Archiv der Kategorie: Radmarathon

Christoph Strasser muss TCR wegen Krankheit verlassen

Die fünfte Teilnahme beim Transcontinental Race (TCR), dem mit 4.800 Kilometern und 50.000 Höhenmetern quer durch Europa härtestem unsupported-Rennen der Welt, musste Christoph Strasser frühzeitig beenden. Nach zwei Siegen in dieser Saison bei „Rund um Sachsen“ und beim „Unknown Race“ wurde der Steirer bei seinem Saisonhighlight wegen Krankheit zur Aufgabe gezwungen.

Die bisherige Statistik des Steirers beim TCR konnte sich sehen lassen: Bei den vier Teilnahmen holte Christoph Strasser zwei Siege, einen zweiten Platz und einen fünften Platz. Am vergangenen Sonntag wurde das TCR 2026 in Trondheim gestartet und sollte in Griechenland enden. Nach rund 1.900 Kilometern musste der Kraubather gestern wegen Fieber, Husten und Darmproblemen die Segeln streichen. „Eine Weiterfahrt wäre sinnlos gewesen. So wichtig der Sport ist, die Gesundheit steht immer an oberster Stelle“, sagte seine Lebensgefährtin Sabine Prager.

Vorgestern gab sich Christoph Strasser, der im Spitzenfeld unterwegs war, noch total zuversichtlich, nachdem er die Fähren-Challenge in Norwegen und Schweden mehr als erfolgreich gemeistert hatte: „Es war ziemlich monoton durch Südschweden. Aber dann hat das Rennen vor der letzten Fährenüberfahrt von Schweden nach Polen an Brisanz gewonnen. Eigentlich wollte ich das Boot in der Nacht um 2 Uhr früh erwischen. Dann merkte ich, dass ich schneller bin und wollte um 22:30 Uhr einsteigen. Dann war ich noch schneller und erreichte schließlich die um 20:30 Uhr. obwohl es kurz vor dem Hafen mit dem Zeitdruck extrem stressig war, hinzu kam ein Unwetter und dann hatte ich zehn Kilometer vor dem Hafen noch einen platten Reifen. So gut es vorgestern lief, so schlecht ging es dann gestern in Polen mit heftigem Regen weiter“, sagte Christoph, der in Nordpolen völlig erschöpft ein Hotel aufsuchte, um sich einige Stunden auszuruhen.

„Bei so einem Rennen ist man immer am Limit“
Ehe er gestern ein Hotel fand, kaufte er sich in einer Apotheke ein Fieberthermometer. „Im Hotelzimmer war klar, dass ich überhöhte Temperatur habe. In Polen über die flachen Straßen lief es eigentlich ganz gut, aber sobald ein Hügel kam, konnte ich meine 200 Watt nicht mehr fahren; ich war so kurzatmig. Bei so einem Rennen fühlt man sich nie gut und ich kenne viele Schwächephasen und weiß, wie sich verschiedene Phasen anfühlen. Aber jetzt ist es eine richtige Krankheit“, sagt Christoph Strasser, der jetzt erstmals vor der Heimreise wieder fit werden muss.

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Erfolgreicher Start für Strasser ins Transcontinental Race

Gestern um 20:00 Uhr fiel im norwegischen Trondheim der Startschuss zum Transcontinental Race (TCR), der ultimativen Herausforderung über 4.800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter. Der zweifache Sieger Christoph Strasser erwischte einen nahezu perfekten Start.

In Norwegen machten sich gestern 367 Solo-Starter:innen beim TCR auf ihren langen Weg quer durch Europa. Nach rund 4.800 Kilometern endet das längste und härteste unsupported-Rennen der Welt im griechischen Kalamata. „Der Start war sehr beeindruckend. Das Teilnehmerfeld mit 367 Leuten ist enorm und zeigt den Boom von unsupported-Rennen deutlich“, sagte der Steirer in Trondheim. Bei seinem ersten Rennen in Norwegen ist er vor allem von der Natur beeindruckt: „Norwegen ist der Hammer mit den Fjorden, Wasserfällen, Flüssen und Bergen. Die erste Nacht, wo ich keine Schlafpause machte, war richtig hart. Um Mitternacht wird es dunkel und um 3 Uhr Früh wieder hell. Dabei hatte es um die 0 Grad und meine Zehen und Finger froren ziemlich. Für so kalte Temperaturen habe ich nicht die richtige Bekleidung mit. Aber es wird bald wärmer“, ergänzt der Dauersieger des Race Across America.

Perfekter Start ins Rennen
„Es geht so richtig gut dahin und ich fand gleich einen tollen Rhythmus. Derzeit liegt der Schweizer TCR-Sieger von 2024 Robin Gemperle mit einem kleinen Vorsprung in Führung. Dahinter matche ich mich mit einigen Konkurrenten um die Plätze zwei bis fünf. Wenn ich an das Vorjahr zurückdenke, da lag ich nach der ersten Nacht um Rang 30. Von daher läuft es heuer optimal und viel besser“, sagt Strasser. Der 43-Jährige nähert sich dem ersten Checkpoint, wo von der Rennleitung vorgegebene Passagen von allen Starter:inne absolviert werden müssen. Beim Aurlandsfjord führt die Strecke über den berühmten Rallarvegen, eine rund 70 Kilometer lange Schotterstraße, bis in den Wintersportort Geilo. Anschließend geht es durch Südnorwegen nach Schweden.

TCR Tag 3: Strasser weiterhin im Spitzenfeld
Christoph Strasser schlägt sich in der Anfangsphase des Transcontinental Race, dem weltweit größten unsupported-Rennen, weiter sehr gut. Wie erwartet kommt es hier zum spannenden „Ferry“-Game. Wer erwischt welche Fähre Richtung Polen rechtzeitig und verliert so wenig Zeit wie möglich?

Christoph Strasser ist seit dem Start in Trondheim am Sonntag 2 Tage und 14 Stunden unterwegs, pro Tag spulte er rund 539 Kilometer ab. Nachdem er die erste Nacht ohne Stopp durchfuhr, legte er gestern und heute von Norwegen über Schweden eine je dreistündige Schlafpause ein. „Gestern Abend erreichte ich Schweden. Im Gegensatz zu Norwegen mit seinen prächtigen Fjorden, Bergen und Wasserfällen ging es hier eher monoton und flach bis wellig weiter; „Kilometer fressen“ ist hier angesagt. Gestern erwischte ich die erste Fähre gerade rechtzeitig. Mein Ziel ist es, dass ich heute Abend die entscheidende Überfahrt von Schweden aufs europäische Festland nach Polen erreiche. Rund 360 Kilometer muss ich in 15 Stunden schaffen. Das sollte sich ausgehen, ich darf aber nicht bummeln.“

Gemperle mit Respektabstand in Führung
Nach zweieinhalb Tagen Fahrtzeit beim TCR, das über 4.800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter quer durch Europa führt, liegt der Schweizer Robin Gemperle, TCR-Sieger von 2024, klar voran. „Robin hat bisher nur einmal geschlafen. Er will heute Mittag die Fähre erwischen, was natürlich ein großer Vorteil für ihn wäre. Aber er hat schon jetzt sehr viel Energie investiert. In der letzten Nacht schlossen einige von hinten auf mich auf, weil sie auch auf Schlaf verzichtet haben. Ich halte aber weiterhin an meiner Taktik fest und es macht sich bisher bezahlt. Das Rennen dauert noch lange“, sagt Strasser, der sich um Platz fünf befindet.

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Christoph Strasser greift beim Transcontinental Race nach seinem 3. Sieg

Nach zwei Siegen in den ersten beiden Rennen der Saison fiebert Christoph Strasser dem Höhepunkt seines Ultra-Radsportjahres entgegen. Am 19. Juli startet der Steirer bei der zwölften Auflage des legendären Transcontinental Race (TCR), dem wohl prestigeträchtigsten Unsupported-Rennen der Welt. Der Start erfolgt heuer erstmals im norwegischen Trondheim, das Ziel liegt nach einer spektakulären Nord-Süd-Durchquerung Europas im griechischen Kalamata. Insgesamt warten auf die Teilnehmer rund 4.800 Kilometer und 50.000 Höhenmeter – idente Daten zum Race Across America.

Für den sechsmaligen Race Across America-Sieger ist es bereits die fünfte Teilnahme beim TCR. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: zwei Siege, ein zweiter und ein fünfter Platz im vergangenen Jahr. Entsprechend selbstbewusst reist der 43-Jährige nach Norwegen. „Mein Ziel ist es, so vorbereitet zu sein, dass ich bis zum Schluss um den Sieg mitfahren kann. Ich fühle mich aktuell besser als im vergangenen Jahr. Mit den beiden Erfolgen zu Saisonbeginn habe ich viel Selbstvertrauen getankt. Trotzdem ist das Transcontinental Race kaum planbar – unterwegs kann einfach alles passieren“, sagt der Steirer aus Kraubath.

Europas härtestes Abenteuer auf zwei Rädern
Das Besondere am Transcontinental Race ist das Rennformat: Die Athletinnen und Athleten sind komplett auf sich allein gestellt. Weder Begleitfahrzeuge noch Betreuer sind erlaubt. Zwischen den von der Rennleitung vorgegebenen Checkpoints und Pflichtpassagen müssen die Fahrer ihre Route selbst planen, sämtliche Verpflegung organisieren und technische Probleme eigenständig lösen. „Im Gegensatz zum Race Across America muss man hier jedes Problem alleine lösen – egal ob Defekt, Navigation oder körperliche Schwierigkeiten. Man kann sich unmöglich auf alles vorbereiten, deshalb ist Improvisation ein ganz entscheidender Faktor“, erläutert Strasser.

„Ferry-Game“ entscheidend?
Bereits die ersten Renntage versprechen spektakuläre Bilder. Nach dem ersten Checkpoint am Aurlandsfjord führt die Strecke über den berühmten Rallarvegen, eine rund 70 Kilometer lange Schotterstraße, bis in den Wintersportort Geilo. Anschließend geht es durch Südnorwegen und Schweden, wo die Wahl der richtigen Fährverbindung nach Mitteleuropa zum ersten großen strategischen Faktor wird. „Das sogenannte Ferry-Game wird heuer besonders spannend. Es gibt viele Möglichkeiten mit unterschiedlichen Häfen und Fahrplänen. Man muss ständig abwägen: Ist eine kürzere Strecke mit längerer Wartezeit besser oder ein Umweg ohne Aufenthalt? Solche Entscheidungen können am Ende entscheidend sein.“

Weitere Pflichtpassagen führen durch Tschechien und das Tatra-Gebirge in der Slowakei, anschließend führt Strassers Routenplanung über Ungarn und Kroatien bis nach Sarajevo. Dort befindet sich der dritte Checkpoint auf der ehemaligen Bobbahn der Olympischen Winterspiele 1984 – die Strecke führt dabei sogar direkt durch die historische Betonrinne. Nach einem weiteren Checkpoint in Albanien wartet schließlich der anspruchsvolle Schlussabschnitt auf der Peloponnes. Ab dem antiken Olympia müssen noch zahlreiche Höhenmeter bewältigt werden, ehe das Ziel an der Küste in Kalamata erreicht wird.

Schlafen, essen und improvisieren
Auch abseits des Rades ist perfekte Planung gefragt. Strasser nimmt rund zwei Kilogramm Kohlenhydratpulver mit, den Rest seiner Verpflegung kauft er unterwegs ein. Schlafen möchte er – wenn möglich – rund drei Stunden pro Nacht in Unterkünften. Ein Schlafsack reist dennoch mit, falls keine Unterkunft verfügbar ist. Zusätzliche Herausforderungen verspricht das Wetter. In Norwegen können selbst im Hochsommer auf über 1.500 Metern Schnee, Regen und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt auftreten. Wenige Tage später warten in Südosteuropa und Griechenland hingegen oft extreme Hitzebedingungen.

Hochkarätige Konkurrenz
Das Teilnehmerfeld zählt erneut zur Weltspitze des Ultra-Cyclings. Mit dabei sind unter anderem der TCR Sieger von 2024 Robin Gemperle (Schweiz), Frauensiegerin Jana Kesenheimer (Deutschland), Martin Moritz, Manuel Rudaz, Nicolas Châtelet sowie Strassers langjähriger Rivale Robert Müller aus Deutschland. Nach seinen beiden Saisonsiegen bei „Rund um Sachsen“ und dem „Unknown Race“ zählt aber auch der Steirer selbst wieder zum engsten Favoritenkreis.

Das Rennen startet am 19. Juli in Trondheim. Fans können Christoph Strasser während des gesamten Rennens per GPS-Livetracking verfolgen. Zudem informiert er regelmäßig auf seinen Social-Media-Kanälen über den Rennverlauf. Eine ausführliche Vorschau erscheint außerdem in seinem Podcast „Sitzfleisch“.

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RAAM2026: Philipp Kaider triumphiert erneut

Der Niederösterreicher Philipp Kaider gewinnt das 4938 Kilometer lange Race Across America, zum zweiten Mal in Folge. In 8 Tagen 18 Stunden und 58 Minuten schreibt der 40-Jährige damit ein weiteres Kapitel österreichischer Sportgeschichte. Es ist dies bei der 44. Auflage der bereits 13. Sieg eines Österreichers.

Am Dienstag letzte Woche startete Kaider von Oceanside an der kalifornischen Pazifikküste mit seinem 11-köpfigen Team in sein zweites RAAM. Temperaturen von über 43°C in der Wüste, dünne Luft auf über 3.300 Metern über dem Meer, schlechte Straßen auf den endlosen Geraden und viel Verkehr verlangten ihm alles ab. Probleme in der Sitzregion sowie zunehmende Nacken- und Schulterprobleme konnten den Niederösterreicher aber von seinem Sieg nicht abhalten. Kaider trotzte den Strapazen und mit 80 Minuten Schlaf pro Tag (erste Schlafpause nach 35 Stunden) und Powernaps gegen Ende des Rennes fuhr er heute morgen (US-Zeit) nach 8 Tagen 18 Stunden und 58 Minuten erneut beim wohl härtesten Radrennen der Welt in Atlantic City an der Atlantikküste als Erster über die Ziellinie. Er unterbot damit seine Vorjahreszeit um 3 Stunden und 34 Minuten.

Glücklich im Ziel meint er: „Das ist schon sehr schräg. Das ist unglaublich verrückt, dass einem das zweimal passieren kann, dass man das zweimal gewinnen kann. Zweimal zu finishen und zweimal zu gewinnen ist schon unbeschreiblich!“ Am unspektakulären Ende vor dem Surf Stadion von Atlantic City brachen bei Kaider und seiner Crew alle Dämme. Das Erlebte, das neun Tage lang auf sie einprasselte, muss jetzt erst mal verarbeitet werden.

Das Schwierigste für Kaider war in diesem Jahr der Vergleich zum Vorjahr, den er eigentlich nicht anstellen wollte: „Ich bin aber nicht weggekommen davon. Man vergleicht sich doch immer wieder. Dann habe ich mir gedacht: ‚Warum habe ich heuer nicht so viel Spaß, wie letztes Jahr?‘, obwohl es perfekt rennt. Gleichzeitig war das dann aber eine große Erkenntnis wieder, wie ich draufgekommen bin, dass ich es so akzeptieren muss, wie es ist und ich keine großen Erwartungen haben muss.“

Es waren vor allem die Momente des Scheiterns in den letzten 14 Jahren. Viele Fehler zu Beginn seiner sportlichen Karriere, nachdem er als Kettenraucher sein Leben vollständig umgekrempelt hat, nahm er zum Anlass sich zu verbessern. Diese Momente waren es, die ihm letztendlich den zweiten RAAM-Sieg ermöglichten. „Meine Erfahrungen gebe ich natürlich weiter in einer Vortragsreihe die heißt „Erfolgsfaktor Scheitern“, da gehe ich sehr detailreich und sehr offen mit meinen Erfahrungen um.“

Wie auch im Vorjahr hat sich die Crew als Schlüssel zum Erfolg erwiesen. „Ich kann nur Radfahren. Auch wenn es nicht so wirkt: Ultracycling ist ein Mannschaftssport!“, bedankt sich Kaider bei seinem Team.
Am meisten wird dem Niederösterreicher von den 4938 Kilometern durch die USA in Erinnerung bleiben, dass er festgestellt hat, wie sehr eine neue Zielsetzung eine Eigendynamik reinbringt. Die letzten 500km waren eine unglaubliche Demonstration starken Willens, deren viele taktische Überlegungen seitens des Teams vorausgingen. „Auch wenn es eine neue Zielsetzung aufgrund einer Trotzreaktion meinerseits war, hat das eine irrsinnige Dynamik ausgelöst und wir sind zum Schluss richtig schnell Rennen gefahren“, freut sich der frischgebackene zweifache RAAM-Sieger.

Kilometer für den guten Zweck
Die Kilometer hat Kaider auch heuer wieder für die Sonne Radl-Challenge in die Pedale getreten. Bei der Aktion werden bis Ende Juni alle geradelten Kilometer von Sponsoren in Spenden umgewandelt, um Kindern in Malawi Zugang zu Bildung und Sportunterricht zu ermöglichen. Die Kilometer des Niederösterreichers werden von der Wolkersdorfer Druckerei Gerin in bares Geld umgewandelt.
„Jeder, der ein Rad hat, ist eigentlich verpflichtet mitzumachen. Man kann mit einem sehr geringen Aufwand das Leben eines Kindes verändern“, sagte Kaider bereits vor dem Start des Rennens.

Website Race Across America: https://www.raamrace.org/
Live-Tracking: https://www.raamrace.org/live-tracking
Sonne Radl-Challenge: https://www.sonne-international.org/sonne-radl-challenge-2026/

Über Philipp Kaider
Vom Kettenraucher zum Race Across America Sieger – Philipp Kaider (geb. 1985) ist einer der erfolgreichsten Ultraradfahrer Europas – und ein Paradebeispiel für mentale Stärke und Ausdauer. Der diplomierte Krankenpfleger aus Wolkersdorf im niederösterreichischen Weinviertel tauschte im Jahr 2012 eine Packung Zigaretten pro Tag gegen das Fahrrad, um dem Suchtdruck zu entkommen und legte damit den Grundstein für eine beeindruckende sportliche Karriere.

Erfolge (Auszug):
– Sieger Race Across America 2025 – 4.900 km in 8d 22h 32min
– 24h-Zeitfahr-Weltmeister 2022 & 2024
– Österreichischer Meister Ultra-Cycling 2024
– Vize-Weltmeister Ultra-Cycling 2024
– Guinness-Weltrekord: Österreich-Durchquerung in exakt 19h (2023)
– Sieger Race Around Austria & Race Around Niederösterreich

Mit über 30.000 Jahreskilometern, eiserner Disziplin, mentaler Stärke und seinem Motto „Die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft“ beweist der Niederösterreicher, was mit Fokus und Willenskraft möglich ist, wenn man seine Komfortzone verlässt und an sich glaubt. Er unterstützt mit „Sonne international“ – ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder dieser Welt – und „Hilfe im eigenen Land“ zwei Projekte im In- und Ausland.

Web: www.philippkaider.at
Strava: Philipp Kaider
Instagram: philipp_kaider_cycling
Facebook: kkcycling.at

Pressekontakt und Rückfragen
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RAAM2026: Mit Wiener Schnitzel und Schmäh durch die USA

Es geht in Tag 7 für Philipp Kaider beim Race Across America. Die letzten 1000 der 4938 Kilometer langen Strecke durch die USA sind angebrochen. Der Fussball-WM-Ausrichter zeigt sich für die Radfahrer als sehr gastfreundlich. Fans entlang der Strecke und Wiener Schnitzel für die Crew halten die Stimmung im Team Kaider hoch.

Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die etwas besonders machen. Mittlerweile in Indiana angekommen zeigen sich am Straßenrand immer mehr Fans, die dem Österreicher zujubeln. Eine nette Geste kam von Elisabeth und ihrem Mann Scott. Die gebürtige Niederösterreicherin (Melk) wanderte vor Jahrzehnten aus. Mit ihrem Mann lebt sie direkt an der RAAM-Strecke und hat das Team im Vorfeld über Instagram angeschrieben und zum Essen eingeladen. Wiener Schnitzel und Linzertorte „Made in USA“ hebten die Stimmung im Team Kaider sichtlich. „Hilft mir aber nix, ich kann ja nix essen!“, schaute Kaider selbst aber durch die Finger (Anm.: Kaider ernährt sich während dem Rennen flüssig).

Seit sechseinhalb Tagen radelt er nun schon durch die USA. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,5 km/h (inkl. aller Pausen) ist der Niederösterreicher aktuell einen Km/h schneller als bei seinem Sieg im Vorjahr. Die auftretenden gesundheitlichen Beschwerden fasst Teamarzt Dr. Karl Spandl wie folgt zusammen: „So weit ist alles stabil. Es gibt natürlich jetzt nach 140 Stunden im Rennen kleine Probleme. Vor allem, was die Sitzregion betrifft. Wir kontrollieren das aber täglich, tragen Cremes auf, sodass sich keine Infektion in den kleinen Hautrissen bildet. Er kommt mit den Beschwerden ganz gut zurecht“. Auch die Schmerzen im Knie, vor allem nach einer Schlafpause, hat man ganz gut im Griff.

Dass Kaider trotz der enormen Belastung noch über ausreichend mentale Reserven verfügt bewies er mit einer Aktion, die seine Crew kurzzeitig in Alarmbereitschaft versetzte. Gemeinsam mit Crew A inszenierte er einen kleinen Streich.
„Er ist zu einem Stopp gekommen und hat so getan, als wäre er völlig fertig. Wir haben sofort begonnen zu überlegen, was los sein könnte und verschiedene Szenarien durchgespielt. Dann springt er plötzlich auf und sagt, dass er uns nur reingelegt hat“, erzählt Stefan Krejcza von Crew B lachend. Die Antwort der Crew ließ aber nicht lange auf sich warten: „Wir haben ihm versprochen, dass er das irgendwann noch büßen wird.“

Von Indiana geht es jetzt weiter Richtung Ohio und den Appalachen: „Da wird es dann zäh!“ erinnert sich Kaider auf diesen Abschnitt. Lange und steile Anstiege hoch und runter werden ihm alles abverlangen.

Der 8. Tag ist für Philipp Kaider beim Race Across America angebrochen und der Weg Richtung Atlantic City an der US-Ostküste wird immer kürzer. Vor allem der Schlafentzug machen dem Niederösterreicher nach 175 Stunden im Sattel zu schaffen.

„Mir ist es sieben Stunden lang schlecht gegangen“, schilderte Kaider. Selbst zwei Powernaps und Koffein brachten nicht die gewünschte Wirkung. Nach einem zunächst guten Start nach der Schlafpause wurde die Müdigkeit im kupierten Gelände von Ohio immer mehr zum Thema. Das viele Rauf und Runter war zermürbend. Nach Rücksprache mit Trainer Markus Kinzlbauer in Österreich wurde dann ein erster außerplanmäßiger Schlafstopp eingelegt.

„Philipp hat eine sehr gute und sehr schnelle erste Hälfte hinter sich. Die klimatischen Bedingungen hat das Team hervorragend gemeistert. Im zweiten Teil machen sich die Strapazen natürlich bemerkbar und die schwierigen Phasen beeinträchtigen die Geschwindigkeit und Leistung deutlich mehr. Philipp fährt aber noch auf sehr hohem Niveau und hält einen Vorsprung zu seiner letztjährigen Zeit sehr konstant. Vor allem befindet er sich noch in einem den Umständen entsprechenden hervorragenden physischen und psychischen Zustand. Die Crew leistet hier hervorragende Arbeit“, analysiert Trainer Kinzlbauer den Rennverlauf.

Nach der Hälfte der geplanten 80 Minuten stand der Kaider dann aber bereits wieder in der Tür und wollte weiterfahren. Er fand danach auch gleich wieder gut in den Rhythmus und am Appalachian Highway zeigte sich Kaider positiv überrascht: „Ich habe es viel schlimmer in Erinnerung, weil letztes Jahr war es finster, ich hatte Gegenwind und Regen. So bei Sonnenuntergang ist er perfekt!“
Für das Team folgte eine beeindruckende Vorstellung. „Das war eine seiner stärksten Leistungen im gesamten Rennen“, freut sich das Team. Mittlerweile hat Kaider West Virginia erreicht. Zur Feier des Tages durfte natürlich ein gemeinsames Singen von „Country Roads“ nicht fehlen.

Kilometer für den guten Zweck
Auch heuer tritt Kaider seine Kilometer wieder für die Sonne Radl-Challenge. Bei der Aktion werden bis Ende Juni alle geradelten Kilometer von Sponsoren in Spenden umgewandelt, um Kindern in Malawi Zugang zu Bildung und Sportunterricht zu ermöglichen. Rund 4.500 Kilometer hat Kaider bereits beigetragen. Diese werden von der Druckerei Gerin in bare Münze verwandelt.
„Jeder, der ein Rad hat, ist eigentlich verpflichtet mitzumachen. Man kann mit einem sehr geringen Aufwand das Leben eines Kindes verändern“, sagte Kaider bereits vor dem Start des Rennens.

Fotos
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Redaktionelle Verwendung frei bei Angabe Copyright © Joe Ambrosch

Videobeitrag K19
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Über Philipp Kaider
Vom Kettenraucher zum Race Across America Sieger – Philipp Kaider (geb. 1985) ist einer der erfolgreichsten Ultraradfahrer Europas – und ein Paradebeispiel für mentale Stärke und Ausdauer. Der diplomierte Krankenpfleger aus Wolkersdorf im niederösterreichischen Weinviertel tauschte im Jahr 2012 eine Packung Zigaretten pro Tag gegen das Fahrrad, um dem Suchtdruck zu entkommen und legte damit den Grundstein für eine beeindruckende sportliche Karriere.

Erfolge (Auszug):
– Sieger Race Across America 2025 – 4.900 km in 8d 22h 32min
– 24h-Zeitfahr-Weltmeister 2022 & 2024
– Österreichischer Meister Ultra-Cycling 2024
– Vize-Weltmeister Ultra-Cycling 2024
– Guinness-Weltrekord: Österreich-Durchquerung in exakt 19h (2023)
– Sieger Race Around Austria & Race Around Niederösterreich

Mit über 30.000 Jahreskilometern, eiserner Disziplin, mentaler Stärke und seinem Motto „Die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft“ beweist der Niederösterreicher, was mit Fokus und Willenskraft möglich ist, wenn man seine Komfortzone verlässt und an sich glaubt. Er unterstützt mit „Sonne international“ – ein Bildungsprojekt für benachteiligte Kinder dieser Welt – und „Hilfe im eigenen Land“ zwei Projekte im In- und Ausland.

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RAAM2026: Heißer Ritt durch den Wilden Westen

Der Niederösterreicher Philipp Kaider kämpfte sich beim knapp 5000km langen Race Across America durch die erste Nacht und den ersten vollen Tag. Hitze, Müdigkeit, der starke Verkehr und auch Übelkeit machten dem 40-Jährigen zu schaffen. Nach 35 Stunden im Sattel gab es jetzt eine erste wohlverdiente kurze Schlafpause.

Aktuell befindet sich Kaider bei Timestation 12 von 54 bei „Mexican Hat“ mitten im „Wilden Westen“ auf dem Colorado Plateau (Hochwüste auf 1500-2000 Meter über dem Meer), wo er gerade einen planmäßigen kurzen Schlafstopp eingelegt hat.

Davor hatte der Vorjahressieger aber hart zu kämpfen: „Die Müdigkeit hat mir zu schaffen gemacht, deshalb ist die Leistung auch runtergegangen. Die Hitze war ein Wahnsinn! Wir hatten um 2 Uhr in der Nacht noch 34° C. Es war echt sehr unangenehm. Auch Übelkeit kam hinzu. Ich dürfte dort überhitzt sein. Ich bin weiter Rad gefahren. Mehr kann ich eh nicht machen“, so Kaider.

Die Gegend durch das Monument Valley mit ihren endlosen Weiten und großen ikonischen Felsen zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften des amerikanischen Südwestens. Kaider und sein Team bekamen davon aber, wie auch schon im Vorjahr, nur wenig zu sehen, da sie größtenteils in der Nacht durchkamen. Dies zeigt aber von einer schnellen Zeit, wie ihm der 6-fache RAAM-Sieger Christoph Strasser mit all seiner Erfahrung im letzten Jahr schon prophezeite. Und er sollte Recht behalten: Mit einem Durchschnitt von über 33 km/h ist Kaider rund 90 Minuten schneller als im Vorjahr unterwegs.

Teamarzt Dr. Karl Gspandl, der ihn erstmals bei einem derartigen Rennen begleitet, zur Fahrt in der Nacht: „Es hat ein paar Durchhänger gegeben. Ich glaube, wir haben Philipp mit Lebensweisheiten, Witzen, Geschichten und Coca Cola aber ganz gut durch die erste Nacht gebracht. Als dann die Sonne aufgegangen ist, ist dann wieder so richtig die Lebenskraft eingeschossen.“

Im Eiltempo ging es danach Meile für Meile Richtung Osten. Unter Tags forderte den Wolkersdorfer dann aber zunehmend der starke Verkehr. Mit dem aerodynamischen Zeitfahrrad war es nicht immer einfach die Spur zu halten. Starker Seitenwind und auch die Sogwirkung der überdimensional großen Trucks auf dem Highway, die knapp an ihm vorbeifuhren, machten ihm mental zu schaffen. Bei über 40 km/h Geschwindigkeit erwies sich zudem die Kommunikation mit dem Team über sein Headset schwierig. Eine kurze vorgeschriebene „Shuttlepassage“ in einem engen Tal brachte aber wieder den notwendigen Fokus auf das Rennen.

Von „Mexican Hat“ geht es für Kaider nach der Schlafpause jetzt weiter durch Colorado in die Rocky Mountains, wo auf einer Höhe von über 3000m Temperaturen von unter 10° C erwartet werden und die Luft sehr dünn sein wird.

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Erfolge (Auszug):
– Sieger Race Across America 2025 – 4.900 km in 8d 22h 32min
– 24h-Zeitfahr-Weltmeister 2022 & 2024
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Christoph Strasser setzte neue Maßstäbe – Krimi in Sachsen

Gestern Abend finishte Christoph Strasser seine Premiere bei Rund um Sachsen. Beim 900 Kilometer langen Rennen sorgte der Steirer, der in der unsupported-Wertung fuhr, für eine große Überraschung: In der Gesamtwertung belegte er hinter Sebastian Mayr den zweiten Platz. Damit war Strasser bis auf den Deutschen schneller als alle anderen Starter, die mit Betreuerteam an den Start gingen. Hinter dem Kraubather kam auch der Oberösterreicher Lukas Kaufmann, der mit rund zehn Betreuern unterwegs war, ins Ziel.

Bei Rund um Sachsen, das über 900 Kilometer mit 8.500 Höhenmetern führte, gab es zwei Wertungen: eine unsupported und eine mit Betreuerteam. In der Kategorie mit Betreuerteam zählte das Rennen, das am Samstag gestartet wurde, als Ultracycling Europameisterschaft. In der Gesamtwertung, wo üblicherweise unsupported-Fahrer, die komplett auf sich alleine gestellt sind, gegen die Teilnehmer mit Betreuercrew keine Chance haben, entwickelte sich ein wahrer Krimi. Der Deutsche Ultra-Spezialist Sebastian Mayr, 24h-Weltmeister und Sieger des Race Around Austria, lag am Ende mit einer Fahrzeit von 30:42 Stunden nur 13 Minuten vor Strasser! Und dieser wiederum hängte als Gesamtzweiter den Vize-Europameister Lukas Kaufmann um 19 Minuten ab! „Das taugt mir schon richtig. Bis auf Mayr die schnellste Zeit des Tages zu haben ist unglaublich. Mein Rad ist viel schwerer, ich habe Gepäck mit und musste in der Nacht vorsichtiger fahren“, so die ersten Emotionen vom sechsfachen RAAM-Sieger. Übrigens, mit einer Zeit von 30:55 Stunden stellte der Steirer auch einen neuen unsupported-Streckenrekord auf.

Fast perfektes Rennen
Die Strecke, die Christoph stark ans Mühlviertel oder die südsteirische Weinstraße erinnerte, beinhaltete vier Checkpoints, wo auch Ausrüstung und Verpflegung hinterlegt werden konnte. „Von daher war es ein „entschärfteres“ als die normalen unsupported-Rennen. Ich fuhr mit einem Zeitfahrrad mit einer Scheibe hinten drin. Dabei hatte ich zwei Taschen mit dem Notwendigsten drin. Bei den Checkpoints hinterlegte ich Proviant, meist meine Flüssignahrung und Getränke, sowie Bekleidung. Ich bin richtig schnell gefahren und habe nie überzogen. Bis zur Hälfte des Rennens habe ich fast nur meine Ernährung genommen, doch dann wurde mir das monoton und besorgte in Tankstellen vor allem Limonaden“, beschreibt Strasser. Von technischen Defekten blieb er Großteils verschont: „Zu Beginn verbrauchte ich zu viel Strom, deshalb musste ich in der Nacht Strom sparen und konnte bei den schnellen und steilen Abfahrten nicht mit dem Aufblendlicht fahren. Wichtig war sicher durch die Nacht zu kommen. Ein weiteres Problem war der Flaschenhalter, der sich löste. Aber ich konnte ihn bei einem Checkpoint mit Kabelbindern zusätzlich fixieren.“

Nach dem zweiten Sieg im zweiten Rennen nach dem Unknown Race im April über 1.000 Kilometer kann er den Saisonhöhepunkt kaum erwarten, denn am 19. Juli beginnt das Transcontinental Race: Die 12. Auflage des größten unsupported-Rennens, das Christoph bereits zwei Mal gewann, startet heuer im norwegischen Trondheim. Nach rund 4.500 Kilometern quer durch Europa endet es im griechischen Kalamata.

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Christoph Strasser siegt beim Unknown Race in Spanien

Dieses Rennen hatte es in sich, das rund 1.000 Kilometer lange Unknown Race in Katalonien. Wie in den vergangenen Jahren spielte das Wetter verrückt. Der Steirer schaffte in Spanien einen Start-Ziel-Sieg und freute sich noch mehr über eine sehr starke Zeit von 1 Tag 18 Stunden 55 Minuten.

„Mein Ziel war eine Zeit von unter 48 Stunden, jetzt lag ich deutlich drunter“, freute sich der Kraubather, der beim Unknown Race im Vorjahr Zweiter wurde und heuer souverän den Sieg schaffte. Spannend an dem Rennformat ist, dass es Jahr für Jahr den Austragungsort wechselt, heuer war erstmals Spanien an der Reihe. Start und Ziel befanden sich in der katalonischen Stadt Reus, südlich von Barcelona. „Alle Fahrer:innen können im unsupported-Modus ihre Strecke selbst wählen, aber die vorgegebenen Checkpoints müssen von allen passiert werden. Und die Koordinaten der Checkpoints gibt es erst kurz vor dem Start bzw. während dem Rennen.“ Somit hat kein Starter einen Vorteil, was die Routenplanung betrifft. Alle haben die gleichen Voraussetzungen und können erst kurz vor dem Start die Strecke planen.

Christoph Strasser strotzte schon vor dem Rennen vor Selbstvertrauen: „Meine Leistungsdaten sind heuer richtig gut, das habe ich jetzt auch umsetzen können“, sagt Christoph. Die Konkurrenz war heuer sehr stark: Mit am Start war auch Christophs langjähriger Konkurrent Robert Müller aus Deutschland, mit dem er sich schon viele Duelle lieferte. Auch der Deutsche Stefan Fettes, Ultra Cycling Europameister, war dabei.

Schrecksekunde in den Bergen
Am vergangenen Dienstag fiel um 9:00 Uhr in Reus der Start zum Unknown Race. Heute gegen halb fünf Uhr früh erreichte der Steirer das Ziel: „Das Unknown Race ist für sein schlechtes Wetter bekannt. Vor zwei Jahren gab es Schnee, im Vorjahr Regen und Hagel – heuer war starker Wind der ständige Begleiter. Es herrschten fast durchwegs Sturmböen. Ich lag von Beginn an immer in Führung. Vor dem Checkpoint 4, einem Bergmassiv, lag ich vorne, als plötzlich von der Rennleitung wegen eines Schneesturms die Nachricht kam, alle sollten umdrehen. In beiden Nächten schlief ich je zwei Mal 10 Minuten – es waren eigentlich keine Schlafpausen, ich habe mich nur etwas hingelegt. Das mit dem Essen hat heuer auch super geklappt, auch wenn es nicht so viele Einkaufsmöglichkeiten gab. Aber das Wichtigste: Meine Beine fühlten sich super an, ich bekam richtig viel Druck aufs Pedal. Der Formaufbau Richtung Transcontinental Race (TCR) läuft! Jetzt gehe ich essen und freue mich auf richtig salzige Oliven“, schmunzelt Strasser.

Tortour durch Katalonien
Christophs Stimme litt enorm unter den Anstrengungen: „wir bewegten uns fast immer auf einem Hochplateau von über 1.000 Metern Seehöhe bei maximal fünf Grad Celsius. Eine kuriose Situation gab es noch im Finale, als ich als Erster den Mont Caro mit 14 Kilometern Länge und 1.200 Höhenmetern bestritt. Eine Windböe blies mich regelrecht vom Rad, woraufhin ich der Rennleitung ein Video schickte. Sie sperrten den Pass mit einem Checkpoint für alle anderen Teilnehmer:innen, dadurch hatte ich noch mehr Kilometer in den Beinen.“

Das Unknown Race war der erste Formtest für das große Saisonhighlight am 19. Juli, dem Transcontinental Race: Die 12. Auflage des größten unsupported-Rennens, das Christoph bereits zwei Mal gewinnen konnte, startet heuer im norwegischen Trondheim. Nach rund 4.500 Kilometern quer durch Europa endet es im griechischen Kalamata.

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Tiroler Doppelsieg und deutsche Heldin beim Ötztaler Radmarathon 2025

Der 44. Ötztaler Radmarathon (ÖRM) brachte sportliche Höhepunkte und emotionale Geschichten hervor: Daniel Federspiel erfüllte sich mit 38 Jahren einen Lebenstraum und feierte seinen ersten Sieg beim traditionsreichen Rennen, während die Deutsche Janine Meyer ihren eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr erneut unterbot. Der erst 20-jährige Lokalmatador Jonas Holzknecht überzeugte mit einer kämpferischen Leistung und sicherte sich als jüngster Zweiter der ÖRM-Geschichte einen Platz auf dem Podium. Ermöglicht wurden diese sportlichen Erfolge durch das unermüdliche Engagement des ÖRM Dream Teams, das mit über 1.300 Helfer:innen jedes Jahr den reibungslosen Ablauf garantiert. Einen besonderen Moment lieferte zudem Martin Strobl, der sich im Alter von 80 Jahren zum 35. der Herausforderung stellte.

Krimi um 44. Sieg beim Ötztaler Radmarathon
Der 44. Ötztaler Radmarathon über 227 Kilometer und 5.500 Höhenmeter bot bei Kaiserwetter erneut Radsport auf höchstem Niveau. Lokalmatador Jonas Holzknecht sorgte früh für Furore, als er sich mit dem Belgier Sieben Devalckeneer absetzte und über weite Strecken das Rennen mitbestimmte. Während die Favoriten am Jaufenpass erstmals ernst machten, übernahm Daniel Federspiel am Timmelsjoch die Initiative: Der MTB-Eliminator-Weltmeister attackierte entschlossen, stellte Jack Burke und fuhr mit beeindruckender Stärke an die Spitze. In einem packenden Finale ließ der 38-Jährige nichts mehr anbrennen, baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus und feierte in Sölden nach 6:48:55 Stunden seinen lang ersehnten ersten Sieg. Burke musste sich geschlagen geben, während Holzknecht seinen Traum erfüllte.

Mit einer Zeit von 6:48:55,8 Stunden verpasste Federspiel zwar Mathias Notheggers Streckenrekord von 6:47.02,3 Stunden nur um knappe zwei Minuten, doch die Freude überwiegte: „Dieser Sieg ist schon so lange mein großes Ziel. Dass das jetzt Wirklichkeit wurde ist schwer zu realisieren. Die Emotionen, als ich Sölden mit Krämpfen erreichte, waren unbeschreiblich. Am Jaufenpass fuhr ich mein Tempo. Das war vielleicht ganz gut so, denn am Timmelsjoch konnte ich richtig durchziehen. Als ich Jack sah bekam ich einige Extrawatt.“

Holzknecht sensationell jüngster Zweiter der Geschichte
Bei der Abfahrt Richtung Sölden überholten Jonas Holzknecht, Matthias Reutimann und der Deutsche Andreas Isele den bis dahin Zweitplatzierten Stefano Cecchini. Einige hundert Meter vor dem Ziel zog Holzknecht den Sprint an und ließ sich den zweiten Platz nicht mehr nehmen: „Unbeschreiblich, ich kann diesen zweiten Platz nicht in Worte fassen. Das Podium war heuer mein größter Traum. Ich erwischte einen super Tag und habe es deshalb gleich von Beginn an probiert.“ Dritter wurde der Schweizer Matthias Reutimann. Hans-Jörg Leopold wurde als drittbester Österreicher Sechster, Alban Lakata, der einen schlechten Tag erwischte, holte Rang acht. Einen nicht so guten Tag gab es auch für Vorjahressieger Jack Burke: „Die Attacke am Jaufenpass war ein Fehler. Ich bin am Timmelsjoch ziemlich eingegangen. Dieses Jahr läuft es einfach nicht gut.“

Frauenpower beim ÖRM

Janine Mayer zeigte auch heuer eine herausragende Leistung und rollte gemeinsam mit 391 weiteren Damen bei strahlendem Sonnenschein über die Startlinie. Angesichts der anspruchsvollen Strecke ist es besonders bemerkenswert, dass immer mehr Frauen diese Herausforderung annehmen. Der Damenanteil ist in den letzten 10 Jahren um 50 % gestiegen und liegt 2025 bei einem neuen Teilnehmerrekord. „Wir freuen uns über jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer – die Leistungen der Frauen beim Ötztaler sind aber besonders hoch einzuschätzen“, sagt Heike Klotz von der OK-Leitung.

Janine Meyer schafft das Triple
Im Vorjahr lieferte die Deutsche Janine Meyer mit einem neuen Streckenrekord eine tolle Show ab. Quasi ein Start-Ziel-Sieg gelang ihr auch heuer. Sie war ab dem Kühtai unantastbar und setzte sich von ihren Konkurrentinnen sukzessive ab. Wie stark ihre Leistung heute war, zeigen ihre Durchgangszeiten: Den Brennerpass passierte sie nur wenige Minuten hinter allen männlichen Top-Favoriten! Über den Jaufenpass und das Timmelsjoch ließ sie nichts mehr anbrennen und stellte mit ihrem dritten Sieg erneut einen neuen Streckenrekord auf. Die 47-Jährige aus Köln finishte in 7:22.32,4 Stunden und war damit vier Minuten schneller als 2024: „Es ist unglaublich, ich war so lange alleine unterwegs. Der erste Sieg beim Ötztaler Radmarathon war sicher der schönste, weil auch meine Eltern dabei waren. Aber ich würde keinen meiner drei Triumphe gegen etwas anderes eintauschen.“ Meyer gewann 17:14 Minuten vor ihrer Landsfrau Eva Schien, auf Rang drei kam die Lokalmatatorin Belinda Holzer mit einer Zeit von 7:51:37,8 und ist damit überglücklich. Die starken Leistungen der Top-3-Athletinnen machten deutlich, wie viel Frauenpower im Ötztaler Radmarathon steckt.

Zahlreiche Promis wieder am Start
Der Ötztaler Radmarathon erfüllt Träume. Nicht nur für die tausenden Hobbysportler:innen aus 40 Nationen. Heute waren auch wieder viele Prominente am Start, die den traumhaften Radtag im Ötztal genossen. Ihre Premiere feierte Skibergsteig-Vizeweltmeisterin Sarah Dreier. Ebenso dabei wie die Winterstars Benjamin Karl, Werner Heel und Manfred Mölgg. „Alte Hasen“ wie UEFA CEO Martin Kallen, die Ex-Radprofis Thomas Rohregger und Jörg Ludewig oder Star-Weinverkoster Aldo Sohm aus New York waren im Startfeld. Der Beste der Promis war wie im Vorjahr Manfred Mölgg. 2025 finishte er in 7:46 Stunden, heute war er gleich um zehn Minuten schneller! „Es war so eine tolle Kulisse mit unglaublichen Zuschauern. Mit so vielen Kollegen und Freunden zu fahren war wieder ein Traum. Am Timmelsjoch war es dann richtig hart, ich bekam dort Krämpfe. Aber die Zeit ist schon richtig super!“ Eine starke Leistung zeigte auch Benjamin Karl, der trotz 88 Kilogramm seine Zielzeit von unter acht Stunden mit 7:57:38 schaffte. Ebenso sorgte Sarah Dreier mit einer Zeit von 9:11 Stunden für eine starke ÖRM-Premiere!

Nachhaltigkeit, Dank & Vorschau
Der 44. Ötztaler Radmarathon begeisterte mit einer 15-stündigen Live-Übertragung im ÖRM TV, die über 10.200 Zuschauer:innen gleichzeitig verfolgten. Als Partner von Green Events Austria setzt das Event auf konsequente Nachhaltigkeit, von Müllvermeidung über Recycling bis hin zu E-Mobilität und öffentlicher Anreise. Die OK-Leitung Heike Klotz und Dominic Kuen: „Ein herzliches Dankeschön an unser Dream Team mit über 1.300 engagierten Helfer:innen, treuen Sponsoren und Partnern, unterstützenden Behörden sowie der verständnisvollen Bevölkerung entlang der Strecke. Sie alle tragen dazu bei, dass der Mythos Ötztaler Jahr für Jahr nachhaltig weiterlebt – auch wieder beim ÖRM 2026 am 30. August 2026.“

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Die Favorit:innen für den 44. Ötztaler Radmarathon

Am kommenden Wochenende ist es zum 44. Mal wieder so weit: Der Ötztaler Radmarathon ruft und über 4.000 Teilnehmer:innen aus 40 Nationen kommen nach Sölden! Bei den Damen sind gleich vier ehemalige Siegerinnen am Start, bei den Männern sind es sechs ehemalige Triumphatoren.

Für den Großteil des Starterfeldes lautet die Devise, sich den Traum vom Finishen des Ötztaler Radmarathons über 227 Kilometer und 5.500 Höhenmeter zu erfüllen. Ermöglicht werden diese Träume durch das über 1.300-köpfige Dream Team aus Helfer:innen, das die Strecke absichert, Verpflegung bietet und für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Die meisten Teilnehmer:innen fahren Zeiten jenseits der zehn Stunden-Marke. Sie peilen nicht Top-Ergebnisse an, im Vordergrund steht die Faszination Ötztaler Radmarathon und die Strecke überhaupt zu schaffen! Anders sehen das die Spitzenfahrer des Ötztaler Radmarathons, die um den prestigeträchtigen Sieg fighten. Mit Jack Burke (CAN/2024, 2022), Johnny Hoogerland (NED/2021), Stefano Cechini (ITA/2017), Bernd Hornetz (GER/2016) und den Österreichern Markus Kremser (1991) und Ekkehard Dörschlag (1986, 1987, 1988, 1989) sind gleich sechs ehemalige Sieger dabei. Bei den Damen konnten die drei Deutschen Janine Meyer (2023, 2024), Catherine Rossmann (2022) und Monika Dietl (2013) sowie die Italienerin Brigitte Vasselai (1999) über erste Plätze jubeln.

Wer schlägt Jack Burke?
Der gebürtige Kanadier und in Tirol lebende Jack Burke ist seit einigen Jahren in der Radmarathonszene das Maß aller Dinge. Der 30-Jährige feierte viele Siege, herausragend 2022 sein erster Triumph beim Ötztaler Radmarathon und nach seinem Sieg im Vorjahr geht er auch als Titelverteidiger am Sonntag ins Rennen: „Die Saison ist bisher sehr gut gelaufen und der Ötztaler ist mein „Heimrennen“. Ich fühle mich stark und die Vorbereitung war perfekt. Heuer sind viele klingende Namen am Start, deshalb tippe ich auf einen „Außenseitersieg“. Viele werden uns beobachten und vor den entscheidenden Bergen viel Zeit herausholen. Ohne Teamkollegen wird es schwer, große Rückstände wieder gutzumachen. Aber natürlich wäre der dritte Sieg ein Traum!“Dagegen hat der in Velden lebende Niederländer Johnny Hoogerland, Sieger von 2021, sicher Einwände. Der UCI-Amateur- und Gravel-Weltmeister wurde vor zwei Jahren Dritter und kommt mit einer starken Form ins Ötztal. „Es gibt viele Favoriten, bei so einem harten Rennen muss einfach alles passen. Aber es kommen jedes Jahr junge, hungrige Fahrer nach. Darum wird es immer schwieriger, beim Ötztaler Radmarathon ein Top-Ergebnis zu schaffen“, sagt der 42-Jährige.

Lakata und Leopold mit offenen Rechnungen

Einer, der Top-Ergebnisse beim Ötztaler Radmarathon scheinbar gepachtet hat, ist der Kärntner Ex-Profi Hans-Jörg Leopold. Die Beständigkeit des 42-Jährigen ist beeindruckend: In den Jahren 2024 und 2021 musste er sich jeweils nur Burke und Hoogerland geschlagen geben, 2022 und 2023 verpasste er als Vierter jeweils das Podest. Für heuer dämpft er die Erwartungen: „Meine Erwartungen für heuer sind nicht zu hoch. Ich selbst schätze mich zwischen Rang fünf und zehn ein.“ Für den dreifachen MTB-Marathonweltmeister Alban Lakata ist der Ötztaler Radmarathon eines der Highlights des Jahres. Und mit dem Klassiker in den Alpen hat der Osttiroler noch eine Rechnung offen: zwei vierte Plätze, ein zweiter und ein dritter Rang. Der Triumph fehlt ihm noch: „Dieser Sieg ist nach wie vor das große Ziel. Die Vorbereitung in diesem Jahr verlief nahezu perfekt. Also Feuer frei am Sonntag!“

Hochkarätige Außenseiter
Der ehemalige MTB-Eliminator Weltmeister Daniel Federspiel gehört mit seinen 38 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen, wie seine tolle Saison 2025 beweist. Mit dem Ötztaler Radmarathon verbindet den Imster eine besondere Beziehung. Er gewann bisher nicht nur alle Ausgaben des Bike4Help-Bergsprints, wo er teilnahm, mit den Plätzen fünf, sechs und sieben schaffte er es auch schon drei Mal in die Top-Ten. Das gelang auch dem Haiminger Lokalmatador Fabian Costa im Jahr 2021, als er Sechster wurde. Top-Ten-Ergebnisse haben auch die jungen Tiroler Jonas Holzknecht, Philip Handl und Patrick Hagenaars, der mit einer Armprothese fährt, zu Buche stehen. Daniel Federspiel lässt den Bike4Help-Bergsprint heuer aus: „Der Sprint ist echt eine tolle Veranstaltung, aber ich spare heuer lieber die Kräfte für Sonntag. Generell zählt beim Ötztaler Radmarathon: Favorit zu sein ist easy – abzuliefern ist die Kunst. Das gilt für alle Starter!“

Janine Meyer – wer sonst?
Im Vorjahr lieferte die Deutsche Janine Meyer beim Ötztaler Radmarathon eine richtige Show ab: Mit einem Start-Ziel-Sieg stellte sie mit der Bombenzeit von 7:26.26,8 Stunden auch einen neuen Streckenrekord auf und holte nach 2023 ihren zweiten Triumph beim Ötztaler Radmarathon. Das gelang im Jahr zuvor auch ihrer Landsfrau Catherine Rossmann, die heuer wieder zu ihrer schärfsten Konkurrentin zählt. Aus Ötztaler Sicht könnten zwei Athletinnen in die Top-20 kommen: Vom Mitveranstalterverein URC Ötztal sind mit Daniela Kneisl und Marie-Theres Gurschler zwei Damen dabei, die im Vorjahr bereits unter neun Stunden fuhren! „Generell ist es sehr erfreulich, dass immer mehr Frauen begeisterte Rennradfahrerinnen sind. Heuer gehen über 400 Damen an den Start – knapp zehn Prozent des gesamten Starterfeldes und damit eine Steigerung von rund 18 Prozent zum Vorjahr“, erläutert Heike Klotz von der OK-Leitung.

Manfred Moelgg verblüffte im Vorjahr
Neben den Top-Stars der Radmarathonszene und vielen ambitionierten Radsportler:innen aus aller Welt nehmen beim Ötztaler Radmarathon auch immer wieder Prominente teil. Im Vorjahr überraschte der ehemalige Spitzenskifahrer Manfred Moelgg mit einer fantastischen Zeit von 7:46.59,9 Stunden. Damit erreichte der Südtiroler lediglich eine knappe Stunde hinter Sieger Jack Burke als Gesamt-96. das Ziel! Heuer wird Moelgg wieder mit seinem Landsmann Werner Heel antreten. Neben Benjamin Karl, der eine Zeit um die acht Stunden anpeilt, feiert Skibergsteigerin Sarah Dreier ihre Premiere beim Ötztaler Radmarathon!

Nachhaltigkeit im Fokus
„Beim Ötztaler Radmarathon geht es um mehr als Bestzeiten. Es geht auch um Verantwortung – für die Berge, die Region und unsere Zukunft“, sagt OK-Chef Dominic Kuen. Der Ötztaler Radmarathon setzt auch heuer verstärkt auf Regionalität und Nachhaltigkeit: Von der umweltfreundlichen Anreise über nachhaltige Verpflegung bis hin zu Mehrweg-Lösungen bei Getränkestationen, weniger Müll oder auch E-Autos. Die Veranstalter zeigen, dass Spitzensport und Verantwortung für Natur und Region Hand in Hand gehen können

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Christoph Strasser beendete das TCR als Fünfter!

„Es war das längste Rennen meines Lebens“, so beschreibt der sechsfache Sieger des Race Across America das Transcontinental Race 2025. Über mehr als 4.750 Kilometer ging es von Santiago de Compostela bis an die rumänische Küste. Viele Hochs und Tiefs begleiteten den Paradesportler. Am Ende finishte er nach 11 Tagen 9 Stunden 19 Minuten an der fünften Stelle. Den Sieg sicherte sich der 23-jährige Franzose Victor Bosoni mit einer Zeit von 10 Tagen 16 Stunden 38 Minuten. Mit sieben Stunden Rückstand wurde der Deutsche Martin Moritz Zweiter, gefolgt vom ehemaligen Schweizer Radprofi David Tschan.

War es die falsche Routenwahl? Waren es falsche taktische Entscheidungen? Darüber ist schwer zu spekulieren nach so einer langen Distanz auf dem Rad und täglich maximal zwei bis drei Stunden Schlaf. Die Entscheidung des Rennens brachte für Christoph Strasser, der sich lange im vierköpfigen Spitzenfeld befand, der vergangene Sonntag mit dem Verpassen der entscheidenden Fähre von Italien nach Albanien. „Dadurch habe einen ganzen Tag verloren. Das war bitter. Da die beiden Führenden die Fähre erwischten, war der Kampf um den Sieg vorbei und der Kampf um Platz drei eröffnet“, sagt der Steirer.

Seit er von der Fähre stieg fuhr er wie ein Berserker. Fast 40 Stunden durchgehend saß der Steirer im Sattel. „Das habe ich bitter bezahlt. Die letzten beiden Tage und Nächte waren brutal – sicher eine der härtesten Zeiten in meinem Radfahrleben. In der letzten Nacht legte ich auf der Wiese zwei Powernaps ein. Nach je zehn Minuten wurde ich ohne Wecker wieder munter. Es ist unglaublich, wozu der Körper imstande ist“, beschreibt der Kraubather, der zuletzt auch immer wieder mit technische Problemen zu kämpfen hatte: „Mein Radcomputer ging leider ein, außerdem musste ich einmal in einem Radgeschäft zur Reparatur. Aber mit solchen Problemen kämpft jeder. In der vorletzten Nacht schlief ich zwei Stunden im Hotelzimmer. Genau dort hat mich der Dritte David Tschan überrumpelt. Dieser Moment hat mich mental gebrochen und ich wollte nur noch sicher ins Ziel kommen.“ Das gelang auch, heute früh erreichte der Steirer den Strand von Konstanta südlich der Donaumündung am Schwarzen Meer.

Gegner stärker oder cleverer?
„Es war ein unglaublicher Moment, als ich das Ziel in Rumänien erreichte. Natürlich hätte ich gerne eine bessere Platzierung als Rang fünf. Aber in den letzten beiden Tagen konnte ich nichts mehr aufholen. Die Gegner waren um eine Spur stärker oder vielleicht auch cleverer bei der Routenplanung. Grundsätzlich war das Niveau bei diesem Rennen enorm! Es war aber ein tolles Rennen und ich habe in den vergangenen zwölf Tagen, die mir seit dem Start in Santiago de Compostela wie eine Ewigkeit vorkommen, sehr viel gelernt. Dieses TCR hat auf brutale Weise das Leben widergespiegelt: Man bekommt nicht immer die Dinge die man will“, bilanziert der zweifache TCR-Sieger und Vorjahreszweite des weltweit größten unsupported-Rennens.

8. Tag TCR: Christoph Strasser mit Pech bei der Fähre
Am achten Tag des Transcontinental Race (TCR) ist das eingetreten, wovor Christoph Strasser von Beginn an den größten Respekt hatte: Die entscheidende Fähre von Bari nach Albanien nicht zu erwischen. Um zwei Stunden hat er sie gestern Nacht verpasst, jetzt geht es erst nach einer langen Wartezeit heute Abend Richtung Balkan. Für Christoph ist somit das Rennen um den Sieg an der dritten Stelle liegend gelaufen.

Beim rund 4.800 Kilometer langen härtesten unsupported-Rennen der Welt hat Christoph nach 7 Tagen 13 Stunden 3.270 Kilometer geschafft. „Bis Samstag ist alles super gelaufen, es gab sehr viele Hochs und wenige Tiefs. Doch Samstagnacht erlebte ich ein durchgehendes Tief. Der Parcours über die berühmten weißen Schotterstraßen der Strade Bianche war extrem anstrengend mit steilen Anstiegen und gefährlichen Abfahrten. Die folgende Nacht am Samstag wollte ich, um die Fähre in Bari zu erreichen, mit einem Powernap durchfahren. Aber das hat absolut nicht geklappt, ich war total übermüdet und bin dann auch noch falsch gefahren. Schließlich habe ich im Schlafsack bei einer Kirche und in einem Park geschlafen, weil ich so müde war. Dadurch habe ich viel Zeit verloren. Es ging nicht mehr gut und ich wollte nicht zu viel riskieren“, sagt der Steirer, der sich am Weg nach Bari befindet.

Bis zu dem Zeitpunkt befanden sich vier Fahrer wenige Stunden getrennt an der Spitze. „Der in Wien lebende Deutsche Martin Moritz und der Franzose Victor Bosoni lagen rund zwei Stunden vor mir, haben voll riskiert und es gestern um 23:00 Uhr in letzter Sekunde noch auf die Fähre geschafft. Es waren für mich gemischte Gefühle: Einerseits großen Respekt, dass sie es geschafft haben. Auf der anderen Seite kann ich nur zuschauen wie sie jetzt ihren Vorsprung vergrößern, während ich in Bari sitze. Leider gibt es keine alternativen Fähren nach Albanien, da wären die Umwege zu groß. Das einzig positive ist jetzt, dass ich mich in Bari gut erholen und die restlichen drei Tage ausgeschlafen in Angriff nehmen kann. Das Rennen ist noch lange.“

Nur noch Kampf um Platz 3
Bei seinem vierten Start beim TCR konnte Christoph Strasser bisher zwei Mal gewinnen, im Vorjahr wurde er Zweiter. „Natürlich war der dritte Sieg das klare Ziel. Aber das Rennen ist jetzt gelaufen. Wir alle wussten, dass die Fähre nach Albanien das Rennen beeinflusst. Leider hat es jetzt mich erwischt. Und das gerade an einem Montag – dem einzigen Tag, wo die Fähre nur einmal am Tag fährt. Aber ich werde nicht herumjammern. Es ist so wie bei einer Safety Car-Phase in der Formel1. Jetzt heißt es würdevoll zu Ende fahren, der Kampf um Platz drei ist noch voll in Gange“, schließt Christoph.

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