Hanka Kupfernagel führt das maxx-solar Cycling Team zu neuen Zielen

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Die fünfmalige Weltmeisterin stellte sich bei der Teampräsentation der Thüringer Frauen-Bundesliga-mannschaft im Landesfunkhaus des MDR als neue Kapitänsfrau vor
Internationale Thüringen Rundfahrt im Juli als Saisonhöhepunkt
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Thüringens Innenminister Jörg Geibert übernimmt einmal mehr die Patenschaft über das Team

Greift das Sonnenteam nun nach den Sternen? Das war eine Frage, die am Montag bei der Teampräsentation 2014 des maxx-solar Cycling Teams im Erfurter Landesfunkhaus des MDR durchaus berechtigt war.

Denn nach den Rängen drei und zwei in den vorangegangenen Bundesligajahren stellten sich Thüringens Radamazonen nun mit einer Kapitänsfrau vor, der die Radsportwelt nicht nur einmal zu Füßen lag. Hanka Kupfernagel, Weltmeisterin 2007 im Einzelzeitfahren, Silbermedaillengewinnerin beim olympischen Straßenrennen 2000 in Sydney und viermalige Cross-Weltmeisterin, ist mit 40 zwar schon etwas in die Jahre gekommen, stellt aber im nationalen wie im internationalen Renngeschehen noch immer eine feste Größe dar.
„Mit der Erfahrung ihrer einzigartigen Karriere und ihrem Können ist Hanka ein Glücksfall für unsere jungen Mannschaft“, freute sich Teamchefin Vera Hohlfeld, die zu ihrer aktiven Zeit als eine der besten Straßenfahrerinnen der 90er Jahre oft zu Kupfernagels sportlichen Rivalinnen gezählt hatte. Der Sportliche Leiter Bert Dressel nannte Kupfernagel ein Vorbild im Rennsattel, von dem jede seiner Fahrerinnen „in Theorie und Praxis profitieren könne.“
Optimistisch präsentierte sich der berühmte Neuzugang aus Neustadt/ Orla in den leuchtenden gelbblauen maxx-solar-Trikots im Kreise ihrer zehn neuen Teamgefährtinnen, dämpfte allerdings auch übertriebene Erwartungen: „Ich freue mich, dass ich das einzige Thüringer Team anführen kann und den jungen Fahrerinnen etwas weitergeben zu können. Doch muss ich selbst erst einmal wieder in Form kommen, um wieder ans Siegen denken zu können.“ Zum früher kaum für möglich gehaltenen Schulterschluss mit Vera Hohlfeld sagte sie, dass sei eine Sache unter Frauen gewesen. „Als Gegnerinnen haben wir uns nie umarmt, aber jetzt sind wir uns ziemlich schnell einig geworden, zusammen etwas für den Thüringer Radsport zu bewirken“.
Auch Vera Hohlfeld benannte realistische Zielstellungen: „ Ganz vorn steht natürlich das Abschneiden bei unserer Internationalen Thüringen-Rundfahrt der Frauen, die in diesem Jahr vom 14 bis 20. Juli zum 27. Mal ausgetragen wird.“
Zu den ehrgeizigen Ansprüchen zählte die Erfurterin, die zugleich Rundfahrtchefin bleibt, auch Titel und Medaillen bei deutschen Meisterschaften sowie die Nominierungen von zwei ihrer Athletinnen zu den Weltmeisterschaften. „Wichtig ist aber auch“, so die einstige Olympiavierte von Atlanta, „dass unsere ganz jungen Fahrerinnen von den Erfahrungen der reiferen Damen profitieren und sozusagen im Windschatten von Hanka behutsam an die Spitze des Frauenradsports herangeführt werden können.“
Ein Anliegen, dem sich nach wie vor auch der prominenteste Teampate verpflichtet fühlt. Thüringens Innenminister Jörg Geibert, der sich selbst als „größten Fan des Teams“ outete, würdigte die Strategie des maxx- solar-Teams, vor allem auf die jungen Fahrerinnen zu setzen und damit auch einen Beitrag für die Entwicklung Thüringens erfolgreichster Sommersportart zu leisten.

Wie MDR-Moderator Christian Müller in seinen launigen Interviewrunden den Rennfahrerinnen entlockte, haben die sich durchaus anspruchsvolle Ziele gestellt. Hanka Kupfernagel hat immer noch Podestplätze bei ihren Duellen mit der Weltelite im Visier. Auch die 20-jährige aus dem unterfränkischen Eßleben stammende Lisa Fischer, die Thüringer BDR-Nationalfahrerinnen Corinna Lechner (19) und Marie Therese Ludwig (21) träumen ebenso von Medaillenrängen wie die 25-jährige Neuseeländerin Reta Trotman, die sich in Thüringen immer mehr heimisch fühlt. Und Neuzugang Kerstin Brachtendorf, die aus dem rheinland-pfälzischen Ettringen stammt, will trotz ihrer 41 Lenze ihren Paracycling-Weltmeistertitel vom Vorjahr verteidigen und unbedingt bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro starten.
Zu den weiteren Stützen des Teams zählt die unverwüstliche Geraerin Beate Zanner, die mit 31 Jahren ihren zweiten Frühling in der Frauenelite anstrebt und die 25-jährige Crossspezialistin Lisa Heckmann aus Michelstadt. Für die gerade 18-jährigen Lucy Weigelt aus Chemnitz und Tatjana Paller aus Lenggries wird ihre Feuertaufe in der „Frauenliga“ gewiss erst einmal ein Jahr des Lernens werden.
Bei allem Lernen sind die Ziele durchaus nicht bescheiden. „Natürlich wollen wir die Bundesliga gewinnen“, erklärte Beate Zanner und fand dabei die begeisterte Zustimmung ihrer Teamchefin und der Sponsoren in der ersten Reihe. Die wollen aber auch, wie Arndt Vogel vom Erfurter Autohaus und Dieter Ortmann von der Waltershäuser Sonnenfabrik maxx-solar nachdrücklich versicherten, nicht nur bei Siegen zum Thüringer Frauenteam halten. Hauptsache Leistung bringen, wie es Vera Hohlfeld nannte, und immer sympathisch bleiben.

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