Best of Bormio


Denkt man an Rennradfahren in Bormio, kommt einem automatisch das Stilfserjoch in den Sinn. Doch der auf 1.225 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Ort in der Alta Rezia Gegend hat noch viel mehr zu bieten! Hier die Top 5-Fakten, die Rad-Enthusiasten über Bormio wissen sollten.

Fotos: Roby Trab via [Rasoulution]

1 – Checkpoint Stilfserjoch
Natürlich muss das Stilfserjoch an erster Stelle genannt werden, da es einer der bekanntesten Pässe weltweit ist. Mit einer Höhe von 2.758 Metern über dem Meeresspiegel ist es die zweithöchstgelegene Durchgangsstraße Europas. Es gibt 48 Spitzkehren auf der Südtiroler Seite und 40 auf der lombardischen. Nicht zuletzt diese Fakten machen das Stilfserjoch zu einem der drei obligatorischen Checkpoints des Transcontinental Rennens, einem Abenteuer-Bike-Rennen von London nach Istanbul, das von den Gründern der Tour de France ins Leben gerufen wurde. Hier können die Teilnehmer autonom ihre eigene Route wählen, müssen jedoch drei vorgeschriebene Checkpoints (Paris, Mount Lovcen/Montenegro und das Stilfserjoch) durchqueren. Dies soll insbesondere sicherstellen, dass die bekanntesten Straßenabschnitte Europas befahren werden. Der nächste Start ist bereits am 9. August. Weitere Informationen gibt es unter www.transcontinentalrace.com.

2 – Der Gaviapass und sein „Auffahrtenverzeichnis“

Neben dem Stilfserjoch ist der Gaviapass der wichtigste Anstieg bei der Giro d’Italia. Die Durchquerung aufgetürmter Schneefelder macht diese Straße zu einer epischen Route. Radfahrer, die den höchsten Punkt erreichen, werden einmal mehr Lunge und Beine spüren, deren Fitness durch die zahlreichen steilen Kehren auf die Probe gestellt wird. Fans des Gaviapasses, die sich vor 2014 mehr als fünfmal der Herausforderung gestellt haben, sollten beim Rad-Rennen „I miei Gavia 2014“ („Mein Gavia 2014“) mitmachen. In der Bonetta Berghütte können Radler ihren persönlichen Rekord auf einem Poster eintragen und diesen stetig verbessern. Wer jedoch den Sieg anstrebt, muss es mit Tarcisio Persegona aufnehmen, ein 76-jähriger Sportler aus Parma, der den Pass bereits 392 Mal erklommen hat und der es sich zum Ziel gesetzt hat, bis Ende dieses Sommers die 400 Male zu erreichen. Bevor man diese Herausforderung jedoch auf sich nimmt, sollte man wissen, dass der Gaviapass 1.427 Höhenmeter bei einer durchschnittlichen Steigung von 5,5% (max. 14%) misst. Der Aufstieg von Ponte die Legno bringt es auf 1.380 Höhenmeter mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,9% (max. 12%).

3 – Zwei Routen, die auf größere Herausforderungen vorbereiten

Anfänger, die mit den legendären Aufstiegen des Stilfserjochs oder Gaviapasses liebäugeln, sollten ihre Beine und Ausdauer erst einmal auf einer einfacheren Tour trainieren. Zwei Tipps sind hier die Strecken zum Bormio 2000 oder zum Lago di Cancano:

Bormio – Bormio 2000, la Magnifica Terra

Der Anstieg ist von mittlerer Schwierigkeit. Die Route beginnt in Bormio auf einer Höhe von 1.225 Metern und führt bis auf 1.929 Meter. Insgesamt ist der Trail 10,12 Kilometer lang mit einer Höhendifferenz von 704 Metern und einer durchschnittlichen Steigung von 7,5% (max. 12%). Die Strecke ist von April bis Oktober passierbar und bekannt für seine atemberaubende Aussicht auf das Magnifica Terra.

Bormio – Cancano, der imperiale Weg

Diese Route hat ihre eigene Geschichte und einen besonderen Charme. Beginnend in Bormio, schlängelt sich der Weg bei einem mittleren Schwierigkeitsgrad 14,27 Kilo-meter nach oben. Der Höhenunterschied beträgt bergauf 793 Meter, bergab 53 Meter bei einem durchschnittlichen Anstieg von 5,2% (max. 8,5%). Der Weg, der die meiste Zeit in der Sonne liegt und von Pinienwäldern umgeben ist, kann von April bis Oktober befahren werden.

Nach all der Anstrengung können müde Sportler Körper und Seele im warmen Thermalwasser (37°C-43°C) in den Spas Bormio Terme, Bagni Nuovi und Bagni Vecchi entspannen. Oder sie laden ihre Energiereserven mit einheimischen Spezialitäten wie Pizzoccheri (Teigwaren aus Weizen- und Buchweizenmehl) oder Sciatt (kleine Käsewürfel, mit einem Ausbackteig aus Buchweizenmehl überzogen) auf, begleitet von einem lokalen Stelvio Bier.

4 – Haute Route Dolomites Swiss Alps

Wer bereit für einen herausfordernden Wettkampf ist, sollte an der ersten Ausgabe des Haute Route Dolomites Swiss Alps teilnehmen. Die neue, außergewöhnliche Strecke startet am Samstag, 16. August in Venedig (ITA) und endet am Freitag, 22. August in Genf (SUI). Sie bringt die 500 Fahrer von der Adria-Küste zum Ufer des Genfer Sees. Dabei müssen sieben Zeitabschnitte, 880 Kilometer, 17 einzigartige Pässe und 19.000 Höhenmeter durchquert werden. Eines der Highlights der Haute Route ist das Einzelzeitfahren, das am 4. Tag auf den 21 Kilometern von Bormio zur Spitze des Stilfserjochs (2.758 m) stattfindet – dem höchsten Punkt der gesamten Haute Route Dolomites Swiss Alps Tour. Der Countdown zur Anmeldung hat bereits begonnen: www.hauteroutedolomites.org.

5 – Die besten Übernachtungsmöglichkeiten

Nach einem langen Tag, bei dem die „drei heiligen Monster” Stilfserjoch, Gavia oder Mortirolo bezwungen wurden, freut man sich auf eine gemütliche Bleibe. Das „Stelvio Experience Programme“ wurde dafür geschaffen, Rennradfahrer in jeglicher Hinsicht zu unterstützen. Übernachtet man in einer der Unterkünfte, die am Programm teilnehmen, profitiert man von Services wie Gepäcktransport zum Gipfel der Touren, Gruppenfahrten zum Stilfserjoch und geführte Bike-Touren. Außerdem können Radsportler kostenlos die Bike-Waschanlagen sowie Werkzeug und Luftpumpen nutzen. Nicht zuletzt sollte die Stelvio Experience Bar genannt werden – die besondere Bar für Radfahrer, in der sich Gleichgesinnte über ihre Leidenschaft und Erfolge austauschen können. Weitere Informationen gibt es unter www.facebook.com/stelvioexperience.it

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