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Rund um Köln – 191 Km

Pithie weit vorn im ungleichen Dreiersprint

Laurence Pithie (Red Bull) gewann Rund um Köln 2026 im Dreiersprint. Der 23-jährige Neuseeländer schlug deutlich das Tandem aus Fred Wright und Aimé de Gendt (beide Pinarello). Das Hauptfeld kam nur 6 Sekunden zu spät. Um den 4. Platz setzte sich überraschend Tobias Müller (Unibet) knapp vorm favorisierten Jordi Meeus (Red Bull).

Auf genau diesen Meeus berief sich auch der später siegreiche Pithie, als er nur verhalten seine beiden Mitausreißer und Gegner aus demselben Team nur sporadisch in der Tempoarbeit unterstützte. 47 Kilometer vorm Ziel hatte Wright bergauf attackiert und wurde von Pithie markiert. Wrights Stallgefährte de Gendt stieß 4 Kilometer hinzu. Das Hauptfeld war nie mehr als eine halbe Minute hinten, bekam die Lücke auf dem Rückweg vom Bergischen Land nach Köln jedoch nicht mehr geschlossen.

So 17. Mai 2026
Ergebnis der 108. Auflage Rund um Köln (191,0km)
1. Laurence Pithie (NZL) – Red Bull-Bora 4:12:36

2. Fred Wright (GBR) – Pinarello-Q36.5 gl.Zeit
3. Aimé de Gendt (BEL) – Pinarello-Q36.5 +0:02
4. Tobias Müller (GER) – Unibet-Rose +0:06
5. Jordi Meeus (BEL) – Red Bull-Bora
6. Gerben Thijssen (BEL) – Alpecin-Premier Tech alle

7. Jason Tesson (FRA) – Totalenergies
8. Jermaine Zemke (GER) – Rembe-Rad-net gleiche
9. Alessio Magagnotti (ITA) – Red Bull-Bora

10. Ashlin Barry (USA) – Visma-Lease a Bike Zeit

Laurence Pithie gewinnt Rund um Köln
Laurence Pithie hat den deutschen Klassiker Rund um Köln gewonnen. Für den Neuseeländer war es der erste Sieg im Trikot von Red Bull – BORA – hansgrohe. Der 23-Jährige siegte im Sprint einer dreiköpfigen Ausreißergruppe.

46 Kilometer vor dem Ziel war Laurence der Attacke von Fred Wright gefolgt. Der Brite bekam kurz darauf noch Unterstützung durch einen Teamkollegen. Das Trio fuhr lange mit rund einer halben Minute Vorsprung auf das Feld durch das rheinische Bergland und die letzten Kilometer zurück nach Köln. Aufgrund zahlreicher Attacken, die eine geregelte Nachführarbeit im Peloton unmöglich machten, sollte das Polster reichen.

Beim Heimrennen für sein Team stellte Laurence das Siegeskonto von Red Bull – BORA – hansgrohe auf 15 Saisonerfolge. Zuletzt hatte 2023 in Danny van Poppel ein Fahrer aus der Teamstruktur das Rennen gewonnen. Insgesamt war es der siebente Erfolg in Köln.

Das ist natürlich ein sehr wichtiger Sieg für das Team. Wir hatten hier ein paar Karten, die wir spielen konnten. Mein Job war es, in den Gruppen mitzugehen. Es hat dann aber gereicht um Durchzukommen und den Sprint zu gewinnen. Weil ich hinten ja noch Jordi hatte, konnte ich mich bei der Arbeit ein wenig zurückhalten. Das hat sich dann ausgezahlt.
— Laurence Pithie

Wir hatten eine der stärksten Mannschaften für ein Sprintfinale. Da aber ansonsten kaum Sprinter da waren, mussten wir als favorisiertes Team mit unserer Strategie vorsichtig sein. Wir haben das Rennen im Prinzip den ganzen Tag kontrolliert und waren mannschaftlich auf Jordi ausgerichtet.
Laurence hatte aber die Freiheiten, auf der Runde mit den Anstiegen Bensberg und Sand Attacken mitzugehen. Dass er dann in einer Gruppe mit zwei Fahrern aus einer Mannschaft landete, war dann ein bisschen unglücklich. Aber weil das Peloton nie weit weg war, hatten die beiden anderen nicht die Chance zu pokern. Im Sprint hat es Laurence dann wirklich clever angestellt, er war sehr stark.

— Cesare Benedetti, Sportlicher Leiter

109. Giro d’Italia – 8. Etappe: Chieti – Fermo – 156 Km

Narvaez jetzt auch solo erfolgreich

Jhonatan Narvaez (UAE) holte sich auf der 8. Etappe bereits seinen zweiten Tageserfolg im Rahmen des Giro d’Italia 2026. In den Marken distanzierte der Ecuadorianer im Hinterland der Adria 11 Kilometer vorm Ziel seine beiden Mitausreißer, Teamkollege Bjerg und Andreas Leknessund (Uno-X). Im Zielort Fermo gewann Narvaez 32 Sekunden vor Leknessund. Mikkel Bjerg wurde noch von einer großem Verfolgergruppe gestellt. Der 3. Platz ging so an Leknessunds Teamkollege Tjøtta. Hätte man das teamintern nur vorher gewusst, dann wäre Leknessund nicht mit den 2 gegnerischen Teamkollegen Narvaez und Bjerg mitgefahren. Konnte man aber nicht ernsthaft wissen.

Knapp 2 Minuten hinter Narvaez sprinteten aus dem stark geschrumpften Feld der besten Klassementfahrer Jai Hindley (Red Bull) und Jonas Vingegaard (Visma) minimal davon. Die beiden holten 2 Sekunden auf Bernal (Netcompany) und den Gesamtführenden Eulalio (Bahrain) heraus. Eine weitere Lücke hinter diesen beiden wurde nicht gewertet, so dass auch Gall (Decathlon) und Pellizzari (Red Bull) diese – wahrscheinlich unbedeutenden – 2 Sekunden einbüßten.

Ergebnis
1. Jhonatan Narvaez (ECU) – UAE-XRG 3:27:26

2. Andreas Leknessund (NOR) – Uno-X +0:32
3. Martin Tjøtta (NOR) – Uno-X +0:42
4. Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana +0:44
5. Lorenzo Milesi (ITA) – Movistar gl.Zeit
6. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +0:48
7. Corbin Strong (NZL) – NSN +0:55
8. Juan Pedro Lopez (ESP) – Movistar gl.Zeit
9. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +0:58
10. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +1:00

12. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +1:02
16. Mikkel Bjerg (DEN) – UAE-XRG +1:12
23. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:51
24. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
25. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +1:53
26. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious alle
30. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora gleiche
33. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM Zeit

68. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:38
– 167 Fahrer klassiert.
DNF Jake Stewart (GBR) – NSN
DNF Fabio Christen (SUI) – Pinarello-Q36.5

Eulalios Vorsprung in der Gesamtwertung schrumpfte damit marginal auf 3:15 Minuten vor Vingegaard. Gall blieb mit 3:34 Minuten Rückstand auf dem 3. Platz. Als Momentaufnahme rückte der Tagessechste Christian Scaroni (XDS) vor auf den 4. Platz knapp vor Hindley und Pellizzari. Der bisherige Gesamtachte Ciccone (Lidl) verlor 6 Minuten und verabschiedete sich damit gewollt aus den vorderen Regionen der Gesamtwertung, um in Fluchtgruppen zu dürfen.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 34:28:42

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:15
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +3:34
4. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:18
5. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:23
6. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +4:28

7. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +4:32
8. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:56
9. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:07

10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:11
11. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +5:31
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +5:40
13. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +5:54
14. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:10
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:18
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:22
17. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +6:32
18. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +6:41
19. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:59
20. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +7:12

Mit den flachen ersten 2 Etappendritteln und dem hüglig-steilen Schlussdrittel war die 8. Etappe prädestiniert für Ausreißern. Das dachten sich offensichtlich viele Teams und Fahrer auch, so dass es 80 Kilometer dauerte, bis 76 Kilometer vorm Ziel das entscheidende Trio entstand, als Bjerg attackiert hatte und sein Teamkollege Narvaez und Leknessund hinzukamen.

Zuvor scheiterten reihenweise Fluchtversuche, ein Großteil davon in Verfolgung eines Duos aus Ganna (Netcompany) und Bettiol (XDS). Die beiden bekamen über fast 50 Kilometer hinweg nur maximal eine halbe Minute Vorsprung zugesatanden und wurde 103 Kilometer vorm Ziel wieder gestellt.

Mehrere erfolglose Attacken später schaffte es dann erstaunlicherweise ein ungleich besetztes Trio. In der Folgezeit teilte sich noch das Hauptfeld mit Hindley und Eulalio im vorderen Teil und Vingegaard im hinteren, was recht schnell behoben war. 63 Kilometer vorm Ziel löste sich eine mehr als 30-köpfige Verfolgergruppe um Tjøtta und Scaroni.

Diese Gruppe konnte zwar dem Hauptfeld zwischenzeitlich 2 Minuten davonfahren, kam aber nur maximal knapp eine Minute an das Spitzentrio heran. Das Trio vergrößerte sogar seinen Vorsprung auf 2 Minuten gegenüber der großen Verfolgergruppe und fast 4 vorm Hauptfeld, als Narvaez am vorletzten Anstieg attackierte. Seinen Teamkollegen Bjerg stellte es sofort auf. Leknessund kam nach einem Kilometer noch einmal heran, ehe sich Narvaez prompt wieder und endgültig löste.

109. Giro d’Italia – 7. Etappe: Formia – Blockhaus – 244 Km

Wie erwartet gewann Jonas Vingegaard (Visma) die 7. Etappe des Giro d’Italia 2026, die mit dessen erster Bergankunft am Blockhaus endete.


Herbert Moos Foto

Alle anderen Klassementfahrer verloren eine Minute und mehr auf den 29-jährigen Dänen – mit einer Ausnahme:
Felix Gall (Decathlon) überquerte die Ziellinie in den Abruzzen nur 13 Sekunden hinter Vingegaard.
Das erste Verfolgertrio der Top-2 führte Ex-Giro-Sieger Hindley (Red Bull) mit 62 Sekunden Rückstand über die Linie, leicht abgesetzt vor seinen Teamkollegen Pellizzari sowie Ben O’Connor (Jayco).

Als Vingegaard am 13,6 Kilometer langen Schlussanstieg 5,5 Kilometer vorm Ziel attackierte, versuchten nur noch Pellizzari und Gall mitzukommen. Pellizzari blieb tatsächlich für einen Kilometer am Hinterrad, platzte dann aber ab. Gall hingegen ließ sofort vom Versuch ab, verlor dann mit seinem eigenen Tempo kaum noch auf Vingegaard und flog förmlich bei der 4-Kilometer-Marke an Pellizzari vorbei.
Dieser wiederum wurde von seinem Co-Kapitän Hindley und O’Connor eingesammelt. Der Nächstbeste im Ziel war überraschend Mathys Rondel (Tudor).

Ergebnis
1. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike 6:09:15
2. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +0:13
3. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +1:02
4. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +1:05

5. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula gl.Zeit
6. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +1:29
7. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +1:40
8. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +1:42
9. Michael Storer (AUS) – Tudor +1:44
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos gl.Zeit
11. Jan Hirt (CZE) – NSN +2:13
12. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 gl.Zeit
13. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +2:42
14. Wout Poels (NED) – Unibet-Rose +2:55
15. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious gl.Zeit
16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike gl.Zeit
17. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +2:57
18. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious
19. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike alle
20. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM gleiche
21. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos Zeit


26. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +4:29
27. Jefferson Cepeda (ECU) – EF Education-Easypost +4:31
28. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +4:44
31. Enric Mas (ESP) – Movistar +5:47
33. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +6:15

Afonso Eulalio (Bahrain) im Rosa Trikot verlor am Blockhaus fast 3 Minuten und damit ungefähr die Hälfte seines Vorsprungs in der Gesamtwertung gegen Vingegaard. Der haushohe Top-Favorit auf den Gesamtsieg sprang vor auf den 2. Platz mit nun 3:17 Minuten hinter Eulalio, Gall entsprechend auf den 3. Platz auf 3:43. Auch die Plätze dahinter gestalteten sich ungefähr entsprechend des Tagesresultats, weil außer Eulalio alle Nicht-Klassementfahrer ihre vorderen Platzierungen in der Gesamtwertung einbüßten.

Interessanterweise landeten bei den teaminternen Doppelspitzen am Blockhaus Hindley minimal vor Pellizzari, Rondel minimal vor Storer und Arensman (Netcompany) über eine Minute vor Bernal. Die Reihung hätte man vor dem Giro eher andersherum gewettet.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 30:59:23

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +3:17
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +3:34
4. Jai Hindley (AUS) – Red Bull-Bora +4:25
5. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +4:28

6. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula +4:32
7. Mathys Rondel (FRA) – Tudor +4:56
8. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +4:57
9. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +5:07
10. Michael Storer (AUS) – Tudor +5:11
11. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +5:23
12. Jan Hirt (CZE) – NSN +5:40
13. Derek Gee-West (CAN) – Lidl-Trek +6:10
14. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +6:11
15. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:18

16. Davide Piganzoli (ITA) – Visma-Lease a Bike +6:22
17. Damiano Caruso (ITA) – Bahrain Victorious +6:24
18. Markel Beloki (ESP) – EF Education-Easypost +6:24
19. Chris Harper (AUS) – Pinarello-Q36.5 +6:41

27. Harold Lopez (ECU) – XDS-Astana +9:04

Kurz nach dem Start der 7. Etappe attackierte Jonathan Milan (Lidl), der bisher bei diesem Giro nichts gebacken bekam, obwohl er als großer Favorit für die Massensprint sangereist war. Angesichts der Distanz dieser mit Abstand längsten Etappe (244 Kilometer) und des hinterher bergigen Profils machte das nicht wirklich Sinn, abgesehen von Frustbewätigung und vom Zwischensprint, um den bereits riesigen Rückstand auf Magnier (Soudal) um mickrige 12 Punkte zu verkürzen.

Zu Milan gesellten sich van der Lee (EF), Naberman (Picnic), Sevilla (Polti) und mit etwas Verzögerung Zukowsky (Pinarello). Fürs Rosa Trikot war keiner aus dem Quartett eine Gefahr. Trotzdem kontrollierte das Team des Gesamtführenden Eulalio den Rückstand zunächst auf 6 Minuten. Dann stiegen über 160 Kilometer vorm Ziel Vingegaards Männer mit ein. Den Zwischensprint gewann natürlich Milan, der dann rund 100 Kilometer vorm Ziel aus der Spitzengruppe zurückfiel knapp 20 Kilometer später vom Hauptfeld eingeholt wurde.

Der erste längere Anstieg hatte nun begonnen. Oben sprang Diego Sevilla 78 Kilometer vorm Ziel kurz aus dem Spitzenquartett heraus, um sich die Bergpunkte zu sichern. Die Führung in der Bergwertung ums Blaue Trikot, die er seit Tag 1 innehatte, verlor Sevilla aber am Ende trotzdem um einen Punkt an Vingegaard. Die überladene Punktezahl im Ziel machte es möglich.

In dieser Rennphase regnete es etwas, aber längst nicht so schlimm wie schon 2 Tage zuvor gesehen. Der Vorsprung der Spitzengruppe sank bis zum Schlussanstieg auf 2:30 Minuten, womit an ein Durchkommen vor Vingegaard nicht mehr zu denken war. Abgesehen davon hatte sich der stärkste Bergfahrer aus der Gruppe, Sevilla, in einem Kreisverkehr versteuert und fuhr der Gruppe hinterher.

12 Kilomter vorm Ziel ging Zukowsky zuerst über den Bonussprint vor van der Lee. Diese beiden wurde dann auch als letzte Ausreißer gestellt, als noch knapp 8 Kilometer zu fahren waren. Das Hauptfeld wurde von Pellizzaris und Hindleys Helfern in den Schlussanstieg geführt, ehe dann doch Vingegaards Helfer übernahmen. Die schleichende Auslese war bereits weit fortgeschritten, als nur noch der treueste Helfer Sepp Kuss übrig war. Eulalio konnte sich allerdings bis kurz vor Vingegaards Attacke sogar dort halten. Dann machte der Däne Ernst und komplettierte bei seinem Giro-Debüt schon einmal seine Sammlung an Etappensiegen bei allen 3 Grand-Tours.

109. Giro d’Italia – 6. Etappe: Paestum – Napoli – 141 Km

Neapel-Stürze mit Ansage, Ballerini staubt ab

Der Giro-Veranstalter provozierte das Sturz-Fiasko in der späten Pfaster-Serpentine von Neapel und bekam es! Bei der Massenankunft am Ende der 6. Etappe kamen in Front nur Davide Ballerini (XDS) und Jasper Stuyven (Soudal) durch die letzte Doppelkurve. Neben und hinter ihnen knallten die Fahrer mit Ansage aufs rutschige Pflaster, und dahinter staute es sich. So kam der 31-jährige Italiener Ballerini zu seinem ersten Grand-Tour-Tagessieg, weil er es vor Stuyven durchzog.

Abgeschlagen hinter dem Duo und mit weiterem Abstand nach hinten belegte der zweifache Tagessieger Paul Magnier (auch Soudal) den 3. Platz, obwohl er länger aufgehalten wurde als beispielsweise Plowright (Alpecin) oder Turner (Netcompany), die auf den nächsten Plätzen einkamen. Den Sturzreigen eröffnete Dylan Groenewegen (Unibet) und sein Anfahrer, die als erste in den U-Turn 400 Meter vorm Ziel gingen – und gleich zu Boden krachten. Von dem einsetzenden Domino-Effekt war auch der somit weiterhin sieglose Sprintfavorit Milan (Lidl) betroffen.

Ergebnis


Plomi Foto

1. Davide Ballerini (ITA) – XDS-Astana 3:19:30
2. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step
3. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step
4. Jensen Plowright (AUS) – Alpecin-Premier Tech alle
5. Ben Turner (GBR) – Netcompany-Ineos
6. Alec Segaert (BEL) – Bahrain Victorious
7. Luca Mozzato (ITA) – Tudor gleiche
8. Filippo Magli (ITA) – Bardiani-CSF
9. Enrico Zanoncello (ITA) – Bardiani-CSF
10. Casper van Uden (NED) – Picnic-PostNL Zeit
– 169 Fahrer klassiert.
DNS Felix Engelhardt (GER) – Jayco-Alula

An der Spitze der Gesamtwertung gab es mal keinen Wechsel. Afonso Eulalio (Bahrain) behielt das Rosa Trikot mit unverändert großem Vorsprung. Vor der ersten großen Bewährungsprobe am Blockhaus sind noch 14 Fahrer in einer Zeit mit dem Top-Favoriten Vingegaard und 12 Fahrer – teils ohne Klassement-Aussichten – davor.

Gesamtwertung
1. Afonso Eulalio (POR) – Bahrain Victorious 24:47:13
2. Igor Arrieta (ESP) – UAE-XRG +2:51
3. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana +3:34

4. A. Raccagni Noviero (ITA) – Soudal-Quick Step +3:39
5. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +5:17
6. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +6:12
7. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +6:16
8. Florian Stork (GER) – Tudor +6:16
9. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +6:16
10. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +6:18
11. Giulio Pellizzari (ITA) – Red Bull-Bora +6:18

12. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +6:20

109. Giro d’Italia 2026 – 4. Etappe

4. Etappe: Catanzaro – Cosenza – 138 Km

1 NARVAEZ Jhonatan ECU UAE Team Emirates-XRG 03:08:46
2 AULAR Orluis VEN Movistar Team 00:00
3 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 00:00
4 TURNER Ben GBR Netcompany INEOS Cycling Team 00:00
5 PINARELLO Alessandro ITA NSN Cycling Team 00:00
6 EULALIO Afonso POR Bahrain Victorious 00:00
7 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 00:00
8 ULISSI Diego ITA XDS Astana Team 00:00
9 RACCAGNI NOVIERO Andrea ITA Soudal Quick-Step 00:00
10 VALGREN Michael DEN EF Education-EasyPost 00:00
11 STORK Florian GER Tudor Pro Cycling Team 00:00
12 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 00:00
13 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
14 SOBRERO Matteo ITA Lidl-Trek 00:00
15 CARUSO Damiano ITA Bahrain Victorious 00:00
DNF Kaden Groves (AUS) – Alpecin-Premier Tech
DNF Arnaud de Lie (BEL) – Lotto-Intermarché
DNS Wilco Kelderman (NED) – Visma-Lease a Bike

Gesamt:

1 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 16:18:51
2 CHRISTEN Jan SUI UAE Team Emirates-XRG 00:04
3 STORK Florian GER Tudor Pro Cycling Team 00:04
4 BERNAL Egan COL Netcompany INEOS Cycling Team 00:04
5 ARENSMAN Thymen NED Netcompany INEOS Cycling Team 00:06
6 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 00:06

7 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 00:10
8 MAS Enric ESP Movistar Team 00:10
9 BELOKI Markel ESP EF Education-EasyPost 00:10
10 HIRT Jan CZE NSN Cycling Team 00:10
11 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 00:10
12 ZANA Filippo ITA Soudal Quick-Step 00:10
13 CARUSO Damiano ITA Bahrain Victorious 00:10
14 RUBIO Einer COL Movistar Team 00:10
15 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:10

Narvaez siegt, Ciccone durch Boni Rosa

Jhonatan Narvaez (UAE) gewann in Potenza die 4. Etappe des Giro d’Italia in einem Massensprint ohne Sprinter. Aus dem stark dezimierten Hauptfeld überholte der Ecuadorianer auf der Zielgeraden Orluis Aular (Movistar) um mehr als 2 Radlängen. Hinter Aular landete Giulio Ciccone (Lidl) auf dem 3. Platz und eroberte durch Zeitgutschriften das Rosa Trikot des Gesamtführenden.

Das Team von Aular hatte den halben Tag lang gearbeitet und dadurch unterwegs am Berg alle Sprinter abgehängt. Innerhalb der letzten 2 Kilometer probierte sich Narvaez Teamkollege Jan Christen als Finisseur, wurde aber rund 400 Meter vorm Ziel wieder gestellt. Aular eröffnete den Sprint viel zu früh, konnte aber dennoch bis zur Linie Ciccone hinter ihm in Schach halten. Von Ciccones Hinterrad jedoch stürmte Narvaez zum klaren Sieg.

Die Tempoverschärfung durch Narvaez Team und Movistar über 50 Kilometer vorm Ziel am einzigen, dafür langen Berg des Tages kostete nicht nur die Sprinter den Anschluss, sondern auch den Gesamtführenden Guillermo Silva (XDS). So fuhr Florian Stork erst einmal virtuell im Rosa Trikot.

Den Bonussprint nur gut 12 Kilometer vorm Ziel gewann Christen für 6 Sekunden, gefolgt von Pellizzari (Red Bull) für 4 und Ciccone für 2. Damit lagen außer Stork 3 weitere Fahrer zeitgleich: Ciccone, Christen und der zwischenzeitlich abgehängte Bernal (Netcompany). Stork hatte weder beim Bonussprint noch beim Zielsprint die Beine für die Top-3. So übernah Ciccone das Rosa Trikot 4 Sekunden vor Christen, Stork und Bernal.

109. Giro d’Italia 2026 Etappen 1-3 in Bulgarien

1. Etappe: Nessebar – Burgas – 147 Km

1 MAGNIER Paul FRA Soudal Quick-Step 03:20:58
2 ANDRESEN LUIND Tobias DEN Decathlon CMA CGM Team 00:04
3 TAROZZI Manuele ITA Bardiani-CSF 7 Saber 00:04
4 VERNON Ethan GBR NSN Cycling Team 00:06
5 SEVILLA Diego ESP Team Polti VisitMalta 00:06
6 MORGADO António POR UAE Team Emirates-XRG 00:08
7 MILAN Jonathan ITA Lidl-Trek 00:10
8 MIHKELS Madis EST EF Education-EasyPost 00:10
9 LONARDI Giovanni ITA Team Polti VisitMalta 00:10
10 ACKERMANN Pascal GER Team Jayco-AlUla 00:10
11 GUDMESTAD Tord NOR Decathlon CMA CGM Team 00:10
12 WALSCHEID Max GER Lidl-Trek 00:10
13 VAN GESTEL Dries BEL Soudal Quick-Step 00:10
14 STUYVEN Jasper BEL Soudal Quick-Step 00:10
15 SOLER Marc ESP UAE Team Emirates-XRG 00:10

2. Etappe: Burgas – Veliko Tarnovo – 221 Km


Plomi Fotos

1 SILVA Thomas URU XDS Astana Team 05:39:25
2 STORK Florian GER Tudor Pro Cycling Team 00:00

3 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 00:00
4 SCARONI Christian ITA XDS Astana Team 00:00
5 PELLIZZARI Giulio ITA Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
6 SOBRERO Matteo ITA Lidl-Trek 00:00
7 LEKNESSUND Andreas NOR Uno-X Mobility 00:00
8 CHRISTEN Jan SUI UAE Team Emirates-XRG 00:00
9 TJØTTA Martin NOR Uno-X Mobility 00:00
10 RONDEL Mathys FRA Tudor Pro Cycling Team 00:00
11 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 00:00
12 ROMO Javier ESP Movistar Team 00:00

13 VAN EETVELT Lennert BEL Lotto-Intermarché 00:00
14 RUBIO Einer COL Movistar Team 00:00
15 PIGANZOLI Davide ITA Team Visma | Lease a Bike 00:00

3. Etappe: Plovdiv – Sofia – 175 Km

Paul Magnier mit 2 aus 3 beim Bulgarien-Weekend

Paul Magnier (Soudal) entschied auch den zweiten Massensprint beim Giro d’Italia 2026 und damit die 3. Etappe für sich. Der 22-jährige Franzose schlug Jonathan Milan (Lidl) und Dylan Groenewegen (Unibet) um jeweils ungefähr ein Vorderrad in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Das frühe Ausreißertrio des Tages wurde erst einen halben Kilometer vor Schluss gestellt.

1. Paul Magnier (FRA) – Soudal-Quick Step 4:09:42
2. Jonathan Milan (ITA) – Lidl-Trek
3. Dylan Groenewegen (NED) – Unibet-Rose
4. Madis Mihkels (EST) – EF Education-Easypost alle
5. Matteo Malucelli (ITA) – XDS-Astana
6. Erlend Blirka (NOR) – Uno-X
7. Pascal Ackermann (GER) – Jayco-Alula gleiche
8. Davide Ballerini (ITA) – XDS-Astana
9. Tobias Lund Andresen (DEN) – Decathlon-CMA CGM
10. Enrico Zanoncello (ITA) – Bardiani-CSF Zeit
– 177 Fahrer klassiert.
DNS Andrea Vendrame (ITA) – Jayco-Alula
DNS Adam Yates (GBR) – UAE-XRG

Thomas Silva (XDS) verteidigte das Rosa Trikot des Gesamtführenden, das er am Vortag von Auftaktsieger Magnier übernommen hatte. Er geht damit in den frühen ersten Transfer- und Ruhetag, bevor es in Kalabrien weitergeht. An den Plätzen und Abständen hinter dem Gesamtführenden änderte sich auch nichts. Florian Stork (Tudor) und Egan Bernal (Netcompany) blieben auf dem 2. und 3. Platz.

Gesamtwertung
1. Thomas Guillermo Silva (URU) – XDS-Astana 13:10:05
2. Florian Stork (GER) – Tudor +0:04
3. Egan Bernal (COL) – Netcompany-Ineos +0:04
4. Thymen Arensman (NED) – Netcompany-Ineos +0:06

5. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +0:06
6. Jan Christen (SUI) – UAE-XRG +0:10
7. Martin Tjøtta (NOR) – Uno-X +0:10
8. Johannes Kulset (NOR) – Uno-X +0:10
9. Enric Mas (ESP) – Movistar +0:10
10. Lennert van Eetvelt (BEL) – Lotto-Intermarché +0:10

Die frühen Ausreißer des Tages kamen zwischen Plowdiw und Sofia aus den bisher dafür bekannten 2 Mannschaften. Es waren auf der 3. Etappe Manuele Tarozzi (Bardiani), Alessandro Tonelli (Polti) und ein 3. Mal hintereinander Diego Sevilla (auch Polti). Beim Zwischensprint zeigte hinter dem Ausreißertrio von den Sprintern nur Milan Interesse an den verbleibenden 3 Punkten. Im Zielsprint hingegen war er wieder unterlegen, so dass er unterm Strich ums lila Trikot Boden auf Magnier verlor.

Am langen, aber kaum steilen Anstieg in der Mitte der Etappe nach Borowez fiel Arnaud de Lie (Lotto) aus dem Hauptfeld zurück und bekam 2 Teamkollegen an seine Seite gestellt. Kurz vor der Kuppe ließ auch Erlend Blirka (Uno-X) abreißen, erholte sich aber auf dem abfallenden Stück nach Sofia und belegte noch den 6. Platz im Massensprint hinter Mihkels (EF) und Malucelli (XDS).

Der Bergpreis ging kampflos an Sevilla, der damit sein blaues Bergtrikot untermauerte. Aus dem Hauptfeld zeigte Scaroni (XDS) Interesse an den weiteren Punkten. Im späten Bonussprint waren alle Gutschriften durch das Ausreißertrio weg. Dieses wehrte sich dann erstaunlich lange und wurde erst kurz vor der Ziellinie eingeholt.

So wurde der Tagessieger wie erwartet doch im Massensprint ermittelt. Diesen eröffnete Milan. Magnier löste sich sogleich aus seinem Windschatten. Groenewegen rückte von dahinter zu den beiden auf. Auf den letzten Metern hoppelten sie über Ziegelpflaster und hechteten mit dem Tigersprung ins Ziel. Tobias Andresen (Decathlon), der zum Auftakt am nächsten an Magnier dran war, kam in Sofia nicht über den 9. Platz hinaus.

Eschborn-Frankfurt 2026 (Fotobericht folgt noch!)


ASO Foto

Ergebnis der 64. Auflage Eschborn-Frankfurt (211,7km)
1. Georg Zimmermann (GER) – Lotto-Intermarché 4:59:34

2. Tom Pidcock (GBR) – Pinarello-Q36.5
3. Ben Tulett (GBR) – Visma-Lease a Bike
4. Pello Bilbao (ESP) – Bahrain Victorious
5. Simone Gualdi (ITA) – Lotto-Intermarché
6. Ion Izagirre (ESP) – Cofidis
7. Natnael Tesfatsion (ERI) – Movistar
8. Alex Baudin (FRA) – EF Educastion-Easypost
9. Florian Stork (GER) – Tudor
10. Adria Pericas (UAE) – UAE-Emirates
11. Felix Engelhardt (GER) – Jayco-Alula
12. Tobias Lund Andresen (DEN) – Decathlon-CMA CGM
13. Magnus Cort (DEN) – Uno-X
14. Andrea Raccagni (ITA) – Soudal-Quick Step
15. Jon Barrenetxea (ESP) – Movistar
16. Corbin Strong (AUS) – NSN
17. Ben Turner (GBR) – Ineos Grenadiers
18. Tibor del Grosso (NED) – Alpecin-Premier Tech
19. Alessandro Covi (ITA) – Jayco-Alula alle
20. Søren Kragh Andersen (DEN) – Lidl-Trek
21. Laurence Pithie (NZL) – Red Bull-Bora
22. Michael Valgren (DEN) – EF Educastion-Easypost gleiche
23. Bjorn Koerdt (GBR) – Picnic-PostNL
24. Callum Thornley (GBR) – Red Bull-Bora
25. Luca van Boven (BEL) – Lotto-Intermarché Zeit

Der DM Georg Zimmermann triumphiert im Sprint

Georg Zimmermann (Lotto) feierte im Trikot des Deutschen Meisters den Sieg bei Eschborn-Frankfurt 2026. Der 28-jährige Schwabe schlug im Sprint einer 12-köpfigen Spitzengruppe Tom Pidcock (Pinarello) um fast 2 Radlängen. Fast gleichauf mit Pidcock waren Ben Tulett (Visma) sowie Pello Bilbao (Bahrain). Das Dutzend an der Spitze hatte sich an der letzten Überfahrt am Mammolshainer Berg 34,5 Kilometer vorm Ziel gebildet und nur noch einen winzigen Vorsprung vorm Verfolgerfeld für den Zielsprint mitgebracht.

11 davon blieben in der Ergebnisliste vorm Feld, einer wurde noch auf Platz 22 durchgereicht. Insgesamt wurden 44 Fahrer in der Zeit des Siegers gewertet. Dieser hieß Georg Zimmermann. Dessen 5. Profisieg rettete seinem Team das Frühjahr beim letzten Klassiker, bevor es in den von große Etappenrennen geprägten Jahresteil geht.

An einem Maifeiertag mit frühsommerlichem Wetter spielte das frühe Spitzenquintett des Tages keine Rolle. Als Randnotiz gewann Zimmermanns Teamkollege Jonas Rutsch allerdings die Bergwertung. Mit seinen Fluchtgefährten Thomas Thomas Gachignard, Samuel Leroux (beide Totalenergies) und Matyas Kopecky (Unibet) lag er nach dem zweiten Doppel aus Feldberg und Burgweg noch an der Spitze. Aivaras Mikutis (Tudor) war da schon kurz vorher zurückgefallen.

86 Kilometer vorm Ziel entwischten Tim Wellens (UAE), Emiel Verstrynge (Alpecin) und Jamie Meehan (Cofids) dem Hauptfeld. Auf dem Weg vom Feldberg zu den letzten 2 Anstiegen am Mammolshainer Berg holte das Trio die 4 vorn verblienenen Ausreißer ein. Als Wellens und Verstrynge sich dann der ausgelaugten eingeholten Fahrer entledigten, blieb auch der falsch postierte Meehan auf der Strecke.

Der Vorsprung des Duos vorm Hauptfeld betrug maximal 1:20 Minuten. 38 Kilometer vorm Ziel platzte Verstrynge zwischen den beiden letzten Mammolshainer Passagen von Wellens‘ Hinterrad ab. Das war dann aber 3 Kilometer später sowieso egal, als im letzten Mammolshainer zuerst Tulett und Alex Baudin (EF) an Wellens vorbeistürmten.

Oben hinaus zogen Pidcock und 9 weitere Fahrer – Zimmermann, Gualdi (auch Lotto), Tesfatsion (Movistar), Engelhardt (JAyco), Pericas (UAE), Bilbao, Izagirre (Cofidis) und Stork (Tudor) sowie Valgren (EF) – vor zu Tulett und Baudin. Ein Dutzend hatte die Auslese geschafft und musste bis kurz vor Schluss beständige 30 Sekunden gegen das Verfolgerfeld auf die Zielgerade nach Frankfurt retten.

In einem hochspannenden Finale war es bis ganz kurz vor Schluss auf des Messers Schneide. Zimmermann pokerte auf der letzten Position darauf, dass sich kurz vorm Zielsprint das Tempo verschleppte – und lag richtig, obwohl zunächst noch Valgren für Baudin geführt hatte.

Mit Geschwindigkeitsüberschuss überrollte Zimmermann die Gruppe von hinten. Bilbao eröffnete auch den Sprint, nur von vorne, drohte kurz Zimmermann einzubauen, bot ihm aber stattdessen den idealen Windschatten im Sprinterloch. So flog Zimmermann vorbei und ließ Pidcock, dem auf dem Papier Besten der Startliste, keine Chance. Schnellster des Feldes war Tobias Lund Andresen (Decathlon) vor Cort (Uno-X) und Raccagni, was in diesem Falle aber nur zu den Plätzen 12 bis 14 reichte anstatt fürs Podest.

Tour de Romandie 2026

Prolog: Villars-sur-Glâne – Villars-sur-Glâne – 3,2 Km

1 GODON Dorian FRA INEOS Grenadiers 00:03:35
2 OLIVEIRA Ivo POR UAE Team Emirates-XRG 00:06
3 SÖDERQVIST Jakob SWE Lidl-Trek 00:06
4 SCHMID Mauro SUI Team Jayco-AlUla 00:07
5 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates-XRG 00:07
6 ZINGLE Axel FRA Team Visma | Lease a Bike 00:07
7 WITHEN PHILIPSEN Albert DEN Lidl-Trek 00:08
8 ROGLIC Primoz SLO Red Bull-BORA-hansgrohe 00:09
9 FISHER-BLACK Finn NZL Red Bull-BORA-hansgrohe 00:09
10 LIPOWITZ Florian GER Red Bull-BORA-hansgrohe 00:11

Den 3,2-Kilometer-Prolog entschied Dorian Godon (Ineos) für sich. Wie viele andere Klassement- und Tagesfavoriten war er früh gestartet wegen angekündigten Regens, der dann aber in dieser Form doch nicht kam. Godon verwies mit je 6 Sekunden Abstand Jakob Söderqvist (Lidl) und Ivo Oliveira (UAE) auf die Plätze 2 und 3. Der hingegen als letztes von der Rampe gegangene Tadej Pogacar (UAE) belegte den 6. Platz mit 7 Sekunden mehr als Godon. In der gleichen Sekunden wurden Mauro Schmid (Jayco), Axel Zingle (Ineos) und Albert Withen Philipsen (Lidl) gewertet. Eine Sekunde mehr verlor Primoz Roglic (Red Bull). Bei seinem Teamkollegen Lipowitz waren es insgesamt 10 Sekunden zu Godon. Bei Lenny Martinez (Bahrain) waren es einige Ränge dahinter schon 17 Sekunden.

Pogacar rückte dafür gleich mal auf der 1. Etappe en ligne die Kräfteverhältnisse zurecht. Er attackierte im letzten Anstieg, und nur Lenny Martinez und Lipowitz konnten bis zur Kuppe mithalten. Nach der Abfahrt schloss noch Jørgen Nordhagen (Visma), wohingegen Jefferson Cepeda (EF) als weiterer Solo-Verfolger allein im Wind von der Verfolgergruppe gestellt wurde. Lipowitz verweigerte jegliche Führungsarbeit. Martinez und Nordhagen taten es ihm auf den letzten 2 Kilometern gleich. Dennoch konnte Pogacar die Verfolgergruppe auf Abstand halten und den Sprint aus 4 megalocker und höchst überlegen gewinnen. Lipowitz sprintete vor Martinez auf den 2. Platz. Withen Philipsen führte die erste Verfolgergruppe 21 Sekunden dahinter über die Linie. Die Top-3 des Vortages hatten mit der Entscheidung nichts zu tun.
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1. Etappe: Martigny – Martigny – 171 Km

1 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES XRG 03:56:55
2 LIPOWITZ Florian GER RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:00
3 MARTINEZ Lenny FRA BAHRAIN VICTORIOUS 00:00
4 NORDHAGEN Jorgen NOR TEAM VISMA | LEASE A BIKE 00:00
5 PHILIPSEN Withlen Albert DEN LIDL-TREK 00:21
6 HIGUITA Sergio COL XDS ASTANA TEAM 00:21
7 TIBERI Antonio ITA BAHRAIN VICTORIOUS 00:21
8 LECERF Junior BEL SOUDAL QUICK-STEP 00:21
9 PLAPP Lucas Marc AUS TEAM JAYCO ALULA 00:21
10 CEPEDA HERNANDEZ Jefferson ECU MOVISTAR TEAM 00:21

2. Etappe: Rue – Vucherens – 173 Km

1 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES XRG 04:08:11 41,84
2 GODON Dorian FRA INEOS GRENADIERS 00:00
3 FISHER-BLACK Finn NZL RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:00

4 CHAMPOUSIN Clement FRA XDS ASTANA TEAM 00:00
5 PARET-PEINTRE Valentin FRA SOUDAL QUICK-STEP 00:00
6 PHILIPSEN Withlen Albert DEN LIDL-TREK 00:00
7 TONEATTI Davide ITA XDS ASTANA TEAM 00:00
8 VOISARD Yannis SUI TUDOR PRO CYCLING TEAM 00:00
9 STEINHAUSER Georg GER EF EDUCATION – EASYPOST 00:00
10 QUINTANA Nairo COL MOVISTAR TEAM 00:00

3. Etappe: Orbe – Orbe – 177 Km

1 GODON Dorian FRA INEOS GRENADIERS 03:58:18
2 FISHER-BLACK Finn NZL RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:00
3 PARET-PEINTRE Valentin FRA SOUDAL QUICK-STEP 00:00
4 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES XRG 00:00
5 HIGUITA Sergio COL XDS ASTANA TEAM 00:00
6 PHILIPSEN Withlen Albert DEN LIDL-TREK 00:00
7 LECERF Junior BEL SOUDAL QUICK-STEP 00:00
8 CHAMPOUSIN Clement FRA XDS ASTANA TEAM 00:00
9 BERTHET Clement FRA GROUPAMA-FDJ UNITED 00:00
10 PLAPP Lucas Marc AUS TEAM JAYCO ALULA 00:00

4. Etappe: Broc – Charmey – 150 Km

1 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES XRG 03:40:24 40,72
2 LIPOWITZ Florian GER RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:14
3 CASTRILLO Pablo ESP MOVISTAR TEAM 01:42
4 FORTUNATO Lorenzo ITA XDS ASTANA TEAM 01:42

5 HIGUITA Sergio COL XDS ASTANA TEAM 01:47
6 VOISARD Yannis SUI TUDOR PRO CYCLING TEAM 01:47
7 TUCKWELL Luke AUS RED BULL – BORA – HANSGROHE 01:47
8 LECERF Junior BEL SOUDAL QUICK-STEP 01:47
9 CEPEDA HERNANDEZ Jefferson ECU MOVISTAR TEAM 01:47
10 CEPEDA ORTIZ Alexander ECU EF EDUCATION – EASYPOST 01:47

5. Etappe: Lucens – Leysin – 178 Km

1 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES XRG 04:18:52 41,3
2 LIPOWITZ Florian GER RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:03
3 ROGLIC Primoz SLO RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:07
4 FORTUNATO Lorenzo ITA XDS ASTANA TEAM 00:11

5 NORDHAGEN Jorgen NOR TEAM VISMA | LEASE A BIKE 00:11
6 MARTINEZ Lenny FRA BAHRAIN VICTORIOUS 00:11
7 PHILIPSEN Withlen Albert DEN LIDL-TREK 00:14
8 VOISARD Yannis SUI TUDOR PRO CYCLING TEAM 00:17
9 TUCKWELL Luke AUS RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:17
10 PLAPP Lucas Marc AUS TEAM JAYCO ALULA 00:17

Gesamtendwertung nach der 5. Etappe


Herbert Moos Foto

1 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES XRG 20:05:42
2 LIPOWITZ Florian GER RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:42

3 MARTINEZ Lenny FRA BAHRAIN VICTORIOUS 02:44
4 NORDHAGEN Jorgen NOR TEAM VISMA | LEASE A BIKE 02:51
5 PLAPP Lucas Marc AUS TEAM JAYCO ALULA 03:15
6 TUCKWELL Luke AUS RED BULL – BORA – HANSGROHE 03:16
7 CEPEDA HERNANDEZ Jefferson ECU MOVISTAR TEAM 03:18
8 PHILIPSEN Withlen Albert DEN LIDL-TREK 03:20
9 FORTUNATO Lorenzo ITA XDS ASTANA TEAM 03:24
10 LECERF Junior BEL SOUDAL QUICK-STEP 03:32

An der Bergankunft der 5. Etappe attackierte Lipowitz wiederholt rund 3 Kilometer vorm Ziel. Beim 2. Mal kam nur noch Pogacar mit. Als sich auf dem Schlusskilometer Roglic von hinten näherte, trat Pogacar an, distanzierte Lipowitz um 3 Sekunden und dieser Roglic um weitere 4. Fortunato, Nordhagen und Martinez kamen auf den Plätze 4 bis 6 mit 11 Sekunden Rückstand auf Pogacar ins Ziel.

Pogacars bisherige Saisonbilanz stand vor der Romandie bei 4 Siegen und einem 2. Platz – allesamt bei den 5 hochkarätigsten Eintagesrennen des Frühjahrs. Bei seinem ersten Etappenrennen fügte er nun 5 weitere Siege hinzu. Nur auf den 2 Etappen, die er nicht gewennen, erzielte er mit den Plätze 4 und 6 die bisher schlechtesten Ergebnisse im Jahr 2026. Lipowitz unterdessen landete am Ende nach Katalonien und Baskenland zum 3. Mal hintereinander auf dem Podest einer einwöchigen Rundfahrt.

Florian Lipowitz Zweiter der Tour de Romandie

Florian Lipowitz hat seinen starken Frühjahrsblock mit Rang zwei in der Gesamtwertung der Tour de Romandie abgeschlossen und damit ein weiteres Top-Resultat eingefahren.
Bereits am zweiten Tag schob sich Florian Lipowitz auf Platz zwei im Klassement – eine Position, die er bis zum Finale behauptete und auf der gestrigen Königsetappe eindrucksvoll untermauerte. Dort musste er sich nur dem dominierenden Tadej Pogačar geschlagen geben, der die Rundfahrt souverän für sich entschied.

Am heutigen Schlusstag kam es zum erwarteten Grande Finale: Die einzige Bergankunft der Rundfahrt – ein 14 Kilometer langer Schlussanstieg nach Leysin – brachte die Entscheidung. Florian Lipowitz setzte alles auf eine Karte. Drei Kilometer vor dem Gipfel attackierte er mehrfach aus der Favoritengruppe. Nur Tadej Pogačar konnte folgen, sodass die beiden stärksten Fahrer der Rundfahrt ereut das Finale unter sich ausmachten. Auf den steilen Schlussmetern trat Lipowitz erneut an, doch Pogačar konterte und zog noch vorbei. Erneut Platz zwei für Florian Lipowitz in Leysin. Primož Roglič belegte Rang drei und komplettierte das hochklassige Finale.

„Ich habe mich über die gesamte Etappe hinweg sehr gut gefühlt. Als wir die letzten fünf Kilometer erreicht haben, dachte ich, ich sollte eine kleine Attacke setzen, um zu sehen, wie die anderen reagieren. Ich habe meine Chance genutzt und war dann zusammen mit Tadej vorne. Auf der Zielgeraden habe ich versucht, vom Beginn des letzten steilen Stücks an alles zu geben, so wie vor zwei Jahren.

Am Ende kann ich sehr glücklich und stolz darauf sein, wie diese Woche gelaufen ist. Das Team hat mich großartig unterstützt, und ich denke, wir sind ein richtig starkes Rennen gefahren. Ich war sehr froh, dort mit Tadej dabei zu sein und die Chance zu haben, gegen ihn anzutreten. Glückwunsch an ihn zu einem weiteren Sieg. Ich bin trotzdem sehr stolz darauf, wie wir heute gefahren sind.“
— Florian Lipowitz

Konstanz als Schlüssel zum Erfolg

Vor zwei Jahren rückte Florian Lipowitz im heutigen Finalort der Tour de Romandie erstmals in den Fokus. Damals sprang er erstmals auf ein WorldTour-Podium.
Seitdem hat er sechs weitere einwöchige WorldTour-Rennen bestritten. Fünf dieser Rundfahrten beendete er auf dem Podium – bei der einzigen Ausnahme trennten ihn lediglich acht Sekunden von den Top drei. Eine Bilanz, die ihn zu einem der konstantesten Fahrer in diesem Terrain macht.

Luke Tuckwell starker Sechster
Neben Lipowitz’ Podestplatz sorgte auch Luke Tuckwell für ein Ausrufezeichen. Der 21-jährige Neopro schloss die Rundfahrt auf Rang sechs der Gesamtwertung ab und bestätigte damit sein großes Talent.
Nach intensiven Einsätzen bei der Katalonien- und Baskenland-Rundfahrt knüpft Tuckwell an seine starke Entwicklung an – vor knapp einem Jahr wurde er Zweiter beim Giro Next Gen. In der Romandie zeigte er nun sein Potenzial im Klassement einer WorldTour-Rundfahrt. Die Entwicklung junger Talente von den Rookies bis an die Spitze der WorldTour ist ein zentraler Bestandteil der Struktur von Red Bull – BORA – hansgrohe.

Red Bull – BORA – hansgrohe erneut das stärkste Team
Auch als Mannschaft setzte Red Bull – BORA – hansgrohe Maßstäbe. Nach dem Gewinn der Teamwertung bei Tirreno–Adriatico und der Katalonien-Rundfahrt sicherte sich das Team auch bei der Tour de Romandie erstmals diese Auszeichnung.

Von der ersten Etappe führte die Mannschaft die Teamwertung an und zeigte durchgehend Präsenz im Renngeschehen: Auf jeder der fünf Etappen fuhr ein Fahrer des Teams unter die Top drei. Diese Konstanz unterstreicht die Geschlossenheit und Stärke des gesamten Kaders.

Paris-Roubaix 2026 Männer 258km

Van Aert doch noch zum Pflaster-Triumph


Plomi Foto

Wout van Aert (Visma) gewann ein dramatisch-spannendes Paris-Roubaix 2026 im Zweiersprint.
Der so häufig geschlagene, inzwischen 31-jährige Belgier verwies Tadej Pogacar (UAE) auf der Radrennbahn von Roubaix deutlich auf den 2. Platz. Aus der Springerei einer Verfolgergruppe ging Jasper Stuyven (Soudal) als Glücklicher für den verbleibenden Podestplatz hervor. Im Sprint um den 4. Platz setzte sich Mathieu van der Poel (Alpecin) knapp vor van Aerts Teamkollegen Christophe Laporte durch. Die beiden Top-Favoriten van der Poel und Pogacar mussten harte Aufholjagden fahren. Van der Poel kam nach seinem Defekt im Wald von Arenberg nicht mehr an die Spitze zurück.
Pogacar im Zweiersprint geschlagen

Stattdessen nutzte van Aert die Gunst der Stunde für seinen ersten Sieg bei einem Frühjahrs-Monument. Sein bisher einziger Monument-Sieg war im Hochsommer bei der Corona bedingten Nachhol-Ausgabe von Mailand-Sanremo. Damit durchkreuzte van Aert, dass Pogacar ein weiteres Kapitel zu seinem Legenden-Status hinzufügte – alle 5 Monumente zu gewinnen und das auch noch als erster Fahrer in nahtloser Reihenfolge. So wurde es wieder ein 2. Platz für den slowenischen Weltmeister in Roubaix.
Van der Poel nach Arenberg-Defekt nie mehr vorn

Ebenso wurde nichts aus dem 4. Roubaix-Sieg in Folge für van der Poel, was so auch noch nie jemandem gelungen wäre. Nach 3-maligem (!) Radwechsel im Wald von Arenberg lag van der Poel über 2 Minuten zurück und verkürzte den Rückstand nach vorne bis zur Schlussphase auf unter eine halbe Minute fast im Alleingang. Dies könnte man als Indiz werten, dass van der Poel ohne Malheure kaum zu schlagen gewesen wäre. Aber eine Vielzahl an Defekten, auch und gerade bei den Mitfavoriten, ließ diese 123. Auflage der »Königin der Klassiker« zu einem sich zuspitzenden Drama werden, nachdem die ersten knapp 100 Kilometer bis zum ersten Pflaster-Abschnitt keine Ausreißer weggekommen waren.

Im Wald von Arenberg platzte 95 Kilometer vorm Ziel nicht nur das Rennen für van der Poel, sondern fiel auch eine Vorentscheidung zugunsten von 7 Fahrern: Pogacar, van Aert, Laporte, Mads Pedersen (Lidl), Stefan Bisseger (Decathlon), Jasper Stuyven (Soudal) und Laurence Pithie (Red Bull), wobei letztgenannter wegen Defekten und Sturzes nicht bis ins Finale mithalten konnte. Auch Pogacar und van Aert mussten in der Folgezeit je einen weiteren Defekt kompensieren.

Als van Aert die endgütlige Vorentscheidung 54 Kilometer vorm Ziel im Pflasterstück von Auchy nach Bersée herbeiführte, blieb nur Pogacar dabei und setzte noch einen drüber, was wie schon eine Woche zuvor bei der Flandern-Rundfahrt Pedersen im entscheidenden Moment ganz knapp den Anschluss kostete. Laporte, Stuyven und Bissegger mussten schon kurz davor abreißen lassen, konnten aber am Ende gemeinsam mit den aufschließenden van der Poel und Mick van Dijke (Red Bull) sowie Pedersen den 3. Platz unter sich ausmachen.

Pogacar wurde van Aert auf den Pflasterstücken nicht los. Van Aert fuhr die Pflaster-Kurven einfach besser und öffnete so immer wieder Lücken zu Pogacar, die dieser schließen musste, oder konnte andersherum kleine entstandende Lücken zu Pogacar wettmachen. Außerdem hatte van Aert als taktisches Ass noch den Teamkollegen Laporte im Ärmel, weswegen er ein paar Führungen verweigerte. So fuhr Pogacar auch von vorne ins Velodrom ein. Nach etwas weniger als einer Runde, mit noch gut 200 Meter zu fahren, eröffnete van Aert aus hinterer Position den Sprint. Pogacar verpasste es dadurch, früher zu eröffnen für eine Restchance gegen den auf dem Papier deutlich stärkeren Sprinter.
Rückenwind, gutes Wetter, Hochgeschwindigkeit

Es war ein trockenes Paris-Roubaix bei angenehmen Temperaturen um die 11 bis 15 Grad. Dies und vor allem der aus Süd bis Südwest kommende Wind machten das Rennen aber auch höllisch schnell. Denn es herrschte damit meistens Rückenwind, abgesehen von einigen Abschnitten auf dem Zickzackkurs über die Pflaster nach Roubaix, wie zum Beispiel Gegenwind auf dem letzten schwierigen Pflaster Carrefour de l’Arbre.

In der Anfangsphase vor den 30 Pflaster-Abschnitten kam keine Spitzengruppe wirklich weg, weil sich immer nur 2 bis 5 Fahrer fanden und schnell wieder eingeholt waren. So enterte das fast noch komplette Hauptfeld den ersten Pflastersektor 162,5 Kilometer vorm Ziel. Und sogleich eröffnete Pedersen den Reigen der Defekte bei den Mitfavoriten. Der spätere Sieger van Aert folgte ihm mit einem ersten von 2 Defekten ein paar Kilometer später. In dieser Phase ließ sich das noch relativ gut ausbügeln.

Pogacar wegen Defekts mit Aufholjagd bis Arenberg

Als es Pogacar mit 120 zu fahrenden Kilometern auf dem Pflasterstück von Quérénaing nach Maing erwischte, lag die Situation anders. Denn das Hauptfeld hatte sich inzwischen geteilt, und vorne drückten Pogacars Helfer auf die Tube, was sich insofern rächen sollte, als dass die Teamfahrzeuge erst hinter dem zweiten Feld fuhren. So war nur das neutrale Materialfahrzeug zur Stelle. Anstatt sich das Hinterrad wechseln zu lassen, ließ sich Pogacar dazu verleiten, aufs viel zu große neutrale Ersatzrad zu wechseln. Damit bewältigte er 2 Pflaster-Abschnitte, ehe er zurück auf die Ersatzmaschine wechselte.

Bei seiner Aufholjagd halfen ihm Antonio Morgado sowie die für den Kapitän zurückbeorderten Nils Politt und Mikkel Bjerg. Als diese verbraucht waren, musste Pogacar die restlichen 20 Sekunden der ehemals über eine Minute Rückstand allein im Wind schließen, weil man sich im Team entschied, Florian Vermeersch vorne zu belassen. Hier verbrannte Pogacar insofern einige unnötige Kräfte, weil Vermeersch in der Folgezeit überhaupt keine Rolle mehr spielte.

Die Helfer von van der Poel und van Aert hielten unterdessen das Tempo im Spitzenfeld hoch, und van der Poel attackierte sogar 104 Kilometer vorm Ziel auf Pflaster. 5 Kilometer später hatte Pogacar das vordere Feld erreicht, rechtzeitig vor dem Wald von Arenberg. Dort schlug das Pendel gegen den anderen der beiden Top-Favoriten aus, und nach van der Poels Reifenschaden wurde es bizarr.
Van der Poel zu noch dümmeren Zeitpunkt mit Defekt

Der Ex-Roubaix-Zweite Jasper Philipsen überließ van der Poel selbstlos das Rad, in dessen Pedale er aber nicht passte. Währenddessen tauschte ein weiterer Teamkollege, Tibor del Grosso, lässig eigenhändig van der Poels Vorderrad gegen das seine. Van der Poel lief rückwärts zu seinem ursprünglichen Arbeitsgerät, sprang auf, um dann ausgangs dem Wald von Arenberg direkt den nächsten Defekt zu bekommen. Nun bekam er sein eigenes Ersatzrad. Aber inzwischen war der Rückstand zur Spitze auf einiges mehr als 2 Minuten angewachsen. Nach einem anfänglichen Eindruck der Resignation warf van der Poel noch alles in die Waagschale. Im Ziel fehlten ihm nur noch 15 Sekunden auf den Sieger.

Derweil gab es im Wald von Arenberg vorne die Auslese zugunsten von Pogacar, van Aert, Laporte, Pedersen, Bisseger, Stuyven und Pithie. 84,5 Kilometer vorm Ziel schloss Filippo Ganna (Ineos) mit Jordi Meeus (Red Bull) am Hinterrad auf. Doch alles war umsonst, weil Ganna 2,5 Kilometer später einen Reifenschaden hatte und auch Meeus wieder abplatzte. Auch sein Teamkollege Pithie fiel zurück, allerdings wie Ganna wegen Reifenschaden.

Und auch die späteren Top-2 erwischte es noch einmal. Während Pogacar den weiteren Plattfuß nach seinem inzwischen 3. Radwechsel sehr schnell, innerhalb von 5 Kilometern, bereinigen konnte, brauchte van Aert wenig später 10 Kilometer – und brachte Pithie und Meeus 61 Kilometer vorm Ziel mit zurück zur Spitze, die da aus einem Quintett aus Pogacar, Pedersen, Laporte, Stuyven und Bissegger bestanden hatte.

Inzwischen hatte van der Poel 68 Kilometer vorm Ziel mehr oder weniger im Alleingang die Verfolgergruppe um Ganna erreicht, in der dieser seine restlichen Helfer eingespannt hatte. Es kam zu einer kurzen Zweckgemeinschaft zwischen van der Poel und Ganna, um den Rückstand zur Spitze zu senken – van der Poel auf Pflaster, Ganna auf Asphalt – bis Ganna auf dem Pflasterstück von Auchy nach Bersée nicht mehr van der Poels Hinterrad halten konnte und schließlich aus der Gruppe nur noch Mick van Dijke bei van der Poel war.

Van Aert geht 54 Kilometer vorm Ziel mit Pogacar

Genau auf diesem Pflaster leitete van Aert die Vorentscheidung ein, indem er nach der Führung seines Teamkollegen Laporte noch vor Pflasterbeginn aus dem Hinterhalt attackierte. Hinter ihm attackierte Pogacar, schloss die Lücke, setzte sich in Front und eliminierte so Pedersen. Laporte, Stuyven und Bissegger waren schon sofort abgehängt. Weit dahinter erlitt der ohnehin hoffnungslos abhängte Ganna einen weiteren Defekt und stürzte auch noch kurz nach der Reparatur.

Als noch 50 Kilometer zu fahren waren, erreicht van der Poel mit Mick van Dijke die 3 Verfolger auf den Plätzen 4 bis 6 mit weiterhin einer halben Minute Rückstand auf die Spitze. Pedersen hing da noch zwischen dem Spitzenduo und den nun 5 Verfolgern, wurde aber im folgenden schwierigen Sektor Mons-en-Pévèle gestellt.

Im weiteren Verlauf machten Pogacar und van der Poel jeweils das meiste Tempo, obschon vorne auch van Aert mitnichten nur hinten drauflag, sondern weiterhin die meisten Führungen doch übernahm. In der Verfolgung arbeitete den Kräfteverhältnissen entsprechend Pedersen am zweitmeisten. Die Außenseiter Stuyven, Bissegger und van Dijke kreiselten mit, hielten sich aber etwas zurück. Gar nichts im Wind fuhr logischerweise Laporte, der seinen Teamkollegen van Aert vorne wusste.

Der Abstand zwischen Spitzenduo und Verfolgergruppe schwankte zwischen 30 bis 40 Sekunden, bis er zum Carrefour de l’Arbe 17 Kilometer vorm Ziel auf nicht viel mehr als 20 Sekunden geschrumpft war. Weniger wurde es jedoch – abgesehen von den letzten Metern im Velodrom – nicht mehr. So eröffnete van Dijke 3,5 Kilometer vorm Ziel die Springerei. Bissegger passte auf und schloss es ebenso wie hinter ihm van der Poel mit allen anderen.

Stuyven in später Springerei zum übrigen Podestplatz

Einen Kilometer später sprang Stuyven davon für seinen erst 2. Podestplatz bei einem Monument nach seinem Sanremo-Triumph 2021, und zwar in ähnlicher Manier wie damals. Im Ziel hatte er 13 Sekunden Rückstand auf das Spitzenduo und rettete 2 Sekunden auf die sprintenden van der Poel, Laporte, van Dijke und Pedersen. Bissegger ließ austrudeln und beendete das Rennen nach Platz 7 im Vorjahr nun auf dem 8. Platz.

Innerhalb der letzten 30 Kilometer hatten sich Politt und Mike Teunissen (XDS) aus der nächsten Verfolgergruppe gelöst und konnte so die Top-Ten im Ziel komplettieren, 2:36 Minuten hinter van Aert und Politts Kapitän Pogacar. Aus den Resten der Gruppe sprinteten Max Walscheid (Cofidis) auf den 11. Platz vor Gianni Vermeersch (Red Bull) mit fast 4 Minuten Rückstand. Florian Vermeersch schaffte es nicht ins Ziel ebenso wie beispielsweise Philipsen. Der Mechaniker del Grosso hielt auf Platz 136 soeben das Zeitlimit ein.

123. Auflage Paris-Roubaix Hauts-de-France (258km)

1. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike 5:16:52
2. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG gl.Zeit
3. Jasper Stuyven (BEL) – Soudal-Quick Step +0:13
4. Mathieu van der Poel (NED) – Alpecin-Premier Tech +0:15
5. Christophe Laporte (FRA) – Visma-Lease a Bike alle
6. Mick van Dijke (NED) – Red Bull-Bora gleiche
7. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek Zeit
8. Stefan Bissegger (SUI) – Decathlon-CMA CGM +0:20
9. Nils Politt (GER) – UAE-XRG +2:36
10. Mike Teunissen (NED) – XDS-Astana gl.Zeit
11. Max Walscheid (GER) – Lidl-Trek +3:46
12. Gianni Vermeersch (BEL) – Red Bull-Bora alle
13. Guillaume Boivin (CAN) – NSN
14. Anthony Turgis (FRA) – Totalenergies gleiche
15. Daan Hoole (NED) – Decathlon-CMA CGM
16. Alex Segaert (BEL) – Bahrain Victorious Zeit
17. Jordi Meeus (BEL) – Red Bull-Bora +5:43
18. Stanisl. Aniolkowski (POL) – Cofidis
19. Brent van Moer (BEL) – Pinarello-Q36.5 alle
20. Dries van Gestel (BEL) – Soudal-Quick Step gleiche
21. Kim Heiduk (GER) – Ineos Grenadiers Zeit
22. Mathias Vacek (CZE) – Lidl-Trek +5:51
23. Clément Russo (FRA) – Groupama-FDJ +7:20
24. Ivan Garcia Cortina (ESP) – Movistar +7:29
25. Filippo Ganna (ITA) – Ineos-Grenadiers +7:32

31. John Degenkolb (GER) – Picnic-PostNL +8:01
81. Dylan van Baarle (NED) – Soudal-Quick Step +12:00
– 175 Teilnehmer, davon 139 klassiert.

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Paris-Tours 2025

Trentin erinnert an alte Tours-Siege

Viele Jahre nach seinen ersten beiden Siegen ließ Matteo Trentin (Tudor) bei Paris-Tours 2025 seine alte Klasse aufblitzen und stieg zu den 3-fachen Rekordsiegern empor. Der Italiener gewann im 6er-Sprint und hielt dabei den Vorjahressieger Christophe Laporte (Visma) in Schach. Das Podium komplettierte der eingebaute Albert Withen Philipsen (Lidl).

Ein Spitzenduo wurde er zu Beginn des Schlusskilometers von einem Verfolgerquartett eingeholt. Paul Lapeira (Decathlon) und Thibaud Gruel (Groupama) an der Spitze waren sich darin einig, dass sie nicht gewinnen wollten. Sie schmissen die sicheren Plätze 1 und 2 weg, indem sie kurz vor der Kilometermarke das Tempo völlig herausnahmen.

Von den 4 aufschließenden Fahrer spannte sich dann ausgerechnet Lapeiras Teamkollege Stefan Bissegger, der sich zuvor im Windschatten von Trentin, Laporte und Withen Philipsen aufgehalten hatte, vor – damit er selbst Sechster und Lapeira Vierter wurde. Das, was Lapeira und Bissegger da zeigten, war taktisch derart schlecht gemacht, wie man es bisher selten bestaunen konnte.

Trentin startete seinen Sprint aus letzter Position, als Lapeira und Gruel noch hinter Bissegger saßen. Laporte sprang ins Trentins Windschatten, kam aber nicht mehr an ihm vorbei.

Im mit 10 Schotter-Sektoren gespickten erweiterten Finale fielen die Fahrer der Reihe nach nur so zurück – sei es durch Schwäche oder Reifenpannen. Von letzterem war unter anderem auch Rennfavorit Arnaud de Lie (Lotto) betroffen.

Über 36 Kilometer vorm Ziel attackierte Lapeira, und Gruel heftete sich an sein Hinterrad. Nach anfänglicher Verweigerung der Mitarbeit beteiligte sich Gruel dann an der Tempoarbeit. Das Duo hatte den Zeitpunkt des Vorstoßes gut gewählt, weil im geschrumpften Hauptfeld nicht mehr viele Helfer übrig waren.

Die Verfolgergruppe initiierte Laporte mit einer Attacke 18 Kilometer vorm Ziel. Mit dabei war da auch noch Mathias Vacek (Lidl), der allerdings nach einer weitere Attacke von Laporte 9 Kilometer später abreißen lassen musste. Insbesondere Laporte investierte weiterhin viel und glaubte noch an seine Chance, die ihm dann auch Lapeira und Gruel auf dem Silbertablett servierten. Gegen die ebenfalls schnellen Trentin und Withen Philipsen war ein Sieg von Laporte aber dann alles andere als ein Selbstläufer&nnsp;…

So 12. Oktober 2025, Chartres – Tours
Ergebnis der 119. Auflage Paris – Tours Elite (211,6km)
1. Matteo Trentin (ITA) – Tudor 4:18:50
2. Christophe Laporte (FRA) – Visma-Lease a Bike
3. A. Withen Philipsen (DEN) – Lidl-Trek alle
4. Paul Lapeira (FRA) – Decathlon-AG2R gleiche
5. Thibaud Gruel (FRA) – Groupama-FDJ Zeit
6. Stefan Bissegger (SUI) – Decathlon-AG2R +0:03
7. Mathias Vacek (CZE) – Lidl-Trek +0:19
8. Dorian Godon (FRA) – Decathlon-AG2R +0:23
9. Jasper Stuyven (BEL) – Lidl-Trek
10. Alessandro Covi (ITA) – UAE-XRG

Lombardei-Rundfahrt – 241km

Tadej Pogacar zum 5. Mal in Serie

Das Rennen um den 3. Platz bei der Lombardei-Rundfahrt 2025 machte etwas überraschend Michael Storer (Tudor). Davor waren die Kräfeverhältnisse schon vorher vollkommen klar. Den geschichtsträchtigen 5. Sieg in Folge verbuchte Tadej Pogacar (UAE) ebenso erwartbar, wie Remco Evenepoel (Soudal) den 2. Platz im Zielort Bergamo belegte. Wie bei der WM und EM an den beiden Wochenenden zuvor fuhr Evenpoel in einer anderen Liga als alle anderen Fahrer und Pogacar in einer anderen Galaxie.

Pogacar vollendete die Lombardei-Rundfahrt 2025 standardmäßig mit einem knapp 37 Kilometer langen Siegessolo. Der 27-jährige Weltmeister aus Slowenien gewann den größten Herbstklassiker damit als erster Fahrer zum 5. Mal hintereinander und zog mit dem bisherigen Rekordchampion Fausto Coppi – ebenfalls 5-mal Lombardei-Sieger – gleich. Außerdem beendete Pogacar als erster Fahrer alle 5 Monumente innerhalb eines Jahres auf dem Podium, 3 davon siegreich.

Als Pogacar am Passo di Ganda attackierte, reagierte nicht einmal mehr irgendjemand. Mit Evenepoel konnte bis zum Gipfel nur Storer mithalten, der aber in der kehrenreichen Abfahrt abreißen ließ. Die beeindruckendste Vorstellung lieferte Quinn Simmons (Lidl) ab. Er attackierte gleich nach dem scharfen Start und vollendete, aus der Spitzengruppe des Tages kommend, auf dem 4. Platz. Im Ziel hatte Pogacar fast 2 Minuten Vorsprung vor Evenepoel, über 3 vor Storer und Simmons, die auch jeweils als Solisten in Bergamo ankamen.

Im 5er-Sprint um den 5. Platz setzte sich Pogacars Teamkollege Isaac del Toro durch. Del Toro war zuvor keinen einzigen Meter im Wind gefahren. Sogar Jay Vine, der als letzter Helfer Tempoarbeit für Pogacar verrichtete, erreichte noch in dieser Gruppe das Ziel. Von del Toro knapp übersprintet wurde Tom Pidcock (Q36.5), dem Paul Seixas (Decathlon), Egan Bernal (Ineos) und Vine über die Ziellinie folgten. Etwas dahinter komplettierte Cian Uijtdebroeks (Visma) die Top-Ten.

Simmons fährt als Fluchtheld vorne rein

An einem milden Herbsttag löste sich kurz nach dem Start eine relativ hochkarätige 13-köpfige Spitzengruppe aus dem Peloton. Sie bestand aus Gal Glivar (Alpecin), Thibault Guernalec (Arkéa), Pello Bilbao (Bahrain), Filippo Ganna, Luca Hamilton, Victor Langellotti (alle Ineos), ihrem Initiator Quinn Simmons, Walter Calzoni (Q36.5), Louis Vervaeke (Soudal), Asbjørn Hellemose, Michael Matthews (beide Jayco), Bjorn Koerdt (Picnic), Mattia Bais (Polti) und Bart Lemmen (Visma).

Vor allem die Helfer von Pogacar kontrollierten das Tempo im Hauptfeld auf dem 241 Kilometer langen Weg von Como nach Bergamo. Sie begrenzten den Rückstand zur Spitzengruppe auf maximal um die 3 Minuten. 82 Kilometer vor dem Ziel attackierte Simmons die sich bereits auflösende Spitzengruppe am Berg.

Der US-Meister begann ein Solo an der Spitze des Rennens, das erst 34,5 vorm Ziel im Anstieg zum Passo di Ganda endete, als Pogacar ihn einkassierte. Die letzten 4 seiner Mitausreißer – Bilbao, Ganna, Vervaeke, Matthews – wurden am Fuße des Passo di Ganda gestellt.

An dem vorentscheidenden Anstieg schraubten die Pogacar-Helfer das Tempo derart hoch, dass bei der Attacke des Kapitäns, als Jay Vine ausscherte, nur noch Evenepoel, Storer, Seixas und del Toro dabei waren. Im weiteren Verlauf des Anstiegs konnten Seixas und del Toro, anders als Storer, das Tempo von Evenepoel nicht mehr mitgehen. Simmons kam noch mit Evenepoel und Storer über die Kuppe, verlor dann aber noch eher als Storer den Anschluss.

Sa 11. Oktober 2025, Como – Bergamo
Ergebnis der 119. Auflage Il Lombardia (241,0km)

1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 5:45:53
2. Remco Evenepoel (BEL) – Soudal-Quick Step +1:48
3. Michael Storer (AUS) – Tudor +3:14
4. Quinn Simmons (USA) – Lidl-Trek +3:39
5. Isaac del Toro (MEX) – UAE-XRG +4:16
6. Tom Pidcock (GBR) – Q36.5 alle
7. Paul Seixas (FRA) – Decathlon-AG2R gleiche
8. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers Zeit
9. Jay Vine (AUS) – UAE-XRG +4:18
10. Cian Uijtdebroeks (BEL) – Visma-Lease a Bike +4:30
11. Adam Yates (GBR) – UAE-XRG +4:49
12. Lenny Martinez (FRA) – Decathlon-AG2R +5:04
13. Ion Izagirre (ESP) – Cofidis +5:21
14. Ben Tulett (GBR) – Visma-Lease a Bike alle
15. Christian Scaroni (ITA) – XDS-Astana gleiche
16. Davide Piganzoli (ITA) – Polti-Visitmalta Zeit
17. Oscar Onley (GBR) – Picnic-PostNL +5:38
18. Ben O’Connor (AUS) – Jayco-Alula gl.Zeit
19. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step gl.Zeit
20. Carlos Canal (ESP) – Movistar +5:48
21. Michael Matthews (AUS) – Jayco-Alula gl.Zeit
22. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora gl.Zeit
23. Julian Alaphilippe (FRA) – Tudor +5:51
24. Sergio Higuita (COL) – XDS-Astana +6:06
25. Einer Rubio (COL) – Movistar +6:11