3.Etappe Gruissan – Font Romeu – 174 Km
Abbruch wegen starken Regens und Hagels
Wegen unwetterartigen Regens mit Hagel wurde die 3. Etappe der Spanien-Rundfahrt 2026 kurz vor Schluss abgebrochen. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lagen der übrige frühe Ausreißer Wenzel (Kern Pharma) und der zu ihm aufgeschlossene Fortunato (XDS) rund 20 Sekunden vorm Hauptfeld. Sowohl schon abgehängte Fahrer als auch die Fahrer des Hauptfelds hielten von selbst aus an, um Unterschlupf in Häusern zu finden. An eine Fortsetzung war nicht mehr zu denken.
Außer Wenzel hießen die Ausreißer des Tages Le Gac (Groupama), Hayter (Soudal), Cort (Uno-X), Hellemose (Jayco) und Roosen (Picnic). Der Vorsprung des Spitzensextetts war niemals groß. Außerdem zerplatzte das Hauptfeld innerhalb der letzten 100 Kilometer in Windstaffeln, wodurch das Tempo rasant nach oben ging. Die Situation war jedoch nach kurzer Zeit wieder bereinigt, so dass die 6 Ausreißer doch noch vorn übrig waren, als es in die zumeist sachte steigenden letzten 30 Kilometer ging.
4. Etappe (105km) von Andorra-la-Vella nach Andorra-la-Vella
Vorschau auf diese Etappe: Nachdem das Bergaufziel des Vortages noch so etwas wie das Schaf im Wolfspelz war, steht am vierten Tag der Vuelta a España 2026 deren erste richtige Bergetappe auf dem Programm. Das Ziel liegt allerdings im Tal in Andorra la Vella. Dort geht es auch los gleich 23,3 Kilometer bergauf zum höchsten Pyrenäenpass, Port d’Envalira, und von dort durch den Tunnel und dann auf selber Straße wieder bergab. Es folgt eine Runde mit Collada de Beixalis (6,5 km à 8,5 %) und Coll d’Ordino (9,9 km à 7 %). Nach den 3 Kategorie-1-Bergen und der Abfahrt in Richtung andorranischer Hauptstadt biegt man kurz vor dieser noch in einen nur 4 Kilometer kurzen Anstieg nach La Comella ab, der knapp 5 Kilometer vorm Ziel erreicht wird.
Pogacar wie immer und zu erwarten unfassbar
Tadej Pogacar (UAE) gewann in Andorra la Vella die 4. Etappe der Spanien-Rundfahrt 2026 mit gewohnt unfassbarer Überlegenheit. Auf dem nur 105 Kilometer langen Ritt durch die andorranischen Pyrenäen fuhr der 27-jährige Slowene über 50 Kilometer vorm Ziel an der steilsten Stelle des Col de Beixalis einfach allen verbliebenen Mitfahrern weit davon. Im Ziel hatte Pogacar 2:39 Minuten Vorsprung vor den 6 ersten Verfolgern. Diese wurden von Jarno Widar (Lotto) vor Felix Gall (Decathlon) über die Linie geführt.
Nach den ersten 3 Pässen versammelten sich abgeschlagen hinter Pogacar 9 Fahrer: Gall und dessen Teamkollege Mühlberger, Widar sowie Onley (Netcompany), Kuss (Visma), Mas (Movistar), Roglic (Red Bull), Carapaz (EF) und Skjelmose (Lidl). Im letzten, kürzen Anstieg musste Skjelmose abreißen lassen. Mühlberger reihte sich an dessen Hinterrad ein. Beide verloren 38 Sekunden auf Widar und Gall. Carapaz fiel auch noch um 18 Sekunden zurück, wohingegen Onley, Kuss, Mas und Roglic – bis auf Bonussekunden – keine Zeit auf Widar und Gall verloren.
Ergebnis
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 2:40:35
2. Jarno Widar (BEL) – Lotto-Intermarché +2:39
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM
4. Oscar Onley (GBR) – Netcompany-Ineos
5. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike alle
6. Enric Mas (ESP) – Movistar gleiche
7. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora Zeit
8. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +2:57
9. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +3:17
10. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM gl.Zeit
11. Jay Vine (AUS) – UAE-XRG +3:37
12. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech +3:57
13. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana +4:34
14. Pablo Torres (ESP) – UAE-XRG +4:40
15. Marco Brenner (GER) – Tudor +5:14
16. Clément Berthet (FRA) – Groupama-FDJ +6:29
…
25. Jørgen Nordhagen (NOR) – Visma-Lease a Bike +8:13
27. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step +8:16
30. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +12:55
49. Luke Tuckwell (AUS) – Red Bull-Bora +18:36
Schon nach 4 von 21 Etappen der Deckel drauf
Pogacar gewann mit fast exakt dem gleichen Vorsprung, mit dem er – ebenfalls in den Pyrenäen – sechseinhalb Wochen zuvor bei der Tour de France schon früh den Deckel auf den Gesamtsieg machte. Damals war es die 6. Etappe mit 2:38 Minuten vor dem bei der Vuelta abwesenden Vingegaard. Nun wurde es 2 Etappen früher eine Sekunde mehr, wobei es Pogacar in den Abfahrten und insbesondere in den letzten Kurven sichtbar austrudeln ließ.
Der große Dominator ließ seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 3:21 Minuten explodieren. Auf den 2. Platz rückte sein Landsmann, 4-fache Vuelta-Gesamtsieger Primoz Roglic, auf. Der ebenfalls 4-fache, aber noch sieglose Vuelta-Podestfahrer Enric Mas folgt 9 Sekunden hinter Roglic und 12 Sekunden vor einem weiteren Ex-Gesamtsieger, Sepp Kuss, auf dem 3. Platz.
Von den am höchsten gewetteten Fahrern auf den 2. Gesamtplatz hinter Pogacar verbesserten sich Onley und Gall auf den 5. und 7. Platz – 23 und 36 Sekunden hinter Roglic. Pogacars Teamkollege, der Vorjahreszweite Almeida, war hingegen schon früh abgehängt und spielte somit überhaupt keine Rolle.
Der Tageszweite Widar brachte eine Hypothek aus dem Auftaktzeitfahren mit, so dass er in der Gesamtwertung noch hinter Carapaz und Skjelmose blieb. Von den jungen, potenziellen Klassementfahrern war Widar aber der einzige, der in Andorra vorne mithalten konnte.
5. Etappe Falset – Roquetes – 174 Km
Auch Brennan nun mit 2 Tagessiegen
Matthew Brennan (Visma) gewann im Massensprint von Roquetes die 5. Etappe der Vuelta a España 2026, deren erste auf spanischem Boden. Der 21-jährige Brite hatte diesmal – anders als bei seinem Sieg auf der 2. Etappe – einen Fahrer am Hinterrad, der immerhin nicht den Kontakt verlor. Doch an ein Überholen war für Jordi Meeus (Red Bull) nicht zu denken, so dass ihm der 2. Platz vor Vincenzo Albanese (EF) blieb. Nach 5 Etappen bleibt es damit bei 2 verschiedenen Tagessiegern: Pogacar (UAE) und Brennan.
Im Kategorie-3-Anstieg knapp 30 Kilometer vorm Ziel fielen etliche Sprinter zurück, von denen nicht alle ins Hauptfeld zurückkehrten. Von den bekam Brennan das Finale durch sein Team von vorne vorbereitet, zuletzt von den Premium-Anfahrern van Aert und Laporte. Alessandro Romele (XDS) kam an der Bande nicht mehr neben Albanese durch.
Ergebnis
1. Matthew Brennan (GBR) – Visma-Lease a Bike 3:47:02
2. Jordi Meeus (BEL) – Red Bull-Bora
3. Vincenzo Albanese (ITA) – EF Education-Easypost
4. Alessandro Romele (ITA) – XDS-Astana
5. Axel Laurance (FRA) – Netcompany-Ineos alle
6. Orluis Aular (VEN) – Movistar
7. Christophe Laporte (FRA) – Visma-Lease a Bike
8. Alberto Dainese (ITA) – Soudal-Quick Step gleiche
9. Vito Braet (BEL) – Lotto-Intermarché
10. David Gonzalez (ESP) – Pinarello-Q36.5
11. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike Zeit
– 180 Fahrer klassiert.
DNF van Sintmaartensdijk (NED) – Lotto-Intermarché
DNS Cian Uijtdebroeks (BEL) – Movistar
Die Gesamtführung blieb natürlich bei Tadej Pogacar (UAE). Als bester des Rests verharrte Primoz Roglic (Red Bull) auf dem 2. Platz unverändert 3:21 Minunten hinter Pogacar und deutlich knapper vor den nächsten Fahrern.
Gesamtwertung
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 11:26:01
2. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora +3:21
3. Enric Mas (ESP) – Movistar +3:32
4. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +3:44
5. Oscar Onley (GBR) – Netcompany-Ineos +3:45
6. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +3:50
7. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +3:57
8. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +4:06
9. Jarno Widar (BEL) – Lotto-Intermarché +4:06
10. Jay Vine (AUS) – UAE-XRG +4:11
11. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM +4:34
Die frühe Spitzengruppe des Tages wurde zunächst nicht weit weggelassen und dann auch schon nach 70 Kilometern, bei noch 110 zu fahrenden, vom Hauptfeld wieder eingeholt. Windkanten lauerten am Horizont, und kurz teilte sich auch das Peloton, was aber schnell wieder gekittet war.
Einige Kilometer vor dem Zwischensprint setzte sich Hayter (Netcompany) als Solist für die Punkte in Szene. Seine Rolle als stellvertrender Träger des Grünen Trikots (für Pogacar, wen sonst) war Hayter nach der 5. Etappe allerdings trotzdem los, weil Brennan die fetten Punkte im Ziel holte. Beim Zwischensprint jedoch hatte man teamintern noch auf van Aert gebaut, der den 2. Platz hinter Hayter belegte.
Grünes Trikot
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG 82 p.
2. Matthew Brennan (GBR) – Visma-Lease a Bike 60
3. Ethan Hayter (GBR) – Soudal-Quick Step 57
4. Christophe Laporte (FRA) – Visma-Lease a Bike 50
5. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike 48
6. Pau Miquel (ESP) – Bahrain Victorious 30
Als Hayter eingeholt war, gab es noch ein Solo von Kron (Uno-X) bis zum Fuße des Anstiegs, an dem das Peloton ordentlich ausgedünnt wurde. 17 Kilometer vorm Ziel attackierte Azparren (Pianrello) einer Gegensteigung. Van Aert höchstpersönlich stieg nach. Er neutralisierte damit die Attacke und stellte sich fortan wie das restliche Team in den Dienst von Brennan.