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111. Tour de France – 14. Etappe

14. Etappe (152km) Pau nach St-Lary-Soulan Pla d’Adet

Ergebnis
1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-Emirates 4:01:51

2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +0:39
3. Remco Evenepoel (BEL) – Soudal-Quick Step +1:10
4. Carlos Rodriguez (ESP) – Ineos Grenadiers +1:19
5. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +1:23
6. Santiago Buitrago (COL) – Bahrain Victorious gl.Zeit
7. Adam Yates (GBR) – UAE-Emirates gl.Zeit
8. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R +1:26
9. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +1:29
10. Derek Gee (CAN) – Israel-Premier Tech gl.Zeit
11. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step gl.Zeit
12. João Almeida (POR) – UAE-Emirates +1:31
13. Simon Yates (GBR) – Jayco-Alula +1:33
14. Richard Carapaz (ECU) – EF Education-Easypost +2:28
15. Louis Meintjes (RSA) – Intermarché-Wanty +3:10
16. Ben Healy (IRL) – EF Education-Easypost +3:27
17. Guillaume Martin (FRA) – Cofidis +4:01
18. Gregor Mühlberger (AUT) – Movistar +4:09
19. Chris Harper (AUS) – Jayco-Alula gl.Zeit
20. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers gl.Zeit

Gesamtwertung:

1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-Emirates 56:42:39
2. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +1:57
3. Remco Evenepoel (BEL) – Soudal-Quick Step +2:22
4. João Almeida (POR) – UAE-Emirates +6:01
5. Carlos Rodriguez (ESP) – Ineos Grenadiers +6:09
6. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step +7:27
7. Adam Yates (GBR) – UAE-Emirates +8:32
8. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +9:09
9. Derek Gee (CAN) – Israel-Premier Tech +9:33
10. Matteo Jorgenson (USA) – Visma-Lease a Bike +10:35
11. Felix Gall (AUT) – Decathlon-AG2R +10:54
12. Santiago Buitrago (COL) – Bahrain Victorious +11:14
13. Egan Bernal (COL) – Ineos Grenadiers +14:37
14. Ben Healy (IRL) – EF Education-Easypost +15:45
15. Steff Cras (BEL) – Totalenergies +17:02
16. Javier Romo (ESP) – Movistar +20:53
17. Simon Yates (GBR) – Jayco-Alula +24:17
18. Guillaume Martin (FRA) – Cofidis +24:47
19. Laurens de Plus (BEL) – Ineos Grenadiers +31:52
20. Jack Haig (AUS) – Bahrain Victorious +35:14

Tadej Pogacar (UAE) triumphierte an der ersten Hochgebirgs-Bergankunft der Tour de France 2024 im Gelben Trikot des Gesamtführenden. Der 25-jährige Slowene knüpfte am Schlussanstieg zum Pla d’Adet oberhalb von Saint-Lary-Soulan seinem härtesten Gegner Jonas Vingegaard (Visma) 39 Sekunden ab. Damit erstickte Pogacar Indizien aus der Zentralmassiv-Etappe, als er Vingegaard im Sprint unterlag und sich ein Wendepunkt in Sachen Gesamtsieg andeutete. Stattdessen baute Pogacar seinen Vorsprung vor Vingegaard nun auf der 14. Etappe auf fast 2 Minuten aus.

Als Dritter im Ziel war Remco Evenepoel (Soudal) mit 70 Sekunden Rückstand. Pogacar hatte rund 5 Kilometer vorm Ziel im zur Halbzeit des Schlussanstieges attackiert und fuhr zum kurz davor ausgebrochenen Teamkollegen Adam Yates auf. Dieser konnte Pogacar nur 400 Meter bis zur 4-Kilometer-Marke ziehen. Doch dahinter war auch Vingegaard auf sich allein gestellt. Denn Evenepoel klemmte zunächst noch am Hinterrad, ließ dann aber knapp 4 Kilometer vorm Ziel abreißen.

Carlos Rodriguez (Ineos) erreichte den 4. Platz mit 9 Sekunden hinter Evenepoel und 4 Sekunden vor den nächsten Fahrern. Von denen sprintete Ciccone (Lidl) auf den 5. Platz vor Buitrago (Bahrain) und den austrudelnden Adam Yates. Ein paar Sekunden dahinter kam auch schon Felix Gall (Decathlon).

Pogacar erobert die Pyreäen

Für Titelverteidiger Vingegaard begann die diesjährige Tour genau heute. Doch hatte er sich das Ende der Etappe sicher anders vorgestellt. Vor dem Start hatte Politt noch von defensiver Fahrweise von UAE gesprochen, um auf dem Weg zu Pogacars 2. Sieg einer der wichtigsten Helfer zu werden. Dem dynamischen Antritt des Mannes Gelb konnte keiner mehr folgen. Im Gegenteil verloren sie auf den letzten Kilometern immer mehr Zeit. Der Einstieg in das Pyrenäen-Doppel hätte für Pogacar kaum besser verlaufen können.

Nach dem Aus von Pidcock (IGD, Corona) und Boivin (IPT) 157 Fahrer am Start der ersten Pyrenäen-Etappe in Pau. Kurz danach musste Capiot (ARK) nach seinem Sturz beim gestrigen Zielsprint ebenfalls aufgeben. Unmittelbar nach der Startfreigabe erste Attacken. Erfolglos. Auch die vom heute angriffslustigen Geschke (COF). Weitere vergebliche Versuche an der Spitze des lang gezogenen Feldes. In Lourdes hatten Van der Poel (ADC), De Lie (LTD), Coquard (COF) und Beullens (LTD) 10’’ Vorsprung. Kurz hinter der weltberühmten Pilgerstätte schmolz der Vorsprung. Das nutzten Vauquelin, Lazkano, Garcia Pierna und Cort und schlossen auf. Noch keine Ruhe im Feld. Eine Gruppe mit Geschke und dem Grünen Trikot setzte nach. Das Tempo blieb bis zur Sprintwertung in Esquièze-Gère hoch. Die gewann Coquard vor De Lie, bei den Verfolgern Girmay auf Platz 9 unmittelbar vor Philipsen. Danach nahmen die reinen Sprinter die Beine hoch.

Geschke angriffslustig, Politt Pogacars bester Helfer

Bei der Einfahrt in den Tourmalet kam es zum Zusammenschluss, so dass 18 Mann mit Geschke die neue Rennspitze bildeten; das Feld um 4’ dahinter. Dazwischen mehrere Sprinter mit Girmay, die nach und nach hinter das Peloton fielen. Das Tempo der Führenden um Van der Poel, Healy, Meintjes bergauf war 8 km vor dem Gipfel für Geschke zu hoch. An der Spitze des Pelotons nach Wellens jetzt unglaublich viele Kilometer Teamkollege Politt. Die Abstände zu den Gruppen Bergtrikot und Grünes Trikot wuchsen weiter an. Radio Tour meldete die Aufgabe von Louis Vervaeke, wichtiger Leutnant von Evenepoel. 800 m vor der Bergwertung spurtete Gaudu los. Lazkano hinterher und vorbei und Erster am Tourmalet, vor Gaudu. Das Feld mit Politt und allen Favoriten 4’ später. Im flacheren Teil der Strecke nach der Abfahrt fuhr die Spitzengruppe wieder zusammen Richtung Hourquette d’Ancizan. Im Anstieg über 3’ vor den Verfolgern. Wieder eine Aufgabe. Diesmal von Italiens Meister Bettiol (EFE).

Die Taktik von UAE ging auf

Wieder eine Attacke an der Spitze. Während Lutsenko zurückfiel, griffen Lazkano und Gaudu an. Nils Politt führte das Feld jetzt schon über eine Stunde näher an die Ausreißer. 6 km vor dem Gipfel war seine Arbeit getan. Sivakov übernahm. Bei dem Tempo von Pogacars Team wurde das Verfolgerfeld kleiner; Boras Hindley z.B. musste wie Bardet abreißen lassen. Jetzt 2’20 hinter der Spitzengruppe, die ebenfalls schrumpfte. Bis zur Kuppe verkürzte die Favoritenteams auf 1’40’’. Gaudu revanchierte sich über die Innenbahn bei Lazkano und kassierte die 5 Punkte, Lazkano 3. Die finale Kletterpartie sollte die Entscheidung bringen. An der Spitze ließ Healy Gaudu und Meintjes stehen, Distanz zum Feld 1’. Pogacar schickte Yates nach vorne. Und trat kurz darauf selbst an, so dass sofort eine Lücke zur Konkurrenz riss. Kurzer Verschnaufen bei Yates und wieder volle Power, der niemand etwas entgegensetzen konnte. Pogacars 2. Sieg, der 13. bei der Tour insgesamt. Evenepoel etwas dahinter. In der Gesamtwertung baute er die Führung auf fast 2’ vor Vingegaard, der an Evenepoel vorbeizog (2’22’’), aus. Healys Trost ist die Auszeichnung kämpferischster Fahrer.

111. Tour de France – 13. Etappe

13. Etappe | Agen > Pau 163km

Philipsen holt ereignisreiche Sprintetappe

Jasper Philipsen (Alpecin) gewann in Pau die 13. Etappe der Tour de France 2024 in einem durch Hügel, Windkanten und späten Sturz stark ausgedünnten sprint royale. Der Belgier holte seinen zweiten Tagessieg bei der diesjährigen Tour mit einer halben Radlänge vor Wout van Aert (Visma), gefolgt von Pascal Ackermann (Israel). Diese belegten wie am Vortrag die Plätze 2 und 3. Der dreifache Etappensieger Girmay (Intermarché) im Grünen Trikot musste diesmal mit dem 4. Platz Vorlieb nehmen.

Vor dem Pyrenäen-Wochenende wurde nichts aus einer ruhigen Sprintetappe, auch wenn die Plätze 1 bis 4 in der Ergebnisliste vielleicht darauf schließen lassen. Eine 21-köpfige Spitzengruppe ließ man nicht mehr als eine Minute weg. Vier der 21 Ausreißer setzten sich daraufhin ab, wurden aber im Zuge einer von mehreren Tempoverschärfungen im Hauptfeld – aufgrund von Wind oder kleinen Anstiegen – gestellt. Weitere Fluchtversuche scheiterten ebenfalls.

Obwohl das Hauptfeld stark ausgedünnt und die Zielgerade breit genug war, krachte es einen halben Kilometer vor Schluss an der Bande. Amaury Capiot (Arkéa) ließ sich nach getaner Arbeit in den wilden Pulk zurückfallen, wurde dabei heftig abgeräumt und hatte augenscheinlich den größten Schaden davongetragen.

Unter den wenigen vorn verbliebenen Fahrern zog Laporte den Sprint für van Aert an. Bevor dieser loslegen konnte, feuerte Philipsen aus 4. oder 5. Reihe los und an van Aert vorbei. Dieser kam nur noch auf eine halbe Radlänge heran. Auch Ackermann reagierte zu spät. Zwischen ihm und van Aert war vor Sprinteröffnung Nikias Arndt (Bahrain) positioniert. Er sprintete im Sitzen auf den 5. Platz.

Ergebnis
1. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck 3:23:09

2. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike
3. Pascal Ackermann (GER) – Israel-Premier Tech
4. Biniam Girmay (ERI) – Intermarché-Wanty
5. Nikias Arndt (GER) – Bahrain Victorious
6. Jasper Stuyven (BEL) – Lidl-Trek
7. Clément Russo (FRA) – Groupama-FDJ
8. Bryan Coquard (FRA) – Cofidis
9. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-Emirates alle
10. Søren Waerenskjold (NOR) – Uno-X
11. Luka Mezgec (SLO) – Jayco-Alula
12. Maxim van Gils (BEL) – Lotto-Dstny gleiche
13. John Degenkolb (GER) – DSM-PostNL
14. Arnaud Démare (FRA) – Arkéa-B&B Hotels
15. Jake Stewart (GBR) – Israel-Premier Tech Zeit
DNF Juan Ayuso (ESP) – UAE-Emirates
DNS Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Borahansgrohe
DNS Jesus Herrada (ESP) – Cofidis

Philipsen gewinnt wilde Etappe nach Pau
Tour de France 2024 | Etappe 13 | Agen > Pau

Schon vor der Etappe die betrübliche Nachricht: Primoz Roglic ist ausgestiegen. Beim gestrigen Sturz nichts gebrochen – außer der Moral. Gleichbedeutend mit der Einsicht, dass er mit über 6’ Rückstand keine Chance mehr hatte, seinen Traum vom Gelben Trikot zu verwirklichen. Nach Vlasovs Ausfall ein weiterer harter Schlag für Red Bull – Bora hansgrohe, das seit Jahren einzige deutsche Team bei der Tour. Die Tour der Leiden machte ihrem Ruf alle Ehre. Auch heute wurde trotz aufkommender Müdigkeit heftig um den Sieg gerungen. Die Ausreißer verloren am Ende wieder gegen die Männer mit den schnellen Beinen.

Wieder sorgten die Fahrer vom Start weg für eine Überraschung: Von wegen langsam angehen, nachdem sie gestern mit über 47 Sachen im Schnitt unterwegs waren. Vom ersten Meter an viel Bewegung. „Radrennen total“ nannte das Thomas Voeckler auf dem Motorrad von France 2. Abrahamsen vorhersehbar unter den ersten Ausreißern. Überraschend Adam Yates (UAE) dabei mit Van der Poel, Kwiatkowski, De Lie usw. Trotz aller Bemühungen im Feld, das Adam Yates, vor der Etappe 8. der Gesamtwertung, nicht wegfahren lassen wollte, wuchs der Vorsprung der Spitzengruppe stetig an. Ab km 29 musste Pogacar auf die Unterstützung seines Edelhelfers Juan Ayuso verzichten. Wout van Aert versuchte mit einem Kraftakt, eine Gruppe mit seinem Kapitän Vingegaard nach vorne zu bringen, doch Ineos fuhr hinterher.

Spannung von Anfang an

Im Dorf Sos funkte das Feld SOS – die Distanz zur Spitze war auf über 1’ angewachsen. Doch nach und nach schmolz der Rückstand, so dass die Einigkeit bei den Ausreißern dahin war. Kwiatkowski (IGD), Cort Nielsen (UXM), Bernard (LTK) und Grégoire (GFC) ging es nach den bisher über 48 km/h jetzt nicht mehr schnell genug. Sie entfernten sich rasch von ihren Kollegen und damit vom Feld mit allen Favoriten. Die Sprintwertung in Nogaro am Circuit de l’Armagnac durchfuhr das Quartett in der Reihenfolge Grégoire, Bernard, Cort und Kwiatkowski. Kurz darauf geschlossenes Feld in der Verfolgung der übrig gebliebenen 4 Ausreißer.

Ständiges Hin und Her zwischen Ausreißer gestellt und neuen Attacken

Noch 60 km. Nach einer Linkskurve stärker blasender Seitenwind, was Visma sofort auszunutzen versuchte. Doch Pogacar & Co blieben aufmerksam. Dennoch riss das Feld in drei Teile. Eine größere Gruppe mit den Favoriten jetzt 14’’ hinter dem Quartett. Ein zweites Feld weitere 40’’ dahinter. Noch vor Madiran waren die Ausreißer eingeholt. An der Spitze jetzt 47 Fahrer mit allen Favoriten und vielen Sprintern – Cavendish hatte die Gruppe verpasst und lag schon 2’ zurück. Das 2. Peloton mit Zimmermann kam näher. Als Deutschland-Tour-Sieger Van Wilder stürzte, konnte Politt gerade noch ausweichen. 40 km vor Pau Zusammenschluss 1. und 2. Feld. Wieder Attacken. Mit Abrahamsen (UXM). Doch Teamkollege Johannessen und Carapaz (EFE) waren in der 7prozentigen Steigung stärker. Johannessen gewann den Sprint auf die Côte de Blachon 10’’ vor dem Feld. Nur 9,3 km weiter die Côte de Simacourbe, wieder Johannessen vor Carapaz bei bis zu 9 % Steigung. Das Feld holte die Beiden ein. Im weiter welligen Terrain gleich neue Angriffe mit ständig wechselnder Führung.

Deutsche Sprinter wieder gut platziert

Finish in Pau. Abrahamsen sprintete als erster los, aber ohne Chance. Denn Girmay wurde perfekt beschirmt und vorne postiert. Ackermann am Hinterrad. Philipsen eröffnete den Sprint, erst Mann gegen Mann mit Van Aert. Und Philipsen sicherte sich mit einem Tigersprung seinen zweiten Etappenerfolg. Ackermann erneut Dritter. Diesmal vor dem Mann in Grün, der sein Trikot ebenso verteidigte wie alle anderen Trikoträger; Platz 5 für Nikias Arndt, den Anfahrer von Phil Bauhaus. Kämpferischster Fahrer Cort Nielsen.

Nur noch eine Chance für die Sprinter vor Nizza. Morgen und übermorgen warten erst einmal zwei schwere Pyrenäen-Etappen.

Primož Roglič muss Tour de France aufgeben

Red Bull - BORA - hansgrohe Cycling Team
@Jörg Mitter – Red Bull Content

Ein Sturz am Mittwoch, ein Sturz am Donnerstag – am Freitagmorgen wurde entschieden, dass Primož Roglič zur 13. Etappe der Tour de France nicht mehr antreten wird. Er wird sich nun von den Folgen des Sturzes erholen und neue Ziele ins Auge fassen.
Rund 2.115 Kilometer waren bereits absolviert und Primož Roglič lag voll im Plan: Auf Platz 4 der Gesamtwertung, mit deutlichem Abstand zu den Verfolgern und in Reichweite zum Podium. Und vor allem in Form für das schwere Tour-Finale. Doch ein unverschuldeter Sturz 12,4 Kilometer vor dem Ziel der 12. Etappe beendete den Traum vom Gelben Trikot.

Für Red Bull – BORA – hansgrohe ändert sich jetzt das Tour-Vorhaben. Auf den letzten neun Etappen geht es um Tagessiege.

Rolf Aldag
“Wir haben hier sechs Weltklassefahrer und die Tour de France ist erst in Nizza zu Ende. Wir müssen uns neu aufstellen. Aus Respekt vor dem Rennen und aus Respekt davor, dass all diese Fahrer 10 Wochen nicht daheim waren, um sich vorzubereiten. Wir dürfen nicht aufgeben – wir müssen uns neue Ziele setzen!”

John Wakefield wird Director of Development bei Red Bull – BORA – hansgrohe

John Wakefield übernimmt die neu geschaffene Position des Director of Development bei Red Bull – BORA – hansgrohe. In dieser Funktion verantwortet er das Rookie-Programm des Teams, das neben den zwei Nachwuchsteams auch die Scouting-Abteilung umfasst. John Wakefield berichtet direkt an Rolf Aldag, Chief of Sports bei Red Bull – BORA – hansgrohe.

John Wakefield ist bereits seit zwei Jahren im Team. Als einer der Trainer betreut der 47-jährige Südafrikaner ausgewählte WorldTeam-Fahrer. Diese Funktion wird er neben seinem neuen Job weiter ausüben.

Rookie-Programm: Nachwuchsteams
Derzeit wird ein neues U23-Team aufgebaut, das ab der kommenden Saison die Lücke zwischen dem U19-Team GRENKE – Auto Eder und dem WorldTeam schließt. Dieses Development Team wird als UCI Continental Team gemeldet und zunächst 12 Fahrer umfassen.

Damit geht eine organisatorische Veränderung im Junior-Team einher: Das Team und Dr. Christian Schrot beenden zum Saisonende ihre langjährige Zusammenarbeit. Christian Schrot hat als Sportlicher Leiter und Trainer die Entwicklung des U19-Teams GRENKE – Auto Eder zu einer weltweit führenden Juniorenmannschaft maßgeblich geprägt. Drei Weltmeistertitel und unzählige Erfolge bei den wichtigsten Nachwuchsrennen krönen die herausragende Bilanz der vergangenen Jahre. „Ich danke Christian für sein enormes Engagement in unserem Nachwuchsbereich. Mit viel Herzblut und Leidenschaft hat er unsere Talentschmiede auf dieses hohe Niveau gebracht und damit die Karrieren vieler junger Radsportler entscheidend gefördert. Für seine neuen Projekte, denen er sich ab dem kommenden Jahr widmen möchte, wünsche ich ihm alles Gute“, so Ralph Denk.

Rookie-Programm: Scouting
Neben den Nachwuchsteams ist das Scouting die zweite Säule der Talententwicklung. Red Bull – BORA – hansgrohe hat mit den Red Bull Junior Brothers bereits einen innovativen Weg eingeschlagen und wird das Scouting weiter ausbauen. Tim Meeusen wird seine langjährige Talent-Erfahrung weiterhin einbringen und als Head of Scouting das Team um John Wakefield ergänzen.

111. Tour de France – 12. Etappe

12. Etappe: Aurillac-Villeneuve-sur-Lot – 204 Km

Girmay siegt und siegt und siegt

Ergebnis
1. Biniam Girmay (ERI) – Intermarché-Wanty 4:17:15

2. Wout van Aert (BEL) – Visma-Lease a Bike
3. Pascal Ackermann (GER) – Israel-Premier Tech
4. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck
5. Arnaud de Lie (BEL) – Lotto-Dstny alle
6. Alexander Kristoff (NOR) – Uno-X
7. Phil Bauhaus (GER) – Bahrain Victorious alle
8. Bryan Coquard (FRA) – Cofidis
9. Dylan Groenewegen (NED) – Jayco-Alula
10. Ryan Gibbons (RSA) – Lidl-Trek
11. Marijn van den Berg (NED) – EF Education-Easypost gleiche
12. Sam Bennett (IRL) – Decathlon-AG2R
13. Clément Russo (FRA) – Groupama-FDJ
14. Bram Welten (NED) – DSM-PostNL
15. Jasper Stuyven (BEL) – Lidl-Trek Zeit

Wenn es läuft, dann läuft es: Biniam Girmay (Intermarché) feierte in Villeneuve-sur-Lot bereits seinen dritten Tagessieg. Auf der 12. Etappe schob der 24-jährige Eritreer in einem relativ unorganisierten Massensprint ein knappes Vorderrad vorbei an Wout van Aert (Visma). Dahinter rollte Pascal Ackermann (Israel) an 3. Position ein.

Die beiden außer Girmay bisher anderen Sprintsieger Cavendish (Astana) und Philipsen (Alpecin) starteten von viel zu weit hinten und kamen nicht mehr über die Plätze 5 und 6 hinaus. Démare und Cavendish verloren ihre Plätze 3 und 5 durch Distanzierung seitens der Kommissäre. Die anderen Fahrer rückten in der Tageswertung entsprechend auf.

Und wenn es nicht läuft, dann kommt es noch schlimmer: Primoz Roglic (Red Bull), bisher auf Platz 4 der Gesamtwertung und im Prinzip ohne große Ambitionen nach oben oder unten, war in einen Massensturz 12 Kilometer vorm Ziel verwickelt. Mit an der Schulter aufgerissenem Trikot verlor er, begleitet von den Teamkollegen, satte zweieinhalb Minuten.

Hattrick von Girmay
Tour de France 2024 | Etappe 12 | Aurillac > Villeneuve-sur-Lot

Zum dritten Mal erreichte Biniam Girmay heute als Etappensieger das Ziel. Pascal Ackermann war am Schluss eingebaut und wurde 3.. Das größte Pech hatte jedoch Primoz Roglic, der unverschuldet kurz vor Schluss in einen Sturz verwickelt wurde, dadurch mehr als zwei Minuten auf die Podiumskandidaten verlor und auf Platz 6 zurückfiel. Die beiden Protagonisten von gestern, Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard kamen mit dem Hauptfeld ins Ziel.

In Aurillac starteten nach der Aufgabe von Cavendishs Anfahrer Michael Morkov (Covid) 167 Fahrer. Vermutlich mit schweren Beinen in eine kurvige, eher flache Etappe. Nach der Freigabe dennoch die erste Attacke von Kevin Geniets (GFC). Doch wer auch immer auszureißen versuchte, auf den ersten 20 km ließ das Feld keinen weg. Während vorne immer wieder die Post abging, musste Sprinter Fabio Jakobsen krank aufgeben. Gleichzeitig ein vielversprechender Ausreißversuch mit Abrahamsen (UXM), der für Pogacar das Bergtrikot trug, Madouas und Pacher (beide GFC) sowie Turgis (TEN), dem Etappensieger von Troyes. Sturz im Peloton, Pogacar und Ackermann involviert. Zum Glück ging’s für beide rasch weiter. Der Abstand zur Spitze nach 40 km 3’28’’. Die vom Sturz etwas stärker betroffenen Fahrer kamen bis auf Jonas Rickaert wieder zurück.

Bergwertung: Gleichstand Pogacar und Abrahamsen

An der Côte d’Autoire (4. Kategorie, eine Passage von 8 %) Vorsprung 2’13’’. Punkt für Abrahamsen – wie erwartet. Die Nachführarbeit organisierten die Teams um Philipsen und Gaviria und kamen näher. Konsequent: Abrahamsen fügte auf der Kuppe der Côte de Rocamadour den Punkt seinem Konto hinzu. Längere Zeit hatte sich Pelle Bilbao hinter dem Feld gequält. Noch vor der Sprintwertung der 11. Ausfall seit Florenz. Den Sprint der Ausreißer gewann Turgis (20 Punkte) vor seinen Fluchtkollegen. An der Spitze des Feldes – 1’25’’ später – siegte Girmay (11 Punkte) locker vor Philipsen (10) und Coquard (9). Alpecin und Movistar hielten das Tempo hoch und waren vor der Côte de Montcléra keine Minute mehr hinter der Spitze. Turgis musste abreißen lassen. Abrahamsen sicherte sich auch die 3. Bergwertung und liegt jetzt mit 36 Punkten gleichauf mit Pogacar. 42 km vor dem Ziel: Ausreißer eingeholt.

Folgenschwerer Sturz von Roglic

Noch 30 km. An der Spitze hatten die Sprinterteams von den Mannschaften der Favoriten Gesellschaft bekommen. Sturz im Feld an einem Fahrbahnteiler. Ausgerechnet Roglic stürzte dadurch – unverschuldet, konnte zwar gleich weiterfahren, büßte aber Zeit ein. Sein Team spannte sich vor ihn, aber bei dem Höllentempo Richtung Ziel verlor er am Ende 2’27“! Was für ein Pech. Vorne eröffnete Degenkolb (DSM) den Sprint zusammen mit Cavendishs Team. Auch Ackermann und Bauhaus gut platziert. Und Démare, der seinem ersten Sieg entgegenfuhr. Doch von hinten kamen Van Aert und Girmay. Und der Mann im Grünen Trikot holte seinen dritten Sieg knapp vor Van Aert und Démare. Dritter Pascal Ackermann vor Mark Cavendish. Phil Bauhaus Siebter. Bei den deutschen Sprintern ist der Knoten noch nicht geplatzt. Kämpferischster Fahrer wurde Pacher; keine Änderungen bei den Trikotträgern.

Update: Arnaud Demare und Mark Cavendish wurden von der Jury zurückgestuft.

Gesamtwertung

1. Tadej Pogacar (SLO) – UAE-Emirates 49:17:49
2. Remco Evenepoel (BEL) – Soudal-Quick Step +1:06
3. Jonas Vingegaard (DEN) – Visma-Lease a Bike +1:14
4. João Almeida (POR) – UAE-Emirates +4:20
5. Carlos Rodriguez (ESP) – Ineos Grenadiers +4:40
6. Primoz Roglic (SLO) – Red Bull-Bora +4:42

7. Mikel Landa (ESP) – Soudal-Quick Step +5:38
8. Adam Yates (GBR) – UAE-Emirates +6:59
9. Juan Ayuso (ESP) – UAE-Emirates +7:09
10. Giulio Ciccone (ITA) – Lidl-Trek +7:36

Tadej Pogacar (UAE) behielt ein weiteres Mal das Gelbe Trikot des Gesamtführenden – mit nach der 12. Etappe unverändert 66 Sekunden vor Evenepoel (Soudal) und 74 vor Vingegaard. Roglic fiel durch den Sturz und den anschließenden Zeitverlust vom 4. auf den 6. Platz zurück.

Grünes Trikot
1. Biniam Girmay (ERI) – Intermarché-Wanty 328 p.

2. Jasper Philipsen (BEL) – Alpecin-Deceuninck 221
3. Anthony Turgis (FRA) – Totalenergies 141
4. Jonas Abrahamsen (NOR) – Uno-X 124
5. Bryan Coquard (FRA) – Cofidis 117

111. Tour de France – 11. Etappe

11. Etappe: Évaux-les-Bains-LeLioran – 211 Km


HERBERT MOOS Foto

1 VINGEGAARD Jonas DEN TEAM VISMA | LEASE A BIKE 04:58:00
2 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES 00:00
3 EVENEPOEL Remco BEL SOUDAL QUICK-STEP 00:25
4 ROGLIC Primoz SLO RED BULL – BORA – HANSGROHE 00:25
5 CICCONE Giulio ITA LIDL-TREK 01:47
6 ALMEIDA Joao POR UAE TEAM EMIRATES 01:49
7 YATES Adam GBR UAE TEAM EMIRATES 01:49
8 LANDA Mikel ESP SOUDAL QUICK-STEP 01:49
9 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS GRENADIERS 01:55
10 GALL Felix AUT DECATHLON AG2R LA MONDIALE TEAM 02:38
11 BUITRAGO Santiago COL BAHRAIN VICTORIOUS 03:34
12 GEE Derek CAN ISRAEL – PREMIER TECH 03:38
13 YATES Simon GBR TEAM JAYCO ALULA 03:43
14 ROMO Javier ESP MOVISTAR TEAM 03:48
15 AYUSO Juan ESP UAE TEAM EMIRATES 04:39
16 JORGENSON Matteo USA TEAM VISMA | LEASE A BIKE 04:39
17 HEALY Ben IRL EF EDUCATION – EASYPOST 04:39
18 BERNAL Egan COL INEOS GRENADIERS 04:39
19 CRAS Steff BEL TOTALENERGIES 04:39

20 KELDERMAN Wilco NED TEAM VISMA | LEASE A BIKE 04:39
21 MEINTJES Louis RSA INTERMARCHÉ – WANTY 06:48
22 EIKING Odd Christian NOR UNO-X MOBILITY 06:57

Gesamt:

1 POGACAR Tadej SLO UAE TEAM EMIRATES 45:00:34
2 EVENEPOEL Remco BEL SOUDAL QUICK-STEP 01:06
3 VINGEGAARD Jonas DEN TEAM VISMA | LEASE A BIKE 01:14
4 ROGLIC Primoz SLO RED BULL – BORA – HANSGROHE 02:15
5 ALMEIDA Joao POR UAE TEAM EMIRATES 04:20

6 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS GRENADIERS 04:40
7 LANDA Mikel ESP SOUDAL QUICK-STEP 05:38
8 YATES Adam GBR UAE TEAM EMIRATES 06:59
9 AYUSO Juan ESP UAE TEAM EMIRATES 07:09
10 CICCONE Giulio ITA LIDL-TREK 07:36
11 GEE Derek CAN ISRAEL – PREMIER TECH 07:54
12 JORGENSON Matteo USA TEAM VISMA | LEASE A BIKE 08:56
13 GALL Felix AUT DECATHLON AG2R LA MONDIALE TEAM 09:18
14 BUITRAGO Santiago COL BAHRAIN VICTORIOUS 09:41
15 BERNAL Egan COL INEOS GRENADIERS 10:18
16 HEALY Ben IRL EF EDUCATION – EASYPOST 12:08
17 CRAS Steff BEL TOTALENERGIES 12:16
18 ROMO Javier ESP MOVISTAR TEAM 15:41
19 HINDLEY Jai AUS RED BULL – BORA – HANSGROHE 17:23
20 MAS Enric ESP MOVISTAR TEAM 17:26
21 YATES Simon GBR TEAM JAYCO ALULA 19:54
22 HAIG Jack AUS BAHRAIN VICTORIOUS 20:32
23 MARTIN Guillaume FRA COFIDIS 20:36
24 DE PLUS Laurens BEL INEOS GRENADIERS 20:42
25 MEINTJES Louis RSA INTERMARCHÉ – WANTY 25:55
26 KELDERMAN Wilco NED TEAM VISMA | LEASE A BIKE 32:01
27 EIKING Odd Christian NOR UNO-X MOBILITY 32:38
28 THOMAS Geraint GBR INEOS GRENADIERS 32:41

29 VAN WILDER Ilan BEL SOUDAL QUICK-STEP 33:16
30 BERNARD Julien FRA LIDL-TREK 33:36

Jonas Vingegaard Sieger im Zentralmassiv
Tour de France 2024 | Etappe 11 | Évaux-les-Bains > Le Lioran

Was für eine Etappe. Sie hielt die Versprechen vom Feuerwerk im Finale des zweitlängsten Streckenabschnitts. Der hauchdünne Erfolg von Vorjahrssieger Jonas Vingegaard vor dem aktuell im Gesamtklassement führenden Tadej Pogacar setzte dem unglaublichen Spektakel bergauf und bergab die Krone auf. Er sorgte zudem für noch mehr Spannung im Kampf um das Gelbe Trikot, denn nicht wenige hatten den Dänen bereits abgeschrieben.

Viel Bewegung im Feld von Anfang an. Es dauerte aber, bis sich 3 Fahrer lösen konnten: Johannessen (Uno-X), Pacher (GFC) und Vauquelin (ARK). Kurz darauf holten Van Aert, Carapaz, Pidcock & Co das Trio ein. Diese Konstellation gefiel UAE nicht, so dass Wellens nach vorne geschickt wurde, um die Lücke zu schließen. Attacke folgte auf Attacke, alles unter Kontrolle der Favoriten-Teams.

Viel Hin und Her auf den ersten 110 km
Carapaz und Rodriguez versuchten nach ca. 50 km erneut die Flucht. Das Feld in Sichtweite. Kurz darauf Aufgabe von Izagirre und Renard (beide COF). Mit dem Aus von Tim Declerq (LTK, krank) der 3. Ausstieg des Tages. Vorne schloss eine kleine Gruppe auf, 20’’ voraus vor dem Zwischensprint. Turgis sicherte sich Prämie und Punkte. Danach wieder geschlossenes Feld. Vor der Côte de Mouilloux (4. Kategorie) sprang Carapaz (EFE) weg, gefolgt von Vercher (TEN). Auf der Kuppe hatte ein Quartett mit Lazkano sie eingeholt, der den einen Punkt eroberte. Das Feld 15’’ dahinter. Neue Situation auf der Côte de Larodde (3. Kategorie): Der Vorsprung des Sextetts vor der Passhöhe 1’15’’. Carapaz an der Spitze (2 Punkte) vor Onley (1). Vier Mann um Guillaume Martin schlossen auf. Jetzt 10 Mann vorne. Das Peloton mit 2’30’’ Abstand. Weiter UAE mit Politt und Wellens an der Spitze. Alles unter Kontrolle.

Ausscheidungsrennen der Favoriten
Die Anstiege wurden nun länger und steiler. Das Feld unter 2’ hinter den Ausreißern. Hinauf zum Col de Néronne wurde es ernst. Das Peloton schmolz, der Vorsprung der Ausreißer ebenfalls. Sturz von Van Aert, er konnte zum Glück weiter fahren. Noch hielt sich eine Spitzengruppe. Auf der Passhöhe Healy (5 Punkte) vor Lazkano, Carapaz und Bernard; das Feld 1’20’’ zurück. Als der Kurs erneut bergauf führte, pflückten Pogacar & Co einen nach dem anderen. Kurz vor dem Berg der 1. Kategorie, Pas de Peyrol, war klar was geschehen würde. 32 km vor dem Ziel Attacke des Mannes in Gelb. Keiner konnte folgen. Vingegaard und Roglic beim Anstieg zum Col de Pertus (2. Kategorie) in der Verfolgung. Dahinter Evenepoel. Nachdem Roglic dem Vorjahrssieger in der Abfahrt Windschatten gegeben hatte, ließ der ihn jetzt stehen und kam näher an Pogacar. Evenepoel holte Roglic ein. Und Vingegaard seinen ärgsten Widersacher. Doch der Gelbe holte sich am Pertus Bergpunkte und 8 Bonussekunden vor dem zu seinem Hinterrad sprintenden Dänen (5’’) und Evenepoel (2’’). Pogacar hatte da auch das Bergtrikot erobert.

Erstmals siegt Vingegaard im Kampf Mann gegen Mann gegen Pogacar

Bergab und bergauf zum letzten Hindernis, dem Col de Font de Cère (3. Kategorie), arbeitete das Spitzenduo zusammen. Offensichtlich die Verfolger Roglic und Evenepoel auch. Denn sie kamen näher. Noch 5 km mit einer schwierigen Abfahrt. Auf dem Berg Vingegaard kurz vor Pogacar, das Verfolgerduo 30’’ dahinter. Der Däne vorne, der Slowene im Windschatten. Und zum ersten Mal siegte der Titelverteidiger in einem Zielsprint gegen seinen Herausforderer. Eine überragende Leistung, nachdem Pogacar zuvor wieder einmal seine unnachahmliche Attacke gestartet hatte. Doch Vingegaard blieb cool und fightete sich bis zum Pertus an den Führenden heran. Dass er die Etappe mit einem Sieg abschloss, war die Belohnung für seine tolle Leistung. Unglücklicherweise stürzte Roglic in einer Kurve einige hundert Meter vor dem Ziel, bekam aber wegen der 3km Regel die gleiche Zeit wie Evenepoel angerechnet. Pogacar bleibt in Gelb und eroberte zusätzlich das Bergtrikot und die Auszeichnung kämpferischster Fahrer. Ansonsten keine Änderungen bei den Trikotträgern.

111. Tour de France – 10. Etappe

10. Etappe: Orléans-Saint-Amand-Montrond – 187 Km

1 PHILIPSEN Jasper BEL Alpecin-Deceuninck 04:20:06
2 GIRMAY Biniam ERI Intermarché-Wanty 00:00
3 ACKERMANN Pascal GER Israel-Premier Tech 00:00
4 VAN AERT Wout BEL Team Visma | Lease a Bike 00:00
5 GAVIRIA Fernando COL Movistar Team 00:00
6 BENNETT Sam IRL Decathlon AG2R La Mondiale 00:00
7 DEGENKOLB John GER Team dsm-firmenich PostNL 00:00
8 BAUHAUS Phil GER Bahrain Victorious 00:00

9 GROENEWEGEN Dylan NED Team Jayco-AlUla 00:00
10 ZINGLE Axel FRA Cofidis 00:00
11 VAN DEN BERG Marijn NED EF Education-EasyPost 00:00
12 NAESEN Oliver BEL Decathlon AG2R La Mondiale 00:00
13 COQUARD Bryan FRA Cofidis 00:00
14 GIBBONS Ryan RSA Lidl-Trek 00:00
15 VAN DER POEL Mathieu NED Alpecin-Deceuninck 00:00

Gesamt:

1 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates 40:02:48
2 EVENEPOEL Remco BEL Soudal Quick-Step 00:33
3 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 01:15
4 ROGLIC Primoz SLO Red Bull-BORA-hansgrohe 01:36
5 AYUSO Juan ESP UAE Team Emirates 02:16
6 ALMEIDA Joao POR UAE Team Emirates 02:17
7 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS Grenadiers 02:31

8 LANDA Mikel ESP Soudal Quick-Step 03:35
9 GEE Derek CAN Israel-Premier Tech 04:02
10 JORGENSON Matteo USA Team Visma | Lease a Bike 04:03
11 YATES Adam GBR UAE Team Emirates 04:56
12 BERNAL Egan COL INEOS Grenadiers 05:25
13 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 05:35
14 BUITRAGO Santiago COL Bahrain Victorious 05:53
15 BILBAO Pello ESP Bahrain Victorious 05:58
16 GALL Felix AUT Decathlon AG2R La Mondiale 06:06
17 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 06:24

18 MAS Enric ESP Movistar Team 06:27
19 HEALY Ben IRL EF Education-EasyPost 07:15
20 CRAS Steff BEL TotalEnergies 07:23

Ackermann Dritter bei Sieg von Philipsen

Die Befürchtung, dass im letzten Drittel der 187 km der Wind den Verlauf der Etappe maßgeblich beeinflussen und das Feld in mehrere Teile reißen könnte, bestätigte sich nicht. So entwickelte sich dank der Aufmerksamkeit der Favoriten- und der Sprinterteams alles Richtung Massensprint. Den gewann erstmals in diesem Jahr Jasper Philipsen. Besonders hervorzuheben: 3 deutsche Fahrer unter den ersten Zehn. Pascal Ackermann hervorragender Dritter.

Die zweite Tour-Woche begann mit der 10. Etappe in Orléans und einer schlechten Nachricht für Roglic & Co. Alexandr Vlasov, aktuell 11. im Gesamtklassement und einer der wichtigsten Helfer des Kapitäns von Red Bull-Bora-hansgrohe in den Alpen und Pyrenäen musste nach seinem Sturz am Sonntag mit einem Knöchelbruch aufgeben. Heute fehlte er noch nicht; das könnte sich morgen schon ändern. Durch Vlasovs Ausfall starteten 172 Fahrer nach dem gestrigen offiziellen Ruhetag – und verlängerten ihn inoffiziell auf den ersten 50 km. Ohne Berge kein Bedarf an Ausreißversuchen. Den vielen Zuschauern an der Strecke kam die vergleichsweise gemütliche Fahrt entgegen. Für etwas Abwechslung sorgte nach ca. 30 km ein Regenschauer. Dennoch blieb es beim Tempo unter dem langsamsten Schnitt im Zeitplan.

Zwei Ausreißer beim Zwischensprint vor Philipsen und Girmay
Wenige Kilometer vor dem Zwischensprint in Romorantin-Lanthenay doch eine Attacke von Kobe Goosens (IWA, Team Grünes Trikot) und Harm Vanhoucke (LTD). 3 Fahrer setzten erst nach, fielen dann ins Feld zurück, das mit 1’20’’ hinter den Führenden zur Sprintwertung fuhr. Erster Goosens vor Vanhoucke. Den Sprint des Pelotons gewann Jasper Philipsen vor Biniam Girmay, der auf den letzten Metern leicht eingebaut war. Auf den nächsten Metern war Goosens allein vorne und wurde bald eingeholt. Wieder setzte Regen ein. Und das Feld kehrte zu seiner gemächlichen Gangart zurück.

Statt Windkante Sprint royal
Kurz vor Vierzon wuchs die Nervosität spürbar. Die Favoriten- und Sprinterteams in den vorderen Reihen – es ging in offeneres Gelände. Leichter Gegenwind. Am Ortsausgang von Issoudun Richtungs- und Tempowechsel. Der Kilometerzähler zeigte über 50. Das Peloton zog sich weit auseinander. Visma an der Spitze, UAE sehr aufmerksam. Die Befürchtung, in einer Windkantenfalle Zeit zu verlieren, hatte sich bald in Luft aufgelöst – der Wind war zu schwach. Offensichtlich hatten alle Teams zudem aus der Situation bei der Etappe nach Dijon Lehren gezogen. Die Folge: Massensprint.

3 Deutsche unter den ersten 10
Faszinierendes Finish in Saint-Amand-Montrond mit dem erster Erfolg von Philipsen, im Vorjahr vierfacher Sieger, den Van der Poel perfekt kurz vor der Ziellinie abgeliefert hatte. Girmay spurtete noch an die 2. Stelle – an Pascal Ackermann vorbei, der als Dritter wieder einen Platz näher an einen Sieg gesprintet war. John Degenkolb und Phil Bauhaus wurden 7. und 8. – toller Gesamterfolg der deutschen Sprinterelite. Alle Trikotträger behalten ihre Leibchen.

Auftakt im ehemaligen Bergwerk: Lidl Deutschland Tour 2025 beginnt in Essen

Die Lidl Deutschland Tour 2025 startet in Essen. Mit einem Prolog auf dem Gelände der Zeche Zollverein wird das wichtigste Radsportevent des Landes in seine nächste Auflage gehen. Erneut sind fünf Renntage geplant, die direkt mit einem ganz besonderen Highlight starten werden.

Denn die Kulisse für den Auftakt ist einzigartig. Das ehemalige Steinkohlebergwerk Zeche Zollverein ist seit 2001 UNESCO Weltkulturerbe, der charakteristische Förderturm am Haupteingang des Geländes weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1986 wurde hier letztmals Kohle gefördert. Heute ist es Architektur- und Industriedenkmal, dazu Sitz zahlreicher Kultureinrichtungen.

Und am 20. August 2025 Schauplatz eines Radrennens. Einige Straßen auf dem rund 100 Hektar großen Areal werden zu einer rund drei Kilometer langen Rennstrecke, über die der Prolog der Lidl Deutschland Tour führen wird. Zum vierten Mal in Serie beginnt die Rundfahrt dann mit einem kurzen Einzelzeitfahren. Direkt auf dem Gelände der Zeche werden auch die Teams ihre Busse parken und alle Vorbereitungen für das Rennen treffen, während sämtliche Side Events wie die Expo oder die kinder Joy of Moving mini Tour Tausende Besucher zwischen die alten Hallen, Schächte und Verwaltungsgebäude ziehen werden.
Zuletzt war Essen 2023 Teil der Deutschland Tour. Damals führte die 3. Etappe von Arnsberg direkt ins Zentrum der fast 600.000 Einwohner großen Ruhrmetropole. Der Zielstrich lag damals in der Huyssenallee vor der Philharmonie. Zwei Jahre später wird die Rundfahrt etwas weiter nördlich am Wahrzeichen der Stadt ihren Ausgangspunkt nehmen.

„Essen hat sich bei der Tour 2023 als begeisterte Radsportdestination präsentiert. Wir freuen uns mit dem UNESCO-Welterbe Zollverein Gastgeber des Prologs und Start der Deutschland Tour 2025 zu sein“, freute sich Oberbürgermeister Thomas Kufen über die Rückkehr des Rennens in seine Stadt.

Ähnlich ergeht es auch Matthias Pietsch, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung des Radsports, die die Lidl Deutschland Tour organisiert. „Wir erinnern uns an einen tollen Gastgeber, viele tausende Zuschauer und eine großartige Stimmung entlang der Strecke durch Nordrhein-Westfalen und in Essen. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und freuen uns umso mehr, wieder nach Essen zurückkehren zu können. Das wir diesmal auf dem Gelände der Zeche Zollverein ein Radrennen ausrichten dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Radsport trifft Welterbe – eine Premiere für uns und den Ort, an dem Industriegeschichte geschrieben wurde.“

Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorstandvorsitzender der Stiftung Zollverein, sagt: „Die ehemals größte Steinkohlenzeche der Welt wird 2025 Startort des wichtigsten Radsportevents Deutschlands. Darüber freuen wir uns sehr. Und es beweist einmal mehr, dass das UNESCO-Welterbe Zollverein ein Ort des Wandels ist, der niemals stillsteht.“

111. Tour de France – 9. Etappe

9. Etappe: Troyes-Troyes – 199 Km

1 TURGIS Anthony FRA TotalEnergies 04:19:43
2 PIDCOCK Tom GBR INEOS Grenadiers 00:00
3 GEE Derek CAN Israel-Premier Tech 00:00
4 ARANBURU Alex ESP Movistar Team 00:00
5 HEALY Ben IRL EF Education-EasyPost 00:00
6 LUTSENKO Alexey KAZ Astana Qazaqstan Team 00:00
7 ROMO Javier ESP Movistar Team 00:12
8 STUYVEN Jasper BEL Lidl-Trek 00:18
9 GIRMAY Biniam ERI Intermarché-Wanty 01:17
10 MATTHEWS Michael AUS Team Jayco-AlUla 01:17
11 VAN DER POEL Mathieu NED Alpecin-Deceuninck 01:17
12 TILLER Rasmus NOR Uno-X Mobility 01:17
13 COSTA Rui POR EF Education-EasyPost 01:17
14 FUGLSANG Jakob DEN Israel-Premier Tech 01:17
15 GAUDU David FRA Groupama-FDJ 01:17
16 ACKERMANN Pascal GER Israel-Premier Tech 01:46
17 PAGE Hugo FRA Intermarché-Wanty 01:46

Gesamt:

1 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates 35:42:42
2 EVENEPOEL Remco BEL Soudal Quick-Step 00:33
3 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 01:15
4 ROGLIC Primoz SLO Red Bull-BORA-hansgrohe 01:36
5 AYUSO Juan ESP UAE Team Emirates 02:16
6 ALMEIDA Joao POR UAE Team Emirates 02:17
7 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS Grenadiers 02:31

8 LANDA Mikel ESP Soudal Quick-Step 03:35
9 GEE Derek CAN Israel-Premier Tech 04:02
10 JORGENSON Matteo USA Team Visma | Lease a Bike 04:03
11 VLASOV Aleksandr RUS Red Bull-BORA-hansgrohe 04:36
12 YATES Adam GBR UAE Team Emirates 04:56
13 BERNAL Egan COL INEOS Grenadiers 05:25
14 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 05:35
15 BUITRAGO Santiago COL Bahrain Victorious 05:53
16 BILBAO Pello ESP Bahrain Victorious 05:58
17 GALL Felix AUT Decathlon AG2R La Mondiale 06:06
18 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 06:24
19 MAS Enric ESP Movistar Team 06:27
20 HEALY Ben IRL EF Education-EasyPost 07:13
21 CRAS Steff BEL TotalEnergies 07:23

Turgis gewinnt spektakuläre Gravel-Etappe

Radsport total: Die heutige Etappe bot alles was den Radsport so attraktiv macht. Vom Start weg Ausreißversuche, mal gelungen, mal eingefangen; Attacken der großen Favoriten Pogacar und Evenepoel; Konter von Vingegaard auf dem Rad seines Kollegen Tratnik; distanzierte Mitfavoriten und ihr Comeback wie Roglic, häufige Führungswechsel, Defekte und zum Glück wenig Stürze. Und das trotz des äußerst strapaziösen Terrains mit 14 Schotterabschnitten, die zu neuerlichen Angriffen reizten, Staus verursachten und die Fahrer zum Absteigen und Schieben ihrer Räder zwangen. Und am Ende ein lange wie der sichere Sieger aussehender Jasper Stuyven, der nach einem faszinierenden Sprint rund 600 m vor dem Ziel in Troyes doch noch von Anthony Turgis eingeholt wurde. Der damit den dritten französischen Etappenerfolg feiern konnte.

Heute wurde unmittelbar nach der Startfreigabe in Troyes attackiert. Unruhiges Hin und Her auf Asphalt und Gravel. Es dauerte lange, bis eine Ausreißergruppe sich gefunden hatte. Zehn Fahrer konnten sich bei der ersten Schotterstrecke absetzen. Dennoch blieben die Abstände so gering, dass sich keiner sicher sein konnte. Das einzige was sicher war, war die Veränderung. Schon auf dem zweiten Gravelabschnitt chaotische Bilder – Motto: wer sein Rad liebt, der schiebt. Erstes Opfer Boras Kapitän Roglic, der abgehängt wurde, kurz nach dem Zwischensprint in Fontette jedoch wieder aufschließen konnte. Für Roglic blieb es ein Leidenstag. Mit ungebrochener Moral und starken Helfern kam er jedoch immer wieder zurück und büßte am Ende keine Zeit im Kampf um das Podium ein. Das galt ähnlich auch für Vingegaard, der nach einem Defekt den Großteil der Etappe mit dem Rad seines Teamkollegen Tratnik fahren musste.

Pogacar versucht es immer wieder

Dennoch waren die drei Favoriten und Ersten im Gesamtklassement heute stärker. Das zeigten vor allem Pogacar und Evenepoel, die ihre Muskeln spielen ließen und ausgerechnet auf den Schotterstrecken beschleunigten und Druck auf ihre Konkurrenten ausübten. Besonders spannend, als das Trio mit Vingegaard zur Spitzengruppe vor- aber nicht weiterfuhr. Da waren noch 70 km zurückzulegen. Deshalb ließen sie sich wieder ins Hauptfeld und ihre Teams zurückfallen. Doch Pogacar probierte es immer wieder. Und hätte damit eigentlich die Auszeichnung kämpferischster Fahrer verdient gehabt. Ebenso wie Jasper Stuyven, der am Ende als solcher aufs Podium durfte. Schrecksekunde für Red Bull-Bora, als Vlasov ungebremst in einen Straßengraben stürzte, mit einigen groben Hautabschürfungen jedoch noch glimpflich davon kam und wieder aufs Rad steigen und die Etappe beenden konnte.

Turgis gewinnt im Sprint

In der Zwischenzeit kämpfte die achtköpfige Spitzengruppe um den Tagessieg. Trotz aller Bemühungen von Van der Poel, Girmay & Co machten sie den Sieg unter sich aus. Anthony Turgis hatte am Schluss die besten Beine und fuhr als Erster über die Ziellinie in Troyes. Pascal Ackermann gewann den Sprint des dezimierten Hauptfeldes. Sein Kommentar nach der Etappe: „Saugeiles Rennen.“ Bei den Trikotträgern vor dem morgigen Ruhetag keine Änderungen.

Den ersten Ruhetag verbrachte Red Bull – BORA – hansgrohe mit gemischten Gefühlen. Einerseits wurde das sportliche Ziel vorerst erreicht: Primož Roglič hat die ersten Hürden gemeistert und liegt auf Rang 4. Auch nach der mit Spannung erwarteten Schotteretappe trennen ihn nur 21 Sekunden vom Podium.

Auf der anderen Seite musste das Team einen schmerzlichen Verlust hinnehmen: Aleks Vlasov verletzte sich bei einem Sturz auf der neunten Etappe. Nach ersten Untersuchungen unmittelbar nach Etappenende, Röntgen- und CT-Aufnahmen sowie weiteren Untersuchungen am Ruhetag stand die Diagnose fest: Bruch des Sprunggelenks im rechten Fuß. Aleks reiste noch vor dem Start der zehnten Etappe ab, um sich voll und ganz der Regeneration zu widmen.

111. Tour de France – 8. Etappe

8. Etappe: Semur-en-Auxois-Colombey-les-Deux-Eglises – 183 Km


Alle Fotos von HERBERT MOOS

1 GIRMAY Biniam ERI Intermarché-Wanty 04:04:50
2 PHILIPSEN Jasper BEL Alpecin-Deceuninck 00:00
3 DE LIE Arnaud BEL Lotto Dstny 00:00
4 ACKERMANN Pascal GER Israel-Premier Tech 00:00
5 VAN DEN BERG Marijn NED EF Education-EasyPost 00:00
6 GIBBONS Ryan RSA Lidl-Trek 00:00
7 TURGIS Anthony FRA TotalEnergies 00:00
8 WRIGHT Fred GBR Bahrain Victorious 00:00
9 ARANBURU Alex ESP Movistar Team 00:00
10 EVENEPOEL Remco BEL Soudal Quick-Step 00:00
11 KRAGH ANDERSEN Søren DEN Alpecin-Deceuninck 00:00
12 KRISTOFF Alexander NOR Uno-X Mobility 00:00
13 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates 00:00
14 ARNDT Nikias GER Bahrain Victorious 00:00
15 RUSSO Clément FRA Groupama-FDJ 00:00

Gesamt:

1 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates 31:21:13
2 EVENEPOEL Remco BEL Soudal Quick-Step 00:33
3 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 01:15
4 ROGLIC Primoz SLO Red Bull-BORA-hansgrohe 01:36
5 AYUSO Juan ESP UAE Team Emirates 02:16
6 ALMEIDA Joao POR UAE Team Emirates 02:17
7 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS Grenadiers 02:31
8 LANDA Mikel ESP Soudal Quick-Step 03:35
9 JORGENSON Matteo USA Team Visma | Lease a Bike 04:03
10 VLASOV Aleksandr RUS Red Bull-BORA-hansgrohe 04:36
11 YATES Adam GBR UAE Team Emirates 04:56
12 BERNAL Egan COL INEOS Grenadiers 05:25
13 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 05:35
14 GEE Derek CAN Israel-Premier Tech 05:52
15 BUITRAGO Santiago COL Bahrain Victorious 05:53
16 BILBAO Pello ESP Bahrain Victorious 05:58
17 YATES Simon GBR Team Jayco-AlUla 06:01
18 GALL Felix AUT Decathlon AG2R La Mondiale 06:06
19 HINDLEY Jai AUS Red Bull-BORA-hansgrohe 06:24

20 MAS Enric ESP Movistar Team 06:27

Biniam Girmays zweiter Streich

Noch vor dem Start die bedauerliche Nachricht, dass Mads Pedersen, Mitfavorit für die heutige Etappe und das Grüne Trikot, auf Grund seiner Sturzverletzungen vom Mittwoch nicht mehr an den Start gehen wird. Freie Bahn für Biniam Girmay, der die Chance gleich zweimal nutzte: Als Zweiter beim Zwischensprint hinter Ausreißer Abrahamsen und als Sieger beim Sprint in Colombey-les-Deux-Eglises. Das Grüne Trikot sitzt jetzt fester denn je auf seinen Schultern. Am Ende hatten beide Fraktionen gewonnen: die Sprinter und der Ausreißer.

Regnerisch, windig, frisch; Anorak an, Anorak aus – ein ungemütliches Wetter begleitete die Fahrer vor allem in den ersten Rennstunden beim Klettern über drei giftige Anstiege im Abstand von weniger als 20 km. Das Peloton agierte anfangs unsortiert, als würden Ausreißer und Sprinter schon zu Beginn um den besseren Plan streiten. Obwohl EF Education die erste Attacke initiierte, waren nur bei einem vom Start weg eindeutige Absichten zu erkennen: bei der norwegischen Bergziege und dem Träger des Bergtrikots, Jonas Abrahamsen (Uno-X). So sammelte er – mal allein, mal mit kleiner Gruppe – weitere Punkte ein und baute seinen Vorsprung aus. Da keiner seiner zeitweiligen Begleiter – Powless, Bissegger, Pacher, Healy, Bettiol oder Williams – mit ihm ausreißen wollte, wuchs sein Vorsprung zwischenzeitlich auf über 6’. Folglich war er auch Erster beim Zwischensprint in Lamargelle und holte in der Wertung für das Grüne Trikot gegenüber Girmay auf; letzterer gewann den Sprint des Hauptfeldes vor Thijsen, Philipsen, Coquard & Co und sicherte sich dank dieser 17 Punkte das grüne Laibchen über das Etappenende hinaus.

Abrahamsen erneut kämpferischster Fahrer


HERBERT MOOS Foto

Abrahamsen schnappte sich auch die 4. Bergwertung, die Côte de Santenoge, knapp 100 km vor dem Ziel bei immer noch 6’ Vorsprung. Einige Teams gaben etwas mehr Gas und kamen dem Solisten näher. U.a. beteiligte sich Geschke (COF) an der Nachführarbeit. Mit Erfolg. Der Vorsprung schmolz. Beim letzten Berg auf 4’30’’. Das Konzept war aufgegangen: 7 weitere Punkte auf Abrahamsens Konto. Das Peloton erhöhte das Tempo – nur noch 3’ hinter ihm. In Chaumont setzte heftiger Regen ein. Es wurde hektisch. Weiter sinkender Vorsprung dank des von hinten zunehmenden Drucks. Einige Fahrer fielen hinter das Hauptfeld zurück. Auch Bauhaus und Geschke. Wie zu erwarten wieder Abrahamsen kämpferischster Fahrer. Jetzt noch weniger als eine Minute voraus. Als die Sprintvorbereitungen mit Pascal Ackermann in guter Position begannen, waren es nur noch 25’’. Kurz danach war der 170 km erfolgreiche Ausreißer in Sichtweite des Feldes – und eingeholt!

Und wieder war Biniam Girmay nicht zu schlagen

Trotz einer Reihe abgehängter potentieller Etappensieger waren genügend Sprinter im leicht welligen Finale noch vorne dabei; ebenso die Klassementfahrer. Ackermann hatte klug das Hinterrad von Girmay gewählt, wurde dann leicht eingebaut und konnte dadurch seinen Sprint zu spät starten. Am Ende kamen er und De Lie nicht mehr ganz nach vorne. Dort landeten Girmay und Philipsen. Jubeln konnte der Mann im Grünen Trikot über seinen zweiten Etappensieg. Ackermann als hervorragender Vierter und damit einem möglichen Etappenerfolg immer näher. Keine Änderungen bei den Trikotträgern vor dem morgigen 9. Streich auf Schotterstraßen!

111. Tour de France – 7. Etappe

7. Etappe: Nuits-Saint-Georges > Gevrey-Chambertin – ITT – 25,3 Km


Pechvogel Stefan Küng, der Probleme mit der Kette bekam….Foto: HERBERT MOOS


Remco Evenepoel – alle Fotos von HERBERT MOOS

1 EVENEPOEL Remco BEL Soudal Quick-Step 00:28:52
2 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates 00:12
3 ROGLIC Primoz SLO Red Bull-BORA-hansgrohe 00:34
4 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 00:37
5 CAMPENAERTS Victor BEL Lotto Dstny 00:52
6 VAUQUELIN Kévin FRA ARKEA-B&B HOTELS 00:52
7 JORGENSON Matteo USA Team Visma | Lease a Bike 00:54
8 ALMEIDA Joao POR UAE Team Emirates 00:57
9 HEALY Ben IRL EF Education-EasyPost 00:59
10 KÜNG Stefan SUI Groupama-FDJ 01:00
11 VLASOV Aleksandr RUS Red Bull-BORA-hansgrohe 01:04
12 BISSEGGER Stefan SUI EF Education-EasyPost 01:14

13 VAN WILDER Ilan BEL Soudal Quick-Step 01:14
14 GEE Derek CAN Israel-Premier Tech 01:17
15 AYUSO Juan ESP UAE Team Emirates 01:18
16 OLIVEIRA Nelson POR Movistar Team 01:24
17 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS Grenadiers 01:27
18 BILBAO Pello ESP Bahrain Victorious 01:30
19 YATES Simon GBR Team Jayco-AlUla 01:33
20 GRÉGOIRE Romain FRA Groupama-FDJ 01:36

Gesamt:


HERBERT MOOS Foto

01 Pogacar Tadej UAE Team Emirates 27:16:23
02 Evenepoel Remco Soudal Quick-Step + 33
03 Vingegaard Jonas Team Visma | Lease a Bike + 01:15
04 Roglic Primoz Red Bull-BORA-hansgrohe + 01:36
05 Ayuso Juan UAE Team Emirates + 02:16
06 Almeida Joao UAE Team Emirates + 02:17
07 Rodriguez Carlos INEOS Grenadiers + 02:31

111. Tour de France – 6. Etappe

6. Etappe: Mâcon-Dijon – 165 Km


Alle Fotos: HERBERT MOOS

1 GROENEWEGEN Dylan NED Team Jayco-AlUla 03:31:55
2 PHILIPSEN Jasper BEL Alpecin-Deceuninck 00:00 °Relegiert durch Jury
3 GIRMAY Biniam ERI Intermarché-Wanty 00:00
4 GAVIRIA Fernando COL Movistar Team 00:00
5 BAUHAUS Phil GER Bahrain Victorious 00:00
6 DE LIE Arnaud BEL Lotto Dstny 00:00
7 VAN AERT Wout BEL Team Visma | Lease a Bike 00:00
8 DÉMARE Arnaud FRA ARKEA-B&B HOTELS 00:00
9 KRISTOFF Alexander NOR Uno-X Mobility 00:00
10 ACKERMANN Pascal GER Israel-Premier Tech 00:00

11 ALLEGAERT Piet BEL Cofidis 00:00
12 COQUARD Bryan FRA Cofidis 00:00
13 DUJARDIN Sandy FRA TotalEnergies 00:00
14 THIJSSEN Gerben BEL Intermarché-Wanty 00:00
15 BOL Cees NED Astana Qazaqstan Team 00:00

Gesamt:

1 POGACAR Tadej SLO UAE Team Emirates 26:47:19
2 EVENEPOEL Remco BEL Soudal Quick-Step 00:45
3 VINGEGAARD Jonas DEN Team Visma | Lease a Bike 00:50
4 AYUSO Juan ESP UAE Team Emirates 01:10
5 ROGLIC Primoz SLO Red Bull-BORA-hansgrohe 01:14
6 RODRIGUEZ Carlos ESP INEOS Grenadiers 01:16

7 LANDA Mikel ESP Soudal Quick-Step 01:32
8 ALMEIDA Joao POR UAE Team Emirates 01:32
9 CICCONE Giulio ITA Lidl-Trek 03:20
10 BERNAL Egan COL INEOS Grenadiers 03:21
11 JORGENSON Matteo USA Team Visma | Lease a Bike 03:21
12 GALL Felix AUT Decathlon AG2R La Mondiale 03:21
13 YATES Adam GBR UAE Team Emirates 03:21
14 VLASOV Aleksandr RUS Red Bull-BORA-hansgrohe 03:44
15 BUITRAGO Santiago COL Bahrain Victorious 04:10

Dylan Groenewegen holt den Sieg
Tour de France 2024 | Etappe 6 | Mâcon > Dijon

Die zweite Sprintetappe hintereinander und die dritte insgesamt mit dem dritten Sieger: Nicht Philipsen sondern Groenewegen hatte die Nase vorn. Wieder hervorragend platziert die beiden deutschen Sprintasse Bauhaus (5.) und Ackermann (10.). In der Hälfte hatte Visma beim teilweise gelungenen Versuch der Windkante Team UAE in Verlegenheit gebracht und Pogacar von seiner Mannschaft isoliert. Am Schluss jedoch keine Änderungen bei den Trikotträgern.

Der Berg rief und alle spurteten los – anders als gestern beim verbummelten Start. Nach 8 km stieg das Terrain leicht an. Bis zur 1. Bergwertung, dem Col du Bois Clair (4. Kategorie). Keine Erhebung zum Fürchten aber Anlass für Nervosität im Feld. Auch die Favoriten-Teams reihten sich vorne ein. Prominenz neben der Strecke: ein überdimensionales Bild des französischen Fußballstars Antoine Griezmann. Vor der Höhe beschleunigte wie erwartet Jonas Abrahamsen, das „Eichhörnchen“ im Bergtrikot, und sammelte einen weiteren Punkt ein. Am Hinterrad Axel Zingle (COF). Schon jetzt ein Duo an der Spitze mit bis zu einer Minute Vorsprung. Noch vor dem Zwischensprint in Cormatin (km 31,1) jedoch geschlossenes Feld. Erster Philipsen vor Girmay im Grünen Trikot, dem linksseitig stark bandagierten Pedersen, Démare, Coquard & Co. Die Deutschen Sprintasse hielten sich noch zurück. Ebenso Rekordhalter Cavendish.

Windkanten mit Schrecksekunde für Team UAE

Peloton und Wetter hatten sich nach nervösem bzw. regnerischem Beginn beruhigt. Auch der Wind spielte noch keine Rolle. An der Strecke berühmte Weinlagen: Mercury, Chassagne-Montrachet, Meursault etc.. Der Seitenwind frischte auf, das Peloton mit voller Aufmerksamkeit wegen möglicher Windkanten. Und ultraschnell. Nach Lotto Dstny provozierte Visma I Lease a Bike mit Vollgas und dem Duo Laporte/Van Aert an der Spitze eine Trennung im 174 Mann und 348 Reifen langen Bandwurm. Vorne dabei Red Bull-Bora-hansgrohe. Erste Risse sichtbar. Pogacar im ersten Feld aber isoliert. Seine Kollegen im 2. Feld 25’’ zurück. Cavendish mit Defekt. Noch kein Drama, aber komplizierte Lage für UAE. 2 km später und 70 km vor Dijon wieder geschlossenes Feld. Noch einmal für alle gut gegangen. Auch der Zusammenstoß mit Begrenzungsmarkierungen u.a. durch Abrahamsen.

Nicht der favorisierte Philipsen sondern Groenewegen Erster

Die Sprintermannschaften fuhren bereits 45 km vor dem Ziel mittig in die vordersten Reihen. Flankiert von den Teams der Favoriten. Diesmal mit UAE. Die Jury erklärte Mads Pedersen zum kämpferischsten Fahrer, nachdem er trotz schwerem Sturz gestern heute wieder auf dem Rad saß. Auf den letzten Kilometern zunächst alle Favoriten für Gelb nebeneinander, ab 4 km vor dem Ziel aber nur noch die Teams der Sprinter. Der erwartete Massensprint in Dijon und überraschend Greonewegen mit der größeren Endgeschwindigkeit und hauchdünnem Vorsprung vor Philipsen. Girmay behält als Dritter sein Grünes Trikot. Auf den Plätzen 4 und 5 Gaviria und Bauhaus, ebenfalls vorne Ackermann als Zehnter. Visma hatte gezeigt, dass sich UAE und Pogacar nicht zu sicher sein dürfen. Und Philipsen muss anerkennen, dass die Trauben in diesem Jahr höher hängen.

Update: Jasper Philipsen wurde nach Entscheidung der Jury zurückversetzt. Damit Girmay Zweiter, Gaviria Dritter, Bauhaus Vierter, Ackermann Neunter.