Die Tour of Oman gedenkt Kristof Goddaert

Auch der Himmel war heute trüb und bedeckt vor dem Start zur zweiten Etappe der Tour of Oman. An der Startlinie bei Al Bustan dachten die 142 anwesenden Rennfahrer, sämtliche Betreuer und Helfer sowie die Organisatoren in einer Schweigeminute an den gestern auf tragische Art und Weise tödlich verunglückten Kristof Goddaert. Der Belgier verunfallte am Dienstagnachmittag während einer Trainingsfahrt in seiner Heimatsstadt Antwerpen.

Der Profi von IAM Cycling ist und bleibt bei allen in bester Erinnerung. Seine Teamkollegen stellten sich dabei in der ersten Startreihe auf, nachdem sie am Abend zuvor gemeinsam beschlossen hatten, die Tour of Oman weiter zu bestreiten. Sébastien Hinault (40) hielt eine Hommage an seinen Teamkollegen, der uns viel zu früh verlassen hat: „Die nächsten Tage werden ganz sicher sehr hart sein. Kristof war ein Mann voller Energie. Lasst uns diese Energie nutzen, um unseren Job, den er so liebte, so gut als möglich zu absolvieren.“ Nur wenige Stunden vorher erreichte Hinault bereits die Nachricht über den Tod eines 11-jährigen Fans, der nach einer Krankheit verstarb. Dennoch zeigt sich der Strassenspezialist aus der Bretagne stark und versuchte sich im Rennen abzulenken und kämpfte auf den 139 km zwischen Al Bustana und Quriyat als alleiniger Verfolger hinter einer dreiköpfigen Spitzengruppe, bevor die Etappe dann schlussendlich im Sprint von Alexandre Kristoff (Katusha) gewonnen wurde. „Auf der Startlinie erhielten wir sehr viele Sympathiezusprüche der anderen Teams. Die Solidarität unter den Rennfahrern macht es ein wenig erträglicher. Und auch die Schweigeminute war ein sehr wichtiger und starker Moment für uns. Danach beschloss ich, alles zu geben, um diese schrecklichen Tatsachen für einen Moment zu vergessen. Um von meinen Emotionen loszukommen habe ich versucht, so hart wie nur möglich in meine Pedalen zu treten. Am Ende war es leider nicht genug aber ich bin froh, dass ich es versucht und alles gegeben habe. Wir haben beschlossen die weiteren Etappen normal zu absolvieren und werden uns nicht aus dem Rennen zurückziehen. Das Beste, was wir im Moment tun können, ist, unsere Arbeit weiterhin zu machen, genau so, wie es Kristof gewünscht und ebenfalls gemacht hätte. Dennoch werden die nächsten Etappen für uns sowohl physisch wie auch psychisch nicht einfach.“

Kjell Carlstrom, der sportliche Leiter von IAM Cycling, war von der Nachricht über diese Tragödie nicht weniger betroffen als die Fahrer: „Leider kenne ich diese Umstände, wenn man jemanden aus der Mannschaft verliert, bereits aus dem Jahr 2010, als ich noch als Fahrer bei Sky war. Dort starb einer unserer Betreuer während der Vuelta. Heute erinnerte ich unsere Jungs, dass unsere Entscheidung von gestern Dienstagabend sehr wichtig war für uns, um Tribut an Kristof zu zahlen. Auch wenn die Fahrer sehr betroffen sind, treten sie sehr professionell auf. So schwer der Tag für uns auch war, jeder ging mit gutem Beispiel voran.“

 

Tour of Oman (Dienstag, 18. Februar bis Sonntag, 23. Februar)

1. Etappe: As Duwayq Castle – Naseem Garden (164,5 km); 2. Etappe: Al Bustan – Quriyat (139 km); 3. Etappe: Bank Muscat – Al Bustan (145 km); 4. Etappe: Wadi Al Abiyad – Ministry of Housing (173 km); 5. Etappe: BidBid – Jabal Al Akhdhar (Green Mountain) (147,5 km) ; 6. Etappe: As Sifah – Matrah Corniche (146,5 km).

 

Rennfahrer: Marcel Aregger (Sui), Martin Elmiger (Sui), Mathias Frank (Sui), Heinrich Haussler (Aus), Sébastien Hinault (Fra), Kevyn Ista (Bel), Thomas Löfkvist (Swe), Johann Tschopp (Sui).

Sportlicher Leiter: Kjell Carlström.

Betreuung – Mechaniker: Marc Chevènement, Philippe Extrassiaz. Massage: Federico Quadranti, Thomas Paton, Nicole Wittemann.

 

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