Roger Kluge: „Ich hatte nichts geplant“

Der erste Tag in den Pyrenäen war der Tag des Michael Rogers (Saxo-Tinkoff), der sich am Ende in Bagnères-de-Luchon als Solosieger feiern lassen konnte. Vincenzo Nibali (Astana) liess auch heute nichts anbrennen und verteidigte das gelbe Führungstrikot dieser 101. Tour de France. Als bester Fahrer von IAM Cycling erreichte heute Roger Kluge das Ziel auf dem schönen 23. Rang mit einem Rückstand von 9’07’’. Entsprechend wurde dieser im Team gefeiert, da ja sonst vor allem der Sprint die Stärke des Deutschen ist.

Weniger zu feiern gab es heute für Reto Hollenstein. Nach einem schweren Sturz noch auf dem ersten Kilometer der Etappe beendete er zwar noch die Etappe, stieg dann aber heute Abend aus der Tour de France aus. Als er die Etappe 26’47“ hinter dem Sieger als 161. beendet hatte, begab sich der grossgewachsene Thurgauer zur mobilen Klinik der Tour de France und dort wurden nebst den mehreren offensichtlichen Schürfwunden auch eine rechte Pneumothorax festgestellt. Der Deutschschweizer kam zu Fall, nachdem er das Hinterrad eines anderen Fahrer gestreift hatte. In der Folge setzte er sich wieder aufs Rad und kämpfte während 60 km um den Anschluss ans Feld, den er dann schlussendlich auch schaffte. Er zeigte Mut, blendete die Schmerzen so gut es ging aus und erreichte danach das Etappenziel innerhalb des Gruppettos.

Auf der längsten Etappe der diesjährigen Grande Boucle war des Roger Kluge, der ja nicht zwingend als starker Kletterer bekannt ist, der es in die Fluchtgruppe des Tages schaffte. Im Haupthindernis des Tages, dem schwierigen Anstieg auf den Port de Balès, musste er dann aber die besseren Kletterer aus der Fluchtgruppe ziehen lassen. Dennoch erklärte der Silbermedaillengewinner an den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 im Punktefahren mit seinem deutschen Humor im Ziel von Bagnères-de-Luchon, wie es zu seinem Fluchtversuch kam: „Ich hatte nach den Strapazen in den Alpen einen guten Ruhetag gestern. Einige Zeit davon verbrachte ich am Swimming-Pool und heute hatten wir uns zum Ziel gesetzt, jemanden in der Gruppe zu platzieren. Alle von uns waren also aufmerksam. Ich persönlich hatte es nicht geplant, da ja einige meiner Teamkollegen besser die Berge hochkommen als ich. Doch dann fand ich mich plötzlich in der Fluchtgruppe des Tages wieder und gab fortan mein Bestes. Und da wir einen grossen Vorsprung auf das Feld hatten vor dem letzten Berg konnte ich sogar noch etwas zulegen, als Nibali und die anderen Favoriten von hinten kamen und ich so mit den besten Kletterern auf der Spitze des Port de Balès ankam. Für mich war es ein befriedigender Tag, der mich motiviert hat für die weiteren Teilstücke in den Pyrenäen und den weiteren Bergpässen, die noch zu absolvieren sind, bevor wir dann langsam aber sicher in Richtung Paris kommen.“

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