Europameisterschaft St. Wendel /Vorschau

Sechs Fahrer, ein Medaillenkandidat
Mit sechs Fahrern stellt das Lexware Mountainbike Team bei der
Europameisterschaft in St. Wendel das größte Team-Kontingent. Junior Luca
Schwarzbauer gilt als Medaillenanwärter. U23-Meister Christian Pfäffle
laboriert dagegen an Sturzverletzungen.

Heiko Gutmann ist der erste Lexware-Fahrer, der bei der Heim-EM im Saarland
ran darf. Der Münstertäler bestreitet am Donnerstag ab 16 Uhr den Eliminator
Sprint. Für Gutmann ist schon die Nominierung ein Erfolg und
dementsprechend motiviert geht er an die Aufgabe heran.
„ Im Mai konnte er mit Bronze bei der DM, dem Bundesliga-Sieg in Heubach
und zuletzt dem sechsten Rang beim Weltcup in Albstadt drei starke Resultate
verbuchen.


Die Erfolge haben mir schon Selbstvertrauen gegeben“, sagt Gutmann, der
2012 im Sprint schon mal für die WM nominiert war, wurde damals 18.
Das Ziel für St. Wendel? „Halbfinale wäre schon cool“, meint der 27-Jährige.
„Wenn es kurze Anstiege hat, das kommt mir schon entgegen. Ich muss das
Rennen aber schnell machen, auf der Zielgeraden bin ich meistens nicht der
Schnellste“, erklärt er noch zur Strategie.

Der Deutsche U23-Meister Christian Pfäffle fährt keinen Sprint und muss derzeit
sogar um seinen Start am Samstag zittern. Ein Sturz in der letzten Runde des
U23-Weltcup-Rennens in Albstadt, den er erst einmal gar nicht so ernst nahm,
hatte eine unangenehme Verletzung zur Folge. Es musste genäht werden.
Drei Stiche am Arm, zwei Stiche am Schienbein und dort hat die Wunde auch
reagiert, als Pfäffle am Dienstag erstmals wieder auf dem Rad saß.
„Ich muss jetzt abwarten und hoffen, dass es bis Samstag geht“, sagt Pfäffle,
der eigentlich guter Dinge war, dass seine Formkurve nach oben zeigt.
Mit Optimismus kann Teamkollege Georg Egger nach St. Wendel reisen. Der
Schwabe aus Bayern hat sowohl in Nove Mesto als auch in Albstadt als
jüngster Jahrgang in der U23-Kategorie aus der hintersten Startreihe jeweils
bemerkenswerte Leistungen gezeigt, die vor allem den Fachleuten
aufgefallen sind.

„Das war echt stark. Insider können beurteilen, was es heißt von hinten so weit
nach vorne zu fahren“, hebt Team-Manager Daniel Berhe hervor.
„In St. Wendel werden nicht ganz so viele Fahrer vor mir sein, weil das Feld
etwas kleiner ist. Ich hoffe, da geht es dann noch ein wenig weiter nach
vorne als Rang 35“, sagt Egger selbst. Das U23-Rennen der EM wird am
Samstag um 17 Uhr gestartet.

Drei Lexware-Junioren bei der EM
Luca Schwarzbauer ist im Lager der deutschen Cross-Country-Fahrer vielleicht
die größte Medaillenhoffnung bei dieser EM. Als dreimaliger Zweiter hinter
dem Dänen Simon Andreassen lässt sich leicht nachvollziehen, welches Ziel er
als ehrgeiziger Athlet anpeilt.

„Ich will nicht wieder die dänische Nationalhymne hören“, sagt er
schmunzelnd. Sondern lieber „Einigkeit und Recht und Freiheit“ für sich selbst.
Dafür muss am Samstag (11:30 Uhr) aber alles zusammen passen.
„Ich will schlau fahren. In Albstadt habe ich vielleicht kleinere taktische Fehler
gemacht. So was will ich vermeiden“, sagt der Nürtinger. Der 7,34 Kilometer
lange Kurs ist eine Strecke alter Schule, ohne großen technischen Anspruch.
Da ist es wichtig, nicht zu viel im Wind zu fahren.

David Horvath hofft, dass er die Probleme mit dem verkrampften Zwerchfell,
in den Griff bekommt, das ihm Albstadt vermieste. Der Reutlinger rätselte
später über die Gründe. „So genau weiß ich nicht, wo das herkommt.
Vielleicht habe ich mir zu viel Druck gemacht“, meint Horvath.
Allzu große Hoffnungen macht er sich für St. Wendel nicht. „Es ist nicht meine
Strecke, aber ich werde trotzdem mein Bestes geben und versuche locker ran
zu gehen“, kündigt Horvath an.
Ein Top-Ten-Resultat könnte aber drin sein, wenn ihn keine körperlichen
Probleme stören.

Der dritte Lexware-Fahrer im Bunde ist der Furtwangener Lars Koch. Er ist nur
als Ersatz nominiert, doch da der Wombacher Maximilian Brandl Ärger mit
Weisheitszähnen hat, ist ein Einsatz von Koch inzwischen nicht mehr
unwahrscheinlich. Ein Resultat unter den besten 25 ist für den Vertreter des
jüngeren Jahrgangs durchaus drin.

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