund ins Ziel kommen und wenn möglich unter neun Tagen finishen.“ Beides ist ihm eindrucksvoll gelungen. Der Kronstorfer sorgte auch lange für eine Überraschung, denn er führte vom ersten bis zum dritten Tag bis knapp vor dem Halfway Point vor dem schwedischen Ex-Radprofi Jimmy Ronn. Danach folgte ein Sekundenkrimi, doch der Schwede konnte sich dann als guter Zeitfahrer auf den endlosen Weiten von Kansas entscheidend absetzen. Der vergangene letzte Tag hatte es dann nochmal in sich, wie Teamchef Thomas Hölzl berichtet: „Das Gebirgsmassiv der Appalachen im Finale hat Lukas sehr zugesetzt, obwohl er ein ausgezeichneter Bergfahrer ist. Aber die letzten neun Tage sieht man ihm an. Es ging nur rauf und runter, teilweise 20 Prozent steile Rampen hinauf. Das hat ihm die letzten Körner gekostet.“

Kaufmann: „Mental war es der Wahnsinn“
In den vergangenen neun Tagen verbuchte der Oberösterreicher eine Nettoschlafzeit von lediglich 10:15 Stunden. „Der Schlafentzug mit den Halluzinationen war schon extrem. Aber genauso schlimm fand ich, dass ich in den letzten neun Tagen nichts festes sondern nur hochkalorische Flüssignahrung zu mir nahm. Je länger man da am Rad sitzt desto schlimmer wird es. Die mentalen Anstrengungen waren echt zach. Und dann noch täglich 15 bis 20 Liter Flüssigkeit in sich reinzuschütten. Da wird man echt „gaga“ im Kopf“, sagt Kaufmann in Atlantic City, wo er bei der letzten Timestation aus emotionalen Gründen kein Wort rausbrachte. Pro Tag fuhr der Kronstorfer 550 Kilometer!

Im Ziel hatte Lukas rund fünf Stunden Rückstand auf den Sieger Ronn (8 Tage 18 Stunden 11 Minuten). Der Salzburger Dominik Meierhofer als Dritter lag bei der vorletzten Timestation vor dem Ziel rund vier Stunden Stunden hinter Kaufmann. Sehr zufrieden zeigte sich der begleitende Arzt Dr. Jürgen Minar: „Sein Gesundheitszustand ist generell blendend. Lukas hat keine Probleme mit Händen oder Nacken. Der Hintern ist natürlich in Mitleidenschaft gezogen, aber das ist nichts, was nach ein paar Wochen wieder verheilt ist. Seine Beine waren sehr gut, zum Schluss bekam er aber Muskelschmerzen in den Oberschenkeln. Aber er kam ohne Krämpfe und vor allem Gelenksprobleme davon. Während des gesamten RAAMs hat er rund 81.000 Kilokalorien aufgenommen, getrunken hat er 113,6 Liter Flüssigkeit.“

Rekordsieger Strasser streut Kaufmann Rosen
Der sechsfache RAAM-Sieger Christoph Strasser kennt das Rennen quer durch die USA wie kaum ein anderer und ist von Lukas Leistung bei seiner ersten Teilnahme begeistert: „Größten Respekt und herzliche Gratulation für diesen zweiten Platz. Lukas ist ein unglaublich starkes Rennen als Rookie gefahren. Am Ende hat er sich nochmals gegen Dominik Meierhofer aufgebäumt. Seine Stärke in den Bergen – das kam ihm über die Appalachen zugute. Ich erreichte bei meinem ersten RAAM nicht das Ziel, deshalb schätze ich seine Leistung noch höher ein. Er hat vor allem die Schlafstrategie durchgehalten wie ein erfahrener Ultra-Radfahrer. Gratulation auch die Expertisen seines Teams. Sie sind Dreh- und Angelpunkt, um die Standzeiten gering zu halten. Und das haben sie am besten von allen gemacht, denn Lukas hatte die geringste Standzeit aller Finisher. Ich war neun Tage lang gefesselt – danke dafür.“

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Lukas Kaufmann ins RAAM gestartet

Das Projekt seines Lebens ist gestartet. Der Oberösterreicher Lukas Kaufmann eröffnete gestern um 21:47 Uhr (MEZ) sein erstes Race Across America. 4.923 Kilometer und 50.000 Höhenmeter von Oceanside an der Westküste bis in den Osten der Vereinigten Staaten liegen vor ihm. Während es in der Wüste extrem heiß ist, bahnt sich ein spannendes Duell mit einem Schweden an.

Vor drei Wochen reiste der Kronstorfer Lukas Kaufmann in die Vereinigten Staaten, um sich für das längste und härteste Radrennen der Welt gut zu akklimatisieren. Letzte Woche kam sein Betreuerteam nach und bis zum Start wurden alle Arbeiten perfekt erledigt. „Auch die Haare bekam ich vorgestern noch geschoren. Die Vorfreude auf mein erstes Race Across America ist riesengroß. Natürlich bin ich auch nervös, wie es werden wird. Den größten Respekt habe ich vor dem Schlafentzug, den Straßen, die großteils nicht so perfekt asphaltiert sind wie bei uns, und vor dem Wetter. Gerade für die ersten Tage in der Wüste wurden Hitzewarnungen ausgegeben“, sagte Lukas noch kurz vor dem Start.

Und das mit den Hitzewarnungen sollte sich bewahrheiten. „Es war brutal heiß, als wir nach Borrego Springs in die Wüste kamen mit Temperaturen von 43 Grad Celsius und mehr. Aber wir haben ihn mit Eis und Wasser gut gekühlt. Lukas ist total fokussiert und ging konzentriert ins Rennen“, sagt Teamchef Thomas Hölzl.

Gleich nach dem Start setzte sich der 30-Jährige an die Spitze des Rennens. Doch immer wieder wechselte die Führung mit dem schwedischen Ex-Profi Jimmy Ronn. Nach den ersten 400 Kilometern passierte Lukas die 3. Timestation in Blythe. Mit einigen Kilometern Vorsprung auf Ronn geht es jetzt entlang des Colorado Rivers. Dahinter liegt der Salzburger Dominik Meierhofer auf Rang drei. Die erste Nacht steht bevor und die Fahrer werden Kalifornien verlassen. Danach geht es nach Arizona, wo es ebenso viele Wüstenabschnitte gibt. Bis zum dritten Tag sind die heißen Temperaturen ständiger Begleiter, danach kommen die anspruchsvollen Rocky Mountains mit bis zu 3.000 Meter hohen Passhöhen.

RAAM Tag 2: Nach der Wüste kommen die Berge

Lukas Kaufmann sitzt seit mittlerweile eineinhalb Tagen beim Race Across America, dem längsten und härtesten Radrennen der Welt, im Sattel. Der Oberösterreicher konnte nach über 1.000 Kilometern seine Führung nicht nur behaupten, sondern den Vorsprung auf den Schweden Jimmy Ronn leicht ausbauen. Nach der fast unerträglichen Hitze kommt bald sein Paradeterrain, die hohen Berge.

Dienstag Abend wurde das 4.923 Kilometer lange Race Across America in Oceanside gestartet. Seither bewegt sich der Kaufmann-Tross unermüdlich Richtung Westküste. In der ersten Nacht hat der 30-jährige Kronstorfer seinen ersten Powernapp gemacht. „Wir gönnten ihm 30 Minuten Schlaf“, sagt Teamchef Thomas Hölzl, der bisher mehr als zufrieden mit seinem Schützling ist: „Lukas fährt extrem stark. Das größte Problem ist allerdings die Hitze von weit über 40 Grad Celsius unter Tags. In der letzten Nacht war es mit 25 Grad etwas kühler. Wir besprühen ihn ständig mit Wasser, er trägt Kühlwesten und hat oft Eis im Nacken. Wichtig ist, dass wir seinen Körper permanent kühlen.“

Vom übergewichtigen Kind zum Bergspezialisten
In der Nacht kam Lukas Kaufmann sehr gut voran. Mit Songs von Helene Fischer und Reinhard Fendrich wurde er bei Laune gehalten. Derzeit durchquert er Arizona, wo es zwar noch viele Wüstenabschnitte gibt, die allerdings schon grüner und saftiger werden. Als nächster Bundesstaat steht Colorado auf dem Programm und damit nähert er sich langsam den Rocky Mountains mit dem über 3.000 Meter hohen Wolf Creek Pass. „Über 1.000 Kilometer hat er schon in den Beinen. Wir merken, dass es langsam weg von der heißen Wüste geht. Auch das Terrain wird anspruchsvoller, so gab es in Arizona schon viele, teils steile Anstiege, die er aber super gemeistert hat. Lukas ist ein Bergfahrer und die hohen Berge liegen ihm. Dort kann er sicher seine Führung behaupten oder ausbauen. Gesundheitlich geht es den Umständen entsprechend gut“, ergänzt Hölzl. Lukas Kaufmann als Bergfahrer, das war nicht immer so. Als Kind war er übergewichtig, ehe er die Leidenschaft zum Radsport entdeckte und 20 Kilos abnahm. In den letzten Jahren hat er sich vor allem bei schweren Mountainbike-Rennen einen Namen gemacht.

Im Rennen liegt Lukas nach der 10. Zeitstation in Tuba rund 45 Minuten vor dem Schweden Jimmy Ronn. Der Salzburger Dominik Meierhofer folgt als Dritter mit einem Abstand von ca. 1,5 Stunden.

RAAM Tag 3: Lukas Kaufmann weiterhin klar in Führung
Nach 2,5 Tagen beim Race Across America hat Lukas Kaufmann 1.700 von 4.923 Kilometern absolviert. Nach dem malerischen Momument Valley hat der Oberösterreicher auch den Wolf Creek Pass in den Rocky Mountains, den höchsten Punkt der Strecke, hinter sich gebracht. Er liegt mir rund zwei Stunden vor dem schwedischen Ex-Radprofi Jimmy Roon in Führung. Der Salzburger Dominik Meierhofer hat rund fünf Stunden Rückstand.

Beim längsten und härtesten Radrennen der Welt mit 50.000 Höhenmetern läuft bei Lukas Kaufmann weiterhin alles nach Plan. „Das Team ist sehr gut eingespielt und wir haben ihn gut über die Rocky Mountains gebracht. In der letzten Nacht hat er nochmals 30 Minuten geschlafen. Derzeit liegt sein gesamtes Schlafpensum nach 2,5 Tagen bei rund einer Stunde“, beschreibt Teamchef Thomas Hölzl.

Lukas hat zuletzt die 18. von 52 Timestations in Alamosa, Colordo, passiert. Bis auf einen platten Reifen blieb er bisher auch von technischen Gebrechen verschont. Der 30-jährige Kronstorfer liegt kurz vor dem Bundesstaat Kansas, wo sich die Landschaft nach den hohen Bergen massiv verändern wird. Schier endlose Weiten warten auf den RAAM-Rookie. „Die Temperatur ist nach wie vor sehr hoch, aber etwas besser als zuletzt. Und was ganz wichtig ist, Lukas ist nach wie vor gut drauf und er ist sehr gesprächig am Rad“, sagt Hölzl.

Ex-RAAM-Sieger beeindruckt
Gemeinsam haben sie neun Mal das Race Across America gewonnen: Rekordsieger Christoph Strasser mit sechs Triumphen und der Wahl-Oberösterreicher Wolfgang Fasching mit drei. Beide zeigen sich von Lukas Leistungen beeindruckt. „Ich bin so aufgeregt, als würde ich selbst mitfahren. Ich verfolge das RAAM intensiv und Lukas und sein Team sind offensichtlich perfekt vorbereitet. Jetzt brennt er in den Asphalt, was in ihm steckt“, sagt Strasser, der seinen Erfolgs-Podcast „Sitzfleisch“ kurzfristig zum RAAM-Podcast umfunktioniert hat: „Wir berichten täglich vom RAAM und bringen jede Menge Hintergrundgeschichten.“ Auch Wolfgang Fasching ist begeistert: „Ich gewann damals meine RAAMs in der „Steinzeit“. Es macht so eine große Freude ihm zuzusehen und habe ganz großen Respekt vor seiner Leistung. Vor allem imponiert mich seine Ruhe und Lockerheit. Das Rennen dauert noch, aber jetzt heißt es geduldig bleiben und alle Tiefs gut zu überstehen.“

Und zur Einschätzung über seine Leistung hat Christoph Strasser noch Zahlen: „In meinen Jahren, wo ich knapp unter oder knapp über acht Tage fuhr, hatte ich ähnliche Zwischenzeiten wie jetzt Lukas. Ich war meist im Morgengrauen in Trinidad und bestritt in der Nacht noch den dritten Pass der Rockies – so wie der Lukas jetzt.“


Foto/Copyright: www.alexzauner.com
– Es geht in die nächste Nacht

RAAM Tag 5: Kaufmann erreicht Halfway-Point als Zweiter
Der fünfte Tag beim Race Across America ist angebrochen. Lukas Kaufmann hat über 2.700 Kilometer in den Beinen und in Kansas erreichte er den Halfway-Point der 4.923 Kilometer langen Strecke von der West- zur Ostküste der Vereinigten Staaten. Derzeit liegt der Oberösterreicher beim spannenden Rennen an der zweiten Stelle.

Das RAAM, das längste und härteste Radrennen der Welt, schreibt seine eigenen Gesetze und Geschichten. Diese musste Lukas Kaufmann in den letzten eineinhalb Tagen schmerzlich erfahren. Er kam in eine Unwetterfront mit Starkregen und Hagel – das hat ihm viel Kraft gekostet. „Heute ging es durch Kansas bei starkem Seitenwind und schwülen 34 Grad Celsius durch flaches und leicht welliges Terrain. Die Müdigkeit ist bei Lukas durchaus spürbar, bisher hat er im gesamten Rennen nur etwas mehr als drei Stunden geschlafen. Dieses Pensum wollen und müssen wir jetzt in den letzten Tagen erhöhen“, beschreibt Teamchef Thomas Hölzl, der mit seinen Teamkollegen dem 30-jährigen Kronstorfer beim Halway-Point eine kleine „Party“ organisierte. Als Lohn für seine Leistungen gab es dort auch einen 10-minütigen Powernap. Derzeit ist der Lukas-Tross am Weg nach Missouri, wo nach der folgenden Nacht erstmals eine längere Schlafpause von einer bis zwei Stunden geplant ist.

Spannendes Duell an der Spitze
In den letzten knapp zwei Tagen entwickelte sich das RAAM so spannend wie lange nicht nehr. Nachdem Lukas am Tag vier vom Schweden Jimmy Ronn überholt wurde, fuhren sie viele Kilometer – oft nur getrennt von wenigen Minuten – über die Straßen der USA. Erst vor der vorletzten Timestation in Yates Center konnte sich der Schwede absetzen. Derzeit liegt der starke Zeitfahrer rund 1:45 Stunden vor Kaufmann. Der Dritte Dominik Meierhofer hat zwar noch acht Stunden Rückstand auf Kaufmann, der Salzburger holt aber bedrohlich schnell auf. „Der Schlafentzug ist Lukas anzumerken. Wir sind aber nach wie vor super unterwegs und haben eine Zielzeit von unter neun Tagen im Visier – das war sein großes Ziel. Für alle drei Top-Fahrer an der Spitze ist noch alles möglich. Lukas ist ein sehr guter Bergfahrer und er hat zuletzt auf den flachen Straßen Zeit eingebüßt. Aber die steilen Appalachen kommen ja noch“, schließt Hölzl.

RAAM Tag 7: Noch 1.200km bis ins Ziel
Seit 6,5 Tagen sitzt Lukas Kaufmann beim Race Across America bereits im Sattel. Beim längsten und härtesten Radrennen der Welt liegen noch rund 1.200 der insgesamt 4.923 Kilometer langen Strecke vor ihm. Während sich der Oberösterreicher nach wie vor auf dem zweiten Platz befindet, kommen bald die letzten schweren Berge vor dem Zielort Atlantic City.

In der vergangenen Nacht hat der Kaufmann-Tross St. Louis hinter sich gelassen und den Mississippi überquert. Derzeit befindet er sich im US-Bundesstaat Indiana, wo er Greensburg, die 40. von 52 Timestations passiert hat. Im Rennen liegt er rund fünf Stunden hinter dem Schweden Jimmy Ronn, rund drei Stunden hinter Lukas befindet sich der Salzburger Dominik Meierhofer. Das Spitzentrio fährt seit mehreren Tagen in dieser Konstellation. Bald könnte sich die Situation aber wieder ändern, denn das Gebirgsmassiv die Appalachen mit seinen teils steilen Rampen steht im nächsten Bundesstaat West Virginia auf dem Programm. Bisher hat Lukas knapp 3.800 Kilometer zurückgelegt.

„Der letzte Tag war sehr gut, nach einem Tief vorgestern kommt Lukas wieder gut voran und er wirkt wieder frischer. Nach dem Mississippi ist er wieder gut drauf und fährt fleißig. Bisher hatte er rund neun Stunden Schlafpausen, mittlerweile haben wir längere Schlafzeiten als 30 Minuten eingelegt. Das ist auch wichtig für Körper und Kopf“, beschreibt Teamchef Thomas Hölzl, der mit seinen Teammitgliedern zuletzt eine freudige Überraschung erlebte: „Als wir die Blue Barn Hill Farm passierten, wurden wir von der Familie mit ihren zehn Kindern freudig empfangen. Seit vielen Jahren unterstützen sie die Teilnehmer und ihre Betreuer. Wir konnten uns alle – bis auf Lukas – auf der Farm duschen und bekamen Essen und Getränke. Das war eine unheimlich positive Überraschung. Generell kommen auch immer wieder Leute mit ihren US-Flaggen an den Streckenrand, um die Teilnehmer anzufeuern.“

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