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Der siebenfache Deutsche Meister Werner Löw ist verstorben

Hallo Sportfreunde,

heute gibt es leider wieder eine sehr traurige Nachicht: Der Herpersdorfer Altmeister Werner Löw ist verstorben. Ich habe dazu einen Nachruf verfasst, den ich hier anfüge:

Die Trauerfeier findet am

Mittwoch, 18.03.26, 14:30h
St. Johannis-Kirche
Johannis. Str.
90419 Nürnberg

Der siebenfache Deutsche Meister Werner Löw ist verstorben


Radrennbahn Reichelsdorf Juli 1984: Robby und Werner Löw
Plomi Foto

Frankens Radsportler trauern um Werner Löw, der am 10. März im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Er war mit sieben Deutschen Meistertiteln in den 1950er-Jahren neben Fritz Neuser mit zwölf und Gotthard Dinta mit fünf DM-Siegen der erfolgreichste Radamateur des RC Herpersdorf. Neun Jahre lang saß Werner Löw als Jugendfahrer und Amateur bei rund 200 Rennen auf Bahn und Straße siegreich im Rennsattel!
„Meine Karriere begann 1949 mit einem Krankenhaus-Aufenthalt nach einem schweren Sturz und 1957 endete sie auch im Krankenhaus“, erzählte Werner Löw oft, der 1949 als 14-Jähiger zunächst für den „Tourenclub Nürnberg“ startete. Steil bergauf ging seine Karriere nach seinem Wechsel zum RC Herpersdorf ab 1951. Neben zahlreichen Siegen bei Jugendrennen gewann Werner Löw 1952 und 1953 mit dem Team des RCH zweimal die Deutsche Mannschafts-Meisterschaft über 50 Kilometer auf der Straße. Seinen dritten Deutschen Meistertitel holte er sich als er sich ebenfalls 1953 bei den Bahnmeisterschaften im Sprint der Junioren.
Bereits in seinem ersten Jahr als Amateur sorgte Werner Löw 1954 sofort für weitere Schlagzeilen, als er zusammen mit dem Herpersdorfer-Team Platz zwei bei der Mannschafts-DM über 100 Kilometer belegte. Bei der Bahn-DM startete Werner Löw erstmals zusammen mit Rekordmeister Fritz Neuser auf dem Tandem. Vor rund 10 000 begeisterten Zuschauern gewannen sie als Lokalmatadore auf der Nürnberger ASN-Bahn klar den Titel vor Potzernheim/Badstübner (Hannover) und Hochgeschurzt/Remagen (Köln). Ein neues Erfolgsteam war geboren, das im folgenden Jahr den Tandem-Meistertitel souverän verteidigte!

Als „aufregendstes Jahr seiner Karriere“ blieb Werner Löw die Saison 1956 in Erinnerung, als man beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die olympischen Spiele in Melbourne für Fritz Neuser den sechsfachen deutschen Meister Günther Ziegler aus Schweinfurt als Tandem-Partner nominierte. Werner Löw war darüber zunächst so extrem enttäuscht, dass er seine erfolgreiche Karriere sofort beenden wollte. Doch dann siegte doch sein Ehrgeiz und seine große Kämpfernatur. Er wollte es nun erst recht wissen und seine große Klasse beweisen. Mit dem erst 18-jährigen Nachwuchsfahrer Holger Hermann fand er im RC Herpersdorf einen talentierten und sehr spurtstarken neuen Tandem-Partner. Beide trainierten Woche für Woche extrem hart , denn Werner Löw hatte sich vorgenommen, bei der Tandem-DM in Köln mindestens unter die ersten Drei zu kommen.

Der große Trainingsfleiß hatte sich gelohnt, denn auf der Piste in Köln-Müngersdorf sorgte das neue Tandem-Paar Löw/Hermann für eine riesengroße Überraschung: Locker gewannen sie alle Läufe und kämpften sich beherzt bis ins Finale durch. Hier trafen sie auf die Top-Favoriten Neuser/Ziegler und auf die beiden Kölner Trost/Kleinsorg. Die Sensation der Tandem-DM 1956 war perfekt als Werner Löw und Holger Hermann im rasanten DM-Finale die Olympia-Teilnehmer Neuser/Ziegler und die beiden Kölner klar bezwingen konnten! Dass dieser Sieg kein Zufall war zeigte sich eine Woche später als Löw/Hermann auch eine DM-Revanche am Reichelsdorfer Keller vor Neuser/Ziegler gewannen, die zwei Monate später bei den Olympischen Spielen in Melbourne für Deutschland starteten. Bei der Bahn-DM 1956 in Köln war der RC Herpersdorf – wie fast immer in den 1950-er-Jahren – der erfolgreichste Verein, denn neben dem Tandem-Titel holten die Herpersdorfer Asse Werner Löw, Fritz Neuser, Georg Singer und Willi Renn auch noch den DM-Titel im Bahn-Vierer!

1957 gewann Werner Löw bei den Deutschen Bahn-Meisterschaften erneut zwei Medaillen: Mit Fritz Neuser, Willy Renn, Georg Singer wurde Werner Löw Dritter der Vierer-DM. Bei der Tandem-DM, bei der Werner Löw nun wieder gemeinsam mit Fritz Neuser startete, waren sie vom Pech verfolgt. Neuser/Löw hatten sich zwar für das Finale qualifiziert, konnten jedoch nach einem Sturz nicht mehr antreten. Die DM 1957 endete für sie im Krankenhaus. Nach diesem schweren Unfall stand für Werner Löw fest, dass er seine Radsport-Karriere beenden wird und sich in Zukunft nur noch um seine berufliche Weiterbildung kümmern würde.

Dem RC Herpersdorf, für den er als Fachwart, Trainer und als 2. Vorsitzender viele Jahrzehnte unermüdlich im Einsatz war, blieb Löw danach weiterhin eng verbunden. Gerne gab er seine reiche Erfahrung an den ehrgeizigen Nachwuchs des RCH weiter, auch an seinen Sohn Robby, der als mehrfacher Bayerischer Meister und Deutscher Junioren-Tandemmeister erfolgreich in seine Fußstapfen trat.

Manfred M a r r

Herpersdorfer Altmeister Werner Löw 90 Jahre

Von Manfred M a r r

Nürnberg – Drei Jahre nach seinem Vereinskameraden Fritz Neuser feierte am 28. August auch Werner Löw seinen 90-Geburtstag. Der Jubilar, dessen Radsportkarriere 1949 beim „Tourenclub Nürnberg“ begann, zählte als außergewöhnlich vielseitiger Allrounder und siebenfacher Deutscher Meister rund zehn Jahre lang zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlern.

Nach seinem Wechsel zum RC Herpersdorf im Jahr 1951 wurde Werner Löw 1952 und 1953 zweimal Deutscher Jugend-Mannschaftsmeister auf der Strasse. Seine außergewöhnlichen Spurtqualitäten bewies Werner Löw als er 1953 auch den deutschen Jugend-Meistertitel im Sprint erkämpfte! Bereits in seinem ersten Amateur-Jahr setzte Werner Löw 1954 seine DM-Serie erfolgreich fort, als er mit Fritz Neuser den Meistertitel auf dem Tandem gewann, den beide 1955 erfolgreich verteidigten.


Archiv Marr

Seine größte Enttäuschung erlebte Werner Löw, im folgenden Jahr, als der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) damals Fritz Neuser nicht mit ihm, sondern zusammen mit dem Schweinfurter Günther Ziegler für die Olympischen Tandem-Rennen 1956 in Melbourne nominierte. „Ich war zunächst so enttäuscht, dass ich sofort mit dem Radsport aufhören wollte“, erzählt Werner Löw. Doch soweit kam es Gott sei Dank nicht. Werner Löw fand mit seinem jungen Vereinskameraden Holger Hermann einen neuen sehr guten Tandem-Partner, mit dem er bei der Deutschen Tandem-Meisterschaft im gleichen Jahr für eine echte Sensation sorgte: Im spannenden Finale um den Meistertitel gewannen Löw-Herrmann klar vor den haushohen Favoriten Neuser-Ziegler! „Das hat mich einigermaßen über die entgangene Olympia-Teilnahme hinweg getröstet“, erinnert sich Werner Löw, der 1956 zusammen mit Georg Singer, Willi Renn und Fritz Neuser auch den DM-Titel in Bahn-Vierer nach Herpersdorf holte.

Dem RC Herpersdorf , für den er als Fachwart, 2. Vorsitzender und „Mädchen für alles“ viele Jahre unermüdlich im Einsatz war, blieb Löw auch nach dem Ende seiner Karriere ab 1958 eng verbunden. Viele Jahrzehnte gab er seine reiche Erfahrung als Trainer und Betreuer an den ehrgeizigen Nachwuchs des RCH weiter – auch an seinen Sohn Robby, der als mehrfacher bayerischer Meister erfolgreich in seine Fußstapfen trat und 1983 deutscher Tandemmeister der Junioren wurde.


Plomi Foto (Robby und Werner Löw 1984)

„Ein schwerer Schock war es für mich, als der RC Herpersdorf, dem ich rund 60 Jahre angehörte, 2008 nach seiner Insolvenz aufgelöst werden musste“, sagt Werner Löw, der dem damals neu gegründeten „VfR-Herpersdorf“ beitrat und danach jahrelang unermüdlich dafür kämpfte, dass daraus später wieder der alte Verein entstand mit seinem traditionellen Namen „RC Herpersdorf“. Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme verfolgt Werner Löw auch mit 90 Jahren seinen geliebten Radsport noch immer sehr aufmerksam.“ Der Radsport ist für mich nach wie vor eine der schwersten und auch der schönsten Sportarten!“, schwärmt der Herpersdorfer Altmeister.