Vuelta a España 2026 8. Etappe

8. Etappe Puçol – Xeraco – 172 Km

Coquard siegt, viele Stürze, Pogacar raus

Bryan Coquard (Cofidis) gewann in Xeraco eine von zahlreichen Stürzen durchzogene 8. Etappe der Vuelta a España knapp im Massensprint. Das geriet jedoch in den Hintergrund. Denn der Riesen-Favorit und Überfahrer Tadej Pogacar (UAE) stürzte 32 Kilometer vorm Ziel schwer. Der 27-jährige Slowene musste im Roten Trikot des Gesamtführenden in den Krankenwagen einsteigen und das Rennen verlassen.
Den Zielsprint eröffnete dann Mads Pedersen (Lidl) mit Jordi Meeus (Red Bull) am Hinterrad. Während Meeus nicht an Pedersen vorbeikam, gelang dies hinter ihm stattdessen Coquard im letzten Moment mit dem Tigersprung. Für Coquard war es schon der 56. Profisieg, aber dennoch der größte. Der inzwischen 34-jährige Franzose hatte bisher weder einen Sieg bei einer Grand-Tour-Etappe noch bei einem Klassikersieg zu Buche stehen.
Der Sprint wurde eigentlich von van Aert und Laporte für den 2-maligen Etappensieger Brennan (alle Visma) angefahren. Doch Brennan befand sich ungefähr 10 Positionen dahinter und konnte, teilweise eingebaut, auch keinen Boden mehr gutmachen. Ben Turner (Netcompany), der vor Sprinteröffnung zwischen Laporte und Pedersen saß, belegte den 4. Platz mit über einer Radlänge Rückstand. Coquard und Pedersen trennte auf der Linie nur ein halbes Vorderrad. Und Meeus war auch nur eine halbe Radlänge zurück.

Ergebnis
1. Bryan Coquard (FRA) – Cofidis 3:47:06

2. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek
3. Jordi Meeus (BEL) – Red Bull-Bora
4. Ben Turner (GBR) – Netcompany-Ineos alle

5. Jordan Labrosse (FRA) – Decathlon-CMA CGM
6. Alessandro Romele (ITA) – XDS-Astana
7. Bastien Tronchon (FRA) – Gorupama-FDJ gleiche
8. Hugo Hofstetter (FRA) – NSN
9. Orluis Aular (VEN) – Movistar
10. Matthew Brennan (GBR) – Visma-Lease a Bike Zeit
– 173 Fahrer klassiert.
DNF Tadej Pogacar (SLO) – UAE-XRG
DNF Floris van Tricht (BEL) – NSN
DNF Mattia Gaffuri (ITA) – Picnic-PostNL
DNF Diego Uriarte (ESP) – Kern Pharma
DNS Luca van Boven (BEL) – Lotto-Intermarché

Auf der bisher vom Profil her am harmlosesten aussehenden Vuelta-Etappe erlebte der große Radsport-Dominator der letzten Jahre die bisher schwärzeste Stunde seiner Karriere. 32 Kilometer vor dem Ziel löste Pogacar selbst einen Massensturz aus, fiel dabei heftig auf die linke Seite, verletzte sich offensichtlich an der Schulter und schlug sich unter anderem auch die linke Gesichtshälfte auf.
Am linken Straßenrand erwischte Pogacar mutmaßlich einen größeren Stein. Er geriet daraufhin ins Straucheln, kollidierte mit anderen Fahrern und überschlug sich. Zunächst lag der Weltmeister einige Zeit mit Schmerzen auf der Straße. Einen Versuch, noch einmal aufs Rad zu steigen, brach Pogacar sofort ab und ging stattdessen Richtung Krankenwagen. Schon davor hatte es auf der ansonsten völlig ereignisarmen 8. Etappe mehrere Stürze und Aufgaben gegeben. Auch auf der Zielgeraden knallte es noch einmal.

Pogacar hatte die Vuelta 2026 von Beginn weg angeführt und sich bereits einen praktisch uneinholbaren Vorsprung von 3:50 Minuten herausgefahren. Nur ein Ausscheiden konnte den Gesamtsieg noch verhindern. So kam es dann auch. Damit winkt plötzlich und unverhofft Mas (Movistar), Gall (Decathlon) und Onley (Netcompany) die Chance auf einen ersten Grand-Tour-Gesamtsieg, Roglic (Red Bull) auf den alleinigen Rekordsieg oder Kuss (Visma) und Carapaz (EF) auf einen weiteren Gesamtsieg bei einer 3-Wochen-Rundfahrt.

Das Rote Trikot übernahm Enric Mas exakt eine Minute vor Primoz Roglic und 1:11 vor Felix Gall. Etwas mehr als eine weitere Minute dahinter folgen Kuss, Onley und Carapaz untereinander nur durch wenige Sekunden getrennt. Mas beendete die Vuelta schon 4-mal auf dem Podium, davon 3-mal auf dem 2. Platz. Das Rote Trikot trug er jedoch noch nie. Bei der Siegerehrung zog es Mas auch nicht über, sondern nahm es nur entgegen.

Gesamtwertung
1. Enric Mas (ESP) – Movistar 23:23:33
2. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora +1:00
3. Felix Gall (AUT) – Decathlon-CMA CGM +1:11

4. Sepp Kuss (USA) – Visma-Lease a Bike +2:15
5. Oscar Onley (GBR) – Netcompany-Ineos +2:16
6. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +2:22
7. Mattias Skjelmose (DEN) – Lidl-Trek +3:25
8. Harold Tejada (COL) – XDS-Astana +3:56
9. Gregor Mühlberger (AUT) – Decathlon-CMA CGM +5:39
10. Jakob Omrzel (SLO) – Bahrain Victorious +6:04
11. Clément Berthet (FRA) – Groupama-FDJ +7:31
12. Guillaume Martin (FRA) – Groupama-FDJ +8:11
13. Léo Bisiaux (FRA) – Decathlon-CMA CGM +8:23
14. Jarno Widar (BEL) – Lotto-Intermarché +8:59
15. Cristian Rodriguez (ESP) – XDS-Astana +9:12
16. Finlay Pickering (GBR) – Jayco-Alula +11:04
17. Ramses Debruyne (BEL) – Alpecin-Premier Tech +11:34
18. Matthew Riccitello (USA) – Decathlon-CMA CGM +13:14
19. Juan F. Rodriguez (COL) – EF Education-Easypost +13:22
20. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X +13:31

Einsamer früher Ausreißer der 8. Etappe war Sinuhé Fernandez (Burgos). Er wurde 38 Kilometer vorm Ziel eingeholt. 5 Kilometer später gewann Wout van Aert den Zwischensprint. Kurz danach ereignete sich der Sturz mit dem namhaftest möglichen Fahrer. Nach dem Sturz des Gesamtführenden nahm man im Feld dem ungeschriebenen Gesetz folgend erst einmal das Tempo heraus.
Dadurch wurde der einzige bezeichnete Anstieg des Tages nicht im Renntempo gefahren, und die Chance auf Attacken und Tempoverschärfungen verstrich. Hinter dem Anstieg attackierte dann Azparren (Pinarello). Sein Solo war nach 25 Kilometern ungefähr 2 Kilometer vor Schluss beendet.
Obwohl van Aert im Ziel keine Punkte holte, baute er wegen des Zwischensprints und des Ausscheidends von Pogacar seine Führung in der Wertung ums Grüne Trikot deutlich aus. Auf den 2. Platz rückte sein Teamkollege Brennan aus, obwohl er fast leer ausging.

Grünes Trikot
1. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike 124 p.

2. Matthew Brennan (GBR) – Visma-Lease a Bike 67
3. Mads Pedersen (DEN) – Lidl-Trek 58
4. Ethan Hayter (GBR) – Soudal-Quick Step 57
5. Christophe Laporte (FRA) – Visma-Lease a Bike 52
6. Bryan Coquard (FRA) – Cofidis 47
7. Jordi Meeus (BEL) – Red Bull-Bora 47
8. Tobias Johannessen (NOR) – Uno-X 45